Archive for August 2013

Interessante Idee: Selbstbedienung in Hamburger Eisdiele

31. August 2013

IMG_5624

Ein interessantes Konzept traf ich bei einem Besuch einer Eisdiele in Hamburg an. Ich kenne im Grunde nur Eisdielen, in denen ich Platz nehme und dann wird von einer freundlichen Bedienung meine Bestellung aufgenommen und später werden meine Eiswünsche an den Tisch gebracht.

Bei der Eisdiele hinter dem G+J-Verlag am Venushügel am Hohler Weg ist das nicht so. Ich bestelle mein Eis an der Theke. Der freundliche Herr stellt meine eiskalten Wünsche zusammen, reicht mir mein Eis und ich bezahle.

IMG_5630

“Ware selbst am Tresen abholen.” heißt es eindeutig an der Scheibe der Eisdiele. Anschließend suche ich mir in der Eisdiele innen oder außen einen Platz und genieße mein Eis. Schließlich räume ich mein leeres Glas und den Löffel auf einen Servierwagen. “Benutztes Geschirr bitte hier ablegen!” erinnern mich auch zahlreiche Hinweisschilder.

IMG_5626

Nun, die Eisdiele spart hier massiv Personalkosten und bindet die Kunden selbst ein. Hat sich dafür am Preis was getan? Die Eisbecher liegen zwischen 5 und 6,50 Euro – also im Rahmen und preiswert für die Lage in Hamburg.

Übrigens, das Eis hat hervorragend geschmeckt.

Dry aged Steaks im Hamburger Restaurant [m]eatery

30. August 2013

Ich bin gerade auf dem Dry Aged-Tripp beim Fleisch. Infiziert wurde ich durch meinen Kollegen Thomas Gerlach und die Lektüre der Kochzeitschrift Beef. Und bei einem Besuch in Hamburg schaute ich auch bei [m]eatery vorbei, um deren Dry Aged zu genießen.

IMG_5533

[m]eatery gibt es in Stuttgart und Hamburg. Die Online-Reservierung für Hamburg in der Drehbahn 49 hat ausgezeichnet geklappt und der Tisch stand für mich bereit. Der Ober war ausgesprochen freundlich und nach der Getränkebestellung hatte ich erst einmal Zeit, das Ambiente von Bar und Restaurant zu genießen.

Das Farbdesign des Restaurants in weichen Grün-, Gelb- und Erdtönen erinnerte mich angenehm an die Pixelgrafik von Minecraft. Der etwas ungewöhnliche Name [m]eatery ist eine Kombination aus Eat, Meat und Meet – also Essen, Fleisch und Treffen auf deutsch. Und hier gleich eine Kritik: Die Tische stehen für meinen Geschmack zu nahe beisammen. Ein Geschäftsessen ist in so einer Atmosphäre nicht möglich, wenn der Nebentisch jedes Wort belauscht. Hier hätte ich mehr Abstand zwischen den Tischen gewollt. Ich konnte die Gespräche am Nebentisch genau verfolgen, auch wenn ich das nicht wollte.

IMG_5548

Im Hauptinteresse stand natürlich das Fleisch. Die Steaks stammen aus Argentinien, den USA und Europa und werden von Küchenchef Hendrik Maas und seinem Team zubereitet. Die wunderbaren Dry aged-Stücke sind im Reifeschrank für alle zu sehen. Nach traditioneller Handwerkskunst wird das Fleisch des Weiderindes am Knochen in der gläsernen dry-aged box direkt im Restaurant auf den Punkt gereift. Beim dry-aging wird das Muskeleiweiß durch fleischeigene Enzyme zersetzt, sodass das Fleisch am Ende noch schmackhafter und zarter wird. Dank der dicken, eingetrockneten, äußeren Fettschicht, welche vor der Zubereitung entfernt wird, geht dem Fleisch dabei keine Feuchtigkeit verloren. So das Versprechen auf der Website von [m]eatery und dieses Versprechen wurde voll und ganz eingelöst. Mein Steak, im 800°C heißen Southbend Infrarotofen gegrillt, war fantastisch. Als Vorspeise gab es Tatar in verschiedenen Varianten, auch von ausgezeichneter Qualität.

IMG_5545

Als Genussmensch kann ich das Tatar und die Steaks absolut empfehlen. Die Qualität verwöhnt den Gaumen und lässt keine Wünsche offen. Beim nächsten Hamburg-Besuch steht ein Steakessen im [m]eatery wieder auf dem Programm. Mich hat das [m]eatery überzeugt.

IMG_5558

Etwas verbessert werden muss meiner Meinung nach der Bezahlvorgang. Die Kreditkarte wird vom Ober mitgenommen, der etwas irritiert schaut, wenn man der Abrechnung beiwohnen will. Und das Restaurant scheint nicht auf Bewirtungsbelege fürs Finanzamt ausgerichtet zu sein. Die überreichte Rechnung entsprach nicht den Regelungen fürs deutsche Finanzamt und erst auf Nachfassen erhielt ich eine gedruckte Rechnung auf einem DIN A4-Bogen. Ob dies nur bei mir der Fall war oder Standard ist, kann ich nicht sagen.

IMG_5552

Aufgefallen ist mir auch der schnelle Wechsel der Gäste. Der Durchsatz in dem Restaurant ist sehr hoch und das lädt nicht gerade zum Verweilen ein. Freie Tische habe ich nicht gesehen. Daher klare Empfehlung: Unbedingt reservieren.

Skurrile Geschäfte in Hamburg – ein Besuch lohnt sich

29. August 2013

In Hamburg lässt es sich prima shoppen. Ich meine dabei nicht die Läden, die in jeder Mall oder Fußgängerzone zu finden sind, sondern alteingesessene Geschäfte mit Tradition. Sie haben eine eigene Kultur, einen eigenen Flair und natürlich ihre eigene Geschichte. Wunderbare Gespräche und ein hervorragendes Einkaufserlebnis hatte ich in Hamburg bei Schirm und Co, beim Hutladen Falkenhagen, dem Marine- und Tropenausrüster Ernst Brendler und der Eisenkrämerei Christian Weimeister.

 

Schirm und Co

schirm1

In Hamburg schaute ich mich nach einem Pagodenschirm um, der sowohl gegen Sonne als auch gegen Regen schützt. Und in dem einzig verbliebenen Schirmgeschäft in Hamburg Schirm und Co wurde ich fündig. Das Geschäft in der Rosenstraße 6 wird nunmehr in der sechsten Generation geführt und wenn jemand einen qualitativ hochwertigen Schirm sucht, hier wird er ihn finden. Die Betreiber zeigten mir verschiedene Schirmen und ich muss sagen, sie verstehen ihr Handwerk. Mit viel Liebe zum Detail stellte das Team von Schirm und Co verschiedene Schirme vor. Mich beeindruckte ein Kofferschirm. Hier lassen sich Spitze und Griff abschrauben, um den Schirm in einem Koffer zu verstauen. Dies kann beispielsweise für Flugreisende wichtig sein, denn ein spitzer Schirm macht die Sicherheitsleute bei der Abflugkontrolle nervös.

schirm2

Viele Schirme kommen aus eigener Herstellung und es macht Spaß, das richtige Material für seinen eigenen Schirm auszuwählen. Auch über das Web können die Schirme bezogen werden,  Rund 150 Schirme pro Jahr werden hier auf Kundenwunsch hergestellt. Billigware gibt es hier Gott sei Dank nicht. Und es gibt immer wieder Tipps für den richtigen Umgang mit Schirmen, auch per Video in YouTube. Hoffentlich regnet es bald wieder.

 

Hüte und Mützen bei Falkenhagen

IMG_5412

Ich finde, US-amerikanische Kappen sehen bei mir doof aus. Also greife ich wieder zu Mütze und Hut. Die optimale Kopfbedeckung schützt vor Sonne im Sommer, wärmt den Kopf im Winter. Das weiß auch Altkanzler Helmut Schmidt oder Deutschrocker Udo Lindenberg. Sie und ich kaufen bei Falkenhagen an der Großen Johannisstraße 7 ein. Nunmehr in der vierten Generation seit 1916 dreht sich hier alles um die optimale Kopfbedeckung. Auch ein starker Service ist die Reinigung, Aufbearbeitung und das Bügeln der Hüte und Mützen. Natürlich lohnt sich das nicht bei der Billigkappe, aber ich habe doch so einige Kopfbedeckungen, die mir ans Herz gewachsen sind. Wie ich erfahren durfte, sind in Hamburg wieder Melonen im Trend. So musste ich mir auch gleich eine klassische Melone kaufen, die ich bei besonderen Anlässen tragen werde. Die Beratung von Modistin Nadia Bunge war übrigens hervorragend und sie versteht auch schon mal einen Witz.

Eine neue Mütze gab es zudem noch.

Eine neue Mütze gab es zudem noch.

Auch hier hat Familie Falkenhagen die Zeichen der Zeit begriffen und über einen Webshop kann der Kunde aus den zahlreichen Kopfbedeckungen auswählen. Als Bayer kaufe ich meine Hüte in der Regel beim Regensburger Hutmacher am Dom, aber beim Familienunternehmen Falkenhagen mache ich schon einmal eine Ausnahme. Hut ist für mich kein Gebrauchsgegenstand, sondern der richtige Hut gehört für mich zum guten Ton.

 

Marine- und Tropenausrüster Ernst Brendler

aufmacher

Als ich einstmals Geografie studierte, entdeckte ich die Liebe zu fremden Ländern, insbesondere Afrika. Und wer in bestimmte Gegenden nach Afrika geht, der braucht auch eine entsprechende Tropenausrüstung. Die richtige Kleidung finde ich auf jeden Fall bei Marine- und Tropenausrüster Ernst Brendler in der Großen Johannisstraße 15.

Wer das Geschäft betritt, fühlt sich sofort in eine andere Zeit versetzt. Seit 1879 besteht das Geschäft und hat sich einen weltweiten Ruf erarbeitet. Zahlreiche Reedereien vertrauen auf Ernst Brendler. Wenn ausländische Schiffe in Hamburg anlegen, kommen viele Besatzungen hierher zum Einkleiden. Nun, da ich keine Uniformen brauche und nicht zur See fahre, kann ich die Auswahl und Qualität der Marineausrüstung nicht richtig würdigen. Aber eindrucksvoll sind die Uniformen im ersten Stock des renommierten Geschäftes allemal.

Ich finde mich besser in der Tropenkleidung zurecht. Die verschiedenen Hemden und Anzüge aus Naturfasern gibt es in zahlreichen Spezialausführungen. Ich habe mir Hüte angesehen und Tropenhelme ausprobiert und in Deutschland gefertigte Hosenträger gekauft – eine wunderbare Zeitreise, die sich der Hamburgbesucher nicht entgehen lassen sollte. Neben einem Online-Shop gibt es auch eine interaktive Tour durch das Geschäft, unbedingt den ersten Stock ansehen.

 

 

Eisenkrämerei Christian Weimeister

aufmacher

In der Nähe der Landungsbrücken findet sich beim Johannisbollwerk 19 die Eisenkrämerei Christian Weimeister, die seit über 100 Jahren Schiffe ausrüstet. Gemeint sind Schiffsausrüstung, Werkzeuge, Lampen und maritime Accessoires. Mir haben es die Petroleumlampen angetan und sollte ich einmal eine defekte Petroleumlampe habe, bringe ich sie zur Eisenkrämerei Christian Weimeister. Das gilt auch für die Reparatur von Spiritus-, Benzin- und Gasgeräten. Und wer seine alte Petroleumlampe elektrifizieren möchte, bringt sie ebenfalls hierher.

Einer der wichtigsten Unternehmensschwerpunkte ist die Handelsschifffahrt und fast jeden Tag ist ein Mitarbeiter der Firma im Hamburger Hafen, um benötigte Ausrüstung an die einlaufenden Schiffe zu liefern. Auch ich als Landratte liebe dieses Geschäft mit seiner einmaligen Atmosphäre. Besonders sehenswert ist der alte Buchenschrank hinter dem Verkaufstresen, dessen 600 Schubladen eine Fundgrube für Kleinteile sind.

Mit vielen maritimen Angeboten kann ich in Bayern nichts anfangen, wohl aber mit den wunderbaren Lampen. Die Leuchten sind zum Großteil in Serie gefertigt und in verschiedenen exquisiten Ausführungen erhältlich. Einen umfangreichen Katalog gibt es hier.

Besuch des Versorgungsschiffs Bonn in Hamburg

28. August 2013

IMG_5644

Bei meinem Besuch im Hamburger Hafen habe ich vor kurzem das derzeit größte deutsche Schiff der Bundesmarine gesehen, die Bonn: Die Bonn oder auch A 1413 genannt ist ein Versorgungsschiff der deutschen Marine und wird in wenigen Tagen offiziell in Dienst genommen.

Damit endet eine lange Geschichte der Indienstnahme der Bonn. Das Schiff sollte ursprünglich im Oktober 2012 im Marinestützpunkt Wilhelmshaven in Dienst gestellt werden. Durch Bauverzögerungen aufgrund der Insolvenz der P+S Werften, ist die Bonn wohl jetzt für den 13. September 2013 komplett einsatzbereit.

IMG_5679

Was macht eigentlich so ein Schiff? Das Schiff ist ein Einsatzgruppenversorger (EGV) der BERLIN-Klasse. Die Bonn hat den Auftrag, Einsatzverbände in See logistisch und sanitätsdienstlich mit Verpflegung, Wasser, Munition und Kraftstoffen zu versorgen. Im Juli 2013 bekam die Bonn einen zusätzlichen Mann Besatzung, den Matrosen Beethoven. Es handelt sich um eine Statue der Bertold-Brecht-Gesamtschule Bonn, die der Marine mit den Worten übergeben wurde: “Wo Bonn draufsteht, muss Beethoven drin sein”. Als die Bonn in Hamburg anlegte, stattete ich Beethoven einen Besuch ab und finde es eine nette Idee von den Schülern. Die Statue ist übrigens dem Beethovendenkmal nachempfunden und steht auf See beim Hubschrauber-Landeplatz. Legt die Bonn allerdings an, dann wird Matrose Beethoven direkt an der Gangway stehen. So war es auch in Hamburg. Nachdem ich früher u.a. auch Bundeswehrberichterstatter war und auch gerne mit der Marine gefahren bin, würde ich gerne einmal auf der Bonn mitfahren. Das Schiff wird von zwei  MTU Diesel 20V 8000 M71R mit je 7.200 kW / 9.792 PS anegtrieben.

IMG_5454

Es gibt auch Kritik, dass der Name Bonn für ein Kriegsschiff gewählt wurde.  Eine Initiative „Bonner quer gegen Militär“ protestiert gegen die symbolische Patenschaft mit dem Truppeneinsatzversorger. Die Kritiker sehen in der symbolischen Verbindung eine Tendenz zur “Militarisierung der Gesellschaft”. Ich für mich kann diese Kritik nicht teilen.

IMG_5457

Kubricks Kameramann Gilbert Taylor verstorben

27. August 2013

Gilbert Taylor ist im Alter von 99 Jahren auf der Isle of Wight gestorben. Die wenigsten Kinozuschauer werden Taylor kennen, haben aber sicherlich sein Werk gesehen. Gilbert Taylor war einer der wichtigsten britischen Kameramänner. Er stand bei unendlich vielen Filmen hinter der Kamera, wie zum Beispiel bei den Beatles-Klassiker Yeah, Yeah, Yeah – A Hard Day’s Night.

seltsam

Er begann in der Branche in den 20er Jahren beim Stummfilm.  Später er drehte mit vielen wichtigen Filmgöttern wie Alfred Hitchcock (Frenzy), Roman Polanski (Macbeth), Richard Donner (Das Omen) und John Badham (Dracula). Und er schuf für George Lucas die gewaltigen Bilder zu Krieg der Sterne und prägte sich in mein Filmgedächtnis ein. Für mich war seine absolute Meisterleistung die Zusammenarbeit mit Regie-Guru Stanley Kubrick für Dr. Seltsam oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben . Die Kriegskamera in diesem Film ist einmalig. Hier konnte Gilbert sein Wissen als Kameramann aus dem Zweiten Weltkrieg einbringen. Er filmte den Abwurf britischer Bomben auf deutsche Städte, um den Erfolg der Angriffe zu dokumentieren.

Die lustigen Mülltonnen von Hamburg – kleine Umfrage

27. August 2013

Wer durch Hamburg spaziert, sieht sie eigentlich an jeder Ecke: Die roten Mülltonnen der Stadtreinigung Hamburg. Als ich ein wenig warten musste, hab ich mir die Müllkübel näher angeschaut und mich gefreut. Auf vielen der roten Tonnen sind freche Sprüche aufgedruckt, die zum Thema Mülleimer passen. Beispiele sind: “Stille Eimer sind tief” oder “Ihre Papiere bitte”. Einige Mülleimer haben allerdings keine Aufschrift, die hab ich dann nicht in meine Fotoreihung aufgenommen.

IMG_5501

So entstand also dieses kleine Fotoprojekt bei meinen Spaziergängen durch die Hansestadt Hamburg. An zahlreichen Straßenkreuzungen habe ich die roten Gesellen fotografiert. Nicht selten war ich Spott der vorbeigehenden Fußgänger, die mein Fotoprojekt wohl nicht verstanden und einfach doof glotzen.

Ich habe auf meinen Streifzügen viele saubere Mülltonnen gesehen. Entweder waren sie frisch aufgestellt worden oder die Hamburger in diesen Stadtteilen gehen sorgsam mit dem öffentlichen Eigentum um.

Tja und dann habe ich auch viele Müllkübel entdeckt, die komplett verdreckt waren. Oder sie wurden umgestoßen. Viele von ihnen wurden beklebt, so dass die frechen Sprüche kaum noch zu lesen waren. Scheinbar haben manche Leute keinen Respekt vor dem städtischen Eigentum, das die Hamburger mit ihren Steuergeldern bezahlen.

Die lockere Jagd ging auch in der Nacht weiter. Hier war die Resonanz der Hamburger auf meine Fotoaktion noch etwas mehr mit Kopfschütteln verbunden. Als ich blitzen musste, schreckten sie zusammen und nannten mich so manches böses Wort. Naja.

Kleine Umfrage zum Schluss: Welcher Spruch hat dir am besten gefallen? Zu gewinnen gibt es nix.

DVD als Beigabe für Kaffee

25. August 2013

kaffee

Irgendwie verfällt die Kunstform Film langsam mehr und mehr. Scheinbar haben wir uns daran gewöhnt, dass irgendwelchen Zeitschriften DVDs mit Filmen beiliegen. Wenn den Redaktionen schon nichts einfällt. weshalb ich ihr Printprodukt kaufen soll, dann kaufe ich es eben wegen der beiglegten Film-DVD.

Eigentlich habe ich gedacht, dass dieser Trend am Ende ist. DVD-Zugaben haben in den neunziger Jahren noch funktioniert, aber heute im Streaming-Zeitalter? Aber jetzt habe ich beim Einkaufen eine neue Variante entdeckt. Eine DVD als Beigabe, wenn ich einen Kaffee kaufe. Die Jura brauchte neues Futter und ich entdeckte die Melitta-Bohne Bella Crema. Und da hängt doch glatt eine DVD von Slumdog Millionär dran. Guter Film und sehr guter Soundtrack, der sich wirklich lohnt. Das Medium Film verliert durch solche Aktionen seine Status als Leitmedium.

Warum muss der Film eigentlich immer eine Beigabe sein? Sind Filme heute nichts mehr wert, so dass ich sie im Grunde verschenke? Wie wäre es denn mit einer DVD/Blu ray und als Beigabe hängt der Roman dabei? Ich sage voran, dass in Kürze Musik-CDs als Beigabe kommen. Die Copyrights von Musik laufen ab und ich könnte mir Blues-Musik als Kaffee-Beigabe vorstellen. Oder italienische Opern bei einem Reiseführer durch die Mailänder Scala.

 

Familie im Zombie-Fieber

24. August 2013

Ich kann nicht gerade von mir behaupten, dass ich ein großer Fan von Zombies bin. O. K., ich habe in den achtziger Jahren die Klassiker von George A. Romero gesehen und mich mit neuesten Entwicklungen in Sachen Gore auf dem Laufenden gehalten. Die humorvolle Darstellung des Zombie-Themas hat mir nicht so gelegen, wie ich auch gebloggt habe.

spiel

Doch im Moment ist ein Teil unserer Familie dem Zombie-Virus erlegen. Im Grunde begann es mit K1, der auf dem iPad das Spiel Pflanzen versus Zombies spielen wollte. Und so startete beim heimischen Abendessen die große interfamiläre Zombie-Diskussion nach dem Motto: Was setzt man gegen Zombies ein? Das gefiel mir zunächst gar nicht: ich kannte ja noch die blutigen Filme aus den siebziger und achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Aber K1 nähert hat sich dem Thema völlig unvoreingenommen. Sicherlich, er wird diese Filme von Romero oder Lucio Fulci die nächsten zehn Jahre nicht sehen dürfen. Aber das Spiel, so muss ich zugeben, macht wirklich Spaß. Wir warteten sehnsüchtig auf die Fortsetzung von Pflanzen versus Zombies. In Australien seien, so K1, erste Exemplare des Spiels aufgetaucht. Jetzt gibt es den zweiten Teil auch bei uns.

Zombie-Film für Kinder. Im Kino lief die entschärfte Version.

Zombie-Film für Kinder. Im Kino lief die entschärfte Version.

Ich hab mich derweil den großen aktuellen Zombie-Roman Operation Zombie von Max Brooks gewidmet. Der Max ist übrigend der Sohn des großen Mel Brooks. Der komplett umgeschriebene Stoff lief in der Hollywood-Verfilmung World War Z gerade in den Kinos und hat mir Spaß gemacht. Gerade die Massenszenen mit den angriffslustigen Zombies wirken hervorragend. Auch der Zombiekampf im Flugzeug ist genau nach meinem Geschmack. Leider wurde das Ende in Moskau gedreht, aber nicht veröffentlicht, um eine Jugendfreigabe zu bekommen. Der Roman Operation Zombie  ist sehr viel nüchterner. Anhand von Gesprächsnotizen wird die Ausbreitung des Zombie-Viruses und die Gegenmaßnahmen der Menschen dokumentiert. Ich hatte den Roman an zwei Tagen im Freibad gelesen und kann ich empfehlen.

Als Legoverrückte Familie interessierten wir uns auch für den Zombie-Friedhof Lego 9465 Monster Fighters – Grabstätte der Zombies. Nachdem ich in den USA mal Anti-Zombie-Waffen für Lego gesehen hatte, sind Zombies nun auch bei Lego angekommen. K1 hat einen Zombie in seinem Set, der neben den Star Wars-Figuren steht. Wenn das keine Integration ist!

lego_Zombie

Sicherlich muss ich auch zugeben, dass ich auf die Veröffentlichung der nächsten Staffeln von The Walking Dead bei iTunes warte. Dass so eine Brutalität im deutschen Fernsehen läuft, hätte ich mir früher niemals denken lassen und hab auch darüber geschrieben. Aber die Zeiten ändern sich wohl. Zombie gehört heute zum allgemeinen Kulturgut und hat den Schrecken früherer Zeiten verloren. Was hatten wir uns die Köpfe heiß diskutiert, ob Romeros Zombie nun faschistoid sind oder nicht.

Zombies

Das gilt für die extrem erfolgreiche Comic Serie von The Walking Dead von Robert Kirkman umso mehr. Allerdings muss ich zugeben, dass mich eine andere Comics Serie deutlich mehr in den Bann gezogen hat. Es handelt sich um die französisches Comic Adaption Zombies von Oliver Peru und Sophian Cholet, die in der deutschen Übersetzung bei Splitter erschienen sind. Im Oktober erscheint der dritte Band. Die ersten beiden Bände war extrem fesselnd und äußerst negativ. Dann griffen die Autoren und Zeichner auf einen Trick zurück, der sich im Filmgeschäft bereits bewährt hat. Sie schufen ein Prequel zu der Serie und Splitter veröffentlichte es als Band 0. Selten hat mich ein Comic so gepackt.  Die jeweils 48 Seiten waren sehr gut erzählt und super spannend. Sie könnten als direkte Vorlage für eine Verfilmung dienen. Der Zeichenstil in düsteren, brauen Farben hat mir sehr gut gefallen.

Also vielleicht entwickle ich mich nun doch noch zu einem Zombie-Fan. Ich geh jetzt erst mal in den Keller und pack mir die italienischen Gore-Varianten in den DVD-Player. Dann reden wir weiter.

Schulrucksack aus PET-Flaschen

23. August 2013

Langsam müssen wir auch wieder an die Schule denken. Die Ferien in Bayern gehen in absehbarer Zeit zu Ende. Und ein Schulanfang bedeuten nicht nur neue Stifte und neue Hefte, sondern im Fall von K2 auch einen neuen Schulranzen. Die bisherige rosa Variante ist Ungnade gefallen. Also muss etwas neues her.

Rucksack2

Nachdem K1 einen coolen Rucksack hat, will K2 auch so etwas. Neulich habe ich eine interessante Variante entdeckt, cool ausschaut und zudem noch die Umwelt schont. In einem Bericht im Deutschen Bahn-Magazin mobil stieß ich auf dem Satch von Ergobag. Es ist ein Schulrucksack aus 100 % recycelten PET-Flaschen. Weil er so gut aussah, wurde er 2013 mit dem dotred Design Award ausgezeichnet. Das Teil lässt sich gut tragen, hat stabilisierende Alu-Profilschienen und schont den Rücken bei der täglichen Bücherlast der Schüler, nachdem wir in diesem Land nicht in der Lage sind Schulbücher aufs iPad zu übertragen.

Der Satch-Rucksack von Ergobag lässt sich zudem noch verzieren. Allerdings muss ich zugeben, dass mir die Reflektoren mit Tiermotiven nicht gefallen haben. Das wird den Geschmack von K2 nicht treffen und außerdem werden die Verzierungen sofort von Mitschülerinnen abgerissen und dann ist Ärger vorprogrammiert.

Jetzt werden wir die Sache einmal interfamiliär zur Diskussion stellen.

Buchtipp für Dylan-Fans: Als sich die Zeiten zu ändern begannen von Suze Rotolo

22. August 2013

cover

In zwei Tagen habe ich die Autobiografie der ehemaligen Freundin von Bob Dylan Suze Rotolo gelesen. Das Buch erschien bereits im Jahre 2008, aber ich durch einen Zufall bekam ich es jetzt erst in die Finger. Als sich die Zeiten zu ändern begannen lautet die Erinnerungen an Greenwich Village in den Sechzigern. Rotolo ist bereits 2011 verstorben. Das Buch ist sicherlich nur etwas für Dylan-Fans, die etwas vom Meister erfahren wollten. Kaum ein Buch wurde von den Fans so erwartet wie dieses. Ich bin zwiegespalten nach Ende der Lektüre. Ja, zum einen habe ich wirklich etwas Neues erfahren: So wusste ich nicht, dass die Autorin von Dylan geschwängert wurde und abgetrieben hatte. Diese Information war mir neu. Aber zum anderen: was geht es mich an?

Es gab interessante Anekdoten aus der früheren Zeit das Künstlerviertel, über den Umgang der Folkies miteinander und den musikalischen Aufbruch an dessen Spitze dass sich Dylan gestellt hat. Am meisten haben mich die Episoden über das Leben im Greenwich Village beeindruckt. Wer heute das ehemalige Künstlerviertel besucht, der findet Kommerz oder Leute, die immer noch am Sixtys Tropf hängen. Dies hielt mich freilich nicht davon ab, durch die Straßen das berühmten Viertels zu ziehen. Schade, dass ich das Buch von Suze Rotolo nicht dabei hatte. Es wäre ein schöner Reiseführer in längst vergangene Zeiten gewesen. Bei deinem nächsten USA-Besuch nehme ich es mit und suche die Orte aus der Dylans Vergangenheit.

Einen Besuch im Gaslight durfte ich mir nicht entgehen lassen.

Einen Besuch im Gaslight durfte ich mir nicht entgehen lassen.

Und ich muss auch zugeben, dass mich die Biografie von Suze Rotolo nicht interessiert hätte, wenn sie nicht zufällig auf dem Cover vom The Freewheelin‘ abgebildet und Robert Zimmermans erste offizielle Freunde als Bob Dylan gewesen wäre. So jedoch, habe ich das Buch an zwei Tagen gelesen und weiß wieder ein paar Details über das Leben von Bob Dylan mehr. Interessant fand ich vor allem die Ausführungen über Dylans Manager Albert Grossmann, der von vielen als Tyrann bezeichnet wurde. Frau Rotolo beschreibt ihn eher mitfühlend. Mir wurde bestätigt, welches musikalische Genie er ist, aber wie schwierig auch einen Zusammenleben mit diesem Herrn wohl auch ist. Also Dylan-Freunden sei dieses Buch durchaus ans Herz gelegt, der Rest wird es sowieso im Regal liegen lassen.