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Blick ins historische Fahrerlager am Nürburgring

24. August 2018

„Rennen – Kämpfen – Siegen“ so lautet das Schild über dem Ausgang des historischen Fahrerlagers am Nürburgring. Beim 46. AvD Oldtimer Grand Prix war das Lager für die Allgemeinheit geöffnet und konnte besichtigt werden. Da war ich freilich mit von der Partie und musste mir so einen wahrlich historischen Ort des Rennsports in Ruhe ansehen. 

Ich war überrascht, wie klein die Garagen sind. Die Fahrzeuge von damals wurden in den engen Räumen auf das Rennen am Nürburgring vorbereitet. Seit 1927 besteht die berühmte Rennstrecke in der Eifel. Das genaue Eröffnungsdatum war der 18./19. Juni 1927. In den Boxen 1 bis 54 gaben sich historische Renngrößen mit ihren Teams ein Stelldichein. Das erste Autorennen gewann übrigens ein gewisser Rudolf Caracciola. Ihm zu Ehren hängt eine Tafel am Eingang des Lagers. Das Fahrerlager am Nürburgring ist das älteste noch erhaltene Boxengeviert weltweit. Es wurde in seinen Ursprungszustand zurückversetzt.

Dabei wurden die 54 Boxen wieder zurückgebaut, Emaillelampen nach alten Unterlagen gefertigt und wieder in den restaurierten Boxen aufgehangen, mit den alten Farbmischungen die Boxenwände gestrichen und Metallschilder zur Kennzeichnung der Boxen angebracht. Das 4600 Quadratmeter große Gelände lässt sich für 2000 Euro am Tag mieten, die Box kostet dabei 90 Euro. 

Oldtimer en masse

Beim 46. AvD Oldtimer Grand Prix war das ganze Lager vermietet. In den Boxen waren historische Fahrzeuge ausgestellt. Interessierte Besucher konnten fachsimpeln und sich die Autos und Motoren erklären lassen. Ich war nur klassischer Zuschauer, weil ich von Autos nichts verstehe. Ich genoss nur das Design der Fahrzeuge und malte mir in meiner Fantasie aus, wie es bei historischen Rennen zuging. 

Verkauf in den Boxen

Einige Boxen waren zu regelrechten Verkaufsständen hergerichtet. Ich schaute mir einige dieser Boxen und die ausgestellte Waren an. Wir hatten sogar einige der ausgestellten historischen Blechdosen zu Hause. Am meisten interessierte meine Frau ein historischer Flipper und mich als alter Zeitungsmann sah alte Schreibmaschinen. Während man den Flipper noch brauchen könnte, ist für mich das Zeitalter der Schreibmaschinen vorbei. Meine Sammlung verstaubt im Keller, oh Gabriele. 

Ich habe Gabriele wiedergefunden

10. Februar 2017
Alte und neue Arbeitsmittel : Gabriele und MacBook

Alte und neue Arbeitsmittel : Gabriele und MacBook

Oh Gott, ich habe meine journalistischen Anfänge in einem Schrank gefunden. Auf der Suche nach einem Stift öffnete ich in einem Seminar die Türen eines Schrankes und entdeckte schwarze Koffer. Neugierig wie ich nunmal bin, musste ich den ersten Koffer öffnen und entdeckte Gabriele., genauer Gabriele 10.


Die Gabriele 10 war eine Reiseschreibmaschine von Triumph und damit habe ich meine ersten journalistischen Schritte Mitte der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts unternommen. Ich hatte diese Schreibmaschine in ihrem Koffer immer dabei. Wenn ich auf Reisen ging, wenn ich mit Mama und Papa in den Urlaub fuhr, dann war meine Gabriele immer dabei. Eigentlich wollte ich eine Tippa haben. Das war die offizielle kleine Reisemaschine für Journalisten, aber meine Eltern waren nicht so überzeugt von meinem Berufswunsch. Die Tippa bliebt immer ein Traum, aber ich hatte ja Gabriele. Der Name stammte übrigens von der Enkelin von Max Grundig, der Triumph damals gekauft hatte.


Junge Journalisten können sich in meinen Seminaren gar nicht vorstellen, unter welchen technischen Bedingungen gearbeitet wurde. Und bitte: Es ist nicht 100 Jahre her, sondern war bei mir Mitte der achtziger Jahre. Dann kam der C64 bei mir und alles änderte sich. Die digitale Revolution hatte dann auch für mich begonnen.
Als ich die Maschine entdeckte, kam mir ein alter Jerry Lewis Film in den Kopf. Der Bürotrottel hieß der Film, der von Lewis inszeniert wurde. Dort gab es die legendäre Schreibmaschinen-Szene in der Lewis auf einer unsichtbaren Schreibmaschine tippte. Slapstick pur, was hab ich als Kind gelacht.

Urlaub in Südtirol (9/10): Flohmarkt für Schnäppchenjäger

3. September 2009

Mussolini auf dem Flohmarkt in Südtirol

Ich mag Flohmärkte. In meiner Jugend war ich an Wochenende oft auf Flohmärkten am örtlichen Volksfestplatz, Schallplattenbörsen oder Filmsammlermärkten zutreffen. Nachdem meine Frau nun auch die Sammelleidenschaft gepackt hat, gehen wir dann und wann auf die Flohmärkte der Region. Sie sammelt übrigens Hähne aus Bronze, Keramik oder Glas. Angebote bitte an mich, vielleicht kann ich so noch überraschen. Heute muss ich zugeben, bin ich recht faul geworden und nutze eBay dann doch mehr.

Derzeit machen wir Urlaub in Südtirol in einer kleinen Ortschaft namens Burgeis. Der Ort Reschen nebenan veranstaltete einen Flohmarkt und wir beschlossen, über den kleinen Markt zu flanieren. Um es kurz zu machen: Gekauft haben wir nix, aber zu sehen gab es viel.

Ein Tipp: Wer auf bäuerliche Antiquitäten steht, hat hier eine Fundgrube. Es gibt allerlei Werkzeuge, Möbel, Heiligenstatuen, Zupf- und Klopfinstrumente, ausgestopfte Tiere oder Geschirr und Deckchen. Weniger zu finden sind Firanten aus Osteuropa, die gebrauchte Handys, Fernseher oder andere Elektroartikel aus den achtziger Jahren des vergangenen Jahrtausends anbieten.

Eine Familie öffnete ihre Garage und bot ihren antiken Hausrat zum Verkauf an. Es gab mindestens fünf Standuhren, zahlreiche Wanduhren, ein Klavier, ein Grammophon, eine Schreibmaschine aus der Zwischenkriegszeit und Unmengen von Schlitten aller Jahrzehnte. Die Preise sind human, nicht überteuert und liegen deutlich unter dem Niveau von München. Es war schön, diesen Markt zu besuchen. Nur einen Makel hatte der Flohmarkt: Ein Händler bot Orden aus dem Zweiten Weltkrieg an. Außerdem gab es Gedenkbilder des faschistischen Führers Benito Mussolini. Gerahmte Bilder des aufgeblasenen Fatzkes, des Duces, wurden an Bananenkartons angeboten. Gerade Südtirol, das so auf seine Unabhängigkeit pochte, braucht so eine Art von falscher Heldenverehrung eines Größenwahnsinnigen nicht.