Posts Tagged ‘Urlaub’

Und wie bezahlt ihr eure Urlaubsreise? Aktuelles Zahlenmaterial

26. September 2019
Trotz Kritik stehen Reisen hoch im Kurs.

Trotz Kritik stehen Reisen hoch im Kurs.

Trotz der Pleite von Thomas Cook und Co stehen Urlaubsreisen ist bei den Deutschen noch immer hoch im Kurs. Zu meiner Jugend fuhr meine Familie einmal in Jahr in den Urlaub. Heute ist es trotz bedenklicher CO2 Bilanz für viele wichtig, zwei-, dreimal in die Ferne zu reisen. Gingen meine Eltern früher ins Reisebüro, geht die junge Generation ins Netz, um eine Reise zu buchen.
80 Prozent der deutschen Bevölkerung haben schon mal online mindestens eine Urlaubsreise (Flug und Hotel in einer Buchung) gebucht. Etwa jeder zweite Verbraucher sogar eine bis zwei Urlaubsreisen in den vergangenen 12 Monaten. Gemäß den Ergebnissen der aktuellen Verbraucherumfrage der Creditreform Boniversum GmbH gewinnen Online-Buchungen von Urlaubsreisen – ob längerfristig geplant oder „last minute“ – immer mehr an Bedeutung.
Zwei von drei Verbrauchern gaben dabei einem Reisevermittlungsportal den Vorzug vor einem klassischen Reiseveranstalter. Doch gemäß der Studie ist das Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft: Mehr als 70 Prozent der Befragten würden häufiger im Internet Urlaubsreisen buchen, wenn sie die Bezahloptionen „Lastschrift“ oder „Kauf auf Rechnung“ wählen könnten. Bei unserer Familie wird dagegen in der Regel via Kreditkarte gebucht. Sind „Lastschrift“ oder „Kauf auf Rechnung“ typisch deutsch?

Online-Buchungen sind auf dem Vormarsch.

Online-Buchungen sind auf dem Vormarsch.

Acht von zehn Verbrauchern buchten bereits einmal online eine Urlaubsreise
Der Trend zur zunehmenden Urlaubsbuchung im Internet ist klar erkennbar. 80 Prozent aller Umfrageteilnehmer haben schon einmal eine Urlaubsreise online im Paket (Hotel + Flug) gebucht. Viele buchten mehr als einmal. Die Umfrage von Boniversum ergab, dass rund 59 Prozent das Internet für Reisebuchungen ein- oder zweimal in den vergangenen 12 Monaten genutzt haben. 10 Prozent buchten in diesem Zeitraum dreimal oder auch häufiger ihre Reisen online.

Jeder Dritte bucht seine Urlaubsreise heute kurzfristig
Gut 33 Prozent aller befragten Verbraucher haben den jüngsten Urlaub erst 30 Tage oder kürzer vor Reiseantritt online gebucht. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) tätigte die Buchung zwischen 31 Tagen und sechs Monaten vor Antritt der Reise. 14 Prozent planten weit im Voraus und buchten bereits früher als sechs Monate vor dem Reisedatum.

Flugreisen trotz Klimakiller.

Flugreisen trotz Klimakiller.

Reiseportale beliebter als Reiseveranstalter-Websites
Online-Buchungen über Reisevermittlungsportale sind besonders beliebt. Sie vergleichen die Angebote mehrerer Veranstalter und geben einen schnellen Überblick. 70 Prozent der Befragten haben ihre letzte Urlaubsreise in einem entsprechenden Portal gebucht. 23 Prozent setzten auf die Online-Auftritte konventioneller Reiseveranstalter.

Innerdeutsch reise ich mit der Bahn.

Innerdeutsch reise ich mit der Bahn.

Traditionelle Bezahlverfahren deutlich bevorzugt
Rund 69 Prozent der deutschen Bevölkerung möchten auch bei ihrer Reisebuchung im Internet nicht auf gewohnte Bezahlmethoden verzichten. Traditionelle Zahlungsarten wie Kreditkarte, Lastschriftverfahren, Rechnung, Vorauskasse und Ratenzahlung genießen bei Reisebuchungen große Popularität. Neuere Verfahren wie Bezahlsysteme (PayPal, Sofortüberweisung etc.) sowie digitale Rechnungsanbieter (Klarna, Billsafe etc.) werden von 31 Prozent aller befragten Online-Bucher favorisiert. Da fällt mir ein, meine Sparkasse bietet noch immer kein Apple Pay an.

70 Prozent würden bei „Lastschrift“ oder „Rechnung“ häufiger online buchen
Die Vorliebe für traditionelle Bezahlmethoden birgt Potenzial für Mehrumsatz. Rund 70 Prozent würden ihre Urlaubsreisen häufiger online buchen, wenn sie die Bezahloptionen „Lastschrift“ oder „Kauf auf Rechnung“ wählen könnten.
Bei identischem Angebot würden rund 24 Prozent zu dem Anbieter wechseln, der die gewünschte Zahlart Lastschrift anbietet. Bei Bezahlung per Rechnung wären sogar 44 Prozent bei „normalen“ Urlaubsreisen und 43 Prozent bei „Last-Minute-Reisen“ wechselbereit.

120 Jahre Todestag von Sebastian Kneipp – seine Ideen sind weiter aktuell

17. Juni 2017
Urlaub im Allgäu - da gehört der Kneipp einfach dazu.

Urlaub im Allgäu – da gehört der Kneipp einfach dazu.

Heute ist der 120jährige Todestag von Sebastian Kneipp und für mich sind die Ideen des schwäbischen Pfarrers aktueller denn je.
Seit meinen jüngsten Aufenthalt in meinem Lieblingshotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang bin ich ein regelrechter Fan vom alten Sebastian Kneipp geworden. Hotelier Armin Gross hat mich damals zu einem Beta-Test eingeladen, um sein Prinzen-Päckle an mir auszuprobieren. Dieser Einladung bin ich gerne gefolgt.

Mein Prinzen-Päckle mit Anwendungen von Sebastian Kneipp.

Mein Prinzen-Päckle mit Anwendungen von Sebastian Kneipp.

Das Prinzen-Päckle besteht aus mehreren Bausteinen: Eine Kombination aus Sport- und Meditationsprogramm verknüpft mit Anwendungen von Sebastian Kneipp und Methoden der bayerischen Infanterie von 1872 – klingt seltsam, macht aber Sinn. Seine Ideen hat Armin Gross in dem wunderbaren Buch Leben wie ein Prinz zusammengefasst.

Jeden Morgen mache ich jetzt also meine Prinzengymnastik. Es sind rund zehn Minuten Training, die eigentlich immer drin sein müssen. Zehn Minuten hat jeder Zeit – da gibt es keine Ausreden. Die Drück- und Zugmuskelatur wird gestärkt. Dann kommen die Beine dran. „Die Muskel sind unsere Freunde“, sagt mir Armin Gross und er hat recht.

Nur wenn die Muskeln belastet werden, dann wachsen sie und stärken den Körper.
Bei der anschließenden Dusche kommt der alte Sebastian Kneipp ins Spiel. Aufgüsse sind in jeder Dusche möglich. Kaltes Wasser ins Gesicht und der Bub ist wach. Damit beginnt meine Kneipp Kur. Während des Tages genehmige ich mir immer wieder einen Kneippschen Kaffee als Aufputschmittel. Ich lasse kaltes Wasser über meine Arme laufen und beginne mit dem rechten Arm – er ist am weitesten vom Herzen weg und gehe dann zum linken Arm. Gerade im Sommer eine tolle Erfrischung, die meinem Körper einen Schub gibt. Auch die anderen Ideen von Kneipp sind prima: Aromabäder, Spaziergänge, Schlaf – alles Sachen, die ich heute genieße.

Zum Runterkommen habe ich wie der alte Prinzregent Patiencen gelegt. Ich mag ja eigentlich keine Kartenspiele, aber Patiencen bringen mich in einen gewissen Flow. Mein unruhiger Geist schaltet ab und so soll es sein. Andere malen oder zeichnen Mandalas.

Mal sehen, was sich für mich als die ideale Abschaltmethode herausstellt.
Auf jeden Fall haben sich die Ideen von Armin Gross, basierend auf Sebastian Kneipp, für mich als richtig erwiesen. Vielleicht wirkt Kneipp auf jüngere Menschen unmodern und uncool, aber der alte Kneipp macht schon Sinn. Probiert es mal aus, gerade zum 120jährigen Todestag wäre es mal ein Anlass.

Moderne Ideen trotz 120jährigem Todestag von Sebastian Kneipp.

Moderne Ideen trotz 120jährigem Todestag von Sebastian Kneipp.

Vielleicht doch eine Kreuzfahrt im Mittelmeer?

14. Februar 2016

Soll ich mal auf Kreuzfahrt gehen? Und welche Kreuzfahrt ist die richtige für mich? Mit diesen Fragen beschäftige ich mich bei der Urlaubsplanung 2017.  Welch ein Glück, dass ich einen der deutschen Kreuzfahrtexperten zu meinem engeren Freundeskreis zähle: Franz Neumeier

Mein Kollege Franz Neumeier auf dem Kreuzfahrtpodium in München.

Mein Kollege Franz Neumeier auf dem Kreuzfahrtpodium in München.

Er betreibt die höchst erfolgreiche Website cruisetricks.de und sein jüngstes Ratgeberbuch habe ich mit Begeisterung in diesem Blog besprochen.
In München findet auf dem Messegelände Ost bis zum heutigen Sonntagabend die Freizeit- und Tourismusmesse f.re.e statt und dort gibt es in Halle B4 ein Kreuzfahrtpodium. Auf einer Bühne finden zahlreiche Vorträge in unterschiedlicher Qualität über Kreuzfahrtschiffsreisen statt. Ich war weniger an schönen Bildern, Filmen und Werbebotschaften von Reedereien als vielmehr an handfesten Informationen interessiert.

Auszüge aus dem Vortragsverzeichnis.

Auszüge aus dem Vortragsverzeichnis.

Nachdem Franz Neumeier an all den Messetagen als Moderator auftrat und auch selbst eigene Vorträge über Kreuzfahrten im Mittelmeer hielt, nahm ich in dem Forum Platz. Es gab nette Hocker und noch nettere Boote für die interessierten Zuhörer. Ich saß auf einem Hocker. Franz Neumeier hielt einen inhaltlich guten Vortrag über Kreuzfahrten im Mittelmeer. Anbei der gesamte Vortrag als Film mit einigen sehr, sehr guten Tipps.


Anschließend traf ich mich mit Franz Neumeier zum Interview. Ich freute mich meinen alten Kumpel wieder zu treffen. Ich stellte einige Fragen zum Thema Reisejournalismus und zu seiner Arbeit bei cruisetricks.de. Viel Spaß mit dem Interview.

So sieht der Urlaub bei uns aus – aktuelle Zahlen

18. Juni 2015
Ab in den Urlaub.

Ab in den Urlaub.

Ich liebe das Reisen, sei es beruflich oder privat. Reisen erweitert den Horizont. Es ist egal, wohin ich reise. Ich finde immer interessante Geschichten. Gerne erzähle ich das Zitat von Alexander von Humboldt: „Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.“ Das halte ich für richtig und ich schaue gerne über de Tellerrand raus. Während ich früher im Ausland beruflich unterwegs war, mache ich mehr und mehr Urlaub im eigenen Land. Ich liebe eine kurze Auszeit im Hotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang und war vor kurzem an der Nordsee in Cuxhaven und hab es genossen.

Ein Kurzausflug nach Helgoland.

Ein Kurzausflug nach Helgoland.

Aber richtig ist auch: Ein schöner Urlaub kann schnell ins Geld gehen: Durchschnittlich 1.749 Euro geben die Deutschen im Jahr für Reisen aus. Die größten Kosten entfallen dabei auf die Unterkunft (502 Euro), den Transport (364 Euro) und die Verpflegung (339 Euro) – Shopping und Souvenirkäufe vor Ort verschlingen immerhin noch rund 260 Euro im Jahr. So überrascht es nicht, dass sechs von zehn Deutschen (59 Prozent) ihren Urlaub gerne im eigenen Land verbringen. Genau die Hälfte von ihnen tut dies ausdrücklich, um Geld zu sparen – mehr als jeder Vierte (27 Prozent) verreist aus diesem Grund sogar nur innerhalb seiner Region. Dies ergab eine repräsentative Umfrage von deals.com, der Suchmaschine für digitale Gutscheine.

Ich muss nicht immer wegfliegen.

Ich muss nicht immer wegfliegen.

Vor allem Männer können sich gut damit arrangieren, die Landesgrenzen im Urlaub nicht zu verlassen (63 Prozent). Im Bundesvergleich sind innerdeutsche Reisen am beliebtesten bei den Saarländern (73 Prozent) und Sachsen-Anhaltinern (71 Prozent). Die Bremer hingegen zieht es in die Ferne: Für nicht einmal die Hälfte von ihnen (47 Prozent) kommt ein Heimaturlaub infrage. Sie erkunden stattdessen mit Vorliebe das europäische Ausland (77 Prozent), das im Bundestrend als einziges Reiseziel in der Beliebtheit noch vor Deutschland liegt. Insgesamt verreisen sieben von zehn deutschen Urlaubern (69 Prozent) gern innerhalb Europas – besonders Frauen (73 Prozent) schätzen die kurzen Distanzen in die Nachbarländer. Die Weiten Nordamerikas locken jeden sechsten Deutschen (16 Prozent) und landen damit mit großem Abstand auf dem dritten Platz der beliebtesten Reiseziele. Die unbeliebteste Urlaubsregion der Bundesbürger ist der Nahe Osten (vier Prozent).
Als Bayer freut es mich, dass Urlauber gerne den Freistaat mögen. Das zeigt die Statistik. Deutsche Heimaturlauber folgen besonders gerne dem Ruf der Berge: Fast die Hälfte (49 Prozent) verbringt ihren Urlaub im eigenen Land am liebsten unter dem weiß-blauen Himmel Bayerns – unter den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar 53 Prozent. Der Freistaat führt damit die Liste der beliebtesten Ziele für innerdeutsche Reisen an. Die größten Fans kommen dabei allerdings aus dem eigenen Bundesland: Vier von fünf Bayern (80 Prozent) verbringen ihren Heimaturlaub am liebsten dahoam. Auf den Plätzen zwei und drei der Rangliste der beliebtesten innerdeutschen Reiseziele folgen Mecklenburg-Vorpommern (37 Prozent) und Schleswig-Holstein (31 Prozent), die durch ihre Lage an der Ost- bzw. Nordsee überzeugen.
Es überrascht etwas, dass Berlin, trotz jährlich neuer Besucherrekorde, als Urlaubsziel unter den Bundesbürgern gar nicht so beliebt ist: Nur jeder Fünfte verbringt seinen Deutschlandurlaub gerne in der Hauptstadt (20 Prozent). Vor allem die Brandenburger meiden die benachbarte Großstadt in ihren Ferien (0 Prozent). Interessanterweise kommen die größten Berlin-Fans aus Hamburg: 33 Prozent von ihnen besuchen gern die Spree-Metropole. Und diese unerwartete Liebe beruht auf Gegenseitigkeit: Genauso viele Berliner machen gerne Urlaub in der Hansestadt. Den letzten Platz der beliebtesten innerdeutschen Reiseziele teilen sich Bremen und das Saarland mit jeweils sechs Prozent.

Urlaub an der Nordsee.

Urlaub an der Nordsee.

Top 16 der beliebtesten Reiseziele in Deutschland (Mehrfachantworten möglich)
1. Bayern 49 %
2. Mecklenburg-Vorpommern 37 %
3. Schleswig-Holstein 31 %
4. Baden-Württemberg 25 %
5. Niedersachsen 23 %
6. Hamburg 22 %
7. Berlin 20 %
8. Thüringen 16 %
9. Nordrhein-Westfalen 15 %
10. Sachsen 14 %
11. Rheinland-Pfalz 12 %
12. Hessen 11 %
13. Brandenburg  10 %
14. Sachsen-Anhalt 8 %
15. Bremen 6 %
16. Saarland 6 %

Bayern ist ein tolles Urlaubsland.

Bayern ist ein tolles Urlaubsland.

Große und kleine Kunst im Hotel Prinz Luitpold Bad

17. Oktober 2014

Mein Kultur-Tipp für Euch – Entspannung in anregender Atmosphäre stand dieses Jahr auf dem Urlaubsprogramm der Familie. Gefunden haben wir diese Oase der Entspannung im Hotel Prinz Luipold Bad in Bad Hindelang. Es ist ein schön gelegendes Spa-Hotel im Allgäu und es ist beim näheren Hinsehen ein Hort der Kultur. Überall in dem Hotel gibt es zahlreiche Kunstwerke, Möbel, Gemälde, Installationen. Nicht aufdringlich, sondern die Kunst fügt sich elegant in das Ambietente dieses Hotels.
Beispiele für diesen Kunstgenuss gibt es zahlreiche und ich möchte nur ein paar herausstellen. Jeder Gast soll selbst auf die Entdeckungsreise gehen. Dieser Blogpost ist Teil einer Blogparade „Mein Kulturtipp für euch“, die von meiner Iron-Blogger-Kollegin Tanja Praske gestartet wurde.
Interessant war für die Familie aber auch die zahlreichen Kunstwerke im Hotel. Viele Originale und einige Kopien haben mein Interesse geweckt. Über den Geist des Hauses habe ich schon geschrieben, aber es sind noch viele Werke zu entdecken. Es beginnt natürlich mit zahlreichen Bilder des Namenspatrons Prinz Luipold, der immer wieder im Hotel auftaucht.

Der Prinzregent auf dem Pferd.

Der Prinzregent auf dem Pferd.

Meiner Frau ist die wunderschöne Boulle Uhr ins Auge gefallen. André Charles Boulle war ein französischer Kunstschreiner im 17. Jahrhundert. Seine Marketerie-Funiere waren unter Ludwig XIV in Frankreich sehr populär. Im 19. Jahrhundert feierte der Boulle-Stil eine Renaissance – aus dieser Zeit kommt auch diese wundervolle Uhr. Schildplatt ist durch bemaltes Ebenholz ersetzt. Die Statue zeigt vielleicht Athene, Göttin der Weisheit, der Strategie, der Kunst, des Handwerks und der Handarbeit. Die Uhr ist noch funktionsfähig.

Eine wunderbare Uhr.

Eine wunderbare Uhr.

Zum Aufgang zu den Zimmern habe ich mich in Judith verliebt. Ein tolles Bild, das im Original in der Neuen Pinakothek hängt. Laut alten Testament belagert General Holofernes vom Heer des babylonischen Königs Nebukadnezar II. die Stadt Bethulia. Judith betört den General und macht ihn mit Wein betrunken und enthauptet ihn.

Tolle Frau, diese Judith.

Tolle Frau, diese Judith.

Als sie den Körper ihres Generals finden, fliehen die Soldaten und die Belagerung ist beendet. Wer genau hinsieht, findet den abgeschlagenen Kopf.
Judith als Verkörperung von Mut, Geschlossenheit, auch aufopferungsvoller Vaterlandsliebe, verknüpft mit weiblicher Schönheit. Wie hieß es doch in der Bibel: „Sie hatte eine schöne Gestalt und ein blühendes Aussehen.“ (Judith 8,1). Das Original dieses Bildes stammt von August Riedel (1799-1883) und hängt – wie geschrieben – in der Neuen Pinakothek München. König Ludwig I. hat es persönlich erworben. Im Bad Hindelang hängt eine unsignierte Kopie des Bildes.

... mit abgeschlagenen Kopf.

… mit abgeschlagenen Kopf.

Krolf als neue Sportart

17. September 2014

Foto 2

Golf scheint immer mehr zum Trendsport zu avancieren. Aber wie steht es um Krolf? Sie kennen Krolf nicht? Macht nichts, ich kannte es auch nicht, bis zu meinem Urlaub im Hotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang. Das Allgäuer Hotel besitzt eine zwölf Loch Krolf-Anlage und ich musste den dänischen Sport unbedingt einmal ausprobieren.
Krolf ist eine Mischung aus Golf und Krocket und rasch zu erlernen. Man spielt mit einem farbig markierten Schläger und einen entsprechend markierten farbigen Ball. Es geht darum, den Ball ins Loch zu bringen, also genau wie beim Golf. Und es ist gut, wenn man ein wenig Golf gespielt hat, dann wird der Abschlag deutlich besser. Wir wissen ja, die Weite kommt nicht durch die Kraft, sondern durch den richtigen Schwung. Es wird in einem Team gegeneinander gespielt, was deutlich zur Stimmung beträgt. Hat man geschlagen, dann ist der nächste Teamkollege an der Reihe. Die Schläge bis zum Einlochen werden notiert und wer am Ende die wenigsten Schläge hat, der ist Sieger im Krolf-Turnier. Die genauen Regeln gibt es hier. Zusammengefasst bedeutet Krolf laut Hotelier Armin Gross: 6 Freunde, 12 Löcher, 12 Regeln!

Foto 3
Der Schläge selbst hat eine flache Seite zum Weitschlagen und eine abgerundete Seite zum experimentellen Schlagen. Beim letzteren wird der Ball angeschnitten, damit er Hindernisse wie Bäume oder Sträucher umfliegt. Das ist mir übrigens nicht gelungen.


Toll ist es, dass der Sport, der in Dänemark seit den siebziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts gespielt wird, ein Sport für die ganze Familie ist. Bei uns hatten alle Familienmitglieder ihren Spaß und auch Senioren können das Krolf-Spiel bedenkenlos spielen. Ein Platzreife ist anders als beim Golf nicht erforderlich. Im Hotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang ist eine zwölf Loch Krolf-Anlage vorhanden und Schläger, Bälle und Scored-Card gibt es an der Rezeption zum Ausleihen. Der Seniors des Hauses gibt zudem interessieren Gästen einen Schnupperkurs. Wem es gefällt, kann selbst auf seinem heimischen Gelände eine Krolf-Anlage erstellen, eigentlich braucht man nur einen Spaten für ein Loch. Übrigens, seit Juli 2009 gibt es in Deutschland einen eigenen Krolf-Verein, der mit dem dänischen Verein engen Kontakt pflegt.

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Urlaub trotz Krise muss wohl sein

16. April 2010
Urlaubsverhalten der Deutschen im Krisenjahr.

Urlaubsverhalten der Deutschen im Krisenjahr.

Wohin gehts in den Urlaub? Als Freiberufler muss es mir genau überlegen, wenn ich in den Urlaub fahre, denn die Kohle muss verdient sein. Aber wenn ich mich umschaue, sind die Deutschen ein reiselustiges Völkchen. Ich hab sogar eine halbwegs aktuelle Statistik gefunden.
Trotz Wirtschaftskrise will jeder zweite Deutsche auch im Krisenjahr 2010 in den Urlaub fahren. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Instituts UMA Unister Market Research & Analysis unter rund 1000 Teilnehmern für das Online-Reisebüro ab-in-den-urlaub. 41 Prozent planen jedoch weniger Geld auszugeben als im vergangenen Jahr: 26 Prozent möchten generell eine billigere Reise buchen, 15 Prozent wollen die Reisekosten durch eine Urlaubsverkürzung senken. Nur 10 Prozent verzichten in diesem Jahr ganz auf eine Urlaubsreise. Auf die Frage, ob Reisen öfters privat oder aus beruflichen Gründen stattfinden, sagten 54 Prozent der Teilnehmer, sie würden „ausschließlich privat“ verreisen, 31 Prozent „vorwiegend privat“. 12 Prozent reisen gleichermaßen häufig privat oder beruflich. Drei Prozent verreisen fast nur aus beruflichen Gründen.
Die Studie untersuchte auch das Buchungsverhalten der Verbraucher in Deutschland. So suchen 14 Prozent der Befragten ein Mal im Monat nach günstigen Reiseangeboten im Internet. Mehrmals im Monat sind 23 Prozent der Befragten auf Angebotssuche, 35 Prozent schauen seltener als ein Mal pro Monat nach Reiseschnäppchen.
Ich würde gerne mal wieder nach Schottland zum Kopf freibekommen. Aber vielleicht bleib ich dieses Jahr einfach nur im Garten in der Hängematte mit iPad und viel Musik. Wohin gehts bei euch?

Urlaub in Südtirol (9/10): Flohmarkt für Schnäppchenjäger

3. September 2009

Mussolini auf dem Flohmarkt in Südtirol

Ich mag Flohmärkte. In meiner Jugend war ich an Wochenende oft auf Flohmärkten am örtlichen Volksfestplatz, Schallplattenbörsen oder Filmsammlermärkten zutreffen. Nachdem meine Frau nun auch die Sammelleidenschaft gepackt hat, gehen wir dann und wann auf die Flohmärkte der Region. Sie sammelt übrigens Hähne aus Bronze, Keramik oder Glas. Angebote bitte an mich, vielleicht kann ich so noch überraschen. Heute muss ich zugeben, bin ich recht faul geworden und nutze eBay dann doch mehr.

Derzeit machen wir Urlaub in Südtirol in einer kleinen Ortschaft namens Burgeis. Der Ort Reschen nebenan veranstaltete einen Flohmarkt und wir beschlossen, über den kleinen Markt zu flanieren. Um es kurz zu machen: Gekauft haben wir nix, aber zu sehen gab es viel.

Ein Tipp: Wer auf bäuerliche Antiquitäten steht, hat hier eine Fundgrube. Es gibt allerlei Werkzeuge, Möbel, Heiligenstatuen, Zupf- und Klopfinstrumente, ausgestopfte Tiere oder Geschirr und Deckchen. Weniger zu finden sind Firanten aus Osteuropa, die gebrauchte Handys, Fernseher oder andere Elektroartikel aus den achtziger Jahren des vergangenen Jahrtausends anbieten.

Eine Familie öffnete ihre Garage und bot ihren antiken Hausrat zum Verkauf an. Es gab mindestens fünf Standuhren, zahlreiche Wanduhren, ein Klavier, ein Grammophon, eine Schreibmaschine aus der Zwischenkriegszeit und Unmengen von Schlitten aller Jahrzehnte. Die Preise sind human, nicht überteuert und liegen deutlich unter dem Niveau von München. Es war schön, diesen Markt zu besuchen. Nur einen Makel hatte der Flohmarkt: Ein Händler bot Orden aus dem Zweiten Weltkrieg an. Außerdem gab es Gedenkbilder des faschistischen Führers Benito Mussolini. Gerahmte Bilder des aufgeblasenen Fatzkes, des Duces, wurden an Bananenkartons angeboten. Gerade Südtirol, das so auf seine Unabhängigkeit pochte, braucht so eine Art von falscher Heldenverehrung eines Größenwahnsinnigen nicht.

Urlaub in Südtirol (6/10): Wandern als Entspannung

31. August 2009

Wandern zum Pfaffensee

Zum Urlaub in Burgeis in Südtirol gehört Wandern einfach dazu. Mit kleinen Kindern ist es unmöglich große Touren zu laufen, doch die Bewegung tut der ganzen Familie gut. Ausflugsziele gibt es genügend: So lässt sich der Hausberg von Burgeis, der Watles besteigen. Wir waren leider nicht am Gipfel, aber kamen zumindest auf 2222 Meter Höhe zu den Pfaffenseen und legten uns in die Sonne. Hinter unserer Pension gibt es noch einen Aufstieg zum Bergsee, wo wir auch einen Nachmittag mit Faullenzen verbrachten. Kleine Wanderungen entlang der Waalwege verschaffen mir den notwendigen Abstand zum stressigen Job. Waalwege sind Wege neben künstlich geschaffenen Wasserläufen, in denen das Wasser zu den Feldern transportiert wird. Obwohl ich mich beim Wandern körperlich anstrengen muss, entspannt das Trekking. Ich habe gelesen, dass ein Berg ein Ort des Lichts sei, das dem Wanderer die Kraft des Einfachen schenkt. Das ist für mich im Moment noch zu esoterisch, aber der Berg tut gut. Das Gefühl, eine körperliche Herausforderung bewältigt zu haben, ist grandios. Belohnt wird der Wanderer mit einem tollen Ausblick. Warum man auf einen Berg steigen muss, darauf gibt es eine schöne Antwort. Weil er da ist. Vom wem diese geniale Antwort ist, weiß ich leider nicht mehr.

Sehr nett ist aber die Antwort meines Sohnes beim Wandern als ich fragte, warum er denn so komisch läuft. Seine ernsthafte Antwort: „Papa, ich habe eine verwelkte Socke im Schuh!“ Ah ja, also Schuh ausgezogen, Socken gerade gezogen und damit entwelkt und weiter gehts.

Allerdings ist es schlimm zu sehen, mit welcher Vorbereitung und Ausrüstung so mancher zum Gipfelsturm ansetzt: Mit Turnschuh, Flipp Flopp oder Riemchen. Oh mei. Für die ist vielleicht das alpine Notsignal von Interesse. 6x pro Minute ein hör- und sichtbares Zeichen in regelmäßigen Abständen, eine Minute Pause und dann wieder von vorne. Die Retter sollten dann mit 3x pro Minute antworten. Wer das Handy dabei hat, wählt einfach 118, wenn er im entscheidenden Moment ein Netz hat.

Ich hab noch ein paar Wandertipps für euch zusammengestellt:

Wandern zu zweit ist sicherer und lustiger.

Wandern ist Entspannung, also lass dir Zeit.

Wandern hat etwas mit zeitigem Aufstehen zu tun. Also Morgens raus aus den Betten. Wir wollen das Ziel ja nicht nur erreichen, sondern auch wieder sicher zurückehren.

Wandern ist nicht Rennen. Also keine Abkürzungen machen, die auf der Karte nicht verzeichnet sind. Abkürzungen zerstören die Natur.

Wandern mit Ausrüstung ist in: Also Stöcke, Bergschuhe, Wetterschutz, Erste Hilfe Kasten, Wasser, Brotzeit, warme Klamotte, Messer, Foto/Videokamera

Wandern bedeutet auch Naturschutz. Lass keinen Müll in den Bergen zurück. Auch keine ekligen Zigarettenstummel.

Wandern mit atmungsaktiver Kleidung ist angenehmer, als im Baumwolldress wie ein Schwein zu schwitzen.

Wandern hat nichts mit Leistungssport zu tun. Achte auf die schwächsten Wandersmänner in der Gruppe.

Urlaub in Südtirol (1/10): Zwei Wochen ohne Internet

24. August 2009

Panorama über Südtirol

˙Der Entzug kam heftig, brutal und gnadenlos. Meine Frau wollte den Urlaub ihrer Jugend wiederholten und hat zwei Wochen Burgeis in Südtirol gebucht. Sie schwärmte von wundervollen Wanderwegen, hohen Bergen, schneeverhangenen Gipfeln und Gaumengenüssen. „Es ist wie in meiner Jugend“, warb sie und wir zogen auch in die Pension ihrer Jugendurlaube ein. Allerdings: Kein Internet, kein WLAN. Diese Erkenntnis traf mich hart und unvermittelt. Im ganzen Haus kein Zugang zum weltweiten Datennetz. Damit kein Twitter, keine Mails, kein Blogging, kein Skype oder AIM – die moderne Welt ist hier nicht angekommen. Ich konnte es nicht fassen: Die Abende verbrachte ich damit, durch die Ortschaft zu irren. Das iPhone in der Hand und den WLAN-Detektor aktiviert, der alle zehn Sekunden einen neuen Scan durchführt. Doch das hätte ich mir sparen können. Der Ort ist WLAN-freie Zone. Es gibt nix, nix, nix. Ich bin voll auf Cold Digital Turky.

Doch auch meine Frau traf der Entzug, obwohl sie es nicht zugeben würde. Sie sammelte im Urlaub alle möglichen gedruckten Touri-Informationen über Wanderwege, Ausflugsziele und Routen. Bisher hatte sie diese Infos aus dem Netz gezogen, doch hier ist eben Fehlanzeige. Datenroaming war uns natürlich zu teuer. Meine Frau ist Schwäbin und ich bin von Natur aus geizig. Ich gestehe hiermit vor der Öffentlichkeit: Ich betrat zum ersten Mal in meinem Leben eine Touristeninformation.

Normalerweise sollte ich am Ende dieses Blogeintrags sagen: Die zwei Wochen Urlaub ohne Internet haben mir nichts ausgemacht. Ich habe mich nach ein, zwei Tagen an ein Leben ohne Internet gewöhnt. Aber ich bin ein Lügner.