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Autogramm-Jagd auf John Williams und Anne-Sophie Mutter im Musikverein Wien

20. Januar 2020
Ein Traum geht in Erfüllung: John Williams, Anne-Anne Sophie Mutter und die Wiener Philharmoniker im Musikverein Wien.. Foto: Lange

Ein Traum geht in Erfüllung: John Williams, Anne-Anne Sophie Mutter und die Wiener Philharmoniker im Musikverein Wien.. Foto: Lange

Ja, ich verehre John Williams als den besten lebenden Filmkomponisten und ich wäre stolz, wenn ich ein Autogramm vom Meister bekommen würde. Ich weiß nicht warum, aber es würde mich stolz machen. Bei seinem Konzert in Wien hab ich vielleicht die Chance. Doch wie sollte ich das anstellen? Wie sollte ich sein Autogramm bekommen? Ich stand auf keiner Gästeliste, Meet and Greet-Karten gab es für mich auch nicht, was sollte ein einfacher Fan also machen? Ich habe meine Eindrücke in diesem Video zusammengefasst:

Auswahl an Scores – was nehme ich mit?
Im Vorfeld meiner Wien-Reise zum Konzert im Goldenen Saal des Musikvereins sichtete ich erst einmal meine Scores von John Williams, unter auch meine verschiedenen Star Wars-Ausgaben. Eine LP mitzunehmen schied aus Platzgründen aus, so blieben die gleich im Archiv. Also nur CDs hervorgesucht. Ich entschied mich für Jaws, Empire Strikes Back, Nixon und natürlich Across the Stars, falls mir Anne-Sophie Mutter über den Weg laufen sollte. Dazu einen Edding mit silberner Farbe zum Unterschreiben.

Warten vor dem Hotel Imperial
Wo ist Williams am besten anzutreffen? Aus Facebook wusste ich, dass er im Hotel Imperial nächtigt (wo er wahrscheinlich den Imperial March hört – Sparwitz). Das Hotel befindet sich genau gegenüber des Künstlereingangs des Musikvereins. Williams und Gefolge mussten nur durch die Türe des Hotels raus, die Straße überqueren und zur Türe des Musikvereins rein. Und da würde ich ihn abpassen. So war mein Plan.

Auf die Idee kamen rund 50 andere John Williams Fans übrigens auch. Also warteten wir geduldig vor dem Konzerthaus. In Wien begann es derweil zu schneien. Das Konzert begann um 15:30 Uhr. Ich war mit meiner Familie gegen 14 Uhr vor dem Musikverein und postierte mich strategisch. K2 stattete ich mit dem Stift und den Covers meiner Scores aus. Wenn Williams Autogramme gibt, dann eher meiner Tochter als mir alten Mann. Der Rest der Familie wartete mit ihren Smartphone auf den großen Moment.
Wir Fans brachten uns in Stimmung und in Stellung. Viele hatten schöne LP-Covers dabei. Ich habe seltene Star Wars-Aufnahmen gesehen. Es wurde in allen Sprachen gefachsimpelt und dabei die Tür des Imperial im Auge behalten. Immer wieder fuhren Taxis vor und die Musikerinnen und Musiker der Wiener Philharmoniker steigen aus und bahnten sich den Weg durch die wachsende Fanmenge in der ich auch ganz vorne stand.
Wenn sich die Tür des Hotel Imperial öffnete, dann ging ein Raunen durch die Menge. Ist er es? Aber es waren in der Regel nur Hotelgäste, die über den Rummel etwas verwundert waren. Dann gab es auch Menschen aus dem Umfeld der Künstler, die ich nicht kannte, aber die wichtig zu sein schienen. Und dann kam auch noch die Security, darunter ein freundlicher Österreicher und ein finster dreinblickender US-Sicherheitsmann mit Knopf im Ohr.
Die Uhr rückte vor und meine Familie wurde langsam nervös. Wann erscheint der Meister und würden wir ein Autogramm bekommen? Und würden wir es dann noch rechtzeitig in den Goldenen Saal schaffen? Wir mussten schließlich unsere nassen Mäntel an der Garderobe abgeben und den Platz suchen. Meiner Gattin wurde es schließlich zu kalt und zu bunt und zog mit K1 ab. K2 und ich harrten noch aus.
Gegen 15:15 Uhr trat dann die Security auf den Plan. Der Eingang vom Hotel wurde geräumt und eine Gasse gebildet. Auch vor dem Künstlereingang wurde der Weg freigemacht. Wir Fans wussten: Es geht gleich los. Fotoapparate wurden gezückt, Smartphones eingeschaltet, Stifte bereit gehalten – es würde schnell gehen, doch wir waren bereit.
Und dann kam es anders. Ein BMW kam mit hohem Tempo um die Ecke gefahren. Aufgrund des Schneefalls hatte der Meister beschlossen mit dem Auto die paar Meter zu fahren. Das Tor des Künstlereingangs öffnete sich, der BMW fuhr hinein und darin wohl John Williams – gesehen hab ich ihn nicht. So eine Pleite: Kein Autogramm, kein Blick, dafür komplett nass und durchgefroren. Also ab in den Musikverein – wir hatten nur noch 15 Minuten bis Konzertstart.

Goldener Saal des Musikvereins Wien

Über das Konzert blogge ich noch separat. Nur soviel: Es war schlichtweg genial und hat mich tief berührt. Es gab fünf Zugaben. Nach dem Konzert traf sich die John Williams Facebook-Fangruppe noch in einem Restaurant zum Meinungsaustausch. Da es noch ein wenig Zeit bis dahin war, schaute ich mit meiner Frau den wunderbaren Goldenen Saal des Musikvereins an. Wir genossen die Atmosphäre, während sich der Saal immer mehr leerte. Hier finden die Neujahrskonzerte statt, zu denen wir eigentlich immer mal wollten, aber nie Karten bekommen hatten. Nun, bei John Williams hat es geklappt und ich war dankbar.

Backstage bei Anne-Sophie Mutter
Beim Hinausgehen ging meine Frau zur Garderobe und traf sich mit den Kindern. Ich wollte nochmal mein Glück versuchen und hinter die Bühne kommen. Ich wollte schließlich mein Autogramm von John Williams. Also suchte ich den Backstage-Bereich, wo ein paar Fans warteten. Die Security versperrte uns den Weg. Eintritt nur, wer auf der Gästeliste stand. Wenn die Tür aufging, konnten wir einen Blick erhaschen. Aber für mich gilt die umgedrehte Regel von Herbert Wehner. Wer reingeht, der kommt auch wieder raus. Also warten war angesagt.

Nun, John Williams wurde abgeschirmt und nahm einen anderen Ausgang – wohl wieder zum Auto. Aber Anne-Sophie Mutter stand auf einmal mit ihrem Geigenkoffer da und wollte nach getaner Arbeit nach Hause. Da musste sie an ein paar Fans und damit mir vorbei. Ich hatte ja das Cover zu Across the Stars dabei, bat sie um ein Autogramm. Zunächst war die Geigerin genervt, aber dann sofort wieder Profi und unterschrieb. Ihr Sohn schaute zu und grinste, wie Mama Mutter sich den Weg durch uns Fans bahnte. Der junge Mann hatte das Glück, sich lange mit John Williams zu unterhalten – ich bin neidisch und sagte es ihm auch. Ich wünschte ihm viel Erfolg, machte ein Selfie mit seiner Mutter. Anne-Sophie Mutter unterschrieb noch ein paar LP-Cover und ging ab durch die Mitte mit ihrem Gefolge.

Wunderbarer Abend mit John WIlliams und Anne-Sophie Mutter

Nun, von John Williams habe kein Autogramm und das ist sehr, sehr schade. Von Anne-Sophie Mutter habe ich eines und das freut mich sehr. Das nächste Konzert von John Williams ist in Pittsburgh im Juni. Aber nein, das ist wohl zu weit. Zurück bleibt die Erinnerung an einen wunderbaren Abend im Musikverein Wien mit John Williams, Anne-Sophie Mutter und den Wiener Philharmonikern.

Vielen Dank für das geniale Konzert. Foto: Lange

Vielen Dank für das geniale Konzert. Foto: Lange

Alles Gute zum 100. Geburtstag Wolfgang Wagner

30. August 2019

Am 30. August wäre der Patriarch vom Grünen Hügel 100 Jahre alt geworden: Wolfgang Wagner. Der jüngste Enkel Richard Wagners, leitete die Bayreuther Festspiele fast 60 Jahre und prägte diese Institution der deutschen Hochkultur wie kein anderer als Intendant, Regisseur und Bühnenbildner. Er war das dritte Kind von Siegfried und Winifred Wagner, ein Enkel von Richard Wagner und ein Urenkel von Franz Liszt.

Respekt für Wolfgang Wagner
Respekt zolle ich Wolfgang Wagner, als er als Festspielleiter seiner Mutter Winifred Wagner den Zutritt zu den Festspielen untersagte. Winifred war dem Nationalsozialismus verfallen und schwor auch nach dem Krieg Hitler und seiner Ideologie nicht ab. Es gibt einen hervorragenden Dokumentarfilm von 1975 des großen Hans-Jürgen Syberberg Winifred Wagner-Die Geschichte des Hauses Wahnfried 1914-1975. In diesem fünfstündigen sehenswerten Filminterview, das unter dem Titel Winifred Wagner und die Geschichte des Hauses Wahnfried 1914–1975 in die Filmgeschichte einging, wollte Winifried nicht abschwören und sagte: „Also, wenn heute Hitler hier zum Beispiel zur Tür hereinkäme, ich wäre genauso fröhlich und so glücklich, ihn hier zu sehen und zu haben, als wie immer …“ Mir lief bei dieser Szene es kalt den Rücken herunter. Wolfgang Wagner ging dies auch zu weit und schloss seine eigne Mutter vom Geschehen am Grünen Hügel aus – richtig gemacht.

Schonungsloses Interview eines Wagner-Fans.

Schonungsloses Interview eines Wagner-Fans.

Wagner auf Laserdisc
Heute besuche die Festspiele in Bayreuth, wann immer ich die Möglichkeit habe und Karten bekomme. Ich bin vom Wagner-Virus befallen. Inszenierungen von Wolfgang Wagner habe ich nie in Bayreuth live gesehen. Das erste Mal bin ich auf Wolfgang Wagner durch die Aufnahmen des Jahrhundertrings gestoßen. Mir haben die Inszenierungen sehr gut gefallen, so dass ich als Jugendlicher in Laserdiscs investiert habe. Später habe ich die DVD-Version zu Weihnachten bekommen.

Mein Einstieg zu Wolfgang Wagner

Mein Einstieg zu Wolfgang Wagner

Geschichtswälzer
Dieses Jahr hatte ich das Glück bei der Premiere von Tannhäuser dabei zu sein. Meine Frau reiste ein paar Tage früher an und traf im Hotel Opel in Heinersreuth Oswald Georg Bauer. Er war die rechte Hand von Wolfgang Wagner und koordinierte die Medienarbeit der Festspiele. Meine Gattin erhielt ein Autogramm für mich, dass heute bei mir im Arbeitszimmer hängt.
Gerne hätte ich mich mit Oswald Georg Bauer unterhalten. Ich hatte ihn nie bei seiner Arbeit angetroffen, aber ich habe sein Buch Die Geschichte der Bayreuther Festspiele: Band I: 1850–1950 und Band II: 1951–2000 verschlungen. Die beiden kiloschweren Wälzer bieten zum ersten Mal die vollständige Geschichte der Bayreuther Festspiele. Wer sich für Wagner, die Festspiele und die Inszenierungen interessiert, kommt nicht umher, in diese beiden Bücher zu investieren. Die Bücher quellen über vor Detailwissen – das war mir bei der einen oder anderen Inszenierung sogar ein wenig zuviel. Was aber kein Vorwurf an Bauer ist. Die Fotos sind einmalig und in einer solchen Fülle, dass es eine Freude ist, die Bücher als Coffeetable-Book zu nehmen und immer wieder zu blättern. Hier wird Oswald Georg Bauer sicher vom Stuhl fallen, wenn ich bei einem schönen Glas Rotwein die Musik von Wagner und sein Buch genieße. Wer sich wissenschaftlich dem Phänomen Bayreuth näher will, der wird hier fündig.

Standardwerk mit Autogramm

Standardwerk mit Autogramm

Und sein Bruder Wieland Wagner
Bereits 2017 erschien ein das Buch Wieland Wagner: Revolutionär und Visionär des Musiktheaters, verfasst von Till Haberfeld und Oswald Georg Bauer, das einen sehr guten Überblick über das Werk von Wolfgang Wagners Bruder zeigt. Mit der Wiederaufnahme der Bayreuther Festspiele im Jahr 1951 begann die bedeutende Epoche von »Neu-Bayreuth«, die von Wieland Wagner wesentlich geprägt war. Mich haben vor allem die Bilder von den großformatigen Inszenierungen interessiert und begeistert. Damit schuf Wieland Wagner einen komplett neuen Stil in Bayreuth. Dieses Buch lässt mit eindrucksvollen Bildern seiner kühnen Inszenierungen das Wirken Wieland Wagners wieder lebendig werden.

In diesem Sinne alles Gute Wolfgang Wagner zum 100. Geburtstag. Ich werde den Tag mit der Musik Richard Wagners verbringen.

Rückblick auf die AnimagiC 2018 in Mannheim

10. August 2018

Die AnimagiC feierte ihr 20jähriges Bestehen und nachdem ich zwei Kinder im Manga- und Anime-Fieber habe, musste ich mit meiner Familie zu der Cosplayer-Veranstaltung nach Mannheim unbedingt hin. Fazit: Es hat sich voll gelohnt und wir kommen wieder.

Wir haben in diesem Jahr bereits die Animuc in Fürstenfeldbruck besucht und ich habe darüber gebloggt. Jetzt wollte ich die Sache zwei Nummern größer ansehen und wir kauften uns im Frühjahr bereits drei Tages Karten für die AnimagiC in Mannheim samt Hotel. Die Veranstaltung wird vom Team der Zeitschrift Animania veranstaltet. Wie meine alte Zeitschrift geht die Zeitschrift mehr und mehr den Weg zu Veranstaltungen, nachdem Print nicht mehr so gut läuft wie in alten Zeiten. Ich war also auch berufsmäßig interessiert, wie die Kolleginnen und Kollegen so ein Event aufziehen. Und es war der Hammer. Die bunt gemischte Zielgruppe kam in Scharen, zum Teil waren wunderbare Cosplayer darunter. Ich erfreute mich an ihren Outfit und wenn man nett fragte, durfte ich auch zahlreiche Bilder machen. 

 

Eine freundliche und friedliche AnimagiC

Die Stimmung war freundlich und das bei der Hitze und den Massen. Ich mag diese Art von Leuten, die ich bereits in K-Pop- und J-Pop-Konzerten kennen und schätzen gelernt habe. Da gibt es keine bösen Worte, die Besucherinnen und Besucher sind ausgesprochen höflich zueinander. Der Umgang untereinander ist rücksichtsvoll, vielleicht hat sich die japanische Mentalität auf die Besucherinnen und Besucher übertragen. Es gab kein großes Schupsen trotz Massenandrang und ich habe noch nie so viele Wörter wie „Verzeihung“, „darf ich mal bitte“ auf einer Großveranstaltung gehört. Wenn sich Schlangen bildeten, setzten sich die Wartenden einfach auf den Boden und unterhielten sich. Es war eine rücksichtsvolle Veranstaltung. 

Einkaufen auf der AnimagiC

Im Händlerbereich gab es zumeist Mangas, Anime und Figuren zum Kaufen. Der Himmel auf Erden! K1 und K2 deckten sich ein, Papa zahlt schon. Die Gattin erwarb japanisches Geschirr und ich fand eine Sonderausgabe eines Mangas, das ich sowieso mal kaufen wollte. Und ich deckte mich mit japanischen Kochbüchern aus der Mangaküche ein, werde dazu aber noch separat bloggen. Für mich das interessanteste Produkt im Händlerbereich war ein Tachikoma. Und ich geb es zu, drei Familienmitglieder haben sich Kimonos gekauft. 

Dann galt es an Veranstaltungen teilzunehmen, denn nur Einkaufen kann ich im Internet auch. Netzwerken war angesagt und schauen. Das umfangreiche Programmheft erwies sich als wunderbarer Planer. Nachdem ich mit zahlreichen Cosplayern gesprochen hatte und ihr Outfit gelobt hatte, traf ich mich mit einem Kollegen aus Bayern, der seine Tochter begleitete. Er trat als Obi-Wan auf. 

Vorträge und Workshops auf der AnimagiC

Um meinen Horizont zu erweitern, besuchte ich einige Sessions, wie beispielsweise den ausgezeichneten Workshop von Angelina Paustian über „Bento – japanische Lebensfreude in der Box“ oder „der Lolita Stil – bittersüße Mode aus Japan“. Die Vorträge und Workshops waren unterschiedlich besucht und es machte Spaß, mit den Referentinnen zu diskutieren. Mich haben die Vorträge außerordentlich inspiriert. Im nächsten Jahr will ich mir noch mehr Vorträge anhören. Die Pausen verbrachte ich übrigens im Maid Cafe und habe auch hier schon ausführlich darüber gebloggt.

Die Preisverleihung auf der AnimagiC

Aber ich war ja auch beruflich auf der AnimagiC. Nachdem ich früher für die Veranstaltung animago AWARD & CONVERENCE verantwortlich war und die Preisverleihung des animago AWARDS im Mittelpunkt stand, wollte ich sehen, wie es das Team der Animania machte.

Nun, sie machen es ganz, ganz anders mit viel mehr Rock‘n Roll. Es wurde gleich zu Beginn kräftig gesungen. Die Auszeichnungen und Gewinner der einzelnen Kategorien wurden schnell abgefeiert und es wurde mehr Zeit auf die ausländischen Gäste verwendet.

Und was ich sehr sympathisch fand, die japanischen Gäste haben sich bedankt. Die Sängerin  Konomi Suzuki sang sogar auf der Bühne sehr Ständchen zum 20. Geburtstag der Animagic. Mir hat es sehr gefallen. 

Konzerte auf der AnimagiC

Es gab auch zahlreiche Konzerte auf der Animagic. Ich besuchte ein paar von ihnen und war beeindruckt von der Qualität. Die japanische Prog-Rock-Band eufonius war mir komplett neu. Ich ließ mich auf die experimentellen Stücke ein, erwarb sofort eine CD der Band. Großartig und würde sogar ein separates Konzert der Band anschauen. 

Es gab zwei klassische Konzerte von Yuna Shinohara (Violine) und Ken Nakasako (Klavier) und die hauten mich wirklich vom Hocker. Ich dachte zunächst, dass das jugendliche Publikum gelangweilt in Saal sitzt, doch ich habe mich vollkommen geirrt. Die Jugendlichen waren begeistert von der Darbietung klassischer Musik, sie klatschten wie wild und zeugten ihre Anerkennung. Liebe Musiklehrer, so muss klassische Musik der Jugend näher gebracht werden. Ich war auf jeden Fall komplett aus dem Häuschen und erwarb auch eine CD von Yuna Shinohara und kann sie jedem empfehlen. 

Autogramme auf der AnimagiC

Schlange stehen hieß es auf der AnimagiC, wenn man ein Autogramm der Ehrengäste ergattern wollte. Die Signierstunden sind Teil des umfangreichen Programms und bei den Fans sehr, sehr beliebt. Da ich eigentlich keinen der Künstler kannte, weil ich ja nur meine Kinder zur AnimagiC begleitete, konnte ich ganz entspannt sein. Allerdings im Laufe der drei Tage kernte ich diese faszinierende Welt der Manga- und Anime-Welt kennen. Leider verfüge ich über zu wenig Fachwissen und kenne nur einige Klassiker. Aber ich bin neugierig und deckte mich mit Informationen ein. Ich besuchte Konzerte, las den einen oder anderen Manga und sprach vor allem mit Leuten. Und dann stellte ich mich an bei den zahlreichen Autogrammstunden. Yuna Shinohara Begeisterte mich und ich wechselte mit der sympathischen Künstlerin ein paar Worte, die ihr Pianist Ken Nakasako im ausgezeichneten Deutsch übersetzte. Und ein Selfie war auch möglich – danke dafür. 

Wer ein Manga oder eine DVD/Blu ray hatte, der konnte sich darauf sein Autogramm geben lassen. Ich kaufte mir CDs und ließ es mir höflich von den Musikern unterschreiben. Es gab aber auch ein Blanko-Autogramm-Blatt, das AnimagiC-Shikishi, eine universelle Autogrammkarte zum Unterschreiben – ein toller Service. Bei manchen Signierstunden durfte ich man nicht fotografieren, was ich schade fand. Bei Akihito Tsukushi, dem Schöpfer der Reihe Made in Abyss gab es beispielsweise ein solches Fotografierverbot. Wir beiden tauschten ein paar freundliche Worte über mein T-Shirt aus, auf dem Totoro abgebildet war. Ein längeres Gespräch gab es mit Angelina Paustian, einer Buchautorin von japanischen Kochbüchern. Sie schrieb mir ihr Autogramm ins Buch und drückte mir ihren japanischen Namensstempel hinein. 

Und vieles mehr

Zudem gab eine Halle, in der Nachwuchskünstler ihre Sachen anboten. So viel Kreativität auf einen Haufen. Ich bin von Stand zu Stand gegangen und habe mir angeschaut, mit welchem Engagement die Fans ihrem Hobby oder ihrer Berufung nachgehen. So eine Convention wie die AnimagiC ist großartig, um sich einen Überblick zu verschaffen. Es gab Möglichkeiten am Grafiktablett zu zeichnen oder Stifte auszuprobieren. Und ich spielte eine Partie Go gegen einen jungen Mann, der mich hoffnungslos abzockte – Spaß hat es dennoch gemacht. 

Meine Kinder haben noch einige Filmvorführungen in den zahlreichen Kinos angesehen. Leider habe ich Mary und die Blume der Hexe verpasst, der im September erst nach Deutschland kommt. Ich habe in London viel über diesen Film gelesen und werde mir wohl die Blu ray bei Erscheinen kaufen. K2 war zudem von dem Film Fireworks sehr angetan.

Diese Zusammenfassung meiner subjektiven Eindrücke ermutigen mich nächstes Jahr wieder auf die AnimagiC zu fahren. Es hat sich gelohnt und nächstes Jahr bereite ich mich besser vor und bin nicht nur das Begleitprogramm meiner Kinder. 

 

Sumo-Buch zu den Rolling Stones samt Autogramm

14. November 2014

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Kann man eigentlich Beatles- und Stones-Fan zur gleichen Zeit sein? Ja, man kann – das sehe ich an meiner Person. Wahrscheinlich war diese Streitfrage richtg heftig, als beide Bands auf ihrem Höhepunkt in den sechziger Jahren waren und sich um Hitparadenplätze stritten.
Heute sind die überlebenden Fans versöhnlicher und so kann ich als Beatles-Fan gerne auch die neueste Veröffentlichung über die Stones genießen. Und einer solchen Megaveröffentlichung bin ich gerade begegnet.
Der renommierte Taschen-Verlag hat für Fans und Sammler ein spezielles Buch über die rollenden Steine veröffentlicht. Ein fetter Bildband über die Geschichte der Stones in einer Auflage von 1600 Exemplaren – dazu wurden die Bücher signiert von Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts und Ronnie Wood. Jetzt lassen sich die Bücher ordner und im Dezember werden sie rechtzeitig zum Fest geliefert. Bildgewalig, gut recherchiert und lektoriert sowie großartig produziert sind die Bücher auf jeden Fall. Nur einen (finanziellen) Pferdefuß haben sie: Der Grundpreis liegt bei 4000 Euro. Es gibt aber Editionen mit wunderbaren Fine Art-Abzügen wie von dem einmaligen David Bailey, da kostet das Werk schon 15000 Euro. Diese Ausgabe ist übrigens schon ausverkauft, hier haben Sammler investiert, die wissen was Buch und Foto wert sind. Ingesamt gibt es sechs Art Editions, auf jeweils 75 Exemplare limitiert, mit je einem Fine Art Print.

Das Vorwort von Clinton.

Das Vorwort von Clinton.

Das Vorwort zu dem Buch hat der ehemalige US-Präsident Bill Clinton und ich wäre schon neugierig, was Bill (I never had sex with this women) Clinton über die Rolling Stones sagt. Aber noch wichtiger sind die über 500 Seiten mit Fotos von David Bailey, Cecil Beaton, Anton Corbijn, Annie Leibovitz, Helmut Newton, Norman Parkinson, Albert Watson und weiteren 60 Fotografen. Bildbände über die Stones gibt es viele, aber in dieser Form dürfte die Buchveröffentlichung einmalig sein. Zum ersten Mal konnte auch auf die privaten Archive der Rolling Stones in New York und London zugegriffen werden, die manche Überraschung zu bieten haben.

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Gewaltig ist aber nicht nur der Inhalt, sondern auch das Erscheinungsbild. Das Buch wird bei Taschen als Sumo-Buch geführt und das ist es auch: Im Format 50 auf 50 Zentimeter wird das 518seitige Buch erscheinen. Es wird geliefert in einer Schlagkassette sowie Ausklappern und Siebdruck-Kapitelopenern.

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Naja und wer jetzt Blut geleckt hat, der kann sich auch die Volksausgabe des Buches für rund 100 Euro kaufen. Da gibt es das Buch als Hardcover im Format 33 x 33 cm mit 522 Seiten, natürlich ohne Autogramme und Art Prints, aber zumindest die Bilder sind im Buch Rolling Stones die gleichen.

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Persönlicher Nachruf auf Peter Scholl-Latour

17. August 2014

Er stand für mich für eine besondere Art des Journalismus, der heute nur noch schwer zu finden ist: Peter Scholl-Latour ist tot.
Er war einer derjenigen, die mich zu meinem Beruf inspirierten, deren Berufung es war, Geschichten zu erzählen. Es gab nicht viele seiner Zunft, die so waren wie er: ganz sicher der große Peter von Zahn oder Gerd Ruge – nur um ein paar dieser Liga zu nennen.
Im Bücherregal meiner Eltern entdeckte ich sein Buch Tod im Reisfeld und damit war es um mich geschehen. So kam ich als Jugendlicher zum ersten Mal mit Indochina in Kontakt. Ich lerne eine Welt vor Vietnam kennen und war von der Erzählweise fasziniert. Es folgten weitere Bücher und mit Seinem Buch Mord am großen Fluß begriff ich erst, was die Entkolonialisierung von Afrika hieß. Peter Scholl-Latour erklärte mir die Welt und ich war ein begieriger Schüler. Noch heute hängt in meinem Arbeitszimmer ein Autogramm von ihm, für mich eine Mahnung, Geschichten zu erzählen und nicht nur KPIs zu verfolgen.
Er erklärte uns Deutschen den Islam und ich kann verstehen, dass viele die besserwissende Person Peter Scholl-Latour ablehnten. Ich nicht. Ich genoss es, wenn der alte, knorrige Haudegen die neue Reportergeneration auseinandernahm und sie runterputzte. Je älter er wurde, desto störrischer wurde er und sicherlich vergriff er sich das eine oder andere Mal in seiner Wortwahl, wenn es in der Diskussion heiß her ging. Peter Scholl-Latour teilte aus und verfügte über ein tiefes Fachwissen.

Und es war nicht nur ein Wissen aus Büchern, nein Peter Scholl-Latour sprach mit den Leuten. Er ging raus und recherchierte, holte kontroverse Meinungen ein und verarbeitete sie in seinen Artikeln, Büchern und Filmen.
Mit den modernen Strukturen scheiterte er allerdings und ich meine damit nicht soziale Medien. Ich meine damit die Strukturen der Verlagswelt. Als Chefredakteur des Stern musste er sich um Verwaltung und Auflagenzahlen kümmern – das war nicht seine Welt. Er kam aus einer Welt des Geschichtenerzählens und das ist für mich seine Kunst. Dafür und für manches andere werde ich den großen Mann des Journalismus in Erinnerung behalten. Und wenn ich im Arbeitszimmer sitze, das Autogramm von Peter Scholl-Latour sehe, dann weiß ich, warum ich diesen Beruf gewählt habe.