Archive for März 2022

Wann hast du ein Backup gemacht?

31. März 2022

Na, wann hast du dein letztes Backup gezogen? Heute ist der internationale World Backup-Day, was es nicht alles gibt. Braucht es so eine Erinnerung an Backups? Sollten Backups nicht selbstverständlich sein? Ja, sollten sie, sind es aber in der Realität nicht.

Immer wieder lese ich in sozialen Netzwerken, dass ein Smartphone verloren ging und damit alle persönlichen Fotos. Backup Fehlanzeige und die Verzweiflung ist groß. In meinen Seminaren schauen so manche Teilnehmer beschämt zu Boden, wenn ich nach der privaten Backupstrategie frage. Backup Fehlanzeige und das schlechte Gewissen ist groß. Wie hältst du es mit dem Backup?

Ob die Katze wirklich beim Backup helfen kann, sei mal dahingestellt.

Die persönlichen Datenmengen wachsen Woche für Woche: PDFs, Fotos, Videos, Musik, eBooks – alles wird mehr. Festplatten, Raid, Cloudserver – vieles steht zur Verfügung und muss eigentlich nur genutzt werden. Und ich rede hier nur von den privaten Dateisammlungen von Rechner, Smartphone, Tablets.

Ich erinnere mich an persönliches frühes Silikon-Zeitalter. Es war die Zeit des Apple Macintosh LC II mit 40 MByte Festplatte. Ich kaufe mir damals für Unsummen eine 1 GByte Festplatte, ein ziemlich schwerer großer Metallkasten. Und ich war überzeugt, dass ich mich nie wieder in meinen Leben um Backup-Speicher kümmern müsste. Ja, ich habe mir geirrt. Die Festplatte war dann doch irgendwann zu klein.

Aber vor allem in Zeiten des Ukraine-Kriegs ist der Welt-Backup-Tag ist eine gute Gelegenheit für Privatleute und Unternehmen, ihre Pläne für die Geschäftskontinuität und die Wiederherstellung im Katastrophenfall (Business Continuity and Disaster Recovery, BCDR) mal genauer unter die Lupe zu nehmen – angefangen bei den verwendeten Lösungen bis hin zum Disaster Recovery Run Book, so warnt auch Kaseya in einer Mitteilung. Kaseya ist einer der großen Dienstleister für mittelständische Unternehmen. Der Laden ist natürlich nichts für Privatanwender, doch die Gedanken zum Welt-Back-Day sind gut und können im Einzelfall übertragen werden.

Die Verlagerung zur Remote-Arbeit hat die Art und Weise, wie Unternehmen ihre Daten schützen und speichern, völlig verändert. Heute liegt der Schwerpunkt auf dem Schutz von Daten, unabhängig davon, wo sie sich befinden – vor Ort, auf den Laptops von Mitarbeitern an entfernten Standorten, in Clouds und in SaaS-Anwendungen. Die Wiederherstellungszeiten (Recovery Time Objectives, RTOs) werden in der heutigen „Always-on“-Welt immer kürzer, und die Ziele werden in Stunden, wenn nicht gar Minuten, festgelegt. Cyberkriminelle haben sich die Vorteile von Remote- und Hybrid-Arbeitsumgebungen zunutze gemacht, um immer raffiniertere Cyberangriffe durchzuführen. Zudem wurde der Datenwiederherstellungsprozess nach einem Vorfall aufgrund der neuen Cyber-Insurance-Anforderungen komplexer. Diese neuen Vorschriften beinhalten wichtige Audits und Tests, was den Wiederherstellungsprozess verlangsamen kann.
Da der Datenschutz immer komplexer wird, wenden sich immer mehr Unternehmen an Anbieter, die Unified BCDR anbieten, das Backup und Disaster Recovery, KI-basierte Automatisierung und Ransomware-Schutz sowie Disaster Recovery as a Service (DRaaS) umfasst. Was es alles so gibt! Unified BCDR ist aufgrund der wachsenden zu schützenden Datenmengen und der zunehmenden Zahl von Cyberangriffen auf Unternehmen jeder Größe nötiger denn je.

Jeder, der am Welt-Backup-Tag einen genaueren Blick auf seine BCDR-Strategien wirft, sollte sich nach Meinung von Kaseya folgende Fragen stellen:
Welche Daten und Anwendungen sind entscheidend dafür, die Geschäftsproduktivität sicher zu stellen?
Wie viele Ausfallzeiten und Datenverluste können verkraftet werden?
Wie können sie testen, dass ihre Lösung umfassend ist und die nötige Performance liefert?
Welche Sicherheitsvorkehrungen gibt es, um Risiken durch Ransomware auszuschließen?
Wie sieht das Vorgehen für das Failback zur Produktionsumgebung aus, sobald die Katastrophe abgewendet ist?

Und nun meine Eingangsfrage: Wann hast du dein letztes Backup gezogen?

RØDE VideoMic GO II – Mikro für unterwegs

30. März 2022

Wenn ich unterwegs Videos drehe oder Podcasts aufnehme, dann habe ich keine Lust, das schwere XLR-Mikro und das Audiointerface mitschleppen. Statt dessen nutze ich unter anderem das RØDE VideoMic GO II.

Es stellt gegenüber meinen Fujifilm ST-1 eine deutliche Verbesserung auf meiner Sony ZV-1 Kamera da und kann über entsprechende Kabel auch an das iPhone oder iPad angeschlossen werden. Ich hatte den Vorgänger, das RØDE VideoMic GO früher ausprobiert und war nicht so richtig überzeugt. Die Version GO II dagegen erfüllt meine Wünsche – nur die Rode-App muss noch deutlich besser werden. Hier ein Tonvergleich zwischen den Mikrofonen von Fujifilm und Rode:

Fein ist, dass das kompakte und leichte VideoMic GO II nun über 3,5 mm TRS-Klinke und über USB-C angeschlossen werden kann. Wobei ich zugeben muss, dass die Erfahrungen am iPad Pro 12 Zoll mit USB S unterschiedlich ausfallen, die Klinke an der ZV1 ist perfekt. Das Mikro wird mit einem hochwertigen Windschutz und einer Dämpfung geliefert, wobei die Dämpfung schon wieder Platz in der Tasche einnimmt.

Todestag von Carl Orff – wie ich zum Komponisten fand

29. März 2022

Als Kulturbanause kam ich zu Carl Orff über die Filmmusik von Jerry Goldsmith. Der Komponist hat den Score zu einem der wichtigen Horrorfilme der Siebziger geschrieben: Das Omen. Die Wirkung des Films beruht zu großen Teilen auf den Soundtrack, der das teuflische Treiben auf der Leinwand genial intensiviert – Ave Satani. Und als ich mich mit dieser Musik als Jugendlicher näher beschäftigte, stieß ich auf Carl Orff und seine Carmina Burana, weil die Musik für mich als Jugendlicher ähnlich klang.

Das Grab von Carl Orff in Andechs.

Am 29. März jährt sich der 40. Todestag des großen bayerischen Komponisten, der in Kloster Andechs seine letzte Ruhe gefunden hat. Ich habe hier das Grab als VR 360 Grad Aufnahme.

Immer wieder besuche ich als Wallfahrer den Heiligen Berg und auch sein Grab in der Klosterkirche und denke an die intensive Musik. Einmal habe ich via Kopfhörer an der Grabstelle Auszüge aus der Carmina Burana angehört. Und ich habe in Andechs auch mal eine Aufführung der Carmina Burana besucht und genossen (und in dem Holzstadl geschwitzt).

Die Carmina Burana (lateinisch für Beurer Lieder oder Lieder aus Benediktbeuern) ist der Name einer Anthologie von 254 mittellateinischen, seltener mittelhochdeutschen, altfranzösischen oder provenzalischen Lied- und Dramentexten, die 1803 in der Bibliothek des Klosters Benediktbeuern gefunden wurde. Orff hat sie 1935 vertont und sie wurden sofort zu einem Klassiker. Nach der Komposition von Catulli Carmina und Trionfo di Afrodite fasste Carl Orff die Carmina Burana mit diesen unter dem Titel Trionfi zusammen. Aufführungen des gesamten Triptychons sind aber die Ausnahme geblieben.

Auf CD hab ich mir über die Jahre ein paar Aufnahmen gekauft. Persönlich finde ich die Christian Thielemanns Aufnahme von Carl Orff am besten, als Thielemann Generaldirektor der Deutschen Oper Berlin war. Ich hab die CD und die LP-Version und kann sie euch ans Herz legen.

Im Gespräch mit meiner Frau kam dann noch eine Erinnerung aus unserer Schulzeit hoch. Wir beide mussten im Musikunterricht mit Orff-Instrumenten hantieren. Es gab viele Schlagespiele, aber wir beide durften nie Xylophone oder Glockenspiele ausprobieren, sondern immer nur irgendwelche Holzkästchen, die als Resonanzkörper dienten. Es war komplett unbefriedigend – und wahrscheinlich habe ich daher den Namen Orff als Kind verdrängt. Meine Kinder haben Orff-Instrumenten als musikalische Früherziehung nie geniessen dürfen, sondern sind gleich mit Klavier, E-Gitarre und Schlagzeug eingestiegen.

Der Feind ist nicht das russische Volk

28. März 2022

Als ich einen Post der bayerischen Landtagsabgeordneten Barbara Becker vom 10. März in Instagram sah, gab ich ihr sofort recht. Der Ukraine-Krieg tobt, Putin überfällt völkerrechtlich seinen Nachbarn und die Welt setzt Sanktionen in Kraft und liefert Waffen. Und dennoch: Die Abgeordnete schrieb den richtigen Satz: „Unser Feind ist nicht das russische Volk!“

Dieser Instagram-Beitrag trifft meine Stimmung sehr gut.

Und als sich US-Präsident Joe Biden in Warschau am Wochenende an die Menschen in Russland wandte und erklärte, sie seien nicht der Feind. Präsident Putin habe sein Volk vom Rest der Welt abgeschnitten. Da gab ich Biden recht.

Wir müssen aufpassen, dass wir der Desinformation und hybriden Kriegsführung des Kreml nicht auf den Leim gehen. Für mich steht fest: Es ist richtig, sich gegen den Kriegstreiber Putin zu Wehr zu setzen. Aber ich sehe auch eine Angst unter den russischsprechenden Deutschen, die mit Putin in einen Topf geworfen werden.

Beispiele gibt es viele: Ein Fall von falsch verstandener Solidarität mit der Ukraine schlug hohe Wellen in München. Eine Klinik am Stiglmaierplatz hat mitgeteilt, keine Russen mehr behandeln zu wollen. In dem Schreiben der Privatklinik heißt es: „Die Invasion der russischen Armee mithilfe der weißrussischen Regierung wird von uns aufs Schärfste verurteilt.“ Daraus zieht die Praxis Konsequenzen: „Daher werden wir ab sofort und bis auf Weiteres keine russischen und weißrussischen Staatsbürger mehr bei uns behandeln.“
Als der Protest Wellen schlug, ruderte die Klink zurück.: Unser Schreiben vom 04.03. entstand aus der Indignation über die Vorgänge in der Ukraine und war als Zeichen der Solidarität gedacht. Uns erschien die Vorstellung an russischen „Oligarchen“ Geld zu verdienen, während in der Ukraine Zivilisten getötet werden falsch. Diese Botschaft wollten wir transportieren. Rückblickend erkennen wir, dass die Formulierung mehr als unglücklich war, zu Recht scharf kritisiert wurde und vollkommen von dem weggeführt hat, was wir eigentlich sagen wollten. Das bedauern wir zutiefst.“

Aber natürlich hatten russische vom Kreml gesteuerte Staatsmedien diese und andere Fälle aufgenommen und in unterschiedliche Kanäle transportiert. In mehreren Seminaren habe ich erfahren, dass die Community verunsichert ist. Putin gelingt es, einen Keil in die bundesdeutsche Gesellschaft zu treiben. Menschen aus Russland oder mit russischen Wurzeln sehen sich in Deutschland seit dem Angriff auf die Ukraine Anfeindungen ausgesetzt. Wie der „Spiegel“ unter Berufung auf Zahlen des Bundeskriminalamts berichtet, wurden bis Mitte März 318 strafrechtlich relevante Ereignisse registriert. Es handle sich um Sachbeschädigungen, Beleidigungen sowie Bedrohungen im Internet und auf der Straße.

Meine Kollegin die Wirtschaftspsychologin Maria Filina und ich greifen diese und andere Themen aus dem Umfeld der russischsprachigen Deutschen auf und starten eine regelmäßige Streaming-Reihe in YouTube mit dem Titel „Wie ist das Leben?“. „Wie ist das Leben?“ ist ein Ausspruch mit dem der deutsche Russland-Journalist Gerd Ruge das Eis in der russischen Bevölkerung gebrochen hat. Die erste Folge ging online.

In Russland wurden sie einst als Faschisten bezeichnet, weil sie Deutsch sprachen. In Deutschland werden sie heute als Faschisten bezeichnet, weil sie mit dem Kriegstreiber Putin gleichgesetzt werden. Viele Deutsche aus Russland, aber auch andere russischsprachige Eingewanderte aus der ehemaligen Sowjetunion fühlen sich verunsichert und diskriminiert und ziehen sich zurück. Hier müssen wir aufpassen.

Hybride Kriegsführung
Verschleierung auf mehreren Ebenen ist ein typisches Merkmal dieser hybriden Kriegsführung, bei der klassische und verdeckte Militäreinsätze, politischer sowie wirtschaftlicher Druck, Cyberangriffe und Propaganda sowie Desinformation kombiniert werden. Das kann der ehemalige KGB-Agent Putin sehr gut. Ich berichte in meinem wöchentlichen Newsletter über diesen Cyberwar. Ihren Ursprung hat die russische Desinformation in der ehemaligen Sowjetunion unter Leonid Iljitsch Breschnew. Falschinformationen über politische Gegner wurden schon damals bewusst vom KGB platziert.

Die sozialen Medien sind heute zum Konfliktfeld geworden. Falschinformationen aus Russland verteilen sich über die Welt. Putin führt den „ersten Weltinformationskrieg­­“, schreibt meine Kollegin Miriam Meckel im Handelsblatt.
Das liegt auch daran, dass Russland seine Taktiken weiterentwickelt hat. Der wichtigste Faktor im russischen Social Media-Konflikt sind nun offizielle Accounts von Kreml-gesteuerten Medienunternehmen, russischen Regierungsbehörden oder Regierungsbeamten. Diese verbreiten auf Social Media falsche oder irreführende Informationen und werden von privaten Accounts weiterverbreitet. Bei Accounts von Privatpersonen greifen Twitter und Facebook schneller durch, sie löschen Beiträge oder sperren gleich ganze Profile. Doch Accounts, die zu einer Regierung oder einem großen Medienunternehmen gehören, wird sehr viel mehr Freiheit gewährt.

KiSS für hungernde Kinder in Togo

27. März 2022

Der Ukraine-Krieg hat andere Krisen in dieser Welt verdrängt und dennoch sind sie vorhanden. Ich selbst engagierte mich für Togo in Westafrika, habe zwei Patenkinder und arbeite ehrenamtlich in dem Verein Aktion PiT Togohilfe mit.

Kinder in Togo bei der Schulspeisung durch die Aktion PiT Togohlfe.

Und dabei erinnere ich gerne und immer Wieder an das wichtige Projekt KiSS. KiSS bedeutet KinderSchulSpeisung und zählt zu den erfolgreichsten Projekten des Vereins Aktion PiT-Togohilfe e.V., das jedes Jahr von Schulen und vielen Privatspendern aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck und anderen Landkreisen unterstützt wird. Die Vereinsvorsitzende Margret Kopp, sorgt dafür dass alle diese Spenden in den hungrigen Mägen der Kinder an den Partnerschulen landen.

Allerdings berichtet sie auch, dass seit Ausbruch der Corona-Epiedemie die Armut bei den bedürftigen Familien mit ihren Kindern erneut deutlich angestiegen ist und viele Kinder wieder echten Hunger leiden, sodass die Hilfe durch das KiSS-Programm umso dringlicher geworden ist. Vielfach ist es die einzige warme Mahlzeit, die diese Kinder bekommen. Nur 25 Cent kostet eine Mahlzeit, mit 50,- € kann ein „KiSS-Kind“ ein ganzes Schuljahr lang mit einem täglichen Schulessen versorgt werden.

In dem Dorf Takpamba besuchen beispielsweise 367 Kinder die Grundschule, Margret Kopp würde gerne auch die 75 Kindergartenkinder als die schwächsten in der derzeitigen Corona-Pandemie mit einbeziehen. Daher sind weitere Spenden für das KiSS-Programm in diesem Dorf notwendig.

Die Fotos, die Margret Kopp aus Togo mitgebracht hat, zeigen, wie glücklich die Kinder sind, wenn sie bei der Schulspeisung eine ganze Schüssel ganz allein aufessen dürfen, während sie zu Hause so eine Portion, wenn es sie überhaupt gibt, mit allen Geschwistern teilen müssen.

Daher die dringende Bitte um Spenden mit dem Stichwort KiSS für diese ganz direkte Hilfe für die Kinder in Togo auf das Spendenkonto von Aktion PiT-Togohilfe mit der IBAN: DE 34 7005 3070 0031 0399 10.
Mehr Informationen gibt es auf der Website von Aktion PiT-Togohilfe.

Brauch ich: Neue Star Wars Sets von Lego am Start

26. März 2022

Meine Nichte wies mich darauf hin und sie führte mich in Versuchung: Nein, nix Schlimmes, sondern wir beide haben eine Gemeinsamkeit, die wir pflegen. Wir sammeln Lego – speziell Lego Star Wars. Und seit gestern gibt es die neuen Modelle und Sets aus der Star Wars Serie zum Vorbestellen. Dabei habe ich doch meiner Frau versprochen, kein Lego Star Wars mehr zu kaufen,
Lego führt eine neue Reihe bei den Sets ein. Nachdem ich bisher die meisten Ultimate Sets erworben habe, sind die neuen Modelle deutlich preiswerter – von billig will ich bei Lego gar nicht reden.

Es handelt sich um drei Modelle aus der neuen Diorama Collection. Im Einzelnen handelt es sich um LEGO Star Wars 75329 Death Star Trench Run, LEGO Star Wars 75330 Dagobah Jedi Training und LEGO Star Wars 75339 Death Star Trash Compactor. Die Sets sind über den Lego-Online-Shop vorbestellbar. Am 26. April werden sie ausgeliefert. Von der Serie interessieren mich die Todesstern Zerstörung und die Todesstern Müllpresse. Aber schön der Reihe nach. Die Müllpresse wird wohl ausschließlich über den Lego Online-Store und den Shops vertrieben. Natürlich sind die entsprechenden Figuren in voller Ausrüstung dabei (bis auf Death Star Trench Run). Alle Modelle haben ein Aufstellschild mit entsprechenden Spruch aus dem Film.

LEGO Star Wars 75329 Death Star Trench Run
Erinnern wir uns an den Krieg der Sterne – in der neuen Zählweise Star Wars IV – a New Hope. Es handelt sich um die Endschlacht um den Todesstern, als Luke von der Macht gesteuert, sein Torpedo in die Schwachstelle des Todessterns wirft und dabei von drei imperialen Tie-Fighter gejagt wird, darunter der Tie Advanced-Fighter von Papa Darth Vader. Genau diese Szene stellt das Diorama mit 665 Teile dar. Kosten rund 60 Euro. Anders als die Ultimate Serie nimmt das Modell nur wenig Platz ein: Die baubare Star Wars Szene ist 10 cm hoch, 22 cm breit und 15 cm tief.

LEGO Star Wars 75330 Dagobah Jedi Training
Kommen wir zu Star Wars V – das Imperium schlägt zurück. Luke ist auf den Planeten Dagobah zu Meister Joda gereist, um eine Ausbildung aus Jedi zu beginnen. Sein X-Wing liegt im Schlamm und Luke muss sich auf den unwirtlichen Planeten zurechtfinden. 1000 Teile müssen zum Preis von 80 Euro zusammengebaut werden. Dieses Diorama ist 16 cm hoch, 29 cm breit und 17 cm tief. Dieses Modell ist für mich persönlich das schwächste Diorama.

LEGO Star Wars 75339 Death Star Trash Compactor
Stark wird es nochmals zum Schluss, wenn wir in die Müllpresse des Todessterns in Krieg der Sterne reisen. Leia wurde gerade aus der Zelle befreit und unsere Helden müssen über die Müllpresse entkommen. 802 Teile bei 90 Euro – da ist der Steinepreis schon happig, aber die Szene weiß jeder Star Wars Fan zu schätzen. Ich hatte als Kind im Kino richtig Angst um die Helden, dass sie zerquetscht werden. Und die Schlange Dianogas ist auch dabei. Die Müllpresse selbst ist beweglich. Feine Sache, also kann ich mein Jugendtrauma in den Maßen 10 cm hoch, 22 cm breit und 15 cm tief nachspielen.

Musiktipp: KNEF von Hildegard Knef auf Vinyl

25. März 2022

Als Erinnerung an meinen verstorbenen Vater erwarb ich vor kurzem das Hildegard Knef-Album KNEF aus dem Jahre 1970. Die Scheibe erschien als Wiederveröffentlichung auf orangenen Vinyl.

Mein Vater mochte die Autobiografie Der geschenkte Gaul der Knef, die eine der wenigen deutschen Superstars war. Viel Musik hörte mein Vater nicht, aber die Knef mochte er. Also hab ich mal reingeholt und die Platte mit deutschen Chansons gekauft. 2015 habe ich ein 5-CD-Paket für wenig Geld meinen Papa gekauft, da war die CD von 1970 auch dabei – kleiner Tipp für Sparfüchse.

Die LP war damals 1970 kein großer Erfolg. Die Musik schrieb Paul Hans Hammerschmidt und die Knef ihre eigenen Texte. Aufgenommen wurde das Album in wenigen Tagen im Dezember 1969 in Berlin. Der bekannteste Song ist wahrscheinlich Tapetenwechsel, der beim Biopic Hilde von 2009 mit Heike Makatsch auch verwendet wurde.
Ich musste mich in die Langspielplatte reinhören, um den Charme der Stimme von Hildegard Knef zu erliegen. Der Kauf der Platte war musikalisch und optisch ein Gewinn. Hört mal rein.

Filmkritik: Der Hexentöter von Blackmoor

24. März 2022

Mit Jess Franco habe ich Zeit seines Lebens ein Problem gehabt. Die meisten seiner 160 Filme (oder waren es mehr) fand ich belangloses, schnell heruntergekurbeltes Zeug: Brutal, sexistisch, billig, aber immer wieder findet sich in der Flut von Franco-Filmen eine Perle. So wie ich einst Dr. Ortloff entdeckte oder den großartigen Nachts, wenn Dracula erwacht, so sehr hoffte ich auf eine Perle bei Der Hexentöter von Blackmoor, wobei der Titel extrem nach Edgar Wallace klingt.

Nun, es war nicht gerade ein Reinfall, aber eine Perle der Filmkunst war Der Hexentöter von Blackmoor sicherlich nicht. Nachdem ich bereits von Hexenjägerfilmen wie Hexen bis auf Blut gequält (1969) mir den Magen verdorben und die Abartigkeiten des menschlichen Geistes entdecken konnte, lag ich beim Hexentöter nicht weit daneben. Eine Zeitlang hatte der Film auch seine liebe Not mit der Zensur.

Koch Film hat eine exzellente Box vom Der Hexentöter von Blackmoor herausgebracht mit allen Versionen dieses blutigen Films, der nicht weiß, was er eigentlich sein wollte: Vielleicht ein Historiendrama, vielleicht ein Kostümfilm, sicherlich ein Softsexfilm, aber ganz gewissen ein sadistischer Folterfilm, eine Art Fortbildung für angehende Folterknechte. Den Voyeur gefällt die Szene, wie einer gequälten Seele das Blut vom wohlgeformten weiblichen Körper abgeleckt wird. Dabei entstand der Film schon 1970 und es spielten aufgrund des etwas größeren Budgets ein paar Stars mit, vor allem Christopher Lee und Maria Schell. Aber wahrscheinlich haben die Miemen nicht gewusst, dass noch schnell ein paar Sex-, SM- und Folterszenen in den Film geschnitten wurden, wenn man den Gerüchten glauben schenken darf.

Wer auf Jess Franco steht, wird von der Box Der Hexentöter von Blackmoor von Koch Film begeistert sein. Technisch ist die Abtastung hervorragend und auch die Super-8-Fassung ist dabei sowie Dokumentationen und weiteres Bonusmaterial. Was mich als Score-Fan besonders gefreut hat, dass auch der Soundtrack als extra CD dabei ist. Die Musik schrieb Bruno Nicolai, der viel für Franco gearbeitet hat. Er dirigierte übrigens nach 1974 alle Soundtracks von Ennio Morricone. Der Score gefällt mir genauso wie ein ausführliches Booklet von Oliver Nöding. Er versucht erst gar nicht mich von der Qualität von Jess Franco zu überzeugen. Was ich Franco aber zugute schreiben möchte: Er liebte den Film, er war ein Filmfanatiker und drehte und drehte und drehte. Er war dem Medium verfallen und das spricht eindeutig für den Spanier. Bei seinem brutalen Crash-Zooms drehte es mir aber den Magen um – so erzählt man keine Geschichten.

Der Januskopf Telegram

21. März 2022

So schnell kann es gehen. Mal wird Telegram verflucht, dann wieder als Retter gepriesen. Es ist interessant, welche wechselvolle Rolle der undurchsichtige Messengerdienst Telegram im Moment spielt.

Erinnern wir uns: In der Corona-Phase (die ja noch nicht vorbei ist), wird der Messengerdienst von Wirrköpfen, Schwurbler und Corona-Leugner genutzt, um gegen Impfungen aufzuwiegeln oder Spaziergänge zu organisieren. Der antisemitische Hetzer Attila Hildmann, die Schwurbler Xavier Naidoo oder Michael Wendler und viele andere nutzen Telegram für ihre gefährlichen Botschaften. Zudem wird gegen gewählte Vertreter des Rechtsstaates gehetzt, so dass über ein Verbot von Telegram in Deutschland nachgedacht wurde. Die Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) drohte den Dienst in Deutschland zu blockieren. Brasilien, nicht gerade eine Vorzeigedemokratie unter dem Populisten Jair Bolsonaro, hat es gerade vorgemacht. Mit dem brasilianischen Rechtsstaat sei der Messengerdienst Telegram nicht vereinbar und daher haben die Behörden den umstrittenen Dienst kurzerhand vom Netz genommen. Telegram weigerte sich wiederholt, Urteile und Anfragen der Polizei, der Landeswahlleitung und des Obersten Gerichtshofs zu befolgen.

Schon 2015 nutze der IS den Dienst zur Kommunikation und Rekrutierung für verwirrte Kämpfer. Auch der unmenschliche Attentäter vom Berliner Weihnachtsmarkt war 2016 in Telegram aktiv und auch beim Sturm aufs as Kapitol spielte der Dienst eine Rolle.

In Deutschland wollte man Strafanträge die Telegram-Besitzern Nikolai und Pawel Durow zustellen, scheiterte aber an einer ladungsfähigen Adresse von Pawel Durow in Dubai. Telegram weist keine Adresse im Impressum aus, was in Deutschland aber vorgeschrieben ist. Da half wohl Apple aus und verriet den bundesdeutschen Behörden eben diese Adresse.

Und die Welt ändert sich
Und dann änderte sich am 24. Februar 2022 die Welt. Putin ließ seine Truppen völkerrechtswidrig in die Ukraine einmarschieren. Und nun kommunizieren der ukrainische Präsident und seine Regierungsmitglieder nun über Telegram und koordinieren die Verteidigung des überfallenen Landes. In der Ukraine sendet Präsident Selenskyj täglich Updates in seine Gruppe, die 1,5 Millionen Menschen umfasst. Auch in Russland ist Telegram ein beliebter Dienst, um nichtstaatliche Informationen zu erhalten. Terminator Arnold Schwarzenegger schickte sein gut gemachtes Video auch über Telegram als Teil seiner hybriden Kriegsführung und Aufklärung.

Rund 500 Millionen Nutzer soll Telegram inzwischen haben mit steigender Tendenz. Mit dem Dienst lassen sich per kostenlosen Abo Informationen schnell verbreiten. Zahlreiche Medienhäuser wie die New York Times oder die Washington Post veröffentlichen Berichte ihrer Journalisten aus dem Kriegsgebiet und aus den Newsrooms direkt auf dem Messengerdienst Telegram. Telegram-User sollen in dem Propaganda-Krieg journalistische Marken finden, bei denen sie sich verlässlich informieren können. Jetzt ist auch die BILD mit einem Angebot dabei, die noch vor kurzem massiv gegen Telegram gewettert hat.

So schnell ändern sich die Zeiten. Ich weiß nicht, ob die Bundesregierung ihre Ladungen bereits nach Dubai zugestellt hat. Im Moment ist Ruhe angesagt, wenn es um Telegram als antidemokratischen und intransparenten Dienst geht.

Ukraine-Krieg: Mein Dilemma mit Kaspersky

17. März 2022

„Ich hab ein ganz mieses Gefühl“, so heißt der running Gag bei Star Wars, der in jeden Film einmal auftaucht. Aber nun mal ernsthaft. Mit Sorge und Überraschung vernahm ich die Warnung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik vor den Antivirenprodukten des russischen Herstellers Kaspersky. Ich selbst setzte bei meinen Kunden und empfahl in meinen Seminaren die Produkte von Kaspersky, Bitdefender und F-Secure.

Es hat vor allem technische Gründe. Ich habe mich dabei immer auf die Test von AV-Test verlassen, da ich unter anderem dort Leute kenne und weiß, dass sie ihr Handwerk verstehen. Nach früherer Tätigkeit und Erfahrungen bei dem wichtigsten deutschen Windows-Testmagazin der PC Professionell PCpro ist für mich AV-Test ein seriöses Testzentrum in Sachen Antiviren-Software. Ich greife gerne auf die Studien von Kaspersky zurück, zuletzt beim Safer Internet Day.

Nun riet das BSI vor kurzem, dass die Kaspersky durch andere Produkte anderer Hersteller ersetzt werden sollten. Auch der Fußballverein Eintracht Frankfurt beendete mit sofortiger Wirkung den Sponsoringvertrag mit dem russischen Softwareunternehmen Kaspersky. Als Grund nannten die Hessen die Warnung des BSI. So ein Aufruf kann den wirtschaftlichen Ruin eines privatwirtschaftlichen Unternehmens bedeuten.

Beim BSI heißt es in der Stellungnahme: „Das Vorgehen militärischer und/oder nachrichtendienstlicher Kräfte in Russland sowie die im Zuge des aktuellen kriegerischen Konflikts von russischer Seite ausgesprochenen Drohungen gegen die EU, die NATO und die Bundesrepublik Deutschland sind mit einem erheblichen Risiko eines erfolgreichen IT-Angriffs verbunden. Ein russischer IT-Hersteller kann selbst offensive Operationen durchführen, gegen seinen Willen gezwungen werden, Zielsysteme anzugreifen, oder selbst als Opfer einer Cyber-Operation ohne seine Kenntnis ausspioniert oder als Werkzeug für Angriffe gegen seine eigenen Kunden missbraucht werden.“ Also kurz und überspitzt gesagt, auch wenn Kaspersky keine böse Absicht hat, könnte das Unternehmen von russischen Regierung/Geheimdienst/Putin himeself gezwungen werden, gegen den Westen vorzugehen. „Betreiber Kritischer Infrastrukturen sind in besonderem Maße gefährdet“, so das BSI. Ich könnte jetzt argumentieren, dass bei US-Firmen die NSA eine Backdoor hat oder bei TikTok die Kommunistische Partei das Sagen hat (darum weigere ich mich, diesen Dienst zu nutzen), aber das wäre eine klassische Whataboutism-Diskussion, die unseriös ist.

Vorgefallen ist noch nichts, aber das BSI sprach aufgrund des Angriffskrieges Putin diese Warnung aus.
Hören wir einmal die andere Seite, um uns ein Bild zu machen. Audiatur et altera pars hab ich in meiner Journalismusausbildung gehört.

Und das sagt Kaspersky
Über die deutsche PR-Agentur verbreitete Kaspersky eine Stellungnahme in der es heißt: „Wir sind der Meinung, dass diese Entscheidung nicht auf einer technischen Bewertung der Kaspersky-Produkte beruht – für die wir uns beim BSI und in ganz Europa immer wieder eingesetzt haben –, sondern dass sie aus politischen Gründen getroffen wurde. Wir werden unsere Partner und Kunden weiterhin von der Qualität und Integrität unserer Produkte überzeugen und mit dem BSI zusammenarbeiten, um die Entscheidung zu klären und die Bedenken des BSI und anderer Regulierungsbehörden auszuräumen.“ Im Grunde ist die Aussage, dass BSI handle aus politischen und nicht aus technischen Gründen.

Kaspersky ist ein privates russisches Unternehmen, das weltweit agiert. In Ingolstadt ist die deutsche Niederlassung, den deutschen Chef Marco Preuss habe ich mehrmals interviewt und einen kompetenten Eindruck bekommen. die Rechenzentren zur Virenerfassung stehen in Zürich und wurden mehrfach zertifiziert.

Und das sagte der Chef selbst
Eugene Kaspersky selbst lebt in der Regel in Moskau, ist Unternehmer und hat eine schillernde Biografie. Eugene Kaspersky hatte als Jugendlicher die technische Fakultät einer KGB-Schule besucht, seine erste Frau lernte er in einem Feriencamp des Geheimdienstes kennen. Naja, muss alles nichts heißen. Ich habe auf einer der alten CeBit-Partys nur seine Frau einstmals gesprochen, ihn selbst kenne ich nur über Videoschaltungen von IT-Sicherheitsmessen.

In einem offenen Brief hat er nun Stellung genommen: „Ohne auf Details einzugehen kann ich sagen, dass diese Behauptungen reine Spekulationen sind, die durch keine objektiven Beweise oder technischen Details gestützt werden. Der Grund dafür ist einfach. In der fünfundzwanzigjährigen Geschichte Kasperskys gab es nie einen Beweis für einen Missbrauch unserer Software zu schädlichen Zwecken. Und das trotz unzähliger Versuche, einen Beweis dafür zu finden. Ohne Beweise kann ich nur zu dem Schluss kommen, dass die Entscheidung des BSI allein aus politischen Gründen getroffen wurde.“ Der ganze Brief auf Deutsch ist hier abgedruckt.

Und nun?
Zurück bleibe ich in Ratlosigkeit. Meine Kunden und Seminarteilnehmer rufen bei mir an und fragen nach, was ich ihnen raten soll. Ich gebe ihnen beide Stellungnahmen und drücke mich im Grunde vor einer klaren Entscheidung und dieses Dilemma gefällt mir absolut nicht. Einfacher wäre es, wenn man Kaspersky technische Mängel vorwerfen kann.

Ich will aber nicht vor den Karren Putins gespannt werden. Im Lokalen sehe ich ein Misstrauen in der deutschen Bevölkerung gegenüber russischsprachigen Menschen oder deutschsprachige Russen. Ich höre von Mobbing und Anfeindungen. Hier wird ein Keil in unsere Gesellschaft getrieben. Es muss klar sein: Nicht das russische Volk führt Krieg gegen uns, sondern der aggressive Diktator Putin und seine gewissenlosen Schergen.

Im Falle Kaspersky bezeichnet der Unternehmer Eugene Kaspersky den Ukraine-Krieg als das was er ist, nämlich als Krieg und wird es wohl nach russischer Gesetzgebung auch mit dem Staat zu tun bekommen. Oder ist alles ein großes Manöver der Desinformation und hybriden Kriegsführung? Ich weiß es nicht. Ich bin ratlos und werde die Geschichte genau beobachten.
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