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BistroTalk: Vom Computerspiel zum räumlichen Computer: Pierre Kretschmer über die Zukunft von VR und AR

22. Juli 2026

Virtual Reality ist längst mehr als Achterbahnfahren, Zombie-Jagd und Computerspiele. Im jüngsten BistroTalk aus dem Bistro sixtyfour in Maisach sprach ich als Gastgeber mit Pierre Kretschmer aus Gernlinden über die Entwicklung virtueller Welten, neue Formen der Kommunikation und die Frage, wie smarte Brillen unseren Alltag verändern könnten. Kretschmer ist Gründer und Administrator der Facebook-Gruppe „VR Familie“, der mit mehr als 12.000 Mitgliedern nach eigenen Angaben die größte deutschsprachige Community in Facebook zu Virtual Reality, Augmented Reality und verwandten Technologien. Die Veranstaltung wurde live auf YouTube übertragen.

Gegründet hat Kretschmer die Gruppe im Jahr 2019. Damals habe er vor allem nach deutschsprachigen Technikbegeisterten gesucht, die sich nicht nur für Spiele, sondern auch für die Entwicklung eigener virtueller Räume interessierten. In den vorhandenen Foren und sozialen Netzwerken seien zu dieser Zeit vor allem englischsprachige Angebote zu finden gewesen. Hier ist die Aufzeichnung des Streams.

„Die Grundidee war, Menschen zu finden, die sich technisch mit dem Thema auseinandersetzen und gemeinsam virtuelle Räume erstellen“, erklärte Kretschmer. Ursprünglich sei die Plattform eher als Treffpunkt für eine kleine Gruppe von Technikfans gedacht gewesen. Doch die Community sei innerhalb kurzer Zeit stark gewachsen. „Das Ganze ist dann einfach explodiert.“

Einen wichtigen Schub habe die Veröffentlichung der Oculus Quest gebracht. Die eigenständig funktionierende VR-Brille benötigte im Gegensatz zu früheren Geräten weder einen leistungsstarken Gaming-Computer noch eine aufwendige Verkabelung. Damit sei die Technik erstmals für einen größeren Kreis von Verbraucherinnen und Verbrauchern zugänglich geworden.

Viele Menschen verbinden Virtual Reality nach Kretschmers Erfahrung allerdings weiterhin vor allem mit rasanten Achterbahnfahrten oder erschreckenden Zombie-Spielen. Gerade die frühen Anwendungen hätten bei manchen Nutzerinnen und Nutzern Übelkeit oder Unwohlsein ausgelöst. „Beim Achterbahnfahren wird es den Leuten häufig schlecht, und bei den Zombies bekommen sie Angst“, sagte Kretschmer. Solche Erfahrungen wirkten bis heute nach und prägten das Bild der Technologie.

Dabei reicht das Spektrum längst weit über Spiele hinaus. Kretschmer erläuterte im Gespräch die Unterschiede zwischen Virtual Reality, Augmented Reality und Mixed Reality. Bei Virtual Reality tauchten Nutzer vollständig in eine digitale Umgebung ein. Die reale Außenwelt werde durch eine geschlossene Brille ausgeblendet. Augmented Reality ergänze dagegen die sichtbare Wirklichkeit um digitale Informationen, etwa bei „Pokémon Go“ oder durch ein Head-up-Display im Auto.

Mixed Reality gehe noch einen Schritt weiter. Digitale Objekte würden nicht lediglich eingeblendet, sondern räumlich in die reale Umgebung integriert. Ein virtueller Ball könne beispielsweise hinter einem echten Stuhl verschwinden, weil Sensoren den Raum und seine Gegenstände erkennen. „Bei Mixed Reality integriert sich das Digitale in die Realität“, fasste Kretschmer zusammen.

Diese Verbindung von realer und digitaler Welt werde nach seiner Einschätzung künftig besonders wichtig. Viele Menschen wollten nicht vollständig von ihrer Umgebung abgeschottet sein, seien aber dennoch an digitalen Ergänzungen interessiert. Virtuelle Modelle könnten beispielsweise vor dem Kauf in der eigenen Wohnung oder Garage platziert werden. Auch in Industrie und Medizin gebe es bereits zahlreiche Spezialanwendungen. Konstrukteure könnten gemeinsam an dreidimensionalen Fahrzeugmodellen arbeiten, während bei medizinischen Eingriffen zusätzliche Informationen in das Sichtfeld eingeblendet werden könnten.

Unter dem Oberbegriff Extended Reality, kurz XR, werden die verschiedenen Formen digital erweiterter Realität zusammengefasst. Hinzu kommt das sogenannte Spatial Computing. Unternehmen wie Apple verfolgen damit das Ziel, klassische Computerbildschirme durch digitale Arbeitsflächen im Raum zu ersetzen.

„Wir haben eine Technologie, die immer weiter ausreift, aber wir wissen teilweise noch gar nicht, was wir alles damit machen können“, sagte Kretschmer. Die Situation erinnere ihn an die Einführung des Smartphones. Auch damals sei zunächst nicht absehbar gewesen, welche Anwendungen sich daraus entwickeln würden.

Sein persönliches Interesse an digitalen Welten reicht bis in die 1990er-Jahre zurück. Besonders beeindruckt habe ihn damals die Erfahrung, dass zwei Spieler über vernetzte Computer denselben digitalen Raum aus jeweils eigener Perspektive erkunden konnten. Ihn habe dabei weniger der Wettkampf als vielmehr die gemeinsame Bewegung durch dreidimensionale Landschaften fasziniert.

„Da habe ich verstanden, wie cool es ist, gemeinsam solche Räume zu erkunden“, erinnerte sich Kretschmer. Schon die frühen Computerspiele hätten bei ihm ein Gefühl von Immersion erzeugt – also den Eindruck, sich tatsächlich innerhalb einer digitalen Umgebung zu befinden. Später begann er, eigene Räume und sogenannte Maps zu bauen.

Die Vorstellung virtueller Welten sei allerdings wesentlich älter als moderne Computerspiele. Im Gespräch verwies Kretschmer auf literarische Vorläufer wie Neal Stephensons Roman „Snow Crash“, in dem der Begriff Metaverse geprägt wurde, sowie auf „Ready Player One“. Noch früher habe Stanley G. Weinbaum in seiner Kurzgeschichte „Pygmalion’s Spectacles“ bereits in den 1930er-Jahren ein Gerät beschrieben, mit dem Menschen vollständig in eine künstliche Welt eintauchen können.

Viele dieser Geschichten zeichneten allerdings ein dystopisches Bild. Menschen flüchteten in virtuelle Welten, weil die reale Gesellschaft kaum noch Lebensqualität biete. „Die Vorstellung ist häufig, dass die Welt im Eimer ist und die Menschen in digitale Welten ausweichen“, sagte Kretschmer. Gleichzeitig zeigten diese Erzählungen, wie alt der menschliche Wunsch sei, Fantasiewelten nicht nur zu betrachten, sondern unmittelbar zu erleben.

Auch das Engagement von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg im VR-Bereich hält Kretschmer grundsätzlich für nachvollziehbar. Facebook habe Menschen zunächst über Texte und Bilder miteinander verbunden. Virtuelle Räume seien die nächste Stufe sozialer Medien. „Als ich mich zum ersten Mal mit jemandem, der weit entfernt war, in einem virtuellen Raum getroffen habe, war mir klar, warum Facebook sich dafür interessiert“, sagte er.

Im Unterschied zu einer Videokonferenz entstehe in virtuellen Räumen ein stärkeres Gefühl gemeinsamer Anwesenheit. Körperhaltung, Blickrichtung und räumliche Nähe vermittelten soziale Signale, die auf einem flachen Bildschirm nur eingeschränkt wahrnehmbar seien. „Es macht einen Unterschied, ob sich zwei Menschen einander zuwenden oder ob sich einer wegdreht“, erklärte Kretschmer.

Die Mitglieder der VR Familie nutzen die Community unter anderem, um Spielpartner zu finden, sich zu virtuellen Treffen zu verabreden oder gemeinsam Sport zu treiben. Virtuelles Tischtennis und Minigolf seien ebenso möglich wie Vorträge oder Diskussionsveranstaltungen in digitalen Räumen.

Eine besonders intensive Phase erlebte die Community während der Corona-Pandemie. In den Lockdowns suchten viele Menschen nach neuen Wegen, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten. „Plötzlich mit 20 oder 30 Menschen in einem virtuellen Raum zu stehen, hat vielen das Gefühl genommen, allein zu sein“, berichtete Kretschmer. Die Technik habe dazu beigetragen, gesellschaftliches Beisammensein zu ermöglichen und für einige Zeit die Isolation zu vergessen.

Nach dem Ende der Kontaktbeschränkungen seien viele Menschen wieder stärker in die reale Welt zurückgekehrt. Kretschmer bewertet das positiv. Gleichzeitig habe ein Teil der Nutzer virtuelle Treffen dauerhaft schätzen gelernt.

Neue Möglichkeiten eröffnen sich auch für Kunst und Kultur. Als Beispiel nannte ich virtuelle Konzerte von Jean-Michel Jarre. In digitalen Welten könnten Künstler visuelle Erlebnisse schaffen, die auf einer realen Bühne kaum umsetzbar wären. Zuschauer könnten sich im Weltraum wiederfinden, über der Erde schweben oder durch surrealistische Landschaften gehen.

„In virtuellen Räumen gibt es keine drei Meter hohe Decke und keine Begrenzung durch eine Halle“, sagte Kretschmer. Künstler könnten mit Dimensionen, Perspektiven und Größenverhältnissen arbeiten, die in der Wirklichkeit nicht existierten. „Du hast allen Platz der Welt.“

Ein zentrales Thema des Gesprächs war die Apple Vision Pro. Ich berichtete, dass er das Gerät regelmäßig zum Arbeiten und Zeitungslesen nutze. Kretschmer bezeichnete die Brille weniger als klassisches VR-Gerät, sondern als neue Form des Computers. „Was wir hier sehen, ist ein Blick in die Zukunft“, sagte er. Apple entwickle damit eine neue Benutzeroberfläche und eine räumliche Computerplattform.

Besonders bedeutsam sei die Bedienung mit Augen und Händen. Anders als viele andere Systeme benötige die Vision Pro keine zusätzlichen Controller. Fenster, Texte und Anwendungen würden im Raum platziert und durch Blickbewegungen sowie Gesten gesteuert.

„Das Gerät soll den Menschen ganz natürlich mit der digitalen Welt verbinden“, erklärte Kretschmer. Apple sammle derzeit Erfahrungen damit, wie Nutzer künftig räumliche Computersysteme bedienen könnten. Langfristig könnten solche Funktionen in wesentlich leichtere und unauffälligere Brillen einziehen.

Denn Gewicht, Größe und Tragekomfort seien weiterhin entscheidende Hindernisse. Eine heutige VR-Brille könne rund 500 Gramm wiegen und werde von vielen Menschen höchstens ein oder zwei Stunden getragen. Kretschmer ist dennoch überzeugt, dass die Technik kleiner und alltagstauglicher wird.

Ein Beispiel für diese Entwicklung ist die smarte Ray-Ban-Brille von Meta, die Kretschmer im BistroTalk vorführte. Sie verfügt über eine Kamera, Mikrofone, Lautsprecher und eine Verbindung zu Künstlicher Intelligenz. Nutzer können damit Fotos und Videos aufnehmen, Informationen abrufen oder Texte übersetzen lassen. Äußerlich unterscheidet sie sich kaum von einer herkömmlichen Brille.

„Die Hersteller wollen, dass die Technik nicht mehr als Technik wahrgenommen wird, sondern sich ganz selbstverständlich in den Alltag integriert“, sagte Kretschmer. Künftig könnten solche Brillen zu persönlichen Assistenten werden. Sie könnten sich beispielsweise merken, wo ein Gegenstand abgelegt wurde. Wer seinen Autoschlüssel suche, könnte von der Brille an den richtigen Ort erinnert werden.

Diese Möglichkeiten haben jedoch ihren Preis. Kretschmer warnte davor, nur die Vorteile zu betrachten. „Die Frage ist nicht nur: Was machst du mit der Technik? Die Frage ist auch: Was machen die Unternehmen mit deinen Daten?“

Besonders kritisch ist die eingebaute Kamera. Zwar leuchtet bei einer Aufnahme eine LED, doch könne diese bei hellem Sonnenlicht übersehen werden. Erste Berichte über heimliche Aufnahmen zeigten, dass Missbrauch möglich sei. Werden smarte Brillen zum Massenprodukt, könnten sich Menschen künftig häufiger fragen, ob sie gerade gefilmt werden.

„Es wird auf Dauer etwas in der Gesellschaft auslösen“, sagte Kretschmer. Möglich seien Unsicherheit und Misstrauen, vielleicht aber auch ein vorsichtigeres Verhalten im öffentlichen Raum. Entscheidend seien Transparenz, klare Regeln und das Vertrauen in die Anbieter. Unternehmen müssten offenlegen, welche Daten gesammelt, gespeichert und verarbeitet werden.

Auch Schulen, Prüfungen und berufliche Weiterbildungen würden sich durch intelligente Brillen verändern. Wenn Informationen jederzeit direkt im Sichtfeld verfügbar seien, müsse neu festgelegt werden, wo solche Geräte getragen werden dürfen und wie Leistungen überprüft werden können.

Kretschmer sieht zudem eine neue Rolle für Optiker. Smarte Brillen können bereits heute mit individuellen Korrekturgläsern ausgestattet werden. Werden Displays und weitere digitale Funktionen in Zukunft fester Bestandteil von Alltagsbrillen, könnten Optiker zu wichtigen Ansprechpartnern für Auswahl, Anpassung und Beratung werden.

Trotz mancher Rückschläge hält Kretschmer die Entwicklung von Virtual und Mixed Reality nicht für beendet. Unternehmen wie Meta, Apple, Google und Samsung investierten weiterhin in neue Betriebssysteme, Brillen und Bedienkonzepte. Das klassische Smartphone werde nicht sofort verschwinden, könne langfristig aber durch neue Geräte ergänzt oder teilweise ersetzt werden.

„Das Smartphone wird irgendwann langweilig sein oder ausgedient haben“, sagte Kretschmer. Welche Technologie sich schließlich durchsetzt, sei derzeit noch offen. Es gebe keinen einheitlichen Metaverse-Standard und auch keine allgemein akzeptierte Vorstellung davon, wie eine digitale Parallelwelt aussehen solle. Der Markt befinde sich noch in einer Phase intensiven Experimentierens.

In der VR Familie sind Nutzer verschiedener Systeme willkommen. Am stärksten verbreitet seien derzeit die Geräte von Meta. Daneben spielten unter anderem Pico, die Apple Vision Pro und verschiedene Smart Glasses eine Rolle. Die Community wolle sich jedoch nicht auf einen Hersteller beschränken.

Am Ende des BistroTalks blieb vor allem der Eindruck, dass Virtual Reality und Augmented Reality noch am Beginn ihrer Entwicklung stehen. Die Geräte werden leichter, ihre Anwendungen vielfältiger und die Grenzen zwischen realem und digitalem Raum zunehmend durchlässig. Gleichzeitig wachsen die Herausforderungen für Datenschutz, Persönlichkeitsrechte und gesellschaftlichen Umgang.

Oder, wie Pierre Kretschmer es formulierte: „Die Geräte sind am Markt, sie sind da. Jetzt müssen wir schauen, wie wir damit umgehen.“
Der nächste BistroTalk findet am 1. August von 16-17 Uhr rein online statt. Ich spreche mit Ruby und Uwe Flügel zum 3. Geburtstag des Bistros SixtyFour.

„Fakten, Fakten, Fakten“ – Hubertus Klingsbögl über Journalismus, Vertrauen und politische Kommunikation

18. Juli 2026

Im Podcast „Nah dran“ des PresseClub München geht es nicht um fertige Schlagzeilen, sondern um die Frage, wie sie entstehen. In der aktuellen Folge spricht Matthias J. Lange mit Hubertus Klingsbögl, stellvertretender Pressesprecher der Hanns-Seidel-Stiftung. Beide gehören dem Vorstand des PresseClub München an. Das Gespräch führt mitten hinein in ein Berufsleben an der Schnittstelle von Journalismus, politischer Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit – und zugleich in die Frage, was gute Pressearbeit heute leisten muss.

Klingsbögls Weg in die Medien begann früh. Schon als Schüler interessierte er sich für Hörfunk und Journalismus. In der Unterstufe des Gymnasiums galt er nach eigener Erinnerung als jemand mit „den besten Connections zum Bayerischen Rundfunk“, weil er für den Medienunterricht Material der Rundfunkwerbung organisiert hatte. Später führte dieser frühe Enthusiasmus tatsächlich ins Radio. Anfang der 1990er Jahre gründete er mit Freunden einen Lokalsender mit, der zunächst Studio 1 FM hieß und später als Radio Alpenwelle bekannt wurde. Möglich wurde dies durch die neuen Strukturen des privaten Rundfunks in Bayern. „Das war irgendwie so die Goldgräberzeit“, erinnert sich Klingsbögl. Der private Lokalfunk habe damals eine ähnliche Aufbruchsstimmung erzeugt wie später die digitalen Plattformen – nur eben regional verwurzelt. Hier der Podcast:

Bei Radio Alpenwelle stieg Klingsbögl in die Redaktion ein und wurde Redaktionsleiter. Es war klassischer Lokaljournalismus im Radio, aber mit besonderer Nähe zur Landespolitik: Edmund Stoiber wurde gerade Ministerpräsident, Manfred Fleischer war Oppositionsführer der Grünen im Landtag. „Das war ja die Landespolitik im Lokalen eigentlich“, sagt Klingsbögl. Lokalradio bedeutete damals vor allem Live-Arbeit. Was gesagt war, war draußen. Vorproduktionen, wie sie heute üblich sind, gab es kaum. Diese Spontanität habe ihn geprägt, aber auch die Verantwortung für das gesprochene Wort. Später arbeitete er unter anderem beim Liechtensteinischen Rundfunk in der Nachrichtenredaktion – „Journalismus in einer Monarchie“, wie er es beschreibt. In einem Land mit rund 40.000 Einwohnern habe man am Staatsfeiertag auch direkt mit dem Fürsten über Politik, Demokratie und das Rechtssystem sprechen können.

Bemerkenswert ist, dass Klingsbögl keinen klassischen journalistischen Ausbildungsweg ging. Er studierte Wirtschaftsingenieurwesen. Für ihn ist das kein Widerspruch: Der Zugang zu Medien müsse auch abseits einer Fachausbildung möglich sein. „Quereinstiege sind vom Grundgesetz gewollt und durchaus möglich“, sagt er. Entscheidend seien Neugier, Einordnungskraft und Glaubwürdigkeit.

Genau diese Glaubwürdigkeit ist für Klingsbögl bis heute der zentrale Begriff – inzwischen nicht mehr als Journalist, sondern als Kommunikator einer politischen Stiftung. Gute Pressearbeit müsse schnell, verlässlich und faktenbasiert sein. „Ohne Glaubwürdigkeit auf Dauer ist es schwierig zu bestehen“, betont er. Als Pressesprecher sei man Dienstleister für Journalistinnen und Journalisten, müsse aber zugleich die eigene Institution schützen, Sachverhalte erklären und manchmal auch verhindern, dass unzutreffende oder einseitige Informationen in die Öffentlichkeit gelangen. Das habe nichts mit „Nebelkerzen“ zu tun, sondern mit verantwortlicher Einordnung.

Zwischen Journalismus und Pressearbeit sieht Klingsbögl vor allem einen Perspektivwechsel. Journalistinnen und Journalisten suchten die gute Geschichte, Pressestellen müssten Fakten liefern, abwägen und reflektieren. Während Tageszeitungen unter hohem Zeitdruck arbeiten, könne eine Pressestelle Themen oft länger vorbereiten und in ein Agenda-Setting einordnen. Trotzdem bleibe die Anforderung hoch: „Die Fakten müssen immer stimmen und zwar nachprüfbar.“ Lügen oder Schummeln gehe nicht. Die Kunst der Darstellung dürfe sein, aber sie müsse erklärbar bleiben.

Eine wichtige Rolle spielt für ihn das Vertrauen zwischen Pressestellen und Redaktionen. Klingsbögl erzählt dazu eine Erfahrung aus seiner Lokalradiozeit: Ein Kripo-Chef habe ihm anvertraut, dass am nächsten Morgen eine Hausdurchsuchung stattfinde, aber noch keine Details genannt. Der Journalist wusste also mehr, als er senden durfte. Erst am nächsten Morgen nach der Durchsuchung gab es die Informationen für die Berichterstattung. „Diese zwölf, fünfzehn Stunden, das ist die Vertrauensspanne“, sagt Klingsbögl. Wer dieses Vertrauen missbrauche, bekomme solche Informationen nur einmal.

Das Verhältnis zu Journalistinnen und Journalisten habe sich in den vergangenen Jahren verändert. Früher hätten Redaktionen nach einer Pressemitteilung häufiger angerufen, nachgefragt, Hintergründe recherchiert und eigene Zusatzinformationen gesucht. Heute werde eine Mitteilung oft nur noch gekürzt und übernommen. „Dieses Feedback und dass man nochmal darüber spricht, das ist eher der Einzelfall mittlerweile“, beobachtet Klingsbögl. Das sei keine gute Entwicklung, aber Realität.

Auch die Instrumente der Pressearbeit haben sich verändert. Die klassische Pressemitteilung ist für Klingsbögl weiterhin wichtig, weil sie fundiert und verlässlich ist. Doch Social Media habe sie in der Geschwindigkeit überholt. Kurze Sätze, schnelle Reaktionen und direkte Ansprache prägen heute die Kommunikation. Institutionen wie die Hanns-Seidel-Stiftung sind längst nicht mehr nur Zulieferer für Medien, sondern selbst Sender. Mit digitalen Formaten kann die Stiftung etwa Auslandsmitarbeiter aus Asien, Lateinamerika oder Afrika zusammenschalten und politische Bildung international vermitteln. „Wir können das selbst in die Hand nehmen“, sagt Klingsbögl.

Gleichzeitig warnt er vor Oberflächlichkeit. Die Verkürzung in sozialen Medien bringe die Gefahr mit sich, dass Komplexität verloren geht. Gerade in Zeiten von Desinformation, hybrider Kriegsführung und Angriffen auf die Demokratie sei Faktenorientierung entscheidend. Klingsbögl erinnert an den bekannten Slogan von Helmut Markwort: „Fakten, Fakten, Fakten“. Dieser Satz habe an Aktualität nichts verloren. „Das zählt genauso für soziale Medien, wie das für den klassischen Journalismus immer gegolten hat“, sagt er.

Als Vertreter einer politischen Stiftung betont Klingsbögl zugleich die Rolle von Werten. Die Hanns-Seidel-Stiftung stehe auf christlicher Grundlage und im christlich-sozialen Wertefeld. Wer dort anrufe, wisse, dass er es mit einem Tendenzbetrieb zu tun habe. Journalistinnen und Journalisten erwarteten von einer solchen Stiftung keine beliebige Position, sondern eine konservative Einordnung.

Der PresseClub München spielt für Klingsbögl eine wichtige Rolle als Ort des Austauschs. Er beschreibt ihn als Plattform zwischen Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus, als Raum, in dem man abseits des Tagesdrucks miteinander sprechen kann. Besonders wichtig sei dabei der Nachwuchs. Junge Journalistinnen, Journalisten und Kommunikatoren seien zwar digital hervorragend vernetzt, müssten aber auch persönliche Begegnung lernen. Klingsbögl nennt dafür einen passenden Begriff: „Networking in natura“. Man müsse sich begegnen, von Angesicht zu Angesicht. Digitale Netzwerke seien wichtig, aber sie könnten persönliche Kontakte nicht ersetzen.

Für junge Journalistinnen und Journalisten nennt Klingsbögl vor allem zwei Eigenschaften: Neugier und Geduld. Nicht alles lasse sich sofort recherchieren, nicht jede Information liege fertig auf dem Tisch. Für angehende Pressesprecherinnen und Pressesprecher sei dagegen vor allem Krisenkommunikation die Nagelprobe. Wer in die Pressearbeit wolle, müsse „den Überblick und die Nerven behalten“. Gerade wenn eine Lage unübersichtlich werde, brauche es Menschen, die ruhig bleiben.

Am Ende des Gesprächs steht noch einmal der Lokaljournalismus im Mittelpunkt. Für Klingsbögl ist er unverzichtbar, weil Menschen wissen wollen, was vor ihrer Haustür passiert. Die große offene Frage sei allerdings die Finanzierung. Wenn Bürgerinnen und Bürger lokale Berichterstattung wollten, müssten sie möglicherweise auch bereit sein, dafür zu bezahlen. Ohne tragfähige Modelle werde unabhängiger Lokaljournalismus schwer zu halten sein.

Eine lehrreiche Erfahrung aus seiner Reporterzeit fasst Klingsbögl mit dem Satz zusammen: „Man trifft sich zweimal.“ Als Journalist berichtete er einst über die bevorstehende Schließung einer Tochtergesellschaft, nachdem ihm der Vorstand einer Holding diese Information gegeben hatte. Die Meldung stimmte, doch der Betriebsratsvorsitzende war verärgert. Zwei Wochen später brannte es in derselben Firma – und ausgerechnet dieser Betriebsratsvorsitzende war als Feuerwehrchef vor Ort. Informationen bekam Klingsbögl diesmal keine. Für ihn blieb das eine prägende Lektion über Vertrauen, Verantwortung und die Folgen journalistischer Entscheidungen.

So zeigt das Gespräch im Podcast „Nah dran“, wie eng Journalismus und Pressearbeit miteinander verbunden sind – und wie sehr beide Seiten auf Verlässlichkeit angewiesen bleiben. Schlagzeilen entstehen nicht nur durch schnelle Informationen, sondern durch Vertrauen, Erfahrung, Einordnung und Fakten. Genau darin liegt für Hubertus Klingsbögl bis heute der Kern professioneller Kommunikation

Warum gutes Brot wieder bewusst gekauft wird

16. Juli 2026

Gutes Brot ist mehr als eine Beilage. Es ist Handwerk, Geduld, Erfahrung – und für viele Kundinnen und Kunden längst wieder ein bewusst gewähltes Genussmittel. Darüber sprach Matthias Lange im Podcast der Bäckerei Konditorei Martin Reicherzer mit Bäckermeister Martin Reicherzer in der Backstube in Fürstenfeldbruck.

Für Reicherzer ist klar: Gutes Brot war eigentlich nie wirklich aus der Mode. Verändert habe sich vor allem die Haltung der Verbraucher. „Man merkt ganz einfach, dass Brot bewusster gegessen wird heutzutage“, sagt der Bäckermeister. Viele Menschen kauften heute nicht mehr Brot in Masse, sondern achteten stärker auf Qualität. Brot sei für viele nicht mehr bloß ein Grundnahrungsmittel, „sondern eigentlich ein Genussmittel“. Und wer Genuss wolle, so Reicherzer selbstbewusst, „der kann den kaufen bei uns“. Hier der Podcast.

Der Unterschied zwischen handwerklich gebackenem Brot und industriell hergestellter Ware beginnt für ihn bereits beim Teig. Industriebrot sei natürlich günstiger, räumt Reicherzer ein. Doch der Preis sage nicht alles. In der industriellen Produktion müsse der Teig vor allem „maschinengängig“ sein. Das bedeute: „Da wird der Teig an die Maschine angepasst.“ Im Handwerk sei es genau umgekehrt. Dort gehe es darum, mit dem Teig zu arbeiten, ihn zu verstehen und ihm die Zeit zu geben, die er brauche. Besonders hochwertige, weiche Teige könnten oft nur noch mit der Hand bearbeitet werden. Genau darin liege ein wesentlicher Unterschied.

Stolz ist Martin Reicherzer auf seine gesamte Brotauswahl. „Ich bin eigentlich auf alles Brot, was ich mache, stolz“, sagt er. Besonders hebt er saisonale Brote hervor, etwa leichte Weizenbrote mit langer Teigführung, die im Sommer auch als Grillbrote beliebt seien. Langzeitführung bedeutet, dass der Teig über Nacht im Kühlhaus ruht und reifen kann. „Da arbeiten die Enzyme“, erklärt Reicherzer. Dabei würden unerwünschte Bestandteile abgebaut und der Geschmack intensiviert. „Das Gute wird hervorgehoben“, fasst er zusammen.

Ein besonderer Klassiker der Bäckerei ist das Urkorn-36-Stunden-Brot. Die lange Reifezeit ist dabei nur ein Teil des Prozesses. Reicherzer beschreibt, wie aus Dinkelmehl zunächst ein Kochstück hergestellt wird – „wie ein Pudding machen sozusagen“. Dazu kommen ganze Körner, die mit Honig, Sauerteig, Salz und Wasser quellen dürfen. Über Nacht ruhen sie im ausgeschalteten Ofen. Das erinnere fast an Pumpernickel: Die Stärke werde abgebaut, das Korn entwickle eine leichte Süße, werde dunkel, groß und aromatisch. „Das bringt einfach Geschmack“, sagt Reicherzer. Diese Vorstufen seien zusätzliche Geschmacksgeber für das Brot.

Doch gutes Brot endet für den Bäckermeister nicht beim Backen. Es muss auch erklärt werden. Deshalb spielt die Beratung in den Filialen in Fürstenfeldbruck und Aubing eine wichtige Rolle. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Verkauf müssten wissen, was in den Broten steckt und worin sie sich unterscheiden. „Das macht vielleicht auch noch ein bisschen den Unterschied aus zwischen einem Industriebäcker und einem Fachhandwerker“, sagt Reicherzer. Wer Fragen zu Inhaltsstoffen, Dinkel, Weizen oder Unverträglichkeiten habe, solle eine qualifizierte Antwort bekommen.

Nicht selten wird der Chef selbst gerufen. „Das passiert bei uns häufig“, erzählt Reicherzer. Dann stehen er oder sein Sohn den Kundinnen und Kunden mit Fachwissen zur Seite. Manche Fragen seien so tiefgehend, dass sie nur aus der Backstube heraus beantwortet werden könnten. Den direkten Kontakt zum Kunden sieht Reicherzer nicht als Belastung, sondern als wichtigen Teil seines Berufs. „Mir ist es wichtig, dass ich den direkten Kontakt zum Kunden habe“, sagt er. Das gelte nicht nur für Lob, sondern gerade auch für Kritik: „Wenn es Kritik gibt, ist es für mich das beste Mittel, etwas zu ändern.“ Genau darin liege die Stärke des Handwerks: „Wir können ja was ändern, das kann die Industrie nicht.“

Auch neue Ideen entstehen laufend. Reicherzer experimentiert, beobachtet Entwicklungen und bringt Eindrücke aus Reisen und Urlauben mit in die Backstube. Konkretes verraten möchte er noch nicht, nur so viel: Es gehe derzeit eher in Richtung Dauergebäck. „Lass dich überraschen“, sagt er schmunzelnd. Ideen habe er „noch für 30 Jahre“. Gleichzeitig sei es wichtig, seinem Sohn einen guten Start zu geben und ihm zu zeigen, „wie funktioniert sowas“.

Dass handwerkliches Backen auch bei scheinbar einfachen Produkten einen Unterschied macht, zeigt Reicherzer am Beispiel Toastbrot. Viele Verbraucher hielten Toastbrot für ein austauschbares Industrieprodukt. Der Bäckermeister widerspricht entschieden: „Nein, ist es nicht.“ In der Bäckerei Reicherzer kämen keine Zusatzstoffe, Weichmacher oder Haltbarkeitsstoffe ins Brot. Beim Toastbrot brauche es lediglich eine leichte Anreicherung mit Fett für die feine Porung und etwas Zucker, damit es beim Toasten schön röste. „Das ist der ganze Trick eigentlich bei einem Toastbrot“, erklärt er.

Dass ein handwerkliches Toastbrot nach einigen Tagen schimmeln könne, sei völlig normal. Gerade wenn es in Plastik verpackt werde, dürfe das nach drei bis vier Tagen passieren. Skeptisch blickt Reicherzer dagegen auf Fabriktoast, der nach Wochen noch aussehe wie am ersten Tag. „Dass das nicht normal ist, das ist wohl jedem klar“, sagt er. Ein Brot, das ohne sichtbare Veränderung über lange Zeit haltbar bleibe, werfe Fragen auf.

In der Backstube selbst setzt Reicherzer auf breite Ausbildung und vielseitiges Können. Jeder im Team solle möglichst alles beherrschen – vom Mischen bis zum Ofen. Auch Auszubildende sollen am Ende die Grundlagen aller Stationen können. Das sorge für Abwechslung und helfe zugleich, besondere Talente zu entdecken. Der eine arbeite später vielleicht lieber in der Mischerei, der andere am Ofen. Entscheidend sei, dass alle das Handwerk von Grund auf verstehen.

Am Ende bleibt die Botschaft des Gesprächs einfach und klar: Gutes Brot braucht gute Rohstoffe, Zeit, Wissen, handwerkliche Erfahrung und Menschen, die erklären können, was sie tun. Für Martin Reicherzer ist Brot kein anonymes Massenprodukt, sondern ein Stück gelebtes Bäckerhandwerk – mit Geschmack, Haltung und direktem Kontakt zu den Menschen, die es kaufen.

Live. Lokal. Echt. Der BistroTalk in Youtube mit Pierre Kretschmer, Admin VR-Familie, Gernlinden, im sixtyfour am Mittwoch, 15. Juli, 18 Uhr Online und in Maisach

15. Juli 2026

Virtual Reality und Augmented Reality verändern, wie wir digitale Inhalte erleben. VR versetzt Menschen vollständig in künstliche Welten – etwa für Spiele, Training, Bildung oder virtuelle Rundgänge. AR ergänzt dagegen die reale Umgebung um digitale Informationen, zum Beispiel über Smartphone, Tablet oder Datenbrille. Pierre Kretschmer aus Gernlinden ist Admin der Facebook-Gruppe VR-Familie mit über 12000 Mitglieder. Um 18 Uhr hier: https://www.youtube.com/@redaktion42/streams

Die Bedeutung dieser Technologien liegt darin, dass sie Inhalte greifbarer, anschaulicher und interaktiver machen. Komplexe Themen können sichtbar werden, Orte lassen sich virtuell besuchen, Produkte vor dem Kauf erleben und Arbeitsabläufe realistischer trainieren. VR und AR verbinden die digitale mit der realen Welt – und eröffnen damit neue Möglichkeiten für Lernen, Unterhaltung, Kommunikation und Wirtschaft.

Im gemütlichen Ambiente des Maisacher Bistros sixtyfour geht das lebendige Talk-Format: der BistroTalk in eine weitere Runde. Gastgeber Matthias J. Lange hat mit Pierre Kretschmer aus Gernlinden den Admin der größten VR/AR-Facebookgruppe in Deutschland zu Gast – direkt vor Ort und live im Netz. Wir diskutieren offen, nahbar und ganz ohne Script.
Termin ist am Mittwoch, 15. Juli um 18 Uhr, der Talk dauert etwa eine Stunde und wird ab 18 Uhr live auf YouTube gestreamt.
Die Adresse ist: https://www.youtube.com/@redaktion42/streams

Weiterbildung als Erfolgsrezept: Warum das Zentrum für Gesundheit Dombo auf neue Impulse setzt

14. Juli 2026

Stillstand ist für Norman Dombo keine Option. In der neuen Folge des Podcasts „Dombo bewegt“ spricht der Inhaber des Zentrums für Gesundheit Dombo in Maisach mit Matthias J. Lange über Weiterbildung, Messebesuche, medizinische Entwicklungen und die Frage, was Patientinnen und Patienten konkret davon haben, wenn ein Unternehmen fachlich am Ball bleibt.

Für Dombo gehört Fortbildung fest zum Selbstverständnis seines Betriebs. „Wir machen eigentlich eine ständige Fortbildung“, sagt er. Dabei gehe es um verschiedene Ebenen: medizinische Weiterbildung, fachlichen Austausch, neue Geräte, wissenschaftliche Entwicklungen und die Frage, welche Angebote Patientinnen und Patienten tatsächlich weiterbringen. Besonders in der Physiotherapie seien Fortbildungen notwendig, auch weil Krankenkassen entsprechende Nachweise verlangten. Doch Dombo macht deutlich: Weiterbildung ist für ihn nicht nur Pflicht, sondern Haltung.

Ein aktueller Anlass war der Besuch der Fachmesse „Therapie“ in München. Erstmals fand diese nicht auf dem Messegelände in Riem, sondern im MOC statt. Für das Zentrum für Gesundheit Dombo war der Messebesuch ein besonderer Tag: Die gesamte Mannschaft wurde eingeladen, Praxis und Trainingsbereich blieben geschlossen. „Es gab hier keinen Betrieb, aber wir konnten uns alle informieren“, berichtet Dombo. Das Team verteilte sich auf der Messe, sammelte Eindrücke und brachte neue Impulse zurück nach Maisach.

Solche Impulse haben im Zentrum für Gesundheit Dombo schon mehrfach konkrete Folgen gehabt. Dombo nennt unter anderem den strahlenfreien Rückenscan, den Skillcourt und Cupping. Viele dieser Angebote seien aus Fortbildungen, Kongressen oder Messebesuchen entstanden. „Das sind für uns dann Alleinstellungsmerkmale, mit denen wir hier natürlich unser Angebot erweitern“, erklärt er. Es gehe darum, das Leistungsspektrum sinnvoll auszubauen und den Patientinnen und Patienten moderne, wirksame Methoden anbieten zu können.

Besonders interessiert zeigte sich Dombo auf der Messe an der stochastischen Resonanztherapie. Mit dieser Methode hatte er sich bereits vor mehr als 20 Jahren beschäftigt. Inzwischen habe sie sich deutlich weiterentwickelt. „Das war für mich unter anderem das Interessanteste, was an der Messe geboten wurde“, sagt Dombo. Entscheidend sei für ihn aber nicht der Neuigkeitswert allein, sondern die Wirkung. „Messbar erfolgreich, das ist immer das, was wir hier auch immer machen wollen.“

Genau dieser Anspruch zieht sich durch das gesamte Gespräch. Dombo betont, dass im Zentrum für Gesundheit Dombo evidenzbasiert und evaluiert gearbeitet werde. Es gehe nicht darum, jedem Trend hinterherzulaufen, sondern um Angebote, deren Nutzen nachvollziehbar ist. „Wir wollen immer messen, dass das, was wir tun, hinterher auch zu Erfolg führt“, sagt er. Patientinnen und Patienten sollen sehen können, welche Entwicklung sie durchlaufen und welchen Weg sie in der Therapie oder im Training zurückgelegt haben.

Auch wirtschaftlich sieht Dombo Weiterbildung und Investitionen als wichtige unternehmerische Aufgabe. Gerade in schwierigen Zeiten dürfe ein Unternehmen nicht nur auf die Bremse treten. „In den schlechten Zeiten zu investieren, ist immer richtig“, sagt er. Wer dann nur spare, könne später schnell ins Hintertreffen geraten. Natürlich müsse Kapital vorhanden sein und verantwortungsvoll gewirtschaftet werden. Aber für Dombo ist klar: Wer vorne bleiben will, muss sich bewegen.

Neben fachlichen Informationen spielt für ihn auch das Netzwerken eine große Rolle. Messebesuche seien immer auch Begegnung, Austausch und Orientierung. „Für mich persönlich ist es extrem wichtig, zu wissen, was geht, was tun die anderen, wo gehen die Reisen hin“, sagt Dombo. Er sei in einem großen Netzwerk von Physiotherapeuten aktiv und stehe im Austausch mit Fachleuten, Ärzten und Wissenschaftlern. Besonders erwähnt er Prof. Dr. Klaus Baum von der Sporthochschule Köln sowie medizinische Kongresse und Symposien in München.

Auch der Kontakt zu Institutionen ist für das Unternehmen wichtig. Auf der Messe führte Dombo Gespräche mit der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege. Dabei geht es um Themen, die im Alltag eines Gesundheitsbetriebs eine große Rolle spielen: Zuständigkeiten bei Arbeitsunfällen, BG-Ärzte, Rezepte und Zulassungen. Das Zentrum für Gesundheit Dombo verfügt nach seinen Angaben über die Zulassung, auch Patientinnen und Patienten mit BG-Rezept behandeln zu dürfen.

Am Ende des Gesprächs wird deutlich, dass Weiterbildung für Norman Dombo mehr ist als ein Termin im Kalender. Sie ist Teil der Identität seines Unternehmens. Das Zentrum für Gesundheit Dombo will fachlich auf dem aktuellen Stand bleiben, neue Entwicklungen prüfen und sinnvolle Methoden in die Praxis bringen. „Waren wir und wollen wir sein und werden wir bleiben, garantiert“, sagt Dombo mit Blick auf den Anspruch, up to date zu sein.

Sein Fazit ist eindeutig: Wer sich nicht weiterbildet, bleibt stehen. Und Stillstand passt nicht zu einem Unternehmen, das Gesundheit, Bewegung und Entwicklung schon im Namen trägt.

Podcast Seitensprung: Sommer in der Bücherei: Tauschen, Lesen und Filme drehen

6. Juli 2026

Die Gemeindebücherei Maisach startet mit viel Programm in den Sommer. In der fünften Folge des Podcasts „Seitensprung“ spricht Büchereileiterin Beate Seyschab mit Matthias J. Lange über eine neue Sommersachentauschbörse, Lesungen im Juli, Kinderangebote in den Ferien und die Öffnungszeiten während der Sommerpause.

Im Mittelpunkt steht zunächst eine neue Aktion im Eingangsbereich der Bücherei: die Sommersachentauschbörse. Nach erfolgreichen Tauschbörsen zu Weihnachten und Ostern probiert das Büchereiteam nun erstmals eine Sommerausgabe aus. Gesucht und angeboten werden Dinge, die in vielen Kellern, Garagen oder Speichern liegen und oft nur selten genutzt werden: Frisbee-Scheiben, Fußbälle, Wasserbälle, Luftmatratzen, Schwimmflügel, Schwimmflossen, Badelatschen, Kühltaschen, Seifenblasen oder Wasserspielzeug. „Alles, was man für den Sommer braucht“, sagt Beate Seyschab.

Die Idee dahinter ist einfach: Was zu Hause nicht mehr gebraucht wird, kann anderen noch Freude machen. „Wir wollen halt einfach diese Nachhaltigkeit ein bisschen predigen und auch pflegen“, erklärt Seyschab. Die Bücherei versteht die Tauschbörse deshalb nicht als Flohmarkt, sondern als unkomplizierten Beitrag zu Umweltschutz und Gemeinschaft. Wer etwas bringt, hilft mit, dass Dinge nicht weggeworfen werden. Wer etwas mitnimmt, schenkt ihnen ein zweites Leben.

Die Aktion läuft noch bis zum Beginn der Sommerferien. Die Annahme ist bis zum 24. Juli möglich, danach bleibt die Tauschbörse noch etwa eine Woche bestehen. Abgegeben werden können die Sachen während der Öffnungszeiten an der Theke. Dort wirft das Büchereiteam einen kurzen Blick darauf, ob alles in Ordnung ist. „Es wäre schön, wenn man was bringt, weil wenn man nichts bringt, ist halt irgendwann nichts mehr da“, sagt Seyschab. Verpflichtend ist eine Spende allerdings nicht.

Dass solche Aktionen funktionieren können, hat die Gemeindebücherei bereits bewiesen. Besonders die Weihnachtstauschbörse sei sehr erfolgreich gewesen. Übrig gebliebene Dekoration wurde teilweise an Altersheime und Kindergärten weitergegeben. Für Seyschab ist genau das ein wichtiger Punkt: „Also es bleibt ja dann auch noch im Ort. Das finde ich total schön.“ Die Bücherei wird so zu einem Ort, an dem nicht nur Medien ausgeliehen werden, sondern auch Nachbarschaft praktisch gelebt wird.

Neben der Tauschbörse bietet die Bücherei im Juli mehrere Veranstaltungen an. Am 8. Juli ist Autorin Stephanie Schürmann zu Gast. Sie stellt den zweiten Band ihrer Reihe „Das Amulett der Sekhmet“ vor, einen mystisch angehauchten Roman über das alte Ägypten. Beginn ist wie gewohnt um 20 Uhr in der Bücherei.

Am 14. Juli folgt eine Englisch-Vorlesestunde für Kinder ab sechs Jahren. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Die Veranstaltung soll spielerisch an die englische Sprache heranführen. „Das ist einfach so spielerisch eine halbe Stunde mal reinhören“, beschreibt Seyschab das Format.

Ein besonderer Abend ist für den 29. Juli geplant. Dann kommt Christian Pantle nach Maisach. Er ist Herausgeber des Bandes „Gefährliche Liebschaften“, in dem es um bekannte Persönlichkeiten in schwierigen Beziehungen geht. Bei gutem Wetter soll die Lesung draußen im Garten neben dem Rathaus stattfinden – mit Bierbänken und sommerlicher Atmosphäre. „Wir haben ja einen tollen Rathausgarten. Der ist schön und den sollten wir auch ausnutzen“, sagt Seyschab. Als Getränk ist Aperol Spritz im Gespräch.

Auch für Kinder bleibt die Bücherei aktiv. Am 30. Juli gibt es eine Bilderbuch-Vorlesestunde für Kinder ab vier Jahren. Im August beteiligt sich die Gemeindebücherei außerdem am Ferienprogramm der Gemeinde. Am 12. August ist unter dem Titel „Lesen und Mehr“ ein sommerliches Lese-Picknick geplant. Dabei sollen Kinder nicht nur zuhören, sondern auch selbst aktiv werden. „Nicht nur konsumieren, sondern auch kreativ“, beschreibt Seyschab den Ansatz.

Am 19. August folgt ein Stop-Motion-Workshop mit Matthias J. Lange. Kinder entwickeln dabei mit Playmobil-Figuren eine eigene kleine Filmgeschichte. Sie überlegen sich ein Drehbuch, gestalten ein Set und setzen die Figuren Bild für Bild in Bewegung. Am Ende soll der fertige Film präsentiert werden. Weitere Informationen zu Alter, Kosten, Uhrzeit und Anmeldung gibt es ab dem 6. Juli im Ferienprogramm der Gemeinde.

Seyschab hofft, dass die Angebote gut angenommen werden. Seit der Corona-Zeit sei die Beteiligung an Ferienaktionen spürbar zurückgegangen. Früher seien Veranstaltungen oft schnell voll gewesen, inzwischen müsse man manchmal um genügend Anmeldungen kämpfen. „Ist schon immer schade, wenn wir dann absagen müssen“, sagt Seyschab. Besonders leid täten ihr die Kinder, die sich bereits angemeldet haben und sich auf die Aktion freuen.

Zum Abschluss räumt die Büchereileiterin noch mit einem verbreiteten Missverständnis auf: Die Gemeindebücherei ist nicht während der gesamten Sommerferien geschlossen. In den ersten drei Ferienwochen bleibt sie geöffnet. Erst vom 24. August bis 14. September macht die Bücherei Sommerpause. Wer sich vorher mit Lesestoff eindecken möchte, kann das entspannt tun. Die Ausleihfristen werden entsprechend verlängert.

So zeigt die fünfte Folge von „Seitensprung“ eine Bücherei, die weit mehr ist als ein Ort für Bücher. Sie organisiert Tauschbörsen, Lesungen, Kinderaktionen, Ferienangebote und schafft Räume für Begegnung. Zwischen Wasserball, Ägypten-Roman, Rathausgarten und Sommerlektüre wird deutlich: Die Gemeindebücherei Maisach ist ein lebendiger Treffpunkt mitten im Ort.

Podcast: „Wir dürfen uns von Rückschlägen nicht entmutigen lassen“

5. Juli 2026

Der Podcast „Hertlein und Lange“ des Landesinnungsverbandes Friseure und Kosmetiker Bayern widmet sich diesmal einem Thema, das weit über das Friseurhandwerk hinausreicht: der Zukunft der beruflichen Bildung. Im Mittelpunkt steht Christian Hertlein, Berufsbildungsexperte des Landesinnungsverbandes und des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks. Im Gespräch mit Matthias J. Lange von redaktion42 spricht Hertlein offen über Schwächen des Bildungssystems, blockierte Reformansätze und die Frage, wie junge Menschen besser auf das Berufsleben vorbereitet werden können.

Hertleins Diagnose fällt deutlich aus. Das Bildungssystem stehe „auf ganz alten Füßen“ und brauche dringend Modernisierung. Zwar hätten die Verbände in der beruflichen Ausbildung Einfluss auf Rahmenbedingungen und Inhalte, doch gerade im theoretischen Unterricht der Berufsschulen und bei den allgemeinbildenden Fächern seien die Gestaltungsmöglichkeiten begrenzt. Dort werde aus seiner Sicht vielfach noch nach überkommenen Methoden gearbeitet. Die Lehrerinnen und Lehrer allein sieht Hertlein dabei nicht als Problem. Auch sie seien Teil eines Systems mit festen Vorgaben. Veränderung müsse deshalb auf mehreren Ebenen ansetzen: bei Schulen, Ministerien, Politik, Betrieben und Handwerksorganisationen.

Besonders kritisch blickt Hertlein auf das allgemeinbildende Schulsystem. Bayern gehöre im innerdeutschen Vergleich zwar zu den besseren Bildungssystemen, international aber sei das deutsche Modell kaum Vorbild. Das humboldtsche Bildungsideal, auf das sich das System gerne berufe, sei im Grundsatz richtig: Es gehe um Reflexionsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit und Selbstbestimmung. Doch genau diese Fähigkeiten sehe er bei vielen jungen Menschen, die in die Ausbildung kommen, nicht ausreichend entwickelt. Für die berufliche Bildung sei das ein großes Problem. Wer eine Aufgabe ausführen, das eigene Ergebnis überprüfen und bei Bedarf den Weg korrigieren müsse, brauche genau diese Kompetenzen.

Hertlein kritisiert dabei nicht Allgemeinbildung an sich. Ein Grundbestand an Wissen sei selbstverständlich notwendig. Zugleich stellt er aber die Frage, ob manche Inhalte und Strukturen noch zur heutigen Lebenswirklichkeit passten. Als Beispiel nennt er den verpflichtenden Religionsunterricht an Berufsschulen. In Klassen, die kulturell und religiös sehr unterschiedlich zusammengesetzt seien, müsse man überlegen, ob nicht stärker Sozialkompetenz, Wertebildung und gesellschaftliches Zusammenleben im Mittelpunkt stehen sollten. Viele Defizite, die eigentlich früher aufgefangen werden müssten, landeten am Ende bei Berufsschulen und Ausbildungsbetrieben.

Ein konkreter Reformversuch im bayerischen Friseurhandwerk ist nach Hertleins Darstellung vorerst gescheitert. Geplant war ein Pilotprojekt für ein Berufsgrundschuljahr an einem Berufsschulstandort und in nur einer Klasse. Das erste Ausbildungsjahr sollte schulisch organisiert werden, um sprachliche Defizite, Sozialkompetenzen und berufliche Grundlagen gezielt zu stärken. Junge Menschen hätten dadurch besser vorbereitet in die Betriebe gehen können. Gleichzeitig sollten die Betriebe entlastet und Ausbildungsabbrüche in der schwierigen Anfangsphase reduziert werden. Der Standort sei vorbereitet gewesen, inklusive sozialpädagogischer Begleitung und Sprachförderung.

Trotzdem kam das Projekt nicht zustande. Hertlein sieht die Gründe weniger in fachlichen Einwänden als in handwerkspolitischen Widerständen. Innerhalb der Handwerksorganisation habe es die Sorge gegeben, ein solches Modell könne sich ausweiten und auch andere Gewerke erfassen. Man habe an der klassischen Vorstellung festhalten wollen, dass Ausbildung vor allem im Betrieb stattfindet. Hertlein betont, dass dieser Grundsatz des dualen Systems richtig sei. Angesichts veränderter Voraussetzungen bei vielen Jugendlichen hätte ein schulisch gestützter Einstieg aber helfen können, Lücken zu schließen und den Übergang in die Praxis erfolgreicher zu gestalten.

Die Verantwortung für Reformen sieht Hertlein vor allem bei der Politik. Solange dort signalisiert werde, das bestehende System solle im Wesentlichen bleiben, wie es ist, seien Veränderungen schwer durchzusetzen. Er fordert mehr Bereitschaft, über Landesgrenzen hinauszuschauen und von anderen Ländern zu lernen. Als Beispiel nennt er Skandinavien: Dort seien Erfahrungen mit Digitalisierung in Schulen bereits gemacht und teilweise korrigiert worden. Bayern stehe in diesem Bereich aus seiner Sicht an einem Punkt, an dem andere schon vor Jahren gewesen seien, nutze deren Erfahrungen aber zu wenig.

Auch in der Berufsschule gebe es Stellschrauben, die Wirkung entfalten könnten. Kleinere Klassen in den ersten Ausbildungsjahren wären nach Hertleins Einschätzung ein wichtiger Schritt. Doch dafür brauche es mehr Räume, mehr Lehrkräfte und damit mehr Geld. Ebenso müssten Lehrpläne und Unterrichtsstrukturen stärker auf die Bedürfnisse der Auszubildenden ausgerichtet werden. Fachtheoretischer Unterricht in Lernfeldern sei bereits ein Ansatz, weil dort verschiedene Aufgaben miteinander verzahnt würden. Was aber fehle, sei eine konsequente Entwicklung der Persönlichkeit, des Selbstbildes und der Fähigkeit, eigenständig und reflektiert zu handeln.

Auf Bundesebene sieht Hertlein ähnliche Probleme, aber unterschiedliche Lösungsansätze. In der beruflichen Bildung gebe es zwar bundesweite Rahmenlehrpläne, deren Umsetzung liege jedoch bei den Ländern. Dadurch entstünden Unterschiede, etwa bei theoretischen Prüfungen, die von Multiple-Choice-Aufgaben bis zu offenen handlungsorientierten Aufgaben reichten. Hertlein spricht von einer breiten Spannweite und auch von einem gewissen Nord-Süd-Gefälle: Während im Süden manches sehr anspruchsvoll angesetzt werde, sei man im Norden teils lockerer.

Trotz der Rückschläge will Hertlein nicht aufgeben. Das Berufsgrundschuljahr sei zwar mittelfristig vom Tisch, bleibe aber als Idee im Hintergrund. Politische Konstellationen und handelnde Personen könnten sich ändern. Entscheidend sei, die Diskussion weiterzuführen und immer wieder deutlich zu machen, dass das Bildungssystem junge Menschen besser auf Ausbildung und Beruf vorbereiten müsse. Hertlein zeigt sich enttäuscht über das Scheitern des Pilotprojekts, bleibt aber kämpferisch. Man werde weiter nach Lösungen suchen, auch wenn es zunächst nur kleine Schritte seien. Sein Fazit: Wer die Probleme erkenne, dürfe sich von einem Rückschlag nicht entmutigen lassen.

Podcast – Cupping: Modernes Schröpfen gegen Verspannungen und für mehr Wohlbefinden

2. Juli 2026

In der 15. Folge des Podcasts „Dombo bewegt“ spricht Norman Dombo vom Zentrum für Gesundheit Dombo in Maisach mit Matthias J. Lange über eine moderne Form des Schröpfens: das sogenannte Cupping. Was auf den ersten Blick an Kaffeetassen erinnern mag, hat mit einem gemütlichen Heißgetränk wenig zu tun. Vielmehr geht es um eine Behandlungsmethode, die Verspannungen lösen, die Durchblutung fördern und das allgemeine Wohlbefinden steigern soll. Hier der Podcast:

Viele Menschen kennen das klassische Schröpfen noch mit Gläsern. Dabei wird ein Unterdruck erzeugt, der die Haut und das darunterliegende Gewebe anhebt und die Durchblutung anregt. Beim modernen Cupping kommen hingegen elastische Cups in verschiedenen Größen und Härtegraden zum Einsatz. Genau darin sieht Norman Dombo einen entscheidenden Vorteil: Die Cups werden nicht nur auf eine Stelle gesetzt, sondern können mit etwas Creme oder Öl auf der Haut bewegt werden. Dadurch lässt sich entlang eines Muskels arbeiten, das Gewebe kann angehoben, gedehnt, verschoben und wieder gelockert werden.

Diese Beweglichkeit eröffnet nach Angaben von Dombo deutlich mehr Möglichkeiten als das klassische Schröpfen mit Glas. Während ein Glasaufsatz meist an einer Stelle verbleibt und bei Bewegung schnell den Unterdruck verliert, lassen sich die modernen Cups gezielt über Rücken, Nacken, Schultern, Arme oder Beine führen. Auch kleinere Cups für das Gesicht gibt es. Ziel ist es, die Muskulatur besser zu durchbluten, Verspannungen zu lösen und den Abtransport über das Lymphsystem zu unterstützen.

Besonders häufig werde Cupping bei Schulter- und Nackenbeschwerden eingesetzt, erklärt Dombo. Doch die Methode eigne sich grundsätzlich für den ganzen Körper – überall dort, wo Muskulatur behandelt werden kann. Interessant sei Cupping nicht nur für Menschen mit klassischen Verspannungen durch Büroarbeit oder Fehlhaltungen, sondern auch für Sportlerinnen und Sportler. Nach intensivem Training oder bei Muskelkater könne die Behandlung als wohltuend empfunden werden, weil die beanspruchte Muskulatur gelockert und der Stoffwechsel im Gewebe angeregt werde.

Eine Behandlung dauere je nach Körperregion und Beschwerdebild unterschiedlich lange. Als Mindestdauer nennt Dombo etwa 15 Minuten. Cupping sei keine Leistung auf Rezept, könne aber als zusätzliche Behandlung im Zentrum für Gesundheit gebucht werden. Dombo beschreibt die Methode als angenehm und wohltuend – auch für den mentalen Bereich. Durch die Kombination aus Durchblutungsförderung, sanfter Dehnung und Entspannung könne Cupping nicht nur dem Körper, sondern auch dem Kopf guttun.

Auf die Frage, ob die Behandlung schmerzhaft sei, gibt Dombo Entwarnung. Cupping solle nicht quälen, sondern entspannen. Gerade deshalb sieht er darin eine Methode für Menschen unterschiedlichen Alters und mit verschiedenen Bedürfnissen – vom verspannten Büromenschen bis zum Freizeitsportler. Wer neugierig geworden ist, kann im Zentrum für Gesundheit Dombo in Maisach einen Termin vereinbaren und die moderne Variante des Schröpfens selbst ausprobieren.

Evi Huttenloher im BistroTalk: „Wenn sich jeder zurückzieht, passiert nichts mehr“

17. Juni 2026

Das Bistro Sixtyfour in Maisach war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Gastgeber Matthias Lage zu einer neuen Ausgabe seines BistroTalks begrüßte. Die Veranstaltung wurde live auf YouTube übertragen, Gesprächspartnerin des Abends war Evi Huttenloher, dritte Bürgermeisterin der Gemeinde Maisach. In lockerer Atmosphäre entwickelte sich ein persönliches, stellenweise humorvolles, aber auch nachdenkliches Gespräch über Heimat, Ehrenamt, Kommunalpolitik, Gewerbe, Corona und den Zusammenhalt in der Gemeinde. Die Veranstaltung wurde gesponsert vom Zentrum für Gesundheit Dombo.

Schon zu Beginn wurde deutlich, dass Huttenloher in Maisach eine bekannte und geschätzte Persönlichkeit ist. Bei der Kommunalwahl war sie Stimmenkönigin geworden – ein Ergebnis, das sie nach eigenen Worten durchaus überrascht habe. Zwar habe sie gewusst, dass sie über eine gewisse Unterstützung verfüge, sagte sie, doch das Ausmaß der Zustimmung habe sie sehr gefreut. Seit mehr als 40 Jahren lebt Huttenloher in Maisach. Anfangs sei es für sie nicht einfach gewesen, als neues Gesicht in eine bekannte Maisacher Familie einzuheiraten. Heute aber sagt sie klar: Maisach sei ihre Heimat geworden. Ihre Familie lebe hier, ebenso viele Freunde und Bekannte. In Maisach habe sie ihren Platz gefunden. Hier ist die Videoaufzeichnung des Talks.

Ein wichtiger Teil dieser Verwurzelung war das Schuh- und Orthopädiegeschäft der Familie Huttenloher. Über das Geschäft habe sie viele Menschen kennengelernt, vom jungen bis zum älteren Kunden. Gemeinsam mit ihrem Mann und den Schwiegereltern habe sie das Unternehmen mit aufgebaut. Aus dem privaten und beruflichen Ankommen entwickelte sich nach und nach auch ihr öffentliches Engagement. Über Kindergarten, Familie, Vereine und persönliche Kontakte sei sie immer stärker in das Gemeindeleben hineingewachsen. Eine klassische Initialzündung für die Politik habe es nicht gegeben, berichtete Huttenloher. Vielmehr seien immer wieder Menschen auf sie zugekommen und hätten ihr Mut gemacht. Bei ihrer ersten Gemeinderatskandidatur stand sie auf Listenplatz 24 und rechnete nicht ernsthaft mit dem Einzug. Umso größer sei der Schreck gewesen, als sie tatsächlich gewählt wurde. Ihr Mann habe damals trocken reagiert: „Jetzt haben wir den Dreck.“ Heute kann Huttenloher darüber lachen.

Im Gespräch zeigte sich, wie eng ihr politisches Engagement mit der alltäglichen Begegnung mit Bürgerinnen und Bürgern verbunden ist. Sie sei viel in Maisach unterwegs, werde oft angesprochen und höre zu. Ihr Mann sage manchmal, wenn sie nur kurz weg wolle, dauere es selten unter einer Stunde. Für Huttenloher ist genau das Teil ihrer Rolle: erreichbar sein, zuhören, Kontakte pflegen. Ein funktionierendes Netzwerk sei wichtig, sagte sie, vor allem, wenn irgendwo „der Schuh drückt“. Besonders am Herzen liegen ihr Familien und Kinder. Im Gemeinderat betreut sie weiterhin das Referat Familie und Spielplätze. Auch ihre Enkelkinder seien dabei gewissermaßen Teil ihres „Spezialistenteams“: Wenn auf einem Spielplatz etwas nicht funktioniere, werde die Oma informiert.

Stolz ist Huttenloher auf eine Aktion, die sie 2008 angestoßen hat: Neugeborene in der Gemeinde erhalten ein Lätzchen mit dem Aufdruck „Ein familienfreundliches Maisach freut sich auf dich“ sowie eine Karte und kleine Schuhe. Die Besuche bei den jungen Familien seien in der Regel von großer Freude geprägt. Es sei schön, in glückliche Gesichter zu schauen. Solche Gesten stehen für Huttenloher für eine Gemeinde, die Nähe zeigt und Familien willkommen heißt.

Ein zentrales Thema des Abends war der Zusammenhalt in Maisach. Huttenloher betonte, dass alle Ortsteile wichtig seien. Rivalitäten zwischen Maisach, Gernlinden und anderen Ortsteilen kenne sie zwar, sie halte sich daraus aber bewusst heraus. Durch das Geschäft der Familie habe sie immer Kunden aus der gesamten Gemeinde erlebt. Entscheidend sei, dass Menschen sich einbringen. Wer neu nach Maisach komme, könne über Kinderkrippe, Kindergarten, Schule oder Vereine schnell Anschluss finden. Wer sich jedoch völlig zurückziehe, dürfe sich nicht wundern, wenn der Ort fremd bleibe. Das Vereinsleben sei für Huttenloher ein wesentlicher Bestandteil des sozialen Miteinanders. „Wenn sich jeder zurückzieht, passiert nichts mehr“, sagte sie sinngemäß. Begegnungen, soziale Kontakte und gegenseitige Unterstützung seien für eine Gemeinde unverzichtbar.

Auch ihre frühere Tätigkeit als Vorsitzende des Gewerbeverbandes nahm breiten Raum ein. Sie sei in diese Aufgabe hineingerutscht, berichtete Huttenloher, habe aber auf ein gutes Team bauen können. Der Gewerbeverband habe vor allem die Interessen der örtlichen Betriebe gebündelt. Je mehr Geschäfte und Unternehmen zusammenstünden, desto stärker werde ihre Stimme gegenüber der Gemeinde gehört. Ein sichtbares Zeichen dieses Engagements war lange die Weihnachtsbeleuchtung in Maisach, für die der Gewerbeverband verantwortlich war. Der große Weihnachtsbaum sei allerdings aus organisatorischen Gründen nicht mehr weitergeführt worden. Der Aufwand sei enorm gewesen.

Mit Sorge blickt Huttenloher auf den Wandel des örtlichen Einzelhandels. Zwar gebe es in Maisach nicht viel Leerstand, doch klassische inhabergeführte Geschäfte seien seltener geworden. Traditionsgeschäfte seien verschwunden, neue Nutzungen hätten sich entwickelt. Apotheken und Nahversorgung seien weiterhin vorhanden, doch der „normale Laden“ habe es im Online-Zeitalter schwer. Corona habe diesen Wandel noch beschleunigt. Dennoch ist Huttenloher überzeugt, dass der persönliche Einkauf vor Ort weiterhin Bedeutung hat. Eine gute Mischung aus Digitalisierung und persönlicher Begegnung sei nötig.

Ausführlich erinnerte sie an die Corona-Zeit, die für den Handel, die Gastronomie und viele Betriebe einen massiven Einschnitt bedeutete. Am 15. März 2020 fanden die Kommunalwahlen statt, wenige Tage später mussten zahlreiche Geschäfte schließen. Für das Schuhhaus Huttenloher kam der Lockdown zum Saisonstart, die neue Ware lag im Lager. Während der orthopädische Bereich als systemrelevant weiterarbeiten durfte, war der Verkauf von Schuhen zunächst nicht möglich. Huttenloher organisierte daraufhin telefonische Beratung und brachte insbesondere Kinderschuhe zu den Familien nach Hause. Das sei anstrengend gewesen, aber auch von großer Dankbarkeit begleitet. Später setzte sie sich hartnäckig dafür ein, dass der orthopädische Teil des Betriebs unter Auflagen wieder öffnen durfte. Schutzvorrichtungen, Masken, Desinfektion und Einlasskontrollen gehörten zum neuen Alltag.

Eine besondere Aktion des Gewerbeverbandes waren die grünen Herzen, die während der Pandemie an vielen Geschäften zu sehen waren. Mit dem Aufdruck „Bleiben Sie gesund und halten Sie uns die Treue“ sollten sie ein Zeichen der Verbundenheit zwischen Geschäften und Kundschaft setzen. Die Aktion wurde gut angenommen und ist im Ort teilweise bis heute sichtbar. Auch eine Übersicht der geöffneten Geschäfte, Lieferangebote und Online-Angebote entstand in dieser Zeit. Huttenloher erinnerte daran, wie sich viele Betriebe mit großem Einsatz selbst organisierten, um irgendwie weiterzumachen. Besonders hart getroffen seien Friseure und Gastronomie gewesen. Viele Maisacherinnen und Maisacher hätten versucht, lokale Betriebe zu unterstützen, indem sie Essen abholten oder bewusst vor Ort einkauften.

Trotz aller Schwierigkeiten habe Corona auch gezeigt, dass Veränderung möglich sei. Der Gewerbeverband arbeitete plötzlich mit Zoom-Sitzungen, Betriebe stellten Angebote digitaler auf, und Arbeitsweisen veränderten sich. Ganz zurück in alte Muster wolle Huttenloher nicht. Digitalisierung sei wichtig, aber sie dürfe die persönliche Begegnung nicht ersetzen. Sie selbst schätze beides: den Austausch vor Ort ebenso wie digitale Möglichkeiten, wenn sie sinnvoll eingesetzt würden.

Persönlich geprägt wurde Huttenloher auch durch das Familienunternehmen. Der Name Huttenloher sei seit Jahrhunderten mit Maisach verbunden. Aus einer kleinen Schuhmacherei sei über Generationen ein bekanntes Schuh- und Orthopädiegeschäft geworden. Sie selbst trat 1983 in den Betrieb ein und gestaltete ihn gemeinsam mit Familie und Mitarbeitenden weiter. Besonders wichtig sei dabei immer der Zusammenhalt gewesen. In der Familie habe man sich aufeinander verlassen können. Entscheidungen seien gemeinsam getroffen worden, Schuldzuweisungen habe es nicht gegeben. Auch wenn etwas nicht funktioniert habe, sei es gemeinsam getragen worden.

Neben Politik und Gewerbe engagiert sich Huttenloher auch in der Kirche. Sie sei christlich geprägt aufgewachsen, erzählte sie. Schon ihre Großeltern seien in der Kirche aktiv gewesen, ihre Brüder waren Ministranten – sie selbst durfte als Mädchen damals nicht ministrieren. Später wurde sie Kommunionmutter und fand auch dort eine Aufgabe, die ihr lag: Kinder zusammenbringen, Gruppenstunden gestalten, Gemeinschaft schaffen. Ihr Glaube sei für sie kein lautes Bekenntnis, sondern Teil ihres Lebens und Handelns.

Beim Thema Ehrenamt sprach Huttenloher offen über die Herausforderungen. Es werde schwieriger, Menschen für Verantwortung zu gewinnen. Bürokratie, Haftungsfragen und die Angst, Fehler zu machen, schreckten viele ab. Zugleich müsse man jüngere Menschen ernst nehmen, ihnen Verantwortung geben und akzeptieren, dass sie manches anders machen. Entscheidend sei, rechtzeitig Nachfolgerinnen und Nachfolger einzubinden und sie nicht permanent zu bevormunden. Ein Vorstand sei immer nur so gut wie das Team, das ihn unterstütze. Allein könne niemand etwas bewegen.

Am Ende blieb der Eindruck einer Frau, die tief in Maisach verwurzelt ist und ihre Kraft aus Begegnungen zieht. Huttenloher beschrieb sich selbst als aktiven Menschen, der Menschen mag. Gespräche, Kontakte und gemeinsame Aufgaben spornten sie an. Das volle Bistro Sixtyfour zeigte an diesem Abend, dass viele Maisacherinnen und Maisacher diese Haltung schätzen. Gastgeber Matthias Lage dankte seiner Gesprächspartnerin, dem Team des Sixtyfour, seiner Familie hinter der Technik sowie dem Sponsor Zentrum für Gesundheit Dombow. Die nächste Ausgabe des BistroTalks am Mittwoch 15. Juli widmet sich dann der Digitalisierung, virtueller Realität und Augmented Reality. Zu Gast ist Pierre Kretschmer, Admin der größten deutschen Facebook-Gruppe VR-Familie aus Gernlinden.

Medi-Maus„Dombo bewegt“: Wie der strahlungsfreie Rückenscan Medi-Maus Rückenprobleme sichtbar macht

14. Juni 2026

Im Podcast „Dombo bewegt“ spricht Norman Dombo vom Zentrum für Gesundheit Dombo über eine moderne Möglichkeit der Rückenvermessung: den strahlungsfreien Rückenscan. Dabei kommt ein kleines handliches Gerät zum Einsatz, das früher unter dem Namen „Medi-Maus“ bekannt war und heute als „IDIAG M360“ genutzt wird. Mit Hilfe dieser Technik kann die Wirbelsäule ohne Röntgenstrahlung analysiert werden. Das Gerät wird entlang der Dornfortsätze der Wirbelsäule geführt und misst dabei Winkel, Abstände und Beweglichkeit der einzelnen Wirbelkörper. Die erfassten Daten werden anschließend digital ausgewertet und mit Millionen Vergleichsdaten abgeglichen. Hier der Podcast:

Der große Vorteil des Systems liegt darin, dass nicht nur statische Bilder entstehen, sondern auch Bewegungsabläufe sichtbar gemacht werden können. Dafür werden mehrere Messungen durchgeführt: im normalen Stand, in einer gebeugten Haltung sowie unter Belastung mit Gewichten beim sogenannten Matthias-Test. So lässt sich erkennen, welche Bereiche der Wirbelsäule beweglich sind, wo Fehlhaltungen oder Blockaden bestehen und wie die Rückenmuskulatur arbeitet.

Die Untersuchung eignet sich laut Norman Dombo nicht nur für Menschen mit akuten Rückenproblemen, sondern grundsätzlich für jeden – insbesondere für Menschen mit sitzenden Tätigkeiten oder Büroarbeit. Viele Beschwerden entstehen im Alltag schleichend durch Bewegungsmangel oder Fehlhaltungen, die mit dem Scan frühzeitig erkannt werden können.

Auf Basis der Auswertung erstellen die Therapeuten anschließend individuelle Übungsprogramme. Die Patientinnen und Patienten erhalten einen ausführlichen Ausdruck mit Erklärungen und Übungen für zuhause. Zusätzlich werden die Übungen gemeinsam mit den Therapeuten praktisch eingeübt, damit sie korrekt ausgeführt werden können. Unterstützt wird dies durch die App „PhysioFit“, die weitere Trainingsanleitungen digital bereitstellt.

Besonders interessant ist auch die technische Vernetzung des Systems. Im Zentrum für Gesundheit Dombo können die Daten des Rückenscans direkt mit Trainingssystemen verbunden werden, sodass individuelle Trainingsprogramme noch gezielter angepasst werden können. Der strahlungsfreie Rückenscan verbindet damit moderne Diagnostik, digitale Auswertung und physiotherapeutische Betreuung zu einem ganzheitlichen Konzept für Rückengesundheit.