Posts Tagged ‘George Lucas’

Filmkritik Star Wars Rogue One

14. Dezember 2016

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„Als das Lucas-Logo auftauchte, da kribbelte es so schön im Bauch und mein Herz pochte“ – So nett drückte es mein Filmkritiker Kollege Julian Reischl aus. Und recht hatte er. Rogue One versetzte mich seit Wochen in einen Erregungszustand, den ich als Kind hatte, wenn ich einen großen Film im Kino ansehen durfte. Heute bin ich eher abgebrüht, aber dieses Gefühl habe ich mir bei Star Wars- und Star Trek-Filmen bewahrt. So auch bei der Premiere von Rogue One. Ich trat aus dem Kino und fühlte mich wie ein Held auf seinem Klassentreffen. Rogue One war ein Treffen der alten Bekannten. Ich sah meine Lieblinge wieder: C3PO, R2D2, Darth Vader, Prinzessin Leia und einfach wunderbar Gouverneur Großmoff Tarkin. Sie waren die Konstante, die den Film erträglich machten, was nicht heißen soll, dass Rogue One ein schlechter Film ist. Nur das Feuer sprang bei mir erst im Laufe des Films über.
Der Film ist ein Spin Off aus dem Star Wars-Universum und eine separate Geschichte, die sehr gut vor Episode IV eingebettet ist. Von der Handlung will ich nicht viel verraten: Es geht um die Pläne des Todessterns, die von den guten Rebellen von dem bösen Imperium gemopst werden. Fans wissen Bescheid.
Der Beginn des Films schleppte sich hin, die neuen Charaktere wurden eingeführt, doch emotional rissen sie mich nicht mit. Einzig der umgedrehte imperiale Droide K-2S0 zeigt die notwendigen Emotionen und sorgte für ein gewisses Maß an Unterhaltung. Was ist passiert? Bin ich etwa zu alt für Star Wars? Nein, ich bin nicht zu alt für gute Unterhaltung, aber der Anfang kam schon sehr klischeebehaftet daher.
Regisseur Gareth Edwards, der mit Godzilla ein emotionales Meisterwerk ablieferte, versteht eigentlich sein Handwerk. Er weiß eigentlich, was mir als Fan der ersten Stunde gefällt. Er zitierte die alten Filme und das freut mich. Beispiele gefällig?

Da wäre der Held, der zuerst schießt. Wie der alte Han Solo einstmals. Und ich bleibe dabei: Han hat zuerst geschossen, auch wenn Lucas später eine Geschichtsfälschung betrieb.

Dann wären da die Wachmänner auf den Rebellentürmen, die in den Sonne blicken, während die X-Wings in den Krieg ziehen. Warum braucht man eigentlich in der Zukunft noch einen Ausguck?

Und da ist auch der Mausroboter, der den Sturmtruppen hinterher rollt. Wie sehr habe ich damals im Kino gelacht und wollte unbedingt so einen Maus-Droiden haben.

Schöne Erinnerung waren auch die hohen Schächte in denen unsere Helden herumturnen und gegen die Sturmtruppen kämpfen. Der alte Luke hing auch in solchen Schächten, die damals noch Matte-Zeichnungen waren, und musste den Traktorstrahl ausschalten. Leia retten.

Sehr schön auch der Crash der Sternenzerstörer – wie einst bei Rückkehr der Jedi, als es Rums auf Endor machte und die Jedi wieder die Macht übernahmen.

Aber es kamen in Rogue One beim ersten Mal Ansehen keine neuen markanten Augenblicke vor, die sich in mein Filmbewusstsein einbrennen werden. Schade. Vielleicht passiert dies beim zweiten und dritten Mal, denn ich werde mir den Film mehrmals ansehen (müssen).
Technisch ist Rogue One allererste Sahne und die Weltraumkämpfe machen Spaß. Da gibt es nix zu meckern, wenn Gold eins und Rot eins zum Angriff über gehen. Es macht Freude, wenn die Jäger gegen das Imperium antreten, wenn die Tie-Fighter daher sausen und sich im Kampf stellen. Ich liebe die ATAT, die Rebellen auslöschen. Das ist das Star Wars Universum, wie ich es mag. Warum allerdings die Daten vom Todesstern allerdings auf Festplatten gelagert werden, erschließt sich mir nicht. Cloud Computing hat sich in der Zukunft wohl doch nicht durchgesetzt. Es muss ja nicht gerade die Drop Box sein.
Klar ist auch: Der Rogue One ist härter geworden als die bisherigen Filme der Reihe. Der Hinterhalt, in dem die Sturmtruppen mit ihrem Panzer geraten, zeigt keine glorreichen Kämpfe mit Helden und Siegern. Das ist Krieg und mir kam Ridley Scotts Black Hawk Down in Erinnerung. Und ich täuschte mich nicht. Für das lebensnahe, realistische Feeling von Rogue One verpflichtete Edwards Greig Fraser (Zero Dark Thirty, Foxcatcher) als Chefkameramann und Neil Corbould (Black Hawk Down, Gladiator, Der Soldat James Ryan) als Special Effects Supervisor. Einzig, die Heldin zeigt Herz und rettet ein weinendes Kind. Bilder vom Krieg in Syrien kamen auf. Familienunterhaltung ist das nur bedingt. Der Film selbst ist eher in dunklen Bilder gehalten, was der ganze Atmosphäre sehr gut tut.
Die grundsätzliche Frage stellte sich mir im Film immer wieder: Warum tragen die Sturmtruppen eigentlich eine Panzerung. Laserstrahlen fegen sie hinweg. Und sogar jeder Stockhieb erledigt sie. Schutz stelle ich mir anders vor. Richtig nervig war für mich Kung Fu Panda Chirrut Îmwe (Donnie Yen) und sein Rambo-Verschnitt mit der großen Karre. Hier wurde versucht ein dynamisches Duo aufzubauen, das meines Erachtens misslang. Die Charaktere nerven nur. Ich bin auch keine 8 Jahre mehr. Was bei Lucas noch eine Verbeugung vor dem großen Akira Kurosawa war, ging mir jetzt gehörig auf den Geist. Es war eher Kung Fu David Carradine mit John Rambo Stallone.
Gefallen hat mir dagegen das Böse im weißen Mantel. Der imperiale Militärdirektor Krennic (schön gespielt von Ben Mendelsohn) will den Todesstern unterdessen so schnell es geht einsatzbereit bekommen. Er bekommt aber von seinen Vorgesetzten, buchstäblich die Luft abgeschnürt und wird zurückgepfiffen. Insider wissen, wer der Chef mit schwarzen Mantel und Maske ist. Das macht Spaß und bei dieser Szene klatschte ich innerlich. Gut gemacht.
Ein Wort noch zur Musik. Den Score werde ich noch extra besprechen, wenn ich das Album durchgehört habe. Jeder Komponist muss verlieren, wenn er das Erbe von John Williams antritt. An den Olymp kommt keiner heran. Regisseur Gareth Edwards beauftragte Komponist Alexandre Desplat mit dem er schon bei Godzilla arbeitete. Weil aber Disney umfangreiche Nachdrehs anordnete, stieg Alexandre Desplat aus dem Projekt aus – mich würde jetzt um so mehr seine Interpretation interessieren. Ausputzen musste es Michael Giacchino, der in vier Wochen den Score komponierte und aufnahm. Eigentlich viel zu wenig Zeit für so einen wichtigen Film. Michael Giacchino machte seine Sache gut, aber das endgültige Urteil folgt in einer separaten Kritik.
Lohnt sich Rogue One? So lautet die Frage. Ja ist meine Antwort. Ist er besser als Erwachen der Macht? Nein, ich habe mich damals eher heimisch gefühlt. Werde ich mir Rogue One nochmals ansehen: Ja, auf jeden Fall, denn es gibt viel zu entdecken und außerdem ist es noch ein Jahr hin, bis Star Wars VIII am 15. Dezember 2017 ins Kino kommt.

Schnell noch zu Star Wars Identities

16. Oktober 2016

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Wer sie noch nicht gesehen hat, für den ist jetzt allerhöchste Eisenbahn. Bis zum 17. Oktober ist die Star Wars Ausstellung Identities in der kleinen Olympiahalle noch zu sehen. Es ist ein Pflichttermin für alle Star Wars-Fans jeden Alters.
Zusammen mit K1 hatte ich bei Star Wars Identities einen entspannten und inspirierenden Fannachmittag unter Gleichgesinnten. Sicherlich hat der aktuelle Trailer von Rouge One nochmal sein Übrigens getan und uns heiß gemacht. Grundsätzlich macht es nur Sinn als echter Star Wars-Fan diese Ausstellung zu besuchen, aber dies dürfte natürlich klar sein. Trekkies werden ebenso enttäuscht sein wie Unwissende des Star Wars Universums. Das Zeug ist wirklich nur etwas für Fans, denn gerade die Details machen es aus. Es gibt für jede Altersstufe etwas zu entdecken. Die Marke Star Wars schafft es, über Generationen hinweg zu faszinieren. Ich konnte es kaum fassen, dass ich neulich in einem Gespräch die Aussage gehört habe: „Ich habe noch nie einen dieser Krieg der Sterne-Filme gesehen!“ Ab in die Sarlaccs Grube mit so einem Ignoranten der Pop Kultur.


Die Ausstellungsmacher von Star Wars Identities gingen geschickt bei der Planung des Events in der kleinen Olympiahalle vor: Sie sprechen zwei Zielgruppen unterschiedlich an: Kinder und Geeks. Und beide Zielgruppen gewinnen etwas vom Besuch der Veranstatung. Die einen Spaß und Unterhaltung, die andere eine Fülle von Details zum Fachsimpeln herausfordern.
Die Ausstellung ist gut gegliedert und mit neuer Technik ausgestattet. Der Besucher hat eine Art Audio-Guide im Ohr und sobald er sich einem Ausstellungsstück nähert, bekommt er die entsprechenden Informationen. Zudem bekam man ein Armband mit der Besucher im Star Wars-Universum mitspielen konnte – wenn er will. Besonders die jüngeren Besucher fuhren darauf ab und schufen sich ihren eigenen Star Wars Charakter, den man sich am Ende der Ausstellung per eMail zusenden konnte.
Als Fan war ich von den Details fasziniert und musste mir am Ende der Ausstellung im angehängten Shop auch die Luxusausgabe des Ausstellungsführers kaufen. Über den werde ich separat mal einen Blogpost schreiben. Nur soviel: Das Ding lohnt sich.
Mein erster Blick fiel auf die zahlreichen Roboter der Serie – im Mittelpunkt freilich R2D2 und C3PO sowie BB-8. Darum gruppierten sich Kampfdroiden, Med-Robots, Sturmtruppen und Boba Fett. Wichtiger für mich waren die zahlreichen Skribbles, Konzeptzeichnungen und Sketches. Es lässt sich wunderbar die Entwicklung der Figuren daran erkennen. Es zeigt sich, wie der Charakter einer Figur durch Änderungen in den Zeichnungen verstärkt oder abgeschwächt wird. Einige der Zeichnungen habe ich noch nie gesehen und war total fasziniert.


Die Luft blieb mir weg als ich vor einen Original Pod Racer stand. Im Film musste ich mich an die Racer gewöhnen, in der Ausstellung war ich gleich Feuer und Flamme. Durch geschickte Beleuchtung bekam der Besucher beim Betrachen des Modells den Eindruck von Geschwindigkeit. Super gemacht und eine Attraktion für groß und klein.
Für mich ein weiterer Höhepunkt war der Bikini von Prinzession Leia aus Rückkehr der Jedi. Generationen von Teenagern waren fasziniert von dem goldenen Bikini, den Leia in der Gefangenschaft von Jabba tragen musste. Endlich hatte man das Ding vor seinen Augen und es begann das übliche Kopfkino wie zu Zeiten als man Teenager war. Beeindruckend auch die Skulptur von Han Solo in Carbonit. Es war schon ein fieser Cliffhanger unseren coolen Helden am Ende vom Imperium einzufrieren. Wir mussten Jahre warten, um das Schicksal von Solo weiter verflogen zu können.
Die Modelle von Yoda und Jabba waren toll, der Jar Jar Binks als ein männlicher Gungan von dem Planeten Naboo zog mal wieder meinen Hass zu. Diesen Dreck werde ich George Lucas nicht verzeihen. Da nutzt es auch nichts, dass es verschiedene Versionen von dem Deppen gab. Ich mag Jar Jar Binks nicht.


Details um Details gab es zu entdecken. Natürlich staute es sich bei den Raumschiffen und beim Rasenden Falken. Aber ich will nicht zu viel verraten. Aber achtet auf die Kostüme: Der Helm von Darth Vader ist der Hammer, Darth Vader sowieso und auch die Kostüme von Senatorin Amidala. So viele Kleinigkeiten, so viel zu entdecken. Nehmt euch für die Räume Zeit mit.
Lasst euch überraschen von Star Wars Identities. Schaut euch die Ausstellung unbedingt noch an. Und dann freuen wir uns auf Rouge One.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Buchtipp: Star Wars Storyboards von J. W. Rinzler

7. Oktober 2015

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Langsam kommt das Star Wars-Fieber und ich habe mir in den Schulferien mit meinen Kindern die Original Trilogie Krieg der Sterne, Das Imperium schlägt zurück und die Rückkehr der Jedi-Ritter wieder angesehen. Weil meine Kinder vieles visuell verarbeiten, zeichneten sie nach den Filmen ihre Eindrücke auf. Sie malten Bilder von Luke, Vader, R2D2 und dem Todesstern. Gut kam auch die ATAT und die Tie-Fighter an.


Ich ergriff die Chance und zeigte meinen Kindern, wie so ein Film überhaupt gemacht wurde. Da kam mir das Buch die Star Wars Storyboard von J. W. Rinzler gerade recht. Noch mit frischer Erinnerung an die Filme schauten wir die Storyboards der klassischen Trilogie durch. Es war schön zu sehen, was sich die Artists ausgedacht hatten und wie es die Regisseure George Lucas, Irvin Kershner und Richard Marquand dann in Szene gesetzt hatten. Für uns war das Durchblättern des Bilderbuches eine visuelle Auseinandersetzung mit dem Thema Star Wars, eine Art Comicbook ohne Sprechblasen.


Storyboards sind Teil der Preproduction, also der Vorproduktion eines Films. Die Zeichnungen sollen auf Basis des Drehbuchs die Szenen erklären, den Bildaufbau festlegen und anhand der Zeichnungen stellt sich heraus, ob ein Film funktionieren wird. Ich habe mal gehört, die ersten Storyboards wurden bei Walt Disney eingeführt.

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Das Besondere an dem Buch waren die nicht erzählten Geschichten. In den Storyboards gibt es Handlungsstränge, die in den späteren Filmen nicht mehr vorkommen. So hätte die Star Wars Trilogie auch aussehen können. Diese möglichen Wendungen in der Geschichte zu entdecken und darüber fachsimpeln, das macht doch den Fanboy aus. Also ist dieses Buch nicht nur Literatur für Filminteressierte, sondern es ist eine visuelle Bibel für Star Wars Fanboys.

Nick Maley – der Mann, der Yoda schuf und auch für Krull, Lifeforce und Shining arbeite, hat viel in Nürnberg vor

4. Mai 2015
Yoda, Nick Maley, Clone-Wächter und ich.

Yoda, Nick Maley, Clone-Wächter und ich.

Am 4. Mai ist Star Wars-Tag – „May the 4th be with you“. Gibt es viel zu erzählen: Die beiden Teaser zum Filmereignis sind schon genügend diskutiert worden und auch das anstehende Spiel Battlefront hab ich schon bestellt. Also berichte ich am 4. Mai über Yoda, den Jedi-Meister.
Ich traf den Yoda-Guy, den Schöpfer der Yoda-Figur, Nick Maley vor kurzen in Erlangen auf einem von mir organisierten Event des Munich ACM Siggraph Chapters. Nick Maley will in Nürnberg ein Holoseum – eine neue Art von Filmmuseum errichten. Auf rund 1000 Quadratmeter will er eine Ausstellung aus verschiedenen privaten Sammlungen schaffen. „Jedes Mal, wenn ein renommierter Film-Veteran stirbt, gehen jahrzehntelange Erinnerungen und Erfahrungen verloren und verschwinden weitgehend unbekannt“, so Nick Maley. Hier soll sein Filmmuseum FXpo einsetzen, für das Maley derzeit die Werbetrommel rührt.


Er hat einiges vor: „Mit interaktiven Licht, Stereo-Sound und Hologrammen der beteiligten Personen, werden Requisiten, Kreaturen und Miniaturmodelle präsentiert. Wir werden die ‚Inside Stories‘, wie diese Filme gemacht wurden erzählen und geben Ratschläge von den Profis, wie man in der Unterhaltungsindustrie eine Karriere starten kann.“ Ein schöner Traum – bis zum Jahresende sollen erste Exponate stehen, damit sich mögliche Sponsoren etwas vorstellen können.

Ich durfte Nick Maley zum Interview treffen.

Ich durfte Nick Maley zum Interview treffen.

Special Make-up- und Creature Effects-Designer Nick Maley wirkte in 53 Filmen mit. Allgemein ist er bekannt als “der Yoda Guy” für seinen Beitrag zur Kreation von Yoda und andern Kreaturen von Star Wars. Zudem hat er auch bei Filmen wie Superman, der Highlander-Saga, the Shining, Krull und Lifeforce mitgewirkt.


Nick Maley freut sich auf den neuen Star Wars, der im Dezember starten wird, auch wenn er nicht von der Partie ist. Digitale Effekte werden wohl das Sagen haben. Der neue Roboter BB8 sei ein digitaler Effekt und Maley war ziemlich überrascht, dass der BB8 auf der Star Wars Convention in Anaheim als funktionsfähige Puppe auf die Bühne kam. „Das ist ein Bekenntnis zu practical effects.“ Das folgt den Geist der Star Wars-Folgen 5 und 6.


Die Arbeit mit Irwin Kershner bezeichnete Nick Maley als sehr gut. Kershner drehte das Imperium schlägt zurück und führte erstmals die Figur Yoda ein. Mal sehen, ob Dagobah nicht noch andere Figuren zu Tage bringt, aber das wird eine andere Geschichte. „Irwin Kershner ist nicht gerade das, was man als Special Effects-Regisseur bezeichnet“, schmunzelt Maley. „Ich arbeite am ersten Star Wars meinst mit Alec Guiness, nicht mit George Lucas. Lucas war ein junger Regisseur mit einer Baseball-Mütze auf dem Kopf. Wir respektierten Lucas, weil er das Geld für den Film zusammenbrachte, aber er hatte eine sehr eigene Arbeitsweise.“ Er sei nicht David Lean, er sei nicht Alfred Hitchcock. Nach dem Erfolg von Krieg der Sterne zog sich Lucas vom Regiestuhl zurück und der Schauspieler-Regisseur Irwin Kershner kam und brachte Tiefe. „Irwin Kershner brachte die Sensibilität für Schauspieler mit. Lucas ist nicht gerade ein kommunikativer Mensch.“ Kershner arbeitete anders als Lucas mit den Darstellern und dies tat Imperium schlägt zurück sehr gut.


Nick Maley ging auch auf die Zusammenarbeit mit Tope Hooper bei Lifeforce ein. „Tope Hooper ist ein verrückter Junge“, so Maley. Er stolziert herum und raucht die ganze Zeit Zigarren. „Es war sehr einfach mit ihm zu arbeiten. Er vertraute seinem Team. Er kam und sagte, wie er es haben wollte und überließ es uns.“ Als Maley das Drehbuch des SF-Films las, dachte er, wie er die Kosten senken konnte. Effekte wiederholten sich in dem Film und nutzen sich damit ab. Also überarbeitete Maley das Skript und er war damit Regsisseur für die 2. Unit für die gesamten Animatronics. Lifeforce war ein Flopp, was nach Meinung Maleys daran lag, dass der Film aus Kostengründen in London und nicht in New York spielte. Zudem waren die Leistungen der Schauspieler schlecht. „Meine Animatronics waren besser als manche Schauspieler“, gestand Maley ein.

Der Meister mit seinem Werk.

Der Meister mit seinem Werk.

Bei Krull stieg Nick Maley sehr spät ein. Für die Vorproduktion waren vier Monate geplant und nach zweieinhalb Monaten Arbeit wurde das Team rausgeworfen. Nick Maley wurde engagiert und musste innerhalb sechs Wochen die ganze Arbeit leisten. „Ich musste bei Null beginnen“, erinnert sich Maley. „Ich hatte damals den Ruf, unmögliche Jobs zu meistern.“ Und weiter: „Ich arbeitete von 6 Uhr morgens bis 23 Uhr nachts und dies sieben Tage die Woche, aber nach fünf Jahren brennt man aus.“ Und dennoch: „Krull war der schönste Film, den ich jemals gemacht habe. Die Leute am Set waren ausgezeichnet. Alle zogen am gleichen Strang. Ich hatte eine Crew von 18 Leuten und es war ein tolles Erlebnis, darunter ein 16jähriger Praktikant, der heute Captain America und Maleficent – Die dunkle Fee gemacht hat“, so Maley.

Yoda ist einfach ein Klassiker

Yoda ist einfach ein Klassiker

„Das Wichtigste als junger Designer ist, dass man zu jung ist, um zu wissen, was nicht geht und es probiert und dann einen Weg findet, das Problem zu lösen.“ Ein Wahlspruch von Nick Maley ist: „Höre niemals auf die negativen Einflüsse von anderen Leuten. Die Leute geben dir gute Ratschläge, damit du normal bleist. Ein anderes Wort für normal ist durchschnittlich. Aber wenn du außergewöhnlich sein willst, dann darfst du nicht auf alle weisen Ratschläge hören.“
Auf die Zusammenarbeit mit dem Regie-Gott Stanley Kubrick ist Nick Maley nicht so gut zu sprechen. Maley arbeitete 1980 an der Stephen King-Verfilmung The Shining mit. „Kubrick war ein verdammt talentierter Verrückter.“ Maley: „Meine Erinnerung an Kubrick ist, dass er alles, alles proben und austesten wollte, wieder und immer wieder. Tests sind nichts schlechtes, aber Kubrick übertrieb es meiner Meinung nach. Wir wiederholten in diesem Film Szenen Hunderte Mal und dann nochmal. Und dann hatten wir einfache Shots, die wir wieder Hunderte Male wiederholten. Für mich waren das zu viele Wiederholungen.“ Maley arbeitete an den Geistern im Ballroom des Overlook-Hotels mit. Und er half bei der Badenwannen-Schönheit, die zur Wasserleiche in Zimmer 237 mutiert, mit. „Shining ist heute ein Klassiker und ich bin heute sehr begeistert, dass ich mit ihm in Verbindung gebracht werde.“ Und dann scherzt Maley: „Noch stolzer wäre ich, wenn ich bei 2001 – Odyssee im Weltraum mitmachen hätte können.“

Danke Yoda.

Danke Yoda.

Original Star Wars Trilogie kommt (vielleicht) doch noch auf Blu ray

17. März 2015
Klar hat Han Solo zuerst geschossen. Foto: Fox

Klar hat Han Solo zuerst geschossen. Foto: Fox

Han hat zuerst geschossen! Immer und immer wieder haben wir Star Wars-Fans über diesen Satz diskutiert. Ich kann es beweisen, ich war im Kino dabei und hab Zeugen, wie Han Solo den fiesen Greedo erschoss. Immer wieder haben wir uns geärgert, dass George Lucas in seinen Überarbeitungen von 1997 und 2004 seiner Star Wars-Filme eine glatte Geschichtsfälschung begangen hat. Und es geht dabei nicht nur um das Einkopieren bunter digitaler Effekte und Bildchen. Lucas betrieb mit den überarbeiteten Versionen eine Geschichtsglättung. Han Solo war ein Mörder, denn er schoss zuerst. Lucas machte aus ihm erst später ein Opfer, das als zweiter seine Laserwaffe zog.
Jüngere Star Wars-Fans konnten diese Sakrileg-Diskussion an der Orginal Star Wars-Trilogie wohl nie verstehen. Immer wieder höre ich, es sei doch egal. Nein, es ist nicht egal.


Für die Jüngeren war Han Solo immer in makelloser Held. Nein, war er eben nicht. Jetzt hat vielleicht auch die jüngere Generation die Chance zu entdecken, wie Star Wars auf uns Fans der ersten Stunde ursprünglich gewirkt hat. Aus der Gerüchteküche hört man, dass der Disney-Konzern überlegt, noch vor dem Start des neuen Films Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht die Orginal Star Wars-Trilogie auf Blu ray herauszubringen.
Die ganze Diskussion ins Rollen brachte eine abgefangene E-Mail des Disney-Konzerns, in der die Rede von einer Veröffentlichung von Star Wars in der „originalen Form” war. Damit kochten am Wochenende die Wogen hoch. Nun die Rechte der Original-Trilogie von Krieg der Sterne, Imperium schlägt zurück und Rückkehr der Jedi-Ritter liegen bei Fox und nicht bei Disney, dennoch ist die Sache spannend und wäre zu schön, um wahr zu sein.
Auf DVD kam 1997 die erste neue Schnittfassung heraus. Bisher liegt auf Blu ray nur die digital überarbeitete Version Star Wars: The Complete Saga I-VI vor. Hier hatte Lukas einige böse Schnitte vorgenommen, die Synchronisation etwas verändert. Neben der Han Solo-Szene in Cantina ist das Einfügen von Hayden Christensen als Anakin Skywalker 2004 am Ende der Jedi-Ritter ein Verbrechen. Als Fan hoffe ich auf die Wahrheit, denn Han schoss zuerst.

Hier die Überarbeitungen bei Imperium schlägt zurück und hier bei Jedi.

Und hier ein paar Änderungen im Bewegtbild:

 

Indiana Jones 5 – muss das sein?

13. Februar 2015

Muss das wirklich sein? Ein fünfter Teil von Indiana Jones? Wie man aus dem entsprechenden Gazetten hört, plant Spielberg mit Ford einen fünften Teil der Erfolgsserie. Dabei war Teil vier doch schon ziemlich daneben, was vor allem an dem jugendlichen Hauptdarsteller Shia LaBeouf lag.


Ich sag dir Mr. Spielberg: Mach mir bloß nicht meinen Indiana Jones kaputt! Ich bin mit ihn aufgewachsen und habe seine Abenteuer genossen. Es waren dort Cliffhanger, wie sie eben nur Spielberg machen konnte. Und dabei war es doch egal, ob die Filme unlogisch waren: Sie haben einfach Spaß gemacht. Mein liebster Film der Reihe war Teil drei Indiana Jones und der letzte Kreuzzug. Ich mag so mystische Geschichten um Kreuzzüge und den Heiligen Gral.
Mit den vierten Teil hatte ich aber meine Probleme. Harrison Ford ist einfach ein alter Mann und das wird beim fünften Teil von Indy Jones nicht besser werden. Warten wir erst einmal ab, wie er sich in Star Wars schlägt. So selbstverständlich ist es gar nicht, dass Spielberg wieder Regie führen wird. Die Rechte für das ganze Indiana Jones-Zeug liegen bei Disney. George Lucas hat es bei dem Verkauf von Star Wars gleich mit zu Geld gemacht. Disney könnte die Serie komplett neu starten für ein neues jugendliches Publikum. Aber Spielbergs Kameramann Janusz Kaminski ließ die Katze aus dem Sack und so dürfen Spielberg und Jones noch einmal ran.
Wahrscheinlich erleben wir wieder Vater und Sohn, wie einstmals Vater und Sohn turbulenter Abenteuer im Teil fünf. Aber will ich Sie wirklich sehen? Sean Connery hat mir als Vater von Indiana Jones gut gefallen, ihn nehme ich die Rolle ab. Shia LaBeouf fand ich schrecklich.

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Zum Trost und als Erinnerung an alte Zeiten blättere ich das Buch The Complete Making of Indiana Jones durch. Es heißt zwar großspruig, dass es die The Definitive Story Behind All Four Films sei, aber wenn man ehrlich ist, werden nur Teil 1-3 ausführlich behandelt. Teil 4 kommt nicht so intensiv vor, schließlich ist das Buch 2008 erschienen. Wer sich aber für Teil 1-3 interessiert, für den ist dieses Buch eine Fundgrube an seltenen Hinter den Kulissen-Bildern, Artworks, Sketchnotes und schönen Gescichten. Geschrieben wurde die ganze Sache von J.W.Rinzler, der viele Bücher über Lucas und Spielberg verfasst hat. J.W.Rinzler gehört zu Lucasfilm und hat damit genehmigten Zugriff auf die Archive. Und er zeigt uns, welche Schätze in diesen Archiven ist. Tolle Bilder, tolle Geschichten, tolle Zeichnungen – der Leser kann in die Produktionswelt von Indiana Jones voll eintauchen und macht damit The Complete Making of Indiana Jones zu einem der besten Bücher über den Abenteuerer.

Und weil ich beim Loben will, empfehle ich auch die The Soundtrack Collection zu den ersten vier Filmen. Der Score stammt aus der Feder von John Williams und ist wie vieles von dem Meister allererste Sahne. Ich hatte zwar die einzelnen Alben bei Erscheinen gekauft, empfehle aber hier ausdrücklich die The Soundtrack Collection. Grund: Es liegt eine Zusatz-CD dabei mit noch nicht veröffentlichtem Material und das ist der Hammer. Mit dabei ist auch ein Interview zwischen Spielberg, Lucas und Williams. Auch das Booklet kann sich sehen lassen und bietet gute Infos über die vier Soundtracks.

AlbumIm Moment weiß ich also noch nicht, ob ich mich über einen fünften Teil von Indiana Jones freuen soll oder nicht. Daher habe ich mir das Vorbild von Indiana Jones angesehen und genossen: Gunga Din. Der schwarzweiß-Film von George Stevens enthält alle Elemente der Jones-Reihe – vor allem des zweiten Teils Indiana Jones und der Tempel des Todes. Spielberg hat genau hingesehen und seine Version von Gunga Din gedreht. Damals traten Cary Grant, Victor McLaglen und ein etwas blasser Douglas Fairbanks jr. gegen Horden von bösen Indern an. Schaut euch diesen Film an und ihr werdet sehr viel von Indiana Jones erkennen und euren Spaß haben. Der Film Gunga Din lohnt sich.

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Besuch im Fanshop des TSV 1860 München

21. Juni 2014

Was haben ein Futterhäuschen, ein Wackeldackel, ein Weißbierglas und ein Toaster gemeinsam? – Nun sie sind alles Fanartikel im Fanshop des TSV 1860 München. Jetzt bin ich gewiss kein Fußball-Fan und werde die Faszination Fußball auch trotz Weltmeisterschaft nicht verstehen, aber das Geschäft mit dem Fanartikel reizt mich doch.

Der Fanshop des TSV 1860 München.

Der Fanshop des TSV 1860 München.

Ich stattete dem Fanshop des Münchner Traditionsvereins einen Besuch ab und war begeistert, welche unterschiedlichen Fan-Artikel es gab. Freilich hatte ich an Schal, Kappen, Trikots erwartet, aber welche Fülle an Merchandising-Artikel ich vorfand, war auch für mich überwältigend.

 

Ich will mich nicht darüber amüsieren, bin ich als Star Wars-Fan im Merchandising-Imperium von George Lucas doch allerhand gewohnt. Aber Fußball ist dann doch für mich eine andere Liga. Während ich bei Star Wars sogar Salz- und Pfefferstreuer oder einen Jedi-Bademantel kaufe (ich habe darüber gebloggt), schüttle ich bei Fußball nur den Kopf. Wer braucht das Zeug?

Aber die Frage ist falsch gestellt – noch dazu einem überzeugtem Löwenfan, den ich im Shop traf und der eine Fahne erstehen wollte. Dieses Fan-Utensil war aber ausverkauft, Nachschub kommt in rund drei Wochen. Einfach im Online-Store vorbeischauen, lautete der Rat des TSV-Vertreters hinter der Kasse.

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Der Besuch im Fanshop des TSV 1860 München hat mich eines gelehrt. Es gibt nichts was es nicht gibt und der Fan, sei er Fußballfan oder Star Wars-Fan, ist schon eine besondere Spezies. Also Vorsicht vor uns.

 

Legoland: Der Lego Star Wars X-Wing Starfighter in Originalgröße kommt

31. März 2014

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Es wird 2014 ein gutes Lego-Jahr für mich. Als Lego-verrückte Familie warten wir sehnsüchtig auf die Wiedereröffnung des Legolandes in Günzburg. Ich habe ja vergangenes Jahr spekuliert, was die neue Attraktion sein wird und lag dabei gar nicht so falsch. Jetzt ist es offiziell: Das größte Lego-Modell der Welt, ein Lego Star Wars X-Wing Starfighter in Originalgröße, landet exklusiv für die Saison 2014 im Familienfreizeitpark im bayerischen Günzburg. Yeah und ich werde mir das Teil genau ansehen. Ab 5. April öffnet das Legoland seine Pforten.

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Der X-Wing Starfighter ist ein Highlight unter den Raumfahrzeugen des Star Wars-Universums von George Lucas. Das Modell, gebaut in der Lego-Modellwerkstatt im tschechischen Kladno, wiegt mehr als 20.000 Kilogramm, ist über drei Meter hoch sowie 13 Meter lang und breit. Ein Team aus 32 Modelldesignern hat 17.336 Stunden benötigt, um 5.335.200 handelsübliche Lego-Steine zu der 42-mal größeren Nachbildung des Lego Star Wars Set 9493 zusammenzubauen. Ich hoffe, das Legoland hat genügend Sets zum Kauf auf Vorrat.

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Zerlegt in 32 Module und verpackt in sechs Containern, kam der aus 5,3 Millionen Lego-Steinen bestehende und 20.000 Kilogramm schwere Raumschiffjäger aus den USA im bayrischen Günzburg an. Damit das XXL-Modell wieder seine volle Größe erreicht, müssen die einzelnen Teile wieder zusammengesetzt werden, dabei ist von den Modelldesignern und Mechanikern des Parks Maßarbeit beim Aufbau gefragt. Mit einer Flügelspannweite von 13 Metern muss der Flieger millimeter-genau an seinem neuen Standort im Park aufgebaut werden, damit er in die Halle passt. Mit Hilfe von Gabelstaplern werden die tonnenschweren Teile an ihre entsprechenden Positionen gehoben und miteinander verbunden. Sobald der Aufbau abgeschlossen ist, geben die Elektriker dem Modell den finalen Schliff und installieren Beleuchtung und Animationen.

Der X-Wing Starfighter befindet sich erstmals auf europäischem Boden und ist exklusiv bis 2. November 2014 in der Lego Star Wars X-Wing Modellausstellung im Park zu bewundern. Ich wollte eigentlich den X-Wing Starfighter in New York ansehen, kam allerdings aus Zeitgründen nicht dazu. Nun werden wir es in Günzburg nachholen. Und mein Sohn fragte nach, wann denn der Todesstern aus Lego in Originalgröße gebaut wird? Gute Frage liebes Legoland – nun seid ihr am Zug.

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Buchtipp: The Making of Star Wars: Return of the Jedi von J. W. Rinzler

19. Februar 2014

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Erinnern wir uns an das Jahr 1983, als der (heutige) sechste Teil von Star Wars die Rückkehr der Jedi Ritter in die Kinos kam. Wir alle strömten in die Filmtheater, um das wahre Gesicht von Darth Vader zu sehen. Und wir wollten sehen, wie die Familiensaga endet.

Der Film hat großartige Elemente. Ich erinnere nur an Jabbas Palast, den Kampf auf dem Todesstern oder die Schlachten auf dem Mond Endor. Aber der Film hat auch seine ganz schlimmen Seiten: Ich denke dabei an die Ewoks.

Im Jahre 2013 erschien endlich der wunderbare Blick hinter die Kulissen des Filmes. Geschrieben wurde das Buch The Making of Star Wars: Return of the Jedi von J. W. Rinzler. Der Journalist gilt als anerkannter Experte zu Star Wars und ist Vertrauter von George Lucas. Das Vorwort schrieb Brad Bird, der einstmals für Lucas arbeitete, dann Erfolge mit Pixar hatte und beinahe mit John Carter den Disney-Konzern ruinierte. Nun heute gehört Lucasfilm zu Disney, Pixar gehört zu Disney und so findet alles ein gutes Ende.

Es macht Spaß, in diesem Buch zu lesen, in alte Zeiten einzutauchen. Schon der Vorgänger zum Imperium war gelungen, wie ich hier gebloggt habe. Das vorliegende Buch gewinnt vor allem durch seine hervorragenden Concept Art-Zeichnungen und seine zahlreichen Schnappschüsse hinter den Kulissen. Wir sehen sehr viele sympathische Schauspieler, darunter natürlich Prinzessin Leia in ihren goldenen Metallbikini Kostüm. George Lucas wusste, was wir Teenager damals wollten. Daneben gibt es auch zahlreiche Fotos von den Dreharbeiten und der Postproduktion. Leider, so ist zumindestens empfinde ich es, gibt es zu wenig Hintergrundmaterial von den Soundtrackaufnahmen. John Williams kommt zwar mit dem London Symphony Orchestra im Bild vor und auch ein paar Zeilen werden über seine Kompositionen verwendet, aber das ist mir persönlich zu wenig. Williams war 1983 für seine Star Wars-Musik mit dem Oscar nominiert.

Dennoch macht dieses Buch The Making of Star Wars: Return of the Jedi einen Heidenspaß. Wenn nicht diese Ewoks wären. Ich mag diese Pelztiere einfach nicht und sie haben der ganzen Star Wars-Saga massiv geschadet. Freilich war es ein hervorragender Verkaufserfolg für die junge Zielgruppe, die lustigen Teddybären einzusetzen. Gefallen hat es mir trotzdem nicht.

Aber diese Seiten kann ich ja einfach überblättern und mich an den hervorragenden Produktionsfotos um und über den Todesstern ergötzen. Filme wurden damals noch mit der Hand gemacht. Natürlich gab es schon digitale Effekte, aber die Masse der Zeichnungen, der Hintergründe, der Modelle, der Tricks allgemein waren noch analog. Erst bei den Teilen 1-3 der Star Wars Trilogie setzten sich digitale Effekte komplett durch. 1983 steckte dies alles noch in den Kinderschuhen. Vielleicht macht dies auch den Reiz aus.

Ach ja, Amazon bietet das Buch The Making of Star Wars: Return of the Jedi (Enhanced Edition) auch als elektronisches Buch für den Kindle Fire HD an. Es ist – da nicht der Buchpreisbindung unterworfen – deutlich billiger als die Papierversion.

Star Wars-Buchkritik: Sculpting a Galaxy von Lorne Peterson

11. Januar 2014

Sculping

Obwohl ich ein großer CGI-Fan bin, komme ich aus der Welt des traditionellen Modellbaus. Schon als Kind war ich fasziniert von Modellen wie Schiffe, Flugzeuge und Fahrzeuge. Damals war Kriegsspielzeug noch nicht so sozial geächtet wie heute und so stand in meinem Kinderzimmer die Bismarck neben der HMS Victory und Tiger-Panzer neben der Me 262. Es waren irgendwie andere Zeiten.

Als meine Filmbegeisterung ausbrach, erinnerte ich mich an meine Leidenschaft für den Modelllbau. Dies lag mit Sicherheit auch an einem alten Filmbuch der damaligen Kinozeitschrift Cinema. Band 2 der Sonderreihe von Cinema widmete sich den Tricks und ich war begeistert von dem Buch und den mir eröffneten Welten. Gerade im Bereich Science Fiction-Filme kamen eine Menge Modelle zum Einsatz. Erinnert seien nur die Wunderkerzen in den Raumschiffen von Flash Gordon oder Buck Rogers. In der achtziger Jahren wurden die Basisschiffe der Zylonen in der TV-Serie Kampfstern Galactica aus Filmrollen zusammengebaut. 2001 Odyssee im Weltraum setzte absolute Standards im Modellbau. Künftig müsste sich jeder Film an der Detailversessenheit von Kubrick messen lassen. George Lucas wusste das und ging mit Star Wars seinen Weg und schuf ein eigenes Universum, dessen Faszination bis heute anhält.

Und so kaufte ich mir das wunderschöne Buch Sculpting a Galaxy: Inside the Star Wars Model Shop von Lorne Peterson. Es ist der Himmel auf Erden für Modellbauer und Freunde des alten Handwerks, Das komplette Buch dreht sich um Masken, Paintings und Modellbau. CGI von heute wäre nicht möglich, wenn wir die alten Meister damals nicht gehabt hätten. Und daher dreht sich Sculpting a Galaxy vor allem um die klassische Trilogie von Star Wars: Krieg der Sterne, Imperium schlägt zurück und die Rückkehr der Jedi-Ritter. Es kamen im Laufe der Jahre zwar Special Effects mehr und mehr aus dem Computer, doch im Grunde waren die Tricks in diesen Filmen noch klassischer Modellbau. Und so sollte man Sculpting a Galaxy auch ansehen: als eine Zeitreise in Handwerk. Mit viel Liebe zum Detail entstanden Raumschiffe wie Sternenzerstörer, X-Wing oder Tie-Fighter und natürlich die Oberfläche des Todessterns. Natürlich merkt man, dass es sich beim Anflug von Luke in den ersten Todesstern um eine Modellbaulandschaft handelt, aber was soll es? Der Trick hat funktioniert. Die Tricks in der Star Wars-Filmreihe haben so gut funktioniert, dass ganze Dialoge sich in das Bewusstsein der Filmfreunde eingeprägt haben. Die CGI-Effekte der Teile I bis III sind sicherlich perfekter, aber mich persönlich haben die Filme nicht so geprägt wie Teil IV bis VI. Und das lag mit Sicherheit auch an den Tricks.

So ist das Durchblättern von Sculpting a Galaxy eine wahre Freude. Der Text ist übersichtlich und auch bei schlechtem Englisch noch zu gut verstehen. Es geht um die Magie der Bilder, die einen Blick in den Star Wars-Modellshop werfen. ILM öffnete 2006 seine Pforten und ließ einen Blick hinter den Kulissen zu, wobei die Mehrzahl der Bilder aus der klassischen Triologie stammt. Ich empfehle das Buch Sculpting a Galaxy: Inside the Star Wars Model Shop allen Freunden der Filmreihe, die eine Liebe zum Detail haben und auch mal hinter die Kulissen blicken wollen. Meine Hochachtung vor so viel Kreativität auf Seiten der Macher.