Posts Tagged ‘Maisach’

Frühschwimmen – ein Luxus bei uns im Dorf

9. Juli 2018
An zwei tagen ziehe ich im Freibad Maisach meine Bahnen.

An zwei tagen ziehe ich im Freibad Maisach meine Bahnen.

Ich genieße es das Frühschwimmen im Freibad meiner Dorfgemeinde Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck. Die Gemeinde leistet sich für seine Bürgerinnen und Bürger ein Freibad und seitdem ich im Dorf wohne, ist mir dieses Bad ans Herz gewachsen. Vielen Dank für diesen Luxus.
Ein besondere Attraktion, die ich oft nutze, ist das so genannte Frühschwimmen. Dienstags und Donnerstags hat das Bad von 6 bis 8 Uhr morgens geöffnet und genau das ist meine Zeit. Wenn ich aufgrund meiner Seminar- und Beratungstätigkeit ab 9 Uhr im Lande unterwegs bin, stürze ich mich morgens in die Fluten des 24 Grad warmen Wassers. Während am Nachmittag die Familien und viele Kinder das Freibad Maisach besuchen, ist es morgens eher übersichtlich von den Besucherzahlen. Man kennt sich. Wenn ich morgens in das 50-Meter-Mehrzweckbecken steige, nicke ich bekannten Gesichtern zu. Ich habe grundsätzlich eine Buggati- Kappe (keine Bademütze) auf dem Kopf, weil das Haupthaar lichter wird und die Sonne stark aufs Wasser scheint.

Es sind wie immer zwei ältere Damen da, die mit Ray Ban-Sonnenbrillen ihre Bahnen ziehen. Ich treffe regelmäßig Geschäftsmänner, die Hemd und Anzug mit der Badehose getauscht haben und vor ihrem stressigen Büroalltag mehrere Runden schwimmen. Es sind immer ein, zwei Sportler dabei, die mal Rücken, mal Kraulen, mal Delfin ausprobieren und auf Kondition trainieren. Einige Rentner sind auch dabei, die es morgens nicht mehr im Bett hält und sich beim gemeinsamen Schwimmen treffen. Leider auch manches Mal beim Ratschen, denn dann stehen die Herrschaften in Bad herum und diskutierten, lästern, quatschen lautstark miteinander. Das stört, denn ich will ja eigentlich nur schwimmen am Morgen und nicht um Rentner herumschwimmen. Aber was Solls: Leben und leben lassen, heißt die Devise.

Die 46 Meter lange Edelstahlrutsche ist morgens noch ausgeschaltet, ebenso ist der Kiosk mit seinem hervorragenden Cappuccino geschlossen. Die Wasserspielzeuge liegen noch am Beckenrand und kommen erst nachmittags zum Einsatz. Dann geben die Bademeister auch Schwimmkurse für die Kinder der Gemeinde. Vergangenes Jahr habe ich auch einige Asylbewerber im Schwimmkurs gesehen, nachdem in den nahegelegenen Seen so mancher tragisch ertrunken ist. Auch diese Schwimmkurse sind eine tolle Geste der Integration.
Beim Frühschwimmen haben die Bademeister ein Auge aufs Becken, bereiten aber das Bad auf den Ansturm der Mittagszeit vor. Die Anlage mit dem alten Baumbestand und der Lage direkt neben der Maisach ist wohl die beschaulichste im Landkreis Fürstenfeldbruck und auch sehr beliebt. Die Bademeister des Freibads Maisach sind eine Institution. Viele Kinder des Dorfes haben in den Schwimmkursen hier das Schwimmen erlernt und sind heute lebhafte Jugendliche. Ein Pfiff der Bademeister genügt und die Disziplin stimmt. Oft wird der Störenfried oder Springer vom Beckenrand mit Namen benannt – man kennt sich eben bei uns im Dorf und das ist gut so.

Früher war das Maisacher Freibad ein klassisches Flussbad, das auch bei den Münchner sehr beliebt war. Sie fuhren nach Maisach mit dem Zug ins Freibad und im Süden zum Maisacher Sommerkeller. Der Sommerkeller gehört heute zu Fürstenfeldbruck und ist ein Swinger Club und hat wohl eine andere Kundschaft als damals.

Heimliche Beobachter im Freibad Maisach.

Heimliche Beobachter im Freibad Maisach.

Hier ein Video von einer winterlichen Tour durch die Gemeinde vom Ortsarchivar Stefan Pfannes und der Geschichte des Freibades. Ach ja, und morgen ist es wieder soweit.

Google Mitarbeiter unterstützen Maisacher Togohilfe

30. Juni 2018
Ehrenamtliche Arbeit: Togohilfe Maisach und GoogleServe arbeiten Hand in Hand beim Beladen eines Containers für Togo.

Ehrenamtliche Arbeit: Togohilfe Maisach und GoogleServe arbeiten Hand in Hand beim Beladen eines Containers für Togo.

In Zeiten des Partikularinteresses halte ich ehrenamtliche Arbeit für andere für enorm wichtig. Bei uns im Dorf Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck engagiere ich mich daher für die Aktion PiT Togohilfe Maisach. Es galt, zwei Container für Togo zu beladen.
Das Togohaus in unserem Dorf war übervoll und ehrenamtliche Helfer des Vereins, aber auch interessierte und engagierte Mitbürgerinnen und Mitbürger der Gemeinde packten mit an. Unterstützt wurden wir dieses Mal von Mitarbeiter des IT-Riesen Google. An zwei Tagen kamen Google-Mitarbeiter ins Dorf zur Togohilfe und luden die Spenden in die riesigen Schiffscontainer.

Google hat seit 2008 mit GoogleServe eine beeindruckende Tradition eingeführt. An einem Tag kann jeder Google-Mitarbeiter sich an einem sozialen Projekt ehrenamtlich beteiligen und das während der Arbeitszeit. Die Aktion PiT Togohilfe Maisach hat einen Paten, der bei Google arbeitet und er bewarb die Togohilfe intern bei Google. Und siehe da: Schon fanden sich engagierte junge Leute, die sich meldeten und in Maisach mithalfen. Ich finde GoogleServe eine wirklich tolle Idee. Im normalen Alltag sind die Google-Mitarbeiter klassische Software-Programmierer, in Maisach wurde aus ihnen tatkräftige Helfer, die mitanpackten.

Es galt schwere Nähmaschinen, Krankenhausbetten, Bänke und Stühle zu verladen. Es wurde nicht über Technik gesprochen, sondern über die Probleme in Afrika. Margret Kopp, die Vorsitzende der Aktion PiT Togohilfe Maisach, berichtete in den Pausen über die Arbeit des Vereins. Die Google-Mitarbeiter, die aus verschiedenen Länder kamen, stellten interessiert Fragen und die Maisacher stellten interessiert Fragen, wie es denn bei Google zugeht. Es war ein wunderbarer Austausch und eine wunderbare Zusammenarbeit. Hier ein kleines Interview:

Dass diese Arbeit der Togohilfe anerkannt wird, zeigte sich vor kurzem: Die Togohilfe gewann den 1. Preis des Bayerischen Eine Welt-Preises. Die Preisträger wurden auch dieses Jahr wieder von einer Jury ausgewählt, die aus Vertretern der Kommunalen Spitzenverbände, des Bayerischen Landtags, des Eine Weltnetzwerks Bayern e.V. und der Staatskanzlei bestand. Laudator Klaus Steiner, MdL, hob die intensive Teilhabe der ländlichen Bevölkerung in den Dörfern in Togo vom ersten Schritt des Dorfentwicklungsprogramm Village Aimes-Afrique – das lebenswerte Dorf an, die wissenschaftliche Begleitung der Projektmaßnahmen und die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Partner-Verein Aimes-Afrique hervor, wodurch die Nachhaltigkeit des Projektes in beispielhafter Weise gewährleistet ist. „Das Projekt ist sehr gut durchdacht, arbeitet mit den Partnern auf Augenhöhe zusammen und mobilisiert dadurch die vorhandenen Kräfte und Kapazitäten zur Selbsthilfe in hervorragender Weise“, lobte Steiner.

Am Ende des Tages war das Togohaus wieder leer und freut sich auf neue Spenden. Im August geht der nächste Container.

Am Ende des Tages war das Togohaus wieder leer und freut sich auf neue Spenden. Im August geht der nächste Container.

Und mir wurde bewusst, wie wichtig ehrenamtliche Arbeit bei uns ist, damit es nicht noch kälter bei uns wird.

Dank an GoogleServe für das Anpacken in Maisach.

Dank an GoogleServe für das Anpacken in Maisach.

Maisach – So geht Transparenz in der gemeindlichen Informationspolitik

24. Mai 2018
Trotz Straßenbau gibt es strenge Auflagen in Sachen Naturschutz bei meiner Wohnortgemeinde Maisach.

Trotz Straßenbau gibt es strenge Auflagen in Sachen Naturschutz bei meiner Wohnortgemeinde Maisach.

Auf Transparenz setzt meine Wohnortgemeinde Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck, wenn es um den Bau einer Südumgehung der Gemeinde geht. Die Straße geht durch das Gelände des ehemaligen Fliegerhorstes Fürstenfeldbruck.
Landschaftsarchitekt Dr. Hans-Michael Schober aus Freising hat für interessierte Gemeindebürger eine Führung durch das Gelände durchgeführt und das Vorgehen ins Sachen Naturschutz erklärt. So sieht Transparenz auf kommunaler Ebene aus. Das Gelände befindet sich auf der Münchner Schotterebene und ist ein Relikt aus der jüngsten Eiszeit. Es ist ein sehr trockener Boden und diente als Weidefläche für Vieh. Nach Abzug der Bundeswehr von dem ehemaligen Fliegerhorst ergriff die Gemeinde Maisach die Chance und plante die Südumgehung auf dem ehemaligen Taxiway des Flugplatzes. „Wir haben jetzt drei Kilometer freie Sicht ohne Bebauung, das ist einzigartig für die Münchner Schotterebene“, so Hans-Michael Schober. „So eine Sicht war vor einem halben Jahr nicht möglich.“ Durch die militärische und landwirtschaftliche Nutzung auf dem Gelände kam es zu einer Verarmung der Arten.
Das Gelände der Südumgehung befindet sich in einem sogenannten FFH-Gebiet, Flora-Fauna-Habitat. Es darf zu keiner weitere Versiegelung von neuen Flächen kommen. Auf dem Gelände gibt es Wiesen mit Bodenbrütern wie der Feldlerche. „Wir haben hier einen restriktiven Schutzstatus auf den Flächen“, so Schober weiter. „Der Status darf sich nicht verschlechtern.“
Aus diesem Grunde wurden ehemalige Flugzeugshelter der Bundeswehr für Vögel und Fledermäuse umgewidmet. Fledermauskästen wurden aufgestellt. Zudem wurden 15 Kiesflächen für Zauneidechsen angelegt als Kompensationsmaßnahmen für die Südumgehnung.
Das Video zeigt den Vortrag von Hans-Michael Schober.

Meine Meinung: So geht Transparenz in einer Gemeinde. Um die Thematik in die Bevölkerung zu tragen, sollten alle Kinder der Grundschulen einmal im Jahr auf das Gelände geführt werden, damit die Kinder ihre Heimat und Artenvielfalt kennenlernen. Das FFH-Gelände ist sonst für die Öffentlichkeit gesperrt.

Nacht der Fontänen startet am 2. Mai – Restkarten vorhanden

30. April 2018

Ihr wisst ja, dass ich mich ehrenamtlich für Aktion PiT Togohilfe Maisach engagiere, weil ich konkret unterstützen will. Jetzt führt der Verein am 2. Mai im Stadtsaal des Veranstaltungsforums Fürstenfeld zum zweiten Mal die Nacht der Fontänen auf. Leider kann ich aus Arbeitsgründen nicht dabei sein, möchte euch die Veranstaltung aber sehr ans Herz legen. 

Im vergangenen Jahr war ich sehr von dem Zauber einer Wasserserenade beeindruckt. Ich habe ausführlich über das kulturelle Ereignis im Landkreis Fürstenfeldbruck gebloggt, zahlreiche Fotos geschossen und Filme gedreht. Bitte anschauen und genießen. 

Margret Kopp, die Vorsitzende der Togohilfe verspricht auch dieses Mal eine „Symbiose von Wasser, Licht, Tanz und Musik“. Mit dabei ist wieder das Ballettstudio Sinzinger aus Fürstenfeldbruck und Wateract von HS-Technik aus Olching, die für die Wasser- und Lichteffekte sorgen. Neu ist dieses Jahr die Dance Corporation aus meinem Wortort Maisach und die Blaskapelle Petershausen. Während im vergangenen Jahr die Musik des Puchheimer Streichorchesters manches Mal hinter dem Wasserspiel zurückgedrängt wurde, dürfte es bei den Klängen der Blaskapelle Petershausen kein Problem sein. 

Zudem gibt es zwei weitere Zuckerl am 2. Mai. Der Ruf der Maisacher Togohilfe in Togo ist überragend. „Unsere Anfrage, ob Miss Togo zu unserer Nacht der Fontänen am 2. Mai nach Fürstenfeld kommen kann, löste beim zuständigen Komitée große Freude aus“, berichtete Margret Kopp. Der sofortigen Zusage folgte jetzt noch ein zweites „Zuckerl: neben der amtierenden Miss 2017 Cornelia Dedevi Adomayakpo kommt auch die Miss 2016 Balbina Kokoe Alameida in den Landkreis Fürstenfeldbruck, um ihr Land bei der Benefizveranstaltung zugunsten ihrer Heimat zu repräsentieren. Sponsoren finanzieren den Aufenthalt für beide Miss Togo, damit der Erlös für die Hilfsprojekte der Togohilfe umso höher ausfallen kann. 

Karten gibt es an der Abendkasse und das Konzert beginnt um 19:30 Uhr – und ich hoffe für die Menschen in Togo, dass es ein Erfolg wird. 

Heimatgeschichte erlebbar gemacht: Kirchwacht-Wanderung durch Maisach

19. Februar 2018
Treffen vor dem Rathaus Maisach.

Treffen vor dem Rathaus Maisach.

Zur Hochzeit habe ich von dem damaligen Bürgermeister Gerhard Landgraf eine Chronik über meinen heutigen Wohnort Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck geschenkt bekommen. Jetzt war es an der Zeit auf Einladung des CSU Ortsverbandes eine Kirchwacht-Wanderung unter Leitung von Ortsarchivar Stefan Pfannes durch die Gemeinde mitzumachen und Teile der Chronik live zu erleben. Fazit: So muss Heimatgeschichte vermittelt werden: Authentisch, kompetent und mit unheimlich viel Engagement.
Die Idee gefällt mir und hat hoffentlich viele Nachahmer. Immer wieder wird geklagt, dass die Gemeinden im Speckgürtel um München herum nur als Schlaf- und Trabantenstädte gesehen werden. Die Identifikation mit seinem Wohnort bleibt da oftmals auf der Strecke. Daher nahm ich das Angebot gerne an, mich mit meinem Wohnort näher zu beschäftigen und Heimatgeschichte lebendig zu erleben. Den politischen Ort Maisach mit seinen zahlreichen Vereinen kannte ich aus meiner beruflichen Vergangenheit als Lokalreporter. Den historischen Ort Maisach kannte ich nur aus Büchern oder Artikeln. Es wurde also Zeit, mal die Ortsgeschichte hautnah zu erleben.

Mit Fackeln ausgestattet begann am Rathausplatz die so genannte Kirchwacht-Wanderung durch zahlreiche Plätze der Gemeinde. Ortsarchivar Stefan Pfannes erläuterte sogleich den Begriff der Kirchwacht. Während zu alten Zeiten alle braven Katholiken in der Kirche am Gottesdienst teilnahmen, mussten ein paar ausgewählte Bürger durch das Dorf patrouillieren, um mögliche Feuer zu entdecken. Im Grunde waren diese Kirchwachtgänger die Nachtwächter in einem Bauerndorf, wie es Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck nun mal war. Und so gingen wir moderne Kirchwachtgänger von Ort zu Ort und genossen die Geschichte und Geschichten von Stefan Pfannes.

Bürgermeister Hans Seidel versorgte uns mit Fackeln.

Bürgermeister Hans Seidl versorgte uns mit Fackeln.

Pfarrer Schmidhammer-Haus in Maisach
Die erste Station war das Pfarrer Schmidhammer-Haus und das benachbarte Benefiziatenhaus in der Nähe der Maisacher St. Vitus-Kirche. Matthias Schmidhammer war Anfangs des 20. Jahrhunderts ein streitbarer Pfarrer, der die Geschichte des Bauerndorfes stark geprägt hat. Schmidhammer hat es anscheinend so gut in der Gemeinde gefallen, dass er seinen Ruhestand in Maisach verbracht hat.

Teil der Pfarrkirche Maisach ist ein Schwarzbau
Ich wusste beispielsweise nicht, dass ein Teil der Pfarrkirche St. Vitus ein Schwarzbau ist. Stefan Pfannes nannte ihn den schönsten Schwarzbau Maisachs. Die Kirche wurde immer wieder während des Baus vergrößert, auch einmal ohne behördliche Genehmigung. Erst der Bischof erteilte diesem Verstoß bei der Einweihung seinen Segen. Am heutigen Kirchenparkplatz stand zudem das erste Schulhaus der Gemeinde, wie ich auf der zweiten Station unserer Kirchwachtrunde erfuhr.

Der Maisacher Friedhof und die Mär von einer Gruft
Die Maisacher waren erfindungsreich und eine kleine Notlüge hilft dem Tourismus. So ging die Mär, die Maisacher Pfarrkirche habe eine Gruft, in der Kaiser Ludwig der Bayer beigesetzt sei. Pustekuchen. Maisach hat keine Gruft und keinen Kaiser, aber es wäre doch so schön gewesen. Vielmehr ist das Grab von Pfarrer Schmidhammer und anderer lokaler Familien auf dem Friedhof zu finden.

Bayerische Gebietsreform trifft Maisach
Ich hatte bei einer früheren Reise mal Bruno Merk kennen- und schätzen gelernt. Er war damals Innenminister, der die bayerische Gebietsreform vorangetrieben hat und bei vielen Bürgerinnen und Bürgern regelrecht verhasst war. Die Gebietsreform von 1972 war meiner Meinung sinnvoll gewesen, doch war der Streit damals sehr heftig. Ortsarchivar Stefan Pfannes berichtete von der Abgrenzung der Gemeinde im Norden, die durch den Fluss Maisach begrenzt war.

Die Gebietsreform hat tiefe Wunden geschlagen.

Die Gebietsreform hat tiefe Wunden geschlagen.

Das Freibad Maisach und das Wettern der Kirche
Zu wärmeren Zeiten besuche ich mit meiner Familie gerne das Maisacher Freibad. Es ist für mich ein Hochgenuss und gerne unterstütze ich den Betrieb des Bades mit dem Kauf einer Jahreskarte. Früher war das Maisacher Freibad ein klassisches Flussbad, das auch bei den Münchner sehr beliebt war. Sie fuhren nach Maisach mit dem Zug ins Freibad und im Süden zum Maisacher Sommerkeller. Der Sommerkeller gehört heute zu Fürstenfeldbruck und ist ein Swinger Club und hat wohl eine andere Kundschaft als damals. Interessant war, dass der beliebte Pfarrer Schmidhammer massiv gegen den Verfall der Sitten durch das Freibad wetterte. Nun, die katholische Kirche hat den Kampf verloren – das Freibad in Maisach blieb.

Der Strom für Maisach durch die Hallermühle
Die Stromversorgung in der alten Zeit wurde von der Hallermühle erledigt. Die Mühle versorgte das Bauerndorf mit elektrischem Strom. Es war die erste Stromversorgung aus dem Jahr 1910. Die Hallermühle war eine von fünf Mühlen in der Gemeinde Maisach. Interessant ist auch, nach welchem System die Hausnummerierung in der Gemeinde durchgeführt wurde. Es war schon etwas unübersichtlich, wie die Hausnummern in dem Dorf verteilt waren.

Die Schleichwege durch Maisach
Der wichtigste Weg in dem alten Bauerndorf war immer der Weg zur Kirche. Daher gab es in der Gemeinde einige Schleichwege, die wir natürlich auf unserem Kirchwachtgang benutzen mussten. Viele dieser Schleichwege gibt es allerdings heute nicht mehr.

Wein- und Schnapswirtschaften in Maisach
Die Idee einer weiteren Ortsführung wurde vor dem Kramerladen Hans Schamberger geboren: Die Führung durch die Maisacher Wirtshäuser. Die Gemeinde hatte viele Gasthäuser, die im Laufe der Zeit verschwunden sind. So gab es aufgrund eines Weinbergs in Diepoltshofen eine Weinwirtschaft, es gab eine Schnapswirtschaft und natürlich auch die Brauerei und die Traditionswirtschaft Schlammerl, früher Sturmwirt genannt.

Unter Denkmalschutz steht der Kramerladen, für mich einer der schönsten Orte der Gemeinde.

Unter Denkmalschutz steht der Kramerladen, für mich einer der schönsten Orte der Gemeinde.

Der Kramerladen Schamberger steht heute unter Denkmalschutz und verfällt aufgrund eines Streits einer Erbengemeinschaft. Für mich wäre das Haus eines der Schmuckstücke der Gemeinde, was auch Ortsarchivar Stefan Pfannes bestätigte. Ich erinnere mich als Jugendlicher noch den Laden betreten zu haben, aber das ist lange lange vorbei.

Maisachs Adolf Hitler Platz ist heute ein Kreisverkehr
Die Hauptkreuzung von Maisach ist im Osten gewesen bei der Straße, die nach Überacker führte. Durch den Bau des Fliegerhorstes wurde die Verbindung im Süden abgeschnitten. Interessant für mich war, dass der zentrale Platz im Nationalsozialismus der Adolf Hitler Platz war – heute ist ein Kreisverkehr dort zu finden.

Maisacher Brauerei als Attraktion
Die Brauerei Maisach gehört sicherlich zu den Hauptattraktionen des Ortes. Im Sommer gehe ich gerne in den örtlichen Biergarten und trinke die Maisacher Perle und das süffige Kellerbier. Bekannt ist auch das dunkle Räuber Kneissl Bier. Wir durften das Brauereimuseum besuchen und die alten MAN-Dampfmaschine von 1892 besichtigen. Ortsarchivar Stefan Pfannes berichtete humorvoll von der Geschichte der Brauerei, wie die heutigen Eigentümer wohl zu dem Anwesen gekommen seien.

Die Brauerei sei zum Verkauf gestanden und eine Notbremsung des Zuges von München nach Augsburg sorgte für den Besitzerwechsel. Im Brauereimuseum der Brauerei Maisach steht eine alte noch funktionsfähige Dampfmaschine. Brauereimitarbeiter Günther Huber erklärte die Funktionsweise der 1892 gebauten Dampfmaschine.

Weihnachtspakete für Togo

4. Dezember 2017

Vor Weihnachten ist es immer stressig, wenn man ehrenamtlich für eine Hilfsorganisation wie die Aktion PIT Togohilfe bei uns im Dorf Maisach arbeitet. Ich habe eigentlich bis kurz vor Weihnachten Seminare, aber zwei Termine habe ich für mein Ehrenamt freischalten können: Zum einen für das Beladen eines Hilfscontainers, zum anderen für einen Standdienst im Museum fünf Kontinente.

Millimeterarbeit beim Containerbeladen
Aber der Reihe nach: Es zählt jeder Millimeter Platz, wenn ein Container für das afrikanische Land Togo beladen werden muss. Die zahlreichen gespendeten Hilfsgüter müssen auf den Weg nach Afrika gebracht werden. Dieses Mal standen die Pakete für die Patenkinder im Vordergrund. Die Aktion PIT Togohilfe betreut rund 600 Patenkinder. Wer Interesse an einer Patenschaft hat, kann sich gerne bei dem Hilfsorganisation melden, die seit über 35 Jahren aktiv ist. Ich selbst habe mit meiner Firma redaktion42 zwei Patenkinder und kann dafür einstehen, dass die Hilfe ankommt.
So einen riesigen Container auf die Reise zu schicken, das kostet Geld und daher muss der Platz optimal ausgenutzt werden. Ehrenamtliche Lademeister schauen, dass kein Platz verschenkt wird. Im Vorfeld wird genau geklärt, was unbedingt mit auf die Reise muss und was gegebenenfalls warten kann. Meine Frau Doris Ortlieb hat den verdienstvollen Job der Logistik übernommen. Genau zählt sie die Paletten mit den Spenden ab. Hier muss genau Buch geführt werden, denn der Zoll ist genau und gegenüber den Spendern muss Rechenschaft abgelegt werden.

Palette um Palette wird aus dem Lager mit Hubwägen herausgefahren und mit einem Ministapler in den Container gehoben. Ganze Familien haben sich eingefunden, um mitzuhelfen. Jeder hilft wo er kann. So funktioniert Ehrenamt bei uns auf dem Dorf. Es sind Teamplayer, die hier bei der Aktion PIT Togohilfe mitarbeiten.

Margret Kopp beschriftet die Pakete für künstliche Hüften.

Margret Kopp beschriftet die Pakete für künstliche Hüften.

Koordiniert wird die ganze Sache von der Vereinsvorsitzenden Margret Kopp zusammen mit ihrem Mann Christian. Nichts darf vergessen werden. So muss eine Spende von Musikinstrumenten ebenso verladen werden, wie künstliche Hüftgelenke. Diese werden in Togo sehnsüchtig erwartet. Margret Kopp reist dem Container nach Togo hinterher und koordiniert die Operationen anschließend in Togo. Sie hat auch ein deutsches Ärzteteam organisiert, das die Operationen vornimmt.

Eine Glocke aus Unterfranken für Togo
Fasziniert bin ich vor allem von einer Glocke, die auf den Weg nach Togo geschickt wird. Gegossen wurde sie von der unterfränkischen Abtei Münster Schwarzach. Stabil verpackt in einer Kiste wird die 100 Kilogramm schwere Glocke sicher verladen.

Afrikatag bringt Spenden für KISS
Um über die Arbeit der Aktion PIT Togohilfe zu informieren, war ich im Museum Fünf Kontinente mit dabei. Christian Kopp hatte von der Museumsleitung eine Einladung für einen Infostand auf dem Afrikatag des Münchner Museums bekommen. Morgens fuhren wir in das ehemalige Völkerkundemuseum, bauten unseren Stand auf und warteten auf die Besucher. Vom Aufbau habe ich dieses kleine Hyperlapse Video gedreht.

Mein Job war es, an Interessierte Buttons mit Namen aus Togo zu produzieren. In Togo bekommen die Kinder einen Zweitnamen. Dieser richtet sich nach dem Wochentag an dem sie geboren sind. Das Foto zeigt, welcher Name es ist.

Wie heißt du in Togo?

Wie heißt du in Togo?

Die Besucher des Afrikatages nannten mir ihr Geburtsdatum und ich schaute im Netz nach, um welches Tag es sich handelt. Dann produzierte ich einen Button mit dem jeweiligen Namen gegen eine Spende. Ich finde es eine gute, öffentlichkeitswirksame Idee.

Christian Kopp im Gespräch.

Christian Kopp im Gespräch.

Christian Kopp informierte derweil über die Fachthemen. Derzeit sammeln wir Spenden für die Aktion KISS. Es handelt sich um eine Kinder – Schul – Speisung (KISS). Nur 25 Cent kostet eine Mahlzeit im KiSS-Programm für die Kinder in unseren Dorfschulen in Togo. Um ein Kind ein Schuljahr lang mit Schulspeisung zu versorgen, genügen 50 Euro. Nur aufgrund von Bildung gehen Kinder in Togo nicht in die Schule, aber wenn Essen als Anreiz dabei ist, lernen die Schülerinnen und Schüler. Regelmäßiges Essen bedeutet bessere Gesundheit, bessere Konzentration, bessere Schulabschlüsse, bessere Aufstiegschancen und bessere Mitgestaltung. Wer mehr über KISS wissen möchte, kann dies hier tun. Hier ein paar Eindrücke des Afrikatages als Video:

Zudem wurde Kontakte zu anderen Hilfsorganisationen geknüpft. Die Togohilfe Maisach ist ja seit Jahren bei vielen über die Medien bekannt, aber persönliches Kennenlernen der Hilfsorganisationen ist natürlich am besten.
Ein Konzert der Gruppe Seraphin Ministry habe ich auch besucht. Schaut euch den Auftritt mal an.

Afrika-Feeling durch den Togo Kalender

27. November 2017
Der Togo-Kalender der Aktion PIT Togohilfe kostet 5 Euro.

Der Togo-Kalender der Aktion PIT Togohilfe kostet 5 Euro.

Wer noch ein kleines Weihnachtsgeschenk sucht, dem kann ich den Togokalender 2018 der Aktion PIT Togohilfe empfehlen. Wie ihr wisst, bin ich dort ehrenamtlich tätig, weil ich es für richtig halte, etwas für die Menschen in Afrika zu tun. Mein Engagement liegt dabei in zwei Patenschaften, die mein Unternehmen redaktion42 hat, sowie ehrenamtliche Tätigkeit, wie das Beladen von Containern, Unterstützung bei Messen und Ausstellungen und ein wenig Öffentlichkeitsarbeit.

Der Togo-Kalender erscheint seit mehr als 15 Jahren sehr erfolgreich und kostet pro Ausgabe fünf Euro, die auch bei den Menschen in Togo ankommen. Der Druck des Kalenders ist bereits durch das Sponsoring von zwölf Unternehmen gedeckt, die zum Teil seit Jahren den Kalender mit ihrer Werbung unterstützen. Die Fotos des Kalenders wurden 2017 in Togo von Mitgliedern der Aktion PIT geschossen und zeigen die Vielfalt des Landes. Ich war bisher einmal in Togo und nach dem Durchblättern des Kalenders ist meine Reiselust wieder entbrannt. Im Grunde bringt der Kalender das Afrikafeeling für ein Jahr ins Heim, wie es die Vorsitzende der Aktion PIT Togohilfe Margret Kopp aus Maisach sagt.
Der authentische Togo-Kalender ist nicht nur für Einzelpersonen gedacht. Es gibt einige Unternehmen, die als Firmengeschenk diesen Kalender an ihre Kunden oder ihre Belegschaft verteilen – das finde ich gut und unterstützenswert.
Bestellungen nimmt natürlich die Aktion PIT auf ihrer Website entgegen. Fünf Euro, die meiner Meinung nach richtig investiert sind.

Bei einer Messe in München verkaufe ich den Kalender.

Bei einer Messe in München verkaufe ich den Kalender.

Stammtischparolen entgegenwirken durch Infos über Togo

20. Oktober 2017

Wie die Leser dieses Blogs wissen, engagierte ich mich ehrenamtlich für die Aktion PiT – Togohilfe Maisach, weil ich es für eine gute Sache halte. Es ist wichtig, den Menschen in Afrika eine Chance auf ein Leben in ihrem Land zu geben. Dazu trägt die Maisacher Togohilfe seit über 35 Jahren bei.
Eine besonders sinnvolle Art der Lobbyarbeit macht dabei die Vorsitzende des Verbandes Margret Kopp. Um das Thema Togo und Afrika immer wieder ins Gespräch zu bringen, diskutierte sie vor kurzem auf dem 48. Andechser Europatag der Paneuropa-Union. Sie zeigte den Anwesenden Hintergründe über das afrikanische Land auf.

Die Vorsitzende der Togohilfe berichtet auf dem 48. Andechser Europatag der Paneuropa-Union über Togo.

Die Vorsitzende der Togohilfe berichtet auf dem 48. Andechser Europatag der Paneuropa-Union über Togo.

Die ehemals deutsche, dann französische Kolonie vereinige auf einem Gebiet, das kleiner als Bayern sei, über 40 Stämme – „echte Völker mit unterschiedlichen Sprachen, Traditionen, Lebensgewohnheiten und Jahresabläufen“. Die zufällig gezogene Linealgrenze trenne die meisten von ihnen von ihrem Stamm im jeweiligen Nachbarland; mit dem Staat Togo könnten sie sich schwer identifizieren. „Auf diese Situation lassen sich europäische Demokratievorstellungen nicht übertragen“, so Margret Kopp. Sie rief daher die Politikwissenschaftler auf, eine dem angepasste Demokratieform zu entwickeln. Ähnlich vielfältig sei die Religionslandschaft, von Katholiken, Protestanten und Sekten über den Islam und Naturreligionen bis zum Vodoo-Kult. Das gestalte das Zusammenleben schwierig, schaffe aber auch Modelle dafür, „wie man miteinander auskommen kann.“
Togo sei sehr arm, es fehle an Bodenschätzen und Wertschöpfung. 80 Prozent der Bevölkerung lebten von ihren Feldern, für Handel gebe es weder Kaufkraft noch Infrastruktur. Ein großes Potential sei jedoch der Kinderreichtum – „50 Prozent sind unter 18! Und wollen was lernen und was machen.“ Eine kleine Schicht von gut ausgebildeten Leuten sei ebenfalls zum Handeln bereit, etwa in Europa perfekt ausgebildete Ärzte, die mit etwas Unterstützung daran arbeiten, auch am Land, wo es keine medizinische Versorgung gibt, Grundvoraussetzungen für ein Gesundheitssystem zu schaffen.
Durch solche Aktionen und Hintergrundgespräche schaffen wir Bewusstsein, wie es in anderen Teilen der Welt zugeht. Ich finde dieses Engagement sehr wichtig, denn durch Information wird Klarheit geschaffen und ich freue mich, dass ich mich in so einem Verein ehrenamtlich engagieren kann, um den Stammtischparolen entgegen zu wirken.

Maisacher Festwoche: Mein erster Einzug aufs Volksfest

20. August 2017

Marschieren ist ja überhaupt nicht so mein Ding, dieses Mal habe ich eine Ausnahme gemacht. Ich bin beim Festeinzug der Maisacher Vereine zum Zelt auf der Festwiese mitmarschiert. Es war der Startschuss für die 43. Maisacher Festwoche, die in meinem Dorf westlich von München im Landkreis Fürstenfeldbruck stattfindet.
Nachdem ich mich ehrenamtlich für die Maisacher Togohilfe ein wenig engagiere, fragte die Vorsitzende Margret Kopp, ob meine Frau und ich nicht beim Einzug der Maisacher Vereine dabei sein wollen. Wollten wir und schon stellte sich die Frage, was ziehe ich an?

Outfit für einen Festeinzug
Wir sind schließlich in Oberbayern und da gehört Tracht zum normalen Outfit. Meine Frau griff in den Schrank und holte eines ihrer Dirndl heraus und sah fantastisch aus. Ich habe weder Lederhose noch Haferlschuh und will mich nicht verkleiden. Landhaus-Mode, wie auf der Wiesn bald wieder zu sehen, hasse ich und ich will mich nicht anbiedern. Also bin ich in Freizeit-Dress mitmarschiert: Weißes Hemd, beige Hose, blauweiße Fliege. Als modischen Gag setzte ich einen Florentiner Strohhut auf, der wegen seiner Kreisform und seines gezackten Randes auch Kreissäge genannt wurde. Wegen seiner Herkunft von den Seeleuten wurde er im englischen Raum auch Boater, im französischen Canotier oder Matelote genannt. Passt nicht ins oberbayerische Dorfleben, war mir aber egal.

Die Gattin sah wieder mal wunderschön aus.

Die Gattin sah wieder mal wunderschön aus.

Startschuss vor dem Rathaus
Vor dem örtlichen Rathaus versammelten sich die Maisacher Vereine. Die Gemeinde Maisach umfasst zahlreiche Ortsteile und ist auch die flächengrößte Gemeinde im Landkreis. Und die Gemeinde verfügt über ein (noch) gesundes Vereinsleben: Sportler, Schützen, Trachtler, Musiker, Chöre, Pfarrjugend, Feuerwehr, Schäfer- und Bulldogstammisch und eben auch die Aktion Pit Togohilfe Maisach. Meine Frau ist in der Vereinswelt eher zu Hause und kannte viele Leute. Ich kenne viele Teilnehmer vom Sehen her und nickte freundlich zu. Aus früherer Zeit, als ich noch Berichterstatter der Lokalzeitung war, kannte ich noch die Honoratioren des Dorfes und wurde auch vom Volksfestreferent freundlich begrüßt.

Die Togohilfe Maisach nahm am Festumzug zur Maisacher Festwoche teil.

Die Togohilfe Maisach nahm am Festumzug zur Maisacher Festwoche teil.

Zur Einstimmung gab es vor dem Rathaus ein Standkonzert der Luitpold Musikanten Germerswang und dann ergriff der CSU-Bürgermeister das Wort. Hans Seidl begrüßte artig die Teilnehmer und natürlich auch die Ehrengäste. Er erwähnte extra Katrin Staffler als Vertreterin des Kreistages. Es waren zwar andere Kreisräte auch vor Ort, aber die Dame ist zufällig auch CSU-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis und so funktioniert das eben bei uns. Die Schützen gaben Böllerschüsse als Startsignal ab und schon ging es los.

Programm der Maisacher Festwoche
Seit 25 Jahren ist Jochen Mörz mit seinem Festzelt bei uns am Ort und ich erinnere mich an die Zeitungskollektive, die ich vor 25 Jahren über ihn geschrieben habe, als sich Jochen Mörz das erste Mal im Dorf vorstellte. Ich glaube, er macht mit seinem Festzeltbetrieb einen guten Job und nach dieser Festwoche stehen die Verhandlungen für die nächsten Jahre an. Mein Gefühl: Die Chancen auf Verlängerung stehen gut.
Es hat sich auch einiges getan, damit die Maisacher Festwoche attraktiver wird. In diesem Jahr gab es erstmalig zur Maisacher Festwoche das „Maisacher Familienherz“. Eine gestaltete Pappschachtel beinhaltet 2 Biermarken, 4 Marken für alkoholfreie Getränke, 2 Hendlmarken, 3 Gutscheine für Pommes (Speisen und Getränke) und je 4 Fahrchips für Autoskooter und das Kinderkarussell.
Obwohl es sicherlich nicht mein Ding ist, schaue ich beim 1. Maisacher Bierturnier vielleicht vorbei. Was verbirgt sich dahinter? Dort gibt es die Disziplinen Fingerhakeln, Masskrugstemmen, Hau den Lukas und Bierdeckelweitwurf sowie Wettzapfen. Ja, wir sind auf dem Land. Ich glaube, es wird eine riesen Gaudi.
Musikalisch hat die Maisacher Festwoche einiges zu bieten und eine bayerische Lokalgröße hat sich angesagt: LaBrassBanda schaut auf ihrer Bierzelttour 2017 auch in Maisach vorbei. Das zieht sicherlich Besucher aus nah und fern ins Dorf.
Als meine Kinder klein waren, waren wir zudem immer Besucher der Schafausstellung. Ich genoss die Stimmung und kam mir in die Serie „der Doktor und das liebe Vieh“ versetzt. Dieses Jahr gibt es die Schafausstellung auch und eine Neuerung ebenso: Während andere eine Bierkönigin, Milchkönigin, Rosenkönigin oder Weinkönigin haben, so hat meine Gemeinde Maisach künftig eine bayerische Wollkönigin.

Weil die Hilfe ankommt - wichtig in unserer Zeit.

Weil die Hilfe ankommt – wichtig in unserer Zeit.

Der Gang durchs Dorf
Zurück zum Einzug der Vereine. Wir von der Togohilfe postierten uns hinter der Maisacher Blaskapelle und waren eher am Ende des Festzugs dabei. Belo, ein freundlicher Togolese in afrikanischer Tracht, trug das Schild, das uns als Togohilfe identifizierte. Daneben gingen die Vorsitzende Margret Kopp und ein Vereinsmitglied, beide auch in togolesischen Gewändern. Dann kamen meine Frau und ich, gefolgt von Togolesen in bayerischer Tracht, Lederhosen und Dirndl. Wir waren also eine ganz schön bunte Truppe, die durch den Ort marschierte. Blaskapelle voran und wir hinterher. Links und rechts der Straßen zum Festplatz standen Maisacher Bürger und winkten, klatschen und freuten sich. Das ganze Dorf war auf den Beinen, zumindest einige Bewohner. Die Straßen waren von der Polizei abgesperrt und in Zeiten des Terrors tut es gut, wenn die Polizei bei solchen Veranstaltungen Flagge zeigt. Mein ausdrücklicher Dank an die Beamten, die hier ihren Dienst tun.
Viele Maisacher lachten uns an. Aber natürlich lag es nicht an mir, sondern vielmehr an den Togolesen in ihren bunten, farbenfrohen Klamotten oder in bayerische Tracht. Sie waren ein echter Hingucker. Immer wieder wurde mit dem Smartphone gefilmt oder fotografiert. Am letzten Kreisel standen zwei fesche Damen von der Gemeindeverwaltung mit Klemmbrett, die eifrig etwas notierten. Am Festplatz standen die ganzen Fahnenabordnungen der Vereine und wir schritten hindurch. Es war ein großartiger Empfang.

Ein Schlag zum Anzapfen
Im Festzelt von Jochen Mörz angekommen fanden wir unseren Platz relativ weit hinten. Traditionsvereine haben einen besseren Blick auf die Bühne und bekamen von der Musik mehr mit. Der Bieranstich durch den Bürgermeister ging ratz, fatz vor sich. Hans Seidl brauchte einen Schlag und das Fass war angezapft, ein Profi halt. So schnell, dass die örtliche Lokalpresse zu spät auf den Auslöser drückte. Ich kann mir schon vorstellen, welchen Anschiss es dann wieder in der Redaktion später gegeben hat. Festwoche ohne Foto vom Bieranstich – geht gar nicht. Am Platz angekommen verteilte die Vorsitzende der Togo-Hilfe je eine Biermarke an jeden Mitmarschierenden.

Die ganze Sache war genau abgezählt und es gab auch eine Durchsage, dass zuviel ausgegebene Biermarken bei der Gemeinde wieder abzugeben sind. Sind wir denn im Schwabenland oder gar Schottland? Aber die Damen, die am Kreisel mit Klemmbrett bewaffnet waren, führten genau Buch, wieviele Leute bei welchem Verein mitmarschieren und entsprechende Marken gab es dann auch. Ja, so funktioniert Deutschland. Übrigens, es gibt von der örtlichen Brauerei Maisach ein eigenes süffiges Märzen, das sich durch eine höhere Stammwürze auszeichnet.

Zusammen im Festzelt.

Zusammen im Festzelt.

Es zog ein Unwetter auf, das richtig heftig war. Die Mitarbeiter vom Festwirt haben in Windeseile die Schotten dicht gemacht und waren jederzeit Herr der Situation.  Im Zelt spürte man kaum etwas davon, was aber auch an den zwei Mass Bier liegen konnte. Bei strömenden Regen bin ich dann heimgewankt. Schön war es.