Posts Tagged ‘PayPal’

Und wie bezahlt ihr eure Urlaubsreise? Aktuelles Zahlenmaterial

26. September 2019
Trotz Kritik stehen Reisen hoch im Kurs.

Trotz Kritik stehen Reisen hoch im Kurs.

Trotz der Pleite von Thomas Cook und Co stehen Urlaubsreisen ist bei den Deutschen noch immer hoch im Kurs. Zu meiner Jugend fuhr meine Familie einmal in Jahr in den Urlaub. Heute ist es trotz bedenklicher CO2 Bilanz für viele wichtig, zwei-, dreimal in die Ferne zu reisen. Gingen meine Eltern früher ins Reisebüro, geht die junge Generation ins Netz, um eine Reise zu buchen.
80 Prozent der deutschen Bevölkerung haben schon mal online mindestens eine Urlaubsreise (Flug und Hotel in einer Buchung) gebucht. Etwa jeder zweite Verbraucher sogar eine bis zwei Urlaubsreisen in den vergangenen 12 Monaten. Gemäß den Ergebnissen der aktuellen Verbraucherumfrage der Creditreform Boniversum GmbH gewinnen Online-Buchungen von Urlaubsreisen – ob längerfristig geplant oder „last minute“ – immer mehr an Bedeutung.
Zwei von drei Verbrauchern gaben dabei einem Reisevermittlungsportal den Vorzug vor einem klassischen Reiseveranstalter. Doch gemäß der Studie ist das Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft: Mehr als 70 Prozent der Befragten würden häufiger im Internet Urlaubsreisen buchen, wenn sie die Bezahloptionen „Lastschrift“ oder „Kauf auf Rechnung“ wählen könnten. Bei unserer Familie wird dagegen in der Regel via Kreditkarte gebucht. Sind „Lastschrift“ oder „Kauf auf Rechnung“ typisch deutsch?

Online-Buchungen sind auf dem Vormarsch.

Online-Buchungen sind auf dem Vormarsch.

Acht von zehn Verbrauchern buchten bereits einmal online eine Urlaubsreise
Der Trend zur zunehmenden Urlaubsbuchung im Internet ist klar erkennbar. 80 Prozent aller Umfrageteilnehmer haben schon einmal eine Urlaubsreise online im Paket (Hotel + Flug) gebucht. Viele buchten mehr als einmal. Die Umfrage von Boniversum ergab, dass rund 59 Prozent das Internet für Reisebuchungen ein- oder zweimal in den vergangenen 12 Monaten genutzt haben. 10 Prozent buchten in diesem Zeitraum dreimal oder auch häufiger ihre Reisen online.

Jeder Dritte bucht seine Urlaubsreise heute kurzfristig
Gut 33 Prozent aller befragten Verbraucher haben den jüngsten Urlaub erst 30 Tage oder kürzer vor Reiseantritt online gebucht. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) tätigte die Buchung zwischen 31 Tagen und sechs Monaten vor Antritt der Reise. 14 Prozent planten weit im Voraus und buchten bereits früher als sechs Monate vor dem Reisedatum.

Flugreisen trotz Klimakiller.

Flugreisen trotz Klimakiller.

Reiseportale beliebter als Reiseveranstalter-Websites
Online-Buchungen über Reisevermittlungsportale sind besonders beliebt. Sie vergleichen die Angebote mehrerer Veranstalter und geben einen schnellen Überblick. 70 Prozent der Befragten haben ihre letzte Urlaubsreise in einem entsprechenden Portal gebucht. 23 Prozent setzten auf die Online-Auftritte konventioneller Reiseveranstalter.

Innerdeutsch reise ich mit der Bahn.

Innerdeutsch reise ich mit der Bahn.

Traditionelle Bezahlverfahren deutlich bevorzugt
Rund 69 Prozent der deutschen Bevölkerung möchten auch bei ihrer Reisebuchung im Internet nicht auf gewohnte Bezahlmethoden verzichten. Traditionelle Zahlungsarten wie Kreditkarte, Lastschriftverfahren, Rechnung, Vorauskasse und Ratenzahlung genießen bei Reisebuchungen große Popularität. Neuere Verfahren wie Bezahlsysteme (PayPal, Sofortüberweisung etc.) sowie digitale Rechnungsanbieter (Klarna, Billsafe etc.) werden von 31 Prozent aller befragten Online-Bucher favorisiert. Da fällt mir ein, meine Sparkasse bietet noch immer kein Apple Pay an.

70 Prozent würden bei „Lastschrift“ oder „Rechnung“ häufiger online buchen
Die Vorliebe für traditionelle Bezahlmethoden birgt Potenzial für Mehrumsatz. Rund 70 Prozent würden ihre Urlaubsreisen häufiger online buchen, wenn sie die Bezahloptionen „Lastschrift“ oder „Kauf auf Rechnung“ wählen könnten.
Bei identischem Angebot würden rund 24 Prozent zu dem Anbieter wechseln, der die gewünschte Zahlart Lastschrift anbietet. Bei Bezahlung per Rechnung wären sogar 44 Prozent bei „normalen“ Urlaubsreisen und 43 Prozent bei „Last-Minute-Reisen“ wechselbereit.

Big Data – die Welle wird noch kommen

24. Oktober 2016

Seit einigen Jahren halte ich Vorträge zum Thema Big Data. Die Möglichkeit, alles mit allem zu kombinieren, finde ich faszinierend. Als positiver Mensch war für mich bisher immer das Glas halb voll statt halb leer. In meinem Seminaren stoße ich aber immer wieder Teilnehmer vor dem Kopf, die sie sich vor Big Data schützen wollen. Sie wollen nicht mitmachen. Da muss ich diese Teilnehmer restlos enttäuschen. Mein Credo: Sie haben nicht mehr die Entscheidung, ob Sie mitmachen oder nicht. Sie haben nur noch die Wahl, wie viel Sie mitmachen. Der Zug, ob Ja oder Nein, dieser Zug ist schon lange abgefahren.
Ich propagiere in meinem Seminaren die Datensparsamkeit. Nicht jede digitale Sau, die durchs digitale Dorf getrieben wird, macht das Lebens lebenswerter.
Aber auch mich holt die Realität ein. Die Seuche und Datenkrake WhatsApp ist allgegenwärtig. Die gleichen Leute, die nach Schutz ihrer Daten rufen, nutzen WhatsApp, weil man ja umsonst chatten kann. Gleichzeitig überspielen wir unsere Adressbücher zu Herrn Zuckerberg, der sich ins Fäustchen lacht. Der Typ hat 18 Miliarden US-Dollar dafür gezahlt, der will damit Geld machen. Wer WhatsApp nutzt, hat sich in Sachen Datenschutz disqualifiziert und hält bitte einfach mal den Mund. Ok, das war jetzt hart, aber es ist leider so.
Die Gier ist etwas Gutes, so sagte es Gordon Geko in Wallstreet. Und die Gier, etwas zu sparen, ist weit verbreitet. Geiz ist geil hat diese Gesellschaft durchsetzt. Haben eure Eltern euch nicht beigebracht, dass es nichts umsonst gibt? Wir bezahlen für alles. Nicht immer mit Geld, heute mehr und mehr mit Daten. Die Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts und ich ziehe vor Zuckerberg, Page und Brin meinen Hut.
Vor kurzem erreichte mich eine neue Umfrage. Deutschland bleibt ein Land der (Schnäppchen)-Jäger und (Treueherzen)-Sammler. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Cashback-Portals Shoop.de. So nutzen bereits 90 Prozent aller Deutschen immer bzw. gelegentlich Bonusprogramme beim Online- und Offlineshopping. Ganz vorne unter den beliebtesten Treueprogrammen liegt dabei Payback, das von rund 71 Prozent der Befragten bei jedem Einkauf bzw. gelegentlich genutzt wird. Bei jedem Besuch in meinem örtlichen Rewe die Frage: „Haben Sie eine Payback-Karte?“ Auf Platz zwei folgt dann die Deutschlandcard, die bei immerhin knapp 42 Prozent der Verbraucher zum Einsatz kommt.

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Weitere beliebte Bonus- und Rabattaktionen der Deutschen sind die Ikea Family Card (28 Prozent), kostenlose Kundenkarten (29 Prozent) sowie Treuepunkte-Aktionen (23 Prozent) und Treueprogramme (26 Prozent) verschiedener Einkaufs- und Handelsketten wie Kaisers, Kaufland, Rossmann und Co. Weniger genutzt werden hingegen kostenpflichtige Kundenkarten (13 Prozent) und Shoppingclubs (11 Prozent). Auch das Prinzip Cashback ist bislang bei Verbrauchern noch wenig bekannt. Hier geben lediglich 14 Prozent der Befragten an, dieses immer oder gelegentlich zu nutzen.
Der Fall Target in den USA müsste eigentlich ins jedes Schulbuch gehören. Die Drogeriekette hatte die Schwangerschaft einer minderjährigen Kundin via Datenanalyse herausgefunden und der jungen Frau Werbung für Babyartikel geschickt. Big Data macht es möglich. Und was machen wir mit den Treueprogrammen? Wir geben fleißig unsere Einkaufsdaten ab zur Profilerstellung, nur um ein paar Cent zu sparen.

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Interessant: Gefragt nach der generellen Nutzung von Bonus- und Rabattaktionen, fällt auf, dass speziell Einkommensstarke großen Gefallen an Treueprogrammen finden und sich als wahre Sparfüchse erweisen – ich würde sie eher als Datenschleudern bezeichnen. So nutzen knapp 94 Prozent der Befragten mit einem monatlichen Haushaltseinkommen von mehr als 3.000 Euro meistens oder gelegentlich Bonusprogramme. Verbraucher mit einem Einkommen von 1.500 bis 3.000 Euro pro Monat greifen ebenfalls zu rund 92 Prozent auf eines der vielen Vorteilsangebote zurück. In der unteren Einkommensgruppe bis 1.500 Euro sind dagegen nur noch vier von fünf Befragten (83 Prozent) an Rabatten oder Boni interessiert. Kaum Unterschiede bei der Nutzung von Treueprogrammen sind hingegen zwischen den verschiedenen Geschlechtern festzustellen. Hier greifen knapp 91 Prozent der Frauen und mehr als 89 Prozent der Männer beim Einkauf meistens oder manchmal zu einem Rabattprogramm. Lediglich die Ikea Family Card (31 Prozent Frauen, 24 Prozent Männer) und die kostenlosen Kundenkarten (33 Prozent Frauen, 24 Prozent Männer) werden deutlich häufiger von Frauen als von Männern genutzt.

Viele Kunden bevorzugen Geld-zurück statt Sachprämien
Fragt man nach den konkreten Gründen für die Nutzung von Bonusprogrammen, geben knapp 82 Prozent der Befragten an, sich darüber zu freuen, bei jedem Einkauf Sofortrabatte zu bekommen. Vier von fünf Verbrauchern (79 Prozent) schätzen es außerdem, wenn sie sich bei einer Rabatt- oder Treueaktion Geld direkt auf das eigene Konto überweisen lassen können. Dass Cashback klare Vorteile im Vergleich zu anderen Programmen hat, wurde bereits von der Stiftung Warentest bestätigt (Finanztest Ausgabe 01/2016). Das Geld-zurück-Prinzip ist für Verbraucher deutlich lohnenswerter und sie müssen auch weniger persönliche Daten angeben als bei anderen Treueprogrammen. Email-Adresse und Passwort für die einmalige Registrierung reichen und schon kann man bequem in einem der vielen Partnershops einkaufen gehen, so die Erklärung von Shoop.de.
Im Gegensatz zu Programmen werden bei Cashbackportalen wie Shoop (www.shoop.de), keine Treueherzen geklebt und auch keine Punkte gesammelt. Der Kunde erhält bei jedem Einkauf einen festgelegten Prozentsatz des Nettowarenwerts in klaren Raten bzw. konkreten Eurobeträgen zurück. Cashback bietet somit transparente Vorteile und der Verbraucher weiß immer genau, wie viel er für seinen jeweiligen Einkauf zurückbekommt. Das hat auch schon über 500.000 Nutzer von Shoop.de überzeugt, so die Pressemitteilung.
Und ich werde nicht müde in meinem Seminaren das Thema Big Data zu thematisieren. Ich halte den Verbraucherschutz in unserem Lande für wichtig.

Raumfahrtgeschichte – nicht mehr – nicht weniger

9. April 2016
Die Rakete landet wieder. SpaceX ist ein Erfolg.

Die Rakete landet wieder. SpaceX ist ein Erfolg.

Ich bin froh, dass ich aufgeblieben bin und mir gestern die Ereignisse um SpaceX angeschaut habe. Eigentlich wollte ich nach einem Arbeitstag ins Bett gehen, entschloss mich aber doch die Raumfahrtaktion von Musk anzusehen. Und was ich dort sah, zog mich sofort in seinen Bann.
Die Rakete Falcon9 startete, brachte einen Raumfrachter auf seine Fahrt ins All Richtung ISS und dann landete die Rakete auf einer schwimmenden Plattform. Richtig, die Rakete landete wieder – was ist das für ein Wahnsinn? Das Team von SpaceX hat es geschafft. Das ist für mich nicht mehr als eine Revolution. Die Aktion läutet für mich ein neues Kapitel in der Raumfahrt ein. Und ich glaube, dass wir dem Ziel, einem Flug zum Mars, wieder ein gutes Stück näher gekommen sind. Wir werden es alle noch erleben.


Ich lese gerade die deutsche Biografie von Elon Musk. Der Kerl fasziniert mich, der Kerl hat Visionen. Meinen Respekt hat er. Aufmerksam verfolge ich sein Schaffen: PayPal, Tesla, Batterien, SpaceX.
Als ich mir den Start der Rakete Falcon9 im Web ansah, dachte ich an die Zeit des Space Shuttles zurück. Damals wurde der Start im klassischen linearen Fernsehen übertragen. Raketenwissenschaftler erläuterten die Geschehnisse auf der Mattscheibe – und es war damals wirklich eine Mattscheibe.
Bei SpaceX lümmelte ich mich in meinem Hotelbett herum, schaute via iPad auf der Website den Stream an. So ähnlich habe ich mich beim letzten Start des Space Shuttles gefühlt und habe auch darüber gebloggt. Der Raumfahrtvirus hat mich durch SpaceX wieder erfasst.

Wo sind die grauen Männer, die mir früher Raumfahrt erklärt haben?

Wo sind die grauen Männer, die mir früher Raumfahrt erklärt haben?

Die blonde, attraktive Ingenieurin Kate Tice im T-Shirt erklärt mir das Vorgehen – wo sind die Typen mit den grauen Anzügen geblieben? Es wird hin und her geschaltet und ich bekomme Raumfahrtwissen vermittelt. Und ich bekomme Emotionen vermittelt. Der Funken ist auf mich übergesprungen. Als die Rakete auf der schwimmenden Plattform mit der Größe eines Fußballfeldes landete, sprang ich aus dem Bett und konnte es nicht fassen. Die Landeplattform heißt übrigens cool: „Of Course I Still Love You“. Der Elon Musk hat es also endlich geschafft. Via Twitter und Facebook sendete ich Grüße und ließ meine virtuellen Freunde an meiner Begeisterung teilhaben. Wow, was habe ich da gerade gesehen? Ich habe gerade Raumfahrtgeschichte gesehen.
Immer wieder schaute ich mir das Aufsetzen der landenden Rakete an. Die ganze Sache war unwirklich, denn Raketen haben wegzufliegen und nicht sicher zu landen. Ich glaube, vier Raketen sind in der Vergangenheit beim Landen zu Schrott gegangen, jetzt hat es SpaceX endlich geschafft. Ein großer Schritt für die Menschheit. Ich bin neugierig, wie Elon Musk unsere Welt weiter verändern wird.

eCommerce: Welches Zahlungsverfahren passt für Shopbetreiber?

17. Oktober 2015
Wie bezahlen in einem Online-Shop?

Wie bezahlen in einem Online-Shop?

Kauf auf Rechnung, via SOFORT Überweisung oder Vorkasse: Bei der Entscheidung für die offerierten Zahlarten spielen für die meisten Online-Händler die größte Kundenakzeptanz und die geringsten Risiken eine große Rolle. Drehen wir den Spieß mal um und fragen: Was rechnet sich für den Händler?
Shopbetreiber sollten bei der Wahl ihrer Zahlarten die Gesamtkosten in die Waagschale werfen. Denn sie betrachten oftmals zunächst die direkten Kosten und unterschätzen die indirekten, so der Payment-Spezialist secupay AG.
Eine 2015 von ibi research durchgeführte Studie im Online-Handel besagt, dass E-Commerce-Händler die Gesamtkosten von Bezahlverfahren unterschätzen. Dabei wurden insbesondere Folgekosten bzw. indirekte Kosten zu niedrig eingestuft. Gleichzeitig bewerteten die über 400 Befragten unter dem Strich die Vorkasse als günstigstes Zahlungsverfahren. Tatsächlich ist jedoch unter Einbezug aller Kosten die SOFORT Überweisung in den meisten Fällen mit den geringsten Ausgaben für den Betreiber verbunden – gefolgt von Vorkasse und abgesicherter Lastschrift. Die mit Abstand teuerste Zahlart stellt der Kauf auf offene Rechnung dar.
Wie gesagt: Dies gilt für den Shopbetreiber. Als Konsument würde ich niemals die SOFORT Überweisung wählen. Auf keinen Fall. Verbraucherschützer warnen vor dieser Zahlungsmethode. Neben dem Kontostand würden laut Verbraucherzentrale auch die Umsätze der vergangenen 30 Tage, der Dispokredit, die Stände anderer Konten bei der gleichen Bank oder ausgeführte und vorgemerkte Auslandsüberweisungen abgefragt.  Dies nennt das Unternehmen  Payment Network hinter SOFORT Überweisung „Kontodeckungsabfrage“. In meinem Verbraucherseminaren empfehle ich immer den Kauf auf Rechnung. Je nach Anbieter setze ich aber auch als Verbraucher PayPal und Kreditkarte ein.

Gesamtkosten: (In)direkt betrachtet
„Erfahrungsgemäß beachten E-Commerce-Händler zunächst die direkten Kosten. Zusätzlich entstehen jedoch versteckte und indirekte Kosten, die ausgerichtet auf die unterschiedlichen Bezahlverfahren erheblich variieren können“, erklärt Weber. Zu den indirekten Faktoren zählen u.a. Aufwände für Mahnwesen, Inkasso, Retouren, manuelle Nachbearbeitung und viele weitere.
Die indirekten Kosten sind in zahlreichen Fällen deutlich höher als die direkten. Insbesondere Opportunitätsaufwendungen durch Retouren oder Zahlungsausfälle beeinflussen erheblich den Ertrag eines Unternehmens. Wir sehen dies im Moment bei Zalando. Hier steigen zwar massiv die Kunden, aber die Zahlungsmoral geht bei einigen Kunden zurück. Zalando bleibt auf offenen Rechnungen sitzen. Im vergangenen Quartal hat der Händler viele Kunden gewonnen – aber auch einen Verlust von bis zu 32 Millionen Euro eingefahren.
Zudem belasten Kosten für Debitorenmanagement, Leistungsstörungen sowie Risikomanagement die Bilanz des Online-Händlers. Hans Peter Weber von secupay AG: „Es entstehen im E-Commerce-Handel jährlich bis zu einer Milliarde Euro Schaden durch Zahlungsstörungen. Diese können eine enorme Auswirkung auf die Handelsspanne haben.“

Payment-Systeme zur Kosten- und Risikominimierung
So empfiehlt die Studie von isi research die Nutzung reiner Payment-Verfahren über spezialisierte Anbieter. Denn diese Systeme sind besser auf die Anforderungen von Online-Händlern zugeschnitten und beinhalten in der Regel niedrigere indirekte Kosten. Geben Händler Zahlverfahren mit hohen Gesamtkosten an Dritt­anbieter ab, lassen sich Folgekosten minimieren und eine bessere Kostenkontrolle ist gewährleistet.
Eine zusätzliche Zahlungsgarantie über den Drittanbieter schafft für den Händler Sicherheit und Entlastung. Dies schützt vor Ausfällen und das Forderungsmanagement wird übernommen. Somit entstehen Zeit- und Kosteneinsparungen, denn der Betreiber ist nicht mehr mit der Administration, Mahnungen etc. belastet.
Zudem kann die Abwicklung über einen Payment-Spezialisten den Händler vor ungedeckten Konten, Kontenmissbrauch und Betrug – beispielsweise beim Lastschriftverfahren – bewahren. Darüber hinaus ist die Absicherung gegen Chargebacks und Kreditkartenmissbrauch gewährleistet.

Nur ein zufriedener Kunde ist ein guter Kunde
Über die Betrachtung aller Gesamtkosten hinaus sollten Kundenzufriedenheit, Pflegeaufwand und Abbruchquoten bei der Auswahl der Zahlverfahren berücksichtigt werden. Auch Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit sind dabei entscheidend. „Niedrige Gesamtkosten rentieren sich letztlich nur dann, wenn der Kunde seinen Kauf abschließt und nicht auf Grund des Zahlsystems oder der Unübersichtlichkeit des Onlineshops vorher abspringt. Weniger Kaufabbrüche führen letztlich zu höherem Umsatz“, erklärt Hans Peter Weber. Und da gebe ich Hans Peter Weber von secupay AG recht. Es ist wichtig, wenn ich als Shopbetreiber für mich hervorragende Zahlungsmöglichkeiten anbietet, aber was bringt es, wenn der Kunde sie nicht akzeptiert.

Sobenen entdeckt: Bahn erhöht die Preise für Kreditkarten/PayPal-Zahler

17. November 2014
Die Bahn erhöht die Preise für Kreditkarten- und PayPal-Zahler.

Die Bahn erhöht die Preise für Kreditkarten- und PayPal-Zahler.

Die Deutsche Bahn macht es mir nicht leicht. Ich bin im Grunde meines Herzens ein überzeugter Bahnfahrer. In meinem Beruf bin ich viel unterwegs zu Seminaren, Konferenzen und Vorträgen und ich wähle meist die Deutsche Bahn als Transportmittel. Gründe liegen im Umweltschutz, Stress oder vor allem an meinen schlechten Augen.
Ich nutze den Bahn App auf meinem iPhone zum Buchen der Fahrkarten. Hier ist meine Kreditkarte als Zahlungsmittel hinterlegt. Ich bin davon überzeugt: So wie ich es mache, machen es andere auch.
Durch einen Zufall entdeckte ich eine versteckte Preiserhöhung bei der Bahn und ich bin wieder mal richig sauer auf das Unternehmen. Seit 4. November zahle ich für Bahnreisen über 50 Euro einen Zuschlag, wenn ich mit Kreditkarte oder PayPal zahle. Das Zahlungsmittelentgelt wie diese Preiserhöhung im besten Beamtendeutsch heiß, wird fällig für Fernverkehrsprodukte. Also beim Kauf von Fahrkarten für innerdeutsche Verbindungen für ICE, IC/EC, IC Bus mit einem Wert von 50 Euro oder höher sowie beim Kauf von Sparpreiszusätze, Fahrradkarten, Aufpreise für Zeitkarten oder sogar beim Kauf der BahnCard.
Ich finde dies eine absolute Sauerei und verdammt schlechte PR. Ich kann es verstehen, dass die Bahn Geld verdienen muss. Als Grund für die Preiserhöhung nennt die Bahn folgendes: In den vergangenen Jahren sind die Bearbeitungsgebühren, die Kreditkartenanbieter der Deutschen Bahn in Rechnung stellen, stark gestiegen. Mittlerweile liegen diese für die DB bei einem mittleren zweistelligen Millionen-Betrag, sagt die Bahn auf ihrer Website. Deshalb werde ich nun als Kreditkartenkunde an diesen so genannten Disagiokosten beteiligt. Kunden, die andere Zahlungsarten wie Kontoeinzug bevorzugen, sind hiervon nicht betroffen. Nachteil für mich als Kunde: Beim Kontoeinzug zahle ich gleich, bei Kreditkarte zahle ich später. Als Geschäftsreisender habe ich manches Mal aber auch keinen Zugriff auf Firmenkonten und habe stattdessen ja eine Kreditkarte (was in der Welt außerhalb Deutschlands auch üblich ist)
Was soll diese Preiserhöhung? Hier legt sich die Bahn selbst ein Ei. Für mich ist das ein Kommunikationsdesaster. Noch im September tönte die Bahn: Die Bahn übt sich angesichts der Konkurrenz durch Fernbusse in Zurückhaltung und hält die Fahrpreise möglichst stabil. Nur für Reisende in der 1. Klasse und im Nahverkehr gibt es geringe Preiserhöhungen – so war es im September. Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?
Natürlich grummle ich, wenn die Bahn ihre Preise für ihre Tickets erhöht. Aber die Preiserhöhung für klassische Tickets ist nach ein, zwei, drei Tagen vergessen. Die Preiserhöhung für Fernverkehrsprodukte merke ich jedes Mal, wenn ich ein Ticket buche. Und jedes Mal kommt mir die Galle hoch, wenn ich moderne Zahlungsmittel einsetze. Das ist ein Kommunikationsdesaster für mich.

Top 5 Stolperfallen beim Online-Kauf

2. Juli 2014

einkaufswagen

Der Warenkorb gehört zu den kritischsten Stellen im Online-Bestellprozess, denn gerade dort brechen Kunden den Kaufvorgang am häufigsten ab. Das kostet Online-Händler Tag für Tag bares Geld. Damit der virtuelle Warenkorb nicht leer stehen gelassen wird und User zu Käufern konvertieren, hat die Löwenstark Online-Marketing GmbH im Rahmen von Remote-Usability-Tests die wichtigsten Warenkorb-Abbruchgründe ermittelt und Lösungen dafür entwickelt.

Die Deutschen shoppen gern und oft online. Der aktuellen Studie “Interaktiver Handel in Deutschland 2013“ des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels e.V.”  zufolge verzeichnete der deutsche Online-Handel 2013 mit rund 39,1 Milliarden Euro ein erfolgreiches Jahr und machte damit 9,1 Prozent des deutschen Gesamthandelsvolumens aus. Dabei ist die Usability von Bestellvorgängen ein wichtiger Erfolgsfaktor geworden. Insbesondere eine Warenkorb-Optimierung hat einen enormen Effekt auf den Umsatz eines Online-Shops. Dennoch weisen viele Webshops in Deutschland starke Defizite auf, die den User oft kurz vor dem Kaufabschluss abschrecken. Die Experten von der Online-Marketing Agentur Löwenstark erklären, welche Stolperfallen es gibt und wie Webshopbetreiber diese umgehen können.

1. Bestellung nur als registrierter User möglich

Das jagt Online-Käufer in die Flucht: Um das Produkt zu bestellen, muss zuerst ein Kundenkonto angelegt werden. Aber nicht jeder will gleich bei der Erstbestellung seine kompletten, teilweise sensiblen Daten dauerhaft preisgeben. Die Option der Gastbestellung bietet die Möglichkeit, den Webshop einfach und unkompliziert zu testen und Vertrauen aufzubauen. „Wer möchte, dass sich Kunden anmelden, sollte unbedingt die Vorteile eines persönlichen Kontos, wie zum Beispiel spezielle Rabatte oder Lieferung frei Haus, auf der Website hervorheben,“ erklärt Marian Wurm, Geschäftsführer der Löwenstark Online-Marketing GmbH.

2. Hohe Versandkosten

Es ist ein Fakt: Versandkosten verschrecken den Kunden. „Online-Shops, die nicht bereit sind, die Versandkosten für ihre Käufer zumindest teilweise zu übernehmen, laufen Gefahr diese an die Konkurrenz zu verlieren,” warnt Wurm. „Auch ein Mindestbestellwert für den kostenfreien Versand erfüllt den Zweck und kann sogar dazu führen, dass der Kunde etwas mehr kauft als geplant, um den Bestellwert zu erreichen.“ Gut funktionieren zudem zeitbefristete Aktionen, bei denen der Online-Händler zu bestimmten Zeitpunkten seine Ware ohne Zusatzkosten verschickt, wie zum Beispiel beim Saisonwechsel oder zu Weihnachten. Wichtig ist generell, dass die anfallenden Kosten immer ganz am Anfang des Bestellprozesses genannt werden.

3. Fehlende Produktinformationen  

Wer kauft schon die Katze im Sack? Eine große Anzahl an Internetkäufern verlässt den Shop mit einem leeren Warenkorb aufgrund von fehlenden Produktinformationen. „Wenn Kunden sich den Warenkorb mit all den Kosten noch einmal ansehen und die verfügbaren Informationen überzeugen sie nicht, brechen viele den Kauf ab“, erläutert Wurm. Solche kritischen Informationen sind beispielsweise unpräzise Produktbeschreibungen, fehlende Produkt-Bilder oder ungenaue Angaben zum Liefertermin.“

4. Langwieriger oder fehlerhafter Kaufprozess

Geduld ist nicht die Stärke der Internet User und daher führt ein langer und unübersichtlicher Bestellvorgang zu hohen Abbruchsraten. „Wer hat schon Lust, sich durch unzählige Formulare und Seiten durchzukämpfen? Aus diesem Grund raten wir unseren Kunden immer: Machen Sie es sich und dem Käufer einfach und reduzieren Sie die Anzahl der Schritte beim Bestellprozess auf das Minimum,“ betont Wurm. Der aktuelle Trend: Ein One-Page-Checkout, bei denen der gesamte Kaufvorgang innerhalb einer einzigen Seite abgewickelt wird. Zudem können Softwarefehler auf der Website den Kaufprozess deutlich erschweren. Eine kosteneffiziente Lösung ist der regelmäßige Einsatz von Testkäufern. Das müssen keine professionellen Testkäufer sein – auch Freunde und Bekannte können beim Testen eines Shops helfen.

5. Gewünschte Zahlungsmöglichkeiten nicht vorhanden

Bankeinzug oder PayPal – was darf es sein? User, die ihre bevorzugte Zahlungsart nicht finden, verlassen schnell den Shop. Die gängigen Bezahloptionen, die nicht fehlen dürfen, sind Zahlung per Rechnung, Kreditkarte, Lastschrifteinzug und über Online Payment-Anbieter wie PayPal oder Skrill. Hilfreich ist auch die Platzierung von Logos und von kurzen Beschreibungstexten zu jedem Bezahlanbieter, in denen beispielsweise erklärt wird, wie man ein Konto bei PayPal anlegt oder für die Ware zahlt.