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Ukraine-Krieg: Mein Dilemma mit Kaspersky

17. März 2022

„Ich hab ein ganz mieses Gefühl“, so heißt der running Gag bei Star Wars, der in jeden Film einmal auftaucht. Aber nun mal ernsthaft. Mit Sorge und Überraschung vernahm ich die Warnung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik vor den Antivirenprodukten des russischen Herstellers Kaspersky. Ich selbst setzte bei meinen Kunden und empfahl in meinen Seminaren die Produkte von Kaspersky, Bitdefender und F-Secure.

Es hat vor allem technische Gründe. Ich habe mich dabei immer auf die Test von AV-Test verlassen, da ich unter anderem dort Leute kenne und weiß, dass sie ihr Handwerk verstehen. Nach früherer Tätigkeit und Erfahrungen bei dem wichtigsten deutschen Windows-Testmagazin der PC Professionell PCpro ist für mich AV-Test ein seriöses Testzentrum in Sachen Antiviren-Software. Ich greife gerne auf die Studien von Kaspersky zurück, zuletzt beim Safer Internet Day.

Nun riet das BSI vor kurzem, dass die Kaspersky durch andere Produkte anderer Hersteller ersetzt werden sollten. Auch der Fußballverein Eintracht Frankfurt beendete mit sofortiger Wirkung den Sponsoringvertrag mit dem russischen Softwareunternehmen Kaspersky. Als Grund nannten die Hessen die Warnung des BSI. So ein Aufruf kann den wirtschaftlichen Ruin eines privatwirtschaftlichen Unternehmens bedeuten.

Beim BSI heißt es in der Stellungnahme: „Das Vorgehen militärischer und/oder nachrichtendienstlicher Kräfte in Russland sowie die im Zuge des aktuellen kriegerischen Konflikts von russischer Seite ausgesprochenen Drohungen gegen die EU, die NATO und die Bundesrepublik Deutschland sind mit einem erheblichen Risiko eines erfolgreichen IT-Angriffs verbunden. Ein russischer IT-Hersteller kann selbst offensive Operationen durchführen, gegen seinen Willen gezwungen werden, Zielsysteme anzugreifen, oder selbst als Opfer einer Cyber-Operation ohne seine Kenntnis ausspioniert oder als Werkzeug für Angriffe gegen seine eigenen Kunden missbraucht werden.“ Also kurz und überspitzt gesagt, auch wenn Kaspersky keine böse Absicht hat, könnte das Unternehmen von russischen Regierung/Geheimdienst/Putin himeself gezwungen werden, gegen den Westen vorzugehen. „Betreiber Kritischer Infrastrukturen sind in besonderem Maße gefährdet“, so das BSI. Ich könnte jetzt argumentieren, dass bei US-Firmen die NSA eine Backdoor hat oder bei TikTok die Kommunistische Partei das Sagen hat (darum weigere ich mich, diesen Dienst zu nutzen), aber das wäre eine klassische Whataboutism-Diskussion, die unseriös ist.

Vorgefallen ist noch nichts, aber das BSI sprach aufgrund des Angriffskrieges Putin diese Warnung aus.
Hören wir einmal die andere Seite, um uns ein Bild zu machen. Audiatur et altera pars hab ich in meiner Journalismusausbildung gehört.

Und das sagt Kaspersky
Über die deutsche PR-Agentur verbreitete Kaspersky eine Stellungnahme in der es heißt: „Wir sind der Meinung, dass diese Entscheidung nicht auf einer technischen Bewertung der Kaspersky-Produkte beruht – für die wir uns beim BSI und in ganz Europa immer wieder eingesetzt haben –, sondern dass sie aus politischen Gründen getroffen wurde. Wir werden unsere Partner und Kunden weiterhin von der Qualität und Integrität unserer Produkte überzeugen und mit dem BSI zusammenarbeiten, um die Entscheidung zu klären und die Bedenken des BSI und anderer Regulierungsbehörden auszuräumen.“ Im Grunde ist die Aussage, dass BSI handle aus politischen und nicht aus technischen Gründen.

Kaspersky ist ein privates russisches Unternehmen, das weltweit agiert. In Ingolstadt ist die deutsche Niederlassung, den deutschen Chef Marco Preuss habe ich mehrmals interviewt und einen kompetenten Eindruck bekommen. die Rechenzentren zur Virenerfassung stehen in Zürich und wurden mehrfach zertifiziert.

Und das sagte der Chef selbst
Eugene Kaspersky selbst lebt in der Regel in Moskau, ist Unternehmer und hat eine schillernde Biografie. Eugene Kaspersky hatte als Jugendlicher die technische Fakultät einer KGB-Schule besucht, seine erste Frau lernte er in einem Feriencamp des Geheimdienstes kennen. Naja, muss alles nichts heißen. Ich habe auf einer der alten CeBit-Partys nur seine Frau einstmals gesprochen, ihn selbst kenne ich nur über Videoschaltungen von IT-Sicherheitsmessen.

In einem offenen Brief hat er nun Stellung genommen: „Ohne auf Details einzugehen kann ich sagen, dass diese Behauptungen reine Spekulationen sind, die durch keine objektiven Beweise oder technischen Details gestützt werden. Der Grund dafür ist einfach. In der fünfundzwanzigjährigen Geschichte Kasperskys gab es nie einen Beweis für einen Missbrauch unserer Software zu schädlichen Zwecken. Und das trotz unzähliger Versuche, einen Beweis dafür zu finden. Ohne Beweise kann ich nur zu dem Schluss kommen, dass die Entscheidung des BSI allein aus politischen Gründen getroffen wurde.“ Der ganze Brief auf Deutsch ist hier abgedruckt.

Und nun?
Zurück bleibe ich in Ratlosigkeit. Meine Kunden und Seminarteilnehmer rufen bei mir an und fragen nach, was ich ihnen raten soll. Ich gebe ihnen beide Stellungnahmen und drücke mich im Grunde vor einer klaren Entscheidung und dieses Dilemma gefällt mir absolut nicht. Einfacher wäre es, wenn man Kaspersky technische Mängel vorwerfen kann.

Ich will aber nicht vor den Karren Putins gespannt werden. Im Lokalen sehe ich ein Misstrauen in der deutschen Bevölkerung gegenüber russischsprachigen Menschen oder deutschsprachige Russen. Ich höre von Mobbing und Anfeindungen. Hier wird ein Keil in unsere Gesellschaft getrieben. Es muss klar sein: Nicht das russische Volk führt Krieg gegen uns, sondern der aggressive Diktator Putin und seine gewissenlosen Schergen.

Im Falle Kaspersky bezeichnet der Unternehmer Eugene Kaspersky den Ukraine-Krieg als das was er ist, nämlich als Krieg und wird es wohl nach russischer Gesetzgebung auch mit dem Staat zu tun bekommen. Oder ist alles ein großes Manöver der Desinformation und hybriden Kriegsführung? Ich weiß es nicht. Ich bin ratlos und werde die Geschichte genau beobachten.
In meinem wöchentlichen Newsletter greife ich das Thema Cyberwar seit drei Wochen auf. Hier geht zum kostenlosen Abo.

Medienkompetenz in der Familie

1. März 2022

Egal ob Schule, Job oder soziale Kontakte: die zunehmend online verbrachte Zeit bringt Herausforderungen für Verbraucher mit sich – insbesondere was IT-Sicherheit und Datenschutz anbelangt. Gerade jetzt im Ukraine-Krieg ist Medienkompetenz eine Schlüsselqualifikation.

Mediennutzung haufenweise

Für diese Medienkompetenz gibt es einen bestimmten Tag Jetzt liegt der Safer Internet Day am 8. Februar hinter uns, aber mich ist jeder Vortrag ein Safer Internet Day, denn die Herausforderungen lauern jeden Tag in den Familien.
Wie stark das Thema „Digitale Gewohnheiten“ den Alltag von Familien prägt, zeigen die Ergebnisse einer Studie aus 2021 von Kaspersky: Laut 39 Prozent der befragten Eltern in Europa erhalten Kinder das erste digitale Gerät bereits im Alter von sieben Jahren oder jünger. Sieben von zehn Kindern in Europa verbringen damit mehr als zwei Stunden pro Tag, etwa ein Fünftel sogar mehr als fünf Stunden.

Meine Online-Seminare zur Mediennutzung

Wie groß der Einfluss von Eltern auf Kinder hinsichtlich der Digitalnutzung ist, zeigt die Kaspersky-Studie: Kinder, deren Eltern beim Essen nicht auf Smartphone und Co. verzichten können, widmen sich elektronischen Geräten pro Tag 39 Minuten länger als Kinder, deren Eltern darauf verzichten. Wenn Eltern des Öfteren laute Telefonate in der Öffentlichkeit führen, ergibt das bei Kindern 53 Minuten mehr als bei Kindern, deren Eltern dies nicht tun. Während fast alle Eltern die Gerätenutzung ihres Nachwuchses regulieren möchten, bekennt dabei eine deutliche Mehrheit (61 Prozent) der Befragten im Umgang mit digitalen Geräten selbst nicht immer vorbildlich zu sein und sich an die den eigenen Kindern gesetzten Regeln auch selbst zu halten.
Da muss ich mich auch an die eigene Nase fassen. Zwar sind meine Kinder schon groß, aber ich ertappe mich selbst immer wieder mit starker Mediennutzung, erst in der Pandemie und nun als Informationsjunkie im Ukraine-Krieg.
Kaspersky hat dazu auch einen sinnvollen Beitrag zur Mediennutzung ins Netz gestellt. Die Seite nennt sich shareaware-hub und ich verweise immer wieder gerne in meinen Vorträgen auf diese Materialien.
„Angesichts steigender Online-Zeit und der hohen Relevanz von Social Media, vor allem in jüngeren Altersgruppen, möchten wir mit unserem Kaspersky #ShareAware Hub einen Ort im Netz bieten, an dem Familien sich gemeinsam und auf spielerische Weise mit dem Thema Cybersicherheit und Datenschutz auseinandersetzen können. So können beispielsweise über ein Quiz Einsichten in die eigenen Digital-Gewohnheiten gewonnen werden“, so Anne Mickler, Pressesprecherin bei Kaspersky. Die Frau hat recht. Also ruhig mal einen Blick riskieren und sein eigenes Verhalten überprüfen.

Hier ein paar Tipps
Folgende Empfehlungen der Sicherheits-Experten von Kaspersky können erste Anhaltspunkte für Eltern sein, um für sich selbst und ihre Kinder eine effektivere Online-Sicherheit und einen höheren Datenschutz zu erreichen. Zudem gebe ich in meinem wöchentlichen Newsletter Hinweise.
. Nachwuchs von Beginn an begleiten: Je früher Kinder online gehen, desto stärker müssen sie dabei von ihren Eltern begleitet werden. So lässt sich am besten rechtzeitig und beispielhaft erklären, wo im Internet überall Gefahren lauern, und warum man bestimmte Dinge wie persönliche Daten besser nicht preisgibt.
. Soziale Medien mit Augenmaß nutzen: Für Eltern wie Kinder gilt die goldene Regel „Vor dem Posten Kopf einschalten“. Vor der Veröffentlichung also daran denken, wer alles Zugriff auf geteilte Information haben könnte und welcher Eindruck damit hinterlassen wird.
. Grenzen setzen: Kinder brauchen Struktur. Dazu gehört auch das Setzen altersgerechter Grenzen für den Umgang mit digitalen Geräten, zeitlich wie auch inhaltlich. Die Installation einer Kindersicherungssoftware leistet hier wertvolle Unterstützung.
. Selbst Vorbild sein: Regeln sind nur insoweit sinnvoll, wie sich alle daranhalten; das gilt auch für die erwachsenen Familienmitglieder.
. Online ist nicht das ganze Leben: Wenn Fernunterricht oder Home-Office zur Daueranstrengung werden, ist es besonders wichtig, sich Offline-Pausen zu gönnen – ab Besten gemeinsam mit der Familie und mit Bewegung an der frischen Luft. Das macht den Kopf frei und sorgt für Entspannung.

Online-Dating birgt Risiken – Medienkompetenz zum Valentinstag

14. Februar 2022

Am heutigen Valentinstag möchte ich auf ein Problem mit Dating-Plattformen hinweisen. Dazu plane ich im April auch ein Seminar mit der Verbraucherzentrale Bayern, um die Medienkompetenz zu stärken.
Auch Kaspersky weist in einer Mitteilung auf die Datensammelwut der Plattformen hin. Dabei werden viele persönliche Daten in den Dating-Profilen veröffentlicht, die unter anderem für Doxing – das Sammeln und widerrechtliche Offenlegen personenbezogener Daten Dritter im Internet – missbraucht werden können.

Foto: Kaspersky

Kaspersky liefert dazu interessante und erschreckende Zahlen. Laut Analysen waren bereits viele Online-Dating-Nutzer von Cyberbedrohungen betroffen: Jeder sechste Dating-App-Nutzer (16 Prozent) war bereits von Doxing betroffen. 15 Prozent fielen bereits einem Scam zum Opfer und insgesamt 31 Prozent wurden von Scammern über Dating-Apps kontaktiert. Jeder Fünfte (21 Prozent) hat bereits einen schädlichen Link oder Anhang per Dating-App erhalten. Bei acht Prozent der Nutzer wurden intime Fotos online geleakt.

Vor dem heutigen Valentinstag meldet Kaspersky zudem verstärkte Betrugsaktivitäten und empfiehlt Nutzern von Online-Dating-Apps und -Websites, ihre Daten und ihre digitale Privatsphäre zu schützen. Zudem warnt das Unternehmen vor Nachahmungen beliebter Dating-Apps, um die persönlichen Daten der Opfer zu sammeln.

Foto: Kaspersky

E-Mails von Cyberkriminellen, in denen diese vorgeben, Frauen zu sein, die nach einem Partner suchen. Das Schema umfasst E-Mails mit einem Link zu einer Phishing-Seite, die das Profil einer Dating-Website nachahmt und die Person auffordert, ein Formular mit ihren persönlichen Präferenzen für einen zukünftigen Partner auszufüllen. Zuletzt wird der Nutzer aufgefordert, seine Bankdaten hinzuzufügen. Tut dies das Opfer, erleidet es einen Daten- wie auch finanziellen Verlust.

Die Kaspersky-Tipps für sicheres Online-Dating gebe ich gerne weiter und werde sie auch in meinem Seminar mit der Verbraucherzentrale erläutern.
Das Instagram-Konto (oder andere Social-Media-Konten) nicht mit dem Dating-App-Profil verknüpfen, um nicht zu viele potenziell nutzbare Informationen über sich selbst preiszugeben. Selbst wenn auf Instagram bereits Einstellungen für Datenschutz und Sicherheit vorgenommen wurden, besteht ein Risiko in der Verknüpfung.
Niemals Telefonnummern oder andere Messaging-App-Handles weitergeben. Die Kommunikation sollte nur innerhalb der Dating-Apps erfolgen, bis eine Vertrauensbasis mit dem Gegenüber entstanden ist. Beim Wechsel zu einer anderen Messaging-App sollte diese ebenfalls so eingerichtet sein, dass alle privaten Daten geschützt sind.
Aufmerksam sein, wenn der Chatpartner dazu auffordert, eine App auf dem Telefon zu installieren, eine bestimmte Website zu besuchen oder anfängt, verdächtige oder ungewöhnliche Fragen zu stellen, beispielsweise zum Lieblingslehrer oder dem ersten Haustier – das sind häufige Fragen zur Website-Sicherheit. Cyberkriminelle nutzen diese Informationen für Phishing, um Geld oder Identitäten zu stehlen.
Auf Dating-Apps können auch Bots vertreten sein, bei denen es sich nicht um reale Personen handelt. Diese können versuchen, Nutzer dazu zu verleiten, Geld oder Daten preiszugeben. Wenn Nutzer also ein komisches Bauchgefühl bei einem Chat beschleicht und die Antworten des Gegenübers nicht ganz mit den eigentlich gestellten Fragen übereinstimmen, kann davon ausgegangen werden, dass es sich um einen Bot handelt.
Einstellungen in der App so ändern, dass das eigene Profil nur den Personen angezeigt wird, mit denen man gematcht hat. So erhalten nicht alle Nutzer Zugriff auf die Daten. Wird diese Ansicht auf eine begrenzte Anzahl von Personen eingeschränkt, verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass Profilinformationen in die falschen Hände geraten.

Falsches Like abgegeben: War doch gar nicht so gemeint

26. Januar 2022

Einfach mal das Hirn einschalten und nicht hinterher jammern. Das wäre die beste Like-Strategie in den Welt der Datensammelnden Sozialen Netzwerken. Dass dem nicht so ist, zeigt eine interessante Untersuchung von Kaspersky. Ergebnis: 82 Prozent der Deutschen würden gerne eine Spur im Internet aus dem Jahr 2021 dauerhaft löschen.

Digitaler Fußabdruck – auch bei Google.

Medienkompetenz bedeutet auch das Wissen um einen digitalen Fußabdruck. Medienkompetenz muss noch gestärkt werden und damit hab ich noch viel Arbeit in meinen Seminaren vor mir. Ob Internetsuche, negativer Post oder ein getaggtes Foto, tatsächlich würden 82 Prozent der in einer Kaspersky-Studie befragten Nutzer in Deutschland die eine oder andere Spur aus ihrer Internetpräsenz im Jahr 2021 dauerhaft löschen wollen.
Generell bringt die Kaspersky-Studie einige Unterschiede zwischen Altersgruppen, Geschlechtern und auch anderen europäischen Ländern ans Licht, wenn es um mögliche Reputationsschäden oder die Kontrolle des eigenen digitalen Fußabdrucks geht. Dies zeigt sich in mehreren Aspekten, die von einfachen Likes über mögliche Folgen am Arbeitsplatz bis hin zum digitalen Nachlass reichen.

Auch Postings, die wir „nur“ liken, haben gravierende Auswirkungen darauf, wie wir von anderen gesehen werden. Dies spiegelt sich auch in der Kaspersky-Studie wider. So sind sich europaweit alle Befragten einig, dass Online-Aktivitäten folgenreich sind und schon die Befürwortung bestimmter Themen kritisch gesehen werden kann.

Q in Neumarkt.

Nach Meinung der in Deutschland befragten Verbraucher sollten bestimmte Themen aufgrund negativer Auswirkungen auf zukünftige Berufsaussichten und Beziehungen eher nicht geliked werden. Achtung: Like heißt aber nicht gleich Zustimmung, sondern Reaktion. Frauen sehen mögliche Konsequenzen von Likes zu den folgenden Themen übrigens besonders kritisch. Die europaweiten Ergebnisse der Kaspersky-Studie sind verfügbar unter https://kas.pr/6zqf

Top-5 der Like-Themen mit dem meisten Konfliktpotential
. Beiträge über Tierquälerei: 56 Prozent (Frauen: 60 Prozent)
. Posts mit rassistischen Untertönen: 52 Prozent (Frauen: 56 Prozent)
. Abfällige Äußerungen über das Aussehen einer anderen Person: 49 Prozent (Frauen: 52 Prozent)
. Sexistische Beiträge: 47 Prozent (Frauen: 52 Prozent)
. Bedrohliche Kommentare einer anderen Person (z. B. gegenüber Politikern oder Prominenten): 46 Prozent (Frauen: 50 Prozent)

Top-5 der Like-Themen mit dem meisten Konfliktpotential
. Beiträge über Tierquälerei: 56 Prozent (Frauen: 60 Prozent)
. Posts mit rassistischen Untertönen: 52 Prozent (Frauen: 56 Prozent)
. Abfällige Äußerungen über das Aussehen einer anderen Person: 49 Prozent (Frauen: 52 Prozent)
. Sexistische Beiträge: 47 Prozent (Frauen: 52 Prozent)
. Bedrohliche Kommentare einer anderen Person (z. B. gegenüber Politikern oder Prominenten): 46 Prozent (Frauen: 50 Prozent)

Und mal ganz ehrlich, wer Tierquälerei, Rassismus, Mobbing, Sexismus oder Bedrohungen gut findet und durch einen positiven Like unterstützt, dem gehört gehörig der Kopf gewachsen und er braucht nicht jammern. Da hab ich nur wenig Verständnis.

Top-5 geteilter Inhalte mit dem meisten Konfliktpotential
Aktuell haben nach Meinung der Befragten in Deutschland das Teilen folgender Aussagen im Internet besonders gravierende Folgen:
. Ablehnung der Covid-Impfkampagne: 35 Prozent (Frauen 39 Prozent)
. Abwertende Aussagen über Menschen mit Behinderung: 35 Prozent (Frauen: 40 Prozent)
. Anti-Trans-Sprache: 30 Prozent (Frauen: 35 Prozent)
. Leugnung des Klimawandels: 28 Prozent (Frauen: 31 Prozent)
. Ablehnung von Vegetarismus und Veganismus: 21 Prozent (Frauen: 22 Prozent)

„Wir können unseren Daten häufig nicht entkommen. Sie sind ein Teil von uns und bleiben es ein Leben lang. Doch oftmals gehören Informationen, die wir heute teilen, nicht mehr zu der Person, die wir morgen sein wollen“, so Christian Milde, General Manager Central Europe bei Kaspersky. „Wir müssen lernen, die Langzeitfolgen geteilter Daten und deren Auswirkungen auf unser Leben besser einzuschätzen. Vor allem sollten wir bedenken, ob und in welchem Maß wir eine veraltete digitale Identität, die nicht mehr unseren heutigen Werten entspricht, dauerhaft wieder löschen können. Also die Wandlung vom Saulus zum Paulus will uns Kaspersky damit sagen. Wie wäre es dagegen mit klaren Werten in Erziehung und Gesellschaft?

Gerne unterstütze ich Kaspersky mit der Aufklärungsarbeit, denn sie ist äußerst notwendig. In meinem wöchentlichen Newsletter ist Medienkompetenz ein großes Thema.
„Jeder Mensch verfügt heute über ein digitales Ich im Internet. Es offenbart meine Interessen und Vorlieben und kann über meine Kreditwürdigkeit und Datensicherheit entscheiden. Hier besteht Nachholbedarf in der Aufklärungsarbeit – nicht einmal jeder zweite befasst sich mit seinem digitalen Ich. Es geht um ein stärkeres Bewusstsein für den Wert persönlicher Daten im Netz bis hin zur sicheren Nutzung und Verwaltung von Onlinekonten. Diese Kenntnisse müssen bereits in der Schule vermittelt, aber auch älteren Menschen zugänglich gemacht werden“, ergänzt Dr. Michael Littger, Geschäftsführer des gemeinnützigen Vereins Deutschland sicher im Netz (DsiN).

Folgenreiche Social-Media-Posts

13. Januar 2022

Ein Problem in sozialer Kommunikation über das Netz sind die daraus entstehenden möglichen Missverständnisse. Schon oft ist es mir selbst passiert, dass ich auf meinen privaten Accounts die eine oder andere Bemerkung losgelassen habe und damit dem Empfänger auf die Füße getreten bin.

Eine falsche Bemerkung in sozialen Netzwerken und der wilde Affe kommt hervor.

Jüngstes Beispiel: In einer Facebook-Gruppe schrieb jemand zum traurigen Tode des großartiges Schauspielers Sidney Poitier. „Das Jahr fängt aber gut an.“ Es war ein ironisch gemeinter Post, doch bei mir kam diese Ironie nicht gut an und ich polterte zurück, dass man so einen Post auch falsch verstehe könne im Hinblick auf Rassismus. Und schon kamen die Hater aus dem Busch und die Post ging ab.

Bei beruflichen Accounts bin ich vorsichtiger. Aber das sind nicht alle. Allzu flotte und flapsige Bemerkungen in Sozialen Medien können gravierende Folgen haben – auch in der Arbeitswelt. So das Ergebnis einer weltweiten Kaspersky-Studie, die es hier zum kostenlosen Download gibt. Demnach hatten bereits vier Prozent der in Deutschland befragten Nutzer erhebliche Probleme am Arbeitsplatz in Folge eines Posts – bis hin zum Verlust der Stelle. Zehn Prozent haben sich zudem deswegen mit einer nahestehenden Person zerstritten, 14 Prozent ihre emotionalen Statements später bereut; bei den 18- bis 34-Jährigen sind es sogar 21 Prozent. Acht Prozent hätten die Wortwahl ihrer Posts im Nachhinein geändert. Zudem sagen 11 Prozent, sie hätten lieber auf den Rückgang des eigenen Alkoholpegels warten sollen. Damit Soziale Medien nicht zur sozialen Falle werden, hat Kaspersky in einem #ShareAware Hub praktische Tipps und Hinweise für die Social-Media-Community zusammengestellt.

81 Prozent der in der Bundesrepublik Befragten nutzen aktuell Soziale Medien, 40 Prozent seit mindestens zehn Jahren. Trotz dieser Erfahrung passiert es vielen, dass so manches Foto oder Statement unerwünschte Konsequenzen nach sich zieht – manchmal erst Jahre später. Vorsicht und Überlegung sind also angebracht, bevor eigene Posts in den Sozialen Medien unwiderruflich für Aufsehen sorgen, zu viele persönliche Daten offenbaren oder die eigene Sicherheit gefährden, bis hin zum Identitätsdiebstahl.

Folgen beim Posten: Verbraucher verkennen Auswirkungen auf ihr berufliches Umfeld
Offenbar sind sich die in Deutschland befragten Umfrageteilnehmer der Folgen ihrer Hinterlassenschaften in Sozialen Medien besonders dann bewusst, wenn es um Freunde (48 Prozent) beziehungsweise Familie (44 Prozent) geht. Weniger im Fokus stehen aktuelle, beziehungsweise zukünftige Arbeitgeber. An sie wird bei Posts stets oder regelmäßig nur von 31 Prozent beziehungsweise 28 Prozent gedacht. Demzufolge hatten bereits vier Prozent der Befragten genau dementsprechende Probleme.

Kompromittierung persönlicher Daten bei jedem Dritten
Fast jeder Dritte (30 Prozent) der Befragten in Deutschland (49 Prozent bei den 18-bis 34-Jährigen) gab innerhalb der Kaspersky-Studie an, dass seine persönlichen Daten in den Sozialen Medien bereits kompromittiert wurden. Weitere 36 Prozent (61 Prozent bei den 18-bis 34-Jährigen) kennen jemanden in ihrem Umfeld, der oder die über Social-Media aufgrund von Datenmissbrauch bloßgestellt wurde.

Der familiäre Update-Frust – bei euch auch?

22. Juni 2021

Kommt es bei euch auch zu Streit wegen Updates? Ich hab ein morgendliches Ritual. Jeden Morgen schau ich, welches Apps am iPhone eine Aktualisierung benötigen und führe sie durch. Andere in der Familie haben die automatische Aktualisierung eingestellt und dort werden Apps im Laufe des Tages aktualisiert.

Mein tägliches Update gib mir heute.

Bei den mobilen Geräten klappt es, schwieriger wird am Mac. Ich habe auf meinen Produktionsrechner noch ein älteres MacOS laufen und Apple mahnt mich Regelmäßig zu aktualisieren – kann ich aber nicht, weil dann die eine oder andere Software nicht mehr läuft. Richtig lässig ist mein Dokumentenscanner, der sich einmal am Tag meldet, dass er aktualisiert werden möchte – nix da: Never change an running System – vor allem bei diesem Scanner.

Der ganze Update-Zirkus wird heftiger, wenn ich meine Mutter besuche. Sie hat ein iPad von mir, um mit der Familie in Corona-Zeiten in Kontakt zu bleiben. Das funktioniert prima, die alte Dame ist mit Facetime und Skype unterwegs. Allerdings verlangt das System und die Apps dann und wann ein Update und dann wieder die Passwörter. Und dann wird Muttern nervös. Meine Kinder, meine Frau und ich sind gefordert.

Hast du schon das Update eingespielt?

Das dies nicht nur meine Familie betrifft, zeigt eine Umfrage von Kaspersky. Mehr als ein Drittel (37 Prozent) der Nutzer technischer Geräte in Deutschland sagt, dass Kinder oder ältere Familienmitglieder bei der Installation von Updates Unterstützung benötigen. Die regelmäßigen Software-Aktualisierungen führen dabei jedoch auch immer wieder zu Konflikten: Mehr als ein Drittel (35 Prozent) hatte schon einmal Meinungsverschiedenheiten mit einem Familienmitglied hinsichtlich der Notwendigkeit und Häufigkeit der Durchführung von Updates.

Elektronische Geräte sind aus dem Leben aller Altersgruppen nicht mehr wegzudenken. Kinder nutzen sie vor allem für Games und mediale Inhalte, Erwachsene, um den Kontakt mit Freunden und der Familie zu halten. Die dafür genutzten Geräte sollten deshalb stets auf dem aktuellen Stand sein, damit die Leistung nicht nachlässt, etwaige Sicherheitslücken geschlossen werden und damit das gesamte IT-Sicherheitsniveau hoch bleibt.

Die Installation von Updates ist dennoch auch unter den in Deutschland Befragten alles andere als beliebt: 33 Prozent der Erwachsenen empfinden die Aktualisierungen als eine frustrierende und lästige Tätigkeit. Dennoch kümmern sich 77 Prozent der Studienteilnehmer, ob Single oder mit Familienanschluss, selbst um die Updates der im Haushalt vorhandenen Geräte. Bei 10 Prozent übernimmt diese Aufgabe der jeweilige Partner, bei 3 Prozent sind es die Kinder und 10 Prozent der Befragten sagen, dass bei ihnen jedes Familienmitglied selbstständig die Verantwortung für den aktuellen Stand der eigenen Geräte trägt.

In meinen Seminaren stelle ich eine ähnliche Problematik fest. Viele Teilnehmer scheuen sich vor dem Update. Gerade Android-Nutzer wissen nicht, wie sie ihr jeweiligen Betriebssystem aktualisieren. Und ich habe immer wieder Teilnehmer in Seminaren, die noch mit Windows 98 und dem Internet Explorer unterwegs sind. Das macht mich dann doch nervös.

Digitale Spaltung: Leute, helft euren Eltern mit ihren Technikproblemen

2. Februar 2020
Da schenkt man den Eltern Technik wie hier Kamera, muss sie aber oft selbst installieren. Da schenkt man den Eltern Technik wie hier Kamera, muss sie aber oft selbst installieren.

Ihr kennt sicher den Witz, dass zur Weihnachtszeit die Jugend nach Hause aufbrechen muss, um die IT-Geräte ihrer Eltern zu reparieren, zu kalibrieren oder zu installieren. Da grinse ich immer, aber im Grunde ist es ein echtes Problem. Fehlende Medienkompetenz führt zu einer immer größeren Spaltung der Gesellschaft. Das bemerke ich bei meinen Seminaren, an denen ein Interesse besteht, die moderne Welt der Technik erklärt zu bekommen. Jetzt im Februar haben meine Seminare wieder begonnen und ich werde mit der digitalen Spaltung immer wieder konfrontiert.
Diesem Thema hat sich auch der Antivierenhersteller Kaspersky angenommen. Wie Kaspersky im Rahmen seiner Studie „Kannst Du mal kurz … herausgefunden hat, ist dies häufiger der Fall als man glaubt, da viele ältere Familienangehörige beim Umgang mit Technik und Gadgets ohne Hilfe von Freunden oder jüngeren Verwandten zu kämpfen haben. 43 Prozent der deutschen Eltern von Kindern über 16 Jahre bezeichnen sich als technologische Einsteiger, sagt die Studie.

Technik, wie hier in einer Apple Abteilung in Riga, wird von Jüngeren gekauft. Technik, wie hier in einer Apple Abteilung in Riga, wird von Jüngeren gekauft.

Und wie ist es bei mir? Ich bin jetzt Anfang 50 und ich muss mich an meine eigene Nase fassen. Gerne würde ich manches Mal das Bedienen von Hardware an meine Kinder übergeben. Aber das ist falsch. Ich muss es selbst machen, um die Anschluss zu behalten. Ich ertappte mich, dass ich zu faul war, Netflix, Apple TV, Amazon Prime Video und mehrere Konsolen und Player an einem Receiver zu installieren. Und jetzt bin ich mit Anfang 50 nicht ganz so alt.
Besonders ärgerlich ist es dann, wenn teure Technikgeschenke ungenutzt in Hinterzimmern verschwinden, weil ältere Familienmitglieder nicht in der Lage sind, diese einzurichten und zu nutzen. Bei meinem Vater war es beispielsweise ein Navi und der Amazon Kindle. Und immer wieder das Handy – und wir sprechen nicht einmal vom Smartphone. Mein Papa hat Schwierigkeiten mit der Menüführung und wenn etwas nicht so abläuft, wie es sollte, scheint er überfordert (oder er ist einfach bequem – ich weiß es nicht).

Amazon Echo wurde sicher viel verschenkt zum Fest, installiert hat es aber oftmals die Jugend. Amazon Echo wurde sicher viel verschenkt zum Fest, installiert hat es aber oftmals die Jugend.

Ich kenne aber auch das Gegenteil. Ein älteres Ehepaar mit denen meine Frau und ich sehr gut befreundet sind – die beiden Herrschaften sind fit, weil sie sich interessieren. Sie haben MacBooks, iPhones, Appe Watch und sie gehen sehr gut damit um. Das freut mich sehr, dass es auch so geht. Wenn das Interesse stimmt, klappt es auch mit der Technik.
Bei deutschen Eltern von Kindern über 16 Jahre bezeichneten sich sogar 43 Prozent als technologische Einsteiger, so die Kaspersky-Studie. Davon gab fast ein Drittel (29 Prozent) zu, ohne die Unterstützung ihrer älteren Kinder mit den technischen Herausforderungen des Alltags überfordert zu sein – 16 Prozent der selbsternannten Tech-Novizen mit Kindern über 11 Jahre gestanden sogar, in der Vergangenheit bereits mehr als einen Monat für die Einrichtung eines technischen Geschenks benötigt zu haben. Freunde, dass ist absolut gefährlich und so bekommen wir nicht den Anschluss und die digitale Spaltung wird immer größer.
Wie sind denn eure Erfahrungen?

Technische Fähigkeiten und Medienkompetenz vermitteln

9. Juli 2019

Mein Vater ist inzwischen ein älterer Herr. Im Grunde war er Zeit seines langen bisherigen Lebens an Neuerungen interessiert, doch beim Thema Technik und Medien passierte in den vergangenen Jahren etwas interessantes: Er wird unsicher und fragt immer wieder nach – und zwar immer die gleichen Fragen.
Nun, ich wurde in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts sozialisiert. Meine Eltern machten mich mit Technik und Medien vertraut. Ich lernte den Umgang mit dem Radio, Kassettenrekorder, Schallplattenspieler – wir hatten sogar ein Tonbandgerät. Als der Videorekorder bei uns einzog, änderte sich etwas: Meine Eltern konnten das Ding nie komplett bedienen. Wenn eine Sendung in zwei Wochen zu programmieren war, da musste ich als Jugendlicher ran. Und als später dann der Computer sich bei uns etablierte, musste ich meinen Eltern den Computer erklären. Schön war, dass meine Eltern sich gegen die Veränderungen der Welt nicht gesträubt haben, sondern mich immer unterstützten.
Aber jetzt habe ich das Gefühl, dass meine Eltern immer wieder die gleichen Fragen stellen. Es gibt ja den Witz in Twitter, dass Weihnachten die Kinder zu ihren Eltern aufbrechen, um deren IT-Probleme zu lösen. Aber trifft oftmals zu. Bei meinen Vater ist es in erster Linie das Mobiltelefon, das meinen alten Herrn vor Probleme stellt.
Ich kenne das, denn ich schule ja mehrmals die Woche Interessierte in Sachen Medienkompetenz. Und so bekam ich eine Mitteilung von Kaspersky auf den Tisch, die mein Interesse weckte.
Aufforderungen älterer Familienangehöriger wie „Kannst Du mal kurz das Internet reparieren“ oder „Kannst Du mir mal kurz mein Online-Banking sichern“ kennt fast jeder zwischen Mitte 20 und Ende 40 in unterschiedlicher Intensität. Eine Kaspersky-Studie liefert jetzt empirische Zahlen zum aktuellen Zustand cyberfamiliärer IT-Unterstützung. Fazit: Fast ein Drittel (32 Prozent) der über 55-Jährigen deutschen Nutzer haben ohne Support ihrer Kinder mit den technologischen Herausforderungen des Alltags zu kämpfen.
Fast die Hälfte (46 Prozent) gibt sogar an, über nahezu keine Kenntnisse diesbezüglich zu besitzen. Da liegt es nahe nach Hilfe in der eigenen Familie zu suchen. So gaben innerhalb der Befragung auch 68 Prozent der deutschen Millenials zwischen 25 und 34 Jahren und 69 Prozent der 35- bis 44-Jährigen an, häufig um IT-Support gebeten zu werden. Das ist ein Problemm, denn unsere Gesellschaft spaltet sich damit massiv in digitale und analoge Mitglieder.

Bei der älteren Generation (55+) besteht hinsichtlich der Nutzung technischer Innovationen offensichtlich eine merkliche Diskrepanz zwischen Theorie und praktischer Umsetzung. Zum einen empfinden 28 Prozent der Befragten neue Technologien als Bereicherung und 20 Prozent als Befreiung innerhalb der eigenen Lebenswelt, gleichzeitig fürchten ältere Anwender jedoch, aus fehlender Fachkenntnis – 46 Prozent gaben dies zu Protokoll – technologisch abgehängt zu werden. Hier steuere ich mit Vorträgen zur Medienkompetenz gegen.

Deshalb telefoniert 32 Prozent der Altersgruppe 55+ regelmäßig mit den Kindern oder anderen jüngeren Familienmitgliedern, um aus der Ferne Hilfe in Fragen der IT zu erhalten. Bei 14 Prozent steht diese Form der Unterstützung sogar höher im Kurs als die reine Anwesenheit des eigenen Nachwuchses. Das geht soweit, dass 14 Prozent jüngere Familienmitglieder bereits mit Kleinigkeiten wie Kinderaufsicht bestochen haben, um deren Hilfe in Anspruch nehmen zu können.

„Den Ergebnissen der Kaspersky-Studie zufolge empfinden Menschen über 50 den technologischen Fortschritt zwar häufig als überwältigend, fürchten sich aber gleichzeitig davor, durch neue Technologien getäuscht, bloßgestellt oder ins Visier genommen zu werden. Ein Plus an Wissen und Fähigkeiten nimmt ihnen diese existentiellen Ängste und hilft ihnen dabei, den Bill Gates in ihnen zu wecken“, sagt Kathleen Saxton, Gründerin von Psyched Global und Psychotherapeutin. Für mich ist es ein Mangel an Medienkompetenz. Die Schere geht brutal auseinander und das darf nicht sein.

Das „Kannst Du mal…“-Szenario aus Sicht der Millenials und der Generation X

Meist sind es die sogenannten Millenials (zwischen 25 und 34 Jahre alt), die von der Generation 55+ um Hilfe gebeten werden. Doch auch die Gruppe der 35- bis 44-Jährigen wird häufig bei technischen Problemen von älteren Verwandten und Freunden in Beschlag genommen.

• 68 Prozent der Millenials und 69 Prozent der 35- bis 44-Jährigen gaben an, häufig von älteren Familienmitgliedern nach IT-Support gefragt zu werden.
• 19 Prozent der um die Jahrtausendwende geborenen und 23 Prozent der 35- bis 44-Jährigen meiden sogar Familienmitglieder, die ihrer Auffassung nach mit hoher Wahrscheinlichkeit um technische Hilfe bitten könnten.
• 20 Prozent der Millenials und 28 Prozent bei der Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen) würde sogar lieber einen Dienstleister bezahlen, als selbst Hand anlegen zu müssen.
„Die ältere Generation fühlt sich innerhalb unserer vernetzten Gesellschaft technologisch zunehmend an den Rand gedrängt, wobei die übermäßige Abhängigkeit von jüngeren Familienmitgliedern zur Lösung technischer Probleme das eigentliche Problem lediglich übertüncht“,
betont Anne Mickler, Corporate Communications Manager, DACH bei Kaspersky. „Um den oft nervigen „Kannst-Du-mal-kurz-…“-Kreislauf zu durchbrechen, sollte die technischen Fertigkeiten der über 55-Jährigen
ständig gestärkt werden.“ Kaspersky tut seinen Teil und ich versuche mit meinen Schulungen zur Medienkompetenz hier die Lücke zu schließen.

Social Media & Medienkompetenz: Fast jedes zweite Kind in Sozialen Netzwerken unterwegs

18. April 2011

Fast die Hälfte der 6- bis 13-Jährigen nutzt Soziale Netzwerke – doppelt so viele wie im Jahr 2008. Ein Drittel der Elfjährigen hat ein Webprofil. Dies geht aus einer Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest zum Mediennutzungsverhalten von Kindern (KIM 2010) hervor. Mitte des Jahres 2010 hatte Facebook die magische Grenze von 500 Millionen Nutzern geknackt. Und die Facebook-Gemeinde ist sehr aktiv: Der durchschnittliche Facebook-Nutzer hat 130 virtuelle Freunde, und mehr als 50 Prozent der Nutzer loggen sich täglich auf der Seite des Sozialen Netzwerks ein.

Kinder und Jugendliche tummeln sich wie selbstverständlich in Sozialen Netzwerken. Wie aber sollen sich besorgte Eltern verhalten, wenn es um den Umgang des Sprösslings mit dem Internet geht? In meinen Vorträgen vor Eltern und Lehrer folge ich den Rat von Kaspersky Lab. Ich rate Eltern ganz eindeutig von Internetverboten ab. Stattdessen sollten Kinder und Eltern gleichermaßen wissen, was bei Facebook und Co. passiert und bei der Nutzung beachtet werden muss. Das ist Medienkompetenz und nie war sie so wichtig, wie heute. Welche Daten kann man ohne weiteres preisgeben, wo sollte man sich bedeckt halten und was kann im Ernstfall passieren? Dazu ein paar Tipps:

Identitätsdiebstahl und Phishing

Eine große Gefahr für Nutzer Sozialer Netzwerke ist der sogenannte Identitätsdiebstahl. Denn bei durchschnittlich 130 Freunden kann man als Facebook-Nutzer schon mal den Überblick zwischen den richtigen und falschen Freunden verlieren. Und nicht immer kennt man die Online-Freunde auch im wirklichen Leben. Ein großes Risiko ist das Kapern einer digitalen Identität („Identity Hijacking“). Dabei wird ein Profil des Opfers unter dessen richtigem Namen angelegt und der echte Freundeskreis unterwandert. Die Identitätsdiebe pflegen die Kontakte und drohen dann dem Opfer mit der Veröffentlichung peinlicher Bilder oder kompromittierender Kommentare.

Phishing 2.0 überschreitet den Schritt des Missbrauchs öffentlich verfügbarer Informationen noch: Den gezielten Passwortklau kennt man meist nur vom Online-Banking, doch Phishing hat längst auch Soziale Netzwerke erreicht. So gibt es Hacker, die entsprechende Webseiten detailgetreu nachbauen. Auch hier ist das Ziel, Anmeldedaten zu stehlen. Um einen Nutzer auf eine solche gefälschte Seite zu locken, verwenden Hacker zum Beispiel E-Mails, die einen Link zur gefälschten Seite enthalten. Loggt sich der ahnungslose Nutzer auf der gefälschten Webseite ein, sind Logindaten und Passwort verloren. Die so ergaunerten Daten werden auf dem Schwarzmarkt weiterverkauft.

Gegen Identitätsdiebstahl und Phishing wappnet der Einsatz einer Security-Software mit integriertem Phishingschutz, wie ihn etwa Kaspersky PURE Total Security anbietet. Ich habe es ausprobiert und mein Scanner schlägt an. Damit ist das Entern eines Kontos weitgehend ausgeschlossen. Doch auch hier gilt: Trotz Schutz-Software sollte man nicht auf dubiose Links klicken, sondern mit Vorsicht an allzu auffällige Lockangebote herangehen und diese gegebenenfalls ignorieren – auch wenn sie von Freunden kommen.

Datenschutzpannen vermeiden

Das Thema Datenschutz rund um Soziale Netzwerke ist omnipräsent. Der Grund ist, dass die Standardeinstellungen zum Nutzerdatenschutz bei den meisten Netzwerken viel zu locker gesetzt sind. Wer nicht selbst nachjustiert, gibt weitaus mehr von sich preis, als er vielleicht möchte. So könnten zum Beispiel allzu freizügige Fotos oder die Dokumentation der letzten Party ein Problem beim nächsten Einstellungsgespräch werden – auch für Jugendliche. Aber auch für Kinder stellt das wahllose Einstellen von Bildern eine Gefahr dar. In einem Versuch sammelte ein Sicherheitsexperte öffentlich zugängliche Facebook-Nutzerinformationen. Dabei scannte er Millionen Facebook-Profile und speicherte die öffentlich verfügbaren Daten. Diese Datensammlung –  immerhin rund 2,8 Gigabyte – bot er zum Download an. Zudem zeigen aktuelle Beispiele wie das US-Portal „Discover.me“, dass das Surfen im Internet immer weniger privat und stetig öffentlicher wird. Experten sprechen bereits vom „gläsernen Surfer“. Vor allem Jugendliche und Kinder sind hier oftmals zu sorglos. Es obliegt zumeist den Eltern, die entsprechenden Sicherheitseinstellungen vorzunehmen.

Um nicht ungewollt Fotos, Videos oder Kommentare für alle Nutzer sichtbar zu machen, müssen Anwender darauf achten, was sie posten. Da Anbieter Sozialer Netzwerke Einträge sehr lange speichern, sollten zum Beispiel plötzliche Gefühlsausbrüche nicht auf Facebook gepostet werden. Ansonsten gilt es zu beachten, dass Verhaltensweisen aus dem „normalen“ Leben sich leicht auf Facebook übertragen lassen und dementsprechend gleichermaßen Manieren gefragt sind. Denn Beschimpfungen oder Mobbing-Attacken sind weder im realen noch im virtuellen Leben gewünscht. Leider werden vor allem Kinder und Jugendliche immer häufiger Opfer von Cyber-Mobbing. Zudem sollte man prinzipiell bei der Angabe von Adressen und Telefonnummern eher sparsam sein – wenn nicht sogar ganz davon absehen oder was anderes abgeben. Gerät man in die Situation, terrorisiert beziehungsweise gestalkt zu werden, ist der Wechsel beispielsweise einer E-Mail-Adresse schneller und einfacher getan als der Wechsel der Telefonnummer. Von der Adresse ganz zu schweigen. Je jünger der Nachwuchs ist, desto leichter lässt sich dieser sensibilisieren. So können Eltern das Konto beim entsprechenden Sozialen Netzwerk gemeinsam mit den Kindern anlegen und dabei gleich erklären, weshalb man welche Inhalte privat hält und nach welchen Kriterien Freigaben erteilt werden sollten.

Malware  2.0

Soziale Netzwerke werden bei Cyberkriminellen zur Schadprogrammverbreitung immer beliebter. Dabei gibt es unter anderem Attacken, die es speziell auf Facebook-Nutzer abgesehen haben. So haben Kaspersky-Experten kürzlich eine gefährliche App entdeckt, die sich über den Facebook-Chat verbreitet und aus der Neugier der Nutzer Geld macht, indem sie den Versand einer bestimmten SMS provoziert. Ein weiteres bekanntes Beispiel ist der Wurm Koobface, der Facebook-Nutzer in mehreren Wellen über private Nachrichten kontaktierte und einen Link hinterließ. Klickte der Empfänger darauf, wurde der PC infiziert und konnte anschließend von Hackern ferngesteuert werden. Der infizierte Rechner wird auf die Weise Teil eines sogenannten Botnetzes und zum Beispiel für Angriffe auf andere Netzwerke oder Spamversand missbraucht. Der beste Schutz gegen Schädlinge in Sozialen Netzwerken ist – neben einem gesunden Menschenverstand – die Verwendung einer aktuellen Internet-Sicherheitslösung.

Social Media: Warnung vor gefährlichen Facebook-App

24. März 2011

Social Media ist genial, wenn man weiß, was man tut. Und leider wissen auch die bösen Buben da draußen, wie Social Media funktioniert und nutzen den Spieltrieb der User aus. Kaspersky Lab warnt vor einer gefährlichen Facebook-App, die aus der Neugier der Nutzer Geld macht, indem sie den Versand einer bestimmten SMS provoziert. Ich bekomme gerade aus Schülerkreisen viele Spielanfragen von Farmwille, Glücksnuss und Co. Da kann schnell auch etwas gefährliches dabei sein.

Was ist aktuell passiert? Durch das Klicken auf einen Link im Facebook-Chat wird auf dem Profil vieler Facebook-Nutzer eine schädliche App platziert – und das nur, weil ihr Interesse auf eine Schocknachricht gelenkt wurde.

Dieses Chat-Fenster tauchte auf in Facebook.

Dieses Chat-Fenster tauchte auf in Facebook.

Obwohl die Applikation aufgrund ihres offenbar zufällig gewählten Namens leicht als maliziös zu identifizieren ist, waren bisher erschreckend viele Nutzer von der Bedrohung betroffen. Vor allem Nutzer in der Ukraine, in Indien und in den USA haben der schädlichen App Zugriffsrechte gewährt und ihrer Verbreitung unter den eigenen Facebook-Freunden somit Tür und Tor geöffnet. Deutsche Facebook-Nutzer waren von der Attacke bisher kaum betroffen. Die Betonung liegt auf bisher.

Zugriff auf die Freunde.

Zugriff auf die Freunde.

Die Rechte erschleicht sich die Applikation, indem sie unter anderem um Zugriffserlaubnis auf Basisinformationen wie Freundschaften bittet, bevor die Schocknachricht vollständig offenbart wird – was ebenfalls Skepsis wecken sollte. Und die Nutzer, die nun nach wie vor neugierig sind, was sich hinter der schockierenden Meldung verbirgt, werden aufgefordert, an einem Quiz teilzunehmen – vermeintlich, um sich zur Spam-Vermeidung als Mensch zu verifizieren.

Schnell noch autthorisieren, um am Quiz teilzunehmen.

Schnell noch autthorisieren, um am Quiz teilzunehmen.

Die Ergebnisse des Quiz erhalten sie, sofern sie bereit sind, eine SMS an eine bestimmte – natürlich kostenpflichtige Nummer – zu versenden. Auf diese Weise erhalten die Cyberkriminellen etwa drei Euro von jedem Opfer dieser Applikation.

3 Euro kostet die SMS zur Quizteilnahme.

3 Euro kostet die SMS zur Quizteilnahme.