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Zwischen Tod und Trost: Wie Bestatter Burger aus Stein den Abschied menschlich macht durch Blog- und Social‑Media‑Aktivitäten

30. März 2026

Der „Bestatter Burger“ im fränkischen Stein ist nicht nur ein modernes Bestattungsinstitut, sondern auch eine Kommunikationsmarke. Ich habe Vater und Sohn seit Corona immer wieder mal interviewt und Luis Burger vor kurzem auf der Internationalen Handwerksmesse IHM getroffen.


Das Haus gehört zum traditionsreichen Fürther Unternehmen Bestattungen Burger, wird von Johannes Bauer geführt und hat 2016 eine Filiale in Stein eröffnet. In einem Blogeintrag erinnert Bauer daran, dass der Umbau eines früheren Tattoostudios für Gesprächsstoff in Stein sorgte und der Bürgermeister Kurt Krömer die Eröffnung „hell, freundlich und modern“ lobte. Ziel des Hauses ist es, offen über Trauer, Abschied und neue Bestattungsformen zu sprechen. Hier mein KI-Podcast dazu:

Chef‑Blog: Themenvielfalt zwischen Tradition und Innovation
Johannes Bauer führt auf der Unternehmensseite einen Chef‑Blog, der Neuigkeiten aus dem Betrieb und der Bestatterbranche bündelt. Der Blog informiert Leser über moderne Abschiedskultur, rechtliche Änderungen und Kuriositäten; Bauer lädt dazu ein, Ideen per E‑Mail einzureichen . Beispiele für Themen sind unter anderem die umweltfreundliche Bestattung: In einem Beitrag beschreibt Bauer den sogenannten „Pilzsarg“ (Living Cocoon) – ein Sarg aus einer Pilz‑Hanf‑Mischung, der biologisch gezüchtet wird. Er wächst binnen weniger Tage und zerfällt im Boden; Angehörige können bei Bestattungen Burger einen solchen Sarg bestellen, für jeden verkauften Pilzsarg pflanzt das Unternehmen einen Baum. Der Beitrag betont damit den Wunsch, ökologische Innovationen in der Bestattungsbranche bekannt zu machen.


Für mich sehr interessant ist das Thema digitales Marketing: Ein Blogartikel über das OMR‑Festival 2022 schildert, wie 70 000 Besucher in Hamburg über digitale Vermarktung diskutierten. Zwischen Größen wie Google, Adobe und Sixt vertraten Johannes und Luis Bauer Bestattungen Burger – Luis war eingeladen, vor 6 000 Menschen auf der Red Stage über den TikTok‑Erfolg des Unternehmens zu sprechen. Bauer berichtet offen, dass man von den Branchengiganten viel über Branding, YouTube‑Shorts und Instagram‑Reels lernte.
Ein weiteres Blog‑Thema ist die Eröffnung der Filiale in Stein. Bauer schildert, wie Neugier und Gerüchte in Stein entstanden waren und wie der Umbau des ehemaligen Tattoostudios schließlich ein modernes Bestattungsinstitut hervorbrachte; der Bürgermeister würdigte das Engagement und Besucher informierten sich über neue Abschiedsmöglichkeiten.
Und natürlich gibt es auch Alltagsgeschichten und Service: Weitere Beiträge behandelten Themen wie Listen der regionalen Friedhöfe, Auswirkungen der Corona‑Krise auf Bestattungen, Interviews mit Auszubildenden, die Auslieferung von Erinnerungsdiamanten aus Asche und die Vorstellung neuer Trauerhallen. Diese Beiträge zeigen die Bandbreite zwischen Serviceinformationen und unterhaltsamen Einblicken.

TikTok: Tabus brechen und jungen Menschen helfen
Das bekannteste Social‑Media‑Projekt ist der TikTok‑Kanal „Bestattungen Burger“, der seit Februar 2021 besteht. Laut Unternehmensangaben ist die Mission, die Gesellschaft über Tod, Trauer und den Berufsalltag aufzuklären. Kurze Videoclips zeigen u. a. die Versorgung Verstorbener, erklären Begriffe (z. B. Diamantbestattung) und beantworten Fragen. Die Resonanz ist enorm: Medien berichten, dass der damals 15‑jährige Luis Bauer – Sohn des Inhabers und seit Februar 2020 Teil des Teams – zusammen mit seinem Vater durch die Videos inzwischen Hunderttausende Follower erreicht hat. Im Frühjahr 2024 schrieb der Münchner Merkur, Luis habe bereits mehr als 285 000 Follower und wolle mit den Clips ein Tabu brechen.
Die TikTok‑Community stellt zahlreiche Fragen; das Unternehmen schreibt, dass die Resonanz „überwältigend“ sei und Luis teilweise kaum nachkomme. Dabei werden auch persönliche Schicksale angesprochen; in einem Beispiel berichtet der Blog von einem Mädchen, das nach einem Trauerfall suizidal war und durch den Austausch in den Kommentaren und die Videos wieder Hoffnung fand. Die Bestatter gehen regelmäßig live, meist mittwochs ab 19 Uhr, um Fragen direkt zu beantworten.

Der TikTok‑Erfolg führte zu medialer Aufmerksamkeit: Tageszeitungen porträtierten Luis und Johannes Bauer als „Bestatter‑Influencer“. Ich glaube, ich habe es auch einmal in einem Beitrag so gemacht. Zudem vertrat Luis Bestattungen Burger 2022 auf dem OMR‑Festival in Hamburg und sprach dort auf einem Panel über die Funktionsweise des TikTok‑Algorithmus.

Instagram und Facebook: Bilder aus dem Alltag
Während TikTok der Hauptkanal ist, nutzen Johannes und Luis Bauer auch Instagram und Facebook. Der Firmenblog verweist auf diese Kanäle als Teil der Mission, die Gesellschaft über den Tod aufzuklären. Im Instagram‑Account „@bestattungenburger“ werden Fotos und Reels aus dem Berufsalltag, von Schulungen oder von Aktionen wie dem Pilzsarg geteilt; laut Profilbeschreibung zählt der Account über 30 000 Follower. Facebook dient vor allem als Informationsplattform für Veranstaltungen und Presseberichte. Beide Kanäle verstärken die Reichweite der Videos und Podcast‑Reels, indem kurze Clips aus dem TikTok‑Kanal zweitverwertet werden.

YouTube und der Podcast „Um Leben und Tod“
Auf YouTube betreibt Bestattungen Burger einen Kanal mit Vlogs, Reportagen und dem Podcast „Um Leben und Tod“. Der Kanal (etwa 163 000 Abonnenten enthält Serien wie „Burger Vlog“, in denen Johannes und Luis die Arbeit hinter den Kulissen zeigen, und längere Dokus wie „Todglücklich“, den das Unternehmen auf seiner Website bewirbt .
Der Podcast „Um Leben und Tod“ startete Anfang 2025. Die Produktionsfirma EMS beschreibt, wie sie gemeinsam mit Luis und Johannes Bauer das Konzept entwickelt hat: Ziel ist ein wöchentliches Format, das den Umgang mit Tod verständlich und unterhaltsam macht. EMS produziert die Folgen im Studio in Nürnberg, übernimmt Schnitt und erstellt Social‑Media‑Reels für Instagram und TikTok. Seit dem Start verzeichnet der Podcast laut EMS über 600 000 Plays und mehr als 26 000 Spotify‑Follower. In den Episoden erzählen Johannes und Luis skurrile Geschichten aus dem Bestatteralltag, diskutieren ungewöhnliche Todesfälle und sprechen über ethische Fragen.

Team und Social‑Media‑Rollen
Die Social‑Media‑Präsenz wird im Unternehmen klar zugeordnet. Auf der Teamseite des Unternehmens wird Luis Bauer als Thanatopraktiker vorgestellt, dessen Aufgaben neben der Versorgung Verstorbener vor allem „Social Media“ und „Grafik“ umfassen. Sein Vater Johannes Bauer bezeichnet sich als „Kapitän des Schiffs“ und führt den Blog persönlich. Durch diese Aufgabenteilung verbinden sie professionelle Bestattungsarbeit mit aktiver Öffentlichkeitsarbeit.

Bedeutung für die Filiale in Stein
Die Filiale in Stein ist zwar eine von mehreren Standorten, aber sie profitiert besonders von der starken Online‑Präsenz. Durch den Blogeintrag zur Eröffnung wird der Standort als moderner, freundlicher Raum vorgestellt, der gleichzeitig traditionelle Werte achtet. Die Social‑Media‑Kanäle sorgen dafür, dass auch Menschen außerhalb von Stein die Angebote kennenlernen; über Instagram, TikTok und YouTube werden Videos aus Stein geteilt, und in Live‑Streams beantworten Johannes und Luis auch Fragen zur Stein‑Filiale. Veranstaltungen vor Ort – etwa Führungen oder Vorträge – werden auf Facebook angekündigt.

Für mich steht fest: „Bestatter Burger aus Stein“ ist ein Beispiel für erfolgreiche Kommunikation im traditionsreichen Bestattungshandwerk. Über seinen Chef‑Blog informiert Johannes Bauer über innovative Bestattungsformen, neue Standorte und gesellschaftliche Debatten. TikTok dient als Plattform, um Tabus zu brechen; der Account erreicht Hunderttausende Nutzer und zeigt, dass offene Gespräche über Tod junge Menschen ansprechen. Instagram und Facebook ergänzen die Strategie mit visuellen Eindrücken, während YouTube längere Reportagen und den Podcast „Um Leben und Tod“ bietet. Die Filiale in Stein profitiert von dieser multimedialen Präsenz: Sie wird als moderner Ort der Ruhe präsentiert und erreicht durch die digitalen Kanäle ein Publikum weit über die Stadtgrenze hinaus.
Ich habe auch mal für den Landesinnungsverband der Bestatter gearbeitet und als Pressereferent der Handwerkskammer für München und Oberbayern den Lehrfriedhof im unterfränkischen Münnerstadt medial verkauft. Aber spätestens durch den Tod der Eltern mache ich mir Gedanken über den unvermeidlichen Tod, der uns alle einholt. Ich regle meine Bestattungswünsche und da kam die Beschäftigung mit Bestattung Burger gerade recht.

Burgen, Beauty, Blitzlicht – wenn Schottlands Seele im TikTok-Filter glänzt

9. Juli 2025

Bisher habe ich nicht so viel auf diese Spezies von Mensch geachtet, aber seitdem ich in Schottland war, sind mir die TikToker massiv aufgefallen. Vielleicht liegt es an den ungewöhnlichen Ort Schottlands, dass die TikToker in Massen auftreten.

Sie sind zu zweit oder dritt unterwegs, posen an schönen Orten, um Klicks in dem chinesischen sozialen Netzwerk zu ergattern. Und an Orten wie dem Edinburgh Castle treten sie in Massen auf und agieren oftmals rücksichtslos. Damit das klar ist, die Menschen können sich in Szene setzen, posen, agieren wie sie lustig sind. Vielleicht mache ich das auch das eine oder andere Mal mit Selfies oder kleinen Clips, aber es war schon auffällig, welche Massen unterwegs waren. Klicks und Reichweite sind die Währung.

Ich beobachtete eine Gruppen junger Damen aus Asien, die als Team unterwegs waren. Eine zierliche Modell-Person vor der Kamera, ein Kameramann (oftmals waren es Männer) und eine Dame für Make-up, die zudem noch einen Scheinwerfer trug. Sie probten Szenen, hatten spontane Einfälle, agierten extravagant und – das Schlimmste: Blockierten den Tourismusbetrieb.

Ein auffälliges Phänomen an historischen Schauplätzen – insbesondere in touristisch beliebten Regionen wie Schottland – ist das Auftreten junger Frauen, die dort TikTok-Videos drehen. Diese sogenannten „TikTok-Mädchen“ nutzen die imposante Kulisse von Burgen, Schlössern oder alten Friedhöfen gezielt als Hintergrund für ihre Kurzvideos. Dabei fällt auf, dass sie nicht einfach spontan filmen, sondern häufig Szenen proben, kreative Einfälle umsetzen und sich in auffällig inszenierter Weise bewegen oder posieren. Oft tragen sie extravagante Outfits, die teils historisch inspiriert, teils modern überhöht sind, und agieren mit einer Mischung aus Selbstinszenierung, spielerischer Darbietung und theatralischer Gestik.

Die Motivation hinter diesen Videos ist vielfältig: Einerseits dient das Setting als stilistisch reizvoller Kontrast zu den modernen Inhalten oder als ästhetische Verstärkung romantisierender oder dramatischer Darstellungen. Andererseits ermöglicht die Kombination von Selbstdarstellung und historischer Kulisse eine gewisse Erzählkraft, die auf TikTok gut funktioniert. Diese Aufnahmen entstehen dabei oft nicht im Verborgenen – vielmehr ist es Teil des Konzepts, gesehen zu werden, sowohl von der digitalen Öffentlichkeit als auch von den Menschen vor Ort.

Insbesondere an touristisch stark frequentierten Orten in Schottland ist dieses Verhalten zunehmend zu beobachten. Die Nutzerinnen scheinen sich in der Atmosphäre der historischen Plätze kreativ herausgefordert und inspiriert zu fühlen. Sie verwandeln Orte wie Burgruinen, alte Treppenaufgänge oder kunstvoll gestaltete Fassaden temporär in Bühnen für persönliche Geschichten, tänzerische Darstellungen oder stilisierte Alltagsinszenierungen. Dabei wird Geschichte nicht zwingend inhaltlich thematisiert, sondern vielmehr als emotionale Kulisse genutzt – ein Hintergrund, der Dramatik, Schönheit oder Erhabenheit ausstrahlt und dem eigenen Auftritt Tiefe verleiht.

Das Phänomen steht exemplarisch für den Wandel in der Wahrnehmung und Nutzung historischer Orte in der Gegenwart: Wo früher reine Kontemplation oder klassische Fotografie dominierten, tritt heute die digitale Selbstinszenierung in Echtzeit. Historische Schauplätze werden damit zu Projektionsflächen individueller Kreativität – eine Entwicklung, die nicht ohne Widerspruch bleibt, aber zugleich Ausdruck einer veränderten Medien- und Erinnerungskultur ist.

Ich habe gemerkt, dass diese TikTok-Girls die Umgebung nerven können. Aber ob TikTok-Girls an historischen Orten als nervig empfunden werden, hängt stark von der Perspektive der Beobachtenden ab. Aus der Sicht vieler Besucher wirken sie mitunter tatsächlich störend – etwa dann, wenn sie mit auffälligen Posen, lauter Musik oder übertriebener Selbstinszenierung das Gesamtbild des Ortes dominieren. Wer einen historischen Ort wegen seiner Atmosphäre, Ruhe oder spirituellen Ausstrahlung aufsucht, kann sich durch das performative Verhalten dieser Influencer leicht irritiert oder sogar gestört fühlen. Auch wenn sie Treppen blockieren, immer wieder Szenen wiederholen oder andere daran hindern, ein Foto zu machen, entsteht schnell der Eindruck von Rücksichtslosigkeit.

Andererseits bringen diese TikTok-Nutzerinnen auch eine neue Form kultureller Aneignung und Auseinandersetzung mit historischen Orten mit sich – wenn auch oft visuell statt inhaltlich. Sie sehen die Orte nicht als stille Denkmäler, sondern als kreative Räume. In diesem Sinne können sie auch als Teil eines modernen, lebendigen Umgangs mit Geschichte verstanden werden. Wer dies erkennt, mag ihr Verhalten eher als Ausdruck jugendlicher Kreativität oder digitaler Gegenwartskultur einordnen.

Unterm Strich: nervig wirken sie dann, wenn sie den Ort für sich vereinnahmen und wenig Rücksicht auf andere nehmen. Sympathisch oder zumindest verständlich wirken sie, wenn sie sich unaufdringlich in die Umgebung einfügen und ihre Kreativität respektvoll ausleben.

Shortclips durch BILD Play

16. Mai 2023

Der Springer-Verlag ist ja im Moment wegen anderer Dinge in den Schlagzeilen. Aber zumindest entwickelt das Medienunternehmen sich weiter und bringt neue Produkte auf den Markt. Seit kurzem gibt es “BILD Play” ein Video-Feed-Format für das Smartphone.

Im Grunde es ist es eine Art TikTok von Springer. Der hochformatoptimierte Player zeigt einen Themenfeed ausgewählter BILD-Videos aus allen BILD-Ressorts, darunter viele Shortclips. BILD Play ist einfach zu bedienen: Mit einem vertikalen Swipe können sich die User einfach von Video zu Video bewegen. Ein Klick nach rechts oder links lässt die Videos vor- und zurückspulen, zudem können die Videos auch im Querformat angesehen werden. Und natürlich ist auch Werbung enthalten, denn Springer will im Digitalgeschäft Geld verdienen.

Die Inhalte müssen sich meiner Meinung nach noch entwickeln. Im Moment ist es noch ein Sammelsurium von Inhalten aus Unfälle, Promis, Sport oder auch Koch­rezepte. Ob ein Algorithmus dahinter liegt, kann ich nicht sagen. Registriert bin ich als User nicht, somit wird es schwer spezielle Inhalte speziell für mich auszuspielen.

Ich hab mir interessiert die Videos von Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) angeschaut, die durch das Springer-Gebäude mit einem BILD-Reporter spaziert und locker befragt wird. Das sieht authentisch aus und wirkt anders als die klassischen Videos von einer FDP-Pressekonferenz. Hier finde ich das Videoformat interessant und auch voyeuristisch. Und ich merke, dass ich meine Kunden auch im Smalltalk schulen muss.
Bei Springer heißt es: „BILD Play wird vom Berliner Unternehmen xymatic bereitgestellt und in Performance und Features unter Einbeziehung der Nutzererfahrungen ständig weiterentwickelt.“

Ich hab BILD Play mal in meine Bookmarks am Smartphone aufgenommen und werde das TikTok von Bild mal eine Zeit beobachten.

Social Media-Voraussagen von Pivo auf dem Prüfstand

5. Januar 2023

Jedes Jahr zu Jahresbeginn überschlagen sich die Voraussagen, wie sich die Social-Media-Landschaft verändert. Es ist en wenig wie der Blick in die Glaskugel. Ich habe mal die Ideen von Pivo übersetzt und mit meinen Erfahrungen bereichert, ob ich zustimmen kann oder nicht. Pivo ist für mich der virtuelle Kameramann, den ich nutze, wenn ich keinen realen Kameramann für meine Video zur Hand habe.

Pivo-These 1. Nano-Influencer werden ihren großen Auftritt haben
Da große Kreativbudgets der Vergangenheit angehören, berichten kleine und mittelgroße Content-Ersteller von sinkenden Sponsoring-Angeboten. Stattdessen konzentrieren sich Marken auf leichter zugängliche Influencer mit weniger Followern (sogenannte Nano-Influencer). Sie sind nicht nur billiger, sondern erreichen auch ein größeres Publikum. Das liegt an ihrer wahrgenommenen Glaubwürdigkeit: Weniger Follower bedeuten mehr Interaktion und Persönlichkeit.
Meine Meinung: Ich bin selbst ein Nano-Influencer und kann im Moment von keiner veränderten Anfrage durch Agenturen berichten. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich (noch) weigere für das chinesisches Datenfressernetzwerk TikTok zu produzieren, wohin die Jugend abwandert. Vielleicht sind meine Themen aber auch uninteressant für Markenartikler. Allerdings: In meinem Umfeld stelle ich eine verstärkte Werbetätigkeit bei Nano-Influencer fest.
Mein Fazit: Kann sein, kann aber ach nicht sein.

Pivo-These 2. Social Audio wird weiter wachsen
Nach dem Erfolg von Plattformen wie Twitters Spaces und Clubhouse werden die sozialen Netzwerke auch in Zukunft die Möglichkeiten von Social Audio ausschöpfen. Dieser Trend zu audiobasierten Inhalten wird voraussichtlich weiter zunehmen, da die Nutzer nach immersiveren und interaktiven Online-Erlebnissen suchen. Social Audio ist auch nach der Pandemie weiterhin beliebt, da die Nutzer nach intimeren digitalen Verbindungen suchen und das Metaverse weiter wächst.
Meine Meinung: Ein klares NEIN, Social Audio wird eine Nische bleiben, außer Corona oder eine andere Seuche bricht aus und wir haben wieder einen Lockdown. Ich stelle in meinen Seminaren immer wieder Social Audio vor, aber die Teilnehmer interessieren sich nicht dafür und nehmen erst recht nicht daran teil.
Mein Fazit: Social Audio wird nicht wachsen, sondern weiter zurückgehen. Ich halte die These von Pivo für falsch.

Pivo-These 3. Authentizität wird herrschen
Plattformen wie BeReal und Herausforderungen wie Instagram Candid ermutigen die Nutzer, authentischere Inhalte zu teilen. Infolgedessen bevorzugen die Verbraucher jetzt reale Erfahrungen gegenüber auffälligen Promi-Kampagnen. All dies wird wahrscheinlich zu einer verstärkten Nutzung von nutzergenerierten Inhalten (UGC) durch Vermarkter führen. Sie werden nicht mehr von steifen #sponsoredposts begeistert sein, sondern organische Kundenrezensionen und Erfahrungsberichte werden zu den wichtigsten Faktoren für den Markenerfolg.
Meine Meinung: Hier stimme ich zu, denn Authentizität war, ist und wird immer Content-King sein. Natürlich wird Hochglanz seinen Platz in Instagram behalten, aber Menschen wollen Menschen folgen und sich mit ihnen austauschen. Lackaffen oder Möchtegern-Promis werden verlieren, weil sie einfach falsch sind.
Mein Fazit: Authentizität ist kein neuer Trend, sondern wesentlicher Bestandteil für Kommunikation. Daher würde es mich freuen, wenn Pivo richtig liegt. Wahrheit kommt immer an.

Pivo-These 4. KI wird ein größerer Teil des täglichen Lebens werden
Es wird erwartet, dass KI im Jahr 2023 noch mehr zum Mainstream wird, insbesondere in Bereichen wie der Texterstellung, wo eine Software wie ChatGPT bereits ihre (leicht nervtötenden) Fähigkeiten unter Beweis gestellt hat. Dieser Trend zur Automatisierung wird sich wahrscheinlich fortsetzen, da Unternehmen versuchen, ihre Prozesse zu rationalisieren und die Effizienz zu verbessern.
Meine Meinung: Vollkommen richtig und viele Leute wissen noch immer nicht, wie weit KI schon in ihrem Leben vorhanden ist. In Seminaren höre ich immer: Wie kann man an diesem Trend nicht mitmachen? Meine Antwort: Der Zug ist längst abgefahren, Sie haben nur die Möglichkeit zu regulieren.
Mein Fazit: KI bricht über uns herein und ich gibt noch keine Regulierung. Hier ist der Gesetzgeber gefordert, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Und ich bin mit meinen Medienkompetenz-Vorträgen gefordert, Wissen unters Volk zu bringen.

Pivo-These 5. Videoinhalte werden weiterhin dominieren
Es wird erwartet, dass kurze Videoinhalte im Jahr 2023 die Vorherrschaft in den sozialen Medien übernehmen werden, wobei Plattformen wie TikTok die Führung übernehmen. Laut Data.AI verbringen die Nutzer von TikTok durchschnittlich 23,6 Stunden pro Monat mit der App und sind damit klarer Spitzenreiter, was die verbrachte Zeit angeht. Daher müssen Unternehmen und Kreative ihre Strategien anpassen, um mehr Videoinhalte einzubinden, damit sie relevant bleiben und ihr Publikum ansprechen.
Meine Meinung: Vollkommen richtig. Nachdem Videotelefonate zugenommen haben, wird auch der Konsum von mobilen Videos weiter zunehmen. Instagram ist schon lange keine Fotoplattform mehr, YouTube führte Shorts ein und auch ich habe den Trend aufgenommen und in neue Ausrüstung investiert.
Mein Fazit: Bewegtbild wird weiter zunehmen und ich möchte auch 2023 einen neuen Videopodcast an den Start bringen. Und weil die Voraussagen von Pivo stammten, benutze ich auch weiterhin den Pivo Kameramann, versprochen.

Und jetzt bin ich interessiert, was Sie über die Trends 2023 denken?

Meine Workshops für Flüchtlingskinder

7. September 2022

Eine besondere Herausforderung galt es für mich zu bestehen. Ich dufte drei Medienkompetenz-Vorträge vor Flüchtlingskindern halten. Der Verein Hilfe von Mensch zu Mensch e.V.sprach mich auf Empfehlung einer ehemaligen Kursteilnehmerin an (Danke Gabi), ob ich bei dem Projekt zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention (gefördert durch die Regierung Oberbayern) mitmachen würde. Ja mache ich, weil es ein wichtiges Thema für unsere Gesellschaft ist.

Der Verein macht sehr viel, wie zum Beispiel das Projekt ZUSAMMEN STARK. Hier werden junge Menschen mit und ohne Flucht- und Migrationsgeschichte zusammengebracht. In den Workshops können sich Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 27 Jahre begegnen, gemeinsam Neues erschaffen und sich dabei vorurteilsfrei kennenlernen. An meinem Medienkompetenz-Workshops nahmen drei Flüchtlingskinder teil, die mit ihren Eltern in einer Unterkunft in Bad Tölz leben.

Meine Seminarteilnehmer
Ich war sehr überrascht, wie gut die Kinder zwischen 9 und 13 Jahren Deutsch sprechen können. Und dennoch war es für mich eine gewisse pädagogische und didaktische Herausforderung, kompliziertes Fachwissen in einfachen Worten zu vermitteln, ohne dass der Inhalt auf der Strecke bleibt. Meine zahlreichen Vorträge in Grundschulen haben mir geholfen die Themen Social Media, Games und FakesNews zielgruppengerecht zu strukturieren und an die Zielgruppe zu bringen. Den Kindern hat es gefallen, sonst wären sie nicht freiwillig wiedergekommen. Abwechslung, Pausen, Medienwechsel – alles musste eingeplant werden.

Die Workshops dauerten in der Regel vier Stunden. Ich rückte mit Kabeltrommel, Beamer und Laptop im Jugend- und Bürgerhaus Lettenholz in Bad Tölz an.

Wichtig für mich war aber auch das gegenseitige Kennenlernen. Die Kinder kamen aus Afghanistan und Nigeria und hatten auf ihrer Flucht mit ihren Eltern viel erlebt. Das junge Mädchen aus Afghanistan berichtete von den Zuständen in ihrer Heimat, von den Taliban und von ihrer Flucht über die Türkei, Griechenland, Italien und Deutschland. Zufall: In Deutschland war sie bevor ihre Familie nach Bad Tölz in Oberbayern kam, bei mir um die Ecke im Auffanglager in Fürstenfeldbruck einquartiert. Dieser Zufall war dann gleich Gesprächsthema und schuf Vertrauen. Bewundernswert: Die junge Muslimin lernte auf ihrer Flucht die türkische und italienische Sprache und kann sich wunderbar in diesen Sprachen ausdrücken. Die sozialen Medien nutzt sie meist auf türkisch. Deutsch lernte sie und ihre Familie schnell in der Bundesrepublik, so dass ihre ältere Schwester eine Ausbildung als Zahnarzthelferin antreten konnte.

Auch interessant: Das Smartphone ist das Hauptkommunikations- und -Informationsmittel. Festnetztelefonie ist unbekannt und Zeitungen werden nicht gelesen. Der Unterschied zwischen seriösen Tageszeitungen, Anzeigenblättern und Boulevardzeitungen ist nicht bekannt, weil der kulturelle Hintergrund ein ganz anderer ist. Informationen werden über Messenger und soziale Netzwerke getauscht mit der Gefahr in die Falle von FakeNews zu gehen. TikTok ist das wichtigste Medium meiner Seminarteilnehmer.

Wie wichtig das gemeinsame Praxis ist, zeigte sich bei den praktischen Übungen und beim Gaming. Kindern lernen hervorragend beim Spielen. Wir spielten Geschicklichkeitsspiele und lernten anhand von Story Cubes Geschichten zu erzählen.

Zusammen Stark
Im Jahr 2019 begann bei dem Verein Hilfe von Mensch zu Mensch e.V. das Projekt „Zusammen Stark“. Die Berater unterstützen neu zugewanderte, dauerhaft bleibeberechtigte Menschen mit Migrationshintergrund sowie Asylbewerber, ihren Alltag in Deutschland zu bewältigen. Das Projekt zur Stärkung von Kinderrechten richtet sich an die vom Verein betreuten Gemeinschaftsunterkünften untergebrachten Kindern und Jugendlichen. Speziell wird das Programm in den Flüchtlingsunterkünften in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Weilheim-Schongau und Miesbach angeboten. Ich war bei einem Projekt zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention (gefördert durch die Regierung Oberbayern).

Somit war ich das erste Mal im Auftrag der UN unterwegs und leistete mit meinen Vorträgen meinen persönlichen Beitrag.

Ukraine-Krieg: Mein Dilemma mit Kaspersky

17. März 2022

„Ich hab ein ganz mieses Gefühl“, so heißt der running Gag bei Star Wars, der in jeden Film einmal auftaucht. Aber nun mal ernsthaft. Mit Sorge und Überraschung vernahm ich die Warnung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik vor den Antivirenprodukten des russischen Herstellers Kaspersky. Ich selbst setzte bei meinen Kunden und empfahl in meinen Seminaren die Produkte von Kaspersky, Bitdefender und F-Secure.

Es hat vor allem technische Gründe. Ich habe mich dabei immer auf die Test von AV-Test verlassen, da ich unter anderem dort Leute kenne und weiß, dass sie ihr Handwerk verstehen. Nach früherer Tätigkeit und Erfahrungen bei dem wichtigsten deutschen Windows-Testmagazin der PC Professionell PCpro ist für mich AV-Test ein seriöses Testzentrum in Sachen Antiviren-Software. Ich greife gerne auf die Studien von Kaspersky zurück, zuletzt beim Safer Internet Day.

Nun riet das BSI vor kurzem, dass die Kaspersky durch andere Produkte anderer Hersteller ersetzt werden sollten. Auch der Fußballverein Eintracht Frankfurt beendete mit sofortiger Wirkung den Sponsoringvertrag mit dem russischen Softwareunternehmen Kaspersky. Als Grund nannten die Hessen die Warnung des BSI. So ein Aufruf kann den wirtschaftlichen Ruin eines privatwirtschaftlichen Unternehmens bedeuten.

Beim BSI heißt es in der Stellungnahme: „Das Vorgehen militärischer und/oder nachrichtendienstlicher Kräfte in Russland sowie die im Zuge des aktuellen kriegerischen Konflikts von russischer Seite ausgesprochenen Drohungen gegen die EU, die NATO und die Bundesrepublik Deutschland sind mit einem erheblichen Risiko eines erfolgreichen IT-Angriffs verbunden. Ein russischer IT-Hersteller kann selbst offensive Operationen durchführen, gegen seinen Willen gezwungen werden, Zielsysteme anzugreifen, oder selbst als Opfer einer Cyber-Operation ohne seine Kenntnis ausspioniert oder als Werkzeug für Angriffe gegen seine eigenen Kunden missbraucht werden.“ Also kurz und überspitzt gesagt, auch wenn Kaspersky keine böse Absicht hat, könnte das Unternehmen von russischen Regierung/Geheimdienst/Putin himeself gezwungen werden, gegen den Westen vorzugehen. „Betreiber Kritischer Infrastrukturen sind in besonderem Maße gefährdet“, so das BSI. Ich könnte jetzt argumentieren, dass bei US-Firmen die NSA eine Backdoor hat oder bei TikTok die Kommunistische Partei das Sagen hat (darum weigere ich mich, diesen Dienst zu nutzen), aber das wäre eine klassische Whataboutism-Diskussion, die unseriös ist.

Vorgefallen ist noch nichts, aber das BSI sprach aufgrund des Angriffskrieges Putin diese Warnung aus.
Hören wir einmal die andere Seite, um uns ein Bild zu machen. Audiatur et altera pars hab ich in meiner Journalismusausbildung gehört.

Und das sagt Kaspersky
Über die deutsche PR-Agentur verbreitete Kaspersky eine Stellungnahme in der es heißt: „Wir sind der Meinung, dass diese Entscheidung nicht auf einer technischen Bewertung der Kaspersky-Produkte beruht – für die wir uns beim BSI und in ganz Europa immer wieder eingesetzt haben –, sondern dass sie aus politischen Gründen getroffen wurde. Wir werden unsere Partner und Kunden weiterhin von der Qualität und Integrität unserer Produkte überzeugen und mit dem BSI zusammenarbeiten, um die Entscheidung zu klären und die Bedenken des BSI und anderer Regulierungsbehörden auszuräumen.“ Im Grunde ist die Aussage, dass BSI handle aus politischen und nicht aus technischen Gründen.

Kaspersky ist ein privates russisches Unternehmen, das weltweit agiert. In Ingolstadt ist die deutsche Niederlassung, den deutschen Chef Marco Preuss habe ich mehrmals interviewt und einen kompetenten Eindruck bekommen. die Rechenzentren zur Virenerfassung stehen in Zürich und wurden mehrfach zertifiziert.

Und das sagte der Chef selbst
Eugene Kaspersky selbst lebt in der Regel in Moskau, ist Unternehmer und hat eine schillernde Biografie. Eugene Kaspersky hatte als Jugendlicher die technische Fakultät einer KGB-Schule besucht, seine erste Frau lernte er in einem Feriencamp des Geheimdienstes kennen. Naja, muss alles nichts heißen. Ich habe auf einer der alten CeBit-Partys nur seine Frau einstmals gesprochen, ihn selbst kenne ich nur über Videoschaltungen von IT-Sicherheitsmessen.

In einem offenen Brief hat er nun Stellung genommen: „Ohne auf Details einzugehen kann ich sagen, dass diese Behauptungen reine Spekulationen sind, die durch keine objektiven Beweise oder technischen Details gestützt werden. Der Grund dafür ist einfach. In der fünfundzwanzigjährigen Geschichte Kasperskys gab es nie einen Beweis für einen Missbrauch unserer Software zu schädlichen Zwecken. Und das trotz unzähliger Versuche, einen Beweis dafür zu finden. Ohne Beweise kann ich nur zu dem Schluss kommen, dass die Entscheidung des BSI allein aus politischen Gründen getroffen wurde.“ Der ganze Brief auf Deutsch ist hier abgedruckt.

Und nun?
Zurück bleibe ich in Ratlosigkeit. Meine Kunden und Seminarteilnehmer rufen bei mir an und fragen nach, was ich ihnen raten soll. Ich gebe ihnen beide Stellungnahmen und drücke mich im Grunde vor einer klaren Entscheidung und dieses Dilemma gefällt mir absolut nicht. Einfacher wäre es, wenn man Kaspersky technische Mängel vorwerfen kann.

Ich will aber nicht vor den Karren Putins gespannt werden. Im Lokalen sehe ich ein Misstrauen in der deutschen Bevölkerung gegenüber russischsprachigen Menschen oder deutschsprachige Russen. Ich höre von Mobbing und Anfeindungen. Hier wird ein Keil in unsere Gesellschaft getrieben. Es muss klar sein: Nicht das russische Volk führt Krieg gegen uns, sondern der aggressive Diktator Putin und seine gewissenlosen Schergen.

Im Falle Kaspersky bezeichnet der Unternehmer Eugene Kaspersky den Ukraine-Krieg als das was er ist, nämlich als Krieg und wird es wohl nach russischer Gesetzgebung auch mit dem Staat zu tun bekommen. Oder ist alles ein großes Manöver der Desinformation und hybriden Kriegsführung? Ich weiß es nicht. Ich bin ratlos und werde die Geschichte genau beobachten.
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Mal sehen: Canon EOS M50 Mark II für Vlogger wie mich

26. Februar 2021
Ab März kommt die Canon EOS M50 Mark II für Vlogger. Foto: Canon

Endlich nehmen die etablierten großen Kamerahersteller die YouTuber und Anbieter von Webinaren ernst. Vor kurzem veröffentlichte Fujifilm ein entsprechendes Firmware-Upgrade für die X100V für Webinare und probiere es bald aus. Im Moment arbeite extrem gerne mit meiner Vlogger-Kamera Sony ZV-1 und endlich zieht auch Canon mit einem entsprechenden Modell für Europa nach. Ende März wird eine Kamera für eine neue Art von Contentproduzenten veröffentlichen: Canon EOS M50 Mark II

Die Kamera gab es seit Oktober 2020 bereits in den USA. Rund 720 Euro kostet die Kamera-Kit samt EF-M 3,5-6,3/15-45 mm-Objektiv bei uns – interessant bei genügend Licht. Zudem wird Canon ein Vlogger Kit mit Gorillapod und Rode-Mikrofon sowie ein Premium Live Stream Kit zusätzlich mit dem HDMI-Konverter Atomos Connect und einen DC-Kuppler für die Stromversorgung anbieten – aber nix genaues weiß man noch nicht. Mal sehen, ob ich sie mir als Ergänzung zu meiner Sony anschaffe und binde sie in mein ATEM-mini-System Blackmagic Design Atem Mini Pro von Blackmagic ein. Ich arbeite im Moment noch mit meiner alten Canon Legria Mini X und trauere diesem System schon lange hinterher.

Die Kamera Canon EOS M50 Mark II ist der Nachfolger der EOS M50, die für unter 500 Euro zu haben. So richtig viel passiert ist bei dem Upgrade allerdings nicht. Am Videobereich hat Canon geschraubt und am meisten optimiert. Die spiegellose EOS M50 Mark II soll den gesamten Prozess von der Aufnahme bis zum Hochladen von Inhalten so einfach wie nie zuvor machen, dies verspricht zumindest Canon. Ich bin sehr gespannt und würde es gerne probieren. Mit dieser Kamera lassen sich 4K-Videos im Quer- und Hochformat erstellen oder Full-HD-Videos direkt auf YouTube streamen. Einen entsprechenden Live-Kanal habe ich ja bei YouTube. Mit einem 3,5-mm-Mikrofoneingang sowie HDMI- und USB-Schnittstellen verfügt die EOS M50 Mark II über alle Ein- und Ausgänge, die bei der professionellen Video-Produktion benötigt werden. Im Moment sind ein Shure MV7 und RØDE Wireless Go bei mir im Einsatz. Dank des kompakten Gehäuses, einem dreh- und schwenkbaren Touchscreen und der Kompatibilität mit diversen Canon Objektiven bietet die Kamera eine hohe kreative Freiheit, so heißt es bei Canon. Warten wir auf erste europäische Praxiserfahrungen mit der Kamera und ihrem 24,1 Megapixel APS-C-Sensor und 4K-Videos.

Die Canon-Makrtforscher haben erkannt, dass YouTuber, TikToker und Co eine neue kaufkräftige Kundschaft sind und bedienen jetzt diesen Markt. Allein in Europa stieg die monatliche Nutzung von TikTok bei den 16-64-Jährigen zwischen dem dritten Quartal 2019 und dem zweiten Quartal 2020 um 93 %. Und so kommt die Kamera endlich offiziell von den USA auch nach Europa.