Posts Tagged ‘Skulptur’

Die ARTMUC und das große Versprechen der Kunst

9. Mai 2026

Es gibt Momente in einer Stadt, in denen man plötzlich spürt, dass sie mehr ist als Pflaster, Fassaden und Verkehrslärm. Dass unter der Oberfläche des Alltäglichen etwas pulsiert, das sich nicht in Nützlichkeit übersetzen lässt. München erlebt solche Momente zweimal im Jahr, wenn die ARTMUC ihre Tore öffnet und das MTC an der Ingolstädter Straße im Norden der Stadt für ein Wochenende zu einem Ort wird, an dem die Zeit sich anders anfühlt als sonst. Auf Einladung des PresseClubs München bekamen die Mitglieder eine Führung von der Kunsthistorikerin Mirjam Gaschler.

Die ARTMUC ist Bayerns größte hybride Kunstmesse und wurde im Jahr 2014 gegründet. Ein vergleichsweise junges Kind also im großen Konzert der europäischen Kunstmessen — und doch ist sie in dieser kurzen Zeit zu etwas geworden, das weit über eine bloße Verkaufsveranstaltung hinausragt. Hier ein Video mit meinen Eindrücken.

Sie ist ein Versprechen. Das Versprechen, dass Kunst nicht nur in den weißen, klimatisierten Sälen der großen Museen existiert, nicht nur für jene, die ihre Ausbildung in Kunstgeschichte hinter sich haben oder die Sprache der Hochkultur fließend sprechen. Sondern dass sie mitten unter uns lebt — greifbar, käuflich, menschlich. Ich habe mehrere Stunden verbracht und interessante Gespräche geführt – und auch Kunst erworben. Sehr fein ein kurzer Austausch mit Wiener Kunstprofessor Felix Haspel.

Die ARTMUC fokussiert eine deutliche Steigerung der Sichtbarkeit von Künstlerinnen und Künstlern und deren Förderung sowie der Außenwahrnehmung Münchens als Kunst- und Kulturstadt. Das klingt nach einem Leitbild aus dem Marketingprospekt, und doch steckt dahinter eine echte Haltung, die man spürt, sobald man durch die Hallen geht. Raiko Schwalbe, der Gründer und Veranstalter der Messe, ist nicht der Typ, der mit glänzenden Schuhen und kühlem Lächeln durch die Gänge flaniert. Er ist morgens schon mit dem Team unterwegs, um zu putzen oder den Müll wegzuräumen. Das ist keine Anekdote am Rande. Das ist eine Aussage über die Seele dieser Veranstaltung. Amort Anton hat mich fasziniert mit seinem Schleifbild auf Edelstahl.

Die exklusive Kunstmesse wurde 2014 in München gegründet und beschreibt sich selbst als Bayerns größte hybride Kunstmesse. Im Zentrum steht weiterhin die Idee, Künstlerinnen und Künstlern, Galerien, Verbänden und Projekten eine bezahlbare Plattform für den direkten Kontakt mit einem breiten Publikum zu bieten. Bezahlbar — dieses Wort verdient es, kurz innezuhalten. Die Kunstwelt hat ein Demokratieproblem. Wer einmal durch die Art Basel geschlendert ist, weiß, wie schnell Kunst zu einem Statussymbol gerinnt, zu einem Vehikel für Reichtum, zu einer Währung in Kreisen, in denen über Millionen mit derselben Lässigkeit gesprochen wird wie über den Wochenmarkt. Die ARTMUC setzt dagegen. Die Preise beginnen zum Teil schon bei 100 Euro und gehen hinauf in den mittleren fünfstelligen Bereich. Das ist kein Hobby-Basar, aber es ist auch kein exklusiver Klub. Es ist ein Raum, in dem jemand, der noch nie ein Kunstwerk besessen hat, das erste Mal den merkwürdigen Schwindel erleben darf, vor einem Bild zu stehen und zu denken: Das könnte bei mir zu Hause hängen. Das könnte meines sein. Andrea Wich aus Olching wohnt quasi um die Ecke. Leider war die Künstlerin nicht am Stand, so dass ich nur die Bilder ansehen konnte.

Dieser Gedanke ist emotional aufgeladener, als er auf den ersten Blick wirkt. Denn Kunst zu kaufen bedeutet nicht, Kunst zu konsumieren. Es bedeutet, in eine Beziehung einzutreten. Mit dem Werk, mit dem Menschen dahinter, mit einem Stück Gegenwart, das man festhalten möchte. Mika van Dot aus Greifenberg hat mich mit deinem Schnittstelle zwischen Ponitilismus und digitaler Kunst fasziniert.

Und damit sind wir beim großen, unbequemen Thema: Kunst als Markt. Es gibt kaum einen Widerspruch, der so tief in das kollektive Unbehagen schneidet wie dieser: Kunst und Geld. Wir wollen Kunst rein, erhaben, frei von Kalkulation. Wir wollen den Künstler als Getriebenen, als Seismographen des Menschlichen, der schafft, weil er nicht anders kann. Und gleichzeitig wissen wir, dass ohne Markt keine Kunst überlebt — nicht auf Dauer, nicht in einer Form, die über das Private hinausgeht. Corinna Mikeler aus Rammingen hat mich fasziniert und ich habe mir einen Druck gekauft.

Die Geschichte ist da eindeutig. Die Medici haben Michelangelo nicht aus reiner Menschenliebe finanziert. Die großen Auftraggeber des Barock haben nicht selbstlos für die Verbreitung des Schönen gesorgt. Der Kunstmarkt ist so alt wie die Kunst selbst. Was sich verändert hat, ist seine Sichtbarkeit — und seine Ehrlichkeit darüber. Eine Kunstmesse wie die ARTMUC macht diesen Zusammenhang sichtbar, anstatt ihn zu verschleiern. Die Preisschilder hängen offen. Die Gespräche zwischen Künstlerinnen und Besuchern finden statt, nicht hinter den Kulissen von Galeriegesprächen, sondern direkt, Auge in Auge, Mensch zu Mensch. Das ist, bei allem romantischen Unbehagen, eine Form von Ehrlichkeit.

Das Angebotsspektrum der Kunstmesse umfasst Malerei, Illustration, Radierung, Fotografie, Skulptur sowie auch Performance, Objekt- und Digitalkunst. Diese Breite ist kein Zeichen von Beliebigkeit, sondern von Lebendigkeit. Ein Markt — und damit auch ein Kunstmarkt — ist ein Ort des Austauschs, des Dialogs, des Aushandelns von Bedeutung. Was wert ist, was bleibt, was weitergetragen wird: Das entscheidet sich nicht allein in den Redaktionen der Kunstmagazine oder den Jurys der Biennalen. Es entscheidet sich auch dort, wo jemand vor einem Gemälde stehen bleibt, nicht weitergeht und schließlich fragt: Was kostet das?

Ich habe einen Tag voller kreativer Impulse, spannender Entdeckungen und inspirierender Begegnungen erlebt — abseits des Mainstreams. Abseits des Mainstreams: Das klingt nach einem Marketing-Versprechen, ist aber, wer durch die Hallen der ARTMUC geht, ein zutreffendes Gefühl. Hier hängt keine institutionell abgesicherte Kunst. Hier zeigen Menschen, die noch ringen, die noch suchen, die noch nicht wissen, ob ihr Weg sie tragen wird.

Seit ihrer Gründung im Jahr 2014 verzeichnet die ARTMUC ein stetiges Wachstum. Lediglich Corona hat da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber die Messe hat sich erholt — und mehr noch, sie hat sich geöffnet. Nach den ersten Schritten der ARTMUC auf dem internationalen Kunstmarkt zwischen 2023 und 2025 in Dubai, der Türkei und Indien verstärkt das Team um Veranstalter Raiko Schwalbe den Gang nach Asien und legt einen ersten Fokus auf China. Die ARTMUC verweist auf ihre Aktivitäten der vergangenen Jahre und will 2026 den Fokus stärker nach Asien ausbauen. Das ist kein eitles Streben nach Größe. Es ist die Erkenntnis, dass Kunst kein nationales Projekt ist. Dass das Gespräch, das ein Bild beginnt, keine Sprachgrenze kennt.

Yan Sun, internationale Kunstsammlerin aus München, geboren in Yantai in China, engagiert sich leidenschaftlich für Kunst und kulturellen Austausch. Ihr Anliegen ist es, dass die Welt in Frieden zusammenwächst — denn: Kunst verbindet, Wirtschaft belebt. Dieser Satz, so einfach er klingt, trägt eine große Wahrheit in sich. Kunst verbindet, weil sie das Inkommensurable kommunizierbar macht — das Gefühl, das keine Worte hat, die Erfahrung, die kein Bericht erfassen kann. Und ja: Wirtschaft belebt, weil ohne die materielle Grundlage, ohne den Markt, ohne den Preis, der sagt „das hat Wert“, die meisten Künstlerinnen und Künstler früh scheitern würden, nicht an ihrem Talent, sondern an der schieren Unmöglichkeit, vom Schaffen zu leben.

Wenn ich so einen Maitag durch die großen Hallen des MTC geht, wenn das Licht durch die Hallenfenster fällt und auf hunderte von Werken trifft, wenn das Murmeln der Besucher sich mit dem leisen Kratzen von Pinseln an der Live-Malstation mischt, dann spürt man etwas, das schwer zu benennen ist. Es ist nicht Ehrfurcht — dafür ist die ARTMUC zu ungekünstelt, zu warm, zu menschennah. Es ist eher so etwas wie Erleichterung. Die Erleichterung, dass es das noch gibt. Orte, an denen Schönheit verhandelt wird, ohne dass man einen Anzug braucht. Orte, an denen ein junger Künstler aus der Ukraine neben einer Galerie aus der Schweiz ausstellen kann, wo eine chinesische Sammlerin Terrakotta-Figuren mitbringt, die an die älteste und kostbarste Tradition ihres Landes erinnern, und wo ein irischer Streetart-Künstler namens FinDAC live vor den Augen der Besucher ein Bild entstehen lässt. Hier ein kurzer Austausch mit FinDAC.

Fast 450 Bewerbungen sind beim Messeteam eingegangen — und das MTC bietet famose Ausstellungsmöglichkeiten. 450 Menschen, die gesagt haben: Ich will gesehen werden. 450 Stimmen, die einen Platz im Gespräch beanspruchen. Nicht alle können kommen. Aber dass sie fragen, dass sie anklopfen, dass sie an eine Messe glauben, die in einer Industrie-Location im Münchner Norden stattfindet und nicht in den Tempeln der Hochkultur — das sagt alles über die Wirkung der ARTMUC.

München ist eine reiche Stadt. Sie hat exzellente Museen, hochkarätige Galerien, eine traditionsreiche Kunstszene. Aber Reichtum kann auch lähmen. Er kann Kunst in sichere, institutionell abgesicherte Bahnen drängen, in der alles schön und teuer und weit weg vom Leben der meisten Menschen ist. Die ARTMUC stört diese Ordnung ein bisschen. Nicht laut, nicht aggressiv, aber beharrlich. Sie sagt: Kunst gehört nicht nur denen, die sie sich leisten können. Sie gehört denen, die sie fühlen wollen.

Und das, am Ende, ist das eigentliche Versprechen dieser Messe. Nicht die Preisliste. Nicht die internationale Vernetzung. Nicht die Zahlen. Sondern das Gefühl, das entsteht, wenn jemand vor einem Bild stehen bleibt — und plötzlich weiß, dass er oder sie nicht mehr ganz dasselbe ist wie vorher.

Ein stilles Mahnmal im Herzen Münchens – der Hofgarten erinnert an Opfer, Verlust und Hoffnung

2. November 2025

Irgendwie kennt es kaum ein Besucher meiner Geburtsstadt München, obwohl es eigentlich zentral liegt und eindrucksvoll ist.Das Kriegerdenkmal im Hofgarten in München liegt am östlichen, tiefer gelegenen Ende des Gartens direkt vor der Bayerischen Staatskanzlei und erinnert ursprünglich an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Münchner. Die Masse der Besucher strömt in den Hofgarten und besucht den Pavillon, das Denkmal wird kaum besucht.

Die Anlage wurde 1924 in Anwesenheit Kronprinz Rupprechts von Bayern eingeweiht und bis 1928 in allen Details vollendet. Gestaltet wurde sie als versunkene, rechteckige Anlage aus Muschelkalk mit einer begehbaren Gruft in ihrem Zentrum. Vier abgewinkelte Treppen führen von den Längsseiten hinab in einen Vorraum, dessen Reliefs marschierende Soldaten sowie ein Gräberfeld zeigen.

In der Mitte liegt die offene Gruft aus Travertinblöcken: Zwölf massive Steinblöcke tragen eine rund zwei Meter starke, etwa 250 Tonnen schwere Deckenplatte; an ihren Schmalseiten führen Stufen zur überlebensgroßen Figur eines gefallenen Soldaten hinab. Diese eindringliche Skulptur schuf Bernhard Bleeker; der Gesamtentwurf des Denkmals entstand in Zusammenarbeit des Bildhauers Karl Knappe mit den Architekten Thomas Wechs und Eberhard Finsterwalder.

Die Inschriften fassen Sinn und Widmung des Ortes zusammen: An der Westseite der Deckenplatte steht „Sie werden auferstehen“, an der Ostseite „Unseren Gefallenen“. Im Innenraum findet sich die Widmung des Bayerischen Kriegerbundes „den 13.000 gefallenen Heldensöhnen der Stadt München 1914–1918“. Nach Kriegsbeschädigungen im Zweiten Weltkrieg wurde das Denkmal in vereinfachter Form ohne die ursprünglich angebrachten Namen der Gefallenen wiederhergerichtet; die Namenslisten gingen verloren. Zugleich ergänzte man im Innenraum eine zusätzliche Widmung für die Opfer der Jahre 1939–1945 (Gefallene, Vermisste und Luftkriegsopfer Münchens). Damit wurde der Gedenkort in der Nachkriegszeit bewusst auf beide Weltkriege bezogen.

Ein prägnantes Detail der Rezeptionsgeschichte betrifft die Materialgeschichte der Skulptur: Bleekers Figur des toten Soldaten war ursprünglich aus rotem Marmor gearbeitet. 1972 ersetzte man sie aus konservatorischen und sicherheitlichen Gründen durch einen Bronzeabguss, das Marmoralter befindet sich seitdem im Bayerischen Armeemuseum in Ingolstadt. Diese Maßnahme bewahrte das künstlerische Erscheinungsbild am Ort und schützte zugleich das empfindlichere Original.

Städtebaulich und erinnerungskulturell wirkt das Kriegerdenkmal als stiller Gegenpol zur repräsentativen Architektur ringsum: Der Besucher steigt von der offenen Gartenfläche in eine vertiefte, kühle Gedenkarchitektur hinab, die bewusst Konzentration und Innenschau fördert. Durch seine klare Formensprache und die liegende Figur fand das Münchner Denkmal in der Zwischenkriegszeit weite Beachtung; Motive wurden in zahlreichen Kriegerdenkmälern im süddeutschen Raum aufgegriffen – oft sogar mit der Münchner Inschrift „Sie werden auferstehen“. Bis heute steht die Anlage unter Denkmalschutz und bildet, unmittelbar hinter der Staatskanzlei gelegen, einen der eindrucksvollsten Gedenkorte der Stadt, an dem künstlerische Qualität, architektonische Strenge und die Mahnung gegen das Vergessen zusammenkommen.

Skulptur in München: Henk Visch: Present Continuous

25. Januar 2024

Wenn ich ein wenig Zeit habe, interessiere ich mich für Kunst in meiner Geburtsstadt München. Jetzt habe ich mir vor der Hochschule für Fernsehen und Film die Skulptur Present Continuous des Bildhauers Henk Visch angesehen.

Die Haltung der Figur; die ihren Blick zur Erde richtet, suggeriert ein stilles Suchen, versinnbildlicht durch den roten Seh- oder Gedankenstrahl. Dieser setzt sich im Inneren des Gebäudes fort. Als ein poetischer Welt-Erforscher verkörpert das Werk ein Staunen über die Rätselhaftigkeit der Existenz, aber auch den Wunsch nach Selbstvergewisserung in den unfassbaren Dimensionen Raum und Zeit. Das Kunstwerk entstand von 2007 bis 2011 aus Aluminium und Kunststoff.

Henk Visch, geboren am 27. Dezember 1950 in Eindhoven, Niederlande, ist ein renommierter Bildhauer, dessen Werke durch ihre Vielseitigkeit, Tiefe und künstlerische Ausdruckskraft beeindrucken. Visch hat im Laufe seiner Karriere eine beeindruckende Bandbreite von Skulpturen geschaffen, die in verschiedenen Materialien und Stilen ausgeführt sind.

Der Künstler begann seine kreative Reise an der Kunstakademie in ’s-Hertogenbosch, wo er Bildhauerei studierte. Sein Interesse an der Formgebung und seinen unkonventionellen Ideen entwickelte er weiter an der Kunstakademie in Arnheim, wo er von 1973 bis 1977 studierte. Vischs Arbeiten zeichnen sich durch ihre Vielseitigkeit und ihre Fähigkeit aus, eine emotionale Verbindung zum Betrachter herzustellen. Egal, ob er mit Holz, Stein oder Metall arbeitet, seine Skulpturen scheinen ein Eigenleben zu führen und erzählen oft Geschichten von Menschlichkeit und Existenz.

Ein Schlüsselelement in Vischs Werk ist die Betonung der menschlichen Figur. Seine Skulpturen sind oft abstrakt und doch in ihrer Form menschenähnlich. Der Künstler nutzt diese menschliche Präsenz, um tiefe emotionale Resonanzen zu erzeugen und den Betrachter zum Nachdenken über die menschliche Natur anzuregen. Visch hat in zahlreichen Solo- und Gruppenausstellungen in Europa und darüber hinaus teilgenommen. Seine Werke sind in verschiedenen öffentlichen und privaten Sammlungen zu finden, was seinen Einfluss und seine Anerkennung in der Kunstwelt unterstreicht.

Die Skulpturen von Henk Visch sind oft von philosophischen und poetischen Konzepten durchdrungen. Der Künstler selbst hat in Interviews betont, dass er die Idee der Offenheit in seiner Kunst schätzt, und dass er es bevorzugt, den Betrachter Raum für eigene Interpretationen zu lassen. Dies spiegelt sich in der subtilen, aber dennoch kraftvollen Sprache seiner Skulpturen wider.

Vischs Beitrag zur zeitgenössischen Bildhauerei ist bedeutend und bleibt sowohl für Kunstliebhaber als auch für Fachleute inspirierend. Seine Kunstwerke verbinden handwerkliche Meisterschaft mit einer tiefen Auseinandersetzung mit der menschlichen Existenz und hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck in der Welt der bildenden Kunst.

Skulptur von Gerd Mattissen: Siegfried tötet den Drachen

2. März 2015

Gerd Mattissen: Siegfried tötet den Drachen

Gerd Mattissen: Siegfried tötet den Drachen

Wer in der Siegfried-Stadt Xanten am Niederrhein vor dem Siegfried Museum steht, sollte sich einmal umdrehen. Hier steht eine Metallinstallation von Gerd Mattissen. Sie trägt den Titel: Siegfried tötet den Drachen
Wir erinnern uns: Der Held Siegfried tritt im Nibelungenlied gegen den fiesen Lindwurm an. Der Held tötet den Drachen, in dem er dessen Bauch aufschlitzt. Siegfried badet in den herauslaufenden Blut des Drachens und wird durch das Blut unverwundbar. Nur ein herbeigeflogenes Lindenblatt bedeckt die einzig verwundbare Stelle und das Schicksal und das Nibelungenlied nimmt seinen Lauf.


Das Motiv Siegfried tötet den Drachen wurde immer wieder in der Kunstgeschichte heroisch dargestellt. Siegfried als Held. Die Skulptur von Gerd Mattissen ist genau das Gegenteil. Siegfried hat bei ihm Rost angesetzt und eine interessante Interpretation von Mattissen.

drache7
Mattissen ist ein Künstler aus Wardt. Er schafft allerlei Skulpturen aus Metall, verfasst Gedichte und ist lokal auch bekannt durch seine Töpferwaren. Und natürlich braucht die Siegfried-Stadt Xanten auch ein Siegfried Denkmahl. Ich finde es prima, dass man sich für eine Skulptur von Mattissen entschieden hat. Gestiftet wurde es von Maria Friese aus Xanten. Das Denkmal ist am Mitteltor vor dem Siegfried Museum zu finden.

Faszinierend: Die Wächter der Zeit von Manfred Kielnhofer

11. April 2013

Durch meine Bekannte Tanja Kaiser wurde ich auf die Wächter der Zeit gebracht. Sie besuchte Stuttgart und kam mit den Kunstwerken am Schlossplatz in Kontakt und veröffentlichte Fotos in ihrem Blog.

Wächter der Zeit. Foto: Kaiser

Wächter der Zeit. Foto: Kaiser

Die Wächter der Zeit sind eine Idee des Künstlers Manfred Kielnhofer. Die Wächter sind Figuren, die an einen Mönch erinnern. 2006 tauchten die Wächter erstmals in Kielnhofers Werk auf und reisen seitdem an verschiedene Orte der Welt. Überall wo sie erscheinen, sorgen sie für Gesprächsstoff und sie sind eindrucksvolle Fotomotive. Unlängst waren sie eben in Stuttgart, aber auch schon an zahlreichen anderen Orten wie unter anderem Berlin. Dort waren sie 2011 und 2012 zu Gast beim Festival of Lights, denn gerade in Verbindung mit Lichteffekten haben die Wächter eine noch stärkere Wirkung. Im Rahmen des Festivals hatten sich fünf leuchtenden Skulpturen des Lichtkünstlers Manfred Kielnhofer auf eine 12-Nächte-Tournee durch die Hauptstadt begeben. Jeden Abend machten fünf Wächter der Zeit an einem anderen prominenten Ort in Berlin Station. Bei Flickr gibt es zahlreiche Bilder vom Berliner Auftritt.

Der Künstler hinter den Wächtern heißt Manfred Kielnhofer. Er wurde 1967 geboren und arbeitet als Maler, Bildhauer und Fotograf. Der gebürtige Österreicher ist zudem seit 2000 als freischaffender Künstler tätig. Die Wächter der Zeit, mystische Skulpturen, sind seit vielen Jahren durch Museen und Ausstellungen. Das Geheimnisvolle, das Mystische treffen den Nerv der Zeit. Die schichte Kutte fokussiert auf den Kopf. Doch unter der Kapuze ist nichts, ein Loch. Es entsteht beim Betrachten eine Sogwirkung. Die Gedanken fangen an zu wandern. Mir macht es einen riesigen Spaß, die Wächter der Zeit zu beobachten und

Im Jahr 2012 gab es Mini-Skulpturen der Wächter der Zeit in limitierter Auflage. Die Skulpturen sind 54x36x34 Zentimeter groß. Ich musste mir eine limitierte, signierte Figur kaufen und bin schwer begeistert von ihr. Sie sitzt auf einem Balken bei mir im Büro und dient als Blickfang. Das Video zeigt ein Unboxing meiner Figur in Bronzefarbe.