Archive for Juli 2013

Filmen mit dem iPhone: Meine Ausrüstung

31. Juli 2013

Ich drehe immer mehr kleine Videobeiträge mit dem iPhone 5 und der GoPro Hero3. Die Qualität reicht durchaus aus, da mein Hauptausgabemedium in der Regel DVD aber vor allem YouTube ist. Mehr und mehr drehe ich Interviews und habe mich selbst im Bild. In der Vergangenheit habe ich das iPhone einfach am ausgestreckten Arm gehalten. Doch auf Dauer wird der Arm lahm und es sieht auch etwas doof aus, wenn man bei uns mit ausgestreckten Arm  in der Gegend herumsteht. Also musste ein tragbares Einhandstativ her.

freestyler

Seit mehreren Wochen arbeite ich nun mit dem Cullmann Freestyler. Ich habe noch einige andere, vor allem preiswertere Stative ausprobiert, war aber über die Verarbeitung enttäuscht und lasse die Finger von dem Amateurzeugs. Der Freestyler  ist ideal für spontane und kreative Selbstporträts, Action- und Outdooraufnahmen. Das stabile Handstativ ist komplett aus Aluminium gefertigt und verfügt über einen schaumgummiummantelten Griff mit Handschlaufe. Was mich besonders überzeugt hat, ist der robuste Kugelkopf, gefertigt aus Aluminium. Dieser Kugelkopf mit Blitzschuh und 1/4 Zoll Kamera-Anschlussschraube ist ideal für das iPhone oder die GoPro Hero3. Voraussetzung, du verfügst über die entsprechenden Adapter. Das Stativ hat zusammengeklappt eine Länge von 31,5 cm, passt also in die Aktentasche. Komplett ausgefahren reicht es 68 cm in den Raum und bringt damit genügend Abstand für meine Videointerviews. Ich weiß allerdings nicht, wie die Fluggesellschaften auf ein Stativ in der Aktentasche reagieren.

mikro

Ton ist das nächste Problem beim Filmen. Ich habe bisher verschiedene Mikrofone beim iPhone im Einsatz gehabt und auch darüber geschrieben. Bisher setzte ich die Mikros von iRig ein und war zufrieden. Aber vollens zufrieden bin ich seit dem ich das smartLav on Røde habe. Es ist ein Ansteck-, Lavalier-Mikrofon. Es verfügt über eine Miniaturkondensatorkapsel mit Kugelcharakteristik und einem Übertragungsbereich von 20 Hz bis 20 kHz. Leider habe ich keine Möglichkeit, den Ton bei der Aufnahme live mitzuhören, aber kann dennoch jedem dieses Mikro empfehlen.

Vielen Dank überigens an meinen Projektmanagement-Kollegen Dr. Michael Homberg, der auf die Veröffentlichung dieses Blogbeitrages drängte – gerne geschehen.

Mein Kollege Thomas Gerlach hat einen netten Film über das Mikro gedreht:

USB-Hub als Auto

30. Juli 2013
Nettes Geschenk - ein mobiler USB-Hub

Nettes Geschenk – ein mobiler USB-Hub

Neulich habe ich von meiner Kollegin Corinna Göring ein kleines Geschenk bekommen. Über Corinna Göring und ihre großartige Firma COMPUTENT habe ich bereits hier und hier gebloggt. Bei dem Geschenk handelt sich um ein nettes USB-Gadget in Form eines Autos. An den Rechner angeschlossen leuchten die Scheinwerfer des Automobils. Zudem hat das Spielzeugauto einen kleinen Aufziehmechnanismus und fährt ab und zu über meinen Schreibtisch.

Seine wahre Stärke hat das Spielzeugauto aber als USB-Hub. Insgesamt sind vier USB 2.0 Ports verbaut, drei im Motorraum und einer in Heck. Also vielen Dank liebe Corinna für das nette kleine Geschenk.

Virus greift WhatsApp an – die Lösung

30. Juli 2013
Wurm verbreitet sich über die beliebte Messanger-Software.

Wurm verbreitet sich über die beliebte Messanger-Software.

In meinem Seminaren an Schulen stelle ich fest: WhatsApp ist deutlich beliebter als SMS. Das hat vor allem Finanzgründe nach dem Motto “Geiz ist Geil”. Eine Nachricht via WhatsApp ist auf dem ersten Blick kostenlos. Aber natürlich ist der Dienst nicht kostenlos. Wir bezahlen den Service mit unseren Daten, unseren Telefonkontakten. Ich bin immer wieder erstaunt, dass Leute meinen, dass sie von der Industrie etwas geschenkt bekommen. In welcher Welt lebt ihr?. In den USA gibt es den Spruch: „There’s no such thing as a free lunch“  Natürlich braucht WhatsApp die Telefondaten, damit die Software funktioniert.

WhatsApp ist beliebter als SMS.

WhatsApp ist beliebter als SMS.

Und derzeit stelle ich bei Schülern verstärkte Virentätigkeit auf ihren Android-Smartphones fest. Der Wurm Priyanka (die Liebesvolle) geht bei WhatsApp um. Priyanka hat es auf das Adressbuch der Mobiltelefone abgesehen und schreibt Kontakte um. Damit droht ein Datenverlust bei den Usern. Priyanka ist übrigens eine Bollywood-Schauspielerin und der Wurm wurde wohl ihr zu Ehren programmiert

Zudem verschickt sich der Wurm selbst über WhatsApp. Er tarnt sich als Kontakt-Visitenkarte  mit Namen „Priyanka”. Öffnet der User den Anhang ist das Android-Telefon befallen. Wie es aussieht, bleiben die iOS-Geräte, also iPhones und iPads, von dem Angriff verschont.

Der Wurm ist leicht zu killen. Es muss WhatsApp aktualisiert werden. Mit der Version vom 10. Juli 2013 erkennt WhatsApp den Wurm und sperrt ihn aus.

Aber was, wenn ich den Wurm auf dem Android-Handy bereits habe? Dann ist Groß-Reinemachen angesagt. Zunächst das Handy vom Internet trennen. Dann alle Priyanka-Kontakte aus dem Telefonbuch löschen und natürlich auch die Chat-Datei mit der Priyanka empfangen wurde. Das ist wichtig, sonst beginnt der Zirkus von vorne.

Anschließend WhatsApp auf Werkstellung zurücksetzen. Der Weg ist Anwendungen –  Stoppen erzwingen – Daten löschen. Damit gehen alle gespeicherten Chats und auch Kontakte verloren, aber die App ist wieder sauber.

Meist legt WhatsApp in der Nacht ein Backup der Daten auf der Festplatte oder Speicherkarte an und sychronisiert sich am nächsten Tag. Um Chats wieder herzustellen muss WhatsApp gelöscht und neu installiert werden. Wenn die Software neu gestartet, fragt WhatsApp „Möchtest du deinen Chat-Verlauf aus dem Backup wiederherstellen?“. Ja und alles ist wieder gut. Dann nochmal prüfen, ob der Wurm Priyanka gekillt wurde.

 

Nicht kompatibel: Google Drive und Diktat

29. Juli 2013

Apple-Google

Trotz der Bespitzelung durch die NSA und andere Geheimdienste bin ich noch ein Freund des Cloud-Computings. Vor allem nutze ich Google Drive, die Bürolösung von Google. Damit habe ich auf allen Endgeräten wie Mac, iPhone oder iPad den gleichen Stand an Inhalten. Meine Bücher schreibe ich zudem mit meinen Kollegen Thomas Gerlach in Nürnberg. Durch Drive sparen wir uns das elende Versenden von Dateien, das in der Vergangenheit immer zu Konflikten geführt hat. Außerdem können wir zeitgleich an Texten arbeiten.

Außerdem bin ich ein großer Fan von Diktatsoftware geworden. Freilich, die Dinger sind noch nicht perfekt, aber doch schon gut ausgereift. Durch ein Augenleiden war ich gezwungen auf Diktiersoftware umsteigen, um einigermaßen weiterarbeiten zu können. Ich habe lange Zeit mit Dragon Dictate gearbeitet, nutze aber jetzt die intergrierte Spracherkennung am Mac. Viele meiner Texte diktierte ich in Apple Pages hinein. Diese Arbeitweise wollte ich jetzt auf Google Drive übertragen.

Denkste – was soll das? Google Drive arbeitet nicht mit dem Mac OS Mountain Lion zusammen? Ich kann das MacBook eigene Mkro verwenden oder USB-Mikros anstecken, es rührt sich nichts.Zwar zeigt die Software einen Ausschlag, aber es kommt kein geschriebener Text. Ist es eine Rivalität der beiden Firmen auf dem Rücken der User, auf meinem Rücken? Ich kann keine Texte am Mac in Google Drive diktieren. Das ist absoluter Käse und totaler Müll.

Interessant ist aber, dass es am iPad und am iPhone funktioniert, nur unter Mountain Lion verweigert die Diktatsoftware ihren Dienst. Ich habe es mit Safari und Chrome probiert. Nichts geht. An den mobilen Geräten habe ich keine Probleme, bis auf die Tatsache, dass die Mikrofone nicht optimal sind. Ich hoffe, dass Apple mit iOS 7 hier die Möglichkeit nicht Schluss machen und sich Apple und Google einbekommen. Spätestens ab Maverick will ich auch in Google Drive diktieren können.

Lego 75022 Mandalorian Speeder

28. Juli 2013

speeder

Es ist noch ein paar Tage bis zum  3. August hin, wenn aus der Lego Star Wars-Serie das Modell 75022 Mandalorian Speeder erscheint. In den Lego Stores gab es den Flitzer schon ein paar Wochen vorher zu kaufen und da musste ich natürlich dabei sein. Hier meine Videozusammenfassung:

In knapp 15 Minuten ist das Modell aus der Clone Wars-Reihe aufgebaut. Das Modell enthält 3 Minifiguren mit Ausrüstung: Darth Maul und 2 Mandalorian Super Commandos. Die Figuren sind allesamt neu. Am meisten interessierte mich natürlich Darth Maul, der mit mechanischen Clone Wars Beinen daherkommt. Die Ausrüstung umfasst Lichtschwert, Darksaber und 2 Blaster.

Zudem enthält der Mandalorian Speeder versteckte Raketen unter der Haube, Heckwaffenlager und Hubkanone. Das Modell ist 8 cm hoch, 19 cm lang und 12 cm breit. Also ein netter Bausatz für Zwischendurch. Hier ein kleines Aufbau-Video.

Alles Gute zum Geburtstag Sir Mick

27. Juli 2013

Sir Mick wurde gestern 70. Jahre alt. Und wenn ich die jüngste Veröffentlichung Live im Hyde Park anhören, die einen Monat exklusiv bei iTunes veröffentlicht wurde, muss ich voller Respekt sagen: Der Kerl hat es noch drauf.

Zum Geburtstag habe ich die Jagger-Bioggrafie Rebell und Rockstar von Marc Spitz an zwei Tagen gelesen und viele Details aus dem Leben des Menschen erfahren. Diese Biografiie gab mir zahlreiche Impulse, vor allem, dass ich mich wieder mit den frühen Stones beschäftigen muss. Das Album The London Years war für mich eine absolute Offenbarung. Ich habe mir zudem in einem Marathon zwei Jagger-Filme reingezogen: Performance und Freejack – der erste ein wunderbare, sehenswertes Exemplar der sechziger Jahre, der andere kompletter Sciene Fiction-Blödsinn von 1992.

Ich bin wohl einer der wenigen, die sowohl die Beatles, als auch die Stones mögen. Und mir imponiert das Geschäftsinteresse der Herren McCartny und Jagger. Beide führen ihre Musikkunst wie Wirtschaftsimperien und sichern sich ihre Rechte. Nicht umsonst ist Jagger Ehrenmitglied der London School of Economics and Political Science. Mit Keith Richards kann man um die Häuser ziehen, mit Jagger würde ich einen Businessplan ausarbeiten und durchziehen.

Dabei ist er ein großartiger Musiker, wie man nicht zuletzt an seinem enormen Wissen um Blues merkt. Auch seine Zusammenarbeit mit The Red Devils muss herausgestellt werden. Ohne Jagger hätte ich diese Band nie entdeckt.

Ich habe die Stones zweimal live gesehen und war von dem perfekten Rock’n Roll-Zirkus beeindruckt. Und ich war begeistert, dass sie noch immer den Blues haben, wie man auch bei den Hyde Park-Aufnahmen feststellen kann (11:55  min Midnighht Rambler). Und ich muss auch sagen: Ich mag die Stones als Gesamtprojekt. Die Solo-Platten von Jagger und Richards finde ich schrecklich.

Muss das sein? Äffle und Pferdle als 3D-Animation

27. Juli 2013

Es ist wohl der Lauf der Dinge, dass alles digitalisiert werden muss. Obwohl ich ja ein Verfechter der digitalen Welt bin, muss ich nicht alles 3D-animiert haben. Dazu gehören zum einen die Mainzelmännchen, die Biene Maja und jetzt kommt auch noch “Äffle und Pferdle”.

Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Ich weiß, dass man neue Zielgruppen mit zeitgemäßer Bildsprache erreichen kann und dennoch bin ich in diesem Fall ein konservativer Knochen. Nicht alles, was geht, muss auch gemacht werden. Aber vielleicht werde ich einfach nur alt, aber mir gefällt es einfach nicht.

Originalclip ab 0:35 min

Um was geht es? Die Abteilung Forschung & Entwicklung des Instituts für Animation, Visual Effects und digitale Postproduktion an der Filmakademie Baden-Württemberg hat in Kooperation mit der Lang-Film Medienproduktion neue Produktionstechniken für die beliebten schwäbischen Zeichentrickfiguren „Äffle und Pferdle“ entwickelt. Dadurch sind die beiden Figuren ab sofort auch als Computer-Animationen zu bewundern. Die Filmakademie gehört zu den führenden Schulen im digitalen Bereich und ich habe lange in meiner Zeit als Chefredakteur für 3D-Zeitschriften mit den Kreativen zusammengearbeitet. Großartige Talente sind dort zu finden.

Die animierten Sequenzen von „Äffle und Pferdle“, die im Südwestrundfunk seit 1960 zwischen den ausgestrahlten Werbespots gezeigt werden (ähnlich den Mainzelmännchen im ZDF), wurden bis 1998 mit der Hand gezeichnet. Die Entwicklung der neuen Produktionstechniken und die erstmalige 3D-Adaption, die auf der Website der R&D-Abteilung mit mehreren Videobeispielen veranschaulicht werden, sollen nun die Basis für die Produktion von neuen Episoden bilden. Dabei sollen Charme und Stil der Originale unbedingt beibehalten werden.

Clip von 2D zu 3D-Roto

Die „Äffle und Pferdle“-Cartoons, in denen der unverwechselbare Dialekt der Region gesprochen wird, greifen typisch schwäbische Verhaltensformen auf. Das „Pferdle“ ist dabei eine Referenz an das Stuttgarter Stadtwappen. Die beiden Tiere zählen zu den beliebtesten Charakteren in Baden-Württemberg und haben allein auf Facebook über 73.000 Follower und meine Familie gehört auch dazu.

Clip Komplett animiert

Roto vs Full Animation

Technisch sind die Umsetzungen hervorragend und auch der Charme ging nicht verloren. Ich bin dennoch nicht begeistert und muss mich wohl daran gewöhnen. Meinen Kindern gefällt es übrigens. Tja, der Lauf der Dinge.

Alles auf einmal:

Wagner im Kino? Der fliegende Holländer 2013

26. Juli 2013
Komische Idee - Wagner im Kino, aber doch gut.

Komische Idee – Wagner im Kino, aber doch gut.

Wagner im Kino – geht das überhaupt? Ich war sehr skeptisch, als ich den Anzug anzog und mich für die Premiere von Richard Wagners “Der fliegende Holländer” fertig machte. Ich hatte keine Karten für das Bayreuther Festspielhaus, sondern für das Scala-Kino in Fürstenfeldbruck. Die Premiere wurde in zahlreiche Kinos live auf die große Leinwand übertragen und mein Kino in Fürstenfeldbruck war auch mit dabei.

Aber da kam schon die erste Frage auf. Was zieht man für eine Festspielpremiere im Kino an? Normalerweise sind Jeans und T-Shirt die Bekleidung fürs Kino. Aber beim 200. Geburtstag des großen Richard Wagner gehen Jeans und T-Shirt gar nicht. Der Kompromiss war die Business-Klamotte mit Fliege und Einstecktuch. Die große Opernausstattung folgt dann, wenn ich in Bayreuth bin.

Viel Mühe haben sich die Mitarbeiter des Scala Kinos FFB gegeben.

Viel Mühe haben sich die Mitarbeiter des Scala Kinos FFB gegeben.

Feierlich war das Ambiente im Scala Kino. Roter Teppich. Die Kino-Mitarbeiter haben sich in Abendkleid und Anzug gekleidet, es gab Sekt zur Begrüßung der rund 85 Wagner-Fans. Und ein kleines Menü für 7,50 Euro als Pausensnack hatte man vorbereitet. Nur dumm, dass es bei der Kurzoper Holländer keine Pause gibt. Aber egal, ich hab den Pausenimbiss einfach nachträglich gegessen.

Pausensnack - aber es gibt beim Holländer keine Pause.

Pausensnack – aber es gibt beim Holländer keine Pause.

Das Publikum war gemischt, meist ältere Herrschaften in siebziger Jahre Klamotte – nicht weil es Kult war, sondern weil man es noch im Schrank hatte. Und da waren sich auch, die Wagnerianer, die ihr Wissen um die Inszenierung zum Besten geben mussten. Leider benahmen sich einige Zuschauer auch so, als würden sie den neuen James Bond anschauen. Sie ratschten – und das bei Wagner. Frechheit! Da machte es eine ältere Dame besser, sie schlief beim ersten Aufzug gleich mal ein und wurde von ihrer Freundin aufgrund des Schnarchens wiederum geweckt. Ich muss auch zugeben, dass ich mir ein Bier mit in den Kinosaal nahm. In Bayreuth wäre ich des Festspielhauses verwiesen worden, aber in der Kreisstadt Fürstenfeldbruck geht so ein Kulturbruch.

Glas Sekt zur Begrüßung.

Glas Sekt zur Begrüßung.

Dann begann die Übertragung mit einer Stunde Einführung. Musikjournalist Axel Brüggemann führte Interviews, verpasste die Ankunft von Horst Seehofer und Angela Merkel und wurde von Stardirigent Christian Thielemann zurechtgewiesen. Das Interview mit einem extrem lässigen Thielemann war super. Das iPhone auf dem Knie wies er den Schwätzer Brüggemann humorvoll zurecht.

Absolut cool:  Christian Thielemann mit iPhone im Interview.

Absolut cool: Christian Thielemann mit iPhone im Interview.

Die Inszenierung von Jan Philipp Gloger war keine Neuinszenierung, sie wurde bereits im vergangenen Jahr gezeigt. Der Holländer wurde von Samuel Yun wunderbar gesungen, der ja eigentlich vergangenes Jahr kurzfristig eingesprungen ist, nachdem der ursprüngliche Holländer-Bariton Evgeny Nikitin mit seinen Hackenkreuz-Tatoos für fetten Ärger sorgte und rausgeworfen wurde. Mir haben die Interpreten gefallen: Ricarda Merbeth als Senta, Tomislav Mužek als Erik, Benjamin Bruns als wunderbarer Steuermann und Franz-Josef Selig als Daland. Kritiker des Abends meinten, es sei zu wenig Kraftvolles dargeboten worden, ich fand es prima. In Bayreuth gab es Buh-Rufe für die Inszenierung von Gloger. Ich fand sie originell und humorvoll, die Kritiker fanden sie kindisch. Egal, mir hat es gefallen.

Nicht gefallen hat mir dagegen das Bild. Mehrere Bildausfälle in der Schaltung waren das eine, offene Kinotüren, weil sich Leute Pop Corn holen mussten, waren das andere. Wer aufs Klo muss, der bleibt draußen. So gilt es in Bayreuth und so sollte es auch im Kino gelten. Leute, geht vor der Vorstellung Wasser lassen und nicht während Wagner läuft. Banausen! Und ich tat mich anfangs schwer mit dem als Untertitel eingeblendeten Libretto. Ich brauchte einige Zeit, damit ich nicht lese, sondern höre. Aber für Wagner-Neulinge war es sicherlich eine Hilfe der Oper zu folgen.

Der Ton der Übertragung war nicht immer perfekt. In den stillen Parts hörte der Zuschauer Rauschen, die höhen Töne waren übersteuert. Die Akustik des Festpielhauses lässt sich eben doch nicht einfach ins Kino übertragen. Der Zauber von Bayreuth liegt in dem unsichtbaren Orchestergraben, in dem Thielemann seinen Job samt Festpielorchester wunderbar ableistet. Dafür waren die Kinokarten mit 30 Euro dann doch etwas billiger als die Karten in Bayreuth. Dort werde ich mir dieses Jahr den Tannhäuser anschauen, nachdem ich vergangenes Jahr Lohengrin genießen durfte.

Äh, äh. Edi Stoiber weiß nun wirklich nichts sinnvolles über Wagner zu sagen.

Äh, äh. Edi Stoiber weiß nun wirklich nichts sinnvolles über Wagner zu sagen.

Legoland: Die lange Nacht 2013

25. Juli 2013

Feuerwerk14

Für mich bedeutet die lange Nacht im Legoland Günzburg immer einen Höhepunkt im Lego-Jahr. So auch dieses Mal. Den ganzen Tag fieberte die legoverrückte Familie auf den Abend hin. Wir probierten den ganzen Tag zahlreiche Attraktionen des Günzburger Parks aus und genossen bei rund 30 Grad Celsius vor allem das Goldwaschen, weil sich alle im kalten Wasser spielerisch abkühlen konnten.

Was bedeutet die lange Nacht? Normalerweise schließt der Freizeitpark je nach Jahreszeit spätestens um 20 Uhr. Bei den langen Nächsten ist erst gegen 22 Uhr Schluss. Die Fahrgeschäfte schließen gegen 21 Uhr und alle Besucher versammeln sich im Eingangsbereich und im Mini-Land, um auf die abschließenden Show zu warten. Es ist eine super Stimmung. Viele Kinder haben Leuchtketten oder Laserschwerter mitgebracht. Erwachsene lassen sich mit Kindern auf den Boden nieder und dann beginnt das großartige Feuerwerk mit Funkenregen und Spezialeffekten. Das Zentrum des Geschehens ist der große Aussichtsturm.

Dieses Jahr wurde nicht nur Leuchtraketen in den Himmel geschossen. Die Legoland-Feuerwerker erzählen zudem noch eine kleine Chima-Geschichte. Der Kampf gut gegen Böse wird am Himmel ausgetragen. Ich wünsche mir einmal eine Star Wars-Nacht im Legoland, aber aufgrund von Lizenzbedingungen mit Disney wird dies wohl immer ein Traum bleiben.

Ich kann jeder Familie nur empfehlen, diese Nächte zu erleben: Es sind die vier zauberhaftesten Nächte des Legoland Jahres: Am 27. Juli sowie am 3. und 10. August sind die Stars der musicalpeople während der langen Nächte im Park zu sehen. Sie nehmen die Parkgäste mit auf eine Reise durch die Welt der Rock- und Pop-Musicals, verzaubern sie mit Interpretationen der bekanntesten Musicalhits. Die Rocksongs im August werden dabei von einer Zaubershow des zweifachen Magier-Weltmeisters TOPAS begleitet.

Bei der nächsten langen Nacht am  27. Juli treten Ana Milva Gomes und Serkan Kaya, die großen Stimmen der musicalpeople, auf. Gemeinsam singen sie die schönsten Pop-Songs aus Jesus Christ Superstar, Tarzan oder Hinterm Horizont. Musikalisch unterstützt werden sie von der musicalpeople-Band. In schöner Weise vereinen Brigitte Oelke und Sascha Lien – die Stimmen der musicalpeople – am 3. und 10. Augustdie Welt der Magie mit den großen Rock-Musicals zu einem Musical-Zaubershow-Spektakel der Extraklasse. Magisch begleitet werden die Hits aus We will rock you, Rock of Ages oder Rocky mit den spektakulären Illusionen des zweifachen Magier-Weltmeisters TOPAS.

Carl Orff Festspiele in Andechs: Carmina Burana

24. Juli 2013

Schlagartig wurde es mir bewusst – nur ein paar Meter entfernt, liegt Carl Orff in der Schmerzhaften Kapelle der Klosterkirche Andechs begraben. Schon allein deshalb ist es eine großartige Idee gewesen, die Carl Orff Festspiele im Kloster Andechs anzusiedeln. Eine knappe Stunde lauschte ich im Florianstadl zu Andechs der Aufführung von Orffs Hauptwerk, der Carmina Burana. Musikalisch war die Inszenierung von Marcus Everding auf den diesjährigen Carl Orff-Festspielen auf hohem Niveau. Solisten, Chor, Orchester und Dirigent Christian von Gehren gaben ein eindrucksvolles Schauspiel. Hieran hätte Carl Orff sicher seine Freude gehabt.

Das Grab von Carl Orff in der Klosterkirche Andechs in der Schmerzhaften Kapelle.

Das Grab von Carl Orff in der Klosterkirche Andechs in der Schmerzhaften Kapelle.

Mir hat die Andechser Orff-Akademie des Münchner Rundfunkorchesters ebenso gefallen wie der Carl Orff-Chor Marktoberdorf (Einstudierung Stefan Wolitz). Die hervorragenden Solisten waren Wolfgang Newerla (Bariton), Belegt Kumberger Herdis Anna Jónasdóttir (Sopran) und Manuel König (Tenor). Und der Unterstufenchor des Rhabanus Maurus-Gymnasiums St. Ottilien (Einstudierung Theresia Busen) sorgte ebenso für die richtige Stimmung. Vor allem das exzellente Zusammenspiel von Schlagwerk und Blech konnte absolut überzeugen, noch dazu, weil Christian von Gehren das Originalwerk von Orff nicht verändert hatte. Applaus für soviel künstlerische Power in Andechs.

Musikalisch absolut top, die Carl Orff-Festspiele in Andechs.

Musikalisch absolut top, die Carl Orff-Festspiele in Andechs.

Dieses Mal sollte es ein Gesamtkunstwerk von Musik und Licht werden. Georg Boeshenz schuf die Lichtprojektionen nach Vorgaben des künstlerischen Leiters Everding. Das hätte er besser sein lassen sollen. In Sachen Musik kennt der Leiter sich aus, keine Frage. Doch in Sachen Lichtprojektion kommt mehr als Mittelmaß nicht heraus. Motion Design und Lichtprojektion kann heute deutlich mehr als ein paar Farben und Schattenspiele. Es begann ja ganz nett: Zu Beginn war die Bühne in dunkles Rot gefüllt. Dante ließ grüßen. Dann ein krasser Farbwechsel zu kaltem Weiß und schließlich zu Blau. Die Elemente waren damit eingeführt. Und dann plätscherte es lichttechnisch so dahin. Projektionen von Mond, abgelöst durch Schattenspiele war nicht das Niveau, das musikalisch hier geboten wurde.

Mit der Lichtprojektion war ich nicht so einverstanden.

Mit der Lichtprojektion war ich nicht so einverstanden.

Die Idee, die Carl Orff Festspiele im Florianstadl zu Andechs durchzuführen, ist grundsätzlich lobenswert. Die Musik von Orff gehört freilich nach Andechs. Wenn da nicht die Klimaanlage gewesen wäre. Bei Außentemperaturen um die 35 °C war die Luft innen auch nicht viel kühler. Bei den lauten Klängen der Carmina Burana störte das Surren der Anlage nicht, wohl aber bei den leisen Tönen. Wohl auch von den heißen Temperaturen in Trance versetzt waren die Platzanweiser. Eigentlich waren sie nur am Kartenabriss interessiert, die Platzsuche überließen sie dann doch dem Publikum, das zumeist aus älteren Musikfreunden bestand. „Junger Mann, ich hab meine Brille vergessen und setzt mich einfach irgendwo hin.“ Ganz schnell waren die Platzanweiser dagegen, als ich das iPhone für ein Bild zücken wollte. Keine Fotos während des Konzerts lautete die klare Anweisung. Diese Anweisung galt wohl nur für mich, denn im Saal blitzte und fotografierte es auf Teufel komm raus. Sicher werden auch bald die ersten Videos bei YouTube auftauchen.

Übrigens, alle Veranstaltungen der Carl Orff Festspiele 2013 sind ausverkauft.