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Blogger müssen zur Marke passen – Über das Verhältnis Blogger und Agenturen

24. September 2018
Auch Blogger unterstützten Aktionen zur Pressefreiheit wie hier in Berlin auf einem Straßenschild, denn Blogger sind Teil der Medienlandschaft.

Auch Blogger unterstützten Aktionen zur Pressefreiheit wie hier in Berlin auf einem Straßenschild, denn Blogger sind Teil der Medienlandschaft.

Ein gängiges Vorurteil von Journalisten ist: Blogger wollen doch nur etwas bei Unternehmen abgreifen und haben mit richtigem Journalismus nichts am Hut. Ich wollte der Sache auf den Grund gehen und haben bei verschiedenen Agenturen nachgefragt. Werden Blogger von Agenturen eigentlich ernst genommen? 

Natürlich ist nicht jeder Blogger ein Journalist und manche wollen es auch bewusst nicht sein. Unsere Medienwelt befindet sich in einem Umbruch und klassische Berufsbilder verändern sich durch die zunehmende Digitalisierung. Ein einzelner, gut vernetzter Blogger kann heute viel bewirken und durch geschicktes Nutzen von sozialen Netzwerken kann er seine Botschaft skalieren und sich in der medialen Welt behaupten. Dabei müssen Blogs nicht nur die Kombination von Text/Fotos sein, sondern gerade auf der Bewegtbildplattform YouTube lassen sich enorme Reichweite und Resonanzen generieren. 

Agenturen nutzen die Macht von Bloggern und arbeiten mit ihnen zusammen. Die Kommunikation hat sich von einer Einbahnstraße in einen Dialog durch Social Media verändert. Facebook, Twitter & Co sind nicht nur weitere Kanäle, sondern haben die Art der bisherigen Kommunikation in Massenmedien auf den Kopf gestellt. Empfehlungsmarketing ist heute wichtiger denn je. Wenn meine Freunde oder Bekannten etwas empfehlen, ist es glaubwürdiger für mich als wenn eine klassische Anzeige oder ein klassischer Artikel erscheint. Das gilt auch bei Blogs hinter denen ein Mensch steht. 

Zudem nutzen Blogs die Möglichkeit des langen Schwanzes, des Long Tails. Long Tail ist eine Theorie, die der ehemalige Chefredakteur des Wired Magazine Chris Anderson 2004 vorstellte, nach der ein Anbieter im Internet durch eine große Anzahl an Nischenprodukten Gewinn machen kann. Der Name leitet sich von der Ähnlichkeit der Verkaufsgrafik mit einem langen Schwanz ab. Nischenprodukte wie Blogs sind auf Dauer erfolgreicher als wenige Bestseller.

Auf dem konventionellen Markt sind die Kosten, um Nischen anzubieten, zu hoch, denn in einem geografisch begrenzten Gebiet sind zu wenig Käufer dafür vorhanden. Der Regalmeter im Laden kostet einfach zu viel Miete. Diese geografischen Beschränkungen gibt es im Internet nicht. Angebot und Nachfrage können sich hier auf einer virtuellen Ebene treffen. Indem die Produktionsmittel jedermann zu Verfügung gestellt werden, kann auch jeder etwas herstellen. Die Radio-Theorie von Brecht ist Wirklichkeit geworden. Blogger haben eine Demokratisierung der Produktionsmittel erkannt und nutzen sie. 

Und genau hier werden die Blogger für Agenturen interessant. Aber man muss genau hinsehen, denn Agentur ist nicht Agentur.  

Inklusion braucht Innovation: “Neue Nähe”-Hackathon von Aktion Mensch und Microsoft - eingeladen hatte dazu Faktor3 auch Blogger.

Inklusion braucht Innovation: “Neue Nähe”-Hackathon von Aktion Mensch und Microsoft – eingeladen hatte dazu Faktor3 auch Blogger.

Thomas Hahnel ist Geschäftsführer der Münchner B2B-Agentur Lucy Turpin-Hedinger Communications GmbH. „Im B2B-Umfeld spielen klassische Blogger eher eine untergeordnete Rolle, das war schon vor ein paar Jahren so und hat sich nicht geändert, eher sogar abgenommen. Ausnahmen bestätigen die Regel, natürlich gibt es gute Blogs, die fast schon Themenportale sind und auch manche Redakteure von Fachmagazinen bloggen. Die Bedeutung für die Branche sehe ich aber nicht als derart meinungsbildend an, wie bei den Endconsumern. Der Vollständigkeit halber sollte man noch erwähnen, dass so manches Unternehmen selbst gute Blogs zu bieten hat, die wiederum durchaus Gewicht haben können. Für die Kommunikation in der Branche sind es Influencer, die eine große Rolle spielen. Die haben manchmal gar keinen klassischen Blog. Sie sind evtl. nur auf Twitter, Facebook oder mit Videos unterwegs.“

In Hamburg bei der Agentur Faktor 3 beobachten Theresa von Hurter und Sven Labenz den Medienwandel ganz genau. Faktor 3 ist eine inhabergeführte Kommunikationsagentur mit mehr als 200 Mitarbeitern und rund 80 Kunden wie Microsoft, Samsung, Haribo, REWE, Beiersdorf, Logitech oder Porsche. Labenz fragt: „Gibt es in der Kommunikation etwas Beständigeres als den stetigen Wandel? Das gilt für die Zielgruppe, den Content und die richtigen Kanäle. Selbstverständlich zählen Blogger und Influencer, genau wie klassische Journalisten und andere Content-Createure, zu den relevanten Stakeholdern der Kommunikation – aber auch das greift beinahe schon zu kurz. Bei der Vielzahl der kommunikativen Netzwerke und Möglichkeiten fällt es zudem schwer, eine dieser Zielgruppen isoliert zu betrachten. Gibt es den klassischen Blogger, der nur auf einem Kanal aktiv ist, überhaupt noch? Und wenn ja, an welchem Content ist er interessiert?“

Auf jährlichen Community-Veranstaltungen wie die re:publica in Berlin kommen Agenturen und Blogger zusammen.

Auf jährlichen Community-Veranstaltungen wie die re:publica in Berlin kommen Agenturen und Blogger zusammen.

Andrea Weinholz von Profil Marketing aus München und Braunschweig bringt es kurz und knapp auf den Punkt: „Blogger haben eine große Bedeutung für uns. Mit einigen Bloggern arbeite ich schon seit vielen Jahren – sehr gern – zusammen und generell werden sie immer wichtiger für unsere Arbeit.“

 Blogger erzählen anders Geschichten als klassische Massenmedien  und sind daher für die Kunden der Agenturen interessant. Storytelling ist das neue Zauberwort. Andreas Weinholz dazu: „Da fallen mir speziell die Blogger ein, die ähnlich arbeiten wie etablierte Medien, d.h . die seriöse Tests machen und Kooperationen auch deutlich kennzeichnen. Da ich für sehr unterschiedliche Bereiche arbeite, sind sowohl IT-Blogs als auch Lifestyle-Blogs interessant für meine Kunden.“ Aber Andrea Weinholz spricht ein Problem der Branche an: die schwarzen Schafe. Was ist Werbung? Was ist gekaufte Information und wird diese gekennzeichnet? Aus diesem Grunde organisieren sich Blogger und achten in einer Selbstverpflichtungserklärung auf Transparenz. Der Bloggerclub e.V. arbeitet beispielsweise mit dem PresseClub München zusammen. Die Mitglieder des Bloggerclubs verpflichten sich zum Bloggerkodex. Der Kodex dient einer transparenten Kommunikation gegenüber den Besuchern eines Blogs. Auch definiert der Bloggerkodex die notwendigen Regelungen für Kooperationen mit Unternehmen. Dieser Kodex beschreibt das Selbstverständnis als Blogger in diesem Spannungsfeld und hat ebenso das Nutzerinteresse im Blick wie eine professionelle und transparente Zusammenarbeit zwischen Bloggern, Unternehmen und Organisationen. Diese Regeln gelten äquivalent auch für Social-Media-Kanäle.

Andrea Weinholz dazu: „Generell freue ich mich über Anfragen. Natürlich bekomme ich auch mal welche, die nicht passen, und es gibt auch schwarze Schafe, die gezielt und penetrant nach Testmustern fragen, ohne dann jemals einen Test zu veröffentlichen. Aber das sind Ausnahmen. Die meisten Blogger, mit denen ich zu tun habe, arbeiten sehr professionell und haben auch Verständnis dafür, dass Kunden nicht immer bereitwillig Produkte verschenken können. Natürlich überprüfen wir die Blogs mit entsprechenden Tools, aber es geht hier nicht nur um Zahlen. Wichtiger ist mir persönlich, dass ein Blog gut gemacht ist, authentisch ist und Potential hat.“

Sascha Pallenberg war einstmals erfolgreicher Blogger und arbeitet heute für die Unternehmenskommunikation der Daimler AG, in die er im Dezember 2016 wechselte.

Sascha Pallenberg war einstmals erfolgreicher Blogger und arbeitet heute für die Unternehmenskommunikation der Daimler AG, in die er im Dezember 2016 wechselte.

Blogger als Partner von Agenturen

Sven Labenz aus Hamburg sieht Blogger als Partner: „Auch wenn unsere Kunden von Technologie, über Food, Automotive bis Beauty extrem divers sind, eint sie der Gedanke gemeinsam mit uns, die Unternehmens-PR stetig zu hinterfragen und voran zu treiben. Und dazu zählt eben auch, die richtige Zielgruppe zu kennen, aber auch den Schulterschluss mit dem Marketing zu suchen. Dabei beobachten wir immer wieder sich verändernde Stakeholder-Mappings – denn natürlich sind auch innerhalb eines Kunden die kommunikativen Ziele, Möglichkeiten und relevanten News vielfältig. 

Auch Theresa von Hurter und Sven Labenz sehen Blogger als Partner: „Wir nehmen jede Anfrage ernst und versuchen gemeinsam mit dem Blogger und unseren Kunden den richtigen Content für den richtigen Kanal zu finden. Das muss zur Marke passen – und damit ist sowohl der Blog, als auch das Unternehmen gemeint.“

Kurz und knapp erklärt Thomas Hahnel von der B2B-Agentur, welche Blogger für seine Arbeit interessant sind: „Die Guten! Die Ernsthaften! Die Kritischen! Die Branchenkenner! Die, die eine Meinung haben.“ Hahnel sieht das geänderte Medienverhalten. „Selbstverständlich gehen wir mit Bloggeranfragen um, wie mit jeder anderen Anfrage auch. Für Ansprechpartner, die die Beziehung zur Öffentlichkeit eines Unternehmens oder Organisation pflegen, sollte es keine Vorbehalte gegen oder Sonderbehandlung für irgendjemand geben. Wie wichtig der einzelne Blogger/in als Multiplikator im Sinne der strategischen Unternehmenskommunikation ist, ist dann noch einmal ein andere Frage – das gilt aber auch für jeden Journalisten, YouTuber oder für jede andere Anfrage.“

Dieser Artikel erschien ursprünglich im PresseClub Magazin des Internationalen PresseClubs München. 

Wie das Playmobil-Reporterset 3468 meinen Berufswunsch beeinflusste

17. April 2017

So viele Produkte in meinem Umfeld sind weißblau oder blauweiß und ich habe eine Reizüberflutung, wenn ich an die Produkte in diesen Farben denke. Daher hatte ich Schwierigkeiten bei der Blogparade der IronBlogger München zu diesen Farben. Es war einfach zu viel. Beim Nachdenken überlegte ich mir, welche Geschichten ich zu diesem Thema bloggen könnte.

Ich muss mir das Set mal wieder kaufen.

Ich muss mir das Set mal wieder kaufen.

Als Kind war ich von einer Fernsehserie fasziniert, die sich um die Reporter der fiktiven Tageszeitung Los Angeles Tribune drehte: Lou Grant – diese Serie prägte mich und meinen späteren Berufswunsch Journalist. Ich liebte die Personen und die Geschichten. Und ich spielte als Kind meine Reportergeschichten mit Playmobil nach. Meine Eltern kauften mir im Jahre 1984 das Playmobil Set 3468. Ich spielte gerne Lego und ich spielte gerne Playmobil. Und das Set 3468 war ein Kamerateam mit Übertragungswagen. Ich habe es geliebt und habe meine Art Lou Grant mit den Playmofiguren aus dem fränkischen Zirndorf nachgespielt. Die Farben waren freilich weißblau oder blauweiß. Das Team tvi Television international bestand aus einem Kameramann für eine Studiokamera, eine Ton-Dame, einen Redakteur mit Bart und einen mobilen Reporter. Vielleicht eine Art Bayerischer Rundfunk, denn die Farben waren ähnlich und die Bartträger unter den Redakteuren habe ich damals beim PresseClub München auch getroffen. Es gab einen Übertragungswagen in weiß mit einem blauen Streifen an der Seite, es gab Scheinwerfer und eine schwenkbare Studiokamera und einen Tonarm.


Am liebsten war mit allerdings der Reporter. Er hatte eine Filmkamera (wahrscheinlich 16 mm) in der Hand und einen Rucksack auf dem Rücken. Wahrscheinlich war damals der Akku-Pack untergebracht. Diesen Typen schickte ich auf meine journalistischen Reisen. Im Grunde war er so eine Art Gerd Ruge, Peter Scholl-Latour, Peter von Zahn oder Dieter Kronzucker, wie meine Helden damals in der realen Welt hießen. Den Namen meines Reporters habe ich vergessen. Ich glaube, er hieß immer wieder anders und musste ja auch in unterschiedliche Rollen schlüpfen. Mein Reporter besuchte Cowboys und Indianer, war Kriegsberichterstatter, reiste zu Piraten und er filmte auch eine königliche Playmobil-Hochzeit – Charles und Diana hinterließen auch bei mir als Jugendlicher ihre Spuren.
Irgendwann spielte ich nicht mehr mit Playmobil. Ich war zu alt. Meine Reporter verkaufte ich auf dem Flohmarkt und habe heute nur noch das Drehgestell der Studiokamera. Geblieben ist eine nette Erinnerung und ein weiterer Mosaikstein meines Berufswunsches, den ich später auch umgesetzt habe. Das Spiel mit meinem Playmobil-Reportern hat mich geprägt. Was kann es Schöneres geben?

Hitlers Türklinke in US-Börsen

6. Mai 2015
Die Türklinke zu Hitlers Arbeitszimmer im Führerbau an der Arcisstraße 12.

Die Türklinke zu Hitlers Arbeitszimmer im Führerbau an der Arcisstraße 12.

Vor kurzem eröffnete in München das NS-Dokuzentrum am Königsplatz in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Führerbau. In der Arcisstraße 12 ist heute die Hochschule für Musik untergebracht, das Gebäude war aber einstmals der Repräsentationsbau von Adolf Hitler.


Speziell für Mitglieder des PresseClubs München machte der Kanzler der Hochschule Dr. Alexander Krause eine Hausführung durch den ehemaligen Führerbau. Der Nationalsozialismus übt auf Leute leider noch immer eine Faszination aus. Gegenstände aus dem Umfeld des Massenmörders Adolf Hitler erzielen unter braunen Sammlern Höchstpreise.

Online-Auktion der Türklinke von Adolf Hitler samt Zertifikat.

Online-Auktion der Türklinke von Adolf Hitler samt Zertifikat.

Das gipfelt in zum Teil kuriosen Auktionen. Nach Angaben von Alexander Krause gibt es im Internet bespielsweise Versteigerungen der Türklinke von Adolf Hitlers Arbeitszimmer. In US-Auktionsbörsen gibt es die Türklinke samt offiziellen Echtheitszertifikat für rund 300 US-Dollar – ein braunes Schnäppchen aus Hitlers Arbeitszimmer. „Ich kann Ihnen versichern, dass Hitlers Türklinke nach wie vor an der Tür von Hitlers Arbeitszimmer ist“, scherzte Kanzler Krause. Irgendwie dachte ich dabei an eine Folge der NDR-Serie Der Tatortreiniger – Insider wissen Bescheid. Sachen gibts!

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Periscope: Mein Ü-Wagen aus der Hosentasche

1. Mai 2015

Mit Periscope hat Twitter meine journalistische Arbeitsweise revolutioniert. Ich setze das Tool für Live-Broadcasting immer mehr ein und experimentiere damit.


Was ist Periscope? Es ist eine App für iOS (im Moment noch), die einen Twitter-Account vorausetzt. Mit dieser App kann ich mit dem iPhone live auf Sendung gehen und eine Video-Übertragung starten. Periscope ist im Grunde eine Art Live-Übertragungswagen für die Hosentasche und das ist der Hammer.

Sinnvoll ist es, dass sich der Filmer im WLAN bewegt, denn Live-Videostreaming kostet richtig Daten. Das Video wird dann auf die Periscope-Plattform übertragen und Zuschauer können sich einklinken und die Liveübertragung eben live kommentieren. Dies erfolgt zum Beispiel durch Vergeben von Herzchen, zum anderen durch Kommentare. Eine direkte Zuschauerbeteiligung ist möglich. Also der Zuschauer kann live Kommentare abgeben und der Filmer kann auf diese Kommentare reagieren. Der fertige Film wird dann bei Periscope hochgeladen und steht 24 Stunden zur Verfügung. Außerdem wird der Film auf die Camera Roll des iPhones abgespeichert und der Filmer kann den Film bei Bedarf anschließend bei YouTube oder ähnliche Videoplattformen hochladen. Im Moment für mich ein Nachteil von Periscope ist, dass Filme nur im Hochformat aufgenommen werden können. Für mich wäre das Querformat am iPhone sinnvoller, denn wir kennen ja das Vertical Viceo Syndrome. Wie jetzt vom Team Periscope bekannt wurde, soll horiontales Filmen ebenso kommen wie eine App für Android.

Chris Hadfield ist bei Periscope.

Chris Hadfield ist bei Periscope.

Zahlreiche Leute nutzen dieses Tool bereits, darunter der Astronaut Chris Hadfield. Hadfield ist der Typ, der vom Weltraum aus gesungen und getwittert hat. Ich finde diesen Mann super und abends macht Chris Hadfield Musikübertragungen aus seinem Arbeitszimmer. Mir macht das höllisch Spaß.
Wie habe ich das Tool eingesetzt? Ich gebe es zu, ich habe erst einmal damit gespielt. In Ermangelung einer wichtigen Pressekonferenz habe ich die Zubereitung einer Dorade und eines Tintenfisch gefilmt und ins Netz übertragen. Da ich ja kein gelernter Fernsehmann bin, war es für mich ungewohnt, aber das System macht durchaus Spaß. Feedback gleich während der Übertragung. Interessant war auch das Filmen aus dem Fenster bei einer ICE-Fahrt (mit WLAN).

und


Nach einigen Experimenten habe ich das System bei einem Besuch des PresseClubs München gesetzt. Der renommierte PresseClub, bei dem ich einstmals Vorstandsmitglied war, führte eine Veranstaltung zum Thema „Lügenpresse – halt die Fresse“ durch.

Gruppenbild im PresseClub München.

Gruppenbild im PresseClub München.

Ich übertrug den ersten Teil der Veranstaltung mit Alt-OB Christian Ude, Dr. Ulrich Berls (Leiter ZDF-Landesstudio Bayern), Günther von Lojewski (ehemaliger Intendant SFB), Prof. Dr. Alexander Filipovic (Professor für Medienethik an der Hochschule für Philosophie München) und Prof.Dr. Armin Nassehi, (Soziologe an der LMU). Die Moderation hatte Wissenschaftsjournalistin und Presseclub-Mitglied Johanna Bayer. Ich glaube, es war die erste Live-Übertragung mit Periscope aus dem PresseClub München und es hat Spaß gemacht.

Bei einer Presseveranstaltung von Zuora übertrug ich die komplette Veranstaltung ins Netz und stellte zwei Teile der Veranstaltung bei YouTube ein. Zuora ist eine sehr interessante Plattform für Subscription Economy und ich denke, dass diese Plattform sehr vielversprechend ist. Interessant war, dass die deutschen Mitarbeiter von Zuora eher etwas zögerlich bei meinem Vorschlag der Liveübertragung waren, während der Chef des Unternehmens aus dem Silicon Valley Tien Tzuo das Tool kannte und die Übertragung absolut befürwortete.

Susan Swartz: Verbindung zwischen sakraler Kunst und moderner Kunst

30. Juni 2014

Wer in Salzburg ist, sollte sich spurten, die Ausstellung der US-Künstlerin Susan Swartz in der Kollegienkirche Salzburg zu sehen. Bis zum 4. Juli gibt es eine fabelhafte Verbindung zwischen sakraler Kirchenkunst und moderner Malerei. Susan Swartz lässt sich in ihrer Landschaftsmalerei von der Welt der Natur und ihrer Schnittstelle mit der Spiritualität inspirieren. Sie erkundet diese Verbindung mit beeindruckenden Farben in großen vielschichtigen abstrakten Gemälden. Zusammen mit Mitgliedern des PresseClub München besuchte ich die Ausstellung im frisch renovierten Gotteshaus. Organisiert wurde die Fahrt von Annette E. Diepenbrock von Deleguide.

Foto 4

Für mich war es eine ungewöhnliche Kombination: sakrale Kirchenkunst und moderne Kunst – aber ich muss sagen, es passt zusammen. Ein Kirchenraum als Ausstellungsraum – für manche Besucher zu gewagt, ich finde es sehr interessaant. Sowohl im Ausstellungsraum, als auch im Kirchenraum geht bei mir der Blick nach innen. Hektik fällt ab und ich konzentriere mich auf Spiritualität.

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Susan Swartzs künstlerische Arbeit wurde in mehreren Einzelausstellungen gewürdigt: so beispielsweise 2011 im National Museum of Women in the Arts in Washington, D.C., 2010 im Springville Museum of Art in Springville, Utah und 2008 im Utah Museum of Fine Arts in Salt Lake City. Swartz ist mit ihren Arbeiten auch in den ständigen Sammlungen dieser Museen sowie im Olympischen Museum in Lausanne vertreten. Im Jahr 2002 wurde Swartz mit dem Utah Governor’s Mansion Award ausgezeichnet. Und 2005 wurden ihre Arbeiten neben denen von Künstlern der Wasatch Mountain School wie Maynard Dixon, Albert Bierstadt und Thomas Moran in Gibbs Smiths Sammelband Painters of the Wasatch Mountains veröffentlicht. Im selben Jahr erhielt sie den Ehrenpreis der Harvard Divinity School für ihr künstlerisches Schaffen, das eine Verbindung zwischen Kunst und Glauben herstellt. Bei den Olympischen Winterspielen von 2002 wurde Swartz zur offiziellen Landschaftsmalerin ernannt. Hier habe ich sie das erste Mal wahrgenommen.

Sie gilt als Aktivistin in der Kunstszene und das hat einen guten Grund: Ihr jahrzehntelanger Kampf gegen eine Quecksilbervergiftung und eine Lyme-Borreliose hat sie als Künstlerin und Bürgerin sehr verändert. Sie beteiligt sich aktiv an Umweltkampagnen gegen Wasser- und Luftverschmutzung. Ebenso unterstützt sie die Vision und Produktion von Dokumentarfilmen durch Impact Partners, eine Filmfördergesellschaft, der sie als Gründungsmitglied angehört. Impact Partners wollen soziale und ökologische Ungerechtigkeit aufzeigen; mit einem ihrer Filme gewannen sie den Oskar für den besten Dokumentarfilm, drei weitere wurden für den Oskar nominiert, von denen einer auf dem Sundance Film Festival ausgezeichnet wurde.

Von Mai bis 4. Juli 2014 wird Swartz die erste Künstlerin sein, der eine Ausstellung in der gerade restaurierten barocken Kollegienkirche in Salzburg gewidmet ist.

 

Schülerzeitungen gehen ins Netz und ins Web-TV

27. April 2013
Crossmedia-Schulung am Gymnasium in Selb.

Crossmedia-Schulung am Gymnasium in Selb.

Der journalistische Nachwuchs liegt mir sehr am Herzen und neben meiner jahrelangen aktiven Mitgliedschaft bei den Nachwuchsjournalisten in Bayern und dem PresseClub München widme ich einen Teil meiner Zeit  natürlich auch Schülerzeitungen. Das Thema ist furchtbar spannend, weil Schülerzeitungsredakteure einen frischen Blick auf viele Dinge werfen. Sie sehen manche Dinge anders und haben Lust am Experimentieren und das ist gut so. Ich bin Jury-Mitglied des Schülerzeitungspreises Die Raute und engagiere mich stark in dem Bereich. Zur Schulung der Nachwuchsredakteure habe ich zusammen mit einem Kollegen sogar das Buch 1×1 der Schülerzeitung geschrieben. Bestellungen für kostenlose Exemplare übrigens bitte bei mir.

Die älteren Schüler schulen die jüngeren.

Die älteren Schüler schulen die jüngeren.

Aber Schülerzeitungen bleiben nicht stehen. Neue Entwicklungen zeigen mir, dass es die Medienkrise auch Schülerzeitungen erreicht hat. So manche Schülerzeitung kann aus Vertriebs- und Anzeigengründen nur noch ein- bis zweimal im Jahr erscheinen. Und was machen die pfiffigen Redakteure? Sie weichen ganz selbstverständlich aufs Netz aus. Die einen manchen eine Schülerzeitung im Web als WordPress-Seite, die anderen gehen gleich auf Facebook und stellen sich dar. Die Mitschüler sind sowieso auf Facebook und somit ist das Vertriebsproblem gelöst. Die Artikel werden gelesen – und das ist das Hauptziel von Schülerzeitungen.

Und wiederum andere machen Schulfernsehen. Oftmals mit den Fernsehkameras, die sie in ihrer Hosentasche haben: Den Smartphones. Sowohl iPhone als auch Android haben gute Videokameras und Schnittsoftware und Smartphones sind immer dabei. Zwar gibt es an bayerischen Schulen die rückständige Vorgabe: Das Handy bleibt aus, doch Schüler finden einen Weg und gegebenenfalls wird das Smartphone eben auf Flugmodus gestellt.

Die jüngsten Filme nutzen die Produktionswerkzeuge aus ihrer Hosentasche.

Die jüngsten Filme nutzen die Produktionswerkzeuge aus ihrer Hosentasche.

Und dann habe ich Schülerinnen und Schüler vom Walter Gropius-Gymnasium in Selb erlebt, die mit Profi-Ausrüstung Schulfernsehen machen. Sie nehmen ihre Beiträge auf P2-Karten auf, schneiden am Avid und erlernen in der Schule Medienkompetenz. Sie spielen ihre Beiträge im Netz aus und sind Mitglied bei den Jungen Medien Oberfranken zusammen. Ich durfte die rund 20 Schüler in Sachen Crossmedia schulen und künftig arbeiten Schülerzeitung, Schulfernsehen und Schulwebsite Hand in Hand. Journalistische Themen werden von den jungen Kolleginnen und Kollegen aufgegriffen und über verschiedene Medienformate gespielt. So sieht praktischer Journalismus im 21. Jahrhundert aus.

Bei meiner Schulung gingen wir auf Themensuche und stellten fest: Es gibt Themen, die Schüler zu 100 Prozent betreffen und die in allen drei Medienarten gespielt werden können. Zur besseren Vertreibung wird jetzt an einer internen Facebook-Gruppe gearbeitet, um Auflage, Klickzahlen und Reichweite zu stabilisieren und zu erhöhen.

Zum Spaß drehten die Schüler ein Interview mit Sabine Habla, Regionalbeauftragte bei der Hanns-Seidel-Stiftung, die meine Schulung ermöglichte und die Schüler zu weiteren Seminaren in die Bildungszentren der Stiftung einlud. Ich habe die Dreharbeiten zum Spaß mit meinem iPhone mitgedreht und bei YouTube eingestellt.