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AnimagiC 2018: Mangaküche sorgt für die richtige Bento-Box

13. August 2018

Ich koche und esse gerne und daher war es für mich Ehrensache auf der AnimagiC 2018 in Mannheim den Bento-Workshop von Angelina Paustian anzuhören. Sie ist Autorin von vier Kochbüchern rund um die japanische Küche, betreibt den Online-Shop Mangaküche.de und ist Speakerin auf zahlreichen Veranstaltungen. 

Auf der AnimagiC hielt sie einen unterhaltsamen Vortrag „Bento – japanische Lebensfreude in der Box“. Eigentlich habe ich mir nicht viel erwartet und wurde eines Besseren belehrt. Die Session war lehrreich, unterhaltsam und was für mich sehr wichtig war, die Session war sehr inspirierend. Die Thematik Bento-Box war so interessant, dass ich bei meiner nächsten Geschäftsreise mit der Bahn die Tipps gleich ausprobieren musste. Ich hatte noch eine Bento-Box zu Hause unbenutzt im Schrank liegen. Es war ein PR-Geschenk von Microsoft. Zu Hause kam das Teil gleich aus dem Schrank und wurde befüllt.

Angelina Paustian sagte den entscheidenden Satz: „Alles ist möglich!“ Nun, wenn das so ist, dann lass ich meine Bento-Bücher anderer Autoren im Schrank und wählte das Bento-Buch von Angelina Paustian. Die anderen Autoren machen aus Bento eine sakrale Lehre – das Ergebnis ist zwar schön anzusehen, doch der Spaß blieb auf der Strecke. Anders bei Angelina Paustian. Ihr „alles ist möglich“ gab mir Mut auf das Butterbrot als Reiseproviant zu verzichten und eine Bento-Box zu packen.

Am Stand der Mangaküche kaufte ich neben den Kochbüchern von Angelina Paustian auch allerlei Zubehör. Am meisten faszinierte mich eine Presse, um auf hartgekochte Eier ein Häschen- oder Schweinegesicht zu drücken. Mein erstes Bento bestand aus Reis, asiatischen Nudeln, Würstchen, Tomate, Basilikum und eben ein Ei in Schweineform. Und es hat super geschmeckt. Als ich im ICE meine Bento-Box hervorholte und sie öffnete, war ich die Aufmerksamkeit meiner Mitreisenden sicher und wir kamen sofort ins Gespräch. 

Meine erste Bento-Box.

Meine erste Bento-Box.

Aber zurück zu Angelina Paustian: Sie war von klein auf ein Manga-Fan und in meinen Videointerview erzählt sie nette Geschichten, wie ihre Eltern Anime-Sendungen von RTL2 aufnehmen musste, als sie auf Schulausflug musste. Durch ihre Arbeit in der Gastronomie hatte sie die Chance in Japan zu arbeiten und die Geschichte nahm ihren Lauf. Heute fährt sie im Halbjahresrhythmus nach Japan und sammelt Ideen für ihren Blog und die Kochbücher. 

Rückblick auf die AnimagiC 2018 in Mannheim

10. August 2018

Die AnimagiC feierte ihr 20jähriges Bestehen und nachdem ich zwei Kinder im Manga- und Anime-Fieber habe, musste ich mit meiner Familie zu der Cosplayer-Veranstaltung nach Mannheim unbedingt hin. Fazit: Es hat sich voll gelohnt und wir kommen wieder.

Wir haben in diesem Jahr bereits die Animuc in Fürstenfeldbruck besucht und ich habe darüber gebloggt. Jetzt wollte ich die Sache zwei Nummern größer ansehen und wir kauften uns im Frühjahr bereits drei Tages Karten für die AnimagiC in Mannheim samt Hotel. Die Veranstaltung wird vom Team der Zeitschrift Animania veranstaltet. Wie meine alte Zeitschrift geht die Zeitschrift mehr und mehr den Weg zu Veranstaltungen, nachdem Print nicht mehr so gut läuft wie in alten Zeiten. Ich war also auch berufsmäßig interessiert, wie die Kolleginnen und Kollegen so ein Event aufziehen. Und es war der Hammer. Die bunt gemischte Zielgruppe kam in Scharen, zum Teil waren wunderbare Cosplayer darunter. Ich erfreute mich an ihren Outfit und wenn man nett fragte, durfte ich auch zahlreiche Bilder machen. 

 

Eine freundliche und friedliche AnimagiC

Die Stimmung war freundlich und das bei der Hitze und den Massen. Ich mag diese Art von Leuten, die ich bereits in K-Pop- und J-Pop-Konzerten kennen und schätzen gelernt habe. Da gibt es keine bösen Worte, die Besucherinnen und Besucher sind ausgesprochen höflich zueinander. Der Umgang untereinander ist rücksichtsvoll, vielleicht hat sich die japanische Mentalität auf die Besucherinnen und Besucher übertragen. Es gab kein großes Schupsen trotz Massenandrang und ich habe noch nie so viele Wörter wie „Verzeihung“, „darf ich mal bitte“ auf einer Großveranstaltung gehört. Wenn sich Schlangen bildeten, setzten sich die Wartenden einfach auf den Boden und unterhielten sich. Es war eine rücksichtsvolle Veranstaltung. 

Einkaufen auf der AnimagiC

Im Händlerbereich gab es zumeist Mangas, Anime und Figuren zum Kaufen. Der Himmel auf Erden! K1 und K2 deckten sich ein, Papa zahlt schon. Die Gattin erwarb japanisches Geschirr und ich fand eine Sonderausgabe eines Mangas, das ich sowieso mal kaufen wollte. Und ich deckte mich mit japanischen Kochbüchern aus der Mangaküche ein, werde dazu aber noch separat bloggen. Für mich das interessanteste Produkt im Händlerbereich war ein Tachikoma. Und ich geb es zu, drei Familienmitglieder haben sich Kimonos gekauft. 

Dann galt es an Veranstaltungen teilzunehmen, denn nur Einkaufen kann ich im Internet auch. Netzwerken war angesagt und schauen. Das umfangreiche Programmheft erwies sich als wunderbarer Planer. Nachdem ich mit zahlreichen Cosplayern gesprochen hatte und ihr Outfit gelobt hatte, traf ich mich mit einem Kollegen aus Bayern, der seine Tochter begleitete. Er trat als Obi-Wan auf. 

Vorträge und Workshops auf der AnimagiC

Um meinen Horizont zu erweitern, besuchte ich einige Sessions, wie beispielsweise den ausgezeichneten Workshop von Angelina Paustian über „Bento – japanische Lebensfreude in der Box“ oder „der Lolita Stil – bittersüße Mode aus Japan“. Die Vorträge und Workshops waren unterschiedlich besucht und es machte Spaß, mit den Referentinnen zu diskutieren. Mich haben die Vorträge außerordentlich inspiriert. Im nächsten Jahr will ich mir noch mehr Vorträge anhören. Die Pausen verbrachte ich übrigens im Maid Cafe und habe auch hier schon ausführlich darüber gebloggt.

Die Preisverleihung auf der AnimagiC

Aber ich war ja auch beruflich auf der AnimagiC. Nachdem ich früher für die Veranstaltung animago AWARD & CONVERENCE verantwortlich war und die Preisverleihung des animago AWARDS im Mittelpunkt stand, wollte ich sehen, wie es das Team der Animania machte.

Nun, sie machen es ganz, ganz anders mit viel mehr Rock‘n Roll. Es wurde gleich zu Beginn kräftig gesungen. Die Auszeichnungen und Gewinner der einzelnen Kategorien wurden schnell abgefeiert und es wurde mehr Zeit auf die ausländischen Gäste verwendet.

Und was ich sehr sympathisch fand, die japanischen Gäste haben sich bedankt. Die Sängerin  Konomi Suzuki sang sogar auf der Bühne sehr Ständchen zum 20. Geburtstag der Animagic. Mir hat es sehr gefallen. 

Konzerte auf der AnimagiC

Es gab auch zahlreiche Konzerte auf der Animagic. Ich besuchte ein paar von ihnen und war beeindruckt von der Qualität. Die japanische Prog-Rock-Band eufonius war mir komplett neu. Ich ließ mich auf die experimentellen Stücke ein, erwarb sofort eine CD der Band. Großartig und würde sogar ein separates Konzert der Band anschauen. 

Es gab zwei klassische Konzerte von Yuna Shinohara (Violine) und Ken Nakasako (Klavier) und die hauten mich wirklich vom Hocker. Ich dachte zunächst, dass das jugendliche Publikum gelangweilt in Saal sitzt, doch ich habe mich vollkommen geirrt. Die Jugendlichen waren begeistert von der Darbietung klassischer Musik, sie klatschten wie wild und zeugten ihre Anerkennung. Liebe Musiklehrer, so muss klassische Musik der Jugend näher gebracht werden. Ich war auf jeden Fall komplett aus dem Häuschen und erwarb auch eine CD von Yuna Shinohara und kann sie jedem empfehlen. 

Autogramme auf der AnimagiC

Schlange stehen hieß es auf der AnimagiC, wenn man ein Autogramm der Ehrengäste ergattern wollte. Die Signierstunden sind Teil des umfangreichen Programms und bei den Fans sehr, sehr beliebt. Da ich eigentlich keinen der Künstler kannte, weil ich ja nur meine Kinder zur AnimagiC begleitete, konnte ich ganz entspannt sein. Allerdings im Laufe der drei Tage kernte ich diese faszinierende Welt der Manga- und Anime-Welt kennen. Leider verfüge ich über zu wenig Fachwissen und kenne nur einige Klassiker. Aber ich bin neugierig und deckte mich mit Informationen ein. Ich besuchte Konzerte, las den einen oder anderen Manga und sprach vor allem mit Leuten. Und dann stellte ich mich an bei den zahlreichen Autogrammstunden. Yuna Shinohara Begeisterte mich und ich wechselte mit der sympathischen Künstlerin ein paar Worte, die ihr Pianist Ken Nakasako im ausgezeichneten Deutsch übersetzte. Und ein Selfie war auch möglich – danke dafür. 

Wer ein Manga oder eine DVD/Blu ray hatte, der konnte sich darauf sein Autogramm geben lassen. Ich kaufte mir CDs und ließ es mir höflich von den Musikern unterschreiben. Es gab aber auch ein Blanko-Autogramm-Blatt, das AnimagiC-Shikishi, eine universelle Autogrammkarte zum Unterschreiben – ein toller Service. Bei manchen Signierstunden durfte ich man nicht fotografieren, was ich schade fand. Bei Akihito Tsukushi, dem Schöpfer der Reihe Made in Abyss gab es beispielsweise ein solches Fotografierverbot. Wir beiden tauschten ein paar freundliche Worte über mein T-Shirt aus, auf dem Totoro abgebildet war. Ein längeres Gespräch gab es mit Angelina Paustian, einer Buchautorin von japanischen Kochbüchern. Sie schrieb mir ihr Autogramm ins Buch und drückte mir ihren japanischen Namensstempel hinein. 

Und vieles mehr

Zudem gab eine Halle, in der Nachwuchskünstler ihre Sachen anboten. So viel Kreativität auf einen Haufen. Ich bin von Stand zu Stand gegangen und habe mir angeschaut, mit welchem Engagement die Fans ihrem Hobby oder ihrer Berufung nachgehen. So eine Convention wie die AnimagiC ist großartig, um sich einen Überblick zu verschaffen. Es gab Möglichkeiten am Grafiktablett zu zeichnen oder Stifte auszuprobieren. Und ich spielte eine Partie Go gegen einen jungen Mann, der mich hoffnungslos abzockte – Spaß hat es dennoch gemacht. 

Meine Kinder haben noch einige Filmvorführungen in den zahlreichen Kinos angesehen. Leider habe ich Mary und die Blume der Hexe verpasst, der im September erst nach Deutschland kommt. Ich habe in London viel über diesen Film gelesen und werde mir wohl die Blu ray bei Erscheinen kaufen. K2 war zudem von dem Film Fireworks sehr angetan.

Diese Zusammenfassung meiner subjektiven Eindrücke ermutigen mich nächstes Jahr wieder auf die AnimagiC zu fahren. Es hat sich gelohnt und nächstes Jahr bereite ich mich besser vor und bin nicht nur das Begleitprogramm meiner Kinder. 

 

Als ich auf der AnimagiC einen Tachikoma fand

9. August 2018

Wenn eine Anime- und Manga-Convention wie die AnimagiC stattfindet, dann sind die Händler ein zentraler Bestandteil so einer Veranstaltung. So auch in Mannheim, als die AnimagiC ihr 20jähriges Bestehen feierte. Mitten in den großen Händlerbereich fand ich einen Verkaufsgegenstand, der mein Interesse weckte: Einen Tachikoma.

Für die Leute, die nicht wissen, was ein Tachikoma ist, denen sei geholfen. Es ist ein Kampfroboter aus dem Manga- und Anime-Universum Ghost in the Shell – the Stand alone Complex, der mit KI und Stimme ausgestattet ist und die Helden der Serie unterstützt. Das Ding sieht ein wenig aus wie eine blaue Spinne, hat eine umfangreiche Bewaffnung, zwei Arme und vier Beine. 

Ich fand den Tachikoma im untersten Regal eines Händlers. Dort stand er einzeln herum, dazu ein paar Flyer des Herstellers Cerevo. Der Roboter hatte das Größenverhältnis 1/8. Die meisten Besucher der AnimagiC interessierten sich nicht stark für das Gerät. In der Vitrine darüber war eine fette Knarre mit Namen Dominator aus Psycho Pass ausgestellt, die eher den Geschmack des jugendlichen Publikums traf. Als älterer Herr erinnere ich mich noch an die Klassiker des Genres und da gehört Ghost in the Shell einfach für mich dazu, sowohl als Manga, als Anime und als Realfilme. 

Dieser Tachikoma war aber nicht ein einfaches Spielzeug, wie es viele gibt, sondern es war ein ausgeklügeltes Stück Robotertechnik. Diese Replica kann sich bewegen und auf die Umwelt reagieren. Es kann via App für iOS und Android gesteuert werden, hat 600 Antworten aus Ghost in the Shell im Speicher. Die Stimme kommt von Sakiko Tamagawa – und ich muss sagen, dass sie mir im Anime und jetzt bei der Replica auf den Geist gehen. Aber so ist es eben. Das Objekt wird von 21 kleinen Elektromotoren angetrieben und ist mit einer Kamera ausgestattet, die Objekte erkennt. Dabei ist der Tachikoma lernfähig, also eine Mini-KI. Tachikoma kann sich aus der Cloud zudem Aktienkurse, die Wettervorhersage und den Kalender holen und aufsagen. 

Alles in allem Sachen, die mich als Roboterfan stark interessierten und die ich unbedingt ausprobieren wollte. Ab und zu halte ich Vorträge zum Thema Roboterspielzeug und zeige auch Teile meiner umfangreichen Sammlung. Dieses Teil wäre eine wunderbare Bereicherung meiner Sammlung und meiner Vorträge geworden. Ich habe mir den Tachikoma auf der AnimagiC dennoch nicht gekauft. Auf der Website des Herstellers wurde der Preis mit rund 2000 US-Dollar angegeben. Den Händler in Mannheim habe ich gar nicht erst nach dem Preis gefragt, denn der Tachikoma ist kein Aibo und mir nicht soviel Geld wert. Daher nur ein paar Fotos und ein Video als schöne Erinnerung. 

Maid Cafe auf der AnimagiC 2018 in Mannheim

7. August 2018

Der Besuch im Maid Cafe auf der Animagic 2018 brachte ein wenig Japan-Feeling nach Mannheim. Und als Japan-Interessierter wollte ich diese besondere Art der Gastlichkeit unbedingt ausprobieren. 

Tolle Idee: Ein Maid Cafe auf der Animagic.

Tolle Idee: Ein Maid Cafe auf der Animagic.

Was unterscheidet ein Maid Cafe von einem klassischen Cafe? Das sind freilich die Maids und die Gentlemen, die sich um ihre Gäste kümmern. Sie nehmen die Bestellungen via Tablet auf, unterhalten sich mit ihren Gästen und spielen sogar Spiele mit ihnen wie einfache Karten- oder Würfelspiele. Von den Spielen habe ich in Mannheim nichts mitbekommen, was aber sicherlich an der Masse der Gäste lag, die in das Maid Cafe drängten. Daher wurde von den Organisatoren die Aufenthaltszeit der Gäste auf eine halbe Stunde begrenzt, damit mehr Besucher in den Genuss des Maid Cafés kommen konnten. Das ist eine sinnvolle Idee, scheiterte aber in der Praxis, denn die Maids nahmen zwar die Bestellungen auf, aber das Thekenpersonal kam nicht mit dem Ausliefern der Speisen und Getränke nach. Nun, so hatte ich eben mehr Zeit, das Team von Maido-no Kisetsu zu beobachten und mit meinen Maids zu sprechen. Ich hatte das Gefühl, dass das Personal unterbesetzt war und die Mannschaft aber das Beste aus dem Personalnotstand machte. Das Maido-no Kisetsu versteht sich nach eigenen Angaben als deutsches Maid Cafe, das sich an den japanischen Vorbildern aus Akihabara orientiert. Mittlerweile besteht das Maido-no Kisetsu zehn Jahre – Gratulation von meiner Seite. Die Deko mit Kirschbäumen, niedrigen Tischen und Bambusmatten, der Stil der Speisekarte sowie die Speisen und Getränke sind der Jahreszeit und Thema der Veranstaltung angepasst. Nun bei der AnimagiC gab es klassische Softgetränke und Tee/Kaffee, abends gab es nichtalkoholische Cocktails.

Maid und ich - ich hab mich prima im Maid Cafe auf der AnimagiC unterhalten.

Maid und ich – ich hab mich prima im Maid Cafe auf der AnimagiC unterhalten.

Ich war bei meinen beiden Besuchen mit meinen Maids sehr zufrieden und wir haben in einem Fall prima gequatscht und gut verstanden. Ich durfte sogar ein Selfie machen. Ich sprach direkt mein Lob aus, aber notierte auch mein Lob auf kleinen Zetteln, die ich in Kästchen auf den Tisch steckte. Nach Ende der Schicht sammeln die Maids ihre Zettel ein und bekommen so auch ein schriftliches Feedback vom Kunden. Und natürlich geben die Maids ihre Handynummer u.a. nicht heraus, wo sind wir denn? Die Restaurantleitung wies darauf hin, dass die Maids mit Respekt zu behandeln seien, was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Bei meinen Besuchen habe ich keine Zwischenfälle gesehen. Die Besucherinnen und Besucher der AnimagiC waren aus meiner Sicht höchst diszipliniert und höflich. Das liebe ich an Cosplayer-Veranstaltungen. 

Bestellungen im Restaurant Oh Julia in Mannheim per App

5. August 2018

In der Gastronomie fehlen mehr und mehr Fachkräfte und so gehen einige Restaurantbesitzer mit der Zeit oder sie gehen mit der Zeit. So wohl auch das Oh Julia in Mannheim. Dort können Gäste vom Tisch aus via App ordern. Ich habe es ausprobiert. 

Im Restaurant Oh Julia ließen wir uns an einem Freitag gegen 22 Uhr nieder. Wir wählten einen Tisch innerhalb des Restaurants aufgrund der Klimaanlage und trotz der lauten Musik. Es waren kaum Gäste im Laden, der ein modernes Industriedesign aufweist. Wir nahmen als Familie im hinteren Bereich an einem langen Tisch Platz. Die Karte mit italienischen Speisen fanden wir am Tisch vor, ebenso mit die Aufforderung „Please Order at the Bar“ auf einem Bierkrug mit Besteck. Nun, meine Eltern hätten die Aufforderung nicht verstanden, gehen aber im Zweifelsfall nicht zu Oh Julia. Das Kleingedruckte in Deutsch hätten sie überlesen. Gleichzeitig entdeckten wir auf dem Tisch einen QR-Code, der uns zur App Orda führte, die uns auf Englisch versprach: „Or right from your Table with Orda.“ Das galt es auszuprobieren. 

Selbst ist der Kunde - er bestellt selbst und spart Personal.

Selbst ist der Kunde – er bestellt selbst und spart Personal.

Ein QR-Code gibt es auf der Tischplatte. Die App liegt für iOS und Android vor. Schnell geladen und registriert. Sehr gut gestaltet ist die Oberfläche zum Auswählen. Wir wählten Speisen und Getränke und legten sie im Warenkorb ab. Bezahlt wurde per PayPal. Nachteil: Ich kenne den Service des Hauses Oh Julia überhaupt nicht und soll gleich Trinkgeld geben, das ist unlogisch. 

Oder man bestellt gleich per App Orda vom Tisch aus.

Oder man bestellt gleich per App Orda vom Tisch aus.

Es dauerte einige Minuten und der Kellner kam und wollte unsere Bestellung aufnehmen. Und das ist auch ein Nachteil. Das System hätte ihn eigentlich eine Nachricht schicken müssen. Stattdessen mussten wir ihn auf die App-Bestellung hinweisen. Also zurück an die Tresen und die Bestellung checken. Innerhalb ein paar Minuten kamen dann auch die Getränke. 

Rund zehn Minuten später kamen auch die ersten beiden Speisen: Calamari vom Grill und ein Römer-Salat. Meine Calamari waren ausgezeichnet, der Salat hatte ein wenig zu viel Käse. Und dann begann das Warten auf zwei Margarita-Pizzen. Als meine Frau und ich mit unserem Essen fertig waren, kamen dann endlich die Pizzen. Es gab ein Problem in der Küche, hieß es als Entschuldigung. Aber keine Idee einen Grappa oder einen Espresso auf Kosten des Hauses auszugeben, kein guter Service. Die halbe Familie war mit dem Essen fertig, während die andere Hälfte erst begann. Derweil bestellte die Ehefrau über Orda nochmal Getränke nach. Als die Kinder mit ihren Pizzen fertig waren, erlaubte sich die Gattin dann doch mal nachzufragen, wo denn die Getränke blieben. Man habe nicht ins System geschaut und das bei einem fast leeren Lokal. 

Nachgeordnet per App, aber nicht ins System geschaut.

Nachgeordnet per App, aber nicht ins System geschaut.

Nach der Erinnerung kamen die Getränke auch schnell. Wir tranken aus und gingen. Orda ist ein grundsätzlich gutes System, das Personal einspart. Doch leider liegt der Fehler im System Mensch, der einfach nicht ins Bestellsystem schaut. 

Fazit für mich: Oh Julia sieht mich nicht wieder, die App Orda bleibt auf dem Smartphone und kann in einigen Restaurant in München eingesetzt werden. Vielleicht klappt da es mit dem Service besser. 

10. Animuc – Cosplay in Kloster Fürstenfeld

9. April 2018
Das Veranstaltungsforum Fürstenfeld war Gastgeber für die Animuc 2018.

Das Veranstaltungsforum Fürstenfeld war Gastgeber für die Animuc 2018.

Es war meine erste richtige Cosplay-Veranstaltung und es wird nicht die letzte sein. Ich war begeistert von der Animuc 2018 in meiner Heimatstadt Fürstenfeldbruck. Es war die zehnte Animuc und ich hab mich richtig wohl gefühlt. Diese Art von Menschen sind sympathisch und äußerst engagiert. Und Fürstenfeldbruck präsentierte sich bei strahlendem Sonnenschein von seiner besten Seite.  

Eigentlich begann für mich die Animuc bereits einen Tag vorher. Meine Frau und ich waren von einem älteren Ehepaar zum Geschäftsessen eingeladen. Zu später Stunde kamen zu unserem Italiener eine Gruppe von Cosplayer samt Kostüme zum Speisen. Unsere Gastgeber waren von den jungen Leuten sehr angetan und fragten mich aus, was es denn mit diesen Figuren auf sich habe. Die Bildungsbürger staunten nicht schlecht über das Engagement der jungen Leute. Die Welt von Manga und Animie war ihnen bisher verschlossen geblieben. 

Kostüme aus dem Schrank

Am nächsten Tag hieß es für die ganze Familie: Auf gehts zur Animuc ins Kloster Fürstenfeld. K1 und Ehefrau zogen sich keine Kostüme an, K1 hängte sich einen grünen Umhang von Attack on Titan um und ich zwängte mich in die Offiziersuniform von Captain James Tiberius Kirk. Ich habe dieses Outfit vor Jahren teuer als Trekkie erstanden und irgendwie muss es über die Jahre im Schrank eingegangen sein. Naja, hilft nichts – ein bisschen Cosplay muss auch für mich sein. 

Am Veranstaltungsforum Fürstenfeld, dem Kloster Fürstenfeld, angekommen stellte ich fest: Mein Star Trek-Outfit passt nur ungefähr ins Ambiente. Ich war der einzige Trekkie, hab aber zu meiner Ehrenrettung noch ein paar Star Wars-Fans mit ihren Outfit als Sturmtruppen, Darth Vader oder imperiale Offiziere getroffen.

Großes Lob für meinen Bloggerkollegen Michi Bernhard, der altersgemäß als Obi Wan ging. Er musste drei Tage lang seine Tochter begleiten, die ein starkes Kostüm aus Black Butler trug. Und da waren schon meine Probleme. Viele der dargestellten Charaktere kannte ich gar nicht. Ich bin nicht die Generation, die mit Mangas und Animies aufgewachsen ist, meine Kinder dagegen schon.

Ich kannte freilich die japanischen Zeichentrickfilme meiner Jugend wie Heidi, Captain Future und Co, kenne die großen Filme der Ghibli-Studios, bin auch vertraut mit zahlreichen Figuren aus der Videospielewelt – allen voran natürlich Pokémon und Super Mario, doch bei den Feinheiten aus dem Cosplayer-Universum muss ich passen. Ich lese zwar, wie jeder Einsteiger Death Note (find ich gut), traue ich an Corpse Party heran, liebe abgöttisch Akira, aber dann wird es schon eng. K1 und K2 horten Hunderte von Mangas und kennen die Entwicklungen der Figuren genau. K2 ist Spezialist für Tokyo Ghoul, während K1 mehr auf Attack on Titan aus ist. 

Death Note muss sein.

Death Note muss sein.

Egal, ich habe mich mit der Masse der Cosplayer mitbewegt und bin in ihnen untergetaucht. Immer wieder habe ich von den freundlichen Wesen Fotos gemacht. Dabei haben sich die meisten in Szene gerückt und nett posiert. Ein paar gab es, die wollten nicht in ihren Kostümen fotografiert werden – warum sie dann auf eine Cosplay-Veranstaltung wie die Animuc gehen, weiß ich nicht, ist mir aber auch egal. 

Ich habe gesehen, mit welcher Detailliebe die Cosplayer an ihren Kostümen basteln, nähen, kleben. Es gibt sogar eine Art Erste Hilfe Stand mit Nähmaschinen und Stoffen, um kleinere Unfälle an Ort und Stelle zu richten. Dort wollte man nicht, dass fotografiert wird, dabei fand ich dies eine schöne Geschichte. 

Bei der Animuc spürt der Besucher soviel Zuneigung und Liebe, dachte ich mir immer wieder. Dann und wann tauchten auch junge Menschen auf, die man einfach umarmen konnte – schließlich trugen sie ein Schild „Hug me“ um den Hals. Ich umarmte nur einen zwei Meter Bären oder Tiger, um als alter Mann nicht in Erklärungsnöte zu kommen, warum ich ein junges Mädchen umarme. Da bin ich einfach zu alt, finde aber die Geste wunderbar. Ein paar pubertierende Jugendliche nützten es freilich aus mit dem anderen Geschlecht in Berührung zu kommen. 

Foto von Serge und Kicka auf der Animuc

Zudem gab es auf der 10. Animuc in Kloster Fürstenfeld ein umfangreiches Programm. Es gab beispielsweise zwei Ehrengäste Serge und Kicka – mit denen konnten Fans ein Foto machen. Dazu haben sich die Gattin und ich in eine lange Schlange eingereiht. Natürlich wurden wir angesprochen und junge Menschen wollten mit uns über Serge und Kicka reden. Selbstverständlich hatte wir keine Ahnung, wer Serge und Kicka überhaupt sind, also improvisierten wir. Als wir an der Reihe kamen, wurden wir in die Mitte genommen und Serge und Kicka postierten sich um uns herum. So bekam ich mit, dass Serge als Russland kam und Kicka aus Italien und beide irgendwie berühmt sind. Also gibt es jetzt ein Foto von meiner Frau und mir mit zwei Berühmtheiten aus der Cosplayer-Szene. K1/2 staunten nicht schlecht und die Likes des Fotos auf Facebook und Instagram sprechen Bände. 

Go-Spielen auf der Animuc

Gerne hätte ich auch einen Kochkurs-Workshop besucht, denn asiatisches Essen liebe ich und freue mich immer über Inspiration. Leider kamen wir zu spät. Nächstes Jahr muss ich dahin und mir Impulse für meine Küche holen. 

Richtig etwas gelernt habe ich beim Go-Kurs. Go ist ein asiatisches Brettspiel und was so leicht aussieht, ist saumäßig kompliziert. Meine Frau und ich haben uns von Thomas Furtner die Grundregeln erklären lassen und Thomas Furtner ist ein guter Lehrer selbst bei so begriffsstutzigen Schülern wie ich einer bin. Und ich muss sagen: Go macht Spaß und strengt die kleinen grauen Zellen gehörig an. Ich hatte mir eine Woche zuvor die Dokumentation AlphaGo angeschaut für ein Seminar zur Künstlichen Intelligenz. Dort tritt Software gegen Weltklasse-Go-Spieler an und fegt die Menschen vom Platz. Wirklich faszinierend und ich habe mir gleich eine Go-App für das iPad geladen.

Shoppen was das Cosplayer-Herz begehrt auf der Animuc

Und natürlich musste geshoppt werden. In der Tenne der Klosteranlage gab es zahlreiche Stände verschiedener Händler. Kostüme, Bücher, Schmuck, Waffen, Spielfiguren, Anhänger, Perücken – alles, was das Cosplayer-Herz begehrt. Die Preise sind nicht ohne und K1/2 warfen sich gleich in die Schlacht. Ich hatte im Flohmarktbereich die 19teilige Manga-Serie Battle Angel Last Order in Blick, aber 175 Euro waren es mir die sicherlich tollen Bücher nicht wert.

Froh war ich übrigens, dass ich keinen Stand mit Anime-Score und Soundtracks im größeren Stil gefunden habe. Das wäre garantiert mein Groschengrab geworden. K2 hat zwar viel BTS-Klamotte gefunden, aber kaum K-Pop CDs, oder wir haben sie übersehen. Das wäre auch noch eine Bereicherung gewesen.

Friedliche Animuc

Immer wieder schlenderte ich durch die Gärten des Klosters, unterhielt mich und war begeistert über die Liebe zum Detail. Ich traf auf Gandalf und andere Figuren wie Desmond Miles aus Assassin’s Creed.

Ich dachte mir: Wenn eine Gruppe von Hunderten von Erwachsenen auf einem Fleck sind, dann gibt es immer Ärger, Besoffene und Rangeleien. Bei der zehnten Animuc habe ich davon nichts gesehen. Cosplayer sind ein bezauberndes Volk und die nächste Veranstaltung in Mannheim ist bereits gebucht. Mir gefällt das Spektakel.

 

 

Mein Münchner Moment: Das Steiff Schaufenster beim Kaufhof am Marienplatz

19. Dezember 2015
Im Schaufenster der Galerie Kaufhof gibt es Steiff Bären zu Weihnachten zu bewundern.

Im Schaufenster der Galerie Kaufhof gibt es Steiff Bären zu Weihnachten zu bewundern.

Ich bin kein großer Freund von Christkindlmärkten oder Weihnachtsmärkten – wenn ich den Geruch von Glühwein und Punsch schon in der Nase habe, dann vergeht mir die Weihnachtsfreude. Und dennoch schaue ich jedes Jahr am Münchner Marienplatz vorbei, weil ich in der Vorweihnachtszeit meinen Münchner Moment nicht verpassen will.
Als Jugendlicher fühlte ich diesen persönlichen Münchner Moment das erste Mal vor einem Schaufenster zum ersten Mal. Und seitdem zieht es mich immer wieder vor dieses Schaufenster.
Es handelt sich um das Schaufenster des Kaufhofes am Marienplatz.

Seit über 30 Jahren gibt es in der Vorweihnachtszeit die „Steiff Weihnachtsschaustücke“ zu bestaunen. Es gibt diese Schaufenster auch beim Kaufhof in Kassel, Frankfurt Zeil, Mannheim, Bonn, Köln, Düsseldorf Königsallee und Hannover Ernst-August-Platz zu erleben, aber ich liebe eben die Münchner Momente. Dort bewegen sich die aktuellen Steiff-Kollektionen in märchenhaften Umgebungen. Wenigstens dort liegt dieses Jahr Schnee. Kleine Szenen werden darstellt und das Ganze erinnert mich an die Wimmelbilder meiner Kindheit. Je mehr ich zuschaue, desto mehr entdecke ich. Daher Zeit nehmen und Augen auf. Dieses Jahr ist für mich der Höhepunkt die beiden Bären rechts vorne, die einen Fisch grillen. Aber es gibt so viel zu entdecken und bitte unbedingt auch in die Bärenhöhlen schauen – dort verstecken sich putzige Gesellen.
Neben Bären gibt es auch andere Kuscheltiere wie Pferde, Hasen, Selchen, Vögel und, und, und. Die Steiff-Tiere bewegen sich mechanisch und sorgen für witzige Szenen.


Die „Steiff Weihnachtsschaustücke“ haben sich nach über 30 Jahren weltweit herumgesprochen und vor dem Schaufenster der Galerie Kaufhof stehen ganze Menschentrauben aus der ganzen Welt. Münchner neben Preußen, zusammen mit Touristen aus Arabien, USA, Japan, Russland und mehr – friedlich betrachten sie voller Begeisterung die Steiff-Gesellschaft. So ist für mich Weihnachten und das ist einer meiner persönlichen Münchner Momente.
Die Landeshauptstadt München veranstaltet eine Blogparade „Münchner Momente“ – Geschichten aus meiner Lieblingsstadt. Als gebürtiger Münchner ist es für mich eine Selbstverständlichkeit dort als Blogger mitzumachen.