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Evi Huttenloher im BistroTalk: „Wenn sich jeder zurückzieht, passiert nichts mehr“

17. Juni 2026

Das Bistro Sixtyfour in Maisach war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Gastgeber Matthias Lage zu einer neuen Ausgabe seines BistroTalks begrüßte. Die Veranstaltung wurde live auf YouTube übertragen, Gesprächspartnerin des Abends war Evi Huttenloher, dritte Bürgermeisterin der Gemeinde Maisach. In lockerer Atmosphäre entwickelte sich ein persönliches, stellenweise humorvolles, aber auch nachdenkliches Gespräch über Heimat, Ehrenamt, Kommunalpolitik, Gewerbe, Corona und den Zusammenhalt in der Gemeinde. Die Veranstaltung wurde gesponsert vom Zentrum für Gesundheit Dombo.

Schon zu Beginn wurde deutlich, dass Huttenloher in Maisach eine bekannte und geschätzte Persönlichkeit ist. Bei der Kommunalwahl war sie Stimmenkönigin geworden – ein Ergebnis, das sie nach eigenen Worten durchaus überrascht habe. Zwar habe sie gewusst, dass sie über eine gewisse Unterstützung verfüge, sagte sie, doch das Ausmaß der Zustimmung habe sie sehr gefreut. Seit mehr als 40 Jahren lebt Huttenloher in Maisach. Anfangs sei es für sie nicht einfach gewesen, als neues Gesicht in eine bekannte Maisacher Familie einzuheiraten. Heute aber sagt sie klar: Maisach sei ihre Heimat geworden. Ihre Familie lebe hier, ebenso viele Freunde und Bekannte. In Maisach habe sie ihren Platz gefunden. Hier ist die Videoaufzeichnung des Talks.

Ein wichtiger Teil dieser Verwurzelung war das Schuh- und Orthopädiegeschäft der Familie Huttenloher. Über das Geschäft habe sie viele Menschen kennengelernt, vom jungen bis zum älteren Kunden. Gemeinsam mit ihrem Mann und den Schwiegereltern habe sie das Unternehmen mit aufgebaut. Aus dem privaten und beruflichen Ankommen entwickelte sich nach und nach auch ihr öffentliches Engagement. Über Kindergarten, Familie, Vereine und persönliche Kontakte sei sie immer stärker in das Gemeindeleben hineingewachsen. Eine klassische Initialzündung für die Politik habe es nicht gegeben, berichtete Huttenloher. Vielmehr seien immer wieder Menschen auf sie zugekommen und hätten ihr Mut gemacht. Bei ihrer ersten Gemeinderatskandidatur stand sie auf Listenplatz 24 und rechnete nicht ernsthaft mit dem Einzug. Umso größer sei der Schreck gewesen, als sie tatsächlich gewählt wurde. Ihr Mann habe damals trocken reagiert: „Jetzt haben wir den Dreck.“ Heute kann Huttenloher darüber lachen.

Im Gespräch zeigte sich, wie eng ihr politisches Engagement mit der alltäglichen Begegnung mit Bürgerinnen und Bürgern verbunden ist. Sie sei viel in Maisach unterwegs, werde oft angesprochen und höre zu. Ihr Mann sage manchmal, wenn sie nur kurz weg wolle, dauere es selten unter einer Stunde. Für Huttenloher ist genau das Teil ihrer Rolle: erreichbar sein, zuhören, Kontakte pflegen. Ein funktionierendes Netzwerk sei wichtig, sagte sie, vor allem, wenn irgendwo „der Schuh drückt“. Besonders am Herzen liegen ihr Familien und Kinder. Im Gemeinderat betreut sie weiterhin das Referat Familie und Spielplätze. Auch ihre Enkelkinder seien dabei gewissermaßen Teil ihres „Spezialistenteams“: Wenn auf einem Spielplatz etwas nicht funktioniere, werde die Oma informiert.

Stolz ist Huttenloher auf eine Aktion, die sie 2008 angestoßen hat: Neugeborene in der Gemeinde erhalten ein Lätzchen mit dem Aufdruck „Ein familienfreundliches Maisach freut sich auf dich“ sowie eine Karte und kleine Schuhe. Die Besuche bei den jungen Familien seien in der Regel von großer Freude geprägt. Es sei schön, in glückliche Gesichter zu schauen. Solche Gesten stehen für Huttenloher für eine Gemeinde, die Nähe zeigt und Familien willkommen heißt.

Ein zentrales Thema des Abends war der Zusammenhalt in Maisach. Huttenloher betonte, dass alle Ortsteile wichtig seien. Rivalitäten zwischen Maisach, Gernlinden und anderen Ortsteilen kenne sie zwar, sie halte sich daraus aber bewusst heraus. Durch das Geschäft der Familie habe sie immer Kunden aus der gesamten Gemeinde erlebt. Entscheidend sei, dass Menschen sich einbringen. Wer neu nach Maisach komme, könne über Kinderkrippe, Kindergarten, Schule oder Vereine schnell Anschluss finden. Wer sich jedoch völlig zurückziehe, dürfe sich nicht wundern, wenn der Ort fremd bleibe. Das Vereinsleben sei für Huttenloher ein wesentlicher Bestandteil des sozialen Miteinanders. „Wenn sich jeder zurückzieht, passiert nichts mehr“, sagte sie sinngemäß. Begegnungen, soziale Kontakte und gegenseitige Unterstützung seien für eine Gemeinde unverzichtbar.

Auch ihre frühere Tätigkeit als Vorsitzende des Gewerbeverbandes nahm breiten Raum ein. Sie sei in diese Aufgabe hineingerutscht, berichtete Huttenloher, habe aber auf ein gutes Team bauen können. Der Gewerbeverband habe vor allem die Interessen der örtlichen Betriebe gebündelt. Je mehr Geschäfte und Unternehmen zusammenstünden, desto stärker werde ihre Stimme gegenüber der Gemeinde gehört. Ein sichtbares Zeichen dieses Engagements war lange die Weihnachtsbeleuchtung in Maisach, für die der Gewerbeverband verantwortlich war. Der große Weihnachtsbaum sei allerdings aus organisatorischen Gründen nicht mehr weitergeführt worden. Der Aufwand sei enorm gewesen.

Mit Sorge blickt Huttenloher auf den Wandel des örtlichen Einzelhandels. Zwar gebe es in Maisach nicht viel Leerstand, doch klassische inhabergeführte Geschäfte seien seltener geworden. Traditionsgeschäfte seien verschwunden, neue Nutzungen hätten sich entwickelt. Apotheken und Nahversorgung seien weiterhin vorhanden, doch der „normale Laden“ habe es im Online-Zeitalter schwer. Corona habe diesen Wandel noch beschleunigt. Dennoch ist Huttenloher überzeugt, dass der persönliche Einkauf vor Ort weiterhin Bedeutung hat. Eine gute Mischung aus Digitalisierung und persönlicher Begegnung sei nötig.

Ausführlich erinnerte sie an die Corona-Zeit, die für den Handel, die Gastronomie und viele Betriebe einen massiven Einschnitt bedeutete. Am 15. März 2020 fanden die Kommunalwahlen statt, wenige Tage später mussten zahlreiche Geschäfte schließen. Für das Schuhhaus Huttenloher kam der Lockdown zum Saisonstart, die neue Ware lag im Lager. Während der orthopädische Bereich als systemrelevant weiterarbeiten durfte, war der Verkauf von Schuhen zunächst nicht möglich. Huttenloher organisierte daraufhin telefonische Beratung und brachte insbesondere Kinderschuhe zu den Familien nach Hause. Das sei anstrengend gewesen, aber auch von großer Dankbarkeit begleitet. Später setzte sie sich hartnäckig dafür ein, dass der orthopädische Teil des Betriebs unter Auflagen wieder öffnen durfte. Schutzvorrichtungen, Masken, Desinfektion und Einlasskontrollen gehörten zum neuen Alltag.

Eine besondere Aktion des Gewerbeverbandes waren die grünen Herzen, die während der Pandemie an vielen Geschäften zu sehen waren. Mit dem Aufdruck „Bleiben Sie gesund und halten Sie uns die Treue“ sollten sie ein Zeichen der Verbundenheit zwischen Geschäften und Kundschaft setzen. Die Aktion wurde gut angenommen und ist im Ort teilweise bis heute sichtbar. Auch eine Übersicht der geöffneten Geschäfte, Lieferangebote und Online-Angebote entstand in dieser Zeit. Huttenloher erinnerte daran, wie sich viele Betriebe mit großem Einsatz selbst organisierten, um irgendwie weiterzumachen. Besonders hart getroffen seien Friseure und Gastronomie gewesen. Viele Maisacherinnen und Maisacher hätten versucht, lokale Betriebe zu unterstützen, indem sie Essen abholten oder bewusst vor Ort einkauften.

Trotz aller Schwierigkeiten habe Corona auch gezeigt, dass Veränderung möglich sei. Der Gewerbeverband arbeitete plötzlich mit Zoom-Sitzungen, Betriebe stellten Angebote digitaler auf, und Arbeitsweisen veränderten sich. Ganz zurück in alte Muster wolle Huttenloher nicht. Digitalisierung sei wichtig, aber sie dürfe die persönliche Begegnung nicht ersetzen. Sie selbst schätze beides: den Austausch vor Ort ebenso wie digitale Möglichkeiten, wenn sie sinnvoll eingesetzt würden.

Persönlich geprägt wurde Huttenloher auch durch das Familienunternehmen. Der Name Huttenloher sei seit Jahrhunderten mit Maisach verbunden. Aus einer kleinen Schuhmacherei sei über Generationen ein bekanntes Schuh- und Orthopädiegeschäft geworden. Sie selbst trat 1983 in den Betrieb ein und gestaltete ihn gemeinsam mit Familie und Mitarbeitenden weiter. Besonders wichtig sei dabei immer der Zusammenhalt gewesen. In der Familie habe man sich aufeinander verlassen können. Entscheidungen seien gemeinsam getroffen worden, Schuldzuweisungen habe es nicht gegeben. Auch wenn etwas nicht funktioniert habe, sei es gemeinsam getragen worden.

Neben Politik und Gewerbe engagiert sich Huttenloher auch in der Kirche. Sie sei christlich geprägt aufgewachsen, erzählte sie. Schon ihre Großeltern seien in der Kirche aktiv gewesen, ihre Brüder waren Ministranten – sie selbst durfte als Mädchen damals nicht ministrieren. Später wurde sie Kommunionmutter und fand auch dort eine Aufgabe, die ihr lag: Kinder zusammenbringen, Gruppenstunden gestalten, Gemeinschaft schaffen. Ihr Glaube sei für sie kein lautes Bekenntnis, sondern Teil ihres Lebens und Handelns.

Beim Thema Ehrenamt sprach Huttenloher offen über die Herausforderungen. Es werde schwieriger, Menschen für Verantwortung zu gewinnen. Bürokratie, Haftungsfragen und die Angst, Fehler zu machen, schreckten viele ab. Zugleich müsse man jüngere Menschen ernst nehmen, ihnen Verantwortung geben und akzeptieren, dass sie manches anders machen. Entscheidend sei, rechtzeitig Nachfolgerinnen und Nachfolger einzubinden und sie nicht permanent zu bevormunden. Ein Vorstand sei immer nur so gut wie das Team, das ihn unterstütze. Allein könne niemand etwas bewegen.

Am Ende blieb der Eindruck einer Frau, die tief in Maisach verwurzelt ist und ihre Kraft aus Begegnungen zieht. Huttenloher beschrieb sich selbst als aktiven Menschen, der Menschen mag. Gespräche, Kontakte und gemeinsame Aufgaben spornten sie an. Das volle Bistro Sixtyfour zeigte an diesem Abend, dass viele Maisacherinnen und Maisacher diese Haltung schätzen. Gastgeber Matthias Lage dankte seiner Gesprächspartnerin, dem Team des Sixtyfour, seiner Familie hinter der Technik sowie dem Sponsor Zentrum für Gesundheit Dombow. Die nächste Ausgabe des BistroTalks am Mittwoch 15. Juli widmet sich dann der Digitalisierung, virtueller Realität und Augmented Reality. Zu Gast ist Pierre Kretschmer, Admin der größten deutschen Facebook-Gruppe VR-Familie aus Gernlinden.

Live. Lokal. Echt. Der BistroTalk in Youtube mit Evi Huttenlohrer, dritte Bürgermeisterin Maisach, im sixtyfour am Mittwoch, 10. Juni, 18 Uhr Online und in Maisach

10. Juni 2026

Evi Huttenloher ist die 3. Bürgermeisterin der Gemeinde Maisach. Bei der Gemeinderatswahl 2026 erzielte Huttenloher mit 4.407 Stimmen das beste Ergebnis unter den gewählten Gemeinderatsmitgliedern der CSU und unterstrich damit ihre starke Verankerung in der Gemeinde. Als 3. Bürgermeisterin steht sie für kommunalpolitisches Engagement vor Ort, für Bürgernähe und für die Bereitschaft, Verantwortung in Maisach zu übernehmen. Ihre Aufgabe ist es, die Gemeinde mitzugestalten, Anliegen aus der Bürgerschaft aufzunehmen und gemeinsam mit Gemeinderat und Verwaltung an der Entwicklung Maisachs mitzuwirken. Damit ist Evi Huttenloher eine wichtige Ansprechpartnerin im politischen Leben der Gemeinde.

Im gemütlichen Ambiente des Maisacher Bistros sixtyfour geht das lebendige Talk-Format: der BistroTalk in eine weitere Runde. Gastgeber Matthias J. Lange hat mit Bürgermeisterin Evi Huttenloher eine engagierte Kommunalpolitikerin eingeladen – direkt vor Ort und live im Netz. Wir diskutieren offen, nahbar und ganz ohne Script.
Termin ist am Mittwoch, 10. Juni um 18 Uhr, der Talk dauert etwa eine Stunde und wird ab 18 Uhr live auf YouTube gestreamt.
Die Adresse ist: https://www.youtube.com/@redaktion42/streams

Die Veranstaltung wird unterstützt vom Zentrum für Gesundheit Dombo in Maisach.

BistroTalk: Mit Herz, Handwerk und Haltung: Metzgermeister Alexander Häuserer über die Zukunft der Metzgerei Da Häuserer

2. Juni 2026

Im Bistro Sixtyfour in Maisach wurde es beim jüngsten „BistroTalk“ handwerklich, bodenständig und stellenweise sehr persönlich: Metzgermeister und Fleischsommelier Alexander Häuserer von der Metzgerei „Da Häuserer“ in Gernlinden sprach ich über seinen Weg ins Metzgerhandwerk, über Qualität, Personal, Nahversorgung, neue Ideen und die Frage, warum gutes Fleisch mehr ist als nur ein Produkt in der Theke. Die Veranstaltung wurde als Videopodcast aufgezeichnet und auf YouTube gestreamt. Hier ist die Aufzeichnung:

Schon zu Beginn ging es um den Standort in Gernlinden und die Entwicklung der Metzgerei. Häuserer erinnerte daran, dass die Räume vor der Übernahme ganz anders aussahen. Früher sei dort eine Bäckerei gewesen, später sei das Gebäude aufgeteilt worden. Beim Umbau habe man praktisch alles entkernt, den Estrich entfernt und die Räume komplett neu aufgebaut. Dabei seien auch alte Installationen wie eine frühere Fußbodenheizung zum Vorschein gekommen. Für Häuserer war dieser Neuanfang mehr als nur eine Renovierung: Er wollte einen modernen, sauberen und gepflegten Laden schaffen, in dem die Qualität der Produkte auch durch die Umgebung sichtbar wird.

Dass er einmal Metzger werden würde, scheint im Rückblick fast folgerichtig. Häuserer stammt aus einer Metzgerfamilie, inzwischen ist es die vierte Generation. Aufgewachsen ist er in Hilgertshausen, wo das Hauptgeschäft der Familie liegt, das heute sein Bruder führt. Dort bekam er schon als Kind mit, wie eng Metzgerei, Küche, Gastwirtschaft und gesellschaftliches Leben miteinander verbunden waren. In dem großen Saal fanden früher Tanzveranstaltungen, Feiern und Leichenschmäuse statt. Als Kind erlebte er, wie in der Großküche gearbeitet wurde, wie geschlachtet, zerlegt und vorbereitet wurde. Diese frühen Eindrücke haben ihn geprägt. Egal, was er später machte, sagte Häuserer, er sei immer wieder an den Punkt gekommen, an dem für ihn klar war: Metzgerei ist sein Ding. Er sei Metzger mit Leib und Seele.

Im Gespräch wurde deutlich, wie sehr sich das Handwerk verändert hat. Natürlich spiele Bürokratie heute eine große Rolle, etwa durch Temperaturkontrollen, Dokumentationspflichten und viele weitere Vorgaben. Doch für Häuserer ist eine andere Herausforderung noch entscheidender: das Personal. Gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden, zu halten und ihnen Bedingungen zu bieten, unter denen sie gerne bleiben, sei eine der wichtigsten Aufgaben. Dazu gehört für ihn auch, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Gerade im Münchner Speckgürtel, wo Mieten schnell enorme Höhen erreichen, sei das ein entscheidender Faktor. Häuserer hat deshalb Mitarbeiterwohnungen geschaffen, die zwar nicht riesig, aber neu, schön und bezahlbar seien. Nur so könnten Menschen auch wirklich ankommen.

Besonders stolz zeigte sich Häuserer darauf, dass ab September drei Auszubildende im Verkauf beginnen sollen, zwei davon aus Vietnam und einer aus der Region. In Zeiten, in denen viele Handwerksbetriebe händeringend Nachwuchs suchen, ist das für ihn ein großer Erfolg. Auch eine Mitarbeiterin aus Vietnam sei bereits im Betrieb und mache ihre Sache hervorragend. Sprachliche Hürden gebe es natürlich, sagte Häuserer mit Humor, aber die hätte er mit seinem bayerischen Dialekt in Vietnam ebenso. Entscheidend sei, dass jemand fleißig sei, lernen wolle und sich ins Team einfüge.

Der direkte Kontakt zu den Kundinnen und Kunden spielt für Häuserer eine große Rolle. Er steht nicht nur als Unternehmer im Hintergrund, sondern ist auch im Laden präsent. Die Resonanz am Standort Gernlinden beschreibt er als sehr positiv. Er sei mit dem Geschäft und den Menschen sehr zufrieden, auch wenn der Betrieb noch im Aufbau sei. Sechs Jahre seien im Handwerk keine lange Zeit. Eine gute Metzgerei zeichne sich für ihn vor allem durch Frische, gleichbleibende Qualität und Verlässlichkeit aus. Genau darauf lege er größten Wert. Jeden Morgen ist er früh im Betrieb, kontrolliert die Ware, richtet Spieße her, schaut sich Fleisch und Wurst an und achtet darauf, dass alles so präsentiert wird, wie es seinem Anspruch entspricht.

Dabei versteht sich die Metzgerei auch als Teil einer funktionierenden Nahversorgung. In der Nähe gibt es weitere Geschäfte, unter anderem einen kleinen Supermarkt und einen Bäcker. Für Häuserer ist das keine Konkurrenz, sondern eine sinnvolle Ergänzung. Wer kleine Einkäufe erledigt, könne mehrere Dinge miteinander verbinden. Zahnpasta werde man bei ihm nicht bekommen, dafür gute Wurst und gutes Fleisch. Gerade diese Mischung aus verschiedenen Geschäften mache einen Ort lebendig. Auch ein neuer Dönerstand in Gernlinden bereitet ihm keine Sorgen. Im Gegenteil: Mehr kleine Geschäfte könnten dazu beitragen, dass wieder mehr Leben in den Ort komme. Entscheidend sei, dass man zusammenarbeite und nicht gegeneinander denke.

Ein weiteres Thema war die Zukunft des Metzgerhandwerks. Häuserer denkt über neue Konzepte nach, etwa über einen 24-Stunden-Shop oder Automatenlösungen. Solche Angebote seien aber keine Arbeitsersparnis, sondern vor allem eine Erweiterung der Verfügbarkeit. Die Arbeit verschwinde nicht, sie verlagere sich nur stärker in den Hintergrund. Produkte müssten vorbereitet, verpackt, kontrolliert und nachgefüllt werden. Dennoch sieht er darin eine mögliche Richtung, weil viele Menschen unter der Woche wenig Zeit hätten und schnell etwas Gutes zum Mitnehmen suchten. Besonders reizvoll findet er die Idee fertig zubereiteter warmer Gerichte in geeigneter Verpackung, die ohne Qualitätsverlust mitgenommen werden können. Seine Ideen entstehen dabei weniger durch klassische Marktforschung, sondern aus Gesprächen, Beobachtungen und Bauchgefühl – manchmal, wie er schmunzelnd sagte, auch bei einer halben Bier.

Als Fleischsommelier bringt Häuserer eine zusätzliche Qualifikation mit, die über das klassische Metzgerhandwerk hinausgeht. Dabei gehe es unter anderem um Sensorik, Fleischqualität, Geruch, Struktur und Reifung. Besonders eindrücklich sei für ihn die Schulung im Erkennen bestimmter Geruchsstoffe gewesen. Noch bietet er keine regelmäßigen Tastings an, doch Steaktastings oder ähnliche Veranstaltungen könnten in Zukunft ein Thema werden. Derzeit sei aber noch vieles im Aufbau. Auch am Standort Buchenau gebe es viel zu tun, bevor weitere Projekte umgesetzt werden könnten.

Ausführlich sprach Häuserer über Fleischqualität, Zuschnitte und Grillen. Er selbst grillt gerne, auch wenn ihm in den vergangenen Jahren oft die Zeit gefehlt habe. Besonders begeistert zeigte er sich vom sogenannten Rückwärtsgaren: Fleisch wird zunächst bei niedriger Temperatur im Ofen auf Kerntemperatur gebracht und anschließend auf dem Grill scharf angebraten. Mit Rosmarin, Butter und etwas Geduld entstehe daraus ein besonderes Geschmackserlebnis. Auf die Frage nach seinem persönlichen Lieblingsstück nannte er schließlich Flat Iron. Dieser Zuschnitt aus der Schulter sei feinfaserig, zart und für ihn fast besser als Flanksteak. Gleichzeitig betonte er, dass jedes Stück Fleisch seinen eigenen Charakter habe. Wer sich wirklich für Fleisch interessiere, müsse sich durchprobieren und die unterschiedlichen Strukturen kennenlernen. Auch gutes Suppenfleisch, besonders von den Zwerchrippen, schätzt er sehr.

Beim Thema vegane Ersatzprodukte zeigte sich Häuserer offen, aber auch klar in seiner Haltung. Jeder solle essen, was er möchte, und vegane Produkte hätten selbstverständlich ihre Berechtigung. Schwieriger findet er jedoch Bezeichnungen wie „veganer Leberkäse“ oder „vegane Salami“. Für ihn sind das eigene Produkte, aber keine Wurst im klassischen Sinne. In seiner Metzgerei gibt es solche Produkte derzeit nicht; dafür sei eher der Bäcker zuständig, sagte er mit einem Augenzwinkern.

Einen deutlichen Unterschied sieht Häuserer zwischen handwerklicher und industrieller Produktion. Industrielle Ware werde häufig anders hergestellt, schneller gereift, stärker standardisiert und mit Hilfsmitteln wie Farbe oder Schnellreifeverfahren produziert. Das ermögliche niedrigere Preise, längere Haltbarkeit und höhere Margen, gehe aber oft zulasten von Frische und Aroma. Im Handwerk stehe dagegen das Produkt selbst im Mittelpunkt. Beim Aufschneiden einer guten Mortadella oder eines hochwertigen Schinkens merke man sofort, was Aroma bedeute. Gleichzeitig räumte Häuserer ein, dass auch sein Betrieb nicht alles selbst herstellt. Südtiroler Spezialitäten, Parmaschinken oder andere Originalprodukte werden bewusst zugekauft, weil sie dort ihre eigene Qualität und Tradition haben.

Ein Schwerpunkt des Gesprächs war die Wertschätzung von Lebensmitteln. Häuserer beobachtet, dass Menschen, die in seine Metzgerei kommen, meist bewusster einkaufen. Sie nehmen den Weg auf sich, weil sie gutes Brot, gute Wurst und gutes Fleisch wollen. Gleichzeitig sei Zeitmangel ein großes Thema. Viele Menschen nähmen beim schnellen Einkauf im Supermarkt einfach mit, was verfügbar sei. Das sei nachvollziehbar, aber es verändere das Einkaufsverhalten. Für Häuserer stellt sich daher immer wieder die Frage, wie ein Handwerksbetrieb Qualität, Alltagstauglichkeit und moderne Verfügbarkeit miteinander verbinden kann.

Besonders gut laufen in der Metzgerei nach seinen Angaben Weißwürste, Wiener, Bierschinken sowie Dry-Aged-Cuts wie Club Steaks und T-Bone-Steaks. Der große Reifeschrank im Laden war für Häuserer eine bewusste Anschaffung. Er wollte sichtbar machen, dass Fleisch Zeit braucht. Gerade Dry-Aged-Produkte seien gefragt, aber eben nicht beliebig schnell verfügbar. Wer zu besonderen Anlässen etwas Bestimmtes möchte, sollte deshalb vorbestellen. Für die Planung des Betriebs sei das wichtig.

Auch über Gastronomie und Mittagstisch wurde gesprochen. In Gernlinden werde das Angebot gut angenommen, besonders von Handwerkern, Berufstätigen und Menschen, die mittags schnell und unkompliziert etwas essen möchten. Für Häuserer war es eine bewusste Entscheidung, Metzgerei und Verzehrangebot miteinander zu verbinden. Es erweitere den Betrieb und mache ihn stärker zu einem Treffpunkt im Ort.

Kritisch wurde es beim Thema Vereinsfeste und günstige Lebensmittel. Viele Vereine grillen selbst, kaufen günstig ein und verkaufen Speisen bei Veranstaltungen weiter. Häuserer sieht das differenziert. Natürlich verstehe er das Vereinsleben und dessen Bedeutung. Gleichzeitig stellt er die Frage, ob Vereine nicht auch Verantwortung für die lokale Nahversorgung tragen. Wenn ein Ort seinen Metzger, seinen Bäcker und seine kleinen Geschäfte erhalten wolle, müsse er diese auch unterstützen. Wer nur auf den billigsten Preis schaue, übe Druck auf die Qualität aus. Handwerkliche Produkte könnten nicht zu Dumpingpreisen angeboten werden, wenn sie sauber zugeschnitten, gut gewürzt und verantwortungsvoll hergestellt werden sollen. Die reine Preisdiskussion verliere man immer, sagte Häuserer, denn irgendwo gebe es immer jemanden, der billiger sei.

Wichtig ist ihm deshalb Transparenz. Kundinnen und Kunden fragten durchaus nach, woher Fleisch und Wurst stammen. Der Verkauf müsse solche Fragen beantworten können. „Ich weiß nicht“ sei keine gute Antwort. Herkunft, Qualität und Beratung gehören für Häuserer zusammen. Dazu zählt auch, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Eigeninitiative zeigen, Produkte kennenlernen und Fragen stellen. Nur so könne Beratung glaubwürdig funktionieren. Wer hinter der Theke stehe, müsse wissen, was er verkauft.

Zum Ende des BistroTalks wurde es noch einmal leichter. Thema war unter anderem die Playmobil-Sonderfigur eines Metzgermeisters, die im Laden verkauft wurde und als Sympathieträger offenbar bestens funktionierte. Die Figuren seien schnell vergriffen gewesen. Häuserer erzählte lachend, dass seine Mitarbeiterinnen nun auf eine passende Verkäuferinnen-Figur hofften. Auch das passte zum Gesamtbild dieses Gesprächs: Es ging um Handwerk, Verantwortung und wirtschaftliche Realität, aber immer wieder auch um Humor, Teamgeist und die Freude an einem Beruf, der tief in der Region verwurzelt ist.

Der BistroTalk mit Alexander Häuserer zeigte einen Metzgermeister, der Tradition und Veränderung nicht als Gegensätze versteht. Er kommt aus einer alten Metzgerfamilie, denkt aber über 24-Stunden-Angebote, Social Media, Mitarbeiterwohnungen, neue Produkte und moderne Verkaufskonzepte nach. Er steht für handwerkliche Qualität, weiß aber auch, dass ein Betrieb heute mehr leisten muss als früher. Am Ende blieb der Eindruck eines Unternehmers, der mit großem persönlichen Einsatz arbeitet, sein Team ernst nimmt, den Standort Gernlinden stärken will und trotz aller Herausforderungen an die Zukunft des Metzgerhandwerks glaubt.

Der nächste BistroTalk in Youtube mit Evi Huttenlohrer, dritte Bürgermeisterin Maisach, im sixtyfour ist am Mittwoch, 10. Juni, 18 Uhr online und in Maisach.

BistroTalk: Vom Fast-Ruinenwirtshaus zum Genussmagnet: Denis Kleinknechts Kampf um den Gasthof Heinzinger

4. Februar 2026

Im Bistro Sixtyfour in der Maisacher Zentrumspassage wurde zum Jahresauftakt eine neue Ausgabe des Podcast-Formats „Bistro Talk“ aufgezeichnet. Matthias J. Lange von redaktion42 begrüßte dabei Denis Michael Kleinknecht, den Inhaber und Küchenchef des Gasthofs Heinzinger in Rottbach. In dem Gespräch ging es um die Wiederbelebung eines Traditionshauses, um neue Wege in der Landgastronomie – und um die Frage, wie sich Qualität, Wirtschaftlichkeit und Alltag in einer Branche vereinen lassen, die seit Jahren unter Druck steht.

Kleinknecht beschreibt den Gasthof Heinzinger als Ort, der für ihn weit über einen Arbeitsplatz hinausgeht. Schon als Kind habe er den Betrieb erlebt – etwa bei den „legendären Dampfnudeln“ am Donnerstag, die bis heute zum Markenzeichen gehören. Als er den Gasthof 2016 übernahm, sei das Haus jedoch in einem Zustand gewesen, der eher nach Aufgabe als nach Neustart aussah. Für Kleinknecht wurde daraus eine Mission: einen zum Verfall preisgegebenen Landgasthof zu restaurieren und damit ein Stück Wirtshauskultur zu erhalten. In diesem Jahr steht ein besonderer Meilenstein an: Im Oktober 2026 will er das zehnjährige Wiedereröffnungsjubiläum feiern.

Was den Gasthof heute auszeichnet, ist ein Konzept, das Kleinknecht als bewusst „bayerisch – klassisch und modern“ beschreibt. Er grenzt sich dabei von einer beliebigen „Alles-für-alle“-Karte ab. Statt Pizza neben Sushi und Schnitzel setzt er auf nachvollziehbare Wirtshausklassiker – ergänzt durch ein Steak- und „Casual Fine Dining“-Angebot, das die Hemmschwelle für gehobenere Küche senken soll. Gerade diese Mischung habe im Ort anfangs für Neugier gesorgt: Stammtischgäste, die zunächst skeptisch auf große Steaks am Nachbartisch reagierten, seien später selbst zu Fans geworden – vor allem für besondere Anlässe. Viele Zutaten bezieht Kleinknecht nach eigenen Angaben von regionalen Erzeugern, die er zum Teil persönlich kennt. Qualität beginne für ihn bei Herkunft, Handwerk und Transparenz.

Neben dem Tagesgeschäft hat der Gasthof zusätzliche Standbeine aufgebaut. Weinabende mit Winzern, Verkostungen, Küchenpartys und Kochkurse sind feste Bestandteile des Programms. Dahinter steckt für Kleinknecht ein klares Ziel: Gastronomie „erlebbar“ zu machen und Berührungsängste abzubauen. Wenn Winzer ihre Weine selbst erklären, entstünden Gespräche, die den Gästen Orientierung geben – und häufig die Hemmung nehmen, Neues auszuprobieren. Ähnlich sieht er es bei Kochkursen: Viele kämen wegen der Unterhaltung, nähmen aber vor allem ein neues Verständnis für handwerkliche Arbeit mit nach Hause. Beispiele reichen von Pasta-Kursen bis zu Spezialformaten wie Wild-Zerlegekursen. Buchbar ist das Angebot über den Online-Shop des Betriebs, der Ticketverkauf und Vorbestellungen – etwa für Aktionen wie „Ente to go“ – digital abwickelt.

Einen großen Teil des Gesprächs nimmt Kleinknechts eigene Biografie ein, die alles andere als geradlinig verlief. Früh sammelte er praktische Küchenerfahrung, absolvierte schließlich seine Ausbildung im Hotel Mayer in Germering und machte in der Sternegastronomie schnell Karriere – unter anderem bei Otto Koch, später folgten Stationen im Ausland. Ein Zahnarztbesuch wurde jedoch zum Bruch: Nach einer Betäubung verlor er über längere Zeit seinen Geschmackssinn. Für einen Koch bedeutete das faktisch das Aus. Kleinknecht schildert eine Phase, in der er sich mit unterschiedlichen Jobs über Wasser hielt und schließlich sogar eine Firma im Bereich Auslieferung und Einbau von Haushaltsgeräten aufbaute. Erst als der Geschmack nach rund zwei Jahren langsam zurückkehrte – und eine geschäftliche Krise ihn zusätzlich zum Umdenken zwang – fand er wieder zurück an den Herd. Die Selbstständigkeit in der Gastronomie sei dann für ihn auch eine Konsequenz daraus gewesen, dass er sich nach eigener Erfahrung schwer unterordnen könne und betriebswirtschaftliche Abläufe zu oft „gegen die Wand“ laufen sah.

Wie groß die Investitionen für den Neustart waren, wird an vielen Details sichtbar. Kleinknecht erzählt von Restaurierung statt schneller Renovierung, von historischen Böden, von Lichtkonzepten, die er nach langen Recherchen in Italien fand – und von der bewussten Entscheidung, die Küche offen und vorzeigbar zu gestalten. Die hochwertige, fest verbaute Küchenausstattung sei nicht nur Optik, sondern auch Effizienz: Sie spare täglich Zeit bei Reinigung und Abläufen. Gleichzeitig macht er deutlich, wie schwierig große Projekte in der Gegenwart geworden sind – etwa die Sanierung des früheren Tanzsaals. Die nötigen Summen seien massiv gestiegen, Personal für große Veranstaltungen kaum noch zu finden, und die wirtschaftliche Rechnung gehe im ländlichen Raum selten auf.

Damit sind die zentralen Probleme benannt, die Kleinknecht auch grundsätzlich beschäftigen: steigende Kosten, verändertes Konsumverhalten und das Ausdünnen der sozialen Treffpunkte auf dem Land. Vereine verlagerten Feste und Stammtische zunehmend in eigene Heime, klassische Wirtshausrunden seien seltener geworden. Gleichzeitig beobachtet er, dass sein Gasthof längst nicht nur vom Ort lebt. Gäste kämen aus einem weiten Einzugsgebiet – bis nach Augsburg, München, aus Österreich oder der deutschsprachigen Schweiz. Sichtbarkeit entsteht dabei aus einem Mix: Social Media, Google-Bewertungen, Fachpresse und Restaurantführer. Auszeichnungen seien „nice to have“, betont Kleinknecht, entscheidend sei der Alltag: „Jeder Gast kann ein Restauranttester sein.“

Besonders deutlich wird das Thema Personal. Kleinknecht beschreibt die Suche nach Mitarbeitenden als eines der größten Nadelöhre der Branche. Er berichtet von langen Suchphasen und von Bewerbungen, bei denen es nicht um Arbeit, sondern um Formalitäten ging. Konsequenz daraus war eine Umstellung des Konzepts: kleinere Karte, schlankere Abläufe, weniger Personal – um die Kostenstruktur zu stabilisieren, ohne die Preise ständig weiter anheben zu müssen. Auch die politische Debatte um Mehrwertsteuer, Mindestlohn und steigende Abgaben streift das Gespräch. Kleinknecht zeichnet dabei ein Bild, in dem Entlastungen auf dem Papier schnell von neuen Kosten aufgezehrt werden – nicht nur in der Gastronomie, sondern entlang der gesamten Lebensmittelkette.

Als meinungsstarker Unternehmer nutzt Kleinknecht seine Reichweite zudem für gesellschaftliche Themen. Ein Punkt ist ihm besonders wichtig: Ernährungsbildung. Er wünscht sich, dass Kinder früher und intensiver lernen, was gute Lebensmittel ausmacht, wie Ernährung mit Gesundheit und Umwelt zusammenhängt – und dass dieses Wissen nicht nur am Rand vorkommt. Das sei auch eine langfristige Antwort auf Folgekosten durch Fehlernährung.

Zum Ende des Podcasts richtet sich der Blick nach vorn. Große Ideen gebe es viele, sagt Kleinknecht – doch nach Investitionen von zuletzt über einer halben Million Euro müsse zunächst erwirtschaftet werden, was bereits umgesetzt wurde. Die größte Herausforderung sei, Projekte, Betrieb und Familie in Balance zu halten. Er arbeite nach eigenen Angaben meist sieben Tage die Woche, mindestens zehn Stunden am Tag. Gerade deshalb betont er die Rolle seiner Familie – ohne sie wäre ein inhabergeführter Betrieb dieser Art kaum zu stemmen.

Aufgezeichnet wurde die Folge im Bistro Sixtyfour in Maisach, das erneut als Streaming- und Gesprächsort diente. Matthias J. Lange bedankte sich bei Gastgeber Uwe Flügel sowie bei den Beteiligten hinter der Technik und verwies am Ende auf die nächste Ausgabe des Formats: Am 11. Februar ist Florian Wiesent vom Ordnungsamt Maisach zu Gast – dann geht es um Abläufe und Organisation rund um die bevorstehende Kommunalwahl.

Streaming-Event: BistroTalk mit Denis Kleinknecht in Maisach

7. Januar 2026

Bei meinem BistroTalk am Mittwoch, 7. Januar im Bistro SixtyFour in Maisach darf ich um 18 Uhr einen besonderen Gast begrüßen: Denis Michael Kleinknecht vom Rottbacher Gasthof Heinzinger. Ganz nach dem Motto Live. Lokal. Echt. Findet die Veranstaltung unter Publikumsbeteiligung in der Bar in der Zentrumspassage vor Publikum statt. Zudem gibt es einen moderierten Live-Stream in YouTube.

Gastronom Denis Kleinknecht ist einer von denen, die nicht laut auftreten müssen, um Eindruck zu hinterlassen. Im Gasthof Heinzinger lebt seine Handschrift in jedem Detail: ehrlich, bodenständig, herzlich. Denis hört zu, packt an, bleibt ruhig – auch wenn es stressig wird. Er steht für eine Art von Gastfreundschaft, die man nicht lernen kann, sondern lebt. Wer bei ihm einkehrt, merkt schnell: Hier geht es nicht nur ums Essen, sondern um Menschen, um Vertrauen, um ein gutes Gefühl, das bleibt, wenn man längst wieder draußen ist.

Ich kenne Denis Kleinknecht seit Jahren als engagierten Gastgeber mit seinem vorzüglichen regionalen Speisen und ich weiß auch, dass Denis Kleinknecht ein Freund des deutlichen Wortes ist. Somit ist ein interessantes Gespräch vorprogrammiert. Mal sehen, ob ich ihm das eine oder andere Geheimnis entlocken kann. Also einschalten.

Nochmal an dieser Stelle vielen Dank an Uwe Flügel vom SixtyFour, der mir eine Stunde seine Theke als Streaming-Studio zur Verfügung stellt und dem BistroTalk seit über einem Jahr eine Heimat gegeben hat. Ich verstehe den BistroTalk als Beitrag zur Kommunikation in der Gemeinde Maisach und lade in regelmäßigen Abständen Gesprächspartner aus der Gemeinde ein. 

Bei meinem BistroTalk am Mittwoch, 7. Januar im Bistro SixtyFour in Maisach darf ich um 18 Uhr einen besonderen Gast begrüßen: Denis Michael Kleinknecht vom Rottbacher Gasthof Heinzinger. Ganz nach dem Motto Live. Lokal. Echt. Findet die Veranstaltung unter Publikumsbeteiligung in der Bar in der Zentrumspassage vor Publikum statt. Zudem gibt es einen moderierten Live-Stream in YouTube.

„Zuhause mit Zapfhahn – Zwei Jahre Bistro SixtyFour, mein zweites Wohnzimmer“

1. August 2025

Mein zweites Wohnzimmer hat heute seinen zweiten Geburtstag. Das Bistro SixtyFour in Maisach feiert seinen Jahrestag – und meine Frau und ich besuchen regelmäßig diesen Ort der Gastlichkeit. Zum zweiten Geburtstag hat sich Gastronom Uwe Flügel eine nette Idee einfallen lassen: Das zweite Getränk geht heute aufs Haus. Ich weiß also schon, wo ich meinen Abend verbringen werde.

Wer das Bistro SixtyFour in der Zentrumspassage 🙂 betritt, spürt sofort diese einladende Atmosphäre, die aus einem einfachen Moment einen kleinen Zauber macht. Modern, doch nicht kühl, frisch und dennoch voller Wärme – so zeigt sich das Interieur, das Gäste jeden Alters zu einem Ort des Wohlfühlens einlädt. Sanftes Licht, geschmackvolle Dekorationen und eine Anordnung, die Nähe und Gespräch fördert, bilden den perfekten Rahmen für vertraute Stunden zu zweit oder das lebendige Miteinander einer fröhlichen Runde.

Unsere Plätze sind oft an der Bar oder an einem Zweiertisch in der Nähe der Bar. Ich interessiere mich für die Abläufe, beobachte gern – und gebe meinen unqualifizierten Senf dazu.

Und ich treffe interessante Leute, mit denen ich ins Gespräch komme. Ich lasse mich über Fußball aufklären, wovon ich absolut keine Ahnung habe. Ich spreche mit Begeisterung über moderne Kunst, hole mir Aktien- und Reisetipps – nur das Thema Politik bleibt außen vor.

Die Gastlichkeit spiegelt sich in jeder Geste des freundlichen Personals wider. Das Team stimmt einfach. Ich erinnere mich an scherzhafte Diskussionen darüber, wie früher der Service in einer Wirtschaft als „Fräulein“ bezeichnet wurde. So etwas geht heute natürlich auf keinen Fall. Mit aufmerksamem Service und ehrlicher Herzlichkeit sorgen Gastgeber Uwe Flügel und seine Frau dafür, dass sich jeder Gast rundum willkommen fühlt. Ob ein erfrischendes Bier, ein entspanntes Glas Wein, überraschend raffinierte Snacks oder gemeinsame Abende bei guten Gesprächen – hier öffnet sich das SixtyFour als Wohnzimmer und Begegnungsstätte der Gemeinde.

Was mich besonders freut: Das SixtyFour hat eine gut sortierte Whiskey-Bar. Hier beweist Uwe Flügel bei der Auswahl Geschmack beim „Wasser des Lebens“, sei es bei Single Malts oder Blends. Als Schottland-Fan ist das für mich immer ein Grund, hier zu ordern und zu probieren. Und – auch ganz wichtig: Es gibt eine geniale Auswahl an Cocktails mit und ohne Alkohol. Das Mixen der Getränke ist eine Augenweide. Ich trinke in der Regel nur den Long Island Iced Tea. Long Island Iced Tea ist ein Cocktail und enthält zu gleichen Teilen Rum, Wodka, Tequila, Gin und Orangenlikör, zu anderthalb Teilen Zuckersirup und Limettensaft – und wird mit Cola aufgefüllt. Obwohl der Name es vermuten lässt, ist kein Eistee enthalten.

Die Speisenauswahl überzeugt mit Raffinesse und Genuss. Jeden Monat gibt es ein anderes Special auf der Karte. Im Juli war es der Caesar Salad, der so gut ankam, dass er wohl dauerhaft bleiben wird. An speziellen Tagen gibt es auch hervorragende Weißwürste vom Metzger Braun aus Wiedenzhausen – für mich die besten WW der Welt.

Dank dem SixtyFour bin ich auch wieder zum Billard-Spiel gekommen. In meiner Jugend habe ich gerne gespielt – jetzt probiere ich es immer wieder. Es ist leicht, Bälle zu platzieren, aber es ist sehr kompliziert, die Kontrolle über die weiße Kugel zu behalten, Spiele kontinuierlich zu gewinnen und unter Druck zu bestehen. Aber ich spiele ja nur zum Spaß.

Ausgebaut werden soll der Live-Musik-Anteil. Beim Marktsonntag im Herbst trat die Band Cluas und Flo „Die Feder“ auf und rockte die Hütte. Im Herbst soll es wieder Live-Musik geben. Wenn Musiker Interesse an einem Auftritt vor Publikum haben: einfach mal Uwe Flügel kontaktieren.

Auch beruflich kann ich vom SixtyFour profitieren – ich nutze die Theke für ein lokales Streaming-Format und experimentiere damit: Live. Lokal. Echt. Der Bistrotalk auf YouTube. Ich lade interessante Persönlichkeiten aus der Gemeinde zu einem einstündigen Videointerview ein und übertrage diesen Talk live. Zwei Bistrotalks haben wir bereits durchgeführt, der nächste folgt am 10. September mit dem Maisacher Feuerwehrkommandanten Andreas Müller. Einfach mal etwas anderes als klassische Diskussionsveranstaltungen auf lokaler Ebene – die Klickzahlen sehen gut aus.

Insgesamt ist mein zweites Wohnzimmer eine Mischung aus modernen Einflüssen, entspanntem Miteinander und gelebter Gastfreundschaft – ein kleiner, romantischer Rückzugsort inmitten des Alltags. Ich genieße es.