Posts Tagged ‘Vereinigung der bayerischen Wirtschaft’

Persönliche Eindrücke vom CSU Parteitag in Augsburg

1. November 2022

Es war mein erster CSU-Parteitag für meinen Kunden den Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks. Nach den Grünen in Landshut, der SPD in München nun die CSU in Augsburg, wobei ich nur einen Tag bei diesem Parteitag anwesend war – dann kam ein anderer Kunde an die Reihe.

Der erste Eindruck war, dass die Christsozialen in anderen Dimensionen denken. Der Weg zum Parteitag auf dem Augsburger Messegelände war mit Fahnen und Plakaten aufwendig gepflastert. Die Zahl der Aussteller war deutlich höher als bei den anderen Parteitagen, die ich erlebt hatte. Es gab große Firmen wie BMW oder Airbus. Ich habe den neuen BMW i7 gesehen, der mir allerdings nicht gefällt und in der Größe nicht zeitgemäß ist. Unser Stand der bayerischen Friseure im Rahmen des Gemeinschaftsstandes der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft vbw war prima gelegen. Viele der vbw-Aussteller kannte ich bereits von den anderen Parteitagen.

Die Aufgabe des Kunden an mich war klar: Soviel wie möglich mit Politikern ins Gespräch kommen und die Position der bayerischen Friseure zu vermitteln. Die Friseure haben große Probleme und wir haben die Forderungen zusammengeschrieben. Und wenn möglich ein paar gute Fotos einfangen mit der großen und kleinen Politikprominenz am Stand. Das hat gut geklappt.
Ich kannte einige Parteitagsteilnehmer und traf auch bekannte Namen, mit denen und für die ich mal gearbeitet hatte. Mit Theo Waigel als ehemaligen Bundesfinanzminister bin ich zu meiner Bonner Zeit als Tageszeitungsjournalist nicht immer einer Meinung gewesen. Für den Europäer Ingo Friedrich habe ich jahrelang seinen Bericht aus Brüssel layoutet und redigiert.

Die Organisation bei der CSU lief wie am Schnürchen. Die Profis in der Parteizentrale sind wohl ein eingespieltes Team.
Allerdings war eine Spaltung in der Stimmung festzustellen. Für Bayern war man siegesgewiss. Aktuelle Umfragen zeigten den Ministerpräsidenten mit den Freien Wählern auf der Siegesspur. Mit stolzgeschwellter Brust war der eine oder andere Abgeordnete anzutreffen. Allerdings bis zur Landtagswahl 2023 ist es noch eine Zeit hin und es fließt viel Wasser die Isar oder weil wir in Augsburg waren, den Lech hinunter. Da kann noch viel passieren und den aktuellen Koalitionspartner, die Freien Wähler, sind nicht unbedingt eine Herzensangelegenheit für die CSU.

Auf der anderen Seite traf ich viele Bundespolitiker der Christsozialen, die nun feststellen mussten: Sie spielen auf Bundesebene keine Bedeutung mehr. Nach 16 Jahren Merkel ist die CSU als Regionalpartei in der Opposition und das nagt am Selbstverständnis. Die Folge ist eine Fundamentalopposition in einigen Bereichen.

Aber Ministerpräsident und Parteivorsitzender Markus Söder schaltete in Augsburg auf Angriffsmodus. Hauptgegner ist die Ampel und vor allem die Grünen bekamen ihr Fett in den Reden ab. CDU-Chef Friedrich Merz war am zweiten Tag zu Gast und beschwor die Einheit der Schwestern, allerdings habe ich das nur aus den Medien, denn ich war ja nicht mehr vor Ort.
Für meine bayerischen Friseure war der Parteitag wie schon die beiden anderen von Grüne und SPD ein voller Erfolg. Wir konnten die Botschaft vermitteln. Jetzt beginnt natürlich in den nächsten Wochen die Nacharbeit.

Als letzter Parteitag steht für mich in Bayern nun die FDP in Amberg an. Da hin ich auf die Stimmung gespannt, weil es auf bayerischer Ebene für die Liberalen nicht so dolle aussieht und sie sich was einfallen lassen müssen. Ich werde berichten.

Persönliche Eindrücke vom Landesparteitag der Grünen in Landshut

26. September 2022

Für mich war es nach langer Zeit wieder mein erster Parteitag, den ich für einen Kunden als Pressebeauftragter zu betreuen hatte. Mein Kunde, der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks, mietete sich über die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft einen Stand auf dem Landesparteitag der bayerischen Grünen in Landshut.

Das bedeutete einen Tag Stress pur. Im Vorfeld arbeiten wir ein zweiseitiges Positionspapier der bayerischen Friseure aus. Ich hab es hier zum Download. Unser wichtiges Anliegen war es auf dem Parteitag, mit den Politikern ins Gespräch zu kommen, zum Teil den Erstkontakt herzustellen, ihnen ein Gesprächsangebot zu machen und unsere Forderungen des Mittelstandes zu vermitteln. Dieses Vorhaben ist uns voll und ganz gelungen. Von den einigen Gesprächspartnern war es auch wichtig ein Foto für die Kommunikation des Friseurverbandes zu bekommen.

Bei den Bundespolitikern war es ein ziemliches Gerangel unter den Fotografen, um die besten Fotoplätze. Aber gelernt ist gelernt und kein Shot ging in die Hose. Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) hatte 21 Partner an Bord und wir waren in einer Reihe mit unseren Ständen aufgereiht. Die Friseure standen neben dem Stand der bayerischen Metzger und ihrem engagierten Geschäftsführer Lars Bubnick. Wir spielten uns großartig die Bälle (und die Politiker) zu – das Handwerk hält eben zusammen. Die Metzger haben als wichtigste Thema die Energiepreise.

Die erste Schwierigkeit war es, den Mandatsträger in der Masse zu erkennen und ihn dann an den Stand der Friseure zu bringen. Natürlich kenne ich viele der Prominenten Landes- und Bundespolitiker der Grünen, aber mit jeden einzelnen Landtags- und Bundestagabgesordneten der Grünen bin ich nicht vertraut. Hilfe boten Kopien aus dem Landtags- und Bundestagshandbuch. Also Gesprächspartner identifizieren und dann an den Stand losten, um sie mit den Positionen des Friseurhandwerks vertraut zu machen. Gleichzeitig galt es Gespräche mit den Delegierten und Gästen zu führen, sie sich über die Position der Friseure informieren wollten. Beispielsweise mit Jürgen Böhm, Vorsitzender des Realschullehrerverbandes.

Jürgen Böhm vom Realschullehrerverband.

Ich hatte als kleinen Eyecatcher neben unseren Banner auch ein Divoom Pixoo dabei, ein digitaler Bilderrahmen auf dem eine Friseurin in 8-Bit-Kunst zu sehen war. Das kam gut an.
Sobald ein Foto im Kasten war, postete ich die Aufnahmen mit kleinem Text in Instagram und Facebook und moderierte gleichzeitig die Reaktionen, um Gespräche in Gang zu bringen und den Algorithmus zu unseren Gunsten zu beeinflussen. So mancher Kommentartor verstand das Anliegen unserer Aktion nicht und wurde emotional. Uns ging es darum, die Position des Friseurhandwerks zu vermitteln. Wir führten u.a. Gespräche mit Spitzenkandidaten-Duo Katharina Schulze und Ludwig Hartmann, Landesschatzmeister Ulrich Lindner, Staatsministerin Claudia Roth, Stv Fraktionsvorsitzender Jürgen Mistol, MdB Dieter Janecek, MdL Johannes Becher, MdL Anne Franke, MdB Anton Hofreiter sowie dem bayerischen Vorsitzender der Grünen Thomas von Sarnowski.

In der Regel ging jede Stunde ein Post aus der Sparkassen-Arena von Landshut online. Das war aber zweitweise auch ein Problem, denn die rund 350 Delegierten waren alle mit Smartphone, einige auch mit Tablet und Laptop zum Parteitag angerückt. Das WLAN war schnell erschöpft und auch der einzige Funkmast kam schnell an seine Grenzen. Willkommen im digitalen Deutschland.
Dann schaute ich dann und wann in den großen Saal, um etwas von der politischen Atmosphäre mitzubekommen. Es ist ja im großen und ganzen eine Art Mitgliederversammlung nur ein größeren Dimensionen. Ich war dabei als der Landesparteitag der bayerischen Grünen Katharina Schulze und Ludwig Hartmann erwartungsgemäß zum Spitzenkandidaten-Duo für die kommende Landtagswahl gekürten. Mein persönlicher Eindruck war, dass die ganze Versammlung ohne größeren Streit ablief, aber ich war nur zeitweise anwesend. Ein wenig bekam ich die politischen Diskussionen mit. „Wir brauchen eine Regierung, die zusammenführt, nicht spaltet. Bayern ist das Land der Trachtenvereine und queeren Jugendtreffs,“ schwor Ludwig Hartmann die Landshuter Arena ein. Und Katharina Schulze rief: „Unterstützt uns! Wir wollen den Wahlkampf unseres Lebens führen.“

Als nächstes stehen die Parteitage der SPD und der CSU an, wobei ich die CSU wohl aufgrund eines eigenen Seminars nicht betreuen kann. Für mich war es wieder spannend zu sehen, wie Parteiendemokratie funktioniert und ich habe wieder viel gelernt. Und durch Zufall machte ich auch ein Selfie mit Katharina Schulze.

Spontanes Selfie mit Katharina Schulze.

Games als Innovationstreiber

13. Oktober 2014

"Wir wollen die Games-Branche stärken und gezielt eine Brücke zwischen der klassischen Wirtschaft und der Computerspielbranche schlagen“, erklärte vbw vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt

„Wir wollen die Games-Branche stärken und gezielt eine Brücke zwischen der klassischen Wirtschaft und der Computerspielbranche schlagen“, erklärte vbw vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt

Die Games-Branche hat enormes Potenzial für die gesamte Wirtschaft. Für Insider eigentlich keine Neuigkeit, aber für die breite Masse dann doch immer wieder überraschend. Viele Unternehmer reagierten nerös, wenn man sie mit Spiele konfroniert. „Das ist doch keine ernsthafte Tätigkeit!“ So oder ähnlich lauten dann die unsicheren Antworten.
Und ich finde es sehr wichtig, dass auch etablierte Verbände die Wichtigkeit von Games in Bayern betonen. Verbände, die selbst auch einen Wandel durchleben. Bei einem Kongress „Serious Games und interaktive Technologien als Innovationstreiber“ der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. gab es im Münchner Literaturhaus zum Beispiel klare Worte zum Thema Games. „Serious Games-Anwendungen werden unternehmerische Prozesse stark verändern. Sie können einen wichtigen Beitrag zum Technologie- und Erkenntnistransfer von der Unterhaltungsindustrie hinein in die Automobilindustrie, in den Maschinenbau und in viele andere Industriebereiche leisten. Deshalb wollen wir die Games-Branche stärken und gezielt eine Brücke zwischen der klassischen Wirtschaft und der Computerspielbranche schlagen“, erklärte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt auf der Veranstaltung. Bums das hat gesessen. Brossardt ist damit vielen Mittelständlern auf die Zehen getreten, doch Brossardt hat recht und sein Kongress hat genügend Material dazu geliefert.

Prof. Dr. Linda Breitlauch zeigte WoW.

Prof. Dr. Linda Breitlauch zeigte WoW.

Brossardt zufolge erwirtschaftete die Computerspielbranche in Deutschland im vergangenen Jahr rund zwei Milliarden Euro: „Die Digitalisierung trägt bereits ein Drittel zum Anstieg der Bruttowertschöpfung bei – mit steigender Tendenz“, so der vbw Hauptgeschäftsführer. Schon heute finden sich Technologien aus der Games-Branche in vielen anderen Bereichen der Wirtschaft. Als Beispiele nannte Brossardt Anwendungen bei der Produktentwicklung, bei der Steuerung von Arbeits- und Produktionsprozessen, im Verkauf, Vertrieb und Marketing, in der Markenkonzeption, bei Anwendungen im Flugzeug- oder Automobilbau, in Architektur und Stadtplanung bis hin zum Gesundheitsbereich.
Die Keynote zur Veranstaltung bestritt eine wahre Expertin in Sachen Games: Prof. Dr. Linda Breitlauch. Mit ihr habe ich in der Pause auch gleich ein Interview geführt. „Hier wird gearbeitet, nicht gespielt“, griff sie die Vorurteile der Wirtschaft auf und ergänzte zugleich: „Lernst du noch oder spielst du schon?“


Klar ist, dass sich die Wahrnehmung von Games geändert hat. Von Pong von 1972 zu Crysis aus dem Jahre 2012 war es ein weiter Weg. Aber nicht nur die Äthestik habe sich geändert. Auch der Anspruch an den Spieler sei gewachsen. Während Pong ein Spiel für Zwischendurch war, verschlingene moderne Spiele viel Zeit und benötigen ein breites Wissen. Um auf einen höhren Level von World of Warcraft (WoW) einzusteigen, bedarf es schon einiges an Können. Diese Multiplayer-Games benötigen Vernetzung und Teamplayer-Fähigkeiten – Eigenschaften, die in der Wirtschaft auch enorm wichtig sind. Nur wenn die Einzelspieler sich zu einer Mannschaft zusammenschließen und als Team aggieren, haben sie die Chance, die Herausforderungen zu meistern. Auch das Online-Spiele Eve sei spielergetrieben. Um in dem virtuellen Universum von Eve Handel zu treiben sei allerhand Wirtschaftswissen notwendig. „Das ersetzt schon mal eine IHK-Ausbildung für kaufmännische Berufe“, so die engagierte Spiele-Professorin, die ihren Lehrstuhl im Moment an der Hochschule Trier hat.

Ich sprach mit Prof. Dr. Linda Breitlauch.

Ich sprach mit Prof. Dr. Linda Breitlauch.

Die deutsche Spieleindustrie ist von den Zahlen her gesehen noch ein zartes Pflänzchen, aber mit Potential. In Deutschland bringt es die Branche auf 2.6 Milliarden Euro Umsatz. Weltweit gesehen setzt die Spielebranche 70 Milliarden Euro um.
Linda Breitlauch zeigte den Stand der Blockbuster-Spiele aus den USA auf. GTA IV hatte in der Entwicklung 250 Millionen US-Dollar gekostet und setzte am ersten Tag gleich mal 800 Millionen US-Dollar in den USA um. Noch ein aktuelleres Beispiel: Destiny kostete 500 Millionen US-Dollar Entwicklungskosten und spielte diese Kosten gleich wieder am ersten Tag ein. Das sind natürlich Blockbuster-Umsätze, wie sie das Kino auch kaum hat.
Beim Thema Serious Games nannte Linda Breitlauch klare Vorteile neben Spaß und Unterhaltung: Gedächtnisschulung, verbesserte Motorik, höhere Aufmerksamkeit, Anstieg kognitiver Fähigkeiten und Intelligenz sowie verbesserte sozialer Kontakte. So mancher Kritiker im Publikum rutschte hier unruhig auf seinen Stuhl herum.
„Erst wenn Sie den Controller an die Wand schmeißen wollen, dann ist ein Spiel wirklich gut“, so Breitlauch weiter. Immer und immer wieder versucht ein Spieler eben spielerisch ein Problem zu knacken, einen Level zu bestreiten und er gibt nicht auf. „Wir müssen im Spiel Entscheidungen treffen, das hilft uns im Wirtschaftsleben.“ Aber vielleicht müssen wir das Spielen wieder lernen? Noch immer gilt bei manchen die Aussage: „Spielen ist doch kinderkram.“ Und wie oft habe sich selbst in der Schule den Satz gehört: „Lernen muss weh tun. Was hat Lernen mit Spaß zu tun!“ – Diese Aussagen sind totaler Quatsch. Bei einem angstfreie Lernen wie im Spiel kann ich kann solange wiederholen bis es klappt. So lernte der Schüler Ziele zu erreichen und Herausforderungen zu bestehen. Meine Frau kann dies bestätigen: Für sie ist Mathe ein Spaß und es macht ihr Spaß Matheaufgaben zu lösen.

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Was für Mathe gilt, gilt doch auch für die Wirtschaft mit einem zielgerichtetem Handeln. Der Spieltrieb treibt den Menschen an.
Linda Breitlauch zeigte einige Gamesbeispiele aus der Therapie im Gesundheitsbereich. So wird beispielsweise das einfache Spiel Snow World bei der Schmerztherapie bei Verbrennungsopfer eingesetzt. Der Schmerz verringere sich um 40 Prozent, weil das Verbrennungsopfer in einer Schneewelt mit Schneebällen auf Schneemänner wirft. Die Psyche wirkt sich auf den Körper aus. Sie sprach zudem von Chirguren, die ihre Auge-Hand-Koordination beim Spielen von Ego-Shootern verbessern.
Sehr beeindruckt und Mut gemacht hat ein Beispiel in der Krebstherapie. Im Spiel Re-Mission können an Krebs erkrankte Kinder böse Krebszellen abschießen. Dadurch werden wohl die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert und Kinder können die Krankheit besser bekämpfen.
Aus eigener Erfahrung konnte ich Berichte von Linda Breitlauch bestätigen, wie Spiele im Geschichts- und Erdkundeunterricht eingesetzt werden können. Als ich auf der PS3 begeistert Midnight Club: Los Angeles gespielt hatte, besuchte in einen Monat später eine Messe in Los Angeles und erkannte die Straßenzüge wieder. Das hat mich begeistert. Auch bei Assassin’s Creed spiele ich im historischen Florenz und kenne mich dann im wahren Florenz besser aus. Für Linda Breitlauch und mich gibt es hier großartige Potenziale, die aber leider zu wenig noch in Schulen und von Lehrern eingesetztz werden. Ich erinnere mich, dass ich gelesen habe, dass es mal Lehrer gab, die anhand von „Die Siedler“ und „Anno“ ihren Schülern versucht haben, Produktionsabläufe zu verdeutlichen. Und bei meinen Kindern merke ich, wie diese Simulationsspiele den Ehrzeig wecken. Sie lernen spielerisch.
Beispiele von Gamification gibt es zudem genug: Der Zombierun sorgt für Bewegung, das Klavier auf Treppenstupfen reizt zum Spiel, beim alten Foursquare wollte man Bürgermeister werden und bei Ingress verschmilzt sogar die Virtualität und Realität auf der Straße. Vor kurzem fand übrigens ein großes Ingress-Treffen in München statt. Ich muss da jetzt mitmachen.
vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt stellte klar: „Games gehören zu den Schlüsselindustrien der Zukunft und sind Motor für die Industrie 4.0. Um die Potenziale der Branche zu heben, müssen wir Existenzgründungen im IT- und Games-Bereich erleichtern und durch attraktive Lebens- und Arbeitsbedingungen mehr digitale Fachkräfte aus dem In- und Ausland für eine Karriere bei uns begeistern. Wir brauchen eine Infrastruktur, die Lehrstühle, Ausbildung, Forschung und Entwicklung gerade auch in den ‚Applied Interactive Technologies‘ fördert. Dazu gehört der Breitbandausbau genauso wie die Kooperation von Hochschulen und Wirtschaft.“ Recht hat der Mann – wahre Worte, jetzt lasst Taten folgen.
Interessant ist, dass einige Tage später die Games-Förderung in Bayern ihren fünften Geburtstag feierte. Das Geburtstagsgeschenk des Medien-Staatssekretärs Franz-Josef Pschierer: Eine Erhöhung des Games-Fördertopfs für dieses Jahr um 200.000 Euro.
In den vergangenen fünf Jahren hat der Games-Vergabeausschuss des FFF Bayern in zehn Sitzungen über 115 Anträge beraten. Das Ergebnis: Die bayerische Computerspielförderung hat 54 Projekte mit insgesamt 2,7 Millionen Euro unterstützt. Acht Games feierten bisher ihren Release, drei weitere werden bis Ende 2014 veröffentlicht.
FFF-Gamesreferentin Dr. Michaela Haberlander: „So, wie sich die Gamesbranche in Bayern entwickelt, so entwickelt sich auch die Förderung: Nachdem wir die ersten Jahre sehr stark die Entwicklung von Konzepten unterstützt haben, bekommen wir jetzt mehr und mehr Anträge für Produktionsförderung. Auch hat sich die Zahl und die Qualität der Anträge erhöht. Von daher sind wir sehr froh über die Erhöhung der Fördermittel für die nächste Vergabe-Sitzung am 11. November 2014!“

Social Media im Tourismus

24. August 2014

„Noch nie zuvor war Qualität so transparent wie heute“ erklärte Stefan Winners von Burda auf einer Veranstaltung des Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw). Gemeint hatte Winners den zunehmenden Erfolg von Bewertungsplattformen im Internet – vor allem im Tourismus. Und er hat recht: Seien es Holydaycheck, Tripadvisor, Yelp, Google Places, Foursquare und Facebook Locations – überall wird im Tourismus bewertet. Wir müssen im Rahmen von Medienkompetenz lernen, diese Bewertungen richtig zu lesen. Wir müssen lernen Fake-Bewertungen von echten Bewertungen zu unterscheiden. Dazu gehört eine gewisse Übung.

Stefan Winners, Ministerin  Ilse Aigner und vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt

Stefan Winners, Ministerin Ilse Aigner und vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt

An meinem Urlaubsort in Bad Hindelang im Allgäu, den habe ich übrigens auch bewertet, durfte ich zum Thema Social Media im Tourismus meinem Gastgeber Armin Gross, dem Hotelier des vorzüglichen Hotels Prinz Luitpold Bades, ein Videointerview geben. Armin Gross hat es für seinen Hotel-Blog aufgezeichnet und ich habe mein iPhone für meinen Blog mitlaufen lassen. Hier der direkte Link auf den Beitrag mit mir samt Kommentare. Anbei die beiden – inhaltlich identischen – Versionen:

 

Aufgenommen wurde das Interview übrigens im Regentenzimmer des Hotels Prinz Luitpold Bad. Ich hatte die große Ehre in dem Schreibtischstuhl des bayerischen Prinzregenten Luitpold von Bayern Platz zu nehmen. Der Stuhl stand bis 1911 im ehemaligen Jagdhaus in Hinterstein. Seitdem steht er im Hotel Prinz Luitpold Bad. Ich muss sagen, der Prinzregent hatte Geschmack und an den Stuhl kann ich mich gewöhnen. Man sitzt echt gut. Interessant sind die Verzierungen an den Stuhllehnen. Irgendein Vogelgetier und bitte keine Kommentare über die Backen der Vögel.

Lesenswerter Leitfaden über Digitalisierungsstrategien für Medienunternehmen

6. November 2013

vbw

 

Argumente für eine Digitalisierung für Medienunternehmen gibt die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft den bayerischen Medienbetrieben an die Hand. Unlängst veröffentlichte die Interessenvertretung einen neuen Leitfaden, auf den ich gerne in meinen Seminaren hinweisen werde.

Im Grunde sagt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt nicht neues, aber der Chef sagt es ganz klar: „Der Digitalisierungsdruck in der Medienbranche wächst. Die Unternehmen müssen neu über Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle nachdenken, wenn sie der fortschreitenden Digitalisierung von Medieninhalten, Übertragungsnetzwerken und Endgeräten gerecht werden wollen.“ Der Leitfaden stellt systematische Wege in die zunehmend digitalisierte Zukunft vor. Und ich bin mal gespannt, ob es die Medienunternehmer berücksichtigen.

Ich empfehle die Lektüre aber nicht nur den Unternehmern. Ich empfehle sie ausdrücklich den Journalisten. Die Journalistenausbildung muss sich radikal ändern. Noch immer habe ich zu viele junge Leute in den Schulungen, die von einer reinen Karriere bei einer Tageszeitung träumen. “Ich möchte nur schöne Reportagen schreiben”, lautet die Aussage. Schuld daran, sind oftmals die Dozenten von Medienschulen- und -hochschulen, die ihr altes Wissen an die neue Generation weitergeben. Nachrichtenpyramide ist ja gut und wichtig, aber Chris Andersons Wirtschaftstheorien sichern den Job in der Zukunft. Zu viele angehende Journalisten sind der Digitalisierung nicht gewachsen. Und viele etablierte Redakteure verstehen die Welt nicht mehr und hoffen die Zeit bis zur Rente zu überbrücken. “Das digitale Zeugs ist nur was für die jungen Leute.”

In dem lesenswerten Leitfaden steht die klare Aufforderung, die ich nur unterstreichen kann. „Klassische Medienunternehmen müssen sich daher anpassen und ihr Angebot und ihre Kernkompetenzen überdenken.“ Standen bisher Aufgaben wie das Erstellen, Bündeln und Verbreiten von Inhalten im Vordergrund, müssen künftig verstärkt Technologiekompetenzen hinzutreten, die Medienfirmen besitzen müssen, um im zunehmend globaleren Wettbewerb bestehen zu können. Ich würde mich als vbw aber nicht nur an die Unternehmen richten, sondern vielmehr an die gesamte Branche, also auch an die Mitarbeiter. Ich hatte vor kurzem über die Auslagerung von Apps-Produktion an Dienstleister geschrieben, dabei ist dies für mich unter anderem ein zentraler Bereich in einem Medienunternehmen.

Das Kompendium definiert verschiedene Digitalisierungsszenarien und präsentiert konkrete Hilfsmittel für deren Planung, zum Beispiel Technologielandkarten zum Trendscreening, Scope-Analysen zur Identifizierung des Digitalisierungsgrades oder Prozesslandkarten. Darüber bietet er Impulse für die Implementierung der Digitalisierungsstrategien im Unternehmen. Den Abschluss bilden Einblicke in ausgewählte Best-Practice-Beispiele.

Der Leitfaden „Digitalisierungsstrategien für Medienunternehmen“ ist hier als PDF abrufbar.