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Retrobörse Rosenheim: Wo alte Spiele wieder Kindheit werden

27. April 2026

Das Groschengrab war in Rosenheim. Die Retrobörse für klassische Videospiele und natürlich war ich mit dabei.
Der Reiz von Retrobörsen für Videospiele liegt vor allem in der Mischung aus Nostalgie, Sammelleidenschaft und Gemeinschaft. Viele Besucher suchen dort nicht nur alte Spiele oder Konsolen, sondern Erinnerungen: das erste Game-Boy-Spiel, den Super Nintendo aus der Kindheit, ein bestimmtes Cover, einen Sound, ein Spielgefühl, das moderne Downloads kaum ersetzen können. Ich war auf der Suche nach Atari 2600- und PSP-Spielen.

Dazu kommt der Jagdtrieb. Auf Retrobörsen kann man stöbern, vergleichen, handeln und vielleicht genau das seltene Modul finden, das online entweder zu teuer ist oder nur auf Fotos existiert. Der physische Moment spielt eine große Rolle: Hülle in die Hand nehmen, Anleitung durchblättern, Zustand prüfen, mit Händlern sprechen. Die Preise in Rosenheim waren zivil bis exorbitant. Und ich stellte fest: Vieles hab ich schon im Archiv und bin stolz darauf.

Wichtig ist auch die Szene selbst. Retrobörsen sind Treffpunkte für Menschen, die dieselbe Leidenschaft teilen – Sammler, Spieler, Technikbastler, Nostalgiker. Man tauscht Tipps aus, spricht über alte Konsolen, erfährt etwas über Reparaturen, Umbauten oder regionale Besonderheiten. Dadurch wird aus dem Einkauf ein Erlebnis.

Und schließlich haben alte Videospiele einen kulturellen Wert. Sie zeigen, wie sich Technik, Grafik, Design und Erzählweisen entwickelt haben. Eine Retrobörse ist deshalb auch ein kleines Stück Popkultur-Geschichte zum Anfassen. Hier ein paar Eindrücke von der Veranstaltung.

Ich habe auf der Retrobörse Rosenheim mit Andy Brenner gesprochen, dem Organisator der Veranstaltung. Brenner zeigte sich mit dem Verlauf sehr zufrieden: Nach seinem ersten Eindruck sei die Börse in diesem Jahr wohl die besucherstärkste Ausgabe der vergangenen Jahre in dieser Location gewesen. Wie bei solchen Veranstaltungen üblich, sei der größte Andrang vor allem am Vormittag zu spüren gewesen. Nach 13 Uhr hätten viele Besucher ihre „große Beute“ bereits gemacht und seien zum Essen gegangen oder hätten die Börse verlassen. Gegen Ende kämen erfahrungsgemäß noch einmal einige Schnäppchenjäger.

Der Reiz von Retro-Games liegt für Brenner vor allem in der Erinnerung an frühere Zeiten. Viele Sammler verbänden mit den alten Spielen persönliche Erinnerungen an ihre Jugend. Früher habe man sich vieles nicht leisten können, heute könne man es kaufen – auch wenn es dann oft eher gesammelt als tatsächlich gespielt werde. Retro-Gaming sei eine eigene Szene mit sehr leidenschaftlichen Sammlern, von denen manche sogar komplette Spielesammlungen besitzen. Brenner selbst ist seit vielen Jahren in der Szene aktiv und organisiert die Börse bereits seit rund 15 Jahren. Anfangs habe er als Veranstalter noch die Gelegenheit genutzt, vorab nach besonderen Stücken zu suchen, inzwischen habe er die meisten Dinge, die er selbst haben wollte.

Sein persönlicher Einstieg in die Welt der Computer und Spiele war der Commodore 64, später folgten der Amiga, der PC und zahlreiche Konsolen wie PlayStation und Super Nintendo. Viele Geräte besitzt er bis heute, auch wenn sie inzwischen meist gut verstaut oder präsentiert im Regal stehen. Gespielt werde deutlich weniger als früher, weil im Alltag oft die Zeit fehle. Trotzdem gehe es für viele Sammler darum, die Originale zu besitzen. Gerade das Spielen auf echter Hardware, mit Originalmodul, Controller und Röhrenmonitor, sei ein besonderes Gefühl, das sich von moderner Emulation unterscheide.

Auch das Publikum der Retrobörse ist laut Brenner international geprägt. Neben vielen bayerischen Besuchern kämen regelmäßig zahlreiche Gäste aus Österreich nach Rosenheim. Die Börsen in Rosenheim und Wien seien eng miteinander verbunden, auch terminlich lägen sie weit genug auseinander. Brenner schätzt, dass das Publikum inzwischen fast zur Hälfte aus Deutschland und Österreich besteht.

Ein besonderes Herz hat Brenner für Pixelgrafik. Mit dem Wechsel zu frühen 3D-Grafiken, etwa beim Nintendo 64, habe er persönlich weniger anfangen können. Ihn faszinieren vor allem klassische, handgemachte Pixelanimationen, etwa bei Spielen wie Metal Slug auf dem Neo Geo. Moderne Spiele spiele er zwar auch gelegentlich, vor allem Rennspiele wegen der beeindruckenden Grafik, doch viele aktuelle Shooter und große 3D-Titel seien an ihm eher vorbeigegangen. Mobile Gaming spielte für ihn persönlich ebenfalls keine große Rolle. Zwar besitzt er Geräte wie Game Boy und Game Boy Advance, genutzt habe er sie aber kaum. Unterwegs habe er früher eher Musik gehört, gelesen oder Zeit mit Freunden verbracht.

VR sieht Brenner nicht als zentrales Thema des Retro-Gamings. Er habe Virtual Reality zwar ausprobiert, etwa mit der PlayStation, vertrage es aber selbst nicht besonders gut und bekomme davon Kopfschmerzen. Die technischen Möglichkeiten seien zwar spannend, für ihn persönlich habe VR jedoch wenig mit Retro-Gaming zu tun. Kritisch sieht er die teils stark gestiegenen Preise in der Sammlerszene. Manche Spiele in gutem Zustand oder mit Originalverpackung seien inzwischen extrem teuer. Für ihn selbst kämen solche Preise nicht infrage, aber es gebe Sammler, die bereit seien, für fehlende Stücke in ihrer Sammlung hohe Summen auszugeben. Letztlich regelten Angebot und Nachfrage den Markt.

Neben Spielen und Konsolen spielen für Brenner auch Magazine und gedruckte Hefte eine wichtige Rolle. Gerade das Blättern, die Haptik und das Gefühl eines echten Magazins seien durch digitale Medien nicht zu ersetzen. Aus der großen deutschsprachigen Facebook-Gruppe „Amiga Germany“ sei deshalb ein eigenes Magazin entstanden, das inzwischen seit mehreren Jahren erscheint. Die Auflage sei regelmäßig ausverkauft, mit rund 700 Abonnenten. Besonders in der Amiga-Szene gebe es dafür eine treue Zielgruppe.

Als persönliches Lieblingsspiel nennt Brenner ohne Zögern OutRun. Schon in den 1980er-Jahren habe er das Spiel in der Spielhalle gespielt, unter anderem in Italien. Auch später auf der Xbox sei OutRun für ihn eines der meistgespielten Spiele geblieben. Die Retrobörse Rosenheim soll auch 2027 wieder stattfinden. Einen genauen Termin gibt es laut Brenner noch nicht, da Überschneidungen mit anderen Veranstaltungen geprüft werden müssen. Informationen dazu sollen rechtzeitig über die Facebook-Seite der Retrobörse bekanntgegeben werden.

Retrogamebörse: Wenn Pixel zu Erinnerungen werden – eine Reise zurück ins Herz des Spielens

13. Januar 2026

Der Besuch der Retrogame Börse 2026 in Garching fühlte sich für mich als Retrogamer an wie eine Zeitreise, bei der man nicht nur schaut, sondern wieder mit allen Sinnen eintaucht. Schon beim Betreten der Halle lag dieser unverwechselbare Mix aus Karton, Plastik und Elektronik in der Luft – der Geruch von Modulen, die Jahrzehnte überdauert haben, und von Konsolen, die einst ganze Nachmittage verschluckten.


An den Tischen reihten sich C64-Disketten neben NES-Cartridges, liebevoll sortierte Mega-Drive-Boxen neben zerlesenen Spielehandbüchern. Ich war vor allem auf der Suche nach Atari 2600 und PSP-Spielen. Händler und Sammler kamen ins Gespräch, fachsimpelten über Revisionen von Platinen, über vergilbte oder perfekt erhaltene Gehäuse, über Spiele, die man jahrelang gesucht hatte und nun plötzlich in greifbarer Nähe sah. Der Sohn beauftragte mich, mit dem Kauf von seltenen Pokémon-Spielen, während die Tochter nach japanischen Spielen suchte, obwohl wir bisher noch keine japanische Sega Saturn besitzen. So sind wir Retrogamer.

Begeistert traf ich auf Oliver Reynolds vom Verein Videospielkultur VSK und bekam eine Einladung zu einem der nächsten Spieleabende in der Gamerei. Als VSK noch im Werk 1 war, besuchten mein Sohn und ich regelmäßig die Institution. Diese Tradition werden wir jetzt wieder aufnehmen.

Was diese Börse so besonders machte, war nicht allein das Kaufen und Verkaufen. Es war das gemeinsame Erinnern. Viele Besucher erzählten sich Geschichten von verpassten Schulbussen, weil ein Bossgegner einfach nicht fallen wollte, oder von Familienfernsehern, die abends zum Schlachtfeld um den letzten freien Joystick wurden. Retrovideogames zeigten sich hier als Kulturgut: als Zeugnisse einer Zeit, in der technische Grenzen Kreativität erzwangen und wenige Pixel ausreichten, um ganze Welten entstehen zu lassen. Jedes Spiel war ein kleines Stück Mediengeschichte, ein Beleg dafür, wie Erzählformen, Musik und Grafik sich gegenseitig beeinflussten und eine eigene Ästhetik entwickelten.
Dies bestätigte auch der Organisator der Veranstaltung Bernd Kühn im Interview.

Zwischen Röhrenmonitoren mit flimmernden Scanlines und dem vertrauten Klicken alter Controller wurde klar, warum die Faszination bis heute anhält. Retrogames sind nicht nur Nostalgieobjekte, sondern kulturelle Artefakte, die von gesellschaftlichen Stimmungen, technischen Umbrüchen und dem Spieltrieb ganzer Generationen erzählen. Die Retrogame Börse 2026 in Garching machte genau das spürbar: dass diese Spiele mehr sind als Unterhaltung – sie sind Erinnerungsräume, die bewahrt, geteilt und immer wieder neu entdeckt werden wollen.

Videogames sind ein Kulturgut, weil sie weit über ihren ursprünglichen Zweck als bloße Unterhaltung hinausgewachsen sind. Sie sind Ausdruck ihrer Zeit, Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen und ein eigenständiges Medium mit eigenen ästhetischen, erzählerischen und technischen Gesetzmäßigkeiten. Wie Literatur, Film oder Musik entstehen Videogames nie im luftleeren Raum. Sie werden von Menschen geschaffen, die von politischen, sozialen und kulturellen Rahmenbedingungen geprägt sind, und tragen diese Einflüsse in sich – manchmal offen, manchmal subtil.

Ein zentrales Merkmal von Videogames als Kulturgut ist ihre Fähigkeit, Geschichten interaktiv zu erzählen. Anders als bei linearen Medien wird der Mensch vor dem Bildschirm nicht nur zum Beobachter, sondern zum handelnden Teil der Erzählung. Entscheidungen, Scheitern, Erfolg und Wiederholung sind nicht bloß erzählerische Motive, sondern Erfahrungen, die aktiv durchlebt werden. Dadurch entsteht eine besondere emotionale Bindung: Spiele prägen Erinnerungen, Haltungen und manchmal sogar Werte. Viele Menschen können sich Jahre später noch an bestimmte Spielmomente erinnern – nicht, weil sie sie gesehen haben, sondern weil sie sie selbst erlebt haben. Bei mir war es der Angriff der Walker in Empire strikes Back von Parker für das Atari 2600.

Hinzu kommt die künstlerische Dimension. Grafikstile, Musik, Sounddesign und Spielmechaniken bilden eine eigene Form von Ästhetik. Gerade frühe Videogames zeigen eindrucksvoll, wie technische Begrenzungen kreative Lösungen hervorgebracht haben. Wenige Farben, einfache Klänge und minimale Rechenleistung führten nicht zu Armut, sondern zu einer klaren, wiedererkennbaren Formsprache, die bis heute zitiert und weiterentwickelt wird. Diese Gestaltung ist vergleichbar mit Kunstströmungen anderer Medien, die ebenfalls aus Einschränkungen heraus entstanden sind.

Videogames sind außerdem ein wichtiges technikhistorisches Zeugnis. Sie dokumentieren den Fortschritt von Hard- und Software, von einfachen Pixelgrafiken bis zu komplexen, offenen Welten. Gleichzeitig erzählen sie von der zunehmenden Digitalisierung des Alltags. Wer alte Spiele betrachtet, sieht nicht nur Spielideen, sondern auch den Stand der Technik, die Bedienkonzepte und das Verhältnis des Menschen zur Maschine in einer bestimmten Epoche. In diesem Sinne sind Spiele Quellen der Zeitgeschichte.

Nicht zuletzt haben Videogames eine starke soziale und gemeinschaftliche Dimension. Sie prägen Generationen, schaffen gemeinsame Referenzen und eine geteilte Erinnerungskultur. Ob auf dem Pausenhof, im Jugendzimmer oder heute online: Spiele waren und sind Orte des Austauschs, des Wettbewerbs und der Zusammenarbeit. Communities, Modifikationen, Speedruns oder Let’s Plays zeigen, dass Spiele nicht abgeschlossen sind, sondern weiterleben, interpretiert und neu angeeignet werden – ein klassisches Merkmal von lebendigem Kulturgut.

Dass Videogames heute in Museen ausgestellt, wissenschaftlich erforscht und archiviert werden, ist daher folgerichtig. Sie erzählen Geschichten über uns selbst: über unsere Wünsche, Ängste, unseren Spieltrieb und unseren Umgang mit Technik. Als Schnittstelle von Kunst, Technologie und Gesellschaft sind Videogames ein prägendes Kulturgut des 20. und 21. Jahrhunderts – und ein kulturelles Gedächtnis, das es zu bewahren gilt.

Zwischen Pixelträumen und Sammelleidenschaft – warum mein Herz für Retro-Games schlägt

4. Juni 2025

Zum Missfallen meiner geliebten Frau bin ich ein Retrogamer und liebe alte Spielkonsolen. Meinen Sohn habe ich mit dem Hobby angesteckt und so manches Mal zocken wir zusammen. Aber nicht nur alte 8-Bit-Geräte stehen bei uns hoch im Kurs, sondern natürlich auf die Next-Gen-Konsolen wie PS5 oder Switch 2, die morgen wohl bei uns eintreffen wird.

Und wir brauchen Spielenachschub. Da gibt es natürlich die entsprechenden Online-Plattformen, aber ich gehe auch gerne auf Börsen, Flohmärkte und auch in Ladengeschäfte. In München mag ich FUNtainment in der Landwehrstraße und jetzt hat in Augsburg in der City-Galerie Figuya X Konsolenkost eröffnet. Für mich natürlich ein Grund mal wieder in die Fuggerstadt zu fahren. Figuya X Konsolenkost wird weitere Ex-GameStop übernehmen.

Ich finde die Entwicklung interessant, denn es gibt wohl einen kaufkräftigen Markt. Figuya X Konsolenkost ist ein neues, gemeinsames Retail-Projekt der beiden etablierten Online-Händler Figuya und Konsolenkost, das im Mai 2025 mit der Eröffnung seines ersten Ladengeschäfts in der City-Galerie Augsburg an den Start ging. Die Kooperation entstand nach dem vollständigen Rückzug von GameStop aus Deutschland, wobei Figuya X Konsolenkost gezielt ehemalige GameStop-Flächen übernimmt, um diese mit einem neuen Store-Konzept neu zu beleben.

Das Konzept der neuen Filialen vereint die Welten von Gaming und Anime unter einem Dach. Das Sortiment ist dabei zu gleichen Teilen aufgeteilt: Eine Hälfte besteht aus aktuellen Videospielen und Retro-Klassikern, die andere Hälfte aus Anime-Figuren, Trading Cards und japanischer Popkultur. Figuren sind nur zum Teil mein Fall, da sind meine Kinder mehr am Start. Ich sammle als Giger-Fan in der Regel nur Alien-Figuren.

Natürlich lassen sich über die Preise der angebotenen Retro-Games diskutieren. Ich habe bei Games für die PS Vita zugegriffen. Leider gab es (noch) keine Spiele für mein geliebtes Atari 2600. Leider hatte ich nicht soviel Zeit bei meinem ersten Besuch im Augsburger Laden und es verging viel Zeit mit Schlangestehen, weil der Andrang enorm war und vor dem Geschäft sich eine Schlange gebildet hatte. Das wird sich sicherlich bei meinen nächsten Besuch eingespielt haben. Aber es freut mich, dass das Konzept angenommen wird.

Damit richtet sich das Angebot sowohl an Gaming-Fans als auch an Liebhaber von Anime und japanischem Lifestyle. Ziel ist es, einen Treffpunkt für zwei verwandte Fan-Welten zu schaffen, an dem Sammelleidenschaft und Community im Mittelpunkt stehen.

Ein zentrales Element des Geschäftsmodells ist das bekannte Trade-In-System: Kunden können nicht nur gebrauchte Konsolen, Spiele und Zubehör, sondern erstmals auch Anime-Figuren und sogar defekte Geräte zum Verkauf anbieten. Die angekauften Produkte werden von einem spezialisierten Team sorgfältig geprüft, aufbereitet und wieder in den Verkauf gebracht. Besonders gefragt sind dabei seltene Sammlerstücke wie Pokémon-Spiele, Zelda-Editionen oder spezielle Game-Boy-Modelle. Nachhaltigkeit und die Wertschätzung alter Schätze stehen im Vordergrund.

Figuya X Konsolenkost positioniert sich damit als lebendiger Begegnungsort für die Community, der sowohl Nostalgie als auch aktuelle Trends aufgreift. Nach der Eröffnung des ersten Stores in Augsburg sind weitere Filialen in deutschen Innenstädten geplant, um so die Lücke zu füllen, die GameStop hinterlassen hat, und neue Impulse für die Gaming- und Anime-Szene zu setzen.

45 Zoll Röhren-TV gefunden – der Traum von Retrogamern

29. Dezember 2024

An die ersten Fernseher, an die ich mich erinnere, waren Grundig-Röhrenfernseher. Ein mächtiges Teil stand im Wohnzimmer meiner Eltern, angeschlossen von einem Elektrofachhändler aus der näheren Umgebung. Er kam im grauen Kittel, schloss die Glotze an, richtete sie ein und erklärte sie meinen Eltern. Bei einem Elektromarkt hätten meine Eltern nie gekauft. Später kam noch ein Video 2000 Rekorder von Grundig dazu, den ich heute noch samt 20 Cassetten besitze. Hier ein Bild vom Mediacenter meiner Jugend samt verstorbener Großmutter väterlicherseits.

Meine Großmutter mütterlicherseits kaufte mir für mein Kinderzimmer einen Schwarzweiß-Fernseher an dem ich mein Atari 2600 anschließen konnte. Ab und zu durfte ich an dem großen Fernseher im Wohnzimmer spielen, wenn meine Eltern es erlaubten. Mein Wunsch war es, einen großen Röhrenfernseher zu besitzen auf dem ich zocken konnte. Der Traum blieb unerfüllt. So nahm ich die 8-Bit-Welt zunächst meinst in Schwarzweiß wahr. Erst als ich einen C-64 bekam, zog auch ein kleines TV-Farbfernsehgerät in mein Zimmer ein, denn der Commodore hatte 16 Farben. Diese Farben waren Schwarz, Weiß, Rot, Cyan, Violett, Grün, Blau, Gelb, Orange, Braun, Hellrot, Dunkelgrau, Mittelgrau, Hellgrün, Hellblau und Hellgrau.

Heute im fortgeschrittenen Alter habe ich meine Retro-Konsolen an einer kleinen asiatischen Röhrenkiste angeschlossen, die ich bei meiner Hausärztin abgestaubt habe, nachdem sie die Praxis auf Fachbildschirme umstellte.

Und jetzt lese ich im Bett, dass der Traum von einem großen Röhren-TV für jemanden in Erfüllung gegangen ist. 45 Zoll groß und 200 kg schwer ist der Sony PVM-4300, ein Mörderteil. Dieses seltene Gerät mit einer Bildschirmdiagonale von 43 Zoll wurde in den 1980er Jahren von Sony produziert und war hauptsächlich für den professionellen Einsatz vorgesehen. Ein Technik-Enthusiast entdeckte ein solches Exemplar in einem schlechten Zustand und entschied sich, es zu restaurieren.

In einem wunderbaren YouTube-Video berichtete der Retro-Fan von seiner Odyssee bis er das Riesending von Japan in die USA bekam und restaurierte. Da kommt Neid auf, denn ich würde gerne auf einem solchen CRT-Mal zocken. Solche Geschichten liebe ich als Retrogamer.

Retrogamer aufgepasst: Atari bringt das Atari 2600+

23. August 2023

Und wieder klopft das kleine Herzchen aufgeregt: Bum, bum, bum. Gestern wurde verkündet, dass Atari, bzw. das Nachfolgeunternehmen, am 17. November eine Neuauflage seines Klassikers, meines Klassikers auf den Markt bringen will: Die Atari 2600+

Schon wieder eine Wiederauflage einer Retrokonsole, schon wieder ein Teil, das ich mir kaufen und in meine Sammlung stellen werde. Es ist ja nicht so, dass ich noch kein Original Atari 2600 in Holzverkleidung oder als Darth Vader Variante habe, natürlich habe ich das Retron77 mit dem ich die meisten der alten Cartridges zocken kann, natürlich habe ich die 50-Jahres-Sammlung von Atari-Spielen für die PS5, wobei es pervers ist, eine 8 Bit Grafik auf einer Next Gen-Konsole zu spielen. Und ich habe die eine oder andere Emulation laufen und ich liebe die Atari-Spiele auf dem Evercade stationär oder mobil. Also nun noch die Atari 2600+.

Für 120 Euro kommt die Konsole etwas kleiner daher als das Original aus meiner Jugend, etwa 20 Prozent sei das Ding geschrumpft, so Atari und die Spielefirma Plaion, die einstmals Koch Media war. Dabei ist der legendäre CX40+-Joystick mit rotem Feuerknopf. Und es sind zehn Spiele auf einer Cartridge dabei, so sind dabei Adventure, Missile Command und Video Pinball. Und nun noch: Es heißt, dass meine alten Cartridges, die ich haufenweise noch in meiner Sammlung habe, auf dem System laufen sollen. Es wird wohl eine ähnliche Technik verbaut sein, wie im Retron77, das auch meine alten Cartridges ausliest. Die Spiele werden über den SoC Rockchip 3128 emuliert, in der Konsole stecken 256 MByte Arbeitsspeicher und 256 MByte Speicherplatz, das reicht für die alten Heuler. Neu allerdings beim Atari 2600+: Es werden auch die Cartridges vom Atari 7800 gelesen, der grafisch etwas leistungsfähigere Nach-Nachfolger vom Atari 2600.

Eine weitere Cartridge mit vier Spielen will Atari gemeinsam mit einem CX-30 Paddle Controller zum Preis von 35 Euro verkaufen. Mal sehen, ob ich meine alten CX-30 Paddle Controller wirklich problemlos anschließen kann.

Das Ganze zeigt mir, dass Retrogaming lebt. Es ist ein kleiner, aber feiner Markt. Lego hat das Atari 2600 auch als Bausatz auf den Markt geworfen, das sich unter Fans gut verkauft. Daher ist es für mich nicht verständlich, dass der Heise Verlag die wunderbare Herausgabe des Retrogamers einstellen will. Das Heft schreibt eine schwarze Null oder macht ein wenig Gewinn. Aber genaue Zahlen habe ich natürlich nicht. Zum Jahresende wird das Heft eingestampft. Wahrscheinlich wie bei vielen Special Interest-Zeitschriften: Wenn ein großer Verlag dahinter ist, dann fressen die Overhead-Kosten alles auf und kleine, aber feine Sachen bleiben auf der Strecke. Das Heft sollte von der Redaktion weitergeführt werden, ein paar Gespräche laufen ja bereits, wie man aus dem Markt hört. Ich drück die Daumen.

Kulturalarm: Alte Videospiele verschwinden

15. August 2023

Ja, ich bin ein Retrogamer und ich liebe diese alten Videospiele meiner Jugend. Und das zum Leidwesen meiner Ehefrau, denn Konsolen gibt es viele und Spiele noch viel mehr.

Im Zentrum meiner kleinen Sammlung steht aber das Atari 2600-System mit seine 8-Bit-Grafik und Sound in den schwarten Cartridges. Aber auch andere viele Retrokonsolen wohnen bei uns zu Hause und wollen bespielt werden. Im Moment zocke ich viel auf der PS1. Ich passe auf die Spiele gut auf. Ich lese viel über die Retrogames in Zeitschriften wie Retrogamer oder Return, dort erfahre ich viel über vergangenes.

ABER: Und jetzt lese ich alarmierende Zahlen: Rund 87 % der Videospiele, die vor 2010 in den USA herausgekommen sind, gibt es nicht mehr im Handel zu kaufen, sagt eine Studie der Video Game History Foundation. Klassiker des Commodore 64 sind nur noch zu 4,5 %, des Nintendo Game Boy zu 5,8 % und der PlayStation 2 zu 12 % erhältlich. Ich muss mir die Studie genauer ansehen, aber sie scheint mir richtig und erschreckend zugleich.

Natürlich gibt es Retrosysteme im neuen Gewand oder Emulatoren auf Konsolen wie die Evercade oder Retron77, die ich beide sehr schätze. Gerade Evercade hat es sich zur Aufgabe gemacht viele Retrospiele auf die Handheld-Konsole zu Portieren. Das ist löblich, aber natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein, dann Hunderte, wenn nicht gar Tausende Spiele erblicken nicht mehr das Tageslicht und der Schatten des Vergessens legt sich über die Veröffentlichungen.

Ziehen wir mal einen Vergleich zu einem anderen Kulturgut, das ich sehr schätze. Nehmen wir den Film. Vieles hat sich für den Heimanwender erhalten, nur die Dareichungsform hat sich bei mir geändert. Super 8, VHS/Beta/Video2000, Laserdisc, DVD, Bluray, 4K UDH, Streaming und was es noch so gibt. Der Inhalt hat Bestand, nur die Vetriebsform hat sich geändert.
„Stellt euch vor, die einzige Möglichkeit, Titanic zu sehen, bestünde darin, eine gebrauchte VHS-Kassette zu finden und euer eigenes altes Equipment zu pflegen, um den Film trotzdem ansehen zu können“, heißt es im Fazit der Studie. „Es klingt verrückt, aber das ist die Realität, in der wir mit Videospielen leben, einer 180 Milliarden Dollar schweren Industrie, während die Spiele und ihre Geschichte verschwinden.“

Habt ihr eine Lösung für das Problem? Ist es überhaupt für euch ein Problem? Meinung gerne in die Kommentare.

Vielleicht aktuelle Zahlen, wie es um den Stand der Industrie in Deutschland steht. Insgesamt 908 deutsche Unter­nehmen sind in die Entwicklung oder den Vertrieb von Video­spielen involviert, sagt der Branchen­verband Game. Das sind 15,5 % mehr als bei der jüngsten Erhebung. Die Zahl der Beschäftigten steigt um 7 % auf 11.992. Grund für das Wachstum sind demnach Förder­mittel des Bundes­wirtschafts­ministerums.

Filmtipp: Tetris von Jon S. Baird auf Apple TV+

18. April 2023

Das allererste was ich getan habe, als der Abspann des Tetris Films bei Apple TV über den Bildschirm lief war folgendes: Ich holte aus einer Vitrine meinen allerersten GameBoy hervor, steckte Batterien rein, suchte aus der Spielesammlung die Cartridge von Tetris und setzte mich auf Sofa und spielte, spielte und spielte.

Der Film Tetris von Jon S. Baird hatte mir gefallen, denn ich mag Geschichten über Videospiele und deren Erfinder. Das ist Kultur und Geschichten über Videospiele ist Kulturjournalismus pur. Leider wird das von der etablierten Kulturpresse nur bedingt abgebildet und Videogames fristen in der klassischen Presse eher ein Nischendasein, wenn überhaupt. Sie haben aber für mich die gleiche Berechtigung wie andere Phänomene der Pop-Kultur. Natürlich mag ich die Spiele auch selbst, aber die Hintergründe zu Spielen interessieren mich doch sehr.

Aber zurück zum Film: Die Geschichte von Tetris ist ja allseits bekannt. Ich habe sie in so viel Magazinen und Büchern gelesen. Aber jetzt diese Geschichte auf die Beamerleinwand zu sehen, war doch etwas besonderes. Tetris spielt in der Zeit des Kalten Krieges und im frühen Silicon Zeitalter. Zu Hause stand bei mir mein Atari 2600.

Ich hörte als Jugendlicher von weit entfernten Messen, die CES in Las Vegas, die ich erst Jahrzehnte später persönlich besuchen sollte. Dort entdeckte Henk Rogers das Spiel des russischen Programmieres Alexei Paschitnow. Rogers erkannte das enorme Spielpotenzial dieses einfachen, aber genialen Spiels und versuchte die Vertriebslizenzen zu erwerben. Er wusste, dass Nintendo den GameBoy auf den Markt bringen würde und Tetris war das ideale Spiel für diesen Handheld. Aber, es war, wie gesagt, der kalte Krieg und die damalige Sowjetunion war ein zäher und nicht kalkulierbarer Verhandlungspartner. In vielen wunderbaren Details stellt der Film diese Situation und diese graue Zeit da, die wir uns heute gar nicht mehr vorstellen können. Gerade die Geschehnisse in der Sowjetunion unter Michael Gorbatschow zeichnete den Film ideal: düstere Bilder, düstere Musik, düstere Schauspieler. Der besondere Reiz sind natürlich die Unterbrechungen in 16 Bit Grafik, die ich gefeiert habe.

Vielleicht funktioniert Tetris nur in Teilen als Thriller als der er ursprünglich gedacht war. Als Thriller enttäuscht der Film ein wenig, aber der über die Genregrenzen hinaussieht, wird ein Juwel entdecken. Die Thrillerelemente tauchen erst zum Ende des Films auf und sind gut inszeniert, vor allem wenn sie mit 16 Bit Grafik angereichert werden. Vor allem funktioniert Tetris als Zeitdokument und gibt uns einen Einblick in vergangene Zeiten. Er ist ein Film, der Mut macht Grenzen zu überwinden, es ist ein Film über Freundschaft und Ehrlichkeit. Und der Film ist eine Verbeugung vor dem großen Programmierer Alexei Paschitnow, der ein Holzspiel seiner Jugend ins digitale Zeitalter übertrug und einen zeitlosen Mythos schuf, der die Welt der Spiele veränderte.

Videospiele waren in meiner Jugend immer Jungsache. Und dann kam Tetris und änderte alles. Das ist übrigens auch ein Buch, das ist sehr empfehlen kann. Das Zeitalter der Jungs endete mit Tetris. Selbst meine Mutter, die für mich als Jugendlicher damals schon eine ältere Frau war, aber zu Tetris Zeiten jünger war, als ich heute bin. Diese Frau war der Sucht nach den fallenden Klötzchen verfallen. Ich bekam einen GamesBoy geschenkt und sie spielte damit. Auf einmal waren Videospiele ein Zeitvertreib für die gesamte Familie und nicht nur für pubertierende Jungs wie mich.

Es gibt unzählige Tetris-Clones. Ich spielte das Spiel gerne auf dem C64. Und es soll wohl auch ein Tetris für das Atari 2600 geben, was ich aber nie gespielt, geschweige denn besessen habe. Der Jäger und Sammler ist nach dem Film wieder in mir erwacht …

Meine Ziele für 2023

13. Januar 2023

Das Jahr 2023 ist ein paar Tage alt und ich lese bei einigen Bekannten im Netz von ihren Vorsätzen für dieses Jahr. Mehr Sport machen, weniger Fleisch essen und vieles mehr. Andere haben eine Bucket List aufgestellt – also eine Liste mit Dingen, die man im restlichen Leben gerne noch tun oder erreichen möchte.

Bucket List ist mir zu doof, denn mein Leben und damit meine Bedürfnisse ändern sich täglich. Nun Vorsätze habe ich auch keine, aber ich habe mir ein paar Ziele für 2023 gesetzt, denn Ziele sind messbar und Vorsätze kann ich nach ein paar Wochen wieder fallen lassen. Also gehe ich meine Ziele an. Meine
Ziele sind nach der bekannten SMART-Regel aufgebaut, wie ich sie von Jochen, einen ehemaligen Chef von mir gelernt habe: S spezifisch, M messbar, A attraktiv, R realistisch und T Terminiert – diese Regel wende ich in meinem Berufsleben an und übertrage sie auch ins Privatleben, wenn es um Ziele geht. Also weg mit Vorsätzen und Bucket List, her mit den Zielen. Was sind also meine Ziele 2023?

Mehr Fotos machen
Auf jeden Fall werde ich 2023 mehr Fotografieren. Als Geräte benutze ich das Smartphone und meine Fujifilm X100V. Beide „Fotoapparate“ trage ich in der Regel bei mir. Ich will besser werden, ich hab den Drang zum Fotografieren, nicht zum Knipsen. Ich folge auf Facebook und Instagramm ein paar Fotobekannten, die mich inspirieren: Danke an Günter Hagedorn, Raimund Verspohl, Jürgen Bartenschläger. Als Thema habe ich mir Streetfotografie vorgenommen. Ich halte Ausschau nach Motiven und freue mich schon darauf. Mindestens ein gutes Bild pro Monat ist das Ziel.

Mehr Sofortbilder machen
Dann werde ich fotografisch mehr experimentieren – und zwar mit Sofortbildern. Ich habe meine alte Polaroid-Kamera reaktiviert und auch wieder mein Modell SX-70 von Polaroid aus dem Jahr 1974 wieder ausgegraben, die legendäre Andy Warhol-Kamera. Filme habe ich für die Oldies besorgt. Und für den täglichen Gespräch probiere ich mit der instax mini herum und verwende in der Regel einen Schwarzweißfilm. Mal sehen, was ich damit alles anstellen kann. Und nein, ich werde nicht mit den Abzügen wedeln und hoffen, dass sich das Bild schneller entwickelt. Inspiration hole ich mir von den Fotogrößen vergangener Tage. Ziel ist es hier, ein Fotoexperiment pro Monat zu realisieren. Eine Idee hab ich schon und meine Frau muss als Fotomotiv herhalten. Vielleicht geht auch eine Kombination zwischen gescannten Polaroid bzw Sofortbild und Zeichensoftware am iPad.

Mehr Super 8 schauen
Ich liebe Super 8 und meine Familie ist zusehends genervt, wenn ich einen meiner Projektoren im Wohnzimmer aufbaue. Natürlich habe ich viele der Filme als DVD, Bluray oder 4K, aber ich habe auch mein Einstiegsmedium in den bewegten Film. Mit Super 8 konnte ich erstmal Kino zu Hause genießen und an diesen Genuss will ich mich wieder erinnern. Ich nehme mir einmal im Monat bewusst die Zeit, baue einen Projektor auf und genieße die Bilder eines über 40 Jahren alten analogen Mediums. Ich nehme wohl am Besten dazu einen Abend, wenn die Familie ausflogen ist, um nicht allzusehr zu stören. Wer kann das ebenso genießen? Das Knattern des Projektors, den Genuss über bewegte Bilder auf der Leinwand, das manuelle Handtieren mit Spulen, das fummelige Einspulen des Films. In der Regel schaue ich Schauerfilme in Schwarzweiß.

Mehr zocken
Ich bin ein Retrogamer und genieße das Telespiel (so hieß es damals) mit dem Atari 2600, SNES, N64, GameCube, aber auch die gesamten Playstation-Generationen. Ich will mit meinem Nachwuchs mehr zocken und zock around the Clock Zeit mit den jungen Herrschaften verbringen, wenn sie Lust darauf haben. Ende Februar kommt die VR-Brille für die PS5 und ich glaube, dass wird ein riesiger Spaß und vielleicht kann ich den Nachwuchs noch mehr für Retrogames interessieren.

Mehr lesen
Im Grunde lese ich Tag ein, Tag aus Fachbücher um in meinen Beruf und im Hobby auf dem Laufenden zu bleiben. Literatur kam im vergangenen Jahr zu kurz. Das will ich ändern. Also mindestens ein Buch pro Monat zur Unterhaltung, zum Genuss, zum Zeitvertreib und zur Inspiration soll es werden. Es darf auch Schund sein. Zwölf Bücher in einem Jahr, die keine Fachbücher sind, müssen also möglich sein.

Mehr golfen
Golf ist ein Sport, der mir richtig gut gefällt und richtig gut tut. Im vergangenen Jahr habe ich es aus verschiedensten Gründen schleifen lassen, aber 2023 geht es wieder los, versprochen. Es geht mir nicht um Handicap oder Turniere, sondern um das Spiel an sich. Bewegung an der frischen Luft und hohe Konzentration, das tut dem Körper und Geist gut. Die Schläger sind gesäubert, die Bälle gepackt, also mit Gattin und Bekannten raus aufs Grün. Damit ich endlich sagen kann: Ich kann Golf (Witz). Und meinen Golfblog mehr pflegen.

Tagelang spielte ich mit Pelé

30. Dezember 2022

Fußball interessiert mich nur am Rande, aber nach dem Tod von Pelé mit 82 Jahren erinnere ich mich, dass ich Anfang der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zahllose Fußballturniere mit dieser Legende ausgetragen hatte. Tagelang spielte ich mit Pelé.

Pelé war der erste am Morgen, den ich getroffen habe und der letzte am Abend, bei dem ich mich verabschiedet habe. Ich hatte fanatisch Pelé‘s Soccer auf meinem Atari 2600 gespielt und werde die Cartridge heute als Erinnerung wieder in meine Lieblingskonsole schieben. Und nein, ich habe Pelé natürlich nie live getroffen, sondern nur virtuell als 8-Bit-Grafik.
Pelé’s Soccer, ursprünglich als Championship Soccer veröffentlicht, ist ein Sportspiel von Atari, Inc. aus dem Jahr 1981 für das Atari Video Computer System. Es wurde vom berühmten Fußballer Pelé empfohlen und bietet Ballhand- und Torwarttechniken mit dem Joystick.

Das Spiel von Steve Wright war das erste Lizenzspiel im Sportbereich, aber das erste Videospiel überhaupt, für das eine Person der Zeitgeschichte auf dem Cover wirbt. Ich mag die Coverzeichnungen von Atari sehr. Das war wohl der Grund, warum ich meinen Eltern auf die Nerven ging, dass ich dieses Spiel unbedingt haben musste. Fußball interessierte mich sonst nur am Rande und tut es heute noch immer nicht.

Atari nahm sein bestehendes Spiel Championship Soccer und änderte den Titel einfach in Pelé’s Soccer. Werbevertrag wurde unterschrieben und kleine Jungs wie ich, dachten, dass Pelé wirklich in dem Spiel auftaucht. Dabei waren die drei-Spieler-Formation samt Torwart nur die 8-Bit-Klötze, aber für mich waren sie Pelé. So funktioniert Werbung. Es war die erste VCS-Kassette mit Vertical-Scrolling.

Pelé soll übrigens schwer begeistert von dem Spiel gewesen sein, so dass er 1981 bei einem Deutschlandbesuch den Kaiser Franz Beckenbauer zum Duell auf dem Atari 2600 herausforderte. Pelé gewann gegen Beckenbauer 1:0. Diese wunderbare Geschichte gibt es hier nachzulesen.

Alien für das Atari 2600

24. Dezember 2022

Für mich gehört der Film Alien von 1979 zu den wichtigsten Werken der modernen Filmgeschichte überhaupt. Im Weltraum hört dich niemand schreien – so lautete der Slogan des Science Fiction-Films, der durch das von HR Giger geschaffene Monster Filmgeschichte schuf.

Aufgrund des Film entstanden zahlreiche Videospiele in der Folgezeit. Jetzt erhielt ich das erste Alien-Spiel überhaupt – und zwar – hipp hipp hurra – in der Originalverpackung. Es handelt sich um die Cartridge von 1982 für das Atari 2600 – meine Lieblingsretrokonsole. Es ist das erste offiziell lizenzierte Spiel von und wurde von 20th Century Fox veröffentlicht. Es handelt sich um ein Labyrinth-Videospiel, das von Doug Neubauer geschrieben wurde und ziemlich nah an Pac Man ist. Der Spieler steuert ein Mitglied der menschlichen Crew, das von drei Aliens in den Gängen eines Schiffes verfolgt wird. Das Ziel ist es, die in den Gängen abgelegten Alien-Eier zu zerstören (wie die Punkte in Pac-Man). Der Spieler ist mit einem Flammenwerfer bewaffnet, der die Außerirdischen vorübergehend lahm legen kann. Außerdem erscheinen gelegentlich „Pulsare“ (wie die Power-Pillen in Pac-Man), die den Spieß umdrehen und es dem Menschen ermöglichen, die Aliens zu überwältigen. Sobald der Spieler alle Eier gesammelt hat, gelangt er in eine Bonusrunde, in der er ein Extra-Punkte-Power-Up finden muss, während er (wieder) Dutzenden von Aliens ausweicht.

Also allzu kompliziert ist Alien auf dem Atari 2600 in seiner 8 Bit Grafik nicht. Aber wem Pac Man gefällt, dem wird Alien auch gefallen.