Posts Tagged ‘Messe’

Als ich auf der AnimagiC einen Tachikoma fand

9. August 2018

Wenn eine Anime- und Manga-Convention wie die AnimagiC stattfindet, dann sind die Händler ein zentraler Bestandteil so einer Veranstaltung. So auch in Mannheim, als die AnimagiC ihr 20jähriges Bestehen feierte. Mitten in den großen Händlerbereich fand ich einen Verkaufsgegenstand, der mein Interesse weckte: Einen Tachikoma.

Für die Leute, die nicht wissen, was ein Tachikoma ist, denen sei geholfen. Es ist ein Kampfroboter aus dem Manga- und Anime-Universum Ghost in the Shell – the Stand alone Complex, der mit KI und Stimme ausgestattet ist und die Helden der Serie unterstützt. Das Ding sieht ein wenig aus wie eine blaue Spinne, hat eine umfangreiche Bewaffnung, zwei Arme und vier Beine. 

Ich fand den Tachikoma im untersten Regal eines Händlers. Dort stand er einzeln herum, dazu ein paar Flyer des Herstellers Cerevo. Der Roboter hatte das Größenverhältnis 1/8. Die meisten Besucher der AnimagiC interessierten sich nicht stark für das Gerät. In der Vitrine darüber war eine fette Knarre mit Namen Dominator aus Psycho Pass ausgestellt, die eher den Geschmack des jugendlichen Publikums traf. Als älterer Herr erinnere ich mich noch an die Klassiker des Genres und da gehört Ghost in the Shell einfach für mich dazu, sowohl als Manga, als Anime und als Realfilme. 

Dieser Tachikoma war aber nicht ein einfaches Spielzeug, wie es viele gibt, sondern es war ein ausgeklügeltes Stück Robotertechnik. Diese Replica kann sich bewegen und auf die Umwelt reagieren. Es kann via App für iOS und Android gesteuert werden, hat 600 Antworten aus Ghost in the Shell im Speicher. Die Stimme kommt von Sakiko Tamagawa – und ich muss sagen, dass sie mir im Anime und jetzt bei der Replica auf den Geist gehen. Aber so ist es eben. Das Objekt wird von 21 kleinen Elektromotoren angetrieben und ist mit einer Kamera ausgestattet, die Objekte erkennt. Dabei ist der Tachikoma lernfähig, also eine Mini-KI. Tachikoma kann sich aus der Cloud zudem Aktienkurse, die Wettervorhersage und den Kalender holen und aufsagen. 

Alles in allem Sachen, die mich als Roboterfan stark interessierten und die ich unbedingt ausprobieren wollte. Ab und zu halte ich Vorträge zum Thema Roboterspielzeug und zeige auch Teile meiner umfangreichen Sammlung. Dieses Teil wäre eine wunderbare Bereicherung meiner Sammlung und meiner Vorträge geworden. Ich habe mir den Tachikoma auf der AnimagiC dennoch nicht gekauft. Auf der Website des Herstellers wurde der Preis mit rund 2000 US-Dollar angegeben. Den Händler in Mannheim habe ich gar nicht erst nach dem Preis gefragt, denn der Tachikoma ist kein Aibo und mir nicht soviel Geld wert. Daher nur ein paar Fotos und ein Video als schöne Erinnerung. 

Die nächste Freizeit- und Tourismusmesse f.re.e spare ich mir

15. Februar 2016
Nö, das Konzept der Freizeit- und Tourismusmesse in München hat mir nicht so gefallen.

Nö, das Konzept der Freizeit- und Tourismusmesse in München hat mir nicht so gefallen.

Nein, eigentlich hat sie mir nicht gefallen, die Freizeit- und Tourismusmesse f.re.e in München. Ich hatte über ein Gewinnspiel des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes zwei Eintriitskarten gewonnen (Dankeschön) und hab noch zwei Kinderkarten hinzugekauft. Als Familie schlenderten wir durch die gut besuchten Hallen, ließen uns treiben und gingen dann gezielt auf einige Stände zu. Im Tourismus- und Reisebereich fand ich die Messe absolut enttäuschend: Warum soll ich auf eine Messe gehen, wenn ich Google habe? Die Werbebotschaften brauche ich mir nicht anhören und sollte dafür auch noch Geld bezahlen? Nein, im Internet-Zeitalter ist so eine Art von Informationsvermittlung für mich überflüssig – rausgeworfene Zeit. Ich hatte die f.re.e als Tourismusmesse gegen Stuttgart positioniert gesehen und brauche diese Art von Werbeveranstaltung nicht mehr.
Eine Messe im 21. Jahrhundert muss meiner Meinung nach anders sein. Dabei sah ich auf der f.re.e sehr gute Ansätze in den Themenwelten, die mir gefallen haben. Die klassischen Werbe- und Fressstände brauche ich nicht. Sie ziehen ein bestimmtes Publikum an und die Stände sorgen für Umsatz, aber inhaltlich kam nicht viel rüber.


Besser empfand ich den Event-Charakter der Messe. Es muss was los sein, ich will etwas ausprobieren. Am Themenstand von Japan sah ich eine wohltuende Abwechslung. Eine deutschsprachige Japanerin zeichnete den Namen in japanischen Schriftzeichen. Nobuko Häufle-Yasuda demonstrierte Shodo, die japanische Schreibkunst. Ich probierte es aus und hatte auch ein nettes Gespräch mit der Dame. Ob auf dem Zettel nun wirklich Matthias steht, müssen andere beurteilen.


Da ich ab und zu ein bayerisches Casino besuche, schaute ich an dem Stand der Spielbanken des Freistaates vorbei. Das Team von Feuchtwangen hatte Dienst. Nett, aber ich kenne die Mannschaft von Bad Wiessee und hätte gerne ein paar Erinnerungen aufgewärmt. Leider waren die Croupiers von Wiessee erst einen Tag später an der Reihe. Am Stand konnten die Messebesucher Roulette spielen. Mir macht die gezeigte französische Variante Spaß und auch das Fachsimpeln ist immer wieder witzig: Transversale simple, Carré, Transversale pleine, Cheval oder einfach mexianisch, wenn es chaotisch sein soll. Schön war, dass man spielen konnte ohne nach seiner Adresse für aufdringliche Marketingaktionen gefragt zu werden.

Gute Idee: Kanufahren in der Messehalle.

Gute Idee: Kanufahren in der Messehalle.

Mitmachen ist also angesagt: In der Freizeithalle kam der Besucher auf seine Kosten. Es gab eine Kletterwand, eine Kanustrecke und ein Tauchbecken. In dieser Halle sahen die Messebesucher auch anders aus. Weniger waren die Beutelratten anzutreffen, die Kugelschreiber, Gummibärchen und Stofftaschen einsacken wollten, als vielmehr die interessierten Familien, die sich aktiv betätigen. Die Stimmung in der Halle war auch eine ganz andere. Ähnlich gute Stimmung war in der Radl-Halle zu spüren. Hier war Action geboten. Nicht zuletzt traten Stars aus der Szene auf und lockerten den Besuch auf.

Ab zu den Fischen in der Messehalle.

Ab zu den Fischen in der Messehalle.

Das Kreuzfahrtforum fand ich auch sehr angenehm. Ich habe über einen Vortrag meines Kollegen Franz Neumeier bereits gestern gebloggt. Das waren handfeste Informationen, die ich aus erster Hand bekommen habe. Die Kinder (und auch ich) spielten zudem ein wenig am Stand vom Legoland Deutschland. Als Legofan freue ich mich schon auf die neue Saison, die ab Mitte März beginnt.

Beim Legoland musste ich einfach spielen.

Beim Legoland musste ich einfach spielen.

Die angeschlossenen Autotage hauten mich nicht vom Hocker. Pflichtbewusst schaute ich bei meinem Lexus-Händler vorbei, um ein Batterieproblem mit meinem Schlüssel zu diskutieren. Ich wurde auf die Werkstatt verwiesen – hätte ich mir auch denken können. Die Gattin probierte den unbequemen BMW Elektroflitzer i8 aus und ich war enttäuscht, dass Tesla keinen Stand hatte.

Mir hat der i8 nicht gefallen, der Gattin um so mehr.

Mir hat der i8 nicht gefallen, der Gattin um so mehr.

Immer wieder fragten mich noch Zeitungswerber, ob ich nicht eine Tageszeitung zum Testen lesen wollte. Nein, will ich im Moment nicht. Und bei Gewinnspielen will ich auch keine Adresse hinlassen, um von Mailings eingedeckt zu werden. Wir wissen ja, es gibt nichts umsonst.
Ich bin sehr gespannt, wie sich Messen entwickeln werden.

25 Jahre im NGL-Musikgeschäft – Robert Haas – Vertreter des Neuen Geistlichen Lieds

24. Februar 2015
Robert Haas (r.) ist seit 25 Jahren im Geschäft.

Robert Haas (r.) ist seit 25 Jahren im Geschäft.

Seit über 25 Jahren ist Robert Haas nun im Musikbusiness tätig und hat sich in seiner Musikrichtung einen gewissen Kultstatus erarbeitet. Die Richtung heißt Neues Geistliches Lied – kurz NGL. Abseits vom Mainstream des Rock’n Roll-Zirkus gibt es hier eine feine Szene von Textern, Liedermachern und Musikern, die in dieser Musikform NGL ihre Berufung und Spaß gefunden haben. Die Musik wird unter anderem in Gottesdiensten eingesetzt.
Bei einem NGL-Seminar für die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz referierte ich an zwei Tagen über die Möglichkeiten von Web 2.0 für die NGL-Szene und bekam einen kleinen Einblick in die Arbeits- und Denkweise der Kreativen. Und ich führte mit Robert Haas ein aufschlussreiches Videointerview.

Haas selbst ist gelernter Theologe und ist hauptberuflich als Referent für Familienpastoral der Diözese Augsburg und Referent im Amt für Kirchenmusik tätig. Über die Grenzen Bayerisch Schwabens ist er aber durch seine Musik seit über 25 Jahren bekannt geworden. In schöner Regelmäßigkeit veröffentlichte er früher Schallplatten, heute natürlich CDs und künftig werden seine Werke auch als Download bei Amazon und iTunes erscheinen. Zuletzt komponierte er die Messe „Auf ein Neues …“ anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Familienseelsorge im Bistum Augsburg, die am 31. Januar 2015 uraufgeführt wurde. Auch hiervon gibt es eine Aufnahme in seinem Online-Shop.

Auftritt von Robert Haas

Auftritt von Robert Haas

Um seine Rechte als Musiker und Texter zu schützen, ging Robert Haas schon sehr früh dazu über, einen eigenen Musikverlag zu gründen. Hinter dem großspurigen Wort „Musikverlag“ ist aber kein Unternehmen mit Vertrieb, Marketing, Kreation, Produktion und mehr zu finden, sondern Robert Haas und seine Frau bestreiten in den Abendstunden die anfallenden Arbeiten.

Robert Haas entwickelt sich und seine Musik weiter – und das ist gut so. Vor kurzem erschien sein Album Klang Reisen 2. Ich habe diese CD im klassischen CD-Handel unter dem Label New Age gefunden. Dies ist eine Kategorisierung, die sicherlich dem Christen Robert Haas aufstößt. Klang Reisen 2 ist wunderbare Entspannungsmusik.

Klangreisen_2

Robert Haas hat die Instrumentalmusik zusammen mit Markus Kerber (Flöten, Saxophone und Bansuri-Flöten), Evelyn Huber aus dem Ensemble Quadro Nuevo (Harfe) und Andreas Kerber (Gitarre) eingespielt. Mit dieser CD kann Haas sicherlich neue Hörerschichten erschließen und für sich gewinnen. Mir hat die CD sehr gut gefallen und ich kann sie empfehlen. Haas hat die Zeichen der hektischen Zeit erkannt und setzt einen Gegenpol. Beim Anhören kommt der Zuhörer wieder zu sich selbst und kann abschalten. Als Freund von instrumenteller Filmmusik habe ich mir die CD gerippt und auf mein iPhone gespielt und unterwegs angehört. Ähnlich wie programmatische Filmmusik entstehen Bilder vor dem geistigen Auge – also für mich sehr gut und eine klare Kaufempfehlung.

NGL_Podium

Interessant war das Seminar, in dessen Rahmen ich Robert Haas und andere NGL-Musiker wie zum Beispiel die Band Sternallee traf. Die 27. überdiözesane Fachtagung im fränkischen Kloster Vierzehnheiligen widmete sich voll dem Thema Musik und Web 2.0. Das zeigt, Musiker müssen sich heute mehr denn je um die Vermarktung ihrer Werke kümmern und können dies nicht mehr Plattenfirmen überlassen. Hier hat die NGL-Branche die Zeichen der Zeit richtig erkannt und wird sich positonieren. Hier ein kleiner Videostreifzug von der Tagung:

Meine Parts waren ein Impulsreferat und zwei Workshops über die Marketingchancen im Bereich Soziale Netzwerke. Zudem setzten sich die Teilnehmer sehr ernsthaft mit ihrer NGL-Musik auseinander. Musiker, Bands und Interpreten muszierten ihre Lieder live und stellten sich der Kritik der Kollegen. Und hier war die Stimmung nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen, sondern es gab deutliche Worte von den Kollegen zu hören. Das ist gut, denn Kritik bringt weiter.

Ich habe zwei Lieder von der Hamburger Künstlerin Miriam Buthmann mal mitgeschnitten, um einen Eindruck zu geben.

Social Media: Freunde der Facebook-Seite erhöhen

16. Februar 2011
Facebook-Fotoshooting auf der Hair&Beauty.

Facebook-Fotoshooting auf der Hair&Beauty.

Bei der Hair&Beauty in Frankfurt habe ich eine schöne Möglichkeit beobachtet, die Facebook-Freunde nach oben zu treiben. Die Hair&Beauty ist eine Friseur- und Beautymesse und wird grundsätzlich von schönen Leuten besucht.

Am Stand des Industriegiganten P&G, in dem auch Wella aufgegangen ist, gab es eine Möglichkeit, sich von einem Profi-Fotografen digital ablichten zu lassen. Die Messebesuchter posten cool in die Kamera, fein vor dem Logo des Unternehmens. Schnell noch den Namen notiert und die Fotos wurden auf der Facebook-Seite von P&G veröffentlicht. Dort konnten sich die Abgelichteten bewundert und ihre Fotos kommentieren. Das geht aber nur, wenn sie zuvor Freund der Seite wurden.

Geniale Idee, denn die Messebesucher sind in der Regel eitel und wollten ihre Fotos sehen. So funktioniert eben die Beauty-Branche. Und nach zwei Messetagen der Hair&Beauty sind die Freunde der P&G-Facebook-Seite massiv angestiegen. Jetzt kann die Kommunikation mit der Zielgruppe direkt erfolgen und mittelfristig braucht es keine Fachmagazine mehr. Social Media kann beginnen.

Für mich steht fest: Bei meinen nächsten Veranstaltungen werde ich diese Idee schamlos kopieren. Der nächste Termin steht schon fest. Es ist der Jahresempfang beim Bund der Selbstständigen Bayern, der seit kurzem in Facebook aktiv ist. Ob die Besucher auch so eitel sind, wird sich dann zeigen.