Archive for Mai 2017

Gartenhäcksler Eliet Minor 4S im Einsatz

29. Mai 2017

Meine Frau hat bei uns den grünen Daumen. Sie kümmert sich liebevoll um das Grün um das Haus. Ich unterstütze sie, helfe mit, aber es fehlt mir das Händchen. Viele Sachen sehe ich nicht, sie ihr sofort ins Auge fallen. Aber ich mag unseren etwas wilderen Garten in dem zwei Igel sich angesiedelt haben.


Im vergangenen Jahr hat die Gattin viele Äste von den Bäumen geschnitten. Sie lagen auf einem großen Haufen und waren keine Zierde. Aber egal: Wir waren zu faul, sie kleinzuschneidend und zu entsorgen. Also blieben sie über Winter im Garten auf dem großen Haufen liegen. Jetzt ist das Wetter besser und es gibt keine Ausrede mehr. Das Zeug muss weg.


Aber wir wollten es nicht kleinschneiden und beim gemeindlichen Gartenabfallcontainer abgeben, sondern wir wollten es wieder in den Ökokreislauf unseres Gartens zufügen. Als Mulch eingesetzt, gelangen wertvolle Nährstoffe viel schneller wieder in den Boden. Also musste ein Häcksler her. Der örtliche Obst- und Gartenbauverein hatte keinen Häcksler zum Verliehen, was übrigens ein Grund gewesen wäre, in den Verein einzutreten. Also wandte ich mich an unseren Gartenfachbetrieb Jais, der bereits meinen Robomäher R2Mäh2 wundervoll betreut. Das Unternehmen verleiht hochwertige Gartenhäcksler, die auch von mir als Laie betrieben werden können. Wir entschieden uns für den Eliet Minor 4S als idealen Gartenhäcksler.


Das Geniale von Anton Jais: Der Häcksler wurde vom Gartenfachbetrieb gebracht und abends wieder geholt. Super Service, denn das Ding passt niemals in unser Auto hinein. Kurze Einweisung, auch eine Sicherheitseinweisung und dann konnte es auch losgehen. Wir setzten eine Schutzbrille gegen herumfliegendes Schnittgut auf und zogen Handschuhe an.


Der Häcksler wurde Richtung Garage gedreht, damit das Häckselgut nicht wild durch die Gegend fliegt, sondern sich am Garagentor zu einem Haufen sammelt. Den Auswurfschacht des Häckslers konnten wir dabei genau in Höhe und Weite positionieren. Es ist ähnlich wie bei einer Schneefräse.
Als der Kamerad in Betrieb war, hatte ich gehörig Respekt. Meine Frau und ich fütterten den Häcksler mit Schnittgut und Ästen, der es mit einem Höllenlärm zerkleinerte. Warum dachte ich in diesem Moment an Krimis wie Fargo, bei dem das Opfer in einem Häcksler landete? Lassen wir das.
Das Häckselgut vom Eliet Minor 4S wird von der Messerwelle mit 12 einzel austauschbaren Wendemessern der Länge nach aufgebrochen und in kleine Teile zerrissen. Der Häcksler verfügt über einen 4,4 kW (6 PS) Honda-Motor. Als wir den Häcksler bedienten, verstopfte das Gerät. Mit einer Handkurbel können die Messer beim Eliet Minor 4S rückwärts gedreht werden und so gelockert werden.

Carsharing muss ich mal probieren – Car2Go von Daimler

27. Mai 2017

Die re:publica 2017 #rp17 war wieder mal eine Art Klassentreffen der Digitalbranche. Durch Zufall traf ich in Berlin eine Kollegin, die ich einstmals in Sachen Modefotografie geschult habe. Martina Ammon arbeitet aber heute in einer anderen Branche – und die ist super spannend: Carsharing.

Martina Ammon (Mitte) im Gespräch mit Matthias J. Lange (l.) und Thomas Gerlach (r.)

Martina Ammon (Mitte) im Gespräch mit Matthias J. Lange (l.) und Thomas Gerlach (r.)

Martina Ammon schafft beim Daimler, speziell bei der Daimler-Tochter Car2go. Und dieser Markt ist in Bewegung. So eben meldete das manager magazin, dass eine Fusion von Car2Go und DriveNow näher rückt. Car2Co ist wie beschrieben Daimler und DriveNow ist BMW. Die Mietwagentöchter Car2Go und DriveNow sollen künftig unter einem gemeinsamen Markennamen operieren, berichtet das manager magazin. Ob es stimmt, dazu sagte Martina Ammon in Berlin freilich nichts. Aber es zeigt, wie bewegt dieser Markt ist. Und ich habe auch gelernt, ich muss ihn dringend ausprobieren.
Per App schaut man, ob ein Mietfahrzeug von Car2Go oder DriveNow in der Nähe ist, bucht es und fährt zu seinem Termin und stellt das Auto wieder für einen anderen Nutzer ab. Anwendungsmöglichkeiten habe ich sehr, sehr viele im Kopf. Die Fahrt zum Flughafen, wenn ich nicht öffentlich fahren will oder das Taxi nervt. Oder wie wäre die abendliche Fahrt in eine Kneipe. Mit dem Auto hinfahren, abstellen und feiern und dann mit dem Taxi wieder zurück. Und wenn die beiden Dienste von BMW und Daimler verzahnt werden, hat das für uns als Kunde einige Vorteile, denn die Flotter wird größer.
Leider ist bei uns auf dem Land noch nicht so viel zu sehen von den Mobilitätsdiensten, aber es wäre eine super Erleichterung für mich als Landei. Ich habe das Video mit Martina angehängt und bin über eure Erfahrungen gespannt. Nutzt ihr Carsharing-Dienste und wo seht ihr Vor- und Nachteile?

Ich mache Pesto selbst – Pesto zubereiten

26. Mai 2017
Basilikum wächst bei mir ideal.

Basilikum wächst bei mir ideal.

Scheinbar habe ich ein Händchen mit meinem Basilikum in meiner Küche. Das Zeug wächst und gedeiht wie der Teufel. Ich ziehe es in meinem WMF Kräutergarten-Set  über das ich schon ausführlich gebloggt habe. Basilikum dient bei mir als Zugabe zu Spaghetti. Jetzt war es an der Zeit ein wunderbares Pesto zu zubereiten – einmal mit Sonnenblumenkernen, einmal mit Cashewkernen. Die Reaktion im Netz war super interessant als ich ein Bild postete – ich wurde mit Tipps und Ratschläge überhäuft. Vielen Dank dafür – und natürlich gab es die übliche Diskussion über Thermomix pro und contra.

Die Basilikum-Bätter werden geerntet.

Die Basilikum-Bätter werden geerntet.

Zunächst ging es an die Ernte des Basilikums. Zusammen mit meiner Frau schnitt ich doch einiges an Blätter ab. Das Zeug wächst bei mir so schnell nach. Nach dem Waschen und Trocknen schnitt ich die Stengel weg. Einige Facebook- und Instagram-Freunde meinten, dass ich ruhig die Stengel dran lassen kann, aber ich hab es einfach gemacht. Es muss nicht schnell gehen. Für mich ist Kochen – und dazu zähle ich auch die Zubereitung von Pesto eine meditative Tätigkeit. Es ist außerdem sehr schön als Ehepaar gemeinsam zu kochen – ich kann dabei abschalten.

Es sollten eigentlich 50 Gramm sein. Es wurden etwas mehr.

Es sollten eigentlich 50 Gramm sein. Es wurden etwas mehr.

Der nächste Schritt war das Abwiegen der Kerne. Es sollten jeweils 50 Gramm sein. Bei den Sonnenblumenkernen wurde es etwas mehr – was soll es, Kochen ist keine exakte Wissenschaft wie Medizin oder Theologie. Dann sind es eben 62 Gramm geworden.


Die Kerne wurde in einer Pfanne ohne Fett erhitzt und geröstet. Aufpassen, dass die Kerne nicht zu schnell heiß werden, sonst verbrennen sie und das Ganze schmeckt bitter. Zum Abkühlen habe ich die Kerne auf einen separaten Teller zwischengelagert.

Ich liebe den Geruch von Knoblauch und Basilikum.

Ich liebe den Geruch von Knoblauch und Basilikum.

Dann putze ich den Knoblauch. Ich brauche für die beiden Pesto-Sorten vier Zehen. Der Knoblauch muss nicht kleingeschnitten sein, aber zumindest etwas zerkleinert erspart dem altersschwachen Pürierstab die Arbeit.


Etwa 25 Gramm Parmesan pro Portion Pesto wurden gerieben. Ich liebe den Geruch von Käse. Nein, stimmt nicht ganz. Ich liebe den Geruch von Essen.


Alles kam in einen Topf – Basilikum, Knoblauch, drei Esslöffel Olivenöl und dann kam der schon etwas ältere Pürierstab zum Einsatz, der jetzt dann entsorgt wird. Das Ganze geht auch mit der Kenwood-Küchenmaschine. Nachdem alles zerkleinert war, kam der Parmesan und etwas Salz und Pfeffer dazu. Fertig ist das Pesto.

Und fertig ist das Pesto.

Und fertig ist das Pesto.

Nun wurde es in kleine Gläser abgefüllt und kühl gestellt. Am Abend kam die Familie zum Spaghetti-Essen mit zweierlei Pesto zusammen. Ein, zwei Gläser Rotwein und gute Gespräche – so soll der Tag enden.

 

Und hier das Ganze nochmals als YouTube-Film:

Hurra, ich reise zum Ardbeg-Day 2017

25. Mai 2017

Und ewig lockt der Ardbeg. Nachdem ich vergangenes Jahr den Ardbeg-Day verpasst habe, bin ich dieses Jahr am Samstag, 3. Juni 2017 mit von der Partie und voll dabei. Auf der ganzen Welt feiern die Whisky-Freunde und ich feiere in Berlin mit. Die Einladung zum Ardbeg-Day verspricht etwas Besonderes: „Es erwartet dich nicht nur ein „ungeheuerliches“ und wunderbares Erlebnis, sondern auch deine persönliche, limitierte Flasche der diesjährigen Abfüllung Ardbeg Kelpie.“ Schon allein wegen des exzellenten Kelpie, die limitierte Abfüllung 2017, lohnt sich die Reise nach Berlin.
Ich hatte während der Fastenzeit den ausgezeichneten Whisky probiert. Mit seinen 51,7 % Vol. Alkohol reicht ein kleiner Spitzer Wasser, um das Aroma zu entfalten – nur ein Spitzer. Wie poliertes Gold fließt der Whisky ins Glas, so dass es eine wahre Freude ist. Dann folgt der Geruch – typisch Ardbeg, ganz so wie ich es von dem Islay Malt Scotch Whisky gewohnt bin.


Wassergeister, mystische Legenden und „ungeheuerliche“ Unterwasserwelten: Der diesjährige Ardbeg Day steht ganz im Zeichen des Meeres. Restkarten für dieses Event gibt es übrigens hier. Wen treffe ich in Berlin?
Nicht ohne Stolz nennt sich Ardbeg der „ultimative Islay Single Malt Scotch Whisky“. Ardbeg wurde vor über 200 Jahren, 1815 offiziell gegründet und ist von Kennern in aller Welt als komplexester, rauchigster und am meisten getorfter Islay Single Malt Whisky geschätzt. Ich liebe dieses Getränk. Gleichzeitig wartet er mit einer unerwarteten Süße auf – ein Phänomen, das auch „das torfige Paradox“ genannt wird. In den 1980- und 1990er Jahren blickte Ardbeg in eine ungewisse Zukunft bis zum Jahr 1997, als die Glenmorangie Company die Brennerei kaufte und vor dem endgültigen Auslöschen bewahrte. Seitdem ist die Destillerie eine kleine Kultmarke mit einer sehr leidenschaftlichen Anhängerschaft und ich bin einer von diesen Anhänger.

Auf der #rp17 traf ich übrigens ein paar Gleichgesinnte beim Tasteup auf der re:publica.

Vielen Dank Sir Roger Moore – persönliche Erinnerungen

24. Mai 2017

Einer meiner ersten Autowünsche war klar. Ich wollte einen weißen Lotus Esprit. Den hatte ich im Kino gesehen und der konnte sogar tauchen. Genau so ein Auto wollte ich mal haben, wenn ich groß bin. Das war wohl meine erste Erinnerung an James Bond 007, der schnittige Flitzer aus „Der Spion, der mich liebte.“ Das war wohl der erste Bond-Film, den ich im Kino sah und der James Bond-Darsteller meiner Kindheit war Roger Moore.

Über Twitter erfuhr ich vom Tod von Roger Moore.

Über Twitter erfuhr ich vom Tod von Roger Moore.

Jetzt ist Sir Roger im Kreise seiner Familie an Krebs gestorben und gerne erinnere ich mich an diesen Darsteller in seinen vielen, vielen Rollen. Im Laufe der Zeit wurde Sean Connery zu meinem Lieblingsbond, weil er mehr Härte und Ernsthaftigkeit zeigte. Während Connery mein Adrenalin hervorbrachte, sprach Moore mein Herz und Humor an. Sein James Bond hatte immer einen Funken Humor, ohne lächerlich zu sein. Seine Darstellung als Agent 007 sprach etwas in mir an: Ich entdeckte schöne Frauen, schöne Orte, schöne Autos – Luxus, der eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen prägte. Von meinen Eltern bekam ich den Lotus als Spielzeug und als Moonraker ins Kino kam, gehörte der Weltraum ab sofort 007. Nach dem Erfolg von Star Wars musste Bond auch im All für Ordnung schaffen. Ich weiß noch, dass ich nach dem Kinobesuch ein Moonraker-Shuttle von meinen Eltern als Spielzeug bekam. Das Shuttle liegt noch irgendwo im Keller, den Lotus habe ich später gegen einen Aston Martin DB 6 aus Goldfinger eingetaucht.
Ich mochte Bond und ich mag Bond – mehr als die Testosterongesteuerten Kinohelden von heute.
Roger Moore war aber auch Lord Brett Sinclair. Zusammen mit Tony Curtain Curtis als „die 2“ oder „die Zwei“ zeigte er in der Synchronisation des genialen Rainer Brandt wie ein TV-Gassenhauer aussehen kann. Als ich die Serie später im englischen Original sah, fehlte der Witz. Mit Roger Moore wuchs ich auf. Ich sah im Kino die verstörenden Kriegsfilme „die Wildgänse kommen“ und „Die Seewölfe kommen“, aber richtig auf den Arm nahm sich Roger Moore bei dem Film „Auf dem Highway ist die Hölle los“. Unsere Klasse ging damals geschlossen ins Kino und mir hatte der Film so gut gefallen, dass ich das gemeinsame anschließende Eisessen ausfallen ließ und mir nochmals eine Kinokarte kaufte. Es war vor allem Roger Moore, der mir in den Klamauk-Film gefiel. Mitte der achtziger Jahre sah ich dann in „Das nackte Gesicht“ einen anderen Roger Moore, einen verängstigten Roger Moore in der Rolle eines hilflosen Psychiaters – was für ein wandlungsvoller Schauspieler.
Leider bin ich dem Schauspieler und dem späteren UN-Sonderbotschafter persönlich nie begegnet, aber dennoch hatte ich irgendwie das Gefühl Roger Moore zu kennen. Das ist natürlich Blödsinn, aber Moore begleitete mich durch meine Kindheit und sorgte immer für Humor. Und immer wieder beschäftigte mich die Frage: Was ist der beste Bond-Film mit Roger Moore? Es ist wohl für mich „Der Spion, der mich liebte“, knapp gefolgt von „In tödlicher Mission“. Und bei euch? Und ich verrate euch ein Geheimnis: Ich fahre weder einen Lotus Esprit oder Aston Martin DB6.
Vielen Dank Sir Roger Moore, ich werde Sie nie vergessen.

Voll auf die Ohren – der richtige Gehörschutz bei Konzerten

23. Mai 2017
Ich mag Konzerte, aber langsam wird mir der Lärm zuviel.

Ich mag Konzerte, aber langsam wird mir der Lärm zuviel.

Ich werde alt. Während mir früher die hohe Lautstärke bei Konzerten nichts ausgemacht hat, bin ich heute empfindlicher geworden. Die Lautstärke macht mich fertig. Nach den Konzerten bin ich erledigt. Gut, ich könnte Lärm meiden und nicht mehr auf Konzerte gehen, aber ich möchte die Künstler live sehen. Daher war es an der Zeit, sich um einen Gehörschutz umzusehen.
Natürlich gibt es die klassischen Ohropax. Es sind so Schaumstoffstöpsel, die ich mir ins Ohr popeln kann. Die kosten ein paar Cent und machen dicht. Das ist fein, aber nicht der Sinn der Sache. Solche Ohrstöpsel nehme ich im Hotel, wenn im Nebenzimmer ein Paar mich bei ihrer Zweisamkeit teilnehmen lassen will, aber nicht bei Konzerten. Ich will die Musik der Künstler auf der Bühne ja genießen. Also musste eine bessere Lösung her. Außerdem drängte die Zeit. Ich hatte Karten für die Long Goodbye Tour der britischen Hardrocker Deep Purple in der Olympiahalle. Ich wollte die Abschiedstour der Band besuchen, aber ich musste auch am nächsten Tag ein Seminar halten und da darf ich mir einen dicken Kopf aufgrund des Lärms nicht erlauben. Meine Erfahrung mit Deep Purple-Konzerten lehrte mich: Es gibt was auf die Ohren. Nicht so stark wie bei Lemmy, aber dennoch.

ich bin mit dem Senner MusicPro Gehörschutz gut gefahren.

ich bin mit dem Senner MusicPro Gehörschutz gut gefahren.

Meine Gattin brachte die Lösung, weil sie genau das gleiche Problem mit lauter Musik hat. Wir beide fotografieren immer wieder im Auftrag bei Konzerten und sind ganz vorne an der Bühne und bekommen den Lärm voll ab. Sie empfahl mir den Gehörschutz Senner MusicPro Gehörschutz Ohrstöpsel,


Das hat ich ebenso. Die Ohrstöpsel kommen in einem Alubehälter daher, in dem sie Geschützt sind. Die Ohrstöpsel sind nach Angaben des Herstellers aus hypoallergenes Material. Ich drehe die Teile in die Ohren und sie tragen sich bequem. Scheinbar sorgen die Dreifach-Lamellen dafür, dass der Lärm rausgefiltert wird. Ich habe keinen dumpfen Klang wie bei den Schaumstoffstöpsel im Kopf, sondern die Musik wird gedämpft und die Sprache kommt klar durch. Es funktioniert wirklich: Klangtreue Dämpfung lauter Musik bei Erhaltung des vollen Spektrums der Töne – genau so was habe ich gesucht. Ich habe Leute gesehen, die haben sich Taschentücher in die Ohren gedreht: Lasst es euch sagen: Es sieht ziemlich doof aus.


Ich teste die Senner MusicPro  beim Deep Purple-Konzert. Die Musik brachte es auf 115 dB laut meiner App und das zwei Stunden. Ich war froh um den Gehörschutz und ich war froh, die Herren von Deep Purple nochmals live erleben zu können. Das Seminar am nächsten Tag verlief auch prima – kein dicker Kopf. So machen Konzerte Spaß. Die nächsten Karten sind schon bestellt – die Rolling Stones kommen.

Konzert: Deep Purple in der Olympiahalle München 2017

22. Mai 2017

Als zur Einstimmung auf das Konzert The Boys are back in Town lief, da wurde ich etwas melancholisch. Sollte es wirklich das letzte Mal sein, dass ich Deep Purple live sehen würde? Die britische Band befindet sich auf ihrer Long Goodbye Tour und machten in Münchner Olympiahalle Station. Wie oft hatte ich die britischen Hardrocker schon gesehen? Viele Male guten alten Hardrock. Damals noch mit Ritchie Blackmore als wilden geheimnisvollen Mann bei der Perfect Stranger-Vereinigung. Ich hatte Keyboard-Zauberer Jon Lord noch lebend gesehen. Und nun saß ich hier und wollte auf Wiedersehen sagen, schließlich sind die Herren im Seniorenalter. Infinite soll das letzte Studioalbum gewesen sein.


Die Spannung auf Deep Purple war bei mir enorm. Die Vorband Spacetruck machte einen guten Job und heizte den Fans ein. Und dann begann die rund zweistündige Show der Altrocker. Im Hintergrund schwebte das Konterfei der Herren in einem Eisberg, wie einst die US-Präsidenten in Mount Rushmore. Das Bild kannten wir bereits aus dem Booklet von Infinite.


Dann brach es los mit Time for Bedlam. Ian Gillan überraschte uns mit Sonnenbrille und Goldjacke. Ich dachte sofort an die Scheibe 50,000,000 Elvis Fans Can’t Be Wrong, die Elvis‘ Gold Records, Volume 2. Und irgendwie stimmte es ja: Deep Purple spielte eine Best of-Show mit ein paar neuen Songs. Die Herren müssen nicht mehr beweisen, was sie können. Das neue Songmaterial ist nett, aber das alte ist netter. Routiniert spielen sie ihre Show ab und zeigen, welchen Sound die Mark VIII-Besetzung hervorbringt. Ian Gillan, Steve Morse, Don Airey, Roger Glover und Ian Paice machen mir immer noch eine Freude. Das Zusammenspiel der alten Herren ist tadellos aufeinander abgestimmt. Nachdem ich im Vorfeld immer wieder von den Problemen des Gitarristen gehört habe, achtete ich besonders darauf. Auf dem Konzert konnte ich von den Arthrose-Problemen von Steve Morse nichts feststellen – das ist gut so. Im Hintergrund stand ein Roadie mit Gitarre bereit, der aber mehr bemüht war, die Instrumente zu stimmen. Ob er als Ersatz fungieren sollte, weiß ich nicht. Ich mag diesen Steve Morse einfach. Er scheint ein freundlicher Kerl zu sein, anders als der Stinkstiefel Herr Blackmore. Morse hat seinen eigenen Stil in Deep Purple eingebracht und fungiert nicht als Blackmore-Ersatz. Das Zusammenspiel zwischen der immer noch tollen Stimme von Ian Gillan und der Gitarre von Steve Morse klappt hervorragend und beide scheinen nach all den Jahren sogar noch Spaß daran zu haben, trotz Hunderter Konzerte. Ein Made in Japan kommt freilich nicht mehr heraus, erwartet aber auch keiner im meist älteren Publikum.


Einziges Gründungsmitglied von Deep Purple ist Ian Paice, der Spaßvogel. Er sitzt hinter seiner Schießbude und drischt bekleidet mit seinem Werbe-T-Shirt von Pearl auf die Felle ein, dass es eine Freude ist. Ab und zu hängt die Zunge raus zwecks Konzentration. Pacie geht richtig ab, wenn er sich durch die Klassiker spielt. Und davon gab es viele auf der Long Goodbye Tour.
Die Setlist war in München:
Time for Bedlam, 
Fireball, 
Bloodsucker, 
Strange, Kind of Woman, 
Johnny’s Band, 
Uncommon Man , The Surprising, 
Lazy (with keyboard intro), 
Birds of Prey, 
Hell to Pay, 
Keyboard Solo, 
Perfect Strangers, 
Space Truckin‘, 
Smoke on the Water
Die Zugaben waren:
Highway Star, 
Hush, 
Bass Solo, 
Black Night
Da war es wieder, dass alte Hardrock-Feeling. Die Mischung zwischen alten und neuen Songs hat gepasst und freilich haben die Fans in der Olympiahalle bei Smoke on the Water mitgesungen, wie es sich gehört. Jeder Gitarrenanfänger kennt die Griffe, die die Rockmusik verändert haben.
Also die Herren, wenn es wirklich die letzte Tour war, dann sag ich artig vielen lieben Dank. Ihr habt mein Leben bereichert. Mir hat es gefallen und auf der Heimfahrt hörte ich freilich Highway Star.

Post fährt zur rp17 elektrisch mit dem Streetscooter

20. Mai 2017

Trari-Trara die Post ist da – und dieses Mal elektrisch. Als ich dieses Jahr die Internet-Veranstaltung re:publica #rp17 in Berlin betrat, staunte ich nicht schlecht. Nicht aufgrund der zahlreichen Vorträge oder der Möglichkeit der Vernetzung – nein, es war eine junge Frau, die mir eine Postkarte in die Hand drücken wollte. Eine Postkarte auf einer Internet-Veranstaltung? Wie doof ist das denn? Und dennoch war die Idee nicht schlecht, denn ich kam ins Überlegen, wann ich das letzte Mal eine Postkarte geschrieben hatte. Ich wusste es nicht mehr.

Gleich am Eingang der rp17 steht die Post.

Gleich am Eingang der rp17 steht die Post.

Ich kam mit der jungen Dame ins Reden und sie stellte sich als Mitarbeiterin der Post vor. Die Deutsche Post hatte am Eingang zur rp17 ein Elektromobil ausgestellt. Da ich großen Respekt vor dem Briefträgern und vor allem den Paketausfahrern habe, die einen Knochenjob machen, schaute ich mir den Elektroflitzer in Postgelb ein wenig genauer an.

Witzig oder doof? Post verteilt Postkarten auf einer Internetmesse?

Witzig oder doof? Post verteilt Postkarten auf einer Internetmesse?

Der Streetscooter ist eine Eigenentwicklung der Deutschen Post in Zusammenarbeit mit ihren Zustellern. Die Reichweite des Autos beträgt bis zu 80 Kilometer und die Kiste fährt maximal 80 Stundenkilometer. Die Post hat bereits 2500 dieser Fahrzeuge im Einsatz und will es nach eigenen Aussagen bis zum Jahresende 2017 auf mindestens 5000 Streetscooter schaffen.

Ich muss zugeben, ich fand es zunächst seltsam auf einer Internetkonferenz ein Postauto anzutreffen samt Postkarten. Nun, die Postkarten hab ich dagelassen, die Infos über den Streetscooter hab ich mitgenommen. Der Streetscooter ist Teil des ambitionierten Umweltschutzprogramms GoGreen der Post, die bis 2050 die logistikbezogenen Umweltemissionen auf Null reduzieren will. Ambitioniert, das muss ich schon sagen. Mal sehen, ob es gelingt. Der Weg ist auf jeden Fall richtig. Die Post hat im Moment rund 10500 E-Bikes, E-Trikes und Cubicycles (was immer auch das ist) im Einsatz. Ich werd mal meinen Postler am Dorf bei uns fragen, was er davon hält.

Mond-Rover aus Deutschland in Alien Convenant

19. Mai 2017
Im Film Alien Convenant ist der Mond-Rover aus Deutschland im Einsatz.

Im Film Alien Convenant ist der Mond-Rover aus Deutschland im Einsatz.

Als ich den neuen Alien-Film Alien Convenant genoss, lachte ich einmal richtig laut im Kino auf. Nicht, weil der Film humorvoll oder gar lächerlich ist – auf kein Fall. Ich lachte auf, weil ich in einer Szene etwas entdeckte, das mir sehr viel Freude machte. Ich hab übrigens über den Film hier gebloggt.
Ich lachte über den Rover im Film. Es war der Rover, der aus dem Raumschiff rollte und die Oberfläche des fremden Alien-Planeten erkunden sollte. Und eben diesen Rover hatte ich vor einer Woche live in Berlin auf der re:publica rp17 erlebt. Robert Böhme von Part-Time Scientists hielt einen Vortrag über das deutsche Raumschiff, das 2018 zum Mond aufbrechen wird und dort mit zwei Rover die Mondoberfläche erkunden wird – genau an der Stelle wo Apollo 11 gelandet ist. Ich werde über das Projekt noch ausführlicher bloggen, weil es mich total fasziniert und ich dabei sein möchte.

Der Rover heißt Audi Lunar Quattro und ich hatte schon mal über dieses interessante Stück Technik gebloggt. Die Landefähre mit dem Audi lunar quattro soll bis 2018 an Bord einer SpaceX-Trägerrakete ins All starten und mehr als 380.000 Kilometer bis zum Mond zurücklegen. Etwa fünf Tage wird die Reise dauern. Das Ziel-Landegebiet liegt nördlich des Mond-Äquators in der Nähe der Landestelle der letzten bemannten NASA-Mondmission Apollo 17 im Jahr 1972. Hier gibt es extreme Temperaturschwankungen von bis zu 300 Grad Celsius.


In verschiedenen Test-Schleifen, die unter anderem in den österreichischen Alpen und auf Teneriffa stattfanden, haben die Part-Time Scientists ihr Mondfahrzeug entwickelt, das in weiten Teilen aus Aluminum besteht. Der Audi Lunar Quattro besteht zu 85 Prozent aus Aluminiumbauteilen, die von Audi in den Metall-3D-Druckanlagen in Ingolstadt produziert wurden. Ein verstellbares Solarpanel fängt das Sonnenlicht auf und leitet es in eine Lithium-Ionen-Batterie. Sie speist vier Radnabenmotoren. Ein Kopf an der Front des Fahrzeugs trägt stereoskopische Kameras sowie eine wissenschaftliche Kamera zur Materialuntersuchung. Die theoretische Höchstgeschwindigkeit beträgt 3,6 km/h. Viel wichtiger auf der holprigen Mond-Oberfläche sind jedoch die Offroad-Eigenschaften und die Fähigkeit zur sicheren Orientierung.

Ich habe mit Robert Böhme gesprochen. Toller Typ.

Ich habe mit Robert Böhme gesprochen. Toller Typ.

Die Integration des Audi Lunar Quattro in den Film Alien Convenant war Teil einer Kooperation zwischen der Produktionsgesellschaft 20th Century Fox und Audi. Ich habe mich auf jeden Fall sehr darüber gefreut.

Filmtipp: Alien Convenant

18. Mai 2017
Mir hat Alien Convenant sehr viel Spaß gemacht.

Mir hat Alien Convenant sehr viel Spaß gemacht.

Ridley Scott, der alte Recke, kann es noch immer. Mit Alien Convenant legte er einen neuen eindrucksvollen Teil seiner Alien-Reihe vor und knüpfte damit direkt an Prometheus an. Gleich vorweg: Mir hat Alien Convenant sehr gut gefallen, aber das war nicht bei allen Zuschauern bei meinem Kinobesuch im Scala Fürstenfeldbruck der Fall. Da hatten sich einige der männlichen Kinobesucher mehr Action erwartet. Nun Action war in Alien Convenant vorhanden, aber es war auch Tiefe vorhanden. Eine Vielzahl von Kinozuschauern war von den literarischen Zitaten von Lord Byron und Mary Shelly schlichtweg überfordert und konnten Ridley Scott auf seiner Suche nicht folgen. Für diese Zuschauer war Alien Convenant eher anstrengend. Wie sagte mein Nachbar im Kino: „Zuviel Gequatsche!“

Aussteller im Kino Scala FFB

Aussteller im Kino Scala FFB

Wer aber Fan der Alien-Filme ist und sich auf eine Weiterführung von Prometheus einlassen will, der freut sich über die Handlung und die Begegnung mit dem Außerirdischen. Der Xenomorph hat sich inzwischen zur Biowaffe verändert und die Diskussion um Menschlichkeit, wie sie bereits in Ghost in the Shell geführt wurde, wird in Alien Convenant weitergeführt. Natürlich ist der flinke und höchst aggressive Neomorph der eigentliche Held, sei es als Maske oder CGI. Ich freute mich, als das Alien erstmals in voller Größe erschien. Es war wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Aus dem Xenomorph wurde ein weiterentwickelter Neomorph. Scott hat so viele Erinnerungen an sein Erstlingswerks eingebaut: Die geheimnisvollen Eier, das Herausbrechen aus dem Magen, das Signal von einem fernen Planeten und, und, und. Und es gibt eine Hommage an den großartigen H.R. Giger, dem Schöpfer des Aliens. Seine Kunst der Biomechanik wurde von Ridley Scott aufgegriffen. Als Beispiel sei die Duschszene genannt – Sexualität kombiniert mit Obsessionen über das Eindringen von etwas absolut Fremden wurde hier genial in Szene gesetzt. Es gab auch ein Wiedersehen und einen Erklärungsansatz über mein Lieblingsraumschiff schlechthin. Das hufeisenförmige fremde Raumschiff taucht wieder im Film, wobei ich hier mich nicht 100prozentig identifizieren konnte. In meiner Fantasie war dieses Raumschiff ein biomechanisches, organisches Fluggerät. In Alien Convenant klingt es, als ob es aus Metall wäre. Die Raumfahrer stapfen durch das Raumschiff und das Echo klingt nach Metall. Das hat mich wirklich gestört, weil es nicht mit meiner Fantasie deckungsgleich ist. Dennoch: Das Setdesign ist schichtweg genial. Es passt einfach zusammen und Ridley Scott kann es einfach.
Zu Alien gehört auch ein Android, in unserem vorliegenden Film heißen sie Walter und David. Michael Fassbender ist hier in einer Doppelrolle zu sehen und es macht absolut Spaß, seinem Spiel beizuwohnen. Sicherlich die eindrucksvollste Szene ist das Flötenspiel, sehr intim und großartig gespielt. Diese Intimität wird nochmals aufgegriffen als es zum Kuss zwischen David und Walter kommt. Der Gotteskomplex wird immer wieder thematisiert.
Der Name Walter setzt sich aus den Wortstämmen walt- (althochdeutsch: waltan ‚herrschen‘) und Heer (althochdeutsch: heri ‚Kampfverband‘) zusammen. Das gibt schon einen Hinweis. Und die Anspielung zu Michelangelos David ist natürlich voll beabsichtigt, obwohl Ridley Scott in der Einführungsszene bewusst den Kopf der ersten Monumentalstatue der Hochrenaissance und bekannteste Skulptur der Kunstgeschichte verbirgt. David nimmt den Kampf gegen den Riesen Goliath auf – vielleicht eine Analogie, dass der Android sich gegen seinen Schöpfer Mensch wendet. Und immer wieder kommt dazu der göttliche Richard Wagner. Zweimal kommt das Rheingold vor, der Einzug der Götter in Walhall, zu Beginn des Films als Klavierauszug und zum Ende der Films als Symbol der Zeitenwende. Sie prophezeit die Götterdämmerung, das Ende der Götter – das Ende des Gottes Mensch. Wer wie mein Sitznachbar im Kino Action erwartetet, bekam zum Ende Richard Wagner und reagierte verwirrt.
Ach ja, die Musik im Film. Der Score von Alien hatte Maßstäbe gesetzt: Soundtrack-Götter wie Jerry Goldsmith gaben in der Vergangenheit den Takt an. In Alien Convenant sollte es ursprünglich Harry Gregson-Williams sein. Es wäre interessant gewesen, wie er sein Thema von Der Marsianer – Rettet Mark Watney (The Martian) weiterentwickelt hätte. Er schied allerdings aus Termingründen aus und überließ die Musik Jed Kurzel, dem ich bisher nicht viel zutraute. Sein Assassin’s Creed war mir zu heftig. Im Film Alien Convenant passte sein Score allerdings sehr gut und in den nächsten Wochen wird der Score auf CD veröffentlich. Ich werde ihn dann ausführlich besprechen.