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Podcast Seitensprung (7): Wenn Bücher baden gehen – „Seitensprung“ über Schäden, Verantwortung und Neues aus der Bücherei

22. September 2026

Bücher, CDs und DVDs gehen durch viele Hände. Sie werden gelesen, gehört, angeschaut, mit nach Hause genommen und anschließend wieder in die Gemeindebücherei Maisach zurückgebracht. Meist funktioniert das problemlos. Doch manchmal kommt ein Buch mit Wasserschaden zurück, eine CD ist zerkratzt oder in einem Bilderbuch wurde mit Buntstiften gemalt. Genau darum geht es in der neuen Folge des Podcasts „Seitensprung“ der Gemeindebücherei Maisach. Büchereileiterin Beate Seyschab und Journalist Matthias J. Lange sprechen über beschädigte Medien, Verantwortung, die neue Büchereisatzung – und natürlich über die nächsten Veranstaltungen.

„Wir sind relativ streng“, erklärt Beate Seyschab mit Blick auf beschädigte Medien. Das habe einen einfachen Grund: „Wir möchten unseren Bestand möglichst lange gut erhalten. Das sind Steuergelder, die wir dafür verwenden.“ Gerade angesichts knapper werdender öffentlicher Mittel könne eine Bücherei beschädigte Bücher oder andere Medien nicht einfach unbegrenzt ersetzen. Und hier der Podcast:

Dabei geht es keineswegs nur um spektakuläre Schäden. Manchmal sind es umgeknickte Ecken, Kaffeeflecken, Sand zwischen den Seiten oder kleine Kritzeleien. Bei Bilderbüchern fehlen gelegentlich sogar Seiten. Bei CDs und DVDs ist die Kontrolle schwieriger, weil das Team natürlich nicht jedes zurückgegebene Medium komplett abspielen kann. Deshalb ist die Bücherei auch auf die Mithilfe ihrer Nutzerinnen und Nutzer angewiesen.

Entscheidend ist für Seyschab vor allem ein offener Umgang mit Missgeschicken. Denn natürlich kann immer etwas passieren. Ein Buch fällt herunter, ein Getränk wird verschüttet oder ein Kind entdeckt eine Buchseite als Zeichenfläche. Problematisch wird es erst, wenn ein offensichtlicher Schaden abgestritten oder verschwiegen wird.

„Wir sind alle nur Menschen und es passiert etwas“, sagt Seyschab. „Es gehört auch dazu, dass man Fehler macht. Aber es gehört auch dazu, dass man zu seinen Fehlern steht.“

Eine ihrer Lieblingsgeschichten aus dem Büchereialltag handelt von einem Bilderbuch, das mit einem roten Buntstift ausgiebig bemalt worden war. Auf den Schaden angesprochen, habe die betreffende Nutzerin „Stein und Bein geschworen“, dass es in ihrem Haushalt überhaupt keine roten Buntstifte gebe. Geschichten wie diese gehören offenbar zum Alltag einer Bücherei – ebenso wie ein Reiseführer, der bei der Rückgabe noch deutlich von einem unfreiwilligen Kontakt mit Wasser gezeichnet war.

Nicht erwischt bedeutet nicht nicht bemerkt
Dass bei der Rückgabe zunächst niemand etwas sagt, bedeutet übrigens nicht, dass ein Schaden unentdeckt bleibt. Bei der Menge der täglich zurückgegebenen Medien kann das Team nicht jedes Buch sofort Seite für Seite untersuchen. Manche Schäden fallen deshalb erst bei einer späteren Prüfung auf.

„Wir rufen dann an“, erklärt Seyschab. Bei regelmäßigen Besucherinnen und Besuchern werde das Problem auch beim nächsten persönlichen Kontakt angesprochen. Dabei gehe es keineswegs darum, aus einem beschädigten Buch ein Drama zu machen. Viele Betroffene reagierten vernünftig und erklärten schlicht: „Geben Sie mir die ISBN-Nummer, ich kauf’s.“

Bei erheblichen Schäden ist das Prinzip einfach: Das Medium wird ersetzt. Ein durch Wasser stark beschädigtes Buch beispielsweise scheidet in der Regel aus dem Bestand aus. Wasser hinterlässt nicht nur unschöne Flecken. Es kann auch die Bindung und den Klebstoff beschädigen, sodass sich später einzelne Seiten lösen.

Wird ein Buch ersetzt, erhält die betreffende Person das beschädigte Exemplar. „Wir tauschen quasi aus, wir bereichern uns nicht“, betont Seyschab. Bei älteren Medien wird dagegen individuell entschieden. Ein Buch, das bereits zahlreiche Ausleihen hinter sich hat, wird anders bewertet als ein fast neues Exemplar.

Besondere Schwierigkeiten entstehen, wenn ein beschädigtes Buch gar nicht mehr lieferbar ist. Gerade bei regionalgeschichtlichen Veröffentlichungen kann das zum Problem werden. Lange verweist auf Bücher zur Geschichte Maisachs und des Landkreises: Solche Titel mögen keinen hohen materiellen Marktwert besitzen, können aber nicht ohne Weiteres nachgekauft werden. Geht ein solches Buch dauerhaft verloren, „dann fehlt Kultur in der Gemeinde“, bringt Lange die Bedeutung dieser Bestände auf den Punkt.

Eine neue Satzung für die Bücherei
Neben dem Umgang mit beschädigten Medien gibt es in der neuen „Seitensprung“-Folge ein zweites Verwaltungsthema: Die Gemeindebücherei bekommt eine aktualisierte Satzung.

Spektakuläre Veränderungen müssen die Nutzer allerdings nicht befürchten. Vielmehr wurden Regelungen angepasst, die im Laufe der Jahre schlicht überholt waren. So gab es in den früheren Räumen beispielsweise einen Taschenschrank, in dem Besucher ihre Taschen einschließen sollten. Dieser verschwand mit dem Umzug. Auch ein früher vorhandener öffentlicher Internetarbeitsplatz existiert heute nicht mehr.

Zugleich haben sich Angebot und Medienbestand der Bücherei verändert. Neue Medienformen kamen hinzu, andere verloren an Bedeutung. Auch die Regelungen zur Ersatzbeschaffung beschädigter Medien wurden ausführlicher gefasst.

Eine kleine Überraschung kündigt Seyschab ebenfalls an: Ein neues Medium soll künftig Einzug in die Gemeindebücherei halten. Welches das sein wird, möchte die Büchereileiterin allerdings noch nicht verraten. Langes scherzhafter Vorschlag, künftig endlich Super-8-Filme auszuleihen, dürfte es eher nicht sein.

Eine konkrete Änderung betrifft dagegen die Versäumnisgebühren. Sie steigen von bisher zehn auf künftig 20 Cent pro Tag und Medium. Seyschab verweist darauf, dass die Gemeindebücherei damit weiterhin vergleichsweise moderat bleibe. Andere Bibliotheken verlangten teilweise zusätzliche Gebühren etwa für Vorbestellungen oder bestimmte Neuerscheinungen. Solche Leistungen bleiben in Maisach kostenfrei.

„Ich bin seit 15 Jahren hier und da sind immer diese zehn Cent gewesen“, sagt Seyschab. Nach dieser langen Zeit sei eine Anpassung vertretbar.

Vorlesen, Harry Potter, Basteln und Krimis
Neben Satzungen, Gebühren und beschädigten Büchern soll natürlich das eigentliche Leben in der Bücherei nicht zu kurz kommen. Und deshalb gibt es wieder zahlreiche Veranstaltungen.

Am 24. September steht von 15 bis 16 Uhr die nächste Vorlesestunde für Kinder ab vier Jahren auf dem Programm. Am 30. September folgen die „Maisacher Gespräche zur Popkultur“. Dieses Mal dreht sich unter dem Motto „Zwischen Zauberstab und Magie – Warum uns Harry Potter bis heute verzaubert“ alles um das weltweite Phänomen rund um Hogwarts, Harry, Hermine und Ron.

Auch der Oktober startet mit einem abwechslungsreichen Programm. Am 8. Oktober wird von 15 bis 16.30 Uhr Herbstdekoration gebastelt. Eingeladen sind Kinder ab sechs Jahren, die Schere, Stift und Kleber mitbringen sollen. Am 13. Oktober folgt von 15 bis 15.30 Uhr die englische Vorlesestunde.

Kriminell wird es schließlich am 14. Oktober um 20 Uhr. Bei der Krimilesung „Beichte und Bestechung“ wird ein Gemeinschaftswerk mehrerer Autorinnen vorgestellt. Voraussichtlich werden mehrere der beteiligten Schriftstellerinnen in der Gemeindebücherei zu Gast sein. Der Eintritt ist frei.

Gerade die Entstehung eines gemeinsam geschriebenen Romans macht Matthias J. Lange neugierig. Als Autor kenne er das Schreiben vor allem als eher einsame Tätigkeit. Bei Fachbüchern lasse sich die Arbeit noch relativ einfach auf einzelne Kapitel verteilen. Bei einem Krimi stelle sich dagegen die spannende Frage, wie unterschiedliche Schreibstile zu einer gemeinsamen Erzählung zusammenfinden.

Auch Seyschab freut sich auf den Abend. Zu den beteiligten Autorinnen gehört Thea Lehmann, die bereits mehrfach in Maisach zu Gast war. „Ich bin wirklich sehr gespannt“, sagt die Büchereileiterin.

So führt die neue „Seitensprung“-Folge einmal mehr mitten hinein in den Alltag der Gemeindebücherei Maisach. Und dieser Alltag besteht eben nicht nur daraus, Bücher ins Regal zu stellen und wieder herauszugeben. Eine Bücherei verwaltet öffentlich finanziertes Kulturgut, bewahrt regionale Literatur, organisiert Veranstaltungen und schafft einen Ort der Begegnung.

Und die vielleicht wichtigste Botschaft dieser Folge ist erstaunlich einfach: Wenn einem ein ausgeliehenes Buch tatsächlich einmal in die Badewanne fällt, ist das ärgerlich – aber kein Weltuntergang. Nur sollte man anschließend so ehrlich sein und es der Bücherei sagen.

Rückblick auf meine Matinee: The Breakfast Club

21. August 2026

„The Breakfast Club“ ist weit mehr als ein Jugendfilm der 80er-Jahre. Es ist ein Film über das Erwachsenwerden, über den Druck von Eltern, Schule und Gesellschaft, über Einsamkeit, Unsicherheit und den Wunsch, endlich gesehen zu werden. Regisseur John Hughes schafft es, mit wenigen Räumen und einer scheinbar einfachen Ausgangssituation ein zeitloses Kammerspiel über Jugend, Identität und Verletzlichkeit zu erzählen. Ich durfte meine Matinee im Scala über den Film halten. Die nächste Matinee findet am Sonntag 30. August mit dem John Hughes-Film Ferris macht blau statt. Karten gibt es hier.

Um was gehts? Ein Samstag in der Schule. Fünf Jugendliche, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben wollen. Ein Streber, ein Rebell, eine Prinzessin, ein Sportler und eine Außenseiterin. Sie alle müssen nachsitzen – und glauben zunächst, genau zu wissen, wer die anderen sind. Doch im Laufe dieses einen Tages bröckeln die Fassaden. Aus Vorurteilen werden Gespräche, aus Abwehr wird Nähe, aus Rollenbildern werden Menschen. Der Film lebt von seinen Figuren. Jede und jeder von ihnen scheint zunächst ein Klischee zu sein: Brian, der pflichtbewusste Musterschüler; Bender, der aufmüpfige Provokateur; Claire, das beliebte Mädchen aus gutem Haus; Andrew, der erfolgreiche Sportler; und Allison, die stille Außenseiterin. Doch je länger sie miteinander eingeschlossen sind, desto klarer wird: Hinter jeder Maske steckt Angst. Angst, nicht zu genügen. Angst, enttäuscht zu werden. Angst, nicht dazuzugehören. Hier die Aufzeichnung meines Vortrags.

Gerade deshalb wirkt „The Breakfast Club“ bis heute so stark. Der Film nimmt junge Menschen ernst. Er belächelt ihre Probleme nicht, sondern zeigt, wie schwer es sein kann, in eine Rolle gedrängt zu werden – und wie befreiend es ist, diese Rolle für einen Moment abzulegen. Dabei ist der Film mal witzig, mal bitter, mal rebellisch und immer überraschend ehrlich.

Die nächste Matinee findet am Sonntag 30. August mit dem John Hughes-Film Ferris macht blau statt. Karten gibt es hier.

Drei Jahre voller Herzblut: Wie das Bistro SixtyFour zu Maisachs zweitem Wohnzimmer wurde

17. August 2026

Was mit Mut, Zweifeln und einem unterschriebenen Mietvertrag begann, ist heute aus Maisach kaum noch wegzudenken: Das Bistro SixtyFour feiert seinen dritten Geburtstag. Im BistroTalk sprechen Ruby und Uwe Flügel mit Matthias J. Lange über schwierige Anfänge, treue Stammgäste, norddeutsche Frikadellen und das besondere Gefühl, einen Ort geschaffen zu haben, an dem Menschen zusammenkommen.

Noch stehen die Stühle ordentlich an den Tischen, der Gastraum wirkt ruhig und aufgeräumt. Doch in wenigen Stunden soll davon nicht mehr viel zu sehen sein. Dann wird das Bistro SixtyFour in der Maisacher Zentrumspassage seinen dritten Geburtstag feiern – mit zusätzlichen Tischen, besonderen Speisen, Musik und zahlreichen Gästen. Für Ruby und Uwe Flügel ist dieser Tag mehr als nur ein Betriebsjubiläum. Er ist der Beweis dafür, dass aus einer mutigen Idee ein lebendiger Treffpunkt für Maisach geworden ist. Hier der BistroTalk als Stream

Im live aus dem Bistro übertragenen BistroTalk blickten die beiden Inhaber gemeinsam mit Moderator Matthias J. Lange auf drei bewegte Jahre zurück. Unterstützt wurde die Jubiläumsausgabe vom Zentrum für Gesundheit Dombo. Selbst aus Florida hatte sich ein Zuschauer angekündigt. Der Maisacher BistroTalk war damit an diesem Nachmittag zumindest digital auch international.

Ruby Flügel beschreibt ihre Gefühle beim Blick durch den Gastraum als Mischung aus Stolz, Erleichterung und Erinnerung an schwierige Zeiten. „Wenn ich zurückdenke, als wir damals aufgemacht haben, und mir jemand gesagt hätte, dass wir nach drei Jahren zusätzliche Tische reinstellen müssen, hätte ich das für völlig verrückt gehalten“, sagte sie. Inzwischen haben sich die Flügels eine große Zahl an Stammgästen aufgebaut. Für das Jubiläum reichten die regulären Plätze nicht mehr aus.

Uwe Flügel hoffte vor Beginn des Festes vor allem auf eines: „Dass alle Tische gefüllt sind, dass es voll ist, Leben in die Bude kommt und wir ordentlich zusammen feiern können.“ Es ist ein Satz, der viel über das Selbstverständnis des SixtyFour verrät. Das Bistro will nicht nur Speisen und Getränke verkaufen. Es will ein Ort sein, an dem Menschen miteinander reden, lachen, diskutieren und sich willkommen fühlen.

Zwischen Glücksgefühl und Existenzangst
Als die Flügels vor drei Jahren erstmals den Schlüssel für die Räume in den Händen hielten, überwog zunächst die Freude. Doch sie war von Respekt und Unsicherheit begleitet. „Man hatte auch ein bisschen Angst, ob der Laden jemals voll wird und ob wir als Zugereiste überhaupt anerkannt werden“, erinnerte sich Uwe Flügel.

Der endgültige Punkt ohne Rückkehr war die Unterzeichnung des Mietvertrags. Monatelang hatten Ruby und Uwe Flügel überlegt, geplant und verhandelt. Mit der Unterschrift war klar: Jetzt musste das Konzept funktionieren.

Der Wunsch nach einer eigenen Gastronomie war allerdings schon deutlich älter. Als das Paar 2010 aus Göttingen nach München zog, gab es bereits die Idee, irgendwann ein kleines Café zu eröffnen. Es dauerte noch mehr als ein Jahrzehnt, bis daraus Realität wurde. Dass die Eröffnung erst nach der Corona-Pandemie erfolgte, sehen die beiden rückblickend als glückliche Fügung. Die Menschen hatten wieder Lust, auszugehen, sich zu treffen und Gastronomie zu erleben. „Als Anfänger hätten wir die Pandemie wahrscheinlich nicht überlebt“, sagte Ruby Flügel offen.

Seit 2020 lebt das Paar in Maisach. Die Suche nach einem Standort in der eigenen Gemeinde war deshalb auch eine praktische Entscheidung. Kurze Wege waren ein wichtiger Vorteil. Über Bekannte erfuhren sie, dass die Räume des früheren Familiencafés in der Zentrumspassage frei werden sollten.

Beim ersten Besuch war die Begeisterung über die Größe der Räume ebenso groß wie die Sorge, ob sich das Projekt bewältigen lassen würde. Vieles entstand anschließend in Eigenleistung. Die Theke und zahlreiche weitere Einbauten fertigte Uwe Flügel selbst. Auch die vielen Pflanzen im Gastraum tragen seine Handschrift.

Unterstützung aus Maisach
Die Erfahrungen mit den Behörden fielen unterschiedlich aus. Von der Gemeinde Maisach, dem Bürgermeister, den Vermietern und Unterstützern aus dem Ort hätten die Flügels viel Hilfe erfahren. Schwieriger seien manche Abstimmungen mit dem Landratsamt gewesen. Ursprünglich geplante längere Öffnungszeiten wurden nicht genehmigt, außerdem mussten verschiedene Auflagen erfüllt werden.

Besonders die Unterstützung der Vermieter und engagierter Maisacher sei in dieser Phase entscheidend gewesen. „Ohne diese Hilfe hätten wir vielleicht sehr früh gesagt, dass wir nicht weitermachen“, erklärte Ruby Flügel. Gerade als Neulinge in der Gemeinde sei es wichtig gewesen, Menschen an der Seite zu haben, die an das Vorhaben glaubten.

Denn nicht alle Reaktionen waren positiv. Zu Beginn hätten manche vorhergesagt, das Bistro werde sich nicht halten können. Drei Jahre später sind diese Zweifel weitgehend verstummt.

Eine Theke als Mittelpunkt
Ein zentrales Element des SixtyFour ist die große Theke. Für Uwe Flügel war sie von Beginn an unverzichtbar. In vielen Restaurants hatte ihm ein Platz gefehlt, an dem Gäste auch ohne Essen einfach ein Bier trinken und mit dem Barkeeper sprechen können. Heute ist die Theke besonders an Wochenenden oft dicht besetzt.

Dass sie inzwischen teilweise zweireihig umlagert ist, zeigt, wie gut die Idee funktioniert. Hier werden nicht nur Getränke ausgeschenkt. Hier entstehen Gespräche, Bekanntschaften und Diskussionen. Es geht um Fußball, Kommunalpolitik, Kunst, Musik und das Leben in Maisach.

Auch die Getränkekarte hat sich deutlich entwickelt. Gestartet wurde mit rund zehn Cocktails, inzwischen umfasst das Angebot etwa 20 bis 22 Varianten, ergänzt durch saisonale Cocktails und Spritzgetränke. Viele Gäste kommen gezielt wegen der Cocktails ins Bistro.

Das helle Bier gehört weiterhin zu den stärksten Umsatzbringern. Entgegen dem allgemeinen Rückgang des Bierkonsums kann das SixtyFour seine vereinbarten Absatzmengen regelmäßig übertreffen. Auch Weißbier wird inzwischen frisch vom Fass gezapft.

Ein dritter Zapfhahn soll künftig für wechselnde Saisonbiere genutzt werden. Denkbar sind Märzen, Sommer- oder Winterzwickel sowie Oktoberfestbier. Nach dem Erfolg von Guinness und Kilkenny bei einem irischen Abend können sich die Flügels außerdem vorstellen, solche Spezialitäten häufiger anzubieten.

Freundlichkeit als wichtigste Qualifikation
Gastronomie bedeutet lange Arbeitszeiten, Kostendruck und körperliche Belastung. Das war Ruby und Uwe Flügel vor der Eröffnung bewusst. Trotzdem gab es einen Moment, in dem beide ernsthaft ans Aufgeben dachten. Vor etwa zwei Jahren sei die Belastung besonders hoch gewesen. Damals arbeiteten beide täglich im Bistro, während die Gästezahlen zeitweise zurückgingen.

Inzwischen hat sich die Situation verbessert. Mehrere Servicekräfte unterstützen das Paar so zuverlässig, dass jeder von ihnen zumindest gelegentlich einen freien Tag einplanen kann. Weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden dennoch gesucht.

Die wichtigste Voraussetzung sei nicht gastronomische Erfahrung, sondern Freundlichkeit. „Alles andere kann man lernen“, betonte Ruby Flügel. Aufmerksamkeit, Respekt und ein zugewandter Umgang mit den Gästen seien entscheidend. Gerade in einer Gemeinde wie Maisach verbreiteten sich positive wie negative Erfahrungen schnell.

Wie wichtig Mundpropaganda ist, zeigte sich zuletzt beim Marktsonntag. Das Bistro hatte keine große Werbekampagne geschaltet und war dennoch voll. Viele Gäste kamen aufgrund persönlicher Empfehlungen.

Der Stammtisch als Zeichen der Wertschätzung
Besonders stolz ist Uwe Flügel auf den Stammtisch. Das Schild auf dem Tisch sei als Dank an die Gäste gedacht, die nahezu täglich oder mehrmals pro Woche ins SixtyFour kommen. Auch bei vollem Haus sollen sie dort ihren Platz finden.

Für ihn gehört ein Stammtisch zu einer bayerischen Gastronomie. Dass der aus Norddeutschland stammende Wirt diese Tradition in seinem Bistro aufgreift, passt zur Entwicklung des SixtyFour: Norddeutsche Wurzeln und bayerische Wirtshauskultur treffen aufeinander, ohne sich gegenseitig auszuschließen.

Das Publikum reicht von jungen Erwachsenen bis zu Senioren. Sportgruppen, Gemeinderäte, Elternvertreter, Vereine und lose Freundeskreise sitzen an den Tischen. Das SixtyFour ist damit tatsächlich zu jenem „zweiten Wohnzimmer“ geworden, als das Matthias J. Lange das Bistro im Gespräch bezeichnete.

Von Flammkuchen bis Krustenbraten
In der Küche hat sich in den vergangenen drei Jahren ebenfalls viel verändert. Ursprünglich war der Küchenraum so klein, dass zwei Personen kaum gleichzeitig darin arbeiten konnten. Mittlerweile wurde die Fläche mit Unterstützung der Vermieter deutlich erweitert. Zusätzliche Arbeits- und Abstellflächen sind entstanden, außerdem soll ein neuer Konvektomat die Möglichkeiten vergrößern.

Der Schwerpunkt bleibt die Bistroküche. Flammkuchen und Baguettes gehören seit der Eröffnung zu den Klassikern. Der Flammkuchen war eine bewusste Entscheidung, weil es in der näheren Umgebung kaum ein vergleichbares Angebot gab.

Auch Burger waren zunächst nur als Monatsaktion geplant. Wegen der großen Nachfrage wurden sie dauerhaft in die Speisekarte aufgenommen. Besonders überrascht war das Team vom Erfolg der Schnitzelaktionen. Trotz sommerlicher Hitze wurden die Schnitzel in verschiedenen Varianten zum Verkaufsschlager.

Mit dem neuen Küchengerät sollen künftig verstärkt wechselnde Gerichte angeboten werden. Uwe Flügel denkt an Schnitzel, Schweine- und Krustenbraten, Spare Ribs und möglicherweise auch an ein hochwertiges Rindersteak. Fisch kann er sich ebenfalls vorstellen, sieht bei Lagerung und Frische jedoch besondere Herausforderungen.

Regionalität spielt für ihn eine wichtige Rolle. Das Fleisch bezieht er bevorzugt von Metzgereien aus der Umgebung, unter anderem von der Metzgerei Fröhlich in Jesenwang. Uwe Flügel ist kein gelernter Koch, beschäftigt sich aber seit seiner Jugend intensiv mit dem Kochen. Zusätzliche Erfahrungen sammelte er bei Kursen und Praktika, unter anderem bei Sternekoch Alexander Herrmann.

Raum für Feiern, Politik und Musik
Das Bistro hat sich inzwischen auch als Veranstaltungsort etabliert. Geburtstage, Hochzeiten und geschlossene Gesellschaften finden regelmäßig statt. Auch politische Veranstaltungen wurden bereits durchgeführt, teilweise sogar am eigentlichen Ruhetag.

Live-Musik gehört ebenfalls zum Konzept. Wegen der Lage in einem Wohngebiet müssen Lautstärke und technische Ausstattung allerdings zum Raum passen. Akustikmusik und kleinere Bands eignen sich besonders gut. Interessierte Musikerinnen und Musiker können sich bei den Flügels melden.

Auch für andere Formate wie Comedy oder Lesungen ist das Paar grundsätzlich offen. Entscheidend seien ein tragfähiges Konzept, verbindliche Reservierungen und die Frage, ob die Gäste bereit sind, Eintritt zu zahlen.

Ohne Gastronomie verliert ein Ort sein Leben
Im Gespräch wurde auch deutlich, welche gesellschaftliche Bedeutung das Bistro für Maisach hat. Wenn Gaststätten und Wirtshäuser verschwinden, fehlen nicht nur kulinarische Angebote. Es verschwinden Orte der Begegnung.

Uwe Flügel sieht deshalb die örtliche Gastronomie nicht als Konkurrenzkampf, sondern als gemeinsames Angebot für die Gemeinde. Er schätzt die Maisacher Brauerei und deren Biergarten und betont das Prinzip „Leben und leben lassen“. Unterschiedliche gastronomische Konzepte könnten nebeneinander bestehen und gemeinsam zur Lebensqualität des Ortes beitragen.

Der Standort in der Zentrumspassage ist allerdings auch nach drei Jahren noch nicht allen Maisachern bekannt. Immer wieder betreten Gäste das Bistro zum ersten Mal und zeigen sich überrascht. Viele von ihnen kommen später wieder.

Mittlerweile schätzt Ruby Flügel den Anteil der wiederkehrenden Gäste auf 70 bis 75 Prozent. Sie nennt sie liebevoll „Wiederholungstäter“. Diese Treue sei eine der größten Motivationen, trotz langer Arbeitstage weiterzumachen.

Ein Ehepaar wächst mit seinem Bistro
Ruby und Uwe Flügel sind seit 25 Jahren ein Paar. Viele Menschen hatten ihnen prophezeit, dass die gemeinsame Selbstständigkeit ihre Beziehung belasten oder sogar zerstören könnte. Das Gegenteil sei eingetreten. „Wir sind als Team gewachsen“, sagte Ruby Flügel.

Die Aufgaben sind inzwischen klar verteilt. Uwe verantwortet Küche, Einkauf, Reparaturen und viele organisatorische Arbeiten. Ruby kümmert sich vor allem um Getränke, Cocktails, neue Trends und den Kontakt zu den Gästen. Meinungsverschiedenheiten gebe es dennoch. Beide seien Dickköpfe, räumte Ruby lachend ein. Inzwischen könnten sie jedoch diskutieren und gemeinsam Lösungen finden.

Uwe Flügel zeigte sich besonders stolz auf seine Frau. Ihre Freundlichkeit und ihre Art, mit den Gästen umzugehen, seien ein entscheidender Teil des Erfolgs. Ruby wiederum lobte den Ideenreichtum ihres Mannes, auch wenn sie manchen Vorschlägen zunächst skeptisch gegenüberstehe.

Eine norddeutsche Frikadelle zum Geburtstag
Zum Jubiläum sollte es neben Rollbraten auch eine besondere Spezialität geben: eine norddeutsche Frikadelle mit Kartoffeln. Für Uwe Flügel unterscheidet sie sich deutlich vom typischen bayerischen Fleischpflanzerl. Sie sei kräftiger, weniger flach und handwerklich zubereitet – mit Fleisch, Zwiebeln und einer Form, die ihren norddeutschen Ursprung erkennen lasse.

Bei einem früheren Geburtstagsbuffet waren die Frikadellen als Erstes vergriffen. Entsprechend gespannt waren die Gäste auf die Neuauflage zum dritten Geburtstag.

Am Ende des BistroTalks überreichte Matthias J. Lange den Flügels gemeinsam mit seiner Familie ein persönliches Geschenk: einen Fotoband mit Aufnahmen aus drei Jahren SixtyFour. Da Ruby und Uwe während des Betriebs meist arbeiten und selbst nur selten fotografieren können, dokumentiert das Buch zahlreiche Momente, Veranstaltungen und Begegnungen aus der Geschichte des Bistros.

„Danke, dass es euch gibt“, sagte Lange. Der Satz fasst zusammen, was viele Stammgäste empfinden. Aus einem mutigen gastronomischen Experiment ist ein Treffpunkt geworden, der für Gemeinschaft, persönliche Nähe und gelebte Gastfreundschaft steht.

Das Bistro SixtyFour ist nach drei Jahren längst mehr als ein Lokal. Es ist ein Stück Maisach – und für viele tatsächlich ein zweites Wohnzimmer.

Podcast Nah dran (3): Wo Journalismus wieder persönlich wird: Hildegard Tröger über Vertrauen, Austausch und den Blick hinter die Kulissen

16. August 2026

Journalismus entsteht nicht allein am Schreibtisch. Er lebt von Begegnungen, verlässlichen Netzwerken, kritischen Fragen und der Bereitschaft, die Welt aus immer neuen Perspektiven zu betrachten. Im Gespräch mit Matthias J. Lange erklärt Hildegard Tröger, stellvertretende Vorsitzende des PresseClubs München, warum ein traditionsreicher Medienclub gerade im digitalen Zeitalter gebraucht wird – und weshalb gute Geschichten häufig dort beginnen, wo sich eine Tür öffnet, die anderen verschlossen bleibt. Das ist der ehrenamtliche Podcast des PresseClub Münchens.

Der PresseClub München ist mehr als ein Veranstaltungsort im Herzen der bayerischen Landeshauptstadt. Für Hildegard Tröger ist er ein Resonanzraum: ein Ort, an dem Journalistinnen und Journalisten, Kommunikationsfachleute und andere Medienschaffende Erfahrungen austauschen, Themen diskutieren und neue Kontakte knüpfen können. Und hier ist der Podcast

Tröger gehört dem Club seit vielen Jahren an. Der genaue Zeitpunkt ihres Eintritts liegt nach ihrer Erinnerung etwa um das Jahr 2005. Ihr beruflicher Hintergrund führte sie unter anderem in die Unternehmenskommunikation. Dort beschäftigte sie sich mit interner und externer Kommunikation, mit der Formulierung von Botschaften und mit der Frage, über welche Kanäle diese Botschaften ihre Adressaten erreichen.

Schon damals faszinierte sie, wie sorgfältig Unternehmen ihre öffentliche Positionierung vorbereiten müssen. Zugleich war ihr die klare Trennung zwischen redaktionellen Inhalten und bezahlter Kommunikation wichtig. Werbung müsse als solche erkennbar sein. Diese Verbindung aus Sprache, Kommunikation, Verantwortung und Transparenz bildete einen wesentlichen Ausgangspunkt für ihr Engagement im PresseClub.

Tradition, Aktualität und Offenheit

Drei Begriffe beschreiben für Tröger den Charakter des PresseClubs besonders treffend: Tradition, Aktualität und Offenheit.
Die Tradition ist unübersehbar. Der PresseClub München wurde am 16. März 1950 als „Verein für auswärtige Presse“ gegründet. Im Jahr 2025 feierte er sein 75-jähriges Bestehen. Aus einer Arbeitsstätte mit Schreibmaschinen, Ofen und Fernschreiber entwickelte sich eine etablierte Institution am Münchner Marienplatz. Heute versteht sich der Club als Forum für Journalismus, Dialog, Pressefreiheit und demokratische Verantwortung.

Tradition allein genügt Tröger jedoch nicht. Ebenso wichtig ist ihr die Aktualität. Im PresseClub werden gegenwärtige politische und gesellschaftliche Entwicklungen aufgegriffen, aber auch Themen aus Wirtschaft, Kultur, Sport, Wissenschaft, Medizin und Medien.

Gerade diese thematische Breite betrachtet sie als Stärke. Journalismus dürfe sich nicht auf Politik beschränken, weil Politik nur einen Teil des Lebens abbilde. Auch Architektur, Technik, Gesundheit, Kunst und die Entwicklung von Städten und Gemeinden gehörten zur journalistischen Wirklichkeit.

Die dritte Eigenschaft ist Offenheit: Offenheit gegenüber unterschiedlichen Themen, Perspektiven, Berufswegen und Generationen. Der Club kann nach Trögers Überzeugung einen Raum bieten, in dem sich verschiedene journalistische und kommunikative Strömungen begegnen, aneinander reiben und voneinander lernen.

Ein Resonanzraum für einen häufig einsamen Beruf
Journalistische Arbeit entsteht oft allein. Recherchieren, ordnen, formulieren und redigieren sind Tätigkeiten, bei denen Medienschaffende über längere Zeit auf sich selbst zurückgeworfen sein können. Umso wichtiger sei ein professioneller Resonanzboden, sagt Tröger.

Der Austausch im PresseClub ermöglicht Begegnungen mit Menschen, die ähnliche Aufgaben erfüllen, ohne unmittelbar in derselben Redaktion zu arbeiten. Dadurch können Gespräche offener verlaufen, weil nicht jede Begegnung von direkter Konkurrenz geprägt ist.

Ein solcher Club bietet damit nicht nur Kontakte, sondern auch Distanz zum eigenen Arbeitsalltag. Mitglieder können über den Tellerrand der eigenen Redaktion, des eigenen Mediums oder Fachgebiets hinausblicken und trotzdem innerhalb der Medienbranche bleiben.

Der PresseClub erfüllt diese Funktion heute unter veränderten Bedingungen. Als er gegründet wurde, waren beheizte Räume, Telefon, Fernschreiber und andere technische Arbeitsmöglichkeiten für Journalistinnen und Journalisten von existenzieller Bedeutung. Heute stehen WLAN, digitale Produktionstechnik und moderne Kommunikationsmittel nahezu überall zur Verfügung. Dennoch nutzt Lange die Räume des Clubs weiterhin als Arbeitsplatz zwischen Terminen – mit Ruhe, technischer Infrastruktur und einem Blick über den Marienplatz.

Persönliche Begegnung bleibt unersetzlich
Digitale Besprechungen gehören längst zum Alltag. Tröger schätzt Onlinekonferenzen, weil sie Wege verkürzen und Besprechungen effizienter machen können. Besonders bei Teams, die sich bereits gut kennen und deren Arbeitsabläufe eingespielt sind, können digitale Treffen hervorragend funktionieren.

Dennoch ersetzt der Bildschirm nicht jede persönliche Begegnung. Menschen seien physische Wesen, betont Tröger. Vertrauen, spontane Gespräche und neue Beziehungen entstünden häufig leichter, wenn Menschen gemeinsam in einem Raum sitzen. Die sinnvolle Lösung liegt für sie deshalb nicht in einem Entweder-oder, sondern in einer bewussten Mischung aus digitalen und analogen Formaten.

Hybride Veranstaltungen betrachtet sie dagegen differenziert. Wenn ein Teil des Publikums im Raum sitzt und andere Teilnehmer nur zugeschaltet sind, geraten die Menschen vor den Bildschirmen schnell ins Hintertreffen. Erfolgreiche hybride Formate benötigten deshalb eine besonders klare Moderation und eine zusätzliche Person, die Fragen, Reaktionen und technische Probleme der Onlinegäste im Blick behält.

Zugleich eröffnen digitale Formate internationale Möglichkeiten. Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern können sich einschalten, ohne nach München reisen zu müssen. Die Technik schafft damit Reichweite – die redaktionelle und organisatorische Gestaltung entscheidet jedoch darüber, ob aus einer Übertragung tatsächlich eine gemeinsame Veranstaltung wird.

Die Geschichten liegen auf der Straße
Ein besonderer Schwerpunkt von Trögers Arbeit sind die Exkursionen des PresseClubs. Nach dem Rückgang der früher üblichen größeren Clubreisen entwickelte sie ein Format, das sich auf München und das nähere Umland konzentriert. Die Idee dahinter ist pragmatisch: Ziele im Stadtgebiet oder im Bereich von U- und S-Bahn sind für Mitglieder leichter erreichbar. Gleichzeitig bietet die Region eine große Zahl journalistisch interessanter Orte.

Die Exkursionen führten unter anderem in das Werksviertel-Mitte, in das Bayerische Wirtschaftsarchiv, in die Anatomische Anstalt der Ludwig-Maximilians-Universität, zu Energie- und Kulturstandorten sowie in Museen und Gemeinden. Auch aktuelle Programme zeigen die thematische Bandbreite: 2026 organisierte Tröger unter anderem Besuche in der Pinakothek der Moderne und in Freising. Auf die Frage, woher ihre Ideen stammen, hat sie eine einfache Antwort: Die Themen lägen auf der Straße. Man müsse sie nur aufheben.

Damit ist keine Beliebigkeit gemeint. Tröger sucht Orte, die ungewöhnliche Einblicke ermöglichen und deren Verantwortliche bereit sind, mehr zu zeigen als eine übliche Besucherführung. Mitglieder sollen mit Kuratoren, Wissenschaftlern, Bürgermeistern, Museumsleitungen oder anderen Fachleuten sprechen können. Entscheidend sind Informationen aus erster Hand.

Hinter den Kulissen beginnt die eigentliche Recherche
Der journalistische Mehrwert einer Exkursion liegt häufig nicht allein im offiziellen Thema. Entscheidend sind die kleinen Entdeckungen am Rand: ein historisches Dokument, eine unerwartete Entstehungsgeschichte, ein Problem beim Transport eines Exponats oder ein Einblick in die alltäglichen Sorgen einer Institution.

Im Bayerischen Wirtschaftsarchiv stieß die Gruppe beispielsweise auf Dokumente aus der Münchner Medien- und Wirtschaftsgeschichte. Solche Funde machen abstrakte Entwicklungen greifbar. Aus einem Archivbesuch wird plötzlich eine unmittelbare Begegnung mit Stadt- und Pressegeschichte. Auch Führungen durch anatomische Sammlungen oder einen Seziersaal eröffnen Perspektiven, die eine gewöhnliche Pressekonferenz kaum vermitteln kann. Medizinische Sachverhalte, über die sonst theoretisch gesprochen wird, werden sichtbar und verständlich. Besonders nachhaltig blieb Tröger und Lange der Besuch in der Anatomischen Anstalt der LMU in Erinnerung. Die unmittelbare Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper führte sogar zu persönlichen Gesprächen über die Frage, ob man seinen Körper nach dem Tod der medizinischen Forschung zur Verfügung stellen sollte. Hier zeigt sich, was gelungene journalistische Vermittlung leisten kann: Sie liefert nicht nur Fakten, sondern setzt Denkprozesse in Gang.

Bilder sind Teil moderner Berichterstattung
Für heutige journalistische Exkursionen ist auch die Möglichkeit zur Bebilderung entscheidend. Wer über ein außergewöhnliches Dokument, ein Kunstwerk oder eine technische Anlage berichtet, möchte es fotografieren oder filmen können.

Tröger erlebt bei vielen Institutionen eine große Offenheit. Der journalistische Hintergrund des PresseClubs erleichtert den Zugang. Gleichzeitig profitieren die besuchten Einrichtungen von der späteren Berichterstattung. So entsteht ein Austausch mit beiderseitigem Nutzen. Die Institutionen erhalten Aufmerksamkeit, während Medienschaffende Zugang zu Fachwissen, Ansprechpartnern und visuellen Eindrücken bekommen. Aus Sicht Trögers funktioniert dieses Modell besonders gut, wenn beide Seiten transparent mit ihren Interessen umgehen.

Journalismus muss die ganze Welt erklären
Für Tröger gehört die Beschäftigung mit Kultur, Medizin, Technik, Wirtschaft und gesellschaftlichem Leben selbstverständlich zum Journalismus. Dessen Aufgabe bestehe darin, Menschen dabei zu unterstützen, ihre Umwelt besser zu verstehen. Dazu braucht es nicht nur lange Analysen. Tröger wünscht sich in seriösen Medien zusätzlich klarere und kompaktere Einordnungen. Viele Leser hätten weder die Zeit noch das Vorwissen, um sich durch umfangreiche Dossiers zu arbeiten. Prägnante Zusammenfassungen, historische Hintergründe und wichtige Eckdaten könnten helfen, neue Entwicklungen schneller einzuordnen.

Künstliche Intelligenz kann dabei unterstützen, Texte zusammenzufassen und große Informationsmengen zu strukturieren. Sie ersetzt jedoch nicht die Prüfung der Quellen. Entscheidend bleibt, ob Informationen aus einer seriösen und nachvollziehbaren Quelle stammen.

Vertrauen entsteht durch überprüfbare Arbeit
Fake News, Desinformation und gezielte Manipulation stellen den Journalismus vor erhebliche Herausforderungen. Tröger sieht deshalb auch den PresseClub in der Verantwortung, Themen wie Faktenprüfung, Quellenkritik und redaktionelle Qualität regelmäßig aufzugreifen.

Die Glaubwürdigkeit der Medien werde nicht nur von außen angegriffen. Die Branche müsse auch eigene Fehler kritisch betrachten. Erfundenes dürfe niemals deshalb veröffentlicht werden, weil es sich besonders gut liest. Eine eindrucksvolle Geschichte ist noch keine wahre Geschichte. Journalistische Institutionen müssen deshalb deutlich machen, wie seriöse Berichterstattung entsteht: durch Recherche, Gegenprüfung, transparente Quellenarbeit und die Bereitschaft, eine attraktive These zu verwerfen, wenn sie den Fakten nicht standhält. Der PresseClub beschreibt sich selbst als eine Gemeinschaft, die journalistischer Qualität, Meinungsvielfalt und Meinungsfreiheit verpflichtet ist. Auch Ausbildung, Austausch und die Auseinandersetzung mit Fake News gehören zu seinem Selbstverständnis.

Mehr Raum für konstruktive Nachrichten
Neben sorgfältiger Faktenprüfung wünscht sich Tröger einen stärkeren Blick auf positive Entwicklungen. Der bekannte Mechanismus, dass schlechte Nachrichten besonders viel Aufmerksamkeit erzeugen, hat nachvollziehbare psychologische Ursachen. Bedrohungen ziehen den Blick des Menschen stärker an als Normalität.

In einer digital vernetzten Welt werden Nutzer jedoch über zahlreiche Kanäle nahezu ununterbrochen mit Krisen, Konflikten und Katastrophen konfrontiert. Dieses dauerhafte Nachrichtenbombardement kann belasten. Konstruktiver Journalismus bedeutet dabei nicht, Probleme schönzureden. Ebenso wenig wäre es sinnvoll, einen Flugzeugabsturz mit dem Hinweis zu relativieren, dass gleichzeitig Tausende Flugzeuge sicher gelandet sind. Gefragt sind vielmehr relevante Geschichten über Lösungen, Fortschritte und Menschen, die konkrete Verbesserungen erreichen.

Gute Nachrichten müssen journalistisch genauso sorgfältig recherchiert werden wie schlechte. Sie benötigen Konflikt, Relevanz und nachvollziehbare Fakten – nicht bloß Optimismus.

Junge Medienschaffende brauchen passende Angebote
Der PresseClub ist kein reiner Seniorenverein, auch wenn ältere und erfahrene Mitglieder einen bedeutenden Teil seiner Gemeinschaft bilden. Der generationsübergreifende Austausch gehört nach Ansicht Trögers ausdrücklich zu seinen Stärken. Gleichzeitig müsse der Club noch mehr jüngere Medienschaffende gewinnen. Nachwuchsförderung, Mentoring und Vernetzungsabende seien wichtige Grundlagen. Das Mentoring-Programm des PresseClubs wurde 2004 gegründet und begleitet seitdem junge Journalistinnen und Journalisten beim Einstieg in den Beruf.

Allerdings stehen Berufseinsteiger heute unter hohem Zeit- und Produktionsdruck. Viele arbeiten unter unsicheren Bedingungen, für mehrere Auftraggeber oder in schnell getakteten digitalen Redaktionen. Ein Berufsclub muss deshalb Formate entwickeln, die zu diesem Alltag passen und für junge Menschen einen unmittelbar erkennbaren Nutzen bieten. Dabei sollten jüngere Mitglieder nicht nur als Zielgruppe betrachtet werden. Sie müssen an der Entwicklung neuer Formate beteiligt sein.

Wenn der Beruf krank macht
Ein weiteres Thema, das Tröger persönlich beschäftigt, ist die Burnoutprävention. Neben ihrem Engagement im PresseClub ist sie auch im Deutschen Bundesverband für Burnoutprävention aktiv. Journalistische Berufe können besonders belastend sein: ständiger Zeitdruck, die Jagd nach der neuesten Meldung, unregelmäßige Arbeitszeiten, Konkurrenz und die fortwährende Beschäftigung mit Krisen. Was heute aktuell ist, kann morgen bereits überholt sein.

Früher wurden Überlastung und psychische Probleme in manchen Redaktionen mit Alkohol, Zigaretten oder Durchhalteparolen verdrängt. Inzwischen ist die Offenheit größer geworden. Dennoch existiert weiterhin die Vorstellung, Medienschaffende müssten belastbar sein und dürften keine Schwäche zeigen. Tröger hält dieses Denken für gefährlich. Mentale Gesundheit müsse ernst genommen werden. Burnout ist nicht automatisch mit einer Depression gleichzusetzen, kann jedoch in schwere psychische Erkrankungen münden. Prävention, frühe Unterstützung und eine offenere Gesprächskultur sind deshalb zentrale Aufgaben – nicht nur im Journalismus.

Eine Exkursion des PresseClubs nach Dießen am Ammersee führte die Mitglieder auch in eine auf mentale Gesundheit ausgerichtete Klinik. Der offizielle Clubbericht hält fest, dass der Bedarf an Unterstützung bei der Wiederherstellung psychischer Stabilität voraussichtlich bestehen bleiben oder sogar wachsen wird.

Ein Knotenpunkt für die Zukunft des Journalismus
In den kommenden Jahren wird sich der PresseClub mit grundlegenden Veränderungen beschäftigen müssen. Künstliche Intelligenz ist dabei eines der zentralen Themen. Sie wird redaktionelle Abläufe, Recherche, Produktion und Distribution weiter verändern.

Hinzu kommen internationale Krisen, politische Polarisierung, wirtschaftlicher Druck und eine immer schnellere Zirkulation von Informationen und Falschinformationen. Gerade deshalb hält Tröger einen unabhängigen Ort des persönlichen und fachlichen Austauschs für unverzichtbar. Der PresseClub der Zukunft wird nicht allein durch seine Räume definiert. Seine Bedeutung entsteht durch die Menschen, die sich dort begegnen, widersprechen, gegenseitig informieren und gemeinsam über Qualitätsmaßstäbe nachdenken.

Für Tröger ist entscheidend, was Mitglieder und Gäste nach einer Veranstaltung mitnehmen. Fachlich sollten sie das Gefühl haben, etwas Relevantes gelernt und ihr Weltbild um ein weiteres Mosaikstück ergänzt zu haben. Menschlich sollten sie Menschen begegnet sein, neue Gedanken kennengelernt und Hinweise erhalten haben, die ihnen sonst entgangen wären. Damit beschreibt sie zugleich den Kern jedes gelungenen journalistischen Formats: Es erweitert nicht nur das Wissen. Es verändert den Blick.

Fit für den Schulstart: Mit spielerischem Gehirntraining in den Ferien durchstarten

15. August 2026

Die Sommerferien sind die perfekte Gelegenheit, um nicht nur zu entspannen, sondern auch spielerisch die geistige und körperliche Fitness zu fördern. Im Podcast „Dombo bewegt“ spricht Matthias J. Lange mit Norman Dombo vom Zentrum für Gesundheit Dombo in Maisach über das Ferienprogramm am SkillCourt und erklärt, warum Bewegung und Gehirntraining ideal miteinander kombiniert werden können.

Während viele Kinder die Ferien im Freibad oder auf dem Spielplatz verbringen, bietet das Zentrum für Gesundheit Dombo in Maisach mit dem SkillCourt ein besonderes Ferienprogramm für Schülerinnen und Schüler an. Im Mittelpunkt steht ein abwechslungsreiches Training, das Bewegung mit kognitiven Übungen verbindet. Ziel ist es, Konzentration, Wahrnehmung, Reaktionsgeschwindigkeit und Koordination zu verbessern – und dabei vor allem Spaß an der Bewegung zu vermitteln. Im Podcast berichtet Dombo darüber:

Im Podcast „Dombo bewegt“ erklärt Norman Dombo im Gespräch mit Moderator Matthias J. Lange, dass sich das Angebot in erster Linie an Kinder zwischen acht und vierzehn Jahren richtet. Grundsätzlich können jedoch bereits Kinder ab sechs Jahren teilnehmen. Trainiert wird einzeln oder in kleinen Gruppen, wodurch sowohl individuelles Lernen als auch spielerische Wettkämpfe möglich sind. Verschiedene Sportgeräte wie Fuß-, Hand- oder Basketbälle sorgen zusätzlich für Abwechslung und steigern den Schwierigkeitsgrad der Übungen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Verbindung von Augenbewegung und Körperkoordination. Norman Dombo betont: „Eine visuelle Wahrnehmung und dabei die Augen zu bewegen, hilft dem Körper auch, die Muskulatur im gesamten Körper zu bewegen.“ Gerade als Ausgleich zum langen Sitzen vor Computer, Tablet oder Smartphone soll dieses Training die körperliche Aktivität fördern.

Die Übungen richten sich jedoch nicht ausschließlich an Kinder. Das Konzept eignet sich grundsätzlich für Menschen aller Altersgruppen, die ihre geistige Leistungsfähigkeit verbessern möchten – sei es für Schule, Studium, Beruf oder Alltag. Dombo beschreibt den Ansatz so: „Meine kognitiven Fähigkeiten, meine Reaktion, meine Wahrnehmung – alles, was das Hirn steuert, kann ich trainieren und verbessern.“

Für das Ferienprogramm sind insgesamt sechs Trainingseinheiten vorgesehen. Die Termine werden individuell abgestimmt und können bis Anfang September stattfinden, sodass die gesamte Ferienzeit genutzt werden kann. Trainiert wird in angenehm temperierten Räumen, wodurch auch an heißen Sommertagen gute Bedingungen herrschen.

Ein weiterer Vorteil des SkillCourt-Trainings ist die Messbarkeit der Fortschritte. Nach einem Eingangstest werden die Ergebnisse digital erfasst. Künftig sollen Teilnehmer ihre persönlichen Auswertungen per QR-Code auf das Smartphone laden und als PDF speichern können. Dadurch lassen sich Trainingsfortschritte dokumentieren und später miteinander vergleichen. Für Norman Dombo ist genau dieser Aspekt entscheidend: „Was ich hier anbiete, ist messbar. Das bleibt messbar – und nur die Dinge sind für mich die interessanten.“

Auch der spielerische Charakter des Trainings steht im Vordergrund. Kleine Gruppen, gemeinsame Aufgaben und freundschaftliche Wettbewerbe sorgen für Motivation. Moderator Matthias J. Lange fasst das Konzept treffend zusammen: „Im Grunde ist es ein richtig großes Spiel – aber es hat Folgen. Es steckt Wissenschaft dahinter.“

Mit seinem Ferienangebot verbindet der SkillCourt spielerische Elemente mit wissenschaftlich entwickelten Trainingsmethoden. In kleinen Gruppen entstehen Motivation, Spaß und kleine Wettkämpfe, während gleichzeitig Konzentration, Koordination und geistige Leistungsfähigkeit gefördert werden – ideale Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start ins neue Schuljahr.

Podcast: Seitensprung – Mehr als Bücher ausleihen: Ein Blick hinter die Kulissen der Gemeindebücherei Maisach

10. August 2026

Wer glaubt, in der Bücherei werde außerhalb der Öffnungszeiten vor allem gelesen und Kaffee getrunken, wird in der neuen Folge des Podcasts „Seitensprung“ eines Besseren belehrt. Büchereileiterin Beate Seyschab und Journalist Matthias J. Lange nehmen die Hörerinnen und Hörer mit hinter die Kulissen – und zeigen, wie viel Herzblut, Organisation und Kreativität in der Gemeindebücherei Maisach stecken.

„Den ganzen Tag Bücher lesen und Kaffee trinken? Nein, ist es leider nicht“, sagt Beate Seyschab lachend gleich zu Beginn der Podcast-Folge. Tatsächlich beginnt die Arbeit oft erst dann richtig, wenn die Türen der Bücherei geschlossen sind. Dann werden Veranstaltungen geplant, neue Medien eingearbeitet, Schulklassen betreut, Lesungen organisiert oder Termine mit Autorinnen und Autoren abgestimmt. Und hier ist der Podcast:

Wie vielseitig der Alltag einer modernen Bücherei ist, wird im Gespräch schnell deutlich. Seyschab besucht regelmäßig Kindergärten, Schulen und Senioreneinrichtungen, um vorzulesen. „Wir sind im Altersheim, im Naturkindergarten, bei den Zwergen in Maisach – da geht schon mal ein ganzer Vormittag drauf“, erzählt sie. Dazu kommen Leseförderung, Ferienprogramme und zahlreiche Veranstaltungen für Jung und Alt.

Dass hinter jeder Lesung weit mehr steckt als ein paar aufgestellte Stühle, schildert sie am Beispiel der ersten Sommerlesung im Rathausgarten. Bierbänke organisieren, Technik aufbauen, Getränke besorgen, den Bauhof koordinieren – vieles geschieht im Hintergrund. Der Aufwand hat sich gelohnt: „22 Gäste waren da, alle haben sich amüsiert. Das war völlig anders als eine klassische Lesung – und wir hatten richtig Spaß.“

Auch die Arbeit mit Schulklassen gehört inzwischen zum festen Programm. Mehrere Klassen besuchen die Bücherei im Vier-Wochen-Rhythmus. „Es ist wie Flohzirkus – es macht Spaß, aber es ist auch anstrengend“, beschreibt Seyschab die lebhaften Vormittage. Gerade dienstags, dem ausleihstärksten Tag der Woche, ist organisatorisches Geschick gefragt.

Ein weiteres Thema ist der sorgsame Umgang mit den Büchern. Für Seyschab geht es dabei nicht nur um beschädigte Medien, sondern auch um den verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Geldern. „Das Geld, das mir anvertraut worden ist, möchte ich bestmöglich verwalten“, betont sie. Gleichzeitig freut sie sich, wenn ein Bilderbuch nach mehr als hundert Ausleihen sichtbare Gebrauchsspuren trägt. „Dann hat es gelebt.“

Gemeinsam sprechen Seyschab und Lange außerdem über die Herausforderungen moderner Öffentlichkeitsarbeit. Weil klassische Anschlagtafeln zunehmend verschwinden, müssen neue Wege gefunden werden, um Veranstaltungen bekannt zu machen. Website, soziale Medien und digitale Kanäle gewinnen an Bedeutung – auch wenn nicht alle Nutzerinnen und Nutzer dort unterwegs sind.

Natürlich dürfen zum Schluss die Veranstaltungstipps nicht fehlen. Im Ferienprogramm wartet ein Stop-Motion-Workshop für Kinder, nach der Sommerpause folgen wieder Vorlesestunden und Ende September die nächste Ausgabe der „Maisacher Gespräche zur Popkultur“. Diesmal dreht sich alles um Harry Potter, Merlin und die Faszination von Magie in Literatur und Film.

Die neue Folge von „Seitensprung – der Podcast der Gemeindebücherei Maisach“ zeigt eindrucksvoll, dass eine Bücherei heute weit mehr ist als ein Ort zum Ausleihen von Büchern. Sie ist Treffpunkt, Kulturzentrum, Lernort und Begegnungsstätte – getragen von Menschen, die mit großem Engagement dafür sorgen, dass Geschichten lebendig werden.

Podcast Dombo bewegt (17): Hitzeschutz beginnt im Alltag: Norman Dombo wirbt für Vorsorge statt Reaktion

5. August 2026

Die zunehmenden Hitzewellen stellen nicht nur Städte und Gemeinden vor neue Herausforderungen, sondern auch Arzt- und Physiotherapiepraxen. Im Podcast „Dombo bewegt“ sprach Matthias J. Lange mit Norman Dombo vom Zentrum für Gesundheit Dombo in Maisach über die gesundheitlichen Folgen hoher Temperaturen und darüber, wie jeder Einzelne sich besser schützen kann. Seine zentrale Botschaft: Hitzeschutz beginnt nicht erst im Notfall, sondern mit einfachen Maßnahmen im Alltag.

„Hitze ist ein Phänomen, das in Zukunft laut Wetterforschern häufiger vorkommen wird“, sagt Dombo. Deshalb beschäftigt er sich bereits seit Jahren intensiv mit dem Thema und hat einen umfangreichen Hitze-Ratgeber entwickelt. Das mittlerweile 36 Seiten starke Nachschlagewerk enthält nicht nur allgemeine Verhaltenstipps zu Kleidung, Flüssigkeitszufuhr und Erste Hilfe bei Hitzeschäden, sondern auch ganz praktische Hinweise speziell für Maisach. Darin sind beispielsweise Schattenplätze, öffentliche Aufenthaltsorte und Einrichtungen aufgeführt, in denen Menschen bei großer Hitze Schutz finden können. Hier der Podcast:

Besonders wichtig sei ausreichendes Trinken. Bereits beim Betreten der Physiotherapiepraxis werden Patientinnen und Patienten auf die bereitstehenden Wasserspender aufmerksam gemacht. „Bei heißen Tagen viel trinken“, lautet Dombos einfachste und zugleich wichtigste Empfehlung. Rund zwei Liter täglich gelten als Mindestmenge, bei extremer Hitze könne der Bedarf jedoch auf drei Liter oder mehr steigen. Gerade ältere Menschen würden häufig zu wenig trinken und dadurch schnell dehydrieren. Der Ratgeber erkläre deshalb auch, woran Betroffene oder Angehörige erste Warnzeichen erkennen und wann Hilfe notwendig wird.

Dabei setzt Dombo bewusst auf Leitungswasser. Dieses hält er nicht nur für qualitativ hochwertig, sondern auch für ökologisch sinnvoller als abgefülltes Mineralwasser. „Trinkwasser ist das allerbeste. Es ist ein Nahrungsmittel, das besonderer Wertschätzung gilt“, betont er. Gleichzeitig engagiert sich seine Praxis bei der bundesweiten Initiative Refill. Wanderer, Radfahrer oder Spaziergänger können dort ihre mitgebrachten Trinkflaschen kostenlos mit frischem Leitungswasser auffüllen. Dombo hofft, dass sich weitere Geschäfte in Maisach anschließen: „Es geht um Menschlichkeit, um Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt.“

Auch in der täglichen Arbeit der Physiotherapiepraxis spielt die Hitze inzwischen eine immer größere Rolle. Behandlungen werden an heißen Tagen angepasst, Termine nach Möglichkeit in die kühleren Morgenstunden verlegt und wärmeintensive Anwendungen wie Fango kritisch hinterfragt. „Wir tragen Verantwortung und müssen schauen, wie kreislaufstabil die Menschen sind“, erklärt Dombo. Besonders vulnerable Patientinnen und Patienten müssten in Hitzeperioden besonders sorgfältig betreut werden.

Neben dem persönlichen Verhalten sieht Dombo aber auch die Kommunen in der Pflicht. Er fordert mehr Schattenplätze, zusätzliche Sitzmöglichkeiten und öffentliche Trinkbrunnen. Gleichzeitig appelliert er an die Bürgerinnen und Bürger, selbst aktiv zu werden. Wer einen schattigen Vorgarten besitzt, könne beispielsweise eine Bank oder einen Stuhl bereitstellen, damit sich Menschen bei großer Hitze kurz ausruhen können. „Wir können selber etwas tun und sollten selber etwas tun“, sagt Dombo.

Als positives Beispiel nennt er die Landeshauptstadt München, die bereits umfangreiche Maßnahmen gegen die zunehmende Sommerhitze umgesetzt habe. Maisach könne aus seiner Sicht ebenfalls von einem umfassenden Hitzeschutzkonzept profitieren – insbesondere für Schulen, Kindergärten und öffentliche Plätze.

Den kostenlosen Hitze-Ratgeber aktualisiert Dombo regelmäßig. Durch die digitale Veröffentlichung kann er neue Erkenntnisse sowie weitere Schatten- und Aufenthaltsorte jederzeit ergänzen. Für ihn ist klar: Der Klimawandel macht Hitzeschutz zu einer dauerhaften Gemeinschaftsaufgabe. „Wir müssen lernen, unseren Alltag an diese neuen Bedingungen anzupassen.“

BistroTalk: Vom Computerspiel zum räumlichen Computer: Pierre Kretschmer über die Zukunft von VR und AR

22. Juli 2026

Virtual Reality ist längst mehr als Achterbahnfahren, Zombie-Jagd und Computerspiele. Im jüngsten BistroTalk aus dem Bistro sixtyfour in Maisach sprach ich als Gastgeber mit Pierre Kretschmer aus Gernlinden über die Entwicklung virtueller Welten, neue Formen der Kommunikation und die Frage, wie smarte Brillen unseren Alltag verändern könnten. Kretschmer ist Gründer und Administrator der Facebook-Gruppe „VR Familie“, der mit mehr als 12.000 Mitgliedern nach eigenen Angaben die größte deutschsprachige Community in Facebook zu Virtual Reality, Augmented Reality und verwandten Technologien. Die Veranstaltung wurde live auf YouTube übertragen.

Gegründet hat Kretschmer die Gruppe im Jahr 2019. Damals habe er vor allem nach deutschsprachigen Technikbegeisterten gesucht, die sich nicht nur für Spiele, sondern auch für die Entwicklung eigener virtueller Räume interessierten. In den vorhandenen Foren und sozialen Netzwerken seien zu dieser Zeit vor allem englischsprachige Angebote zu finden gewesen. Hier ist die Aufzeichnung des Streams.

„Die Grundidee war, Menschen zu finden, die sich technisch mit dem Thema auseinandersetzen und gemeinsam virtuelle Räume erstellen“, erklärte Kretschmer. Ursprünglich sei die Plattform eher als Treffpunkt für eine kleine Gruppe von Technikfans gedacht gewesen. Doch die Community sei innerhalb kurzer Zeit stark gewachsen. „Das Ganze ist dann einfach explodiert.“

Einen wichtigen Schub habe die Veröffentlichung der Oculus Quest gebracht. Die eigenständig funktionierende VR-Brille benötigte im Gegensatz zu früheren Geräten weder einen leistungsstarken Gaming-Computer noch eine aufwendige Verkabelung. Damit sei die Technik erstmals für einen größeren Kreis von Verbraucherinnen und Verbrauchern zugänglich geworden.

Viele Menschen verbinden Virtual Reality nach Kretschmers Erfahrung allerdings weiterhin vor allem mit rasanten Achterbahnfahrten oder erschreckenden Zombie-Spielen. Gerade die frühen Anwendungen hätten bei manchen Nutzerinnen und Nutzern Übelkeit oder Unwohlsein ausgelöst. „Beim Achterbahnfahren wird es den Leuten häufig schlecht, und bei den Zombies bekommen sie Angst“, sagte Kretschmer. Solche Erfahrungen wirkten bis heute nach und prägten das Bild der Technologie.

Dabei reicht das Spektrum längst weit über Spiele hinaus. Kretschmer erläuterte im Gespräch die Unterschiede zwischen Virtual Reality, Augmented Reality und Mixed Reality. Bei Virtual Reality tauchten Nutzer vollständig in eine digitale Umgebung ein. Die reale Außenwelt werde durch eine geschlossene Brille ausgeblendet. Augmented Reality ergänze dagegen die sichtbare Wirklichkeit um digitale Informationen, etwa bei „Pokémon Go“ oder durch ein Head-up-Display im Auto.

Mixed Reality gehe noch einen Schritt weiter. Digitale Objekte würden nicht lediglich eingeblendet, sondern räumlich in die reale Umgebung integriert. Ein virtueller Ball könne beispielsweise hinter einem echten Stuhl verschwinden, weil Sensoren den Raum und seine Gegenstände erkennen. „Bei Mixed Reality integriert sich das Digitale in die Realität“, fasste Kretschmer zusammen.

Diese Verbindung von realer und digitaler Welt werde nach seiner Einschätzung künftig besonders wichtig. Viele Menschen wollten nicht vollständig von ihrer Umgebung abgeschottet sein, seien aber dennoch an digitalen Ergänzungen interessiert. Virtuelle Modelle könnten beispielsweise vor dem Kauf in der eigenen Wohnung oder Garage platziert werden. Auch in Industrie und Medizin gebe es bereits zahlreiche Spezialanwendungen. Konstrukteure könnten gemeinsam an dreidimensionalen Fahrzeugmodellen arbeiten, während bei medizinischen Eingriffen zusätzliche Informationen in das Sichtfeld eingeblendet werden könnten.

Unter dem Oberbegriff Extended Reality, kurz XR, werden die verschiedenen Formen digital erweiterter Realität zusammengefasst. Hinzu kommt das sogenannte Spatial Computing. Unternehmen wie Apple verfolgen damit das Ziel, klassische Computerbildschirme durch digitale Arbeitsflächen im Raum zu ersetzen.

„Wir haben eine Technologie, die immer weiter ausreift, aber wir wissen teilweise noch gar nicht, was wir alles damit machen können“, sagte Kretschmer. Die Situation erinnere ihn an die Einführung des Smartphones. Auch damals sei zunächst nicht absehbar gewesen, welche Anwendungen sich daraus entwickeln würden.

Sein persönliches Interesse an digitalen Welten reicht bis in die 1990er-Jahre zurück. Besonders beeindruckt habe ihn damals die Erfahrung, dass zwei Spieler über vernetzte Computer denselben digitalen Raum aus jeweils eigener Perspektive erkunden konnten. Ihn habe dabei weniger der Wettkampf als vielmehr die gemeinsame Bewegung durch dreidimensionale Landschaften fasziniert.

„Da habe ich verstanden, wie cool es ist, gemeinsam solche Räume zu erkunden“, erinnerte sich Kretschmer. Schon die frühen Computerspiele hätten bei ihm ein Gefühl von Immersion erzeugt – also den Eindruck, sich tatsächlich innerhalb einer digitalen Umgebung zu befinden. Später begann er, eigene Räume und sogenannte Maps zu bauen.

Die Vorstellung virtueller Welten sei allerdings wesentlich älter als moderne Computerspiele. Im Gespräch verwies Kretschmer auf literarische Vorläufer wie Neal Stephensons Roman „Snow Crash“, in dem der Begriff Metaverse geprägt wurde, sowie auf „Ready Player One“. Noch früher habe Stanley G. Weinbaum in seiner Kurzgeschichte „Pygmalion’s Spectacles“ bereits in den 1930er-Jahren ein Gerät beschrieben, mit dem Menschen vollständig in eine künstliche Welt eintauchen können.

Viele dieser Geschichten zeichneten allerdings ein dystopisches Bild. Menschen flüchteten in virtuelle Welten, weil die reale Gesellschaft kaum noch Lebensqualität biete. „Die Vorstellung ist häufig, dass die Welt im Eimer ist und die Menschen in digitale Welten ausweichen“, sagte Kretschmer. Gleichzeitig zeigten diese Erzählungen, wie alt der menschliche Wunsch sei, Fantasiewelten nicht nur zu betrachten, sondern unmittelbar zu erleben.

Auch das Engagement von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg im VR-Bereich hält Kretschmer grundsätzlich für nachvollziehbar. Facebook habe Menschen zunächst über Texte und Bilder miteinander verbunden. Virtuelle Räume seien die nächste Stufe sozialer Medien. „Als ich mich zum ersten Mal mit jemandem, der weit entfernt war, in einem virtuellen Raum getroffen habe, war mir klar, warum Facebook sich dafür interessiert“, sagte er.

Im Unterschied zu einer Videokonferenz entstehe in virtuellen Räumen ein stärkeres Gefühl gemeinsamer Anwesenheit. Körperhaltung, Blickrichtung und räumliche Nähe vermittelten soziale Signale, die auf einem flachen Bildschirm nur eingeschränkt wahrnehmbar seien. „Es macht einen Unterschied, ob sich zwei Menschen einander zuwenden oder ob sich einer wegdreht“, erklärte Kretschmer.

Die Mitglieder der VR Familie nutzen die Community unter anderem, um Spielpartner zu finden, sich zu virtuellen Treffen zu verabreden oder gemeinsam Sport zu treiben. Virtuelles Tischtennis und Minigolf seien ebenso möglich wie Vorträge oder Diskussionsveranstaltungen in digitalen Räumen.

Eine besonders intensive Phase erlebte die Community während der Corona-Pandemie. In den Lockdowns suchten viele Menschen nach neuen Wegen, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten. „Plötzlich mit 20 oder 30 Menschen in einem virtuellen Raum zu stehen, hat vielen das Gefühl genommen, allein zu sein“, berichtete Kretschmer. Die Technik habe dazu beigetragen, gesellschaftliches Beisammensein zu ermöglichen und für einige Zeit die Isolation zu vergessen.

Nach dem Ende der Kontaktbeschränkungen seien viele Menschen wieder stärker in die reale Welt zurückgekehrt. Kretschmer bewertet das positiv. Gleichzeitig habe ein Teil der Nutzer virtuelle Treffen dauerhaft schätzen gelernt.

Neue Möglichkeiten eröffnen sich auch für Kunst und Kultur. Als Beispiel nannte ich virtuelle Konzerte von Jean-Michel Jarre. In digitalen Welten könnten Künstler visuelle Erlebnisse schaffen, die auf einer realen Bühne kaum umsetzbar wären. Zuschauer könnten sich im Weltraum wiederfinden, über der Erde schweben oder durch surrealistische Landschaften gehen.

„In virtuellen Räumen gibt es keine drei Meter hohe Decke und keine Begrenzung durch eine Halle“, sagte Kretschmer. Künstler könnten mit Dimensionen, Perspektiven und Größenverhältnissen arbeiten, die in der Wirklichkeit nicht existierten. „Du hast allen Platz der Welt.“

Ein zentrales Thema des Gesprächs war die Apple Vision Pro. Ich berichtete, dass er das Gerät regelmäßig zum Arbeiten und Zeitungslesen nutze. Kretschmer bezeichnete die Brille weniger als klassisches VR-Gerät, sondern als neue Form des Computers. „Was wir hier sehen, ist ein Blick in die Zukunft“, sagte er. Apple entwickle damit eine neue Benutzeroberfläche und eine räumliche Computerplattform.

Besonders bedeutsam sei die Bedienung mit Augen und Händen. Anders als viele andere Systeme benötige die Vision Pro keine zusätzlichen Controller. Fenster, Texte und Anwendungen würden im Raum platziert und durch Blickbewegungen sowie Gesten gesteuert.

„Das Gerät soll den Menschen ganz natürlich mit der digitalen Welt verbinden“, erklärte Kretschmer. Apple sammle derzeit Erfahrungen damit, wie Nutzer künftig räumliche Computersysteme bedienen könnten. Langfristig könnten solche Funktionen in wesentlich leichtere und unauffälligere Brillen einziehen.

Denn Gewicht, Größe und Tragekomfort seien weiterhin entscheidende Hindernisse. Eine heutige VR-Brille könne rund 500 Gramm wiegen und werde von vielen Menschen höchstens ein oder zwei Stunden getragen. Kretschmer ist dennoch überzeugt, dass die Technik kleiner und alltagstauglicher wird.

Ein Beispiel für diese Entwicklung ist die smarte Ray-Ban-Brille von Meta, die Kretschmer im BistroTalk vorführte. Sie verfügt über eine Kamera, Mikrofone, Lautsprecher und eine Verbindung zu Künstlicher Intelligenz. Nutzer können damit Fotos und Videos aufnehmen, Informationen abrufen oder Texte übersetzen lassen. Äußerlich unterscheidet sie sich kaum von einer herkömmlichen Brille.

„Die Hersteller wollen, dass die Technik nicht mehr als Technik wahrgenommen wird, sondern sich ganz selbstverständlich in den Alltag integriert“, sagte Kretschmer. Künftig könnten solche Brillen zu persönlichen Assistenten werden. Sie könnten sich beispielsweise merken, wo ein Gegenstand abgelegt wurde. Wer seinen Autoschlüssel suche, könnte von der Brille an den richtigen Ort erinnert werden.

Diese Möglichkeiten haben jedoch ihren Preis. Kretschmer warnte davor, nur die Vorteile zu betrachten. „Die Frage ist nicht nur: Was machst du mit der Technik? Die Frage ist auch: Was machen die Unternehmen mit deinen Daten?“

Besonders kritisch ist die eingebaute Kamera. Zwar leuchtet bei einer Aufnahme eine LED, doch könne diese bei hellem Sonnenlicht übersehen werden. Erste Berichte über heimliche Aufnahmen zeigten, dass Missbrauch möglich sei. Werden smarte Brillen zum Massenprodukt, könnten sich Menschen künftig häufiger fragen, ob sie gerade gefilmt werden.

„Es wird auf Dauer etwas in der Gesellschaft auslösen“, sagte Kretschmer. Möglich seien Unsicherheit und Misstrauen, vielleicht aber auch ein vorsichtigeres Verhalten im öffentlichen Raum. Entscheidend seien Transparenz, klare Regeln und das Vertrauen in die Anbieter. Unternehmen müssten offenlegen, welche Daten gesammelt, gespeichert und verarbeitet werden.

Auch Schulen, Prüfungen und berufliche Weiterbildungen würden sich durch intelligente Brillen verändern. Wenn Informationen jederzeit direkt im Sichtfeld verfügbar seien, müsse neu festgelegt werden, wo solche Geräte getragen werden dürfen und wie Leistungen überprüft werden können.

Kretschmer sieht zudem eine neue Rolle für Optiker. Smarte Brillen können bereits heute mit individuellen Korrekturgläsern ausgestattet werden. Werden Displays und weitere digitale Funktionen in Zukunft fester Bestandteil von Alltagsbrillen, könnten Optiker zu wichtigen Ansprechpartnern für Auswahl, Anpassung und Beratung werden.

Trotz mancher Rückschläge hält Kretschmer die Entwicklung von Virtual und Mixed Reality nicht für beendet. Unternehmen wie Meta, Apple, Google und Samsung investierten weiterhin in neue Betriebssysteme, Brillen und Bedienkonzepte. Das klassische Smartphone werde nicht sofort verschwinden, könne langfristig aber durch neue Geräte ergänzt oder teilweise ersetzt werden.

„Das Smartphone wird irgendwann langweilig sein oder ausgedient haben“, sagte Kretschmer. Welche Technologie sich schließlich durchsetzt, sei derzeit noch offen. Es gebe keinen einheitlichen Metaverse-Standard und auch keine allgemein akzeptierte Vorstellung davon, wie eine digitale Parallelwelt aussehen solle. Der Markt befinde sich noch in einer Phase intensiven Experimentierens.

In der VR Familie sind Nutzer verschiedener Systeme willkommen. Am stärksten verbreitet seien derzeit die Geräte von Meta. Daneben spielten unter anderem Pico, die Apple Vision Pro und verschiedene Smart Glasses eine Rolle. Die Community wolle sich jedoch nicht auf einen Hersteller beschränken.

Am Ende des BistroTalks blieb vor allem der Eindruck, dass Virtual Reality und Augmented Reality noch am Beginn ihrer Entwicklung stehen. Die Geräte werden leichter, ihre Anwendungen vielfältiger und die Grenzen zwischen realem und digitalem Raum zunehmend durchlässig. Gleichzeitig wachsen die Herausforderungen für Datenschutz, Persönlichkeitsrechte und gesellschaftlichen Umgang.

Oder, wie Pierre Kretschmer es formulierte: „Die Geräte sind am Markt, sie sind da. Jetzt müssen wir schauen, wie wir damit umgehen.“
Der nächste BistroTalk findet am 1. August von 16-17 Uhr rein online statt. Ich spreche mit Ruby und Uwe Flügel zum 3. Geburtstag des Bistros SixtyFour.

„Fakten, Fakten, Fakten“ – Hubertus Klingsbögl über Journalismus, Vertrauen und politische Kommunikation

18. Juli 2026

Im Podcast „Nah dran“ des PresseClub München geht es nicht um fertige Schlagzeilen, sondern um die Frage, wie sie entstehen. In der aktuellen Folge spricht Matthias J. Lange mit Hubertus Klingsbögl, stellvertretender Pressesprecher der Hanns-Seidel-Stiftung. Beide gehören dem Vorstand des PresseClub München an. Das Gespräch führt mitten hinein in ein Berufsleben an der Schnittstelle von Journalismus, politischer Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit – und zugleich in die Frage, was gute Pressearbeit heute leisten muss.

Klingsbögls Weg in die Medien begann früh. Schon als Schüler interessierte er sich für Hörfunk und Journalismus. In der Unterstufe des Gymnasiums galt er nach eigener Erinnerung als jemand mit „den besten Connections zum Bayerischen Rundfunk“, weil er für den Medienunterricht Material der Rundfunkwerbung organisiert hatte. Später führte dieser frühe Enthusiasmus tatsächlich ins Radio. Anfang der 1990er Jahre gründete er mit Freunden einen Lokalsender mit, der zunächst Studio 1 FM hieß und später als Radio Alpenwelle bekannt wurde. Möglich wurde dies durch die neuen Strukturen des privaten Rundfunks in Bayern. „Das war irgendwie so die Goldgräberzeit“, erinnert sich Klingsbögl. Der private Lokalfunk habe damals eine ähnliche Aufbruchsstimmung erzeugt wie später die digitalen Plattformen – nur eben regional verwurzelt. Hier der Podcast:

Bei Radio Alpenwelle stieg Klingsbögl in die Redaktion ein und wurde Redaktionsleiter. Es war klassischer Lokaljournalismus im Radio, aber mit besonderer Nähe zur Landespolitik: Edmund Stoiber wurde gerade Ministerpräsident, Manfred Fleischer war Oppositionsführer der Grünen im Landtag. „Das war ja die Landespolitik im Lokalen eigentlich“, sagt Klingsbögl. Lokalradio bedeutete damals vor allem Live-Arbeit. Was gesagt war, war draußen. Vorproduktionen, wie sie heute üblich sind, gab es kaum. Diese Spontanität habe ihn geprägt, aber auch die Verantwortung für das gesprochene Wort. Später arbeitete er unter anderem beim Liechtensteinischen Rundfunk in der Nachrichtenredaktion – „Journalismus in einer Monarchie“, wie er es beschreibt. In einem Land mit rund 40.000 Einwohnern habe man am Staatsfeiertag auch direkt mit dem Fürsten über Politik, Demokratie und das Rechtssystem sprechen können.

Bemerkenswert ist, dass Klingsbögl keinen klassischen journalistischen Ausbildungsweg ging. Er studierte Wirtschaftsingenieurwesen. Für ihn ist das kein Widerspruch: Der Zugang zu Medien müsse auch abseits einer Fachausbildung möglich sein. „Quereinstiege sind vom Grundgesetz gewollt und durchaus möglich“, sagt er. Entscheidend seien Neugier, Einordnungskraft und Glaubwürdigkeit.

Genau diese Glaubwürdigkeit ist für Klingsbögl bis heute der zentrale Begriff – inzwischen nicht mehr als Journalist, sondern als Kommunikator einer politischen Stiftung. Gute Pressearbeit müsse schnell, verlässlich und faktenbasiert sein. „Ohne Glaubwürdigkeit auf Dauer ist es schwierig zu bestehen“, betont er. Als Pressesprecher sei man Dienstleister für Journalistinnen und Journalisten, müsse aber zugleich die eigene Institution schützen, Sachverhalte erklären und manchmal auch verhindern, dass unzutreffende oder einseitige Informationen in die Öffentlichkeit gelangen. Das habe nichts mit „Nebelkerzen“ zu tun, sondern mit verantwortlicher Einordnung.

Zwischen Journalismus und Pressearbeit sieht Klingsbögl vor allem einen Perspektivwechsel. Journalistinnen und Journalisten suchten die gute Geschichte, Pressestellen müssten Fakten liefern, abwägen und reflektieren. Während Tageszeitungen unter hohem Zeitdruck arbeiten, könne eine Pressestelle Themen oft länger vorbereiten und in ein Agenda-Setting einordnen. Trotzdem bleibe die Anforderung hoch: „Die Fakten müssen immer stimmen und zwar nachprüfbar.“ Lügen oder Schummeln gehe nicht. Die Kunst der Darstellung dürfe sein, aber sie müsse erklärbar bleiben.

Eine wichtige Rolle spielt für ihn das Vertrauen zwischen Pressestellen und Redaktionen. Klingsbögl erzählt dazu eine Erfahrung aus seiner Lokalradiozeit: Ein Kripo-Chef habe ihm anvertraut, dass am nächsten Morgen eine Hausdurchsuchung stattfinde, aber noch keine Details genannt. Der Journalist wusste also mehr, als er senden durfte. Erst am nächsten Morgen nach der Durchsuchung gab es die Informationen für die Berichterstattung. „Diese zwölf, fünfzehn Stunden, das ist die Vertrauensspanne“, sagt Klingsbögl. Wer dieses Vertrauen missbrauche, bekomme solche Informationen nur einmal.

Das Verhältnis zu Journalistinnen und Journalisten habe sich in den vergangenen Jahren verändert. Früher hätten Redaktionen nach einer Pressemitteilung häufiger angerufen, nachgefragt, Hintergründe recherchiert und eigene Zusatzinformationen gesucht. Heute werde eine Mitteilung oft nur noch gekürzt und übernommen. „Dieses Feedback und dass man nochmal darüber spricht, das ist eher der Einzelfall mittlerweile“, beobachtet Klingsbögl. Das sei keine gute Entwicklung, aber Realität.

Auch die Instrumente der Pressearbeit haben sich verändert. Die klassische Pressemitteilung ist für Klingsbögl weiterhin wichtig, weil sie fundiert und verlässlich ist. Doch Social Media habe sie in der Geschwindigkeit überholt. Kurze Sätze, schnelle Reaktionen und direkte Ansprache prägen heute die Kommunikation. Institutionen wie die Hanns-Seidel-Stiftung sind längst nicht mehr nur Zulieferer für Medien, sondern selbst Sender. Mit digitalen Formaten kann die Stiftung etwa Auslandsmitarbeiter aus Asien, Lateinamerika oder Afrika zusammenschalten und politische Bildung international vermitteln. „Wir können das selbst in die Hand nehmen“, sagt Klingsbögl.

Gleichzeitig warnt er vor Oberflächlichkeit. Die Verkürzung in sozialen Medien bringe die Gefahr mit sich, dass Komplexität verloren geht. Gerade in Zeiten von Desinformation, hybrider Kriegsführung und Angriffen auf die Demokratie sei Faktenorientierung entscheidend. Klingsbögl erinnert an den bekannten Slogan von Helmut Markwort: „Fakten, Fakten, Fakten“. Dieser Satz habe an Aktualität nichts verloren. „Das zählt genauso für soziale Medien, wie das für den klassischen Journalismus immer gegolten hat“, sagt er.

Als Vertreter einer politischen Stiftung betont Klingsbögl zugleich die Rolle von Werten. Die Hanns-Seidel-Stiftung stehe auf christlicher Grundlage und im christlich-sozialen Wertefeld. Wer dort anrufe, wisse, dass er es mit einem Tendenzbetrieb zu tun habe. Journalistinnen und Journalisten erwarteten von einer solchen Stiftung keine beliebige Position, sondern eine konservative Einordnung.

Der PresseClub München spielt für Klingsbögl eine wichtige Rolle als Ort des Austauschs. Er beschreibt ihn als Plattform zwischen Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus, als Raum, in dem man abseits des Tagesdrucks miteinander sprechen kann. Besonders wichtig sei dabei der Nachwuchs. Junge Journalistinnen, Journalisten und Kommunikatoren seien zwar digital hervorragend vernetzt, müssten aber auch persönliche Begegnung lernen. Klingsbögl nennt dafür einen passenden Begriff: „Networking in natura“. Man müsse sich begegnen, von Angesicht zu Angesicht. Digitale Netzwerke seien wichtig, aber sie könnten persönliche Kontakte nicht ersetzen.

Für junge Journalistinnen und Journalisten nennt Klingsbögl vor allem zwei Eigenschaften: Neugier und Geduld. Nicht alles lasse sich sofort recherchieren, nicht jede Information liege fertig auf dem Tisch. Für angehende Pressesprecherinnen und Pressesprecher sei dagegen vor allem Krisenkommunikation die Nagelprobe. Wer in die Pressearbeit wolle, müsse „den Überblick und die Nerven behalten“. Gerade wenn eine Lage unübersichtlich werde, brauche es Menschen, die ruhig bleiben.

Am Ende des Gesprächs steht noch einmal der Lokaljournalismus im Mittelpunkt. Für Klingsbögl ist er unverzichtbar, weil Menschen wissen wollen, was vor ihrer Haustür passiert. Die große offene Frage sei allerdings die Finanzierung. Wenn Bürgerinnen und Bürger lokale Berichterstattung wollten, müssten sie möglicherweise auch bereit sein, dafür zu bezahlen. Ohne tragfähige Modelle werde unabhängiger Lokaljournalismus schwer zu halten sein.

Eine lehrreiche Erfahrung aus seiner Reporterzeit fasst Klingsbögl mit dem Satz zusammen: „Man trifft sich zweimal.“ Als Journalist berichtete er einst über die bevorstehende Schließung einer Tochtergesellschaft, nachdem ihm der Vorstand einer Holding diese Information gegeben hatte. Die Meldung stimmte, doch der Betriebsratsvorsitzende war verärgert. Zwei Wochen später brannte es in derselben Firma – und ausgerechnet dieser Betriebsratsvorsitzende war als Feuerwehrchef vor Ort. Informationen bekam Klingsbögl diesmal keine. Für ihn blieb das eine prägende Lektion über Vertrauen, Verantwortung und die Folgen journalistischer Entscheidungen.

So zeigt das Gespräch im Podcast „Nah dran“, wie eng Journalismus und Pressearbeit miteinander verbunden sind – und wie sehr beide Seiten auf Verlässlichkeit angewiesen bleiben. Schlagzeilen entstehen nicht nur durch schnelle Informationen, sondern durch Vertrauen, Erfahrung, Einordnung und Fakten. Genau darin liegt für Hubertus Klingsbögl bis heute der Kern professioneller Kommunikation

Meine Kino-Matineen im zweiten Halbjahr

17. Juli 2026

Ich liebe das Kino und ich freue mich sehr, das im Scala Fürstenfeldbruck meine Matineen für das zweite Halbjahr ankündigen darf. Scala-Geschäftsführer Markus Schmölz und ich haben ziemlich gerungen ein ansprechendes cineastisches Programm auf die Beine zu stellen.

Wir starten jetzt auch eine Reihe von Science-Fiction-Filmen. Die Wunschliste ist lang und die groben Planungen für das erste Halbjahr 2027 laufen an. Es ist aber natürlich alles abhängig von der Resonanz des Publikums. Unsere Zuschauer entscheiden, ob die Wahl für das zweite Halbjahr ansprechend ist. Ich bin gespannt. Also es geht los. Der Kartenvorverkauf ist gestartet.

Matinee: Der Herr der Ringe
Am Sonntag, 9. August von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

Der Zeichentrickfilm „Der Herr der Ringe“ von Ralph Bakshi aus dem Jahr 1978 ist eine eigenständige und bis heute interessante Umsetzung von J. R. R. Tolkiens Fantasy-Epos. Die Handlung folgt Frodo Beutlin, der den Einen Ring aus dem Auenland fortbringen muss, um ihn vor dem Zugriff Saurons zu schützen. Gemeinsam mit seinen Gefährten beginnt er eine gefährliche Reise durch Mittelerde.
Besonders sehenswert ist die besondere Bildsprache des Films, die klassische Animation mit real gefilmten Bewegungsabläufen verbindet. Dadurch entsteht eine ungewöhnliche, stellenweise düstere Atmosphäre, die gut zur Bedrohung durch Mordor passt. Der Film zeigt zentrale Stationen der Geschichte – von Bruchtal über die Minen von Moria bis zu den Kämpfen gegen Sarumans Truppen – und bietet einen spannenden Zugang zu Tolkiens Welt. Für Fantasy-Fans und Liebhaber klassischer Animationsfilme ist diese Fassung eine lohnende Wiederentdeckung.

Matinee: Ferris macht blau
Am Sonntag, 30. August von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Ferris macht blau“ ist eine charmante und bis heute äußerst unterhaltsame Komödie aus den 1980er-Jahren. Im Mittelpunkt steht Ferris Bueller, ein einfallsreicher Schüler, der einen freien Tag vortäuscht und gemeinsam mit seinem besten Freund Cameron und seiner Freundin Sloane Chicago unsicher macht. Während der Schuldirektor alles daransetzt, Ferris zu überführen, entwickelt sich der Tag zu einem turbulenten Ausflug voller Witz, Tempo und überraschender Momente.
Der Film überzeugt durch seinen leichten Ton, pointierte Dialoge und eine Hauptfigur, die mit viel Charme und Selbstbewusstsein durch die Geschichte führt. Besonders gelungen ist die Mischung aus jugendlicher Rebellion, Slapstick und warmherziger Freundschaftsgeschichte. „Ferris macht blau“ ist damit ein echter Komödienklassiker, der auch heute noch frisch wirkt und beste Unterhaltung für alle bietet, die intelligente, gut gelaunte Filmkomödien schätzen.

Matthew Broderick, Mia Sara, and Alan Ruck publicity portrait for the film ‚Ferris Bueller’s Day Off‘, 1986. (Photo by Paramount/Getty Images)

Matinee: Erdbeben
Am Sonntag, 20. September von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Erdbeben“ ist ein packender Katastrophenfilm aus den 1970er-Jahren, der das Genre mit eindrucksvollen Bildern und großer Spannung prägt. Im Mittelpunkt steht Los Angeles, das von einem schweren Beben erschüttert wird. Der Film begleitet verschiedene Menschen, deren Wege sich vor und nach der Katastrophe kreuzen – darunter Architekten, Rettungskräfte und ganz normale Bürger, die plötzlich um ihr Überleben kämpfen müssen.
Besonders wirkungsvoll ist die Mischung aus persönlichem Drama, spektakulären Zerstörungsszenen und klassischer Spannungserzählung. „Erdbeben“ setzt auf große Schauwerte, ein prominentes Ensemble und die für seine Zeit beeindruckende Inszenierung der Naturgewalt. Dadurch entsteht ein intensiver Filmabend, der Fans klassischer Katastrophenfilme ebenso anspricht wie Zuschauer, die spannendes Unterhaltungskino mit nostalgischem Flair schätzen.

Matinee: Starship Troopers
Am Sonntag, 4. Oktober von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Starship Troopers“ ist ein temporeicher Science-Fiction-Film, der actionreiches Unterhaltungskino mit satirischen Elementen verbindet. Im Mittelpunkt steht eine futuristische Gesellschaft, in der junge Menschen zum Militärdienst ermutigt werden, um gegen eine außerirdische Insektenrasse zu kämpfen. Der Film folgt Johnny Rico und seinen Freunden auf ihrem Weg von der Ausbildung bis zu brutalen Einsätzen auf fremden Planeten.
Besonders sehenswert ist die Mischung aus spektakulären Effekten, intensiven Kampfszenen und einer bewusst überzeichneten Darstellung von Militär, Propaganda und Heldentum. „Starship Troopers“ bietet nicht nur packende Science-Fiction-Action, sondern auch eine bissige Gesellschaftssatire, die dem Film bis heute seinen besonderen Reiz gibt. Für Fans von genrebewusstem, provokantem und visuell eindrucksvollem Kino ist der Film eine lohnende Wiederentdeckung.

Matinee: Ein Fressen für die Geier
Am Sonntag, 11. Oktober von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Ein Fressen für die Geier“ ist ein unterhaltsamer Western mit Abenteuercharakter, der klassische Genreelemente mit Humor und ungewöhnlichen Figuren verbindet. Im Mittelpunkt steht der Söldner Hogan, der in Mexiko auf eine vermeintliche Nonne trifft. Gemeinsam geraten sie in eine gefährliche Mission während der französischen Besatzung – mit überraschenden Wendungen, rauem Charme und pointierten Dialogen. Besonders reizvoll ist das Zusammenspiel der Hauptfiguren Clint Eastwood und Shirley MacLaine, die sich zunächst misstrauisch begegnen, aber nach und nach zu einem schlagkräftigen Duo werden. „Ein Fressen für die Geier“ überzeugt durch seine Mischung aus Spannung, lakonischem Witz und klassischer Westernatmosphäre. Für Freunde des Genres ist der Film eine sehenswerte Wiederentdeckung mit starken Darstellern und einem angenehm eigenständigen Ton.

Matinee: The Fog – Nebel des Grauens
Am Sonntag, 1. November von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„The Fog – Nebel des Grauens“ ist ein atmosphärischer Horrorklassiker von John Carpenter, der seine Spannung weniger aus grellen Schockeffekten als aus Stimmung, Andeutung und unheimlicher Erwartung bezieht. Im Mittelpunkt steht die Küstenstadt Antonio Bay, die kurz vor ihrem Jubiläum von einem geheimnisvollen Nebel heimgesucht wird. Mit ihm kehrt ein dunkles Kapitel aus der Vergangenheit zurück – und eine tödliche Bedrohung nähert sich der Stadt.
Besonders wirkungsvoll ist die dichte, maritime Atmosphäre des Films: Leuchtturm, Küste, nächtliche Straßen und der langsam heranziehende Nebel erzeugen eine stetig wachsende Spannung. „The Fog – Nebel des Grauens“ überzeugt durch seine klassische Inszenierung, den prägnanten Soundtrack und seine unheilvolle Stimmung. Für Freunde des gepflegten Gruselkinos ist der Film eine sehenswerte Wiederentdeckung und ein starker Vertreter des atmosphärischen Horrors.

Matinee: Die Wildgänse kommen
Am Sonntag, 15. November von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Die Wildgänse kommen“ ist ein spannender Abenteuer- und Kriegsfilmklassiker, der mit einem starken Ensemble, klarer Dramaturgie und viel Spannung überzeugt. Im Mittelpunkt steht eine Gruppe erfahrener Söldner, die den Auftrag erhält, einen afrikanischen Politiker aus der Gefangenschaft zu befreien. Was zunächst als präzise geplante Mission beginnt, entwickelt sich bald zu einem gefährlichen Überlebenskampf.
Besonders sehenswert ist das Zusammenspiel der markanten Hauptdarsteller, darunter Richard Burton, Roger Moore, Richard Harris und Hardy Krüger. „Die Wildgänse kommen“ verbindet klassische Action, militärische Spannung und persönliche Konflikte zu einem packenden Film mit rauem Ton und nostalgischem Abenteuerflair. Für Freunde großer Ensemblefilme und klassischer Spannungskinos ist der Film eine lohnende Wiederentdeckung.

Matinee: Blade Runner
Am Sonntag, 29. November von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Blade Runner“ ist ein stilprägender Science-Fiction-Klassiker, der düstere Zukunftsvision, Kriminalfilm und philosophische Fragen eindrucksvoll verbindet. Im Mittelpunkt steht Rick Deckard, ein sogenannter Blade Runner, der in einem verregneten, neonhellen Los Angeles des Jahres 2019 künstlich erschaffene Menschen – sogenannte Replikanten – aufspüren soll. Doch seine Mission führt ihn zunehmend an die Grenzen zwischen Menschlichkeit, Erinnerung und künstlichem Leben.
Besonders sehenswert ist die einzigartige Bildsprache des Films: Großstadt, Schatten, Dauerregen, Werbetafeln und elektronische Musik schaffen eine dichte Atmosphäre, die bis heute viele Science-Fiction-Filme geprägt hat. „Blade Runner“ überzeugt durch seine starke Inszenierung, seine nachdenkliche Grundstimmung und die faszinierende Frage, was einen Menschen eigentlich ausmacht. Für Freunde anspruchsvoller Science-Fiction ist der Film eine lohnende Wiederentdeckung und ein Meilenstein des Genres.

Matinee: Dark Star
Am Sonntag, 6. Dezember von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Dark Star“ ist ein ungewöhnlicher Science-Fiction-Film, der Weltraumabenteuer, schwarzen Humor und philosophische Absurdität auf sehr eigenständige Weise verbindet. Im Mittelpunkt steht die Besatzung des Raumschiffs Dark Star, die seit Jahren durchs All reist, um instabile Planeten zu zerstören. Der Alltag an Bord ist geprägt von technischer Überforderung, Langeweile, skurrilen Zwischenfällen und zunehmender Erschöpfung.
Besonders sehenswert ist der lakonische Ton des Films, der klassische Science-Fiction-Motive bewusst gegen den Strich bürstet. „Dark Star“ überzeugt durch seinen trockenen Humor, seine originellen Ideen und den Charme einer frühen Low-Budget-Produktion von John Carpenter und Dan O’Bannon. Für Freunde schräger Science-Fiction und kultiger Genreklassiker ist der Film eine lohnende Wiederentdeckung.

Matinee: Auf dem Highway ist die Hölle los
Am Sonntag, 27. Dezember von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Auf dem Highway ist die Hölle los“ ist eine turbulente Actionkomödie mit hohem Tempo, viel Situationskomik und einem großen Staraufgebot. Im Mittelpunkt steht ein illegales Autorennen quer durch die USA, bei dem sehr unterschiedliche Teilnehmer mit allen Tricks versuchen, als Erste ins Ziel zu kommen. Dabei geraten sie in aberwitzige Verfolgungsjagden, Täuschungsmanöver und komische Zwischenfälle.


Besonders unterhaltsam ist die Mischung aus rasantem Roadmovie, Slapstick und lockerem Ensemblefilm. „Auf dem Highway ist die Hölle los“ lebt von seinem unbeschwerten Ton, den exzentrischen Figuren und dem nostalgischen Charme des Unterhaltungskinos der frühen 1980er-Jahre. Für Freunde klassischer Actionkomödien ist der Film eine vergnügliche Wiederentdeckung mit viel Tempo und guter Laune.

Also es geht los. Der Kartenvorverkauf ist gestartet.