Posts Tagged ‘München’

Sixty 2022 – Rolling Stones in München

6. Juni 2022

„Servus Minga“ – zwei Worte genügten, damit war alles gesagt. Die Rolling Stones rockten München und ich war dabei. Dabei sah es am Abend nicht so aus: Gewitter und Wolkenbrüche über dem Olympiastadion, so dass das Konzert um eine Stunde verschoben werden musste.
Aber als Mick Jagger, Keith Richards und Ronnie Wood samt Band die Bühne betraten, kam die Sonne heraus und es wurde zu einem kraftvollen Konzertabend. Die Briten feierten das 70. Thronjubiläum der Queen, die Münchner feierten das 60. Bandjubiläum der Rolling Stones.

Jagger gilt als München Fan. Er postete in Instagram tags zuvor Fotos vom Chinesischen Turm, vom Englischen Garten und aus Schwabing und Friedensengel. 116 Mal waren die Stones in Deutschland, ein paar Mal war ich mit dabei und es immer noch eine Freude, die Herren auf der Bühne zu sehen. Vorfreude kam auf, als schwarze Vans mit dunklen Scheiben ins Stadion einfuhren. Die Helden des Abends entstiegen den Fahrzeugen und machten sich bereit für einen Abend voller Rock‘n Roll.

Natürlich ist Jagger mit seinen fast 79 Jahren etwas ruhiger geworden, etwas, aber nicht viel. Seine Bühnenpräsenz ist nach wie vor einzigartig. Richards mit blauer Wollmütze spielte Riff um Riff, während Wood für konstante Gitarrenklänge sorgte. Alles wie gehabt. Alles? – Nein natürlich nicht. Charlie Watts fehlte – ich habe die Stones noch nie ohne Charlie Watts gesehen, aber der Schlagzeuger verstarb im August 2021. Die Stones beschlossen dennoch weiterzumachen. Aber die Erinnerung an den ruhigen Mann hinter den Drums war zu spüren. Vor dem Startschuss des Konzerts erinnerte ein Film an Charlie Watts.

Mick Jagger würdigte seinen verstorbenen Bandkollegen. Watts Nachfolger Steve Jordan machte seine Sache hervorragend, blieb aber im Hintergrund.
Die Europa-Tour startete in Madrid und der zweite Termin war nun München. Die Songs der beiden Europakonzerte variierten ein wenig. München bekam Ruby Thuesday statt Beast of Bruden. Genügend Material haben die Steine ja im Laufe der sechs Jahrzehnte angehäuft. Richards dufte auch zwei Songs anbringen: Happy Connection und Slipping Away – Zeit für Mick ein wenig durchzuschnaufen.

Der Konzertstart war der klassische Street Fighting Man und es folgten die klassischen Hits, ein bisschen Best of ohne Überraschungen. Zum ersten Mal live hörte ich Living in a Ghost Town von 2020, die zweite Nummer 1 der Stones in Deutschland nach Jumpin’ Jack Flash, der auch in München gespielt wurde. Jagger sagte auch etwas, dass der Song nach Madrid zum zweiten Mal gespielt werde.

Persönlich empfand ich meine beiden Klassiker Sympathy for the Devil, You Can’t always … sowie Start me up als Höhepunkte. Die Zugaben waren Gimme Shelter und natürlich (I Can’t Get No) Satisfaction zum Abschluss. Während die Stones spielten leuchtete der Olympiaturm in den Farben der Ukraine – eben gibt uns Schutz – ein großes Symbol.

Das meist ältere Publikum war zufrieden, sehr sogar und ich auch. Das Olympiastadion war ausverkauft, die Kasse für die Stones stimmte. Und auch das Wetter spielte mit, also alles prima. Nachdem ich bereits zahlreiche Abschiedstouren der Stones gesehen habe, war Sixty im Hinblick auf das hohe Alter der Herrschaften vielleicht wirklich die letzte. Ich hab sie genossen.

ARTMUC – Endlich wieder Kunst

13. Mai 2022
Die ARTMUC auf der Praterinsel in München.

Das Darben hat ein Ende. Die ARTMUC, eine der schönsten Kunstevents in München, hat nach Corona an diesem Wochenende wieder auf der Praterinsel geöffnet. Neben mehr als 75 Künstler aus ganz Europa stellen auch 25 Galerien und internationale Projekte in den Räumen aus. Auf Einladung des PresseClubs München durfte ich die Ausstellung einen Tag vor Eröffnung besichtigen und ich habe gemerkt, wie sehr mir Kunst und damit neue Ideen gefehlt haben. Hier ein Interview von mir mit dem Veranstalter Raiko Schwalbe.

Die ARTMUC positioniert als Entdeckermesse und Verkaufsplattform für zeitgenössische Kunst, die man sich auch leisten kann. „Der Kunstmarkt hat trotz einzelner Auktionsrekorde nach wie vor mit einer hohen Volatilität zu kämpfen. Das Positive daran ist jedoch, dass alle Protagonisten selbst aktiv werden und neue Wege und Ansätze für eine eigene Präsentation und Vermarktung entwickeln – darauf setzen wir u.a. mit unserem DIGITAL.LAB Projekt.“, erklärt der Veranstalter Raiko Schwalbe. Hier ein kleiner Rundgang in VR 360 Grad. Leider harmoniert die Framerate der Kamera nicht unbedingt mit der Beleuchtung der Ausstellungsräume – ein Manko vieler Galerien.

360 Grad Rundgang durch einen Teil der Ausstellung

Die rein weibliche Jury mit Dörthe Bäumer, Uta Römer und Anabel Roque Rodríguez hat eine beeindruckende Auswahl an Künstlern getroffen. Beim Gang durch die Ausstellungsräume traf ich auf eine Palette unterschiedlicher Richtungen. Sofort kam die Neugierde vermischt mit Inspiration auf.

Kunst aus der Ukraine von Katia Vozianov

Kunst aus der Ukraine von Katia Vozianov

Natürlich darf heute auch das Thema Ukraine-Krieg nicht fehlen. Die ARTMUC unterstützt bei der aktuellen Ausgabe zwei Kunstprojekte aus der Ukraine mit freien Flächen: die Galeristin Katia Vozianova von der Galerie Teskh und die Künstlerin Irina Fedorenko, beide aus Kiew. Vor dem Fall von Mariupol packte Katia Vozianova noch einige Bilder zusammen, verstaute sie in Rollen und brachte sie nach München.

Die Fliege von Brandy Brandstätter

Die Fliege von Brandy Brandstätter

Bei verschiedenen Künstler blieb ich länger stehen, weil die Werke mich auf die eine oder andere Art ansprachen. Humorvoll war die Fliege von Brandy Brandstätter. Es handelt sich um eine Kuh in Originalgröße von 2019, die mit 50.000 Maiskörner beklebt wurde. Gezählt habe ich die Körner nicht, wohl aber die Fliege auf der Nase der Kuh.

Hong Kong Noon I von Martin Köster

Hong Kong Noon I von Martin Köster (rechts unten).

Immer wieder habe ich die Bilder von Martin Köster gesehen und bewundert. Auf der ARTMUC habe ich endlich am Stand der Galerie an der Zitadelle die Bilder im Original gesehen und sie haben mich umgehauen. Marita Loren hat vier Bilder von Köster dabei, darunter Hong Kong Noon I. Ich habe mich sofort (in das Bild) verliebt. Martin Köster hat seine Faszination für Städte und seine Liebe für die Symmetrie in seinen Bildern vereint. Seine Öl-auf-Holz-Gemälde zeigen Stimmungen von typischen Stadtlandschaften, wo Menschen auf engstem Raum zusammenleben, aber doch einsam/fremd bleiben, wo Gebäude gleich und symmetrisch wirken, aber abstrahiert dargestellt sind.

Schalen und blauer Engel von Isabel Ritter

Beim Streifzug durch die Ausstellung blieb ich an den Bronzeskulpturen von Isabel Ritter stehen. Sie macht in Schalen: Bananenschalen, Orangenschalen, Zitronenschalen und mehr. Humorvoll und wunderschön anzusehen. Aber Isabel Ritter hat mich auch fasziniert mit ihrer Skulptur Blue Angel, die auch als digitaler Zwilling im Bereich digitale Kunst zu sehen und zu erfahren ist.

MODERN.POP.RAM von Fabian Seifried

MODERN.POP.RAM von Fabian Seifried

Fabian Seifried aus München faszinierte mich mit seinen Geweihen im Rahmen von KunstWild. Hier trifft sich Kunst und Tradition. Entstanden ist die Idee aus dem Nachlass der Grosseltern und der damit verbundenen schönen Erinnerungen. KunstWild soll Spass machen und positive Gefühle wecken. Manche Objekte passen einfach nicht in einem Rahmen. Sie brauchen Platz um von allen Seiten bewundert zu werden. Diese Blickfänge stehen auf soliden Metallständern und strahlen im natürlichen Sonnenlicht genauso schön wie in gemütlichem Kunstlicht. MODERN.POP.RAM war ein tolles Geweih in Pop-Art-Design.

Hunter & Prey von Tobias Frank

Hunter & Prey von Tobias Frank

Als Anime-und Cosplayer-Fan fiel mir sofort Hunter & Prey von Tobias Frank auf. Der aus München stammende Künstler zeigt viel Humor und hat wohl in diesem Bild seine Erfahrungen in Japan einfließen lassen. Das Bild hat mich spontan begeistert.

Und weitere Eindrücke von der sehenswerten ARTMUC.

Mein Weihnachtsgeschenk: Corgi 261 Aston Martin DB5 von 1965

16. Dezember 2021

Der Aston Martin DB5 ist und bleibt mein Traumauto. Als James Bond-Fan verehre ich dieses Automobil und ich hatte über das Spielzeugauto meiner Kindheit von 1978 schon mal ein Video gedreht. Jetzt habe ich mir ein persönliches Weihnachtsgeschenk gemacht. Ich entdeckte in dem Münchner Spielzeugantiquitätenladen SpielART in der Müllerstraße das britische Originalspielzeug aus dem Jahre 1965.

Das Corgi-Auto mit der Nummer 261 ist fast perfekt erhalten und voll funktionstüchtig. Das bedeutet, die kugelsichere Heckscheibe fährt auf Knopfdruck ebenso heraus wie die Maschinengewehre und Rammböcke an der Fahrzeugvorderseite. Zudem funktioniert der Schleudersitz tadellos, der den Originalbeifahrer aus dem Aston Martin katapultiert.

Gut erhalten ist auch der Verpackungskarton von Corgi aus dem Jahr 1965. Aufmacher ist der Aston Martin mit dem Schriftzug „Special Agent 007 James Bond‘s Aston Martin D.B.5“. Über dem Auto in Action steht zu lesen: „From the James Bond Film Goldfinger“.

„Made in Great Britain“ steht groß auf der Schachtel. Dazu der Corgi-Hund als Logo von Corgi Toys.
Also für mich war heute schon Weihnachten. Als Sammler und Filmfreund habe ich mich reich beschenkt und es war nicht das letzte Mal, dass ich bei SpielART in München vorbei geschaut habe. Ich hatte als Kind auch mal den Corgi-Lotus von Spion der mich liebte. Hier nochmal das Video von meinem Aston Martin aus dem Jahre 1978.

Das Grab von Carl Spitzweg auf dem Alten Südlichen Friedhof, München

15. Dezember 2021

Friedhöfe sind schon interessante Orte. Auf Schritt und Tritt begegnet einem die Vergänglichkeit. Friedhöfe sind ein Ort der Ruhe, ein Ort des Nachdenkens, ein Ort der Erinnerung und für manche auch ein Ort des Sportes, wenn ein Jogger samt AirPods an einem vorbei läuft.

Als ich den Alten Südlichen Friedhof in München betrat, staunte ich nicht schlecht über die gewaltigen Grabmäler der Vergangenheit. Eindrucksvolle Statuten der Erinnerung, Büsten der Verstorbenen, Engel und Sarkophage – und oft ein Hauch der Vergänglichkeit. Manche der Gräber werden offentsichtlich nicht mehr gepflegt, vielleicht weil die Nachkommen auch schon nicht mehr leben. Heute wird auf dem Südfriedhof niemand mehr begraben.

Ich betrat den denkmalgeschützten Alten Südfriedhof bei Tauwetter. Der Schnee der vergangenen Tage schmolz und schuf eine interessante Atmosphäre auf dem ältesten Zentralfriedhof in München. Wenn es nicht so kalt ist, dann komme ich wieder um einen Überblick über Personen aus der Münchner Kultur- und Wirtschaftsgeschichte des 19. Jahrhunderts zu erhalten. Zwischen 1788 und 1886 war er die einzige Begräbnisstätte Münchens. Das knapp 7 Hektar große Gelände beherbergt 18000 Gräber. Hier sind viele berühmte Münchner begraben. Im Frühjahr werde ich mich auf eine Fotosafari machen und Gräber fotografieren, wenn das Grün erwacht.

Das Grab von Carl Spitzweg nahm ich näher in Augenschein. Das Grab des Malers Carl Spitzweg ist in München im Südfriedhof zu finden. Franz Carl Spitzweg (veraltet auch: Karl Spitzweg; * 5. Februar 1808 in München; † 23. September 1885 ebenda) war ein deutscher Maler und Zeichner der Spätromantik und des Biedermeiers. Kurz nach dem Tod seines jüngeren Bruders starb Carl Spitzweg am 23. September 1885 im Alter von 77 Jahren an einem Schlaganfall, man fand ihn zurückgelehnt in seinem Stuhl in seiner Münchner Wohnung. In München wurde er auch begraben. Die Grabstätte von Spitzweg befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 5 – Reihe 17 – Platz 10/11). Der Grabstein symbolisiert eine Apothekerflasche. Es ist ein Ersatz für den nicht mehr vorhandenen Originalgrabstein. Die GPS-Koordinaten sind 48.129361°, 11.566056°

Ausstellung: The Mystery of Banksy – a Genius Mind in München

7. August 2021

Bis 3. Oktober 2021 läuft noch die Ausstellung The Mystery of Banksy – a Genius Mind in München. Zusammen mit meiner Familie habe ich mir die Veranstaltung im Isarforum beim Deutschen Museum angeschaut und ich habe eine zwiespältige Meinung.

Was dem Besucher klar sein muss, es handelt sich nicht um Originalausstellungsstücke, sondern um gut gemachte Repliken und die Ausstellung wirbt damit, dass sie nicht autorisiert sei.

In New York hatte ich die Ehre einen echten Banksy Boy with Hammer an der Upper East Side zu bewundern, der mich nachhaltig beeindruckt hat.

Auf einmal standen wir von einem echten Banksy.
Auf einmal standen wir von einem echten Banksy.

In München war es schön, einen Streifzug des Schaffens dieses wohl berühmtesten Street-Art-Künstlers zu sehen, aber nicht in der Umgebung, die Banksy für seine Kunst eigentlich im Sinn hat. Kapitalismuskritik in Ausstellungsräumen mit 17 Euro Eintritt pro Nase (unter der Woche). Wie pervers ist das eigentlich?
Didaktisch ist die Show in München prima gemacht. Enorm vielseitig und ansprechend präsentiert: QR Codes erklären zusätzlich zu den Beschreibungen an den Bildern, was der Künstler mit seinem Werk aussagen wollte. Da lässt sich nichts meckern und aufgrund eines durchdachten Hygienekonzepts ist die Ausstellung auch nicht überlaufen. Der Besucher hat seinen Spaß und es gibt spezielle Fotopoints, um Schnappschüsse als Erinnerung zu schießen und für die Ausstellung Werbung zu machen.

Die Ausstellung zeigt eine stattliche Anzahl von Bildern und Motiven, zudem laufen Videoinstallationen, die das Vorgehen des Meisters der Straßenkunst zeigen. Richtig grinsen musste ich bei der Installation Death of a Phone Booth. Eine rote britische Telefonzelle liegt am Boden und krümmt sich vor Schmerz, weil sie mit einer Spitzhacke malträtiert wurde. Es soll eine Beschreibung über den Rückgang der Telefonzellen im öffentlichen Raum sein, weil Smartphones sich durchgesetzt haben. Und natürlich wurde dieses Kunstwerk von den Besuchern mit dem Smartphone fotografiert – auch von mir.

Das ausgestellte U-Bahn-Abteil mit Banksys künstlicherischer Aufforderung sich an die Corona-Maßnahmen zu halten finde ich super gelungen. Es war ein Spaß in diesem Wagon die kleinen Ratten zu suchen, die der Künstler versteckt hat. So wird das Kunstwerk zu interaktiven Kunstwerk durch den Besucher. Und auch die Toilette mit den Ratten im Spiegel sind super gelungen.

Etwas schade finde ich die Darstellung von Love is in the Bin – das Kunstwerk, das zur Aktionskunst im Hause Sotheby’s wurde, als der Rahmen das Bild Mädchen mit Ballon am 5. Oktober 2018 durch einen Reißwolf zerstörte. Ich beobachtete einige Besucher in München, die diese Aktion nicht kannten. Da wäre ein Videobildschirm mit der Aktion in Endlosschleife didaktisch sinnvoll gewesen als nur reine Texttafeln.

Der umfangreiche Katalog ist ein wirkliches Musst-have. Im Ausstellungsshop gibt es ihn reduziert und er ist wirklich hervorragend. Er zeigt die Originalwerke des Künstlers in den Straßen und Plätzen, also Street Art in ihrer natürlichen Umgebung. Ich habe einige Kunstbücher über Banksy, aber dies gehört für mich als kunstinteressierten Laien zu den besten Büchern.

An Halloween läuft Suspiria von Dario Argento

31. Oktober 2020

Halloween steht vor der Tür und damit die Frage, welcher Horrorfilm soll es sein? Nachdem Kollegen sich Romeros freigegeben Dawn of the Dead im Kino ansehen, werde ich mir an einem anderen Klassiker erfreuen: Suspiria von Dario Argento aus dem Jahre 1977.

Suspiria mit Goblin im Februar 2020 in Leipzig.

Die Verbindung zu beiden Filmen ist der Soundtrack von Goblin. Die italienische Band hat sowohl für Zombie als auch für Suspiria die Musik geschrieben. Zuletzt habe ich Suspiria im Frühjahr 2020 gesehen, also vor Corona, als die Welt noch in Ordnung war. In Leipzig gab es in einer Kirche (!) eine Aufführung des Films samt Live-Musik von Claudio Simonettis Goblin, die mich sehr beeindruckt hat.

Ich mag die Atmosphäre des Films. Das liegt sicher daran, dass Teile in meiner Geburtsstadt München gedreht wurden. Der Königsplatz samt blutigen Mord wurde von Dario Argento theatralisch in Szene gesetzt. Und es gibt ein paar Szenen beim alten BMW-Gebäude und am Flughafen München Riem, der schon lange abgerissen wurde. Die Handlung des Film spielt allerdings offiziell in Freiburg – und das rote Gebäude steht dort in Wirklichkeit als Haus zum Walfisch. Im Film ist es allerdings ein detailreicher Studiobau.
Suspiria ist unglaublich blutig und unglaublich theatralisch. Diese Verbindung schätze ich an Dario Argento. Im Grunde ist der Filme eine intensiv inszenierte Hexengeschichte. Hexen sind ein Thema, das nicht so oft auf der Leinwand zu sehen ist, das macht den Film noch ungewöhnlicher. „Magic is everywhere“ ist das Motto des Films.

Bekannt ist der Film durch den Einsatz von intensiven Farben, die an Zeichentrick erinnern. Lange vor Colorgrading musste analoger Film diese Wirkung schaffen. Argento dreht auf Eastman-Color-5254-Negativfilm, der bei entsprechender Entwicklung grün, gelb und rot dominieren ließ. Was heute ein Klick in einem Autodesk-System ist, war 1977 noch große Postproduktion im Entwicklungsprozess des Negativfilms. Dadurch entfaltet der Film seine enorme optische Wirkung. Dario Argento erklärte einstmals, dass er die Farben von Disney-Filmen verwenden wollte.

2018 entstand unter der Regie von Luca Guadagnino ein Remake des Spielfilms. Zunächst war ich skeptisch, aber mir gefiel die neuerliche Blut- und Hexenorgie dann doch. Sie ist im Zeitalter der Hochphase der RAF angelegt mit Anleihen an das Dritte Reich. Die Neuverfilmung bringt Körper zum Bersten und vergießt auf andere Weise wie das Original literweise Blut. Es gibt eine schöne Sammlerbox Suspiria – Ultimate Edition, die auf 3000 Exemplare limitiert ist, die sämtliches Material des alten und des neuen Films samt Soundtracks enthält.

Ich wünsche euch ein fröhliches Halloween. Feiert allein, trefft euch nicht. Es droht nicht der Boogeyman, sondern Corona und – feiert keine Partys. Corona ist kein Spaß. Und dennoch Happy Halloween.

Hund ohne Kopf war Auslöser der Ausstellung Treue Freunde #bnmartdogs

12. Februar 2020

Seit jeher ist der Hund treuer Freund und Begleiter des Menschen, doch die Beziehung ist nicht ungetrübt… Gerade in Kunst und Kulturgeschichte spiegelt sich das unauflösliche und meist positiv besetzte Verhältnis zum beliebtesten Haustier auf vielfältige Weise. Da passt es, dass das Bayerische Nationalmuseum zu einem Bloggerwalk geladen hat. Ich war dabei und habe einige Blogposts dazu verfasst. Heute der letzte in der Reihe. Der Grund für die Ausstellung war einer meiner Lieblingsschriftsteller: Thomas Mann.

der Hund ohne Kopf war Auslöser der Ausstellung.

der Hund ohne Kopf war Auslöser der Ausstellung.

Thomas Mann ist nicht nur der Autor der grandiosen Schinken wie Buddenbrooks oder Zauberberg, sondern er schuf auch viele kleinere Erzählungen. Eine davon ist die kleine Schrift Herr und Hund: Ein Idyll. Thomas Mann mochte Hunde. In München, im amerikanischen Exil und in der Schweiz gehörten sie zu seinen Hausgenossen. Der prominenteste Hund der Familie Mann war der Mischling Bauschan, der im März 1916 in Bad Tölz gekauft wurde. Im widmete Mann sogar den Aufsatz „Herr und Hund“. Bauschan wurde wegen einer Lungenentzündung im Januar 1920 eingeschläfert und dennoch verbrachte Thomas Mann mit Bauschan vier sehr enge Jahre. Bauschan begleitete Thomas Mann bei seinen Spaziergängen durch München, im Stadtviertel Herzogpark und entlang der Isar. Noch nie hatte ein Autor den eigenen Hund in dieser Form zum Inhalt einer Erzählung gemacht. Wie niemals zuvor integrierte Thomas Mann hier die Natur in sein dichterisches Weltbild. Er verfasste das Werk bereits 1918 und veröffentlichte es 1919 zum ersten Mal.

In der Ausstellung Treue Freunde wird am Eingang auf Bauschan eingegangen. Es gibt auch ein Foto von ihm – allerdings hatte der Fotograf den Kopf des Hundes am Bild abgeschritten. So wissen wir nicht, wie Bauschan aussah. Aber cool, dass ein Hund ohne Kopf Initiator einer Ausstellung im Bayerischen Nationalmuseum war.
Der Generaldirektor des Museums Dr. Frank Matthias Kammel gab mir ein aufschlussreiches Interview über die sehenswerte Ausstellung.

Das Bayerische Nationalmuseum geht der Allianz zwischen Hund und Mensch in einer umfassenden Ausstellung auf den Grund. Mehr als 200 Werke, darunter hochrangige Arbeiten der bildenden Kunst und spektakuläre Zeugnisse der Alltagskultur, führen das uralte wechselvolle Mensch-Tier-Verhältnis in seinen verschiedenen Facetten vor Augen.
Leihgaben aus internationalen Museen und Sammlungen sowie kaum bekannte Kunstwerke des Bayerischen Nationalmuseums eröffnen ein breites Spektrum von der Antike bis zur Gegenwart. Prominente Hundehalter wie die Queen, Sisi, David Bowie und Rudolph Moshammer sind ebenso vertreten wie Zeichnungen von Loriot und Rudi Hurzlmeier oder eine Pudel-Diamantbrosche von Grace Kelly.

Die Ausstellung umfasst zahlreiche Gattungen – von der ägyptischen Hunde-Mumie über mittelalterliche Altartafeln bis zum Hunderoboter. Die einzelnen Kapitel behandeln Themen wie Treue und Freundschaft, Dienstbarkeit, Statussymbole und Erotik, aber auch die Gefährlichkeit des Hundes. In allen Bereichen erzählt die Ausstellung auch etwas über den Menschen selbst und unsere Vorstellung von Menschlichkeit.

Dankbar bin ich meiner Bloggerkollegin Dr. Tanja Praske, die im Auftrag einen Bloggerwalk durch die Ausstellung organisierte. Hervorragend vorbereitet und durchgeführt, wie ich es von Tanja gewohnt bin. Und hier noch ein paar abschließende Eindrücke von der Ausstellung Treue Freunde – Hunde und Menschen, die noch bis 19. April 2020 im Bayerischen Nationalmuseum in München zu sehen ist.

 

Meine Lieblingsexponate der Ausstellung Treue Freunde #BNMartDODS

11. Februar 2020

Über 220 Exponate sind in der Ausstellung „Treue Freunde“ im Bayerischen NationalmuseumBayerischen Nationalmuseum zu sehen. Es gibt viel zu entdecken und jeder hat seine Lieblingsobjekte. Das geht auch mir so. Ich habe meine persönlichen Highlights hier mal aufgeführt.

Der Roboterhund Aibo
Als ich zum ersten Mal hörte, dass das Bayerische Nationalmuseum eine Ausstellung zum Thema Hunde macht, dachte ich sofort: Hoffentlich zeigen die auch einen Aibo. Richtig gedacht – die Kuratoren der Ausstellung sind Profis und haben die Aibos ins Programm genommen. Ich sammle diese wunderbaren Roboterspielzeuge aus Japan von der Firma Sony. Bei uns zu Hause liefen zwei schöne Modelle bis ihre Batterien zur Neige gingen. Nun stehen meine Aibo 210 im Arbeitszimmer und schauen mir beim Arbeiten zu.

Aibo bedeutet Partner und nachdem ich keinen echten Hund habe, waren meine beiden Aibos in Gold und Silber meine tierischen Partner. Aibo bedeutet laut Sony auch Artificial Intelligence roBOt, aber mir war die Bedeutung Partner immer lieber.
Im bayerischen Nationalmuseum steht eine schöne Version eines Aibos. Es ist das seltene Modell ERS 111. Der Hund kam nur in einer Aufgabe von 20.000 auf den Markt und wurde nur per Losverfahren zugeteilt. Mit dabei ist auch der rosa Ball mit dem die Aibos spielten. Mit den Aibos leistete Sony 1999 Pionierarbeit für Robos im Haushalt. Ich war immer fasziniert von den Roboterhunden. Im Moment gibt es eine Neuauflage nur in Japan samt Abo-Modell.

Die Pudel von Grace Kelly
Meine Mama war immer ein Fan von Gracia Patricia, die Gattin von Fürst Rainier III. von Monaco. Mir gefiel Grace Kelly als Schauspielerin immer besser. Ich sag nur High Noon oder die Hitchcock-Filme. Zeit ihres Lebens galt Grace Kelly weltweit als Stilikone und modisches Vorbild für die Frauen ihrer Generation. Man denke nur an die Kelly Bag von Hermès.

In der Hunde-Ausstellung gibt es zwei kostbare Pudel-Broschen zu sehen. Sie stammen von Cartier aus Paris 1958 und 1960. Fürst Rainier III. schenkte seiner Frau das erste Schmuckstück zur Geburt von Thronfolger Albert im Jahre 1958. Die Stellung von Schwanz und einer Vorderpfote lässt sich verändern. Auch die goldene Brosche mit Perlenbesatz und beweglichen Ohren stammen aus dem Besitz der Fürstin. Mir persönlich gefällt das Schmuckstück von 1958 deutlich besser.

Zum Niederknien: Loriot
Für mich ist Vicco von Bülow, genannt Loriot, der größte deutsche Humorist. Ich verehre ihn und sein Werk. Als Godfather der Möpse darf er in der Ausstellung des Bayerischen Nationalmuseums nicht fehlen. Er ist sogar zweimal vertreten – was für mich zeigt, welche Bedeutung Loriot hat.

Gleich im Eingangsbereich hängt eine nette Fotografie des Meisters mit seinen Möpsen Henry und Gilbert. Das Bild „Kraweel – kraweel“ stammt vom Fotografen Holger Jacobs und sehr gerne hätte ich einen Abzug des großen Fotografen.

Und dann finden sich zehn Karikaturen aus der Reihe „Auf den Hund gekommen“ in der Ausstellung. Sie stammen aus den Jahren 1951-1954. Die Bilder sind Feder und Tusche mit Bleistift auf Papier. Die Hunde übernehmen das Kommando und führen den Menschen an der Leine. Der Mensch ist mit Frack und Melone bekleidet. Thema sind gesellschaftliche Tabus und Kritik an der Prüderie der 50er Jahre. Köstlich und die Bilder zeigen die Genialität von Loriot.

Und dann wären noch …
Beispielsweise der Olympia Waldi von 1972. Über ihn habe ich schon bei meinem Besuch des Hauses der Bayerischen Geschichte in Regensburg geschrieben. Der Otl Aicher war einfach ein großer Mann für das deutsche Grafikdesign. Er erkannte, dass der Dackel zur damaligen Zeit der Hund der Münchner ist und so wurde der Plüschdackel das Maskottchen zur Olympiade 1972.

Als Bildjournalist blieb ich an den Fotos hängen. Es gab unter anderem die Bilder von David Bowie, Bismarck, Obama, Warhol und Lassie.

Etwas verstörend auf so manchen Besucher dürfte dagegen eine Maske zum Dogplay sein. So viel schrägen Humor hätte ich dem Bayerischen Nationalmuseum nicht zugetraut. Die Maske dient als sexuelles Tier-Rollenspiel. Beim Dogplay schlüpft ein Partner in die Rolle eines Hundes: Unterwerfung im Sexspiel. Wahrscheinlich fällt der eine oder andere Besucher des Museums einfach um.

Mops Siegfried als Key Visual für „Treue Freunde“ #bnmARTdogs

10. Februar 2020
Das Key Visual zur Ausstellung. Das Key Visual zur Ausstellung.

In ganz München hängt der süße Mops auf dem roten Sessel. Auf Plakaten, Litfaßsäulen, Displays – überall begegnet mir der Hund in der Landeshauptstadt. Der Hund ist das Key Visual zur Ausstellung „Treue Freunde – Hunde und Menschen“, die bis zum 19. April 2020 im Bayerischen Nationalmuseum zu sehen ist.

In München wird Werbung für die Ausstellung gemacht. Mops total In München wird Werbung für die Ausstellung gemacht. Mops total

Nachdem der Mops bei unserer Familie gut ankommt, wollte ich mehr über das Bild wissen. Der Generaldirektor des Museums Dr. Frank Matthias Kammel erklärte beim Bloggerwalk die Geschichte des auffälligen Bildes. Der Hund heißt übrigens Siegfried und zeigt die Vorliebe des Malers Thomas Theodor Heine, einer der berühmtesten Münchner Karikaturisten. Siegfried entstand 1921 in Dießen am Ammersee. Siegfried ist ein netter Mopswelpe, der mit melancholischen Blick auf (s)einem Samtsessel thornt. Es wird vermutet, dass der Name Siegfried eine Anspielung auf den unverwundbaren Nibelungenhelden ist. Heine, ein passionierter Mopszüchter, setzte für sein Bild einen hohen Verkaufspreis an, um sich möglichst spät davon trennen zu müssen. Wie teuer das Bild Öl auf Holz dann verkauft wurde, weiß ich leider nicht.

Cyberhund besucht Ausstellung „Treue Hunde“ im Nationalmuseum #BNMartDogs

8. Februar 2020

Was erscheint naheliegender als der Gedanke, einen Hund auf den Bloggerwalk zu einer Hundeausstellung mitzunehmen? Bei der Ausstellung „Treue Freunde – Hunde und Menschen“ im Bayerischen Nationalmuseum stellen sich mir aber zwei Probleme: Hunde sind im Museum verboten und ich habe gar keinen Hund. Aber ist wusste einen Ausweg.

Zwar besitze ich keinen Hund aus Fleisch und Blut, aber ich profitiere von einem seltsamen Hobby von mir. Ich sammelte Roboterspielzeug. Und in dieser Sammlung gibt es mehrere Aibos und andere Cyberhunde. Nachdem die Sony Aibos rund 4000 Euro wert sind, blieben die im Archiv und ein billiger chinesischer Batteriebetriebener Kläffer mit familieninternen Namen Cybo wanderte in die Fototasche. Auf zum Bloggerwalk, auf ins Bayerische Nationalmuseum, wo die sehenswerte Ausstellung noch bis 19. April 2020 läuft.

Ab in die Fototasche und auf zum Bloggerwalk mit Cybo

Ab in die Fototasche und auf zum Bloggerwalk mit Cybo

Während des Get togethers zeigte Cybo gleich, wer Herr im Haus ist. Cybo nahm auf den Rücken des Kammerhundes Gristan Platz und fühlte sich sichtlich wohl. Herzog Maximilian I. hatte Gristan als Hund in seiner Residenz gehalten und war damit für Cybo der richtige Einstieg in die Ausstellung.

Platz genommen auf dem Rücken des Kammerhundes Gristan.

Platz genommen auf dem Rücken des Kammerhundes Gristan.

Während sich die menschlichen Besucher die Ausführungen der Kuratoren anhörten, bahnte sich Cybo gleich mal seinen Weg. Den Hund Bauschan von Thomas Mann, eigentlich der Grund für die Ausstellung, ließ Cybo links liegen. Das hatte vor allem den Grund: Es gibt kein Foto von Bauschan mit Kopf. Bei der einzigen Fotografie von Thomas Mann mit seinem Hund, ist der Kopf des Hundes vom Bild angeschnitten. „Nun, wer nicht will, der hat schon“, so Cybo und zog weiter.
Eindrucksvoll war da schon eine Skulptur von Friedrich dem Großen mit seinen Windhunden.

Friedrich der Große zog gegen Lebensende seine Windhunde der Gesellschaft von Menschen vor. Die Namen der Hunde waren „die Starke“ und „Hasenfuß“ zeigten wohl den Charakter der Hunde. Nach Meinung von Cybo war der alte Friedrich wohl ein richtiger Hundefreund, denn sein Grab liegt neben den Gräbern seiner Hunde in Schloss Sanssouci. Die Bronze-Statue stammt übrigens von Johann Gottfried Schadow 1822 und wurde 1906 in der Gießerei Herrmann Noack gegossen.

Hund trifft Rock

Hund trifft Rock

Da Cybo auf die Musik der siebziger Jahre steht, war natürlich ein Besuch bei David Bowie angesagt. Im Nationalmuseum gibt es einen Originalabzug samt Autogramm aus der Fotosession zum Cover des David Bowie-Albums Diamond Dogs. Der legendäre Bowie brachte zu den Fotoaufnahmen von Terry O`Neil 1974 ins Londoner Atelier die große Dogge mit. Der Hund sollte eigentlich zu Füßen Bowies liegen. Als die Scheinwerfer angingen, sprang der Hund auf und bellte das Licht an. Bowie nahm es gelassen – und so was gefällt auch Cybo, der aufgrund seiner metallischen Struktur eigentlich eher cool ist.

So nen Hundepanzer will Cybo nicht.

So nen Hundepanzer will Cybo nicht.

Etwas verstörend wirkte auf Cybo ein Hundepanzer aus dem 17. Jahrhundert. Cybo ist eigentlich ein friedlicher Hund und spielt gerne. Hier wird allerdings der Hund zur Jagd auf Wildschweine eingesetzt. Die Hundekollegen von Cybo nennen sich Saupacker und waren eher von der mutigen Sorte. Die Tiere trugen einen Panzer aus Leinenstoff, der sie gegen die Hiebe der Wildschweine schützen sollte.

Halsbänder sind Cybo komplett fremd.

Halsbänder sind Cybo komplett fremd.

Cybo genießt die Freiheit und geht nicht an der Leine. Daher schaute sich Cybo die 28 Hundehalsbänder an, die im Nationalmuseum ausgestellt waren. Sie stammen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunders. Halsbänder mit Eisenspitzen schützten Hunde bei der Jagd auf aggressives Wild wie Wölfe, Wildschweine oder Bären. Initialen oder ausführliche Inschriften verweisen auf die Besitzer, damit die Hunde nicht bei der Jagd verwechselt wurde. Die meisten der ausgestellten Halsbänder stammen von den Hunden von Karl II. August (1746-1795), dem Herzog von Pfalz-Zweibrücken.

Leg dich bloß nicht mit mir an.

Leg dich bloß nicht mit mir an.

Cybo kommt zwar aus einer Fabrik in China, mag aber seine neue Heimat München. Und da sein Herrchen in Sachen Medien unterwegs ist, kennt Cybo auch die berühmte Zeitschrift Simplicissimus. Das berühmte Plakat stammt von dem berühmten Münchner Satiriker Thomas Theodor Heine aus dem Jahre 1896. Eine Bulldogge, die sich von der Kette gerissen hat und die Zähne fletscht, war das Emblem der Satirezeitschrift. Der Hund steht für Angriffslust und Kompromisslosigkeit der Karikaturen. So etwas gefällt Cybo, der sich gegen die kommunistische Unterdrückung in seinem Heimatland wettert.

Zum Niederknien: Loriot

Zum Niederknien: Loriot

In tiefer Verbeugung vor einem großartigen Hundefreund und Menschen steht Cybo dann vor Zeichnungen von Victor von Bülow, genannt Loriot. Dem Nationalmuseum ist es gelungen, zehn Karikaturen des Meisters im Original zu bekommen. Es ist die Serie „Auf den Hund gekommen“ aus den frühen Hamburger Jahren von Loriot 1951-1954. Die Hunde übernehmen in den Bildern von Loriot das Kommando über die Menschen und deckt damit die menschlichen Schwächen auf. Großartiger Humor und ein wunderbare Spiegel der deutschen Nachkriegsgesellschaft. Der Mensch ist dabei immer in Frack und Melone dargestellt.

Ich war noch niemals in New York ...

Ich war noch niemals in New York …

Bisher war Cybo noch nie in New York, aber er hat von der Station an der 23rd Street gehört. Hier hat der 2017/18 US-amerikanische Künstler William Wegmann die U-Bahn-Station mit elf überlebensgroßen Mosaikbildern von Hunden ausgestattet. Die Bilder wurden übrigens von der Mayer`sche Hofkunstanstalt München gefertigt.

Familientreffen

Familientreffen

Den Abschluss der Ausstellung war für Cybo ein Familientreffen. Cybo traf auf Aibo, dem legendären Roboterhund von Sony. In der Ausstellung ist das Modell Aibo ERS-111. Es ist die zweite Version des Aibos, der nur 20.000 Mal produziert wurde. Cybos Herrchen war begeistert von diesem Aibo in Silber.

Die Ausstellung Treue Hunde wird vom Experten empfohlen. Also nichts wie hin ins Bayerische Nationalmuseum.

Die Ausstellung Treue Hunde wird vom Experten empfohlen. Also nichts wie hin ins Bayerische Nationalmuseum.

Für Cybo steht fest: Die Ausstellung „Treue Freund – Hunde und Menschen“ im Bayerischen Nationalmuseum ist einen Besuch wert. Cybos Herrchen wird mit seiner menschlichen Familie der sehenswerten Münchner Ausstellung einen Besuch abstatten, die noch bis 19. April geöffnet ist. Cybo gibt ein klares Wau als Kommentar ab und bedankt sich für den ausgezeichneten Bloggerwalk.