Ostern ist das wichtigste und höchste Fest des Christentums, weil es die Auferstehung Jesu Christi und damit den Sieg des Lebens über den Tod feiert. Im Mittelpunkt steht die Botschaft, dass Leid, Schuld, Angst und selbst der Tod nicht das letzte Wort haben. Für Christen ist Ostern deshalb das große Fest der Hoffnung, der Erneuerung und des Vertrauens auf Gottes rettende Nähe. Die Auferstehung Jesu wird als Zeichen dafür verstanden, dass neues Leben möglich ist, selbst dort, wo Menschen an Grenzen stoßen oder keinen Ausweg mehr sehen.
In der Pfarrkirche St. Vitus in Maisach wurde die Osternacht feierlich vom Ostersingkreis musikalisch begleitet.
Zugleich steht Ostern für einen neuen Anfang. Es erinnert daran, dass Dunkelheit in Licht verwandelt werden kann und dass Gottes Liebe stärker ist als Verzweiflung und Vergänglichkeit. Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen nach Halt, Sinn und Zuversicht suchen, behält diese Botschaft ihre besondere Kraft. Ostern lädt dazu ein, über das eigene Leben nachzudenken und neue Hoffnung zu schöpfen. Deshalb ist Ostern weit mehr als ein Frühlingsfest oder ein schöner Brauch – es ist das zentrale Symbol christlicher Hoffnung und der Kern des Glaubens.
Was passt musikalisch besser zu Weihnachten als christliche Musik? Nun, seit November liegt die Sammlung Trouble No More – The Bootleg Series Vol. 13 von Meister Bob Dylan vor und ich hatte nun zwei Monate Zeit, diese ungewöhnliche Phase Dylans zu lauschen.
Gleich vorweg: Mit den fundamentalistischen christlichen Inhalten der Aufnahmen von 1979 bis 1981 hab ich zeitweise meine Schwierigkeiten. Ich akzeptiere seine Hinwendung zum Christentm, bin ihm aber nicht gefolgt, getreu seinem Motto „Don’t follow Leaders“. Und dennoch sind wahnsinnig intensive Aufnahmen herausgekommen und es war richtig, diese uns endlich offiziell zur Verfügung zu stellen. Der Gospel-Dylan ist eine weitere Maske des Musikers und zeigte wohl Ende der siebziger Jahre zeitweise sein wahres Gesicht. Voller Inbrunnst sind seine Lieder, seine Interpretationen und seine Suche nach dem Heiland. Immer wieder rutscht er in den christlichen Fundamentalismus ab, das alte Testament ist allgegenwärtig, nach dem Motto „wer nicht für mich ist, der ist gegen mich“. Aus dieser Haltung heraus, schreibt man nicht einfach ein lockeres Liebeslied. Seine Liedeslieder dieser Phase sind eine Verehrung an Gott, dem Heiland und die Erlösung, die er bringt. Von Lockerheit und Selbstironie ist in dieser Phase bei Dylan nichts zu spüren. Verehrung und Ehrfurcht dagegen um so mehr. Es tauchen immer wieder textliche und musikalische Perlen auf, die klar machen, welcher Meister hier schreibt und singt. „Every Grain of Sand“ sei nur genannt und allein bei diesem Song ist klar, weshalb dieser Mann einen Nobelpreis für Literatur bekam: „In the time of my confession, in the hour of my deepest need, When the pool of tears beneath my feet floods every newborn seed, There’s a dying voice within me reaching out somewhere, Toiling in the danger and the morals of despair.“
Die Sammlung von Aufnahmen grenzt die Zeit der offiziellen Dylan-Alben „Slow Train Coming“ (1979), „Saved“ (1980) und „Shot Of Love“ (1981) ein und bringt zahlreiche Demos. Aber vor allem die Live-Aufnahmen sind interessant. Ich habe mir gleich die DeLuxe-Version von Trouble No More – The Bootleg Series Vol. 13 gekauft und ein Unboxing gedreht.
Das Deluxe-Box-Set mit 8 CD und einer DVD. enthält ein schön gemachtes Hardcover-Buch mit einer Einführung von Dylan-Forscher Ben Rollins sowie Liner-Notes von Amanda Petrusich, Rob Bowman und Penn Jillette. Für Dylanologen ist es interessant, bei einem Glas Wein das Buch zu lesen, um Dylans christliche Phase vielleicht besser verstehen zu können.
Ich habe nur einen Bootleg und das war das Toronto-Konzert, das auch nun offiziell erhältlich ist. Interessanter ist da schon da für mich der Mitschnitt von „Shot Of Love“ vom Konzert in Avignon 1981.
Etwas nervös, war ich als ich mir den Konzertfilm „Trouble No More: A Musical Film“ ansah, der als NTSC-DVD der Box beilegt. Die Musik ist grandios und Dylan habe selten zuvor so ernsthaft erlebt. Wer will, kann sich das Konzert mit Spoken-Word-Passagen des Schauspielers Michael Shannon („Take Shelter“) aus der Feder des Schriftstellers Luc Sante ansehen. Das hätte ich besser nicht gemacht. Das ist schrecklicher christlicher Fundamentalismus pur und tut nur weh. Beim zweiten Ansehen, habe ich dies ausgeblendet und nur die hervorragenden Konzertmitschnitte angehört. Das reicht dann auch mit Christentum und Erlösung durch Gott.