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Mond-Rover aus Deutschland in Alien Convenant

19. Mai 2017
Im Film Alien Convenant ist der Mond-Rover aus Deutschland im Einsatz.

Im Film Alien Convenant ist der Mond-Rover aus Deutschland im Einsatz.

Als ich den neuen Alien-Film Alien Convenant genoss, lachte ich einmal richtig laut im Kino auf. Nicht, weil der Film humorvoll oder gar lächerlich ist – auf kein Fall. Ich lachte auf, weil ich in einer Szene etwas entdeckte, das mir sehr viel Freude machte. Ich hab übrigens über den Film hier gebloggt.
Ich lachte über den Rover im Film. Es war der Rover, der aus dem Raumschiff rollte und die Oberfläche des fremden Alien-Planeten erkunden sollte. Und eben diesen Rover hatte ich vor einer Woche live in Berlin auf der re:publica rp17 erlebt. Robert Böhme von Part-Time Scientists hielt einen Vortrag über das deutsche Raumschiff, das 2018 zum Mond aufbrechen wird und dort mit zwei Rover die Mondoberfläche erkunden wird – genau an der Stelle wo Apollo 11 gelandet ist. Ich werde über das Projekt noch ausführlicher bloggen, weil es mich total fasziniert und ich dabei sein möchte.

Der Rover heißt Audi Lunar Quattro und ich hatte schon mal über dieses interessante Stück Technik gebloggt. Die Landefähre mit dem Audi lunar quattro soll bis 2018 an Bord einer SpaceX-Trägerrakete ins All starten und mehr als 380.000 Kilometer bis zum Mond zurücklegen. Etwa fünf Tage wird die Reise dauern. Das Ziel-Landegebiet liegt nördlich des Mond-Äquators in der Nähe der Landestelle der letzten bemannten NASA-Mondmission Apollo 17 im Jahr 1972. Hier gibt es extreme Temperaturschwankungen von bis zu 300 Grad Celsius.


In verschiedenen Test-Schleifen, die unter anderem in den österreichischen Alpen und auf Teneriffa stattfanden, haben die Part-Time Scientists ihr Mondfahrzeug entwickelt, das in weiten Teilen aus Aluminum besteht. Der Audi Lunar Quattro besteht zu 85 Prozent aus Aluminiumbauteilen, die von Audi in den Metall-3D-Druckanlagen in Ingolstadt produziert wurden. Ein verstellbares Solarpanel fängt das Sonnenlicht auf und leitet es in eine Lithium-Ionen-Batterie. Sie speist vier Radnabenmotoren. Ein Kopf an der Front des Fahrzeugs trägt stereoskopische Kameras sowie eine wissenschaftliche Kamera zur Materialuntersuchung. Die theoretische Höchstgeschwindigkeit beträgt 3,6 km/h. Viel wichtiger auf der holprigen Mond-Oberfläche sind jedoch die Offroad-Eigenschaften und die Fähigkeit zur sicheren Orientierung.

Ich habe mit Robert Böhme gesprochen. Toller Typ.

Ich habe mit Robert Böhme gesprochen. Toller Typ.

Die Integration des Audi Lunar Quattro in den Film Alien Convenant war Teil einer Kooperation zwischen der Produktionsgesellschaft 20th Century Fox und Audi. Ich habe mich auf jeden Fall sehr darüber gefreut.

Filmtipp: Alien Convenant

18. Mai 2017
Mir hat Alien Convenant sehr viel Spaß gemacht.

Mir hat Alien Convenant sehr viel Spaß gemacht.

Ridley Scott, der alte Recke, kann es noch immer. Mit Alien Convenant legte er einen neuen eindrucksvollen Teil seiner Alien-Reihe vor und knüpfte damit direkt an Prometheus an. Gleich vorweg: Mir hat Alien Convenant sehr gut gefallen, aber das war nicht bei allen Zuschauern bei meinem Kinobesuch im Scala Fürstenfeldbruck der Fall. Da hatten sich einige der männlichen Kinobesucher mehr Action erwartet. Nun Action war in Alien Convenant vorhanden, aber es war auch Tiefe vorhanden. Eine Vielzahl von Kinozuschauern war von den literarischen Zitaten von Lord Byron und Mary Shelly schlichtweg überfordert und konnten Ridley Scott auf seiner Suche nicht folgen. Für diese Zuschauer war Alien Convenant eher anstrengend. Wie sagte mein Nachbar im Kino: „Zuviel Gequatsche!“

Aussteller im Kino Scala FFB

Aussteller im Kino Scala FFB

Wer aber Fan der Alien-Filme ist und sich auf eine Weiterführung von Prometheus einlassen will, der freut sich über die Handlung und die Begegnung mit dem Außerirdischen. Der Xenomorph hat sich inzwischen zur Biowaffe verändert und die Diskussion um Menschlichkeit, wie sie bereits in Ghost in the Shell geführt wurde, wird in Alien Convenant weitergeführt. Natürlich ist der flinke und höchst aggressive Neomorph der eigentliche Held, sei es als Maske oder CGI. Ich freute mich, als das Alien erstmals in voller Größe erschien. Es war wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Aus dem Xenomorph wurde ein weiterentwickelter Neomorph. Scott hat so viele Erinnerungen an sein Erstlingswerks eingebaut: Die geheimnisvollen Eier, das Herausbrechen aus dem Magen, das Signal von einem fernen Planeten und, und, und. Und es gibt eine Hommage an den großartigen H.R. Giger, dem Schöpfer des Aliens. Seine Kunst der Biomechanik wurde von Ridley Scott aufgegriffen. Als Beispiel sei die Duschszene genannt – Sexualität kombiniert mit Obsessionen über das Eindringen von etwas absolut Fremden wurde hier genial in Szene gesetzt. Es gab auch ein Wiedersehen und einen Erklärungsansatz über mein Lieblingsraumschiff schlechthin. Das hufeisenförmige fremde Raumschiff taucht wieder im Film, wobei ich hier mich nicht 100prozentig identifizieren konnte. In meiner Fantasie war dieses Raumschiff ein biomechanisches, organisches Fluggerät. In Alien Convenant klingt es, als ob es aus Metall wäre. Die Raumfahrer stapfen durch das Raumschiff und das Echo klingt nach Metall. Das hat mich wirklich gestört, weil es nicht mit meiner Fantasie deckungsgleich ist. Dennoch: Das Setdesign ist schichtweg genial. Es passt einfach zusammen und Ridley Scott kann es einfach.
Zu Alien gehört auch ein Android, in unserem vorliegenden Film heißen sie Walter und David. Michael Fassbender ist hier in einer Doppelrolle zu sehen und es macht absolut Spaß, seinem Spiel beizuwohnen. Sicherlich die eindrucksvollste Szene ist das Flötenspiel, sehr intim und großartig gespielt. Diese Intimität wird nochmals aufgegriffen als es zum Kuss zwischen David und Walter kommt. Der Gotteskomplex wird immer wieder thematisiert.
Der Name Walter setzt sich aus den Wortstämmen walt- (althochdeutsch: waltan ‚herrschen‘) und Heer (althochdeutsch: heri ‚Kampfverband‘) zusammen. Das gibt schon einen Hinweis. Und die Anspielung zu Michelangelos David ist natürlich voll beabsichtigt, obwohl Ridley Scott in der Einführungsszene bewusst den Kopf der ersten Monumentalstatue der Hochrenaissance und bekannteste Skulptur der Kunstgeschichte verbirgt. David nimmt den Kampf gegen den Riesen Goliath auf – vielleicht eine Analogie, dass der Android sich gegen seinen Schöpfer Mensch wendet. Und immer wieder kommt dazu der göttliche Richard Wagner. Zweimal kommt das Rheingold vor, der Einzug der Götter in Walhall, zu Beginn des Films als Klavierauszug und zum Ende der Films als Symbol der Zeitenwende. Sie prophezeit die Götterdämmerung, das Ende der Götter – das Ende des Gottes Mensch. Wer wie mein Sitznachbar im Kino Action erwartetet, bekam zum Ende Richard Wagner und reagierte verwirrt.
Ach ja, die Musik im Film. Der Score von Alien hatte Maßstäbe gesetzt: Soundtrack-Götter wie Jerry Goldsmith gaben in der Vergangenheit den Takt an. In Alien Convenant sollte es ursprünglich Harry Gregson-Williams sein. Es wäre interessant gewesen, wie er sein Thema von Der Marsianer – Rettet Mark Watney (The Martian) weiterentwickelt hätte. Er schied allerdings aus Termingründen aus und überließ die Musik Jed Kurzel, dem ich bisher nicht viel zutraute. Sein Assassin’s Creed war mir zu heftig. Im Film Alien Convenant passte sein Score allerdings sehr gut und in den nächsten Wochen wird der Score auf CD veröffentlich. Ich werde ihn dann ausführlich besprechen.