Posts Tagged ‘Social Media’

Buchtipp: Einfach erklärt – Social Media – Cybermobbing – Deine Daten im Web von Manfred Theisen

20. April 2022

Grundsätzlich bin ich ja in Sachen Medienkompetenz an deutschen Schulen unterwegs, aber ich denke, die Vorträge werden aufgrund von Corona erst zum Schuljahresende und hoffentlich zum neuen Schuljahr wieder beginnen. Daher nutze ich die Zeit, um mich ein wenig auf den Literaturmarkt umzusehen und bin aufgrund eines Tipps des Twitterkollegen Astrozwerge auf das lesenswerte Buch Einfach erklärt – Social Media – Cybermobbing – Deine Daten im Web von Manfred Theisen gestoßen.

Zunächst dachte ich, dass es sich wieder um so ein hyperpädagogisches Werk mit mahnenden Zeigefinger handelt, wie es von vielen analogen Vertretern herausgegeben wird, um die Angst bei analogen Eltern zu schüren. Ich habe mich geirrt.
Das Buch ist wirklich gut. Es ist für Kinder ab zehn Jahre geschrieben und zwar gut geschrieben. Natürlich ist die Sprache einfach, aber der Inhalt ist technisch richtig und sehr gut aufbereitet. Das wichtige Thema Daten im Netz wird gut erklärt. Der gewaltige Bogen reicht von der Nachrichtenpyramide und Nachrichtenschwelle über die richtige Suche mit Suchmaschinen und Verschwörungsmythen bis hin zu verschiedenen sozialen Netzwerken und Messengern. Die Themen Geldverdienen und Influencer sowie Persönlichkeitsrechte kommen ebenso vor wie Cybermobbing und Online Games.

Und vielleicht ist der enorme Spagat das einzige Problem des Buches. Der inhaltliche Umfang ist sehr groß und würde bei meinen Vorträgen ein gesamtes Wochenseminar ausmachen. Manfred Theisen erklärt jeden Themenkomplex, reißt ihn an und kann natürlich nicht in die Tiefe der Materie eintauchen, obwohl er mit jeder gedruckten Zeile genau weiß, was er da veröffentlicht. Vielleicht kann der Bindlacher Verlag Loewe sich einen Ruck geben und diese Medienkompetenz-Reihe erweitern bzw. aufbauen und vertiefen. Sehr gut sind auch die Illustrationen von Ole Häntzschel, der eigentlich ein Spezialist für Infografiken ist und daher die richtige Wahl für die unterhaltsame und faktenvermittelnde Illustration ist.
Ich empfehle das Buch Familien zu Hause und der Schulfamilie, die sich einen schnellen Überblick verschaffen wollen. Mit rund 13 Euro ist das Buch Einfach erklärt – Social Media – Cybermobbing – Deine Daten im Web von Manfred Theisen auf jeden Fall einen Blick wert und wenn ich meine Vorträge an Grundschulen wieder halte, dann weise ich auf jeden Fall auf diesen Buch hin.

Der Feind ist nicht das russische Volk

28. März 2022

Als ich einen Post der bayerischen Landtagsabgeordneten Barbara Becker vom 10. März in Instagram sah, gab ich ihr sofort recht. Der Ukraine-Krieg tobt, Putin überfällt völkerrechtlich seinen Nachbarn und die Welt setzt Sanktionen in Kraft und liefert Waffen. Und dennoch: Die Abgeordnete schrieb den richtigen Satz: „Unser Feind ist nicht das russische Volk!“

Dieser Instagram-Beitrag trifft meine Stimmung sehr gut.

Und als sich US-Präsident Joe Biden in Warschau am Wochenende an die Menschen in Russland wandte und erklärte, sie seien nicht der Feind. Präsident Putin habe sein Volk vom Rest der Welt abgeschnitten. Da gab ich Biden recht.

Wir müssen aufpassen, dass wir der Desinformation und hybriden Kriegsführung des Kreml nicht auf den Leim gehen. Für mich steht fest: Es ist richtig, sich gegen den Kriegstreiber Putin zu Wehr zu setzen. Aber ich sehe auch eine Angst unter den russischsprechenden Deutschen, die mit Putin in einen Topf geworfen werden.

Beispiele gibt es viele: Ein Fall von falsch verstandener Solidarität mit der Ukraine schlug hohe Wellen in München. Eine Klinik am Stiglmaierplatz hat mitgeteilt, keine Russen mehr behandeln zu wollen. In dem Schreiben der Privatklinik heißt es: „Die Invasion der russischen Armee mithilfe der weißrussischen Regierung wird von uns aufs Schärfste verurteilt.“ Daraus zieht die Praxis Konsequenzen: „Daher werden wir ab sofort und bis auf Weiteres keine russischen und weißrussischen Staatsbürger mehr bei uns behandeln.“
Als der Protest Wellen schlug, ruderte die Klink zurück.: Unser Schreiben vom 04.03. entstand aus der Indignation über die Vorgänge in der Ukraine und war als Zeichen der Solidarität gedacht. Uns erschien die Vorstellung an russischen „Oligarchen“ Geld zu verdienen, während in der Ukraine Zivilisten getötet werden falsch. Diese Botschaft wollten wir transportieren. Rückblickend erkennen wir, dass die Formulierung mehr als unglücklich war, zu Recht scharf kritisiert wurde und vollkommen von dem weggeführt hat, was wir eigentlich sagen wollten. Das bedauern wir zutiefst.“

Aber natürlich hatten russische vom Kreml gesteuerte Staatsmedien diese und andere Fälle aufgenommen und in unterschiedliche Kanäle transportiert. In mehreren Seminaren habe ich erfahren, dass die Community verunsichert ist. Putin gelingt es, einen Keil in die bundesdeutsche Gesellschaft zu treiben. Menschen aus Russland oder mit russischen Wurzeln sehen sich in Deutschland seit dem Angriff auf die Ukraine Anfeindungen ausgesetzt. Wie der „Spiegel“ unter Berufung auf Zahlen des Bundeskriminalamts berichtet, wurden bis Mitte März 318 strafrechtlich relevante Ereignisse registriert. Es handle sich um Sachbeschädigungen, Beleidigungen sowie Bedrohungen im Internet und auf der Straße.

Meine Kollegin die Wirtschaftspsychologin Maria Filina und ich greifen diese und andere Themen aus dem Umfeld der russischsprachigen Deutschen auf und starten eine regelmäßige Streaming-Reihe in YouTube mit dem Titel „Wie ist das Leben?“. „Wie ist das Leben?“ ist ein Ausspruch mit dem der deutsche Russland-Journalist Gerd Ruge das Eis in der russischen Bevölkerung gebrochen hat. Die erste Folge ging online.

In Russland wurden sie einst als Faschisten bezeichnet, weil sie Deutsch sprachen. In Deutschland werden sie heute als Faschisten bezeichnet, weil sie mit dem Kriegstreiber Putin gleichgesetzt werden. Viele Deutsche aus Russland, aber auch andere russischsprachige Eingewanderte aus der ehemaligen Sowjetunion fühlen sich verunsichert und diskriminiert und ziehen sich zurück. Hier müssen wir aufpassen.

Hybride Kriegsführung
Verschleierung auf mehreren Ebenen ist ein typisches Merkmal dieser hybriden Kriegsführung, bei der klassische und verdeckte Militäreinsätze, politischer sowie wirtschaftlicher Druck, Cyberangriffe und Propaganda sowie Desinformation kombiniert werden. Das kann der ehemalige KGB-Agent Putin sehr gut. Ich berichte in meinem wöchentlichen Newsletter über diesen Cyberwar. Ihren Ursprung hat die russische Desinformation in der ehemaligen Sowjetunion unter Leonid Iljitsch Breschnew. Falschinformationen über politische Gegner wurden schon damals bewusst vom KGB platziert.

Die sozialen Medien sind heute zum Konfliktfeld geworden. Falschinformationen aus Russland verteilen sich über die Welt. Putin führt den „ersten Weltinformationskrieg­­“, schreibt meine Kollegin Miriam Meckel im Handelsblatt.
Das liegt auch daran, dass Russland seine Taktiken weiterentwickelt hat. Der wichtigste Faktor im russischen Social Media-Konflikt sind nun offizielle Accounts von Kreml-gesteuerten Medienunternehmen, russischen Regierungsbehörden oder Regierungsbeamten. Diese verbreiten auf Social Media falsche oder irreführende Informationen und werden von privaten Accounts weiterverbreitet. Bei Accounts von Privatpersonen greifen Twitter und Facebook schneller durch, sie löschen Beiträge oder sperren gleich ganze Profile. Doch Accounts, die zu einer Regierung oder einem großen Medienunternehmen gehören, wird sehr viel mehr Freiheit gewährt.

Folgenreiche Social-Media-Posts

13. Januar 2022

Ein Problem in sozialer Kommunikation über das Netz sind die daraus entstehenden möglichen Missverständnisse. Schon oft ist es mir selbst passiert, dass ich auf meinen privaten Accounts die eine oder andere Bemerkung losgelassen habe und damit dem Empfänger auf die Füße getreten bin.

Eine falsche Bemerkung in sozialen Netzwerken und der wilde Affe kommt hervor.

Jüngstes Beispiel: In einer Facebook-Gruppe schrieb jemand zum traurigen Tode des großartiges Schauspielers Sidney Poitier. „Das Jahr fängt aber gut an.“ Es war ein ironisch gemeinter Post, doch bei mir kam diese Ironie nicht gut an und ich polterte zurück, dass man so einen Post auch falsch verstehe könne im Hinblick auf Rassismus. Und schon kamen die Hater aus dem Busch und die Post ging ab.

Bei beruflichen Accounts bin ich vorsichtiger. Aber das sind nicht alle. Allzu flotte und flapsige Bemerkungen in Sozialen Medien können gravierende Folgen haben – auch in der Arbeitswelt. So das Ergebnis einer weltweiten Kaspersky-Studie, die es hier zum kostenlosen Download gibt. Demnach hatten bereits vier Prozent der in Deutschland befragten Nutzer erhebliche Probleme am Arbeitsplatz in Folge eines Posts – bis hin zum Verlust der Stelle. Zehn Prozent haben sich zudem deswegen mit einer nahestehenden Person zerstritten, 14 Prozent ihre emotionalen Statements später bereut; bei den 18- bis 34-Jährigen sind es sogar 21 Prozent. Acht Prozent hätten die Wortwahl ihrer Posts im Nachhinein geändert. Zudem sagen 11 Prozent, sie hätten lieber auf den Rückgang des eigenen Alkoholpegels warten sollen. Damit Soziale Medien nicht zur sozialen Falle werden, hat Kaspersky in einem #ShareAware Hub praktische Tipps und Hinweise für die Social-Media-Community zusammengestellt.

81 Prozent der in der Bundesrepublik Befragten nutzen aktuell Soziale Medien, 40 Prozent seit mindestens zehn Jahren. Trotz dieser Erfahrung passiert es vielen, dass so manches Foto oder Statement unerwünschte Konsequenzen nach sich zieht – manchmal erst Jahre später. Vorsicht und Überlegung sind also angebracht, bevor eigene Posts in den Sozialen Medien unwiderruflich für Aufsehen sorgen, zu viele persönliche Daten offenbaren oder die eigene Sicherheit gefährden, bis hin zum Identitätsdiebstahl.

Folgen beim Posten: Verbraucher verkennen Auswirkungen auf ihr berufliches Umfeld
Offenbar sind sich die in Deutschland befragten Umfrageteilnehmer der Folgen ihrer Hinterlassenschaften in Sozialen Medien besonders dann bewusst, wenn es um Freunde (48 Prozent) beziehungsweise Familie (44 Prozent) geht. Weniger im Fokus stehen aktuelle, beziehungsweise zukünftige Arbeitgeber. An sie wird bei Posts stets oder regelmäßig nur von 31 Prozent beziehungsweise 28 Prozent gedacht. Demzufolge hatten bereits vier Prozent der Befragten genau dementsprechende Probleme.

Kompromittierung persönlicher Daten bei jedem Dritten
Fast jeder Dritte (30 Prozent) der Befragten in Deutschland (49 Prozent bei den 18-bis 34-Jährigen) gab innerhalb der Kaspersky-Studie an, dass seine persönlichen Daten in den Sozialen Medien bereits kompromittiert wurden. Weitere 36 Prozent (61 Prozent bei den 18-bis 34-Jährigen) kennen jemanden in ihrem Umfeld, der oder die über Social-Media aufgrund von Datenmissbrauch bloßgestellt wurde.

Buchkritik: Erfolgreich Influencer werden von Niklas Hartmann

20. November 2021

Ach so geht das! Ich muss nur das Buch Erfolgreich Influencer werden werden aufmerksam lesen und die Ratschläge von Niklas Hartmann befolgen, schon werde ich in diesem Neuland berühmt. Ein wenig YouTube hier, ein wenig Insta da – und Facebook für die Älteren nicht vergessen. Ja, ja, wenn es so einfach wäre.

Aber ich mag nicht spotten. Ich habe das Buch aufmerksam gelesen und zahlreiche Tipps und Tricks bekommen, um in den sozialen Medien mehr Follower, mehr Reichweite und vielleicht auch ein höheres Einkommen zu erzielen. So ganz hat es bei mir nicht funktioniert, also muss ich wohl den Fehler bei mir suchen, denn Autor Niklas Hartmann hat es nach eigenen Aussagen ja geschafft. Sein Linkedin-Profil hat aber keine große Reichweite, aber es zählt ja nicht die Masse, sondern die Qualität (so sagt man).

Aber ich mag ja nicht spotten, wie ich schon geschrieben habe. Das Buch, das mir freundlicherweise vom mitp-Verlag zur Verfügung gestellt wurde, sehe ich vielmehr als Inspirationsquelle und nicht als Schritt für Schritt Anleitung im Stile So werde ich erfolgreich.

Autor Niklas Hartmann bringt gute Ratschläge ins Spiel, wie ich mein digitales Auftreten optimieren kann, je nach Zielsetzung. Ach ja Ziele: Vielen angehenden Influencern ist ihre Zielgruppe und Zieldefinition nicht klar. Weiß ich erst einmal was ich will und für wen ich meinen Aufritt mache, dann ist vieles leichter. Und ich muss natürlich realistisch sein: Ich in meinem Alter werde wohl nie der flotte Influencer für den 16jährigen Konsumenten werden, das kann ich mir abschminken (und will es auch gar nicht). Interessant ist, dass bei meinen Besuchen an Schulen der Berufswunsch Influencer immer wieder geäußert wird. Entsprechende Werbung bei Playmobil befeuern diesen Berufswunsch.

Dann erfolgt natürlich die Wahl der Social Media-Kanäle. Jede Plattform hat ihre eigenen Gesetze und Formate. Einen Content für alle Plattformen ist natürlich Blödsinn – das bestätigt Niklas Hartmann mir auch. Die Tipps, die in diesem Buch gegebenen werden, sind nicht neu, aber sie sind gut zusammengefasst und geben einen Überblick. Natürlich geht dabei die Tiefe flöten, aber das will das Buch auch gar nicht. Wer sich für Soical Media Marketing oder SEO interessiert, der greift zur entsprechenden (digitalen) Fachliteratur. Ich habe das Buch erfolgreich Influncer werden als dankbare Anregung zur Reflexion der eigenen Strategie und des eigenen digitalen Auftretens wahrgenommen. Für ein wirkliches Lehrbuch ist Erfolgreich Influencer werden eher nicht geeignet.

Der Brand von Notre Dame in sozialen Netzwerken

16. April 2019

Es waren schreckliche Bilder, die wir gestern sehen mussten. Notre Dame in Flammen. Der Dachstuhl der französischen Kathedrale brannte. Ich habe das Unglück live in den sozialen Netzwerken verfolgt und mir immer wieder gedacht, in welcher Welt wir leben.

Die erste Anlaufmeldung kam bei mir aufs Smartphone über die App des Bayerischen Rundfunks. Feuer in Notre Dame. Ich erinnerte mich als ich das erste Mal Notre Dame besucht hatte. Es war auf der Klassenfahrt vor dem Abitur Ende der Achtziger Jahre des vergangen Jahrhunderts. Damals stand viel Kultur auf dem Programm. Ich besuchte unter anderem den Louvre, das Grab von Jim Morrison und Victor Hugo (Der Glöckner von Notre Dame) und natürlich auch Notre Dame selbst. Das Bauwerk machte auf mich einen imposanten Eindruck. 

Dieser Erinnerung an die Schulzeit kam wieder hoch als ich die Flammen aus Notre Dame in den sozialen Medien sah. Zunächst verfolgte ich die Entwicklung des Brandes in Twitter. Dort kamen immer neue Bilder und kurze Clips aus Paris. Verschiedene Hashtags waren im Umlauf. Während Twitter die News brachte, kamen in Facebook die ersten Erinnerungen von Menschen an den Bau. Hier zeigte sich die unterschiedliche Wirkung und Einsatzmöglichkeiten von Social Media. K2 berichtete, dass eine Schulfreundin drei Stunden vor dem Ausbruch des Feuers die Kirche sogar besichtigt hatte. Sie stand mit der Freundin via Messenger in Kontakt. 

Um das Unglück live mitzubekommen, schalte ich auf Periscope um. Der Twitter-Dienst zeigte Live-Videomaterial aus Paris. Viele Menschen richteten ihre Smartphone auf Notre Dame aus und gingen live auf Sendung. Der Übertragungswagen in der Hosentasche ist live dabei. Ich sah wie ein Spitzturm von Notre Dame zusammenbrach und erinnerte mich schlagartig an den 11. September. Damals sah ich den Zusammenbruch der Zwillingstürme live im Fernsehen, heute sehe ich den Brand live im Internet – welche Welt haben wir? 

Die Kommentare in Periscope drehten sich vor allem um Bestürzung und viele drückten ihr Mitgefühl aus. Immer wieder meldeten sich Hater und Trolle in die Timeline, die von einem Attentat schrieben. Ein paar von ihnen habe ich bei Periscope gemeldet, ob es etwas genützt hat, weiß ich nicht. Mir wurden diese Spinner und Verschwörungstheoretiker zumindest ausgeblendet. Zweitweise liefen bei uns mehrere Periscope-Streams nebeneinander. iPhone, iPad und MacBook Pro lieferten den Brand aus unterschiedlichen Bildperspektivem, Mein Schulfranzösisch reichte im Großen und Ganzen aus, um den Fortgang der Löscharbeiten zu verstehen. Menschen schienen nicht durch den Brand zu Schaden gekommen sein. Etwas unverständlich war für mich der Vorschlag von US-Präsident Trump, doch Löschflugzeuge einzusetzen. Die Wucht des abgeworfenen Wassers hätte das historische Gebäude aber zerstört. Da waren die Beileidsbekundigungen unserer deutschen Politiker dann doch angebrachter.  

Am frühen heutigen Morgen dann die Meldung, dass das Gebäude zu retten sei. Einige Kunstwerke konnten auch aus Notre Dame transportiert werden, aber der Dachstuhl sei abgebrannt. Gleich nach dem Aufwachen im Bett schaute ich via Periscope wie der Stand der Dinge war. Der Brand war wohl gelöscht, die Feuerwehr hatte einen hervorragenden Job gemacht. Der Dachstuhl fehlte. In Facebook und Twitter posteten viele Freunde Bilder von ihren Erinnerungen an Notre Dame. Ich muss die alten Fotoalben noch raussuchen. Mein erster Griff in den Buchschrank gehörte einem Bildband von Serge Ramelli, der HDR-Aufnahmen von Paris in Schwarz Weiß gemacht hatte und in seinem wunderbaren Buch Paris veröffentlichte. Darunter auch einige Bilder von Notre Dame. Ein Bild gefällt mir dabei besonders gut. Über eine Doppelseite ein wolkenverhangener Himmel über Notre Dame und Paris. So behalte ich Notre Dame in Erinnerung. 

Digitalisierung – der Angst entgegenwirken

10. Oktober 2017

Wir müssen den Menschen die Angst vor der Digitalisierung nehmen. Immer wieder gebe ich Seminare rund um Big Data, IT-Sicherheit, Social Media oder Künstliche Intelligenz und ich stelle fest, viele Menschen haben Angst vor Veränderung. Angst ist aber immer ein schlechter Ratgeber. Daher ist Information angesagt. Nur Wissen und Information kann den Menschen die Angst nehmen und treibt sie nicht in die Arme von seltsamen Heilsversprechern. Natürlich gilt es die Digitalisierung zu hinterfragen und zu diskutieren. Aber dies kann man nur durch Information.
Mir begegnen als Referent immer wieder Menschen, die irre stolz sind, wenn sie ihren Mailaccount beim Smartphone einrichten können. Für diese Menschen ist dies bereits ein großer Schritt in Richtung Digitalisierung. Da sind manche meiner Vorträge nahezu Science Fiction, wenn ich über KI oder Sprachassistenten spreche. Für uns IT-Fuzzis ist dies schon normal. Wir diskutieren die Feinheiten zwischen Siri, Alexa und Google Assistent. Die biometrische Gesichtserkennung beim kommenden iPhone X grenzt für diese Seminarteilnehmer nahezu an ein Wunder und von autonomem Fahren haben die Leute nur am Rande etwas gehört.

Die MS Hololens ist für viele Science Fiction.

Die MS Hololens ist für viele Science Fiction.

Hier greifen meine Vorträge zur Digitalisierung, denn ich will diese Leute mitnehmen in eine spannende technische Zukunft, die kritisch hinterfragt werden muss. Wenn ich im Spiegel lese, dass viele Wirtschaftslenker in Deutschland von Digitalisierung keine Ahnung haben, macht es mir um unser Land und unsere Wirtschaft Angst. Hier setze ich mit meinen Seminaren an – und sehe dies als Beitrag zur Medienkompetenz. Aber dazu braucht es auch aufgeschlossene, interessierte Zuhörer.
Vielen Menschen geht die technische Veränderung zu schnell. Sie fühlen sich überfahren, oft allein gelassen und von den Entwicklungen überfordert. Das darf aber in einem Bildungsland wie Deutschland meiner Meinung nach nicht sein.

Technische Neuerungen setzen sich langsam durch.

Technische Neuerungen setzen sich langsam durch.

Technische Neuerungen hatten früher lange gedauert. Ich erinnere mich als Kind, wie der erste Farbfernseher von Grundig die Schwarzweißröhre abgelöst hat, und dann veränderte sich jahrelang nichts mehr im elterlichen Wohnzimmer. Als der Videorekorder kam, musste ich ihn bedienen, meine Eltern waren überfordert. Von der Wählscheibe zum Tastentelefon war es auch ein langer Weg. Die Einführung von technischen Neuerungen beschleunigte sich und meine Eltern waren neugierig, geschockt und verharrten in ihrer alten, oftmals analogen Welt. Jetzt will ich die Erfahrungen mit meinen Eltern nicht auf die Gesellschaft übertragen und dennoch merke ich bei vielen Leuten eine Angst vor etwas Neuem.

Der Computer war eine Revolution.

Der Computer war eine Revolution.

Und im Vordergrund stehen auch immer Sicherheitsbedenken. Smart Home wird verteufelt, weil in irgendeiner Reportage gesagt wurde, wie leicht man ausspioniert werden kann. Ich will mich nicht über die Bedenken lustig machen, sondern wir müssen die Angst ernst nehmen und die Leute informieren. Nicht Panikmache ist wichtig, sondern Information. Information über die Chancen und Risiken, so dass ich am Ende ein Urteil fällen kann und die Digitalisierung in das Leben einbeziehen kann. Wir stehen erst am Anfang der Digitalisierung. Die digitale Welle ist schon am Horizont zu sehen und die Vogel-Strauß-Taktik ist sicher der falsche Weg.

blauweiß weißblau – egal, Hauptsache Twitter

16. April 2017

Nachdem ich meinen jüngsten Beitrag für die IronBlogger-Parade zum Thema blauweiß/weißblau über unsere Wellensittiche Lilly und Sinatra geschrieben habe, liegt es nahe, dass ich beim Gezwitscher bleibe: Welches Vögelchen passt am besten in eine solche Parade? Klar, der Twitter-Vogel.


Ich bin ein überzeugter Twitterer und zwitschere unter @redaktion42 den lieben langen Tag. Mit meiner Frau @spinosa1967 sind wir wie andere auch als als twitterndes Ehepaar bekannt. Aber Twitter ist für mich mehr als ein bisschen Zeitvertreib. Es ist für mich eine Art Stammtisch, der 24 Stunden 365 Tage lang geöffnet hat. Ich finde hier Weisheiten, dumme Sprüche, aktuelle News, schlüpfrige Anmache, Kampagnen, Provokationen, Hilferufe und vieles mehr unter einem Dach. Ich nutze Twitter zur Unterhaltung, als Inspiration, als Newsquelle, als Recherchetool und und und.
In meinem Seminaren über Medienkompetenz an Schulen kommt Twitter leider nur am Rande vor. Twitter ist vielen Leuten einfach zu blöd. Die formale Begrenzung auf 140 Zeichen sorgt dafür, dass Jugendliche in meinem Umfeld nicht so stark vertreten sind. In 140 Zeichen muss man mit der deutschen Sprache umgehen können und bei Donaudampfschifffahrtsgesellschaft wird es in Twitter recht eng. Auch der Humor mutet für viele Seminarteilnehmer etwas seltsam an. #hach, #flausch, #ausgruenden geht ja gerade so – bei #mimi blicke in in meinem Seminaren in fragende Gesichter. Wer will denn schon mit Beaker vom Muppet Labor von Professor Bunsenbrenner identifiziert werden, dessen einziger Wortschatz eben das mimi ist?

Ich sag nur mimi

Ich sag nur mimi

Aber egal: Twitter ist für mich eine wunderbare Bereicherung. Leute glauben manches Mal, dass man Twitter komplett auslesen muss. Viel Spaß dabei. Ich habe durch Twitter den Satz eines US-Studenten begriffen: „Wenn die Nachricht wichtig für dich ist, wird sie einen Weg zu dir finden.“ Für mich ist Twitter ein wichtiger Bestandteil meiner Social Media-Kultur. Auch für meine politische Kundschaft gehört Twitter dazu: @RegSprecher habt es in Deutschland vorgemacht, der US-Präsident hat die absolute Macht von Twitter verstanden und publiziert an den Medien vorbei direkt zu seinen Anhängern und zu den Medien. Twitter ist ein geniales Massenmedium mit Rückkanal – einfach der Hammer. Ich muss nicht via in Facebook befreundet sein, sondern kann folgen wem ich will, ohne dass ich mit ihm befreundet sein muss. Und wenn einer glaubt, dass er nur senden will im Sinne von traditionellen Massenmedien, dann wird er auch bald wieder entfreundet – so einfach ist das. Liebe Politiker – nur senden ist so 20. Jahrhundert.

Ich bin seit 24. Oktober 2008 dabei.

Ich bin seit 24. Oktober 2008 dabei.

In Twitter habe ich neue Bekanntschaften, ja sogar Freundschaften geschlossen. Einige sind auch wieder zerbrochen. Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Ich habe durch Twitter Personen kennengelernt, die ich im realen Leben nie getroffen hätte. Ich wurde mit Meinungen konfrontiert, die niemals meine eigenen wären. Ich lernte durch Twitter mehr Toleranz, den anderen Blick auf eine Sache. Nicht so eine Filter Bubble wie in Facebook, in der ich nur in meiner eigenen Meinung bestätigt werde. Für mich bedeutet Twitter eine neue von Freiheit und Verantwortung zugleich. Der weiße Vogel auf blauem Hintergrund ist für mich ein Symbol der neuen Zeit geworden. Die Welt wäre ohne Twitter ärmer und es wäre schade, wenn dieses Tool verschwinden würde.
Twitter bedeutet Senisbilität. Ich habe Leute kennengelernt, die ohne dieses Tool noch einsamer wären als sie es ohnehin sind. Ich habe Selbstmordankündigungen erlebt und wie eine ganze Gemeinschaft zur Rettung eilte. Ich habe kollektive Trauer und Freude erlebt. Ich habe Trolle und Social Bots erlebt, die herumholzen. Und ich habe Aktionen wie Twittagessen oder Weihnachtstwicheln erlebt und ich bin im Mai 2014 zu den IronBlogger über Twitter gestoßen. Jeder hat seine Geschichte in Twitter und ich bin gespannt auf eure. Was bedeutet Twitter für dich?

Reportage: Mein erstes Mal im Schlachthof

9. Mai 2016

Ich weiß, dass dieser Tag kommen musste. Unausweichlich. Bisher habe ich mich um den Schritt gedrückt, den Gedanken daran verdrängt, mich abgelenkt. Aber nun ist es soweit – ich muss Farbe bekennen. Seit über einem Jahr arbeite ich als Social Media-Berater für einen Metzgereifachbetrieb, die Metzgerei Moser aus Landsberg am Lech. Und damit ist es klar, es geht um die Wurst.
Es steht der Blick hinter die Kulissen an, der Blick ins Schlachthaus. Heute wird ein Rind geschlachtet und ich bin als Beobachter dabei. Ich habe mir fest vorgenommen, dem Schlachten und Zerlegen des Tieres beizuwohnen.
Warum ich bei diesem Ereignis dabei bin, liegt an meinem Auftrag. Ein Fotograf des BEEF-Magazins fotografiert für eine große Geschichte des erfolgreichen Kochmagazins für Männer. Am 12. Mai wird die gewaltige Bildreportage erscheinen. Ich bin sehr gespannt, was die Kollegen von BEEF gemacht haben und werde mir gleich das Heft kaufen. Ich mache von dieser besonderen Art Fotosession einige Bilder für den Social Media-Auftritt der Metzgerei.

Der Fotograf von BEEF kam vorbei und fotografierte Metzgermeister Michael Moser.

Der Fotograf von BEEF kam vorbei und fotografierte Metzgermeister Michael Moser.

Der Schlachthof der Metzgerei Moser liegt im Landsberger Gewerbegebiet. Der Hof ist sauber, nahezu klinisch. Die Metzger haben flüssigkeitsabweisende Kleidung sowie rutschfeste Gummistiefel an. Das Tier, ein Rind, stammt von einem Landwirt aus der Gegend von Landsberg. Für Metzgermeister Michael Moser sind Tiere aus der Region wichtig. Regionalität ist wichtig. Er kennt den Bauern, kennt die Aufzucht und kennt die Pflege der Tiere. Regionale Produkte stehen bei der Metzgerei im Mittelpunkt der Produktion. Das finde ich gut. Die Tiere kommen aus der Umgebung und müssen daher keine weiten Wege zurücklegen, keine stundenlangen Viehtransporte.

Das Rind kommt aus der Umgebung.

Das Rind kommt aus der Umgebung.

Das Rind steht jetzt in einem Nebenraum, einen Stall. Es wurde bereits am Sonntag angeliefert und blieb eine Nacht in diesem Stall des Schlachthofs. Dabei kommt das Tier zur Ruhe. Am Montag ist Schlachttag. Ob es weiß, dass es bald getötet wird? Ich gehe näher an das Tier heran. Es ist angebunden und schaut mich mit großen Kuhaugen an. Es ist ein Lebewesen und muss mit Respekt behandelt werden.
Metzgermeister Moser und sein Kollege Andreas Menacher sprechen beruhigend auf das Rind ein. Hier ist der Respekt de Metzger gegenüber dem Lebewesen zu spüren. Dennoch wird das Rind in wenigen Minuten geschlachtet und zerlegt.
Ich trage einen Schutzanzug. Meine Haare sind unter einem Haarnetz, meine Schuhe befinden sich in einer Art Plastiktüte, wie im Museum. Im sicheren Abstand positioniere ich mich am anderen Ende des Schlachthofs. Das Rind kann gewaltige Kräfte entwickeln. Da will ich im Ernstfall eine sichere Rückzugsmöglichkeit haben. Die Metzger sind für diesen Fall solide ausgebildet, ich nicht – also Abstand und auf Nummer sicher gehen.

Das Tier wird in den Schlachthof geführt.

Das Tier wird in den Schlachthof geführt.

Das Rind wird in Schlachtraum geführt. Meine Anspannung steigt. Ich weiß, dass Rinder mit einem Bolzenschuss vom Leben zum Tode befördert werden. Schweine dagegen werden mit einem Elektroschock betäubt. Anschließend wird innerhalb einer Minute die Halsschlagader aufgeschnitten. Das Tier blutet in drei Minuten aus und ist tot.

Der Augenblick des Todes.

Der Augenblick des Todes.

Metzger Andreas Menacher ist ein Profi. Er übt seinen Beruf seit 34 Jahren aus und hat beim Vater von Michael Moser seine Ausbildung als Metzger gemacht. Andreas Menacher holt hinter seinem Rücken den Bolzenschussapparat hervor, zielt kurz und drückt ab. Ein Knall und durch das Rind geht ein mächtiger Ruck, dann bricht es zusammen. Es geht sekundenschnell. Andreas Menacher und Michael Moser sind ein eingespieltes Team. Jeder Handgriff sitzt. Während ich noch über den Augenblick des Todes nachdenke, hängen die beiden Metzger das Tier im Raum auf und schneiden die Halsschlagader durch. Das Ausbluten geht schnell, das Blut läuft in einem Kanal im Boden ab. Das Tier ist tot.
Jetzt beginnt das Zerlegen. Das Fell wird abgezogen und das Tier zerteilt. Eine große elektrische Säge kommt dabei zum Einsatz. Extrem scharfe Messer besorgen die Feinarbeit. So viel als möglich wird von dem Tier verwertet. Die Schlachtabfälle werden mit blauer Farbe markiert und werden gesondert gesammelt und extern verbrannt.

Das Rind wird für das Zerteilen vorbereitet.

Das Rind wird für das Zerteilen vorbereitet.

Während ich das Zerlegen beobachte, passiert in meinem Kopf etwas eigenartiges: Das Tier wandelt sich zum Produkt. Aus dem Rind mit seinen Kuhaugen, seinem braunen Fell wird ein Produkt für die Kühltheke. In einem angrenzenden Kühlraum werden die Teile gelagert und weiter verarbeitet. Hygiene ist ein extrem wichtiger Punkt bei der handwerklichen Fleischproduktion.

Für BEEF brauchen wir interessante Bilder.

Für BEEF brauchen wir interessante Bilder.

Ich esse Fleisch und mir ist durch die Schlachtung bewusst geworden, wie wichtig mir Qualität ist. Wie gesagt, ich esse Fleisch, aber es muss nicht jeden Tag Fleisch auf dem Teller sein. Aber ich will wissen, woher meine Nahrung kommt. Ich will, dass das Tier mit Respekt behandelt wird und ich weiß auch, dass Qualitätsfleisch seinen Preis hat. Und ich bin bereit, diesen Preis zu bezahlen. Das ist leider nicht immer so. Beim Schlachten kommt mir ein Post aus Facebook ins Gedächtnis. „Da hat man einen Weber Grill für 800 Euro und will seine Würstchen für 80 Cent haben.“ Das geht nicht, überhaupt nicht.

Michael Moser prüft die Aufnahmen.

Michael Moser prüft die Aufnahmen.

Was machen Spitzbogenfenster einer Kapelle im Hotel Prinz Luitpold Bad?

24. April 2016

Ich liebe es als Social Media-Berater und Journalist Geschichten zu erzählen. Und ich liebe es genauso, wenn ich Geschichten erzählt bekomme. Und mein Allgäuer Lieblingshotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang erzählt viele Geschichten. Anders als die sterilen Business-Hotels hat dieses Hotel einen wunderbaren Charme. Einige Geschichten habe ich in diesem Blog schon wiedergegeben, hier wieder eine neue aus dem 152 Jahre alten Gebäude.

Der Weg zu den Gästezimmern.

Der Weg zu den Gästezimmern.

Wenn der Gast sich zu den Zimmer begibt, dann wandelt er auf einen Teppich mit der Aufschrift „Zu den Gemächern der 1. Etage“. Der Teppich ist blau und trägt das goldene Logo des Hotels Prinz Luitpold Bad mit einem großem L, das von zwei Löwen getragen wird. Ein Pfeil weist die Richtung. Und dieser Pfeil lenkt den Blick des Gastes auch auf ein historisches Spitzbogenfenster.

Spitzbogenfenster im Hotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang im Allgäu.

Spitzbogenfenster im Hotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang im Allgäu.

Diese Spitzbogenfenster im Parterre und erstem Stock stammen von der Kapelle in Birgsau. Birgsau gehört zur Allgäuer Gemeinde Oberstdorf und umfasst zehn Häuser und eine Kapelle. Birgsau gilt als dunkelster Ort Deutschlands, also meteorologisch gemeint. In der Kapelle wird der Heilige Wendelinus verehrt. Was machen jetzt die Spitzbogenfenster der Kapelle im Hotel Prinz Luitpold Bad?
Die Kapelle in Birgsau wurde zwischen 1846 und 1848 erbaut und 1890 renoviert. Hierzu hatte der Prinzregent Luitpold einen Beitrag zur Renovierung der Kapelle geleistet. Bei einer neuerlichen Renovierung der Kapelle spendeten die Hoteliers des Hotels Prinz Luitpold Bad eine Summe an die Kirche und erhielten von Kirchenbetreuer Max Thaumiller dieser Fenster im Jahr 2010. Die Auflage war, dass die Spitzbogenfenster wieder in einem Gebäude verbaut werden müssen. Dieser Auflage kamen die Hoteliers Armin und Sabine Gross im Jahre 2015 gerne nach. Seitdem hängen diese Kostbarkeiten im Hotel Prinz Luitpold Bad und unterstützen optisch den Weg zu den Gästezimmern.

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Zehn Jahre Twitter und ich gratuliere #Twitter #lovetwitter

21. März 2016

Heute feiert Twitter seinen 10. Geburtstag.

Heute feiert Twitter seinen 10. Geburtstag.

Heute feiert Twitter seinen zehnten Geburtstag und ich will ganz artig gratulieren. Zehn Jahre Twitter bedeutet für mich zehn Jahre ein Massenmedium in der Hosentasche. Gut, ich bin erst seit dem 24. Oktober 2008 um 21:12 Uhr dabei, aber seit meinem Beitritt bin ich dabei und zwar heftig. Über 70.000 Tweeds habe ich als @redaktion42 versendet.

Ich bin seit dem 24. Oktober 2008 um 21:12 Uhr bei Twitter dabei.

Ich bin seit dem 24. Oktober 2008 um 21:12 Uhr bei Twitter dabei.

Ich möchte den Microblogging-Dienst für mein privates und berufliches Leben nicht missen. Wir haben soviel miteinander erlebt. Twitter hat mir neue Bekannte gebracht, hat mir andere Sichtweisen gebracht, hat mich zum Schmunzeln und Lachen gebracht – Twitter hat mir soviele Geschichten gebracht und dafür bin ich dankbar. Als Geschichtenerzähler ist Twitter eine unendliche Quelle an neuen Geschichten.
Durch Hashtags konnte ich an Weltereignissen und lokalen Ereignissen teilnehmen. Spektakuläre Beispiele waren die Attentate in Paris oder der Boston Marathon. Für mich war die Notlandung des US-Airways-Flug 1549 im Hudson der Durchbruch. Eine Notwasserung am 15. Januar 2009 war notwendig infolge von doppeltem Vogelschlag. Noch bevor Nachrichtenagenturen das Foto von der Notlandung verbreiteten, ging das Bild durch Twitter. Twitter wurde hier für mich zum Massenmedium.

Eine Notwasserung am 15. Januar 2009 war notwendig infolge von doppeltem Vogelschlag. Das Bild ging durch Twitter in die Welt. Foto: Wikipedia

Eine Notwasserung am 15. Januar 2009 war notwendig infolge von doppeltem Vogelschlag. Das Bild ging durch Twitter in die Welt. Foto: Wikipedia

Als Twitter sorgte dafür, dass ich wusste, was läuft und wie die Meinung dazu ist. Für mich als Journalist ist Twitter ein geniales Recherche- und Stimmungsmedium – 24 Stunden rund um die Uhr, 365 Tage. Dieser virtuelle Stammtisch, wie ich Twitter in meinen Seminaren bezeichne, bietet Abwechslung im Sekundentakt.
Und obwohl sich Twitter in Deutschland nur bei einer gewissen Kommuikationselite (doofes Wort) durchgesetzt hat und nur bedingt die breite Masse erreicht, ist es für mich ein unverzichtbares Tool geworden. Die deutschen Wörter sind für Twitter einfach zu lang, dies scheint das Hauptproblem zu sein, warum sich Twitter bei uns nicht voll durchsetzt. Twitter hat in Deutschland mehr als 12 Mio Nutzer pro Monat, sagt Deutschland-Chef Thomas de Buhr im Interview mit „Wired“. In meinen Social Media-Seminaren zeige ich gerne Twitter und die Reaktionen sind entweder: Volle Begeisterung oder volle Ablehnung – dazwischen gibt es scheinbar nichts. Auf den ersten Blick mutet die Sprache der Twitter seltsam an: #mimi #flausch #hach #ausgründen und mein Leitspruch: Irgendwas ist immer. Wer den Humor in Twitter versteht, der wird das Netzwerk lieben.
Nachdem auch Instagram sich der Filterblase von Facebook anschließt, ist Twitter für mich das einzige relavante Realtime-Medium, das mir alles zeigt, was mich interessiert. Das liebe ich an Twitter. Ich entscheide, was ich sehen will und nicht ein Algorithmus. Das ist eben Twitter.
Aber wir hatten auch unsere Sorgen mit Twitter. Zuletzt wurden uns unsere geliebten Faves durch doofe Herzchen ersetzt. Bäh. Gut, dass der Twitter-Häuptling auf uns gehört hat und das Alleinstellungsmerkmal von 140 Zeichen belassen hat. Wer mehr braucht, der soll doch zu Facebook rüber gehen und dort herumblubbern. Mit den Zukäufen von Vine habe ich ein bisschen herumgespielt, aber den richtig großen Wurf hat Twitter mit Periscope gemacht. Den Übertragungswagen in der Hosentasche. Überall wo ich bin, kann ich senden. Das mache ich für mich und meine Kunden wie hier. Dieses Tool halte ich für wegweisend, noch dazu als Meerkat die Grätsche gemacht hat. Die bayerische Regelwut der BLM kommt da nicht hinterher und so macht Twitter auch gleich mal nebenbei Rundfunkpolitik – gut so. Ich bin ein Live-Fernsehsender durch Periscope. Wie Sascha Welters von Twitter in München beim Trend Day Corporate Video 2016 verriet, wird Periscope voll in Twitter integriert. Hier das Video dazu.

Wie Sascha Welters von Twitter in München beim Trend Day Corporate Video 2016 verriet, wird Periscope voll in Twitter integriert.

Wie Sascha Welters von Twitter in München beim Trend Day Corporate Video 2016 verriet, wird Periscope voll in Twitter integriert.

Also Twitter: Alles alles Gute zum Geburtstag – auf die nächsten zehn Jahre.