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Musiktipp: Kraftwerk: Trans Europa Express auf weißem Vinyl

17. November 2020

Bis Corona war ich ein ausgiebiger Nutzer der Deutschen Bahn und legte meine Fahrten grundsätzlich mit der Bahn zurück, weil ich es für sinnvoll halte und den Individualverkehr vermeiden möchte. Und die Musik, die ich beim Bahnfahren im Ohr hatte, war natürlich Kraftwerk mit ihrem Trans Europa Express. Jetzt ist dieses legendäre Album wieder auf Vinyl veröffentlicht worden – in einer Sonderauflage Trans-Europa Express in weißem 180 Gramm Vinyl. Es ist die musikalische Fassung von 2009. Und als Fan musste ich hier zuschlagen und erwarb die deutsche Ausgabe der Schallplatte.

Über den Einfluss auf die Musikwelt muss ich nichts mehr schreiben. Die Band Kraftwerk hat nach eher experimentellen Alben nun 1977 ihre Stil gefunden und die Musik auf den Kopf gestellt. Hip-Hop, Techno und Electronic wären ohne Kraftwerk unmöglich. Ich persönlich verbinde mit Trans Europa Express immer einen Besuch im Cafe Hawelka in Wien. Wie es die Legende will, war Kraftwerk auch einstmals dort und verewigte das Kaffeehaus mit den Zeilen „In Wien sitzen wir im Nachtcafé“.

Nun, ich werde mir einen schöne Tasse Bohnenkaffee machen und dem Trans-Europa Express lauschen und mich an die Fahrten mit der Bahn vor Corona erinnern. Meine Lieblingssongs sind Trans Europa Express, Schaufensterpuppen und Europa Endlos.

Besuch des Schmetterlingshauses Wien

31. Januar 2020

Es war kalt und es schneite in Wien, die Kinder hatten kein Interesse noch ein Museum anzusehen und hatten auch von Kaffeehäusern genug. Ein Grund für die ganze Familie ins Schmetterlingshaus zu gehen.
Mitten in Wien, in einem der herrlichen Jugendstilgebäude, eröffnet sich eine Oase der Ruhe und Entspannung: Das Schmetterlingshaus in dem sich schon Kaiser Franz Joseph erholt hat. Es ist eine Wohltat, die zarten und farbenprächtigen Tiere zu beobachten. Einfach auf einen Stuhl niederlassen, ein Schmetterling kommt sicher angeflogen. Hier ein Streifzug durch das Gebäude:

Das Schmetterlinghaus ist ein Schmetterlingszoo im 1. Wiener Gemeindebezirk Innere Stadt. Es befindet sich im nordwestlichen Flügel des Palmenhauses am Rand des Burggartens. Das Palmenhaus in seiner heutigen Form wurde 1901 nach Entwürfen des Architekten Friedrich Ohmann errichtet. Heute hat es die Größe von 280 Quadratmeter.  Hier ein 360 Grad Video

Neben den für mich sehr eindrucksvollen Tieren gibt es auch exotische Pflanzen in dem lichtdurchfluteten Gebäude zu sehen. Der Weg durch das Jugendstilhaus führt über Brücken neben künstlichen Wasserfällen und kleinen Teichen. Natürlich ist die Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent für die rund 400 Tiere aus 130 Arten hoch. In speziellen Kästen lässt sich zudem das Schlüpfen beobachten.

Themenrestaurant Falco in Wien – Augenweide für Falco-Fans

30. Januar 2020

Themenrestaurant Falco in Wien.

Themenrestaurant Falco in Wien.

Mit Falco habe ich lange gebraucht um warm zu werden und hab auch darüber meine Entschuldigung gebloggt. Erst spät hat mir seine Musik, seine Art, seine Kunst gefallen. Bei einem Besuch in Wien trafen sich Freude der Filmmusik zu einem Abend im Restaurant Falco – und ich war neugierig.
Nun, die erschienen Mitglieder der deutschen Fan-Gruppenseite von John Williams waren spitze und ich unterhielt mich hervorragend. Fachsimpeln und Quatschen. Das gemeinsame Abendessen fand in der Bar/Restaurant Falco statt. Es ist schön gelegen am v im Zentrum von Wien, ein paar Minuten entfernt vom Musikverein. Die Lokalität wirbt mit dem österreichischen Musiker Falco und hat allerhand fürs Auge zu bieten.

Zahlreiche Kopien der Goldenen Schallplattem hingen an den Wänden. Es war wie eine Zeitreise in meine Jugend: Rock me Amadeus, Jeanny, junge Römer, der Kommissar und wie die Hits von Falco damals alle hießen. Daneben gab es einige Musikinstrumente des Künstlers Hans Hölzl. Ob Material aus seiner Vor-Falco-Phase zu finden sind, kann ich nicht sagen. Er spielte ja auch einst bei der Band Drahdiwaberl. Sehr nett anzusehen waren die ausgestellten Kostüme von Falco.

Im Februar 2019 wurde in Wien, am Schwarzenbergplatz, ein Themenlokal zu Ehren von Falco errichtet. Das Lokal ist mit goldenen Schallplatten, privaten Fotos und der roten, mit goldenen Biesen besetzten Uniform-Jacke dekoriert. In etwa 20 % der gespielten Musik sind Lieder von Falco. Für mich eine interessante Variante eines Hardrock Cafés und wer in Wien ist und Falco mag, sollte mal hineinschauen. Die Küche ist okay. Ich habe ein Wiener Schnitzel gegessen – vom Schwein, ich denke, das sagt alles.

Eine Wiener Institution: Das Cafe Hawelka

29. Januar 2020

„Neilich sitz i umma hoiba zwa im Hawelka
Bei a poa Wuchteln und bei an Bier
Auf amoi gibts beim Eingang vuan an Mordstrara
Weu a Nackerter kummt eine bei der Tür“
Na, wer erinnert sich noch an diese Zeilen des österreichischen Sängers Georg Danzer? Sie stammen aus dem Ohrwurm „Jö schau“ aus dem Jahre 1975 und sind eine Verbeugung vor dem Wiener Kaffeehaus Hawelka. Hier hing Danzer mit seinen Künstlerfreunden ab, hier hängt heute gegenüber der Theke eine Zeichnung mit Widmung Danzers.

Widmung Georg Danzer

Widmung Georg Danzer

Wer ein wenig Kultur im Sinn hat, der muss zum Hawelka hereinschauen. So tat ich es, um mit meiner Familie eine Melange zu trinken, Apfelstrudel und Sachertorte zu essen und vor allem Atmosphäre zu genießen. Buchteln gab es erst abends. Innerhalb von Sekunden sog ich die Atmosphäre auf. Und ich finde es genial, dass ein Kaffeehaus so im kulturellem Interesse steht.

Meine Kinder saßen in der Sitzgruppe, auf der damals auch Georg Danzer in seinem Musikvideo saß. Und so hatten wir den Raum des Kaffeehauses im Blick. Es hatte sich eigentlich nicht viel seit 1975 verändert. An den Wänden Fotos, Bilder, Zeichnungen, am Eingangsbereich Plakate und die Stühle/Tische konnten so geschoben werden, wie die Gäste Platz brauchten. Renoviert wurde im Kaffeehaus nur das nötigste. Es gibt das Zitat des Gründers, das die Situation beschreibt. „Der Kaffee wär’ ned besser, wenn das Lokal moderner wär.“ Heute stehen Leopold und Josefine Hawelka mit zwei Büsten an der Seite und wachen über ihr Kaffeehaus.

Wir trafen auf Günter Hawelka, dem Sohn des legendären Cafetier Leopold Hawelka, der 2011 verstarb. Günter hat das Kaffeehaus inzwischen an seine Söhne übergeben, nimmt aber gerne die Rolle des Cafetier ein, wie einst sein Vater. Er begrüßt die Gäste, oftmals mit Handschlag, spricht, scherz, erzählt. Auch wir haben das kurze, aber intensives Gespräch mit der Wiener Legende genossen.

Ich hab ihn gefragt, wo denn Kraftwerk saß, als sie im Hawelka weilten. Da wurde er etwas verlegen und deutete in den Raum. Nicht nur Danzer, sondern auch die wichtigste Elektroband überhaupt erwähnten das Hawelka in dem Song Trans Europa Express, wenn auch nur indirekt in den Zeilen „In Wien sitzen wir im Nachtcafé.“ In einem Interview von 2004 sagte Kraftwerk-Gründer Ralf Hütter: „Wir machen Alltagsmusik. »Trans-Europa-Express«, »Autobahn«, »In Wien sitzen wir im Nachtcafé« – das ist übrigens das Café Hawelka, den Namen haben wir nie genannt, 1976 war das. Musik zum Alltag.“ In einem frühen Video von Kraftwerk gibt es eine Aufnahme der Band vor dem legendären Café Hawelka.

Hier noch ein paar Eindrücke aus dem wunderbaren Café.

Wien: Der Stephansdom braucht ne neue Orgel und hat nen Hahn

28. Januar 2020

Der Stephansdom im Schnee.

Der Stephansdom im Schnee.

Wer Wien besucht, der absolviert auch einen Besuch im Stephansdom. Das haben wir bei unserem Wien-Tripp freilich auch gemacht. Uns ging es um den Hahn auf dem Dach des Doms. Meine Gattin sammelt Hähne (ja ich weiß) und betreibt den Blog Hahnologie. Und weil der Hahn auf dem Stephansdom eine nette Geschichte hat, brauchten wir ein Bild vom Hahn. Die Geschichte gibt es beim Blog der Gattin nachzulesen.

Der Hahn auf dem Stephansdom .

Der Hahn auf dem Stephansdom .

Das Wetter war neblig, es schneite und wir hatten nur das Smartphone als Fotoapparat dabei – also war die ganze Fotografiererei eher unterirdisch. Nächstes Mal wird die Drohne eingepackt und der Hahn näher fotografiert.

Und weil wir gerade da waren, schauten wir in den Dom auch hinein. Im Moment läuft ein großer Spendenaufruf „Rettet die Riesenorgel“. Die Orgel heißt Riesenorgel, aber nicht weil das Instrument so groß ist, sondern wegen des darunterlegenden Riesentors, dem Hauptportal von St. Stephan.
Warum muss die Orgel gerettet werden? Nun, seit 1991 ist die Orgel stumm. Der Kulturschatz soll wieder zum Leben erweckt werden.
Beim Dombrand vom April 1945 wurde die alte Riesenorgel aus dem Jahr 1886 zerstört. Sie stammte übrigens aus der gleichen Werkstatt wie die Orgel des Doms zu Riga über die ich unlängst gebloggt habe. Die Nachfolgeorgel von Johann Kaufmann wurde 1960 geweiht, doch es gab akustische Probleme und 1991 ging dann gar nichts mehr. Die Orgel blieb stumm.

Und nun soll Ostern 2020 die Orgel wieder spielen. Sie bekommt ein neues Klangkonzept und eine optimierte technische Anlage der Orgelbaufirma Reger. Durch den Zusammenschluss der Domorgel (55 Register) und der Riesenorgel (125 Register) wird es erstmals in der Geschichte des Doms möglich sein, den Raum von einem Zentraltisch klanglich auszufüllen. Die Premiere soll am 12. April 2020 sein.
Bis dahin wird Geld gesammelt. Ich hab ein paar Euro in die Büchse geworfen. Wer übrigens mehr als 500 Euro spendet, der kann eine Originalorgelpfeife erhalten, die beim Umbau ausgebaut und ersetzt wurde. Die Pfeifen sind aus Metall und zwischen 20 Zentimeter und 2 Meter groß.

Autogramm-Jagd auf John Williams und Anne-Sophie Mutter im Musikverein Wien

20. Januar 2020

Ein Traum geht in Erfüllung: John Williams, Anne-Anne Sophie Mutter und die Wiener Philharmoniker im Musikverein Wien.. Foto: Lange

Ein Traum geht in Erfüllung: John Williams, Anne-Anne Sophie Mutter und die Wiener Philharmoniker im Musikverein Wien.. Foto: Lange

Ja, ich verehre John Williams als den besten lebenden Filmkomponisten und ich wäre stolz, wenn ich ein Autogramm vom Meister bekommen würde. Ich weiß nicht warum, aber es würde mich stolz machen. Bei seinem Konzert in Wien hab ich vielleicht die Chance. Doch wie sollte ich das anstellen? Wie sollte ich sein Autogramm bekommen? Ich stand auf keiner Gästeliste, Meet and Greet-Karten gab es für mich auch nicht, was sollte ein einfacher Fan also machen? Ich habe meine Eindrücke in diesem Video zusammengefasst:

Auswahl an Scores – was nehme ich mit?
Im Vorfeld meiner Wien-Reise zum Konzert im Goldenen Saal des Musikvereins sichtete ich erst einmal meine Scores von John Williams, unter auch meine verschiedenen Star Wars-Ausgaben. Eine LP mitzunehmen schied aus Platzgründen aus, so blieben die gleich im Archiv. Also nur CDs hervorgesucht. Ich entschied mich für Jaws, Empire Strikes Back, Nixon und natürlich Across the Stars, falls mir Anne-Sophie Mutter über den Weg laufen sollte. Dazu einen Edding mit silberner Farbe zum Unterschreiben.

Warten vor dem Hotel Imperial
Wo ist Williams am besten anzutreffen? Aus Facebook wusste ich, dass er im Hotel Imperial nächtigt (wo er wahrscheinlich den Imperial March hört – Sparwitz). Das Hotel befindet sich genau gegenüber des Künstlereingangs des Musikvereins. Williams und Gefolge mussten nur durch die Türe des Hotels raus, die Straße überqueren und zur Türe des Musikvereins rein. Und da würde ich ihn abpassen. So war mein Plan.

Auf die Idee kamen rund 50 andere John Williams Fans übrigens auch. Also warteten wir geduldig vor dem Konzerthaus. In Wien begann es derweil zu schneien. Das Konzert begann um 15:30 Uhr. Ich war mit meiner Familie gegen 14 Uhr vor dem Musikverein und postierte mich strategisch. K2 stattete ich mit dem Stift und den Covers meiner Scores aus. Wenn Williams Autogramme gibt, dann eher meiner Tochter als mir alten Mann. Der Rest der Familie wartete mit ihren Smartphone auf den großen Moment.
Wir Fans brachten uns in Stimmung und in Stellung. Viele hatten schöne LP-Covers dabei. Ich habe seltene Star Wars-Aufnahmen gesehen. Es wurde in allen Sprachen gefachsimpelt und dabei die Tür des Imperial im Auge behalten. Immer wieder fuhren Taxis vor und die Musikerinnen und Musiker der Wiener Philharmoniker steigen aus und bahnten sich den Weg durch die wachsende Fanmenge in der ich auch ganz vorne stand.
Wenn sich die Tür des Hotel Imperial öffnete, dann ging ein Raunen durch die Menge. Ist er es? Aber es waren in der Regel nur Hotelgäste, die über den Rummel etwas verwundert waren. Dann gab es auch Menschen aus dem Umfeld der Künstler, die ich nicht kannte, aber die wichtig zu sein schienen. Und dann kam auch noch die Security, darunter ein freundlicher Österreicher und ein finster dreinblickender US-Sicherheitsmann mit Knopf im Ohr.
Die Uhr rückte vor und meine Familie wurde langsam nervös. Wann erscheint der Meister und würden wir ein Autogramm bekommen? Und würden wir es dann noch rechtzeitig in den Goldenen Saal schaffen? Wir mussten schließlich unsere nassen Mäntel an der Garderobe abgeben und den Platz suchen. Meiner Gattin wurde es schließlich zu kalt und zu bunt und zog mit K1 ab. K2 und ich harrten noch aus.
Gegen 15:15 Uhr trat dann die Security auf den Plan. Der Eingang vom Hotel wurde geräumt und eine Gasse gebildet. Auch vor dem Künstlereingang wurde der Weg freigemacht. Wir Fans wussten: Es geht gleich los. Fotoapparate wurden gezückt, Smartphones eingeschaltet, Stifte bereit gehalten – es würde schnell gehen, doch wir waren bereit.
Und dann kam es anders. Ein BMW kam mit hohem Tempo um die Ecke gefahren. Aufgrund des Schneefalls hatte der Meister beschlossen mit dem Auto die paar Meter zu fahren. Das Tor des Künstlereingangs öffnete sich, der BMW fuhr hinein und darin wohl John Williams – gesehen hab ich ihn nicht. So eine Pleite: Kein Autogramm, kein Blick, dafür komplett nass und durchgefroren. Also ab in den Musikverein – wir hatten nur noch 15 Minuten bis Konzertstart.

Goldener Saal des Musikvereins Wien

Über das Konzert blogge ich noch separat. Nur soviel: Es war schlichtweg genial und hat mich tief berührt. Es gab fünf Zugaben. Nach dem Konzert traf sich die John Williams Facebook-Fangruppe noch in einem Restaurant zum Meinungsaustausch. Da es noch ein wenig Zeit bis dahin war, schaute ich mit meiner Frau den wunderbaren Goldenen Saal des Musikvereins an. Wir genossen die Atmosphäre, während sich der Saal immer mehr leerte. Hier finden die Neujahrskonzerte statt, zu denen wir eigentlich immer mal wollten, aber nie Karten bekommen hatten. Nun, bei John Williams hat es geklappt und ich war dankbar.

Backstage bei Anne-Sophie Mutter
Beim Hinausgehen ging meine Frau zur Garderobe und traf sich mit den Kindern. Ich wollte nochmal mein Glück versuchen und hinter die Bühne kommen. Ich wollte schließlich mein Autogramm von John Williams. Also suchte ich den Backstage-Bereich, wo ein paar Fans warteten. Die Security versperrte uns den Weg. Eintritt nur, wer auf der Gästeliste stand. Wenn die Tür aufging, konnten wir einen Blick erhaschen. Aber für mich gilt die umgedrehte Regel von Herbert Wehner. Wer reingeht, der kommt auch wieder raus. Also warten war angesagt.

Nun, John Williams wurde abgeschirmt und nahm einen anderen Ausgang – wohl wieder zum Auto. Aber Anne-Sophie Mutter stand auf einmal mit ihrem Geigenkoffer da und wollte nach getaner Arbeit nach Hause. Da musste sie an ein paar Fans und damit mir vorbei. Ich hatte ja das Cover zu Across the Stars dabei, bat sie um ein Autogramm. Zunächst war die Geigerin genervt, aber dann sofort wieder Profi und unterschrieb. Ihr Sohn schaute zu und grinste, wie Mama Mutter sich den Weg durch uns Fans bahnte. Der junge Mann hatte das Glück, sich lange mit John Williams zu unterhalten – ich bin neidisch und sagte es ihm auch. Ich wünschte ihm viel Erfolg, machte ein Selfie mit seiner Mutter. Anne-Sophie Mutter unterschrieb noch ein paar LP-Cover und ging ab durch die Mitte mit ihrem Gefolge.

Wunderbarer Abend mit John WIlliams und Anne-Sophie Mutter

Nun, von John Williams habe kein Autogramm und das ist sehr, sehr schade. Von Anne-Sophie Mutter habe ich eines und das freut mich sehr. Das nächste Konzert von John Williams ist in Pittsburgh im Juni. Aber nein, das ist wohl zu weit. Zurück bleibt die Erinnerung an einen wunderbaren Abend im Musikverein Wien mit John Williams, Anne-Sophie Mutter und den Wiener Philharmonikern.

Vielen Dank für das geniale Konzert. Foto: Lange

Vielen Dank für das geniale Konzert. Foto: Lange

Buchtipp: Prater von Helfried Valenta

5. März 2017

Macht Lust auf Wien. Prater Kupferne Nächte

Macht Lust auf Wien. Prater Kupferne Nächte

„Gibt es eigentlich einen Ort, der einsamer ist, als ein Vergnügungspark nach Mitternacht?“ Diese Frage stellt Peter Lindhorst bei dem sehenswerten Fotobuch Kupferne Nächte Prater von Helfried Valenta.
Ich entdeckte das Buch in einem Regal einer Buchhandlung, blätterte es durch und kaufte es sofort, weil mir die Idee absolut gefällt. Was passiert in einem Vergnügungspark, wenn die Gäste gegangen sind? Wenn der Krach der Musik verklungen, wenn die unterhaltungswütigen Besucher gegangen und wenn die Fahrgeschäfte stehen, was passiert dann in dieser Stille? Diese Stille und die damit verbunden Stimmung wirkt sich auf die Bilder von Helfried Valenta aus. Mit Langzeitbelichtung und Stativ rückt der den Motiven zu Leibe und erzeugt eine eigenartige Stimmung. Das Restlicht von Wien erhellt die Fahrgeschäfte des Praters und sorgt für eine seltsame Atmosphäre.


Vielleicht bin ich schon verdorben von Hollywood-Schnund und B- und C-Movies, die auf Jahrmärkten spielen. Hier verstecken sich mutige und pubertierende Jugendliche, um Mutproben und erotische Abenteuer zu erleben und der Vergnügungspark verwandelt sich in einen Ort der Angst und des Schreckens. Tope Hooper, Rob Zombie und ähnliche Schreckgespenster auf dem Regiestuhl drängen sich mir hier auf, als ich die Bilder betrachtete. Dabei strahlen die Fotos von Helfried Valenta eine Ruhe und eine Melancholie aus, die wunderbar in Szene gesetzt wurde. In mir kommt der Wunsch auf, die gleiche kupferne Atmosphäre zu genießen, nahezu aufzusaugen wie ein Schwamm. Beim Durchblättern des gelungenen Buches mag ich vor allem die verlassenen Figuren: Der Teufel, der Matrose, die Krake. Sie sehen so traurig aus, so einsam.
Das Buch macht Lust auf Fotos und das ist bei all der Melancholie eine wirklich positive Begleiterscheinung. Ich kann dieses Buch wirklich empfehlen, all den Fotofreunden, all den Wienfreunden und all den Melancholikern.

Persönlicher Nachruf: Herbert Mair ist tot

23. September 2013

Gerade erfuhr ich, dass am 13. September 2013 mein langjähriger Kollege Herbert Mair verstorben ist. Herbert Mair war lange Zeit ARD-Korrespondent in Wien und arbeite später für andere Häuser. Ich habe ihn immer wieder bei Veranstaltungen getroffen, als er über sein Steckepferd, den Nahen Osten, referierte.

Herbert Mair im Jahre 2006 bei einem Vortrag über den Nahen Osten.

Herbert Mair im Jahre 2006 bei einem Vortrag über den Nahen Osten.

Der Kontakt zu ihm war zunächst rein geschäftlich. Er trat unter anderem als Referent bei meinen Schülerzeitungsseminaren der Hanns Seidel Stiftung auf. Er referierte vor Schülern sehr anschaulich über die Entwicklungen im Nahen Osten. Und seine Art kam bei den Schülern sehr gut an, denn er verband sein Fachwissen mit allerhand persönlichen Geschichten und Eindrücken. Er konnte sehr leidenschaflich und engagiert bei seinen Ausführungen sein, dann wieder hoch professionell analytisch – ein Journalist der alten Schule.

Schüler aus Niederbayern erstellten mit den Infos von Herbert Mair eine Seminarzeitung.

Schüler aus Niederbayern erstellten mit den Infos von Herbert Mair eine Seminarzeitung.

Die Schüler durften dann aus den Ausführungen von Herbert Mair eine Seminarzeitung schreiben und layouten. Durch diese Arbeit lernten wir uns näher kennen. Herbert Mair konnte faszinierend erzählen und lieferte auch so manchen unkonventionellen Blick auf die Entwicklungen im Nahen Osten. Gerade diese andere Sichtweise war für mich persönlich sehr interessant. Ich durfte Herbert Mair in Sachen Soziale Netzwerke beraten, denn in dieser Welt des Journalismus war er noch unsicher. Aber er erkannte als Profi den Medienwandel und wollte sich beruflich neu aufstellen.

Nach einem Aufenthalt in der Intensivstation wechselte er vor kurzem in die Reha und war auch zuversichtlich. Überraschend für mich verstarb er am 13. September 2013.

 

Tanzvideo, das Spaß verbreitet: Where the hell is Matt?

1. Juli 2012

Auch wenn meine Frau es nicht glauben mag, ich mag tanzen. Ok, ich bin sicher kein Fred Astaire und ich bewege mich eher wie ein Holzklotz. Aber egal. Tanzen bringt Freude. Leute beim Tanzen zu zusehen, ist immer ein Erlebnis. Und ich liebe Matt Haring und seinen Tanz. Ursprünglich war Matt ein Spieleprogrammierer aus Australien. Sein Traum war aber immer Tanz. Er fand einen Sponsor und tanzte sich durch die Welt. Großartig welchen Spaß dieser Kerl verbreitet. Wo Matt auftaucht, ist gute Laune angesagt. Er beobachtet die Tanzformen seiner Gastländer und arbeitet sie in seinen Tanz ein. In Wien und Dresden war Matt Haring vor Ort und tanzte um die Wette. Inzwischen ist Matt Haring durch das Internet mit seiner Serie „Where the hell is Matt?“ ein Star geworden. Und es freut mich, dass wieder einer seinen Traum verwirklichen konnte. Das gibt Mut und das Betrachten des Videos macht Spaß. Die Musik ist „Trip the Light Fantastic“ und heißt etwa „das Tanzbein schwingen“.