In der 13. Folge des Podcasts „Dombo bewegt“ des Zentrums für Gesundheit Dombo in Maisach ging es diesmal um ein Gerät, das auf den ersten Blick technisch wirkt, in der therapeutischen Praxis aber vor allem einem Ziel dient: Schmerzen lindern und Bewegung wieder ermöglichen. Im Gespräch stellte Norman Dombo die radiale Stoßwellentherapie vor, die seit über einem Jahr im Zentrum für Gesundheit eingesetzt wird.

Wichtig ist zunächst die Unterscheidung zwischen zwei Formen der Stoßwelle. Die fokussierte Stoßwelle wird gezielt in tieferliegende Strukturen geleitet und darf nur von Ärztinnen und Ärzten angewendet werden. Sie wird beispielsweise in der Medizin genutzt, um Steine im Körper zu zertrümmern. Im Zentrum für Gesundheit Dombo kommt dagegen die radiale Stoßwelle zum Einsatz. Sie wirkt oberflächlicher, dringt nach Angaben von Norman Dombo etwa drei bis vier Zentimeter tief ins Gewebe ein und wird vor allem zur Behandlung von Muskel- und Sehnenbeschwerden genutzt. Und hier ist der Podcast:
Anschaulich erklärt Dombo die Technik mit dem Bild einer kleinen Pistole: Im Inneren des Handstücks wird ein Projektil mit Druckluft beschleunigt. Dieses trifft vorne im geschlossenen Lauf auf, erzeugt dadurch Stoßimpulse und gibt diese über den Behandlungskopf an das Gewebe weiter. Mit Ultraschallgel wird das Gerät auf die betroffene Stelle gesetzt. Die Intensität lässt sich steuern: Frequenz, Anzahl der Stöße und Druck können je nach Beschwerdebild und Körperregion angepasst werden.
Ziel der Behandlung ist es, verspannte oder schmerzhafte Strukturen zu lockern, die Durchblutung anzuregen und Heilungsprozesse im Gewebe zu unterstützen. Besonders häufig wird die radiale Stoßwelle bei Fersensporn eingesetzt, aber auch beim Tennisarm, medizinisch Epikondylitis genannt. Dieser entsteht längst nicht nur beim Sport. Dombo berichtet, dass viele Betroffene gar nicht wissen, woher ihre Beschwerden kommen. Einseitige Belastungen im Alltag, langes Arbeiten an der Tastatur, dauerhafte Maushaltung oder auch das Tragen eines Kindes können solche Beschwerden auslösen.
Gerade bei langwierigen Problemen wie Tennisarm oder Fersensporn sieht Dombo gute Einsatzmöglichkeiten. Die Behandlung kommt ohne Medikamente aus und gilt als Selbstzahlerleistung, da sie in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen wird. Für das Zentrum war das Gerät eine Investition, die sich aus Sicht von Norman Dombo vor allem dann lohnt, wenn Patientinnen und Patienten anschließend zufriedener und schmerzfreier aus der Behandlung gehen.
Ein weiterer Vorteil ist die Mobilität des Geräts. Es kann in verschiedene Behandlungsräume gefahren und dort flexibel eingesetzt werden. Je nach Körperstelle wird die Behandlung angepasst: An empfindlichen Bereichen wie der Fußsohle arbeitet man anders als an muskulöseren Regionen wie Oberschenkel oder Oberarm. Ganz schmerzfrei ist die Anwendung nicht immer. Im Podcast wird sie als leichtes Pieksen beschrieben – spürbar, aber gut auszuhalten.
Für das Zentrum für Gesundheit Dombo passt die Stoßwellentherapie in das eigene Leitmotiv „Dombo bewegt“. Menschen sollen wieder in Bewegung kommen, möglichst schmerzfrei und alltagstauglich. Mit der radialen Stoßwelle erweitert das Maisacher Zentrum sein therapeutisches Angebot um eine moderne Methode, die besonders bei hartnäckigen Beschwerden helfen kann. Der Podcast macht deutlich: Hinter dem technischen Gerät steht ein sehr praktischer Anspruch – Schmerzen dort anzugehen, wo sie Bewegung verhindern.






Der Tod von Françoise Hardy und Sterbehilfe
12. Juni 2024Ich hörte das erste Mal Françoise Hardy im Französischunterricht zu Schulzeiten, lange her. Wir beschäftigten uns mit französischen Chansons und analysierten Lieder von Edith Piaf, Charles Aznavour, Serge Gainsbourg, Juliette Gréco und auch Françoise Hardy. Leider war mein Französisch nie so gut, dass ich aus dem Stand die Texte übersetzen konnte, aber ich mochte die chanson francaise.
Die Chansonnière Françoise Hardy imponierte ich, weil sie jung und zurückhaltend war, charmant und faszinierend zugleich, ein bisschen verloren und sie sah auf ihren Schwarzweiß-Fotos immer toll aus. Ich hatte eine Audio-Cassette mit ihren Liedern, natürlich auch mit „Tous les garçons et les filles“ und „Comment te dire adieu“. Die Cassette habe ich nicht mehr, ich habe mir Zug und Zug CDs und Vinyl-Platten der Künstlerin gekauft und sie abends in Ruhe bei einem Glas Wein gehört.
Nun ist diese Sängerin gestorben und wenn ich mich nun mit ihrem Leben beschäftige, griff sie das Thema Sterbehilfe immer wieder auf. Sie war seit 2004 an unheilbarem Krebs erkrankt und meldete sich immer wieder zu diesem Thema zu Wort. „Jemanden, der unheilbar krank ist, unerträglich leiden zu lassen, bis er stirbt, ist unmenschlich,“ sagte sie der dpa. Ihr Sohn Thomas Dutronc postete die Todesmeldung „Maman est partie …“ (Mama ist weg) in Instagram.
Sterbehilfe in der Diskussion
Ihr Tod rückt das Thema Sterbehilfe wieder in die Diskussion. Je älter ich werde, desto mehr beschäftige ich mich mit diesem hoch umstrittenen und emotional aufgeladenen Thema, das ethische, rechtliche und medizinische Dimensionen umfasst. Ich habe keine Antworten auf die Frage, ob es richtig ist, auf diese Art sein Leben zu beenden.
Absichtliche Herbeiführung des Todes
Sterbehilfe bezieht sich auf die absichtliche Herbeiführung des Todes eines schwer leidenden Menschen durch eine andere Person, meist durch einen Arzt, auf ausdrücklichen Wunsch des Betroffenen. Diese Praxis wirft zahlreiche Fragen und Bedenken auf, die sorgfältig abgewogen werden müssen. Sie kommen durch den Tod der 80jährigen krebskranken Françoise Hardy wieder hoch.
Prinzip der Autonomie
Ein zentrales Argument für die aktive Sterbehilfe ist das Prinzip der Autonomie. Menschen sollten das Recht haben, über ihr eigenes Leben und dessen Ende zu entscheiden, insbesondere wenn sie an unheilbaren Krankheiten leiden und extremen Schmerz erfahren. Diese Perspektive betont die Selbstbestimmung und die Würde des Einzelnen. Unterstützer argumentieren, dass es unmenschlich sei, jemanden zu zwingen, unerträgliches Leid zu ertragen, wenn dieser Mensch entschieden hat, dass sein Leben nicht mehr lebenswert ist.
Barmherzigkeit
Ein weiteres Argument für die aktive Sterbehilfe ist die Barmherzigkeit. In vielen Fällen sind Patienten unheilbar krank und haben keine Aussicht auf Besserung. Die moderne Medizin kann zwar Schmerzen lindern, aber nicht alle Leiden vollständig beseitigen. Befürworter argumentieren, dass es ethisch geboten sein kann, jemanden von qualvollem Leiden zu erlösen, wenn dies sein ausdrücklicher Wunsch ist. Sie sehen die aktive Sterbehilfe als einen Akt des Mitgefühls und der Menschlichkeit.
Schützenswertes Leben
Auf der anderen Seite gibt es starke Argumente gegen die aktive Sterbehilfe. Eines davon ist die Heiligkeit des Lebens. Viele religiöse und ethische Traditionen lehnen jede Form von Tötung ab und sehen das Leben als etwas an, das grundsätzlich geschützt werden muss. Selbst in extremen Fällen wird argumentiert, dass das Leben einen unantastbaren Wert hat, und die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe könnte diese fundamentale Überzeugung untergraben.
Gefahr des Missbrauch
Ein weiteres bedeutendes Argument gegen die aktive Sterbehilfe ist die Gefahr des Missbrauchs und der sozialen Konsequenzen. Kritiker warnen, dass die Legalisierung einen Dammbruch darstellen könnte, der zu einer Ausweitung der Praxis führt, möglicherweise auch auf Menschen, die nicht eindeutig ihre Zustimmung gegeben haben. Es besteht die Sorge, dass ökonomische und soziale Druckmittel, wie Kosten für die Langzeitpflege, zu subtilen oder offenen Zwängen führen könnten. Zudem wird befürchtet, dass das Vertrauen in das Gesundheitssystem und in die Ärzteschaft beschädigt werden könnte, wenn Ärzte in die Rolle von „Todeshelfern“ gedrängt werden.
Leiden lindern
Darüber hinaus argumentieren viele Gegner, dass die palliative Pflege, die darauf abzielt, das Leiden zu lindern und die Lebensqualität von Schwerkranken zu verbessern, eine bessere Alternative zur aktiven Sterbehilfe darstellt. Fortschritte in der Schmerztherapie und der hospizlichen Versorgung können vielen Menschen helfen, ihre letzten Tage in Würde und relativem Komfort zu verbringen, ohne dass ihr Leben verkürzt wird.
Ich habe keine Antworten, aber durch den Tod der großen Françoise Hardy sind diese Gedanken wieder aktuell geworden.
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