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ARTMUC – Endlich wieder Kunst

13. Mai 2022
Die ARTMUC auf der Praterinsel in München.

Das Darben hat ein Ende. Die ARTMUC, eine der schönsten Kunstevents in München, hat nach Corona an diesem Wochenende wieder auf der Praterinsel geöffnet. Neben mehr als 75 Künstler aus ganz Europa stellen auch 25 Galerien und internationale Projekte in den Räumen aus. Auf Einladung des PresseClubs München durfte ich die Ausstellung einen Tag vor Eröffnung besichtigen und ich habe gemerkt, wie sehr mir Kunst und damit neue Ideen gefehlt haben. Hier ein Interview von mir mit dem Veranstalter Raiko Schwalbe.

Die ARTMUC positioniert als Entdeckermesse und Verkaufsplattform für zeitgenössische Kunst, die man sich auch leisten kann. „Der Kunstmarkt hat trotz einzelner Auktionsrekorde nach wie vor mit einer hohen Volatilität zu kämpfen. Das Positive daran ist jedoch, dass alle Protagonisten selbst aktiv werden und neue Wege und Ansätze für eine eigene Präsentation und Vermarktung entwickeln – darauf setzen wir u.a. mit unserem DIGITAL.LAB Projekt.“, erklärt der Veranstalter Raiko Schwalbe. Hier ein kleiner Rundgang in VR 360 Grad. Leider harmoniert die Framerate der Kamera nicht unbedingt mit der Beleuchtung der Ausstellungsräume – ein Manko vieler Galerien.

360 Grad Rundgang durch einen Teil der Ausstellung

Die rein weibliche Jury mit Dörthe Bäumer, Uta Römer und Anabel Roque Rodríguez hat eine beeindruckende Auswahl an Künstlern getroffen. Beim Gang durch die Ausstellungsräume traf ich auf eine Palette unterschiedlicher Richtungen. Sofort kam die Neugierde vermischt mit Inspiration auf.

Kunst aus der Ukraine von Katia Vozianov

Kunst aus der Ukraine von Katia Vozianov

Natürlich darf heute auch das Thema Ukraine-Krieg nicht fehlen. Die ARTMUC unterstützt bei der aktuellen Ausgabe zwei Kunstprojekte aus der Ukraine mit freien Flächen: die Galeristin Katia Vozianova von der Galerie Teskh und die Künstlerin Irina Fedorenko, beide aus Kiew. Vor dem Fall von Mariupol packte Katia Vozianova noch einige Bilder zusammen, verstaute sie in Rollen und brachte sie nach München.

Die Fliege von Brandy Brandstätter

Die Fliege von Brandy Brandstätter

Bei verschiedenen Künstler blieb ich länger stehen, weil die Werke mich auf die eine oder andere Art ansprachen. Humorvoll war die Fliege von Brandy Brandstätter. Es handelt sich um eine Kuh in Originalgröße von 2019, die mit 50.000 Maiskörner beklebt wurde. Gezählt habe ich die Körner nicht, wohl aber die Fliege auf der Nase der Kuh.

Hong Kong Noon I von Martin Köster

Hong Kong Noon I von Martin Köster (rechts unten).

Immer wieder habe ich die Bilder von Martin Köster gesehen und bewundert. Auf der ARTMUC habe ich endlich am Stand der Galerie an der Zitadelle die Bilder im Original gesehen und sie haben mich umgehauen. Marita Loren hat vier Bilder von Köster dabei, darunter Hong Kong Noon I. Ich habe mich sofort (in das Bild) verliebt. Martin Köster hat seine Faszination für Städte und seine Liebe für die Symmetrie in seinen Bildern vereint. Seine Öl-auf-Holz-Gemälde zeigen Stimmungen von typischen Stadtlandschaften, wo Menschen auf engstem Raum zusammenleben, aber doch einsam/fremd bleiben, wo Gebäude gleich und symmetrisch wirken, aber abstrahiert dargestellt sind.

Schalen und blauer Engel von Isabel Ritter

Beim Streifzug durch die Ausstellung blieb ich an den Bronzeskulpturen von Isabel Ritter stehen. Sie macht in Schalen: Bananenschalen, Orangenschalen, Zitronenschalen und mehr. Humorvoll und wunderschön anzusehen. Aber Isabel Ritter hat mich auch fasziniert mit ihrer Skulptur Blue Angel, die auch als digitaler Zwilling im Bereich digitale Kunst zu sehen und zu erfahren ist.

MODERN.POP.RAM von Fabian Seifried

MODERN.POP.RAM von Fabian Seifried

Fabian Seifried aus München faszinierte mich mit seinen Geweihen im Rahmen von KunstWild. Hier trifft sich Kunst und Tradition. Entstanden ist die Idee aus dem Nachlass der Grosseltern und der damit verbundenen schönen Erinnerungen. KunstWild soll Spass machen und positive Gefühle wecken. Manche Objekte passen einfach nicht in einem Rahmen. Sie brauchen Platz um von allen Seiten bewundert zu werden. Diese Blickfänge stehen auf soliden Metallständern und strahlen im natürlichen Sonnenlicht genauso schön wie in gemütlichem Kunstlicht. MODERN.POP.RAM war ein tolles Geweih in Pop-Art-Design.

Hunter & Prey von Tobias Frank

Hunter & Prey von Tobias Frank

Als Anime-und Cosplayer-Fan fiel mir sofort Hunter & Prey von Tobias Frank auf. Der aus München stammende Künstler zeigt viel Humor und hat wohl in diesem Bild seine Erfahrungen in Japan einfließen lassen. Das Bild hat mich spontan begeistert.

Und weitere Eindrücke von der sehenswerten ARTMUC.

Urlaub in Südtirol (9/10): Flohmarkt für Schnäppchenjäger

3. September 2009

Mussolini auf dem Flohmarkt in Südtirol

Ich mag Flohmärkte. In meiner Jugend war ich an Wochenende oft auf Flohmärkten am örtlichen Volksfestplatz, Schallplattenbörsen oder Filmsammlermärkten zutreffen. Nachdem meine Frau nun auch die Sammelleidenschaft gepackt hat, gehen wir dann und wann auf die Flohmärkte der Region. Sie sammelt übrigens Hähne aus Bronze, Keramik oder Glas. Angebote bitte an mich, vielleicht kann ich so noch überraschen. Heute muss ich zugeben, bin ich recht faul geworden und nutze eBay dann doch mehr.

Derzeit machen wir Urlaub in Südtirol in einer kleinen Ortschaft namens Burgeis. Der Ort Reschen nebenan veranstaltete einen Flohmarkt und wir beschlossen, über den kleinen Markt zu flanieren. Um es kurz zu machen: Gekauft haben wir nix, aber zu sehen gab es viel.

Ein Tipp: Wer auf bäuerliche Antiquitäten steht, hat hier eine Fundgrube. Es gibt allerlei Werkzeuge, Möbel, Heiligenstatuen, Zupf- und Klopfinstrumente, ausgestopfte Tiere oder Geschirr und Deckchen. Weniger zu finden sind Firanten aus Osteuropa, die gebrauchte Handys, Fernseher oder andere Elektroartikel aus den achtziger Jahren des vergangenen Jahrtausends anbieten.

Eine Familie öffnete ihre Garage und bot ihren antiken Hausrat zum Verkauf an. Es gab mindestens fünf Standuhren, zahlreiche Wanduhren, ein Klavier, ein Grammophon, eine Schreibmaschine aus der Zwischenkriegszeit und Unmengen von Schlitten aller Jahrzehnte. Die Preise sind human, nicht überteuert und liegen deutlich unter dem Niveau von München. Es war schön, diesen Markt zu besuchen. Nur einen Makel hatte der Flohmarkt: Ein Händler bot Orden aus dem Zweiten Weltkrieg an. Außerdem gab es Gedenkbilder des faschistischen Führers Benito Mussolini. Gerahmte Bilder des aufgeblasenen Fatzkes, des Duces, wurden an Bananenkartons angeboten. Gerade Südtirol, das so auf seine Unabhängigkeit pochte, braucht so eine Art von falscher Heldenverehrung eines Größenwahnsinnigen nicht.