Archive for Januar 2019

Persönliches Highlight der Dortmunder Pink Floyd-Ausstellung The Pink Floyd Exhibition: Their Mortal Remains

16. Januar 2019
Nach Dark Side nun Wish you were here.

Nach Dark Side nun Wish you were here.

Die meisten Besucher der Pink Floyd-Ausstellung „The Pink Floyd Exhibition: Their Mortal Remains„ in Dortmund hatten das Polaroid wohl übersehen oder wenn sie es gesehen haben, dann übersahen sie die Wichtigkeit des Schnappschusses für die Band. Es zeigt einen dicklichen, glatzköpfigen Mann. Es zeigt das einstmals geniale Mastermind von Pink Floyd Syd Barrett. Immer wieder habe ich von der Situation in zahlreichen Dokumentationen und Biographien über die britische Supergroup gelesen. Aber jetzt habe ich die Fotografie zum ersten Mal mit meinen eigenen Augen gesehen. Für mich als Fan der Band ein erhebender Augenblick. 

Wer ist das? Ein völlig veränderter Syd Barrett - endlich die legendäre Aufnahme und mein Highlight der Ausstellung.

Wer ist das? Ein völlig veränderter Syd Barrett – endlich die legendäre Aufnahme und mein Highlight der Ausstellung.

Es war zu den Aufnahmen des Albums Wish You Were Here, der Nachfolger des wichtigen Albums The Dark Side Of The Moon. Im Juli 1975 entschied sich die Band in Erinnerung an ihr Gründungsmitglied Syd Barrett den Song Shine on your Crazy Diamond aufzunehmen. An diesem Tag bekam Pink Floyd Besuch von Barrett bei ihrer Aufnahmesession in den Abbey Road Studios. Doch Barrett war nicht als solcher mehr zu erkennen. Gitarrist David Gilmour fragte bei Schlagzeuger Nick Mason nach, wer denn der seltsame Besucher sei, der sich im Studio herumtrieb. Mason erkannte den völlig veränderten Syd Barrett, aufgequollen und ohne Haare. Barrett war einst gertenschlank, hatte volles lockiges Haar, aber er hatte auch ein Problem mit Drogen, was  im März 1968 zum Ausstieg bei Pink Floyd führte. Zudem war er nicht bereit, nach den Regeln des Musikbusiness zu handeln. Dave Gilmour stieg bei Pink Floyd stattdessen ein und der Rest ist Geschichte. 

Nun stießen die Freunde wieder aufeinander. Nick Mason ist der Schnappschuss zu verdanken, der in Dortmund im Raum von Wish you were here ausgestellt ist. Als Pink Floyd-Fan bin ich sehr dankbar über dieses Ausstellungsstück. 

 

Warum Pink Floyd wirklich Space Music macht

15. Januar 2019
Dark Side of the Moon ist für mich eines der wichtigsten Alben überhaupt.

Dark Side of the Moon ist für mich eines der wichtigsten Alben überhaupt.

Wenn ich Leute über Pink Floyd reden höre, vernehme ich oft den Ausdruck Space Music? Was soll diese Art von Weltraummusik darstellen? Es liegt wohl den psychedelischen Sound, den Pink Floyd zu Beginn ihrer Karriere gemacht haben. Als Stammband des UFO-Clubs in London war die Band 1967/68 für ihre langen Improvisationen und Soundexperiemente bekannt geworden. Das sollte sich in den späteren Jahren nicht ändern. 

Improvisationen bei Pink Floyd im Londoner UFO-Club.

Improvisationen bei Pink Floyd im Londoner UFO-Club.

Als 1969 Neil Armstrong den Mond betrat, sorgte Pink Floyd im britischen Fernsehen für die Live Musik. Die Musik dazu findet sich übrigens auf der Doppel-CD The Early Years 1967 – 1972 Cre/ation mit anderen Schätzen. Ich kaufte mir bei Erscheinen damals die komplette Box für teuer Geld und hab es nie bereut.

Kommen wir zurück zur Space Music. Im Laufe der Jahre kommen auch andere Musiker zu der Ehre solche Musik zu machen: Jean-Michel Jarre, Tangerine Dream, Klaus Schulze und mehr. Dennoch hat Pink Floyd sicherlich eine außergewöhnliche Stellung. 

In der Pink Floyd-Ausstellung in Dortmund gibt es zwei Hinweise auf diese besondere Stellung. Bis 15. Februar 2019 läuft die multimediale. Erlebnis-Ausstellung: „The Pink Floyd Exhibition: Their Mortal Remains“ noch in Dortmund und ich musste sie mir einfach ansehen. 

Dedicate Sound of Thunder im Weltall

Zum einen war das Live-Album Delicate Sound of Thunder im Jahr 1988 bei einem russischen Kosmonauten auf der Sojus MT-7 mit dabei. Die Band Pink Floyd ohne Roger Waters verfolgte damals den Start der Rakete. Der Kosmonaut hatte die Kassette im Gepäck, die Hülle blieb auf der Erde zurück, um Gewicht zu sparen. Damit war Dedicate Sound of Thunder wohl das erste Rockalbum im Weltall in der Geschichte, also wahre Space Music.

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Dark Side im Space Shuttle

Zum anderen wird in der Pink Floyd-Ausstellung ein Dankesschreiben des britischen Astronauten Piers Sellers (1955-2016) ausgestellt. Er hatte zum 30. Geburtstag von Dark Side Of The Moon die SCAD-Version des Albums im Weltraum mit dabei. Es war der NASA-Shuttle Flug STS-132 im Jahr 2010. Sellers flog dreimal zur ISS und machte sechs Weltraumspaziergänge. Im Weltraum hörte er seine Space Music von Pink Floyd. In der Ausstellung ist das Schreiben und die Original-CD und eine Fotografie von Piers Sellers samt CD im Weltraum zu sehen.

Dankschreiben der NASA für Dark Side of the Moon.

Dankschreiben der NASA für Dark Side of the Moon.

Also jetzt verstehe ich den Begriff Space Music in Zusammenhang mit Pink Floyd. 

 

YouTube: Der Macher von FunGermanTV spricht

14. Januar 2019

Der 20jährige Nico Desch aus Unterfranken war einstmals ein Star, zumindest für die Gamer-Szene. Nico produzierte Let‘s Play-Videos von Minecraft für seinen YouTube-Kanal FunGermanTV.

Im Gespräch mit Nico Desch von FunGermanTV.

Im Gespräch mit Nico Desch von FunGermanTV.

Nico war Teilnehmer an einem Seminar von mir. Am Rande drehten wir ein YouTube-Video für meinen Kanal. Der sympathische junge Mann, der heute eine Ausbildung als Medienkaufmann absolviert, hat heute im Sport ein neues Hobby gefunden. Aber das Netz vergisst nichts und seine Let‘s Play-Videos laufen heute noch immer gut. Rund 1500 Abonnenten hat er noch, obwohl im Moment kein neuer Content produziert wird. 

Nico nannte mir die Gründe, warum er YouTuber für FunGermanTV wurde. Der wichtigste: Selbstverwirklichung. Der Slogan von YouTube lautet: „Broadcast Yourself.“ „Dort kann ich vor den Zuschauern so sein, wie ich bin und auch sein möchte. Wer mich als Person sympathisch findet, drückt in vielen Fällen auch den magischen „Abonnieren“-Button, um in Zukunft keine Videos von mir zu verpassen. Außerdem rede ich sehr gerne und vor allem viel“, erzählt Nico Desch in einem Artikel, den wir in einer Seminarzeitung geschrieben haben. Eine lustige Persönlichkeit und gute Ideen reichen jedoch nicht aus, um möglichst schnell Reichweite bzw. einen festen Zuschauerkreis generieren zu können. Wichtig ist es die Nische zu finden in der hinein die Videos produziert werden. „In meinem Fall war diese „Gaming“, also ein Computerspiel „zocken“, dabei live kommentieren und alles gleichzeitig aufnehmen, damit abschließend ein fertiges Video entstehet. Mein Favorit war Minecraft“, so Nico. Wer denkt, dass ein bisschen ins Mikrofon schwatzen und dabei spielen einfach ist, der irrt gewaltig. YouTube ist ein schönes Hobby, aber durchaus aufwendig. Es gilt das ein oder andere Computerprogramm dafür zu meistern. So gibt es für die Desktopaufnahme des Spiels eine andere Aufnahmesoftware als für den Ton. Nach der Rohaufnahme werden die Dateien in ein Schnitt-Programm wie z. B. Adobe Premiere Pro eingefügt und dort für den Upload zurecht „gecuttet“. Währenddessen werden die Photoshop Texteinschübe, Grafiken und das Anzeige-Bild (auch Thumbnail genannt) vorbereitet. Bis ein qualitativ gut bearbeitetes Video veröffentlicht werden kann, vergehen gut und gerne 3-5 Stunden.

Broadcast yourself lautet das Motto von YouTube und Nico Desch hat es bei FunGermanTV ernst genommen. Zunächst waren es einfache Videos, dann stieg der Produktionsaufwand und die Abonnentenzahl. Es wurde geschnitten, gephotoshopped, geübt und gezockt. Meine beiden Kinder K1 und K2 schauten FunGermanTV und ich stieg in ihrer Gunst, als ich erzählte, wen ich kennengelernt hatte.  Herauskamen unterhaltsame YouTube-Videos rund um das Klötzchenspiel Minecraft. In dem Gespräch mit mir sprach er über Influencer, den Drang zur Öffentlichkeit, Umgang mit Hatern und warum die ganze Sache mit YouTube ihn einfach Spaß gemacht hat. 

Die Kohle war für Nico Desch kein Anreiz. Er sagt: „Für mich spielte das Geld jedoch nie eine Rolle. Die Möglichkeit mit meinen Zuschauern zu reden und mit ihnen über die Kommentarfunktion zu interagieren, motivierte mich. Durch viel konstruktive Kritik verbesserte ich mich als Videoproduzent stetig und YouTube wuchs mir als Hobby ans Herz.“ 

5 Tipps für YouTuber

In unserer Seminarzeitung gab Nico Desch noch fünf Tipps, mit denen ihr selbst als Amateure als YouTuber durchstarten könnt:

1. Regelmäßig hochladen: YouTube ist eine Google-Plattform und läuft mit einem bestimmten Such-Algorithmus. Ein durchdachtes SEO und regelmäßiges Hochladen von Videos garantiert bei Google und YouTube ein optimales Ranking.

2. Grundequipment: Ein zumindest durchschnittlicher Computer sowie ein einfaches Headset oder Mikrofon sind für einen Videoproduzenten Pflicht. Das macht von Anfang an einen seriösen Eindruck.

3. Am Ball bleiben: Ein großer YouTuber wird man nicht über Nacht. Aber sobald die ersten Abonnenten und positiven Bewertungen ankommen, kann es mit dem Wachstum schneller gehen als man denkt.

4. YouTube Kollegen suchen: Schaut euch nach anderen Kollegen in eurer Sparte um, die in etwa die selbe Abonnentenzahl wie ihr selbst haben. Knüpft Kontakte, gebt euch gegenseitig Verbesserungsvorschläge und kümmert euch um Gastauftritte bei anderen Kanälen.

5. Habt Spaß! Simpel aber grundlegend. Bleibt euch selbst treu und macht das, worauf ihr Lust habt, dann werden das eure potentiellen Zuschauer bemerken und schon bald zu eurer Community gehören.

 

Dschungelcamp – Zahlen rund um die Volksverblödung

13. Januar 2019

Ich pack es nicht. Am Freitag hatte das Dschungelcamp die meisten Suchanfragen in Google. Mindestens 500.000 Mal wurde in Google nach dem Dschungelcamp am Freitag gesucht – das war Platz eins der Google Trends. Ist dieses Land jetzt völlig verblödet? Ich hatte mich ja am Freitag darüber ausgelassen, dass ich keinen (bis auf Sybille Rauch) von den sogenannten Stars des Duschungelcamps überhaupt kenne. Aber ich scheine eine absolute Minderheit zu sein. Dieses Land ist im Dschungelcamp-Fieber und verblödet. 

Daher ist es an der Zeit, sich ein paar Zahlen anzuschauen. Zwar konnte die Erfolgsshow quotentechnisch bereits in den letzten Staffeln nicht mehr an die Erfolge der ersten Jahre anschließen, dennoch ist das Zuschauerinteresse immer noch recht groß. Das Portal sportwettentest.net hat nun in einer repräsentativen Umfrage herausgefunden, wie viele Deutsche regelmäßig das Unterschichtenfernsehen anschalten. Ich bin erschüttert.

Mehr als die Hälfte der Deutschen (51 Prozent) bekennt, mindestens eine Staffel des Dschungelcamps gesehen zu haben und jeder Fünfte (21 Prozent) plant auch die diesjährige Ausgabe zu verfolgen. Fast jeder dritte Deutsche (32 Prozent) hat zwar ein paar Staffeln verfolgt, nun aber kein Interesse mehr. Und 47 Prozent der Deutschen haben die Show noch nie gesehen, wollen dies auch nie tun. Zu diesen 47 Prozent zähle ich. 

Was ich absolut nicht verstehe: Knapp jeder fünfte Deutsche (19 Prozent) zählt zu den hartgesottenen Dschungelcamp-Fans, schaut die Show jedes Jahr und kennt sämtliche Staffeln, bei den 40-49-Jährigen sind es sogar 27 Prozent. Sag mal, habt ihr nichts zu tun oder was ist in eurem Leben schief gelaufen? 

Der Ekelfaktor wird überschätzt

Hinsichtlich ihrer Motivation geben vier von fünf Deutsche (80 Prozent), die auch in diesem Jahr einen Blick in den australischen Dschungel werfen wollen, an, dass sie die Show einfach sehr unterhaltsam finden. Dies hängt offenbar auch stark mit dem Cast der Sendung zusammen: mehr als zwei Drittel (69 Prozent) schalten wegen der teilnehmenden Promis ein. Welche Promis frage ich mich? C- oder gar D-Promis sind für die Leute interessant. Ich hab es nicht. Dabei ist für 79 Prozent am spannendsten, wie sich die Prominenten verhalten. 

Doch auch die Faktoren Schadenfreude und Voyeurismus spielen eine Rolle: 59 Prozent geben zu, sich gerne anzusehen, wie Leute sich lächerlich machen. Der „Ekelfaktor“ allerdings, mit dem sich die Sendung seit ihrer Erstausstrahlung vor 14 Jahren einen Namen gemacht hat, scheint dabei weniger ausschlaggebend zu sein, als das Sendekonzept vermuten lässt: „nur“ 45 Prozent geben an, dass Bäder in Kakerlaken und kulinarische Ekelmutproben sie immer wieder einschalten lassen.

Ich hab schon mal gesagt und jetzt wieder: Wenn irgendjemand die Idee hätte, Gladiatorenspiele wieder aufzuführen, dann wäre es ein Renner. Christen gegen Löwen, das brachte schon mal Quote.  

Nur weil die Leute das Dschungelcamp gucken, beteiligen sie sich aber nicht gleich an der Show und rufen für ihre Favoriten an. Nur 2 Prozent derjenigen, die die Show schon einmal geschaut haben oder noch schauen, rufen auch regelmäßig an. Jeder Siebte (14 Prozent) ruft immerhin ab und zu an. Die deutliche Mehrheit (84 Prozent) hat für einen Kandidaten des Dschungelcamps noch nie den Telefonhörer in die Hand genommen. 

Hoher Peinlichkeitsfaktor

Ein „Group Watching“ Phänomen, das Sendungen wie dem Bachelor oder Germany’s Next Top Model nachgesagt wird, scheint es beim RTL Dschungelcamp jedoch weniger zu geben: mehr als die Hälfte derer, die auch in diesem Jahr (wieder) einschalten, sieht sich die Show meistens alleine an (54 Prozent). Immerhin fast jeder Fünfte (18 Prozent) gab an, mit niemandem über die Sendung zu sprechen, weil das peinlich sei. Und das sollte es euch auch, denn Dschungelcamp und Co sind für mein Empfinden, reine Volksverblödung. Schämt euch, wascht euren Mund mit Seife aus und stellt euch in die Ecke. 

CES 2019: Wie sehen Amerikaner das Jahr 2030?

12. Januar 2019

„Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“ Dieses nette Zitat wird verschiedenen Leuten wie Karl Valentin, Mark Twain, Winston Churchill, Niels Bohr oder Kurt Tucholsky zugeschrieben. Das Zitat ist klasse, aber noch besser finde ich eine Aussage des großen Informatikers Alan Kay, der sagte: „Die beste Art, die Zukunft vorauszusagen, ist, die Zukunft zu erfinden“.

Blick in die Glaskugel - das ist das Problem mit der Zukunft.

Blick in die Glaskugel – das ist das Problem mit der Zukunft.

Blick in die Glaskugel

Im Grunde ist es ein Blick in eine Glaskugel des Jahres 2030. Immer wieder werden Umfragen über die Erwartungen an die Zukunft veröffentlicht. Das Problem ist, es wird vom Status Quo ausgegangen und solche Vorhersagen berücksichtigen naturgemäß keine disruptiven Ereignisse. Gerade kam wieder eine solche Vorhersage zur CES 2019 auf meinen Schreibtisch. Eine Umfrage von Dassault Systèmes unter 1.000 US-Bürgern gibt Aufschluss über die Erwartungen der Verbraucher an zukünftige Erlebnisse in den Bereichen Heim, Transportwesen, Gesundheit und Einzelhandel

Die Ergebnisse in Kurzform:

71 Prozent gehen davon aus, ein Elektrofahrzeug zu benutzen, 51 Prozent nehmen an, per Hyperloop zu reisen, 38 Prozent per Lufttaxi

73 Prozent erwarten, ferngesteuerte Geräte zu Hause zu nutzen, 70 Prozent vollständig vernetzte Smart-Home-Systeme und 40 Prozent virtuelle Heimroboter

So tickt die USA

Schauen wir es genauer an. Verbraucher erwarten etwa, dass Städte im Jahr 2030 mit Technologien ausgestattet seien, die die allgemeine Lebensqualität verbessern, sozialverträglichen Nutzen bringen und Erlebnisse personalisieren. Die Ergebnisse basieren auf einer Umfrage unter US-Bürgern, die in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen CITE Research durchgeführt wurde. Für mich interessant: Die Voraussagen zeigen eine positive Zukunft, die von Technologie beeinflusst wird. Ich könnte mir vorstellen, dass in Deutschland eine solche Umfrage eher pessimistischer aussehen würde.

Das Hochgeschwindigkeitsverkehrssystem Hyperloop, voll vernetzte Smart-Home-Systeme, mobile Zahlungslösungen und personalisierte Gesundheitsvorsorgepläne sind nur einige der heute in Entwicklung befindlichen Technologien, die 2030 für die Amerikaner selbstverständlich sein werden. So sehen es zumindest die Personen, die zu ihren Erwartungen an zukünftige Erlebnisse in den Bereichen Heim, Reise, Gesundheit und Einzelhandel befragt wurden. Die US-Verbraucher nannten die Personalisierung als einen der größten Vorzüge der technologischen Innovationen im Jahr 2030 in jeder dieser Kategorien. Darüber hinaus erwarten sie aus diesen neuen Technologien zahlreiche Vorteile in puncto Sicherheit, Energieeffizienz, Komfort, Erreichbarkeit sowie Kosteneffizienz und Prävention.

Die Amerikaner sehen die Zukunft eher sonnig.

Die Amerikaner sehen die Zukunft eher sonnig.

Personalisierte Erlebnisse

Personalisierte Erlebnisse werden als Hauptnutzen von fortschrittlichen Technologien angesehen, insbesondere unter Millennials. Das sollten sich Unternehmer genauer ansehen und darüber nachdenken und ihre Schlüsse ziehen. Die Generation der 18- bis 34-Jährigen erwartet Erlebnisse, die auf ihre persönlichen Bedürfnisse und Vorlieben zugeschnitten sind. Die Befragten über 35 Jahre versprechen sich von technologischen Fortschritten vor allem eine bessere Lebensqualität.

Das Zuhause wird im Jahr 2030 sicher und energieeffizient sein. Mehr als 70 Prozent der Befragten wollen ferngesteuerte Geräte, sprachgesteuerte Assistenten und vollständig vernetzte Smart-Home-Systeme verwenden. 49 Prozent gehen davon aus, einen virtuellen personalisierten Hausangestellten oder Roboter zu nutzen.

Von der zunehmenden Vernetzung des Verkehrs und der Umstellung auf E-Technologien versprechen sich die Befragten Einsparungen bei den Kosten und Reisezeiten sowie eine höhere Verkehrssicherheit und Lebensqualität. Mehr als 70 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sie Hybrid- oder vollelektrische Fahrzeuge nutzen werden, mehr als die Hälfte rechnet damit, per Hyperloop zu reisen. 38 Prozent rechnen mit dem Einsatz von Lufttaxis. Mehr als 75 Prozent erwarten personalisierte Fahrgasterlebnisse, wie die Optimierung der Fahrwege und eine Verkehrsregelung seitens der Städte. Die Mehrheit geht allerdings auch davon aus, dass sie Unternehmen keinen Zugang zu personenbezogenen Daten zur Verbesserung dieser Dienste ermöglichen werden.

Personalisierte Gesundheitsvorsorge und Behandlungen im eigenen Zuhause werden zur Norm. Mehr als 80 Prozent der Befragten erwarten eine bessere Krankheitsvorsorge und eine längere Lebenserwartung, weil neue Technologien es ihnen ermöglichen werden, einfacher und effektiver für ihre eigene Gesundheit zu sorgen; 83 Prozent erwarten vor allem wirksame Vorsorgepläne, die persönliches Verhalten oder Ernährung berücksichtigen. 81 Prozent rechnen mit Geräten, die eine Behandlung im eigenen Zuhause ermöglichen. Zudem erhoffen sich 80 Prozent vollelektronische Aufzeichnungssysteme. Drei Viertel der Befragten sind der Meinung, dass Diagnoseanwendungen zu Hause, tragbare Geräte und maßgeschneiderte Prothesenorthopädie sowie andere Technologien ebenfalls von Bedeutung sein werden.

Ladengeschäfte bleiben bestehen, aber das In-Store-Erlebnis wird durch neuartige Bezahlverfahren und den Einsatz moderner Technologien erweitert. Im Einzelhandel erwarten 84 Prozent der Befragten, dass mobile Zahlungen sowie schnelle und ortsunabhängige Lieferungen genutzt werden, um komfortabler einkaufen zu können. 55 Prozent halten es jedoch für unwahrscheinlich, dass 2030 nur noch virtuell eingekauft wird.  

Was denkt ihr? Wie leben wir im Jahre 2030? 

Dschungelcamp startet und wer ist bei Google vorne?

11. Januar 2019
Diese Dschungelcamp-Damen werden bei Google geklickt.

Diese Dschungelcamp-Damen werden bei Google geklickt.

Heute freuen sich die Zuschauer des Unterschichtenfernsehsenders RTL. Heute startet die neue Staffel des Dschungelcamps mit abgewrackten C-Promis. Ich dachte, dass der Schund schon lange von der Mattscheibe verschwunden ist, aber ich wurde eines Besseren belehrt. An der Anzahl der Google-Suchanfragen lässt sich deutlich ablesen: Dschungelcamp hat einen Markt. Und: Sexy Ladies haben die Nase (bzw. die Brüste) vorn, wie das Beauty- und Promi-Portal Cosmoty.de herausfand.

Wie durch das Eingangsstatement klar sein dürfte: Ich bin kein großer Fan vom Dschungelcamp als TV-Format. Aber damit bin ich wohl eher in der Minderheit. Ich finde diese Art von Volksverblödung schrecklich. Aber der Dreck hat seine Fans. Ich denke, auch Gladiatorenspiele hätten heute ihre Zuschauerschaft. Heute eröffnet RTL die 13. Staffel “Ich bin ein Star – Holt mich hier raus”. Für zwei Wochen begeben sich zwölf mehr oder weniger bekannte Kandidaten in den Dschungel und kämpfen in Ekel-Prüfungen um die Gunst der Zuschauer, die sich am Leid der Menschen ergötzen und das Maul zerreißen. 

Und nun mein Problem. Bis auf einen kenne ich keinen der so genannten Stars. Früher habe ich mal gehört, dass der große Helmut Berger sich an diesem Müll beteiligt hatte. Ich mag Berger, aber Dschungelcamp, ich weiß nicht. Die neuen Stars kenne ich nicht, aber Google lügt nicht. 

Klarer Sieg für Evelyn Burdecki. Das “Bachelor-in-Paradise”-Sternchen googeln pro Monat durchschnittlich 38.960 User.

Platz zwei sichert sich Sex-Expertin Leila Lowfire: Die Stimme hinter dem Podcast “Besser als Sex” und (wie man munkelt) Ex von Rammstein-Sänger Till Lindemann recherchieren monatlich 21.430 Personen.

“Eis am Stiel”-Star Sibylle Rauch auf Platz drei: Die Schauspielerin und Erotik-Darstellerin wird monatlich 18.830 mal gegoogelt. Sibylle Rauch kenn ich noch von meiner Jugendzeit im Kino. Ich war kein Fan der Eis am Stil-Serie, aber Frau Rauch hatte zwei überzeugende Argumente, die man als pubertierender Teenager nicht übersehen konnte. 

Platz vier geht an “Dahoam is Dahoam”-Darstellerin Doreen Dietel: Die Schauspielerin erhält monatlich 14.210 Suchanfragen.

Einziger Mann unter den Top 5: Der selbsternannte Millionär Bastian Yotta landet mit 11.060 Suchanfragen auf dem fünften Platz.

Die geringsten Suchvolumen haben bisher Schauspieler und “Alf”-Synchronsprecher Tommi Piper (3.920 Suchanfragen, Platz 10), Bob-Olympiasiegerin Sandra Kiriasis (3.110 Suchanfragen, Platz 11) und die ehemalige “Germany’s Next Topmodel”-Kandidatin Gisele Oppermann (1.980 Suchanfragen, Platz 12). Letztere ist vor allem durch ihre weinerliche Art wohl in Erinnerung geblieben. Mir nicht, weil ich schau das Zeug nicht. 

Vielleicht hat der Hackerangriff etwas Gutes …

8. Januar 2019

So hart es klingt, vielleicht hat der Hackerangriff und die Veröffentlichung von privaten Daten von Prominenten doch eine gute Seite. Vielleicht dringt endlich das Thema IT-Sicherheit und Medienkompetenz in das Bewusstsein der breiten Masse. Interessant ist, dass bei uns sofort nach dem Staat gerufen wird, der endlich handeln soll. Der Ruf darf nicht ungehört bleiben, es muss sich etwas verändern in unseren Staat durch unseren Staat. Aber ändern muss sich vor allem die Kompetenz der Bürger im Umgang mit Daten ändern. Solange jeder Datenkraken wie WhatsApp verwendet und seine Adressbücher zu Herrn Zuckerberg hochlädt, solange wird sich nichts ändern. „Aber WA ist doch so bequem“, höre ich immer und „Threema hat doch kein Mensch.“ 

Zwei Beispiele zum Thema Passwörter

Ich möchte zwei Beispiele anfügen, die mir auf meinen Digitalisierungsseminaren und Schulungen zur Medienkompetenz passiert sind und im Grunde die gleiche Aussage haben. 

Ich sprach über den Hack des Sony-Playstation Netzwerkes und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer grinsten. Ob man denn denn Punktestand der Spiele klauen wollte? Naja, den Punktestand vielleicht nicht, aber wohl eher das Passwort. Viele Leute verwenden ein- und dasselbe Passwort für verschiedene Netzwerke. Habe ich dein Playstation-Passwort samt Mailadresse, dann habe ich vielleicht auch Zugriff auf dein Amazon-Konto. Da wurde es still im Teilnehmerkreis. Ich blickte in lange Gesichter. 

Bei so manchen Gesprächen in der Bahn sollte man nicht einsteigen.

Bei so manchen Gesprächen in der Bahn sollte man nicht einsteigen.

Das zweite Beispiel war eine Bahnfahrt – ich bin ein großer Bahnfahrer. Ich saß bei einem Freundespaar am Tisch im ICE, die sich über die komplizierten Passwörter beklagten. Wie soll man sich die ganzen Sachen denn merken? So oder ähnlich lautete die Klage. Nun, ein Passwort für alles und kein Problem. Oh mein Gott und dann regen wir uns über Datenklau auf.

Sichere Passwörter 

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, ein halbwegs sicheres Passwort zu erstellen. Nein bitte nicht die Klassiker 1234567890 oder Passwort – man glaubt gar nicht, wie oft dies vorkommt. Wie wäre denn ein Passwort wie: Dis012019esP! – die Auflösung ist ein einfacher Merksatz: Das ist seit 012019 ein sicheres Passwort! Und natürlich gilt, für jede Plattform ein eigenes Passwort. 

Und wer unbedingt nur einen Merksatz verwenden möchte, dem empfehle ich ein F für Facebook, A für Amazon und T für Twitter hinter den Merksatz zu machen. Aber so richtig sicher ist die Sache ja eigentlich nicht, denn der gemeine Hacker ist ja auch nicht auf den Kopf gefallen. 

Passwort-Manager

Ich empfehle in den Seminaren immer Passwort-Manager. Dazu muss man sich das Masterpasswort merken und hat dann Zugriff auf alle seine Passwörter, die im Passwort-Manager hinterlegt sind. Es gibt eine stattliche Anzahl von Datentresoren. Ich bin jahrelang sehr zufrieden mit 1Password gewesen und wäre es auch heute noch, wenn der Hersteller nicht auf ein Abo-Modell umgestiegen wäre. 1Password gibt es für MacOS, Win, Linux, iOS und Android sowie ChromeOS. Kosten für Privatanwender zwischen 3 und 5 US-Dollar pro Monat. 

Im Moment gefällt mir Enpass deutlich besser. Einmal bezahlt und fertig. Auch dieses Tool gibt es für alle relevanten Betriebssysteme. 

Medienkompetenz bei Facebook

Mit Kopfschütteln reagiere ich auf die Wiederkehr der Facebook-Widerspruchmeldungen. Es geistert seit Tagen die jährliche Meldung durch die Plattform „hiermit widerspreche ich …“ Ich hab den aktuellen Schwachsinns-Screenshot mal als Bild angefügt. Früher habe ich unter die Posts noch Erklärungen geschrieben, heute reagiere ich mehr und mehr gehässig. Warum ist die Menschheit nicht lernfähig? Und die gleichen Menschen, die solche Widerspruchsmeldungen posten, rufen dann nach den Staat.

Der Schwachsinn geistert gerade durch Facebook.

Der Schwachsinn geistert gerade durch Facebook.

Staat ist gefordert

Aber auch der Staat ist gefordert. Beispielsweise in der Anpassung der Lehrpläne. Themen wie E-Mail-Verschlüsselung werden nicht unterrichtet. Vielleicht liegt es auch daran, dass Lehrerinnen und Lehrer keine Ahnung bei diesen Themen haben, aber ich möchte nicht in ein allgemeines Lehrerbashing verfallen. Dennoch kann der Staat hier eingreifen. In Bayern sprechen wir sehr viel zum Thema digitale Schule und ich bin mir sicher, dass es dort gute Ansätze gibt. 

Lehrer bilden sich fort und das ist gut so - aber es könnte mehr sein.

Lehrer bilden sich fort und das ist gut so – aber es könnte mehr sein.

Stranger Things – zwei Staffeln an zwei Tagen und nun?

7. Januar 2019
Stranger Things hat der Familie Spaß bereitet. Jetzt warten auf die dritte Staffel.

Stranger Things hat der Familie Spaß bereitet. Jetzt warten auf die dritte Staffel.

Zwei Staffel, zwei Tage – und jetzt sind wir durch. Die Netflix-Serie Stranger Things hat die Familie vor die Sendegeräte gelockt und wir haben uns die Mystery-Serie angeschaut. Für meine Frau und mich war es eine Zeitreise in die 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. 

Ich empfand diese Zeit damals als gräßliche Zeit, was mir durch Stranger Things wieder bewusst wurde, schließlich spielt die Netflix-Serie in der ersten Hälfte der achtziger Jahre. Meine Frau und ich sind in dieser Zeit sozialisiert worden, gingen zur Schule, machten unser Abi – wir sind quasi lebende Experten für diese Zeit. Und so sahen wir uns auch Stranger Things an: Wir suchten nach Anspielungen, Andeutungen, Andenken an diese Zeit unserer Jugend – und bei Stranger Things gibt es da sehr viel zu entdecken. Für meine Kinder war es einfach nur eine Unterhaltungsserie.

Staffel 1 top, Staffel 2 ok und bald Staffel 3

Inhaltlich werde ich nichts verraten. Für Juli 2009 wird die dritte Staffel angekündigt, die 1984/85 spielen soll. Wir sind gespannt. Staffel 1 fand ich prima, die zweite war durch verschiedene Handlungsstränge etwas verfahren und hier machten die Duffer Brüder, die als Regisseure fungierten, den gleichen Fehler wie bei Alien und seinem Nachfolger Aliens. Gab es in Teil 1 von Alien nur ein Xenomorph, so waren es in Teil 2 bei Aliens ganz viele Monster. So auch bei Stranger Things. Für Teil 1 reichte ein laufender vierbeiniger Sandwurm als Monster über acht Folgen, für Teil 2 mussten viele Monster über neun Folgen herhalten – da verliert das Böse seine Wirkung. 

Details der Achtziger Jahre 

Kommen wir nochmals zurück auf die Anspielungen in der Serie. Während die Gattin ein Auge auf die Frisuren, die Klamotte, das Make-up sowie die Musik der Serie legte, schaute ich mir die Zitate aus Kinofilmen an und achtete auf Videogames und andere Details, wie den damaligen Wahlkampf Reagan/Bush gegen Mondale/Ferraro. Geraldine Ferraro Kennt heute bei uns keiner mehr. Und in den Details haben sich die Macher wirklich Mühe gegeben. Sogar das Periodensystem im Chemie-Unterricht der Highschool zeigt die chemischen Elemente, die in der der damaligen Zeit entdeckt wurden. Es macht also richtig Spaß sich auch unter diesem Aspekt Stranger Things anzusehen. Es gibt genügend Blogs, die zeigen, welche Filme in der Serie zitiert werden, die muss ich nicht erst aufzählen.

Erinnerungen an PSI-Filme

Mich erinnerte Stranger Things an einen Zweig des Horrorfilms, von dem ich eigentlich immer mehr sehen wollte. Es handelt sich um den Bereich von PSI, Telekinese und Telepathie. Ich fand diese Ideen, eine Mischung aus Wissenschaft und Paranormalen, immer reizvoll. Viele meiner Lieblingsfilme stammen aus diesem Genre und Elf als Stranger Things nimmt diese Ideen wieder auf: Experimente, Labor, PSI und dann das Freisetzen der Kräfte.

Es gibt zahlreiche Filme um die Fähigkeiten, mit dem Geist Materie zu verändern. Der schlimmste Beitrag in der Filmgeschichte war wohl der Streifen „Der Typ mit dem irren Blick“ von 1982, „Zapped“ hieß das filmische Verbrechen im Original. Es ist eine typische Highschool-Komödie, bei denen Mädchen per Telekinse ausgezogen, Basketballspiele und Glücksspiele in Las Vegas gewonnen werden. Vergessen wir lieber diesen Film. 

Klassiker des Genres

Für mich als Horrorfan war dagegen der Film „Der Schrecken der Medusa“ einschneidend. Im leisen Film von 1978 spielen Richard Burton und Lino Ventura göttlich nebeneinander. Nach einem Mordanschlag liegt der Schriftsteller Jack Morlar im Koma, doch die Ärzte entdecken, dass sein Gehirn immer noch auf Hochtouren arbeitet und Katastrophen ausführt. der Schrecken der Medusa Ist absolut sehenswert.

Wenn es um Telekinese geht, dann darf der Horrorautor Stephen King natürlich nicht fehlen. Er schuf mit Carrie, Feuerkind und Dead Zone Klassiker der Horrorliteratur. Bei deren Verfilmungen gibt es Licht und Schatten. Carrie, 1976 von Brian de Palma, ist ein echter Schocker, die Neuverfilmung von 2013 ist weniger gut. Sissy Spacek, Piper Laurie, Amy Irving und John Travolta in Carrie – Des Satans jüngste Tochter spielen famos und die übernatürlichen Kräfte von Carrie White können heute immer noch faszinieren. 

Feuerteufel – Wenn Gedanken zündeln

Kings Roman Feuerkind wurde als Feuerteufel von Mark L. Lester 1984 verfilmt – eine Produktion von Dino De Laurentiis und das sagt schon alles. Lester drehte einst „die Klasse von 1984“ und hatte damit seinen Ruf weg. Tolles Thema, aber langweilig als B-Ware umgesetzt. Die Darsteller David Keith, die ganz junge Drew Barrymore, mein Serienschwarm Heather Locklear,Martin Sheen, George C. Scott und die schlimmste Krankenpflegerin der Filmgeschichte Louise Fletcher können mehr. Die Bluray-Fassung Der Feuerteufel ist übrigens umgeschnitten, während die DVD schlecht abgetastet und verstümmelt ist. Es geht um ein Mädchen, dass mit Gedanken Feuer entzünden kann. 

Dead Zone mit dem zweiten Gesicht 

Ein absolut leiser Horrorfilm, der gewaltig nachhängt, ist für mich Dead Zone aus dem Jahre 1983. Regie führte der göttliche David Cronenberg mit einem noch göttlicherem Christopher Walken als Hauptdarsteller. Johnny hat das zweite Gesicht und sieht den Atomkrieg bei einem Präsidentschaftsbewerber voraus. Er beschließt ihn zu töten. Das Zusammenspiel von Christopher Walken, Brooke Adams, Tom Skerritt, Herbert Lom und Martin Sheen ist wunderbar. Es gibt von dem Film eine neuere Bluray-Fassung The Dead Zone . Ich werde später über Dead Zone noch ausführlicher bloggen, denn der Film ist wirklich bemerkenswert. 

Teufelskreis Alpha und Scanners 

Da wir vorhin bei Brian de Palma waren, muss ich natürlich seinen PSI-Klassiker Teufelskreis Alpha von 1978 erinnern. Hier wird, bei einer göttlichen Musik von John Williams, das erste Mal mit der Idee gespielt mit Gedanken zu töten. Teufelskreis Alpha beeindruckt mit seiner leisen Erzählart. Diese Idee wird dann in dem Telekinse-Klassiker Scanners von David Cronenberg von 1981 wieder aufgegriffen und perfektioniert. Scanners ist ein absoluter Klassiker der Filmgeschichte – die folgenden Teile sind natürlich wieder Schrott. Es war der kommerzielle Durchbruch von Cronenberg und das Zerbresten von Köpfen gleich in den ersten Minuten des Films hat eindeutig Filmgeschichte geschrieben. All diese Filme und Ideen haben Eingang in Stranger Things genommen. Und jetzt gilt es die Zeit bis Juli 2019 zu überbrücken, wenn die dritte Staffel von Stranger Things läuft. Habt ihr Ideen, was ich ansehen soll?

Vogelinventur im Garten – ich habe bei der Stunde der Wintervögel mitgemacht

6. Januar 2019
Die Stunde der Wintervögel - große Vogelinventur im Garten.

Die Stunde der Wintervögel – große Vogelinventur im Garten.

Durch Vogelgezwitscher wurde ich heute morgen geweckt. Nicht durch das Gepiepse von unseren beiden Wellensittichen Sinatra und Dr. Watson, sondern von den Vögeln aus dem Garten. Und damit erinnerten sie mich, dass ich mich an der großen Vogelzählung des Landesbundes für Vogelschutz beteiligten wollte.

Der LBV zählt in der Aktion „Stunde der Wintervögel“ wieviele gefiederte Freunde in der Natur zu Hause sind. Jetzt der Witz: „Ich bin gut zu Vögeln.“ Also mache ich mit, denn heute ist es noch möglich. 

Was ist der Hintergrund?

Die „Stunde der Wintervögel“ gilt als die größte Vogelzählung in Deutschland. Im Grunde ist es eine Art Vogelinventur, die bereits zum neunten Mal stattfindet. Also werden die Vögel gezählt, um wissenschaftlich herauszubekommen, wie sich die Piepser an die kalte, futterarme Zeit anpassen und mehr.

Ausgangssituation

Nun, ich wohne auf einem Dorf und habe einen Garten. Und in diesem Garten füttere ich ganzjährig. Dazu haben wir vier Futterstationen, die wir als Familie auch benannt haben. Das klassische Vogelhaus aus Holz heißt Fresshalle, das stylischere Vogelhaus aus Metall ist der Freisitz und die beiden hängenden Futtersilos heißen Restaurants. Die Restaurants werden im Winter nicht angenommen. Am besten läuft die Fresshalle. Gefüttert wird mit eine Mischung aus Sonnenblumenkernen (immer große Sauerei), Nüssen, Haferflocken – dazu haben wir ein eigenes Amazon-Sparabo abgeschlossen. 

Und dann schaut mindestens einmal am Tag eine Katze aus der Nachbarschaft vorbei. Paule dreht seine Runde und ich bin dankbar, dass die Katze uns in ihrem Revier duldet. Sie schleicht sich immer an die Vögel an und hat bisher nur einmal einen Spatz erwischt und stolz nach Hause gebracht. 

Die Stunde der Vogelbeobachtung

Ich habe also meinen Sessel an die Terrassentür geschoben. Neben mir liegen Smartphone, Fernglas, Block und Stift sowie eine große Tasse bereit. Startzeit ist 10:21 Uhr. Die Familie schläft noch oder ist in der Kirche. Der Garten ist schneebedeckt. Es schneit, dann taut es wieder etwas. Kein Vogel. Das Windspiel dreht sich im Kreise und ich hänge meinen Gedanken nach. Immer noch kein Vogel. Wo sind die Typen hin?

Die Wellensittiche Sinatra und Dr. Watson quietschen fleißig, aber im Garten ist kein Verwandter zu sehen. Ich beginne einen Podcast zu hören und zeichne Strichmännchen auf meinen Block. Da, um 10:40 Uhr kommen Herr und Frau Amsel vorbei. Sie hüpfen durch die Sträucher, picken herunterfallende Körner auf. Ich kenne Herr und Frau Amsel schon länger. Sie sind eigentlich die ganze Zeit bei uns im Garten, quasi alte Vogelbekannte. Also Amsel 2x in meinem Zählbogen notiert. 

Um 10:56 Uhr kommen zwei Kohlmeisen vorbei. Sie sitzen in einem der beiden Apfelbäume. Gleich auf die Liste und ein Foto. Ich ärgere mich, dass ich nur das Smartphone genommen habe. Die Nikon mit der fetten Tüte hätte bessere Bilder geschossen. Aber ich will ja in erster Linie nur zählen und nicht ablichten, ich bin ja kein Vogelkundler oder Ornithologe, also eine Art Vogelspanner. 

Um 11:08 Uhr kommen meine beiden Amsel wieder vorbei und haben noch einen Kollegen mitgebracht, also Anzahl der Amseln wird auf 3 erhöht. Kurz vor Ende meiner Zählung kommen die beiden Elstern vorbei, die auch seit Jahren in der Gegend wohnen und täglich vorbeischauen. Ihre Flügel haben eine ganz schön große Spannweite und mit ihrer Erscheinung vertreiben sie die kleineren Vögel. Im Sommer habe ich mal erlebt, wie die Katze Paule von den Elstern vertrieben wurde. Die Vögel flößen einem ganz schön Respekt ein. 

Die Anzahl der Amseln erhöht sich auf 3.

Die Anzahl der Amseln erhöht sich auf 3.

11:21 Uhr – meine Stunde der Vogelzählung ist zu Ende, mein Kaffee ist leer und ich mache meine Meldung an den LBV online. Der Server der Vogelfreunde ist ziemlich überlastet. Mit dem guten Gefühl etwas für die Wissenschaft und die Vogelwelt getan zu haben, beginne ich nun mein Tagwerk. 

Nun Freundinnen und Freunde ist es an euch, bei der Vogelzählung mitzumachen. Wer hat schon mal, wer will nochmal? 

Star Wars Imperium schlägt zurück live in Concert im Gasteig München 2019

5. Januar 2019
Das Imperium schlägt zurück mit Live Musik im Gasteig - was will der Fan mehr?

Das Imperium schlägt zurück mit Live Musik im Gasteig – was will der Fan mehr?

Leider wird es mir wohl nicht mehr vergönnt sein, den großen John Williams live am Dirigentenpult zu erleben. Der große Filmkomponist ist inzwischen 86 Jahren alt und wird wohl nicht mehr in seinem hohen Alter auf Tournee gehen. Daher will ich wenigstens die Musik von John Williams genießen und war natürlich dabei als der Film Star Wars V Das Imperium schlägt zurück mit Livemusik im Münchner Gasteig aufgeführt wurde. Die Musik kam vom Pilsen Philharmonic Orchestra unter dem Dirigat von Christian Schumann. 

Aber das Erlebnis begann schon im Vorfeld. Wie schon ein Jahr zuvor liefen im Foyer kostümierte Star Wars Fans einher. Ich habe nur die böse Seite gesehen, also Imperium und Neue Ordnung. Das liegt nah, dass es sich um Mitglieder der 501st Legion handelte, obwohl ich kein Logo gesehen habe. Die 501st Legion „Vader’s Fist“ ist eine internationale Star-Wars-Fanvereinigung mit über 10000 Mitgliedern aus mehr als 40 Ländern und irgendwann möchte ich dem Verein beitreten. 

Vor dem Konzert noch ein Fototermin vor der Bühne.

Vor dem Konzert noch ein Fototermin vor der Bühne.

Also konnte man im Vorfeld mit Sturmtruppen, Darth Vader oder Kylo Ren für ein Foto posieren, was ich als Fan ausgiebig gemacht habe. Irgendwie hatte das Konzert einen Convention-Charakter und so was gefällt mir. Und das Thema Film plus Livemusik scheint ein finanzieller Renner zu sein, denn es wurde gleich Werbung für Abende mit James Bond, Ratatouille, Harry Potter gemacht und ich hab gleich Karten für Star Wars 2020 die Rückkehr der Jedi-Ritter online gekauft. 

Die Akustik im Gasteig ist gewöhnungsbedürftig.

Die Akustik im Gasteig ist gewöhnungsbedürftig.

Platz genommen in der Philharmonie und zu Beginn zogen die kostümierten Fans vor die Bühne zum nächsten Fototermin. Später nahmen sie auf den Seitenrängen Platz und verfolgten das Konzert. Natürlich hatten auch Sturmtruppen ihr Smartphone dabei und schossen Erinnerungsfotos von dem Auftritt nach dem Motto: Auch eine Sturmtruppen braucht eine Erinnerung – aber waren das nicht Klone? 

Auch Sturmtruppen brauchen Erinnerungsfotos.

Auch Sturmtruppen brauchen Erinnerungsfotos.

Dann der Auftritt des Pilsen Philharmonic Orchestra und der Auftritt von Christian Schumann. Er ist in der Musikszene wahrlich kein Unbekannter. Christian Schumann, geboren in Freiburg i. Br., studierte Dirigieren sowie Komposition in Weimar und Zürich und assistierte bei Peter Eötvös, Esa-Pekka Salonen, David Stern und Frank Strobel und ist auch als Filmmusiker bekannt. Gerne würde ich mal mit mit ihm ein Interview mit ihm über John Williams führen.

Über den Film brauche ich nicht viel zu schreiben. Es ist für mich der beste Film der Reihe. Gezeigt wurde die digital überarbeitete Fassung, die ich als Purist nicht so gerne mag. Klar, Krieg der Sterne hat den Mythos erschaffen, aber Imperium ging für mich tiefer und machte Lust auf mehr. „Ich bin dein Vater“ und all die anderen Klassiker „Tu es oder tu es nicht. Es gibt kein Versuchen.“, „Ich hab ein verdammt schlechtes Gefühl.“ Die Dialoge in dem Film konnte ich auswendig, musste ich auch, denn die Musik in der Aufführung war so laut, dass sie die meisten Dialoge übertönte. Das ist vielleicht die einzige Kritik an dem Abend: Nicht die Musik war zu laut, sondern der Ton war zu leise – und die Akustik des Gasteigs ist, naja, für solche Aufführungen wohl eher nicht geeignet. 

Christian Schumann und seine Musiker haben den Applaus verdient.

Christian Schumann und seine Musiker haben den Applaus verdient.

Danke Christian Schumann und seinen tschechischem Musikern für den schönen Abend. Zum Abschluss gab es noch den Imperial March als Zugabe – was will ich mehr?