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Filmkritik: Xaver und sein außerirdischer Freund

16. August 2020
Xaver im Autokino.

Xaver im Autokino.

Als John Carpenter sich Stanley Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum ansah, hatte er sich so geärgert, dass er seinen Film Dark Star drehen musste. Dark Star wurde Kult. Ähnlich muss es Werner Possardt ergangen sein, als er sich die Steven Spielberg-Filme E.T. Der Außerirdische und Unheimliche Begegnung der Dritten Art angesehen hatte. Er drehte seinen Film Xaver und sein außerirdischer Freund, der in Bayerisch-Schwaben zum Kultfilm avancierte.
Zusammen mit meiner Frau gewann ich bei Radio Schwaben in einer Facebook-Verlosung Karten eben für diesen Xaver und sein außerirdischer Freund, der im Rahmen des Messeflimmern im Autokino an der Messe Augsburg lief. Da meine Frau aus den Stauden in Bayerisch-Schwaben stammt und der Film u.a. in Mittelneufnach gedreht wurde, wollte sie die alte Heimat auf großer Leinwand sehen. Und ich gehe mit meiner Frau überall hin, sogar zu Xaver.

Nun, der Film macht es einem nicht leicht. Es ist eine Art bayerischer Heimatfilm auf unterem Trash-Niveau, gefördert von der Filmförderung Nordrhein-Westfalen. Aber ich kann dennoch verstehen, dass dieser Klamauk um einen Außerirdischen sein Publikum findet. Besser wäre es, wenn man alkoholische Getränke vor dem Filmbesuch reichlich konsumiert, um das Gesehene besser verarbeiten zu können. Aber Alkohol im Autokino geht gar nicht und so ertrug ich den Film bei Mineralwasser.
Die Handlung von Xaver ist schnell erzählt. Ein Außerirdischer macht eine Bruchlandung in Oberbayern und wird vom Dorftrottel Xaver aufgelesen, der ihm gleich den Namen Alois verpasst. Xaver wird unschuldig verdächtig, eine Diskothek in Brand gesetzt zu haben und wird im Laufe des Films vom White-Trash des Dorfes verfolgt. Mit Hilfe der Dorfschönheit Anni mischen Xaver und Alois das Dorf, ein Feuerwehrfest und das dazugehörige Bierzelt auf, vor allem nachdem Alois seine Liebe zum bayerischen Bier entdeckte. Alois lernt während der Verfolgungsjagd die wesentlichen Kraftausdrücke der bayerischen Sprache. Am Ende wird das Raumschiff repariert, die wirklichen Feuerteufel landen im Knast. Xaver und Anni besteigen das außerirdische Raumschiff wie einst Roy Neary in Unheimliche Begegnung. Wie bei E.T. hebt das Raumschiff zu den Sternen ab, nicht ohne ausführlich Spielberg zu zitieren. Auf dem Heimatplaneten von Alois wird dann zünftig weitergezecht.
Natürlich konnte Werner Possardt nicht mit den VFX von Spielberg konkurrieren und so improvisierte er wie einst Carpenter. Das Raumschiff wurde aus einer BMW Isetta gebaut. Seit Ende der 1980er Jahre steht es auf dem Dach des Gasthofs Kreuz in Pfaffenhausen.

Isetta als Raumschiff.

Isetta als Raumschiff.

Obwohl die Geschichte in Oberbayern spielt, wurde in den Stauden in Bayerisch-Schwaben gedreht. Das Bierzelt stand in Mittelneufnach und sogar der damals amtierende Ortsbürgermeister darf eine Rolle spielen. Die (abgebrannte) Diskothek war das Weiße Rössl in Untermeitingen. In der Lehmgrube in Forsthofen wurde die Schlussszene auf Alois Heimatplaneten gedreht und der Biergarten in Kloster Oberschönenfeld kam auch vor.

Xaver und sein außerirdischer Freund

Xaver und sein außerirdischer Freund

Xaver-Festspiele
Den Science-Fiction-Film von 1986 als Randerscheinung abzutun, damit tut man Werner Possardt unrecht. Possardt, der beim Tsunami in Thailand 2004 verstarb, kannte sich im Filmgeschäft aus und war ein Profi. Xaver war bewusst als Heimatfilm konzipiert und der Film hat sein Publikum. Aufgrund des Filmerfolgs wurden 2001 in Gessertshausen und 2005 in Mittelneufnach die sogenannten „Xaver-Feste“ durchgeführt – wahrscheinlich wurde auch das eine oder andere Bier dabei konsumiert. Es gibt sogar eine Fan-Seite im Netz zu Xaver.
Interessant ist aber die Sprache in dem Film. Das Bayerisch wird vereinfacht. Mit wenigen (Kraft-)Ausdrücken kommt man auch als Außerirdischer in Bayern durchs Leben. Alois gewinnt sogar einen Biertrinkwettwerb beim Feuerwehrfest. Und der Regisseur hat immer wieder kleine Bonbons in Xaver eingestreut. So wurde gleich zu Beginn Russ Meyer zitiert, als Xaver an den „Dingern“ der Dorfschönheit Maria (Ayse Ercyn) herumfingern durfte. Die Verfolgungsjagd mit Enduro-Bikes erinnert stark an George Miller. Und als gegen Ende noch James Whale ins Spiel kommt, als die Bürgerwehr den Wald durchkämmt, habe ich in meinem Auto gelacht. Und danke dafür, dass Haindling die Musik machen durfte.

Russ Meyer lässt grüßen.

Russ Meyer lässt grüßen.

Werner Possardt wurde in Schwabmünchen geboren und hat dem Volk aufs Maul geschaut. Erschreckend ist aber das Menschenbild, das im Film vermittelt wird. Die Frauen des Dorfes werden von ihren Vätern gezüchtigt. Gewalt als herrschendes Mittel in der Familie und Erziehungsmethode. Wenn die Frau aufbegehrt, dann muss sie geschlagen werden – so einfach ist das. Wenn es aber Sonntag ist, dann laufen alle brav in die Kirche, um bigott zu beten und zu singen. Die Feuerteufel wenden zur Einschüchterung den Schwedentrunk mit Gülle an, um Xaver zum Schweigen zu bringen. Brutalität, Starrköpfigkeit und Engstirnigkeit auf dem Land – widerlich.
Vielleicht ist das alles zu viel Theorie. Vielleicht ist Xaver und sein außerirdischer Freund auch nur ein niveauloser Film, den es wirklich nicht braucht.

Bitte eine Autokino-App im 21. Jahrhundert
Ich war seit der Deutschland-Premiere von Cars nicht mehr in einem Autokino. Dank Radio Schwaben und Corona kam ich mal wieder in den Genuss. Danke an den Radiosender für die Karten. Das Hygienekonzept war vorhanden. Der Ton des Films wurde via UKW ins Auto übertragen. Leider konnte ich den Sound nicht via Handy-Radio-App abgreifen und auf meine mitgebrachten Wonderboom von Ultimate Ears per Bluetooth übertragen. Ich musste den Ton via Autoradio einfangen, was die Autobatterie angreift. Unser Hybrid-Lexus startete nach einer Stunde seinen Motor, um die Batterie zu schonen. Wenn Corona weitergeht (so sieht es auf jeden Fall aus) und Autokinos wieder in Mode kommen sollten, dann brauchen Autokinos ganz dringend eine App-Lösung fürs Smartphone.

Digitalministerium Judith Gerlach, das wäre doch mal eine Idee. Und ich will nicht erneut über 20 Jahre warten, damit ich wieder ein Autokino besuchen kann. Digitalisierung wäre auch hier dringend an der Tagesordnung.

Update: Radio Schwaben hat mir zu meiner Anregung wegen der Autokino-App folgendes geschrieben: Zur App: aufgrund der Latenz ist diese Lösung im Moment technisch nicht machbar. Leider haben Geräte unterschiedliche Latenzen und deshalb lässt sich das Bild auch leider nicht verzögern.

Konzertkritik: Bob Dylan in Augsburg 2019

26. April 2019
Bob Dylan in Augsburg - einfach großartig.

Bob Dylan in Augsburg – einfach großartig.Bob Dylan in Augsburg – einfach großartig.

Ich habe viele Konzerte von Bob Dylan erlebt, gute und weniger gute. Das Konzert in der Augsburger Schwabenhalle war eines der besten, die ich von his Bobness erleben durfte. Selten habe ich Dylan und seine großartige Combo so spielfreudig erlebt, selten war die Musik von ihm so kompakt und selten habe ich Bob Dylan so oft grinsen gesehen. Es war ein schlichtweg großartiger Abend.

Dabei hätte es anders zugehen können. In Wien rastete der Meister aus, als ein Foto von ihm auf der Bühne gemacht wurde. Spielen oder posen war seine Antwort und er stolperte über eine Box. Dylan war richtig sauer. Aber seine Wut war in Augsburg komplett verflogen. Die Sicherheit vor dem Konzert wurde nochmals verschärft. Durchsagen vor dem Konzert machten eindeutig klar: Wer fotografiert, der fliegt raus. Das hat auch etwas Gutes: Ich kann mich auf die Musik konzentrieren und werde nicht durch grelle Handybildschirme abgelenkt. Bob weiß, was gut für mich ist. 

Strenge Sicherheitmaßnahmen bei Bob Dylan.

Strenge Sicherheitmaßnahmen bei Bob Dylan.

Das Bühnenset war wie immer. Dezente Scheinwerferbeleuchtung, reduziertes Licht, wie in einer Clubatmosphäre, keine Videowand. Die Musiker hochkonzentriert, verharren auf ihren Plätzen. Dylan selbst nur am Klavier, Gitarre spielt er schon lange nicht mehr auf Konzerten. Nur einmal verlässt er das Klavier und ergreift den Mikrophonständer und singt ein phänomenales „Scarlet Town“. Und er versucht sich im Posen, was bei Dylan immer ein wenig linkisch aussieht und dennoch: Der Mann hat eine Aura. Mit wenigen Fingerbewegungen steuert er seine Band. Bassist Tony Garnier achtet auf jede Geste des Chefs und die eingespielte Band mit Schlagzeuger George Recile, Gitarrist Charlie Sexton und Multiinstrumentalist Donnie Herron ist stets präsent. Wenn Dylan seine Band von der Leine lässt, dann hebt das Dach ab und die schreckliche Schwabenhalle wird zum intimen Club. Dylan selbst hackt auf dem Klavier herum und – oh Wunder – entlockt dem Instrument immer wieder zarte Töne. Er startete als Rock‘n Roller und er ist ein Rock‘n Roller mit wahnsinniger Spielfreude. 

Das Bühnenset in Augsburg.

Das Bühnenset in Augsburg.

Neben der Bühne steht wie seit langem der Oscar, den Dylan für Things Have Changed erhalten hat, davor die Büste vom Temnpest-Cover. Es handelt sich um eine Figur aus dem Pallas-Athene-Brunnen, der sich vor dem österreichischen Parlamentsgebäude befindet. Die Frau symbolisiert die Moldau, geschaffen von Carl Kundmann.

Die Setlist in Augsburg war bekannt. Vorbei die Zeiten als Dylan sein Werk spontan erstellte. Things Have Changed; It Ain’t Me, Babe; Highway 61 Revisited; Simple Twist Of Fate; Cry A While; When I Paint My Masterpiece; Honest With Me; Tryin’ To Get To Heaven; Scarlet Town; Make You Feel My Love; Pay In Blood; Like A Rolling Stone; Early Roman Kings; Don’t Think Twice, It’s All Right; Love Sick; Thunder On The Mountain; Soon After Midnight; Gotta Serve Somebody; Zugabe: Blowin’ In The Wind; It Takes A Lot To Laugh, It Takes A Train To Cry. Am Ende gemeinsame Verbeugung und Abgang – natürlich wieder kein Wort zu uns schnöden Publikum. 

Nach der Show dann große Diskussionen unter uns Fans. Vor der Halle trat dann noch TheBoband auf, ein Dylan-Imitator, der für ein wenig Stimmung auf dem Nachhauseweg sorgte. Die Leute klatschten mit, freuten sich. Einige waren dankbar, endlich wieder ihr Smartphone zücken zu dürfen und filmten mit – ich einschließlich. 

 

Übrigens: Am 7. Juni 2019 erscheint die 14 CD-Box zur Rolling Thunder Tour und ein paar Tage später der Martin Scorsese-Film zur Tour auf Netflix. Wir dürfen gespannt sein. Beide Termine sind bereits im Kalender eingetragen. 

Blogger und Journalisten – ist dies ein Widerspruch? – für mich nein

7. Juni 2017
Stephan Goldmann und ich sprachen vor Mitgliedern der deutschen Presseclubs.

Stephan Goldmann und ich sprachen vor Mitgliedern der deutschen Presseclubs.

Blogger und Journalisten – ist dies ein Widerspruch? Dieser Frage gingen Stephan Goldmann und ich vom Bloggerclub vor Mitgliedern des Forums der deutschen Presseclubs nach. Im Forum sind PresseClubs aus ganz Deutschland organisiert und die Jahrestagung fand vor kurzem in Augsburg statt.
Wir Blogger brauchen eine Vertretung gegenüber der Öffentlichkeit. Ziel unseres Vereins Bloggerclub ist es, Blogger zu organisieren, zu schulen und weiter zu vernetzen. Blogs sind schließlich aus der heutigen Medienwelt nicht mehr wegzudenken und haben massiven Einfluss auf die Medienrealität. Heute gibt es in der Blogosphäre unterschiedliche Arten von Blogs wie beispielsweise private Blogs, Hobbyblogs, Unternehemsblogs, Wissenschaftsblogs oder journalistische Blogs. Mein Blog redaktion42 ist sicherlich eine Ausnahme – er dreht sich egomäßig um mich und hat damit auch ein spezielles Thema. Wir schaffen im Bloggercub ein Netzwerk schaffen unter dem Dach des Bloggerclubs in dem sich alle wiederfinden und voneinander profitieren können. Und natürlich weiß ich, dass Blogger kein klassisches Vereinsvölkchen sind und dennoch ist es aus meiner Sicht wichtig, gegenseitig füreinander einzutreten und sich zu organisieren und – ganz wichtig, ein Sprachohr gegenüber der Öffentlichkeit zu sein.

Bloggerkodex als gemeinsame Grundlage.

Bloggerkodex als gemeinsame Grundlage.

Gemeinsame Basis ist ein verbindlicher Bloggerkodex, zu dem sich alle Mitglieder des Bloggerclubs verpflichten. Transparenz ist unser oberstes Gebot. Der Bloggerkodex regelt klare Verhaltensmaßnahmen im Umgang mit Werbung, Unterstützung, Sponsoring und Verlosungen.
Die Schwerpunkte unserer Vereinsarbeit sind Fortbildung, das Fördern von Medienkompetenz und Lobbyismus. Hierbei unterstützt uns der PresseClubs München sehr. Vielen Dank dafür. Der renommierte Presseclub, bei dem ist seit den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts Mitglied bin und früher durch meine Mitgliedschaft bei den Nachwuchsjournalisten in Bayern im Vorstand war, öffnet uns die Türen und bietet uns Bloggern eine repräsentative und moderne Tagungsstätte. Der PresseClub profitiert von unserem Programm, wie beispielsweise Schulungen zu SEO, Vermarktung oder Aufbereitung von Blogs. Also eine typische Win-Win-Situation.


Gerne kann unser Konzept vom Bloggerclub von anderen PresseClubs in Deutschland aufgegriffen werden. Erste Presseclubs haben bei uns schon angefragt. Wir als Bloggerclub stehen hier gerne als Partner zur Verfügung, schließlich wollen wir auch weiter wachsen.

Provokant mit Weste: Stephan Goldmann.

Provokant mit Weste: Stephan Goldmann.

Mein Kollege Stephan Goldmann hat einen sehr engagierten Vortrag vor den Mitgliedern des Forum der deutschen PresseClubs gehalten. Viele Journalisten tun sich mit Blogs noch schwer. Beispielsweise haut die FAZ gerne auf die Blogger ein, zuletzt auf die Reiseblogger.

Craft Bier von Riegele – ich weiß nicht

6. Juni 2017
So gerne ich Riegele mag, das Bier schmeckt mir nicht.

So gerne ich Riegele mag, das Bier schmeckt mir nicht.

Ok, vielleicht bin ich mit den falschen Erwartungen daran gegangen, als ich mir das neue Craft Bier der Augsburger Brauerei Riegele einschenkte. Ich habe zwei Flaschen der Traditionsbrauerei vom Forum der deutschen PresseClubs geschenkt bekommen, habe sie kühl gelagert und hatte jetzt Bock auf ein Bier.
Ich probierte Augustus 8 und Simco 3 und wie sag ich es jetzt diplomatisch? Nein, nein, nein – das schmeckt mir nicht. Nun, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, aber wahrscheinlich bin ich beim Bier einfach ein Traditionalist. Ich weiß, dass der Bierabsatz in Deutschland sinkt und Brauereien auf der Suche nach neuen Varianten sind, aber bei dieser Art von Craft Biere verzichte ich gerne.
Das soll nicht heißen, dass ich den Gerstensaft der Brauerei Riegele ablehne. Sie sind Brauspezialist seit 1386 und bezeichnen sich selbst als „Brauspezialist für den besonderen Moment.“ Für mich stellen sie die besten Biere in Augsburg her, aber diese beiden Craft Biere sind absolut nicht mein Fall. Das Simco 3 schmeckt nach Mango, Aprikose und Holunder, das Augustus 8 nach reifer Banane mit Karamellnoten. Es ist sicherlich hohe Braukunst auf ganz, ganz hohem Niveau, aber ich mag es einfach nicht. Mir schmeckt es nicht. Wenn ich ne Banane will, esse ich eine und wenn ich eine trinken will, dann nehme ich einen Bananen-Shake, aber kein Bier. Mango-Lassie ist beim Inder ein cooles Getränk, aber nicht im Bier. Nein, nein, nein.
Nun, wie gesagt, vielleicht bin ich mit den falschen Erwartungen an das Bier gegangen. Es war warm, nein – es war heiß. Ich freute mich auf ein kühles Bier am Abend und hatte die beiden Riegele im Kühlschrank. Dafür sind diese Biere wohl nicht geeignet. Ich könnte mir vorstellen, diese Art von Craft Biere als Aperitif oder Dessert zu reichen. Augustus 8 soll zu Geflügel oder zum Nachtisch passen, Simco 3 zu asiatischen Essen, Fisch oder als Aperitif. Mag sein, aber dazu trinke ich kein Bier.

Bistrotipp: Die Meierei im Prenzlauer Berg

8. Januar 2015
Die Meierei ist mein Tipp im Prenzlauer Berg

Die Meierei ist mein Tipp im Prenzlauer Berg

Schwaben im Prenzlauer Berg/Berlin – ich hab sie gefunden und zwar die guten Schwaben – und mich gleich wohlgefühlt. In der Kollwitzstraße 42 gibt es das Bistro die Meierei mit alpenländischen Spezialitäten. Neben dem hervorragenden Essen liegt es vor allem an den unheimlich netten Leuten, die in einer Gegend aufgewachsen sind, die ich gut kenne und mag: Im bayerischen Teil von Schwaben aus dem Augsburger Raum.


Als ich das Bistro betrat, hörte ich im vertrauten Klang der Stimmen von Hubert Roth, Viktor Schlosser und Sandra Hirsch: Hier bin ich zu Hause und ratschte gleich mit den den Betreibern der Meierei gleich mal ne Runde. In ihrem Bistro steckt sehr viel Herzblut und das merkt der Gast auch. In dem Bistro gibt es sehr viele Fair Trade-Produkte und Hausmannskost. An schwäbischen und bayerischen Speisen entdeckte ich die Zirbelnuss, Leberkäs, Weißwürste und Allgäuer Kässpatzen. Von Berliner Freunden vernahm ich später, dass Thomas Gottschalk und Herbert Grönemeyer hier ab und zu einkehren. Nun, den Gottschalk und den Grönemeyer habe ich nicht angetroffen, aber dafür nette Leute, ein gemütliches Bistro (Kritik: ohne WLAN) und schmackhafte Speisen aus dem Alpenraum. Mein Tipp für einen Besuch im Prenzlauer Berg ist eindeutig die Meierei.

 

Schöne Atmo im Bistro, aber bei meinem Besuch kein WLAN

Schöne Atmo im Bistro, aber bei meinem Besuch kein WLAN

Ich stand mit Joe Cocker am Buffet – ein Nachruf

23. Dezember 2014

Mit 70. Jahren ist Joe Cocker verstorben und die Gazetten sind voll mit Nachrufen über sein musikalisches Lebenswerk. Der Mann hat einiges aufgenommen und wenn ich ehrlich bin, dann gefällt mir so richtig nur Mad Dogs & Englishmen. Diese Aufnahmen haben mich wirklich gepackt. Und ich fand Up Where We Belong im Duett mit Jennifer Warnes wunderbar. Mit den anderen späteren Aufnahmen hat Cocker richtig Geld gemacht, aber ich mochte die Produkte nicht, die mit seinen Songs in Verbindung standen: Ich fand 9 1/2 Wochen einen schrecklichen Werbeclip-Film eines begabten Werbeclip-Regisseurs und wenn ich den Newman Song You Can Leave Your Hat On höre, muss ich an diesen Film denken. Noch schlimmer: Wenn ich Sail Away höre, weiß ich, welches Bier ich garantiert nicht trinken werde. Aber egal, Joe Cocker hat sein Publikum gefunden und nun ist er leider zu früh verstorben.
Eine persönliche Begegnung hatte ich mit ihm am 2. Juli 1989 im Augsburger Rosenaustadion. Er war dort Headlinier eines Open Airs zusammen mit der Kölner Kapelle BAP. Unter anderem trat noch Suzanne Vega auf, die mit ihren leisen Songs fast unterging. Ich war zum Fotografieren dort.

cocker
Cocker lieferte eine gute Show ab und ich hab einige Songs aus dem Fotograben vor der Bühne mitbekommen. Damals war es üblich, dass man zehn Minuten oder die ersten drei Songs eines Künstlers vom Fotograben fotografieren durfte. Da sahen die Herrschaften noch gut aus und wirkten auf den Fotos noch sehenswert frisch. Leider kommen die meisten Künstler erst nach 10 Minuten in Fahrt und sind aufgewärmt und später im Konzert hat man die besseren Actionfotos. Nicht bei Joe Cocker. Er war ein Profi in dem Geschäft und wusste um seine Wirkung. Also positionierte er sich gleich für uns Fotografen richtig und gestikulierte in Cockerscher Manier herum und es gelangen schöne Aufnahmen.
Hinter der Bühne – im so genannten Backstage-Bereich – gab es während des Konzerts immer was zu Futtern und Künstler, Management, Veranstalter und auch wir von der Presse konnten uns an einem aufgebauten schwäbischen Buffet bedienen. Dabei galt es, den Künstlern immer den Vorrang zu lassen. Machen wir auch brav und als wir an der Reihe waren, stand Cocker schon wieder in der Schlange. Gut erzogen wie wir waren – und vor allem um nicht die wertvollen Backstage-Pässe zu verlieren – ließen wir den Sänger vor und so kam es, dass ich hinter Joe Cocker am Buffet stand. Ich weiß nicht mehr, was der Meister von Woodstock alles auf seinem Teller aufhäufte, aber er war ein guter Essen – und ich kann das wahrlich beurteilen. Ich danke ihm kurz für das optimale Posing auf der Bühne, er knurrte etwas und das war meine persönliche Begegnung mit Joe Cocker. Ich kann also sagen: Ich stand hinter Joe Cocker beim Buffet und er hat mich angeknurrt. Reicht nicht gerade für eine Geschichte im Rolling Stone, aber nett war es trotzdem.
Schade, dass Cocker mit 70. Jahren nun verstorben ist. Ich werde mir heute Mad Dogs & Englishmen anhören und bei Youtube den genialen Film mit einem hervorragenden Leon Russell anschauen. Danke für diesen Blues Mr. Cocker

Frohe Weihnachten mit dem Augsburger Engelsspiel

24. Dezember 2013

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Ein Besuch auf dem Augsburger Weihnachtsmarkt ist verbunden mit dem Engelsspiel. Jeden Freitag, Samstag und Sonntag um 18 Uhr, verwandelt sich das Augsburger Rathaus zu einem riesigen Adventskalender. Dann nämlich präsentieren 24 musizierende Weihnachtsengel in den Fenstern des Renaissance-Gebäudes, frei nach Hans Holbeins berühmtem Gemälde „Santa Maria Maggiore“, das beliebte „Augsburger Engelesspiel“.

Ich war bei dem letzten Auftritt 2013 dabei und hier ist das gesamte Schauspiel. Euch schöne Weihnachten: