Mitte der 80er Jahre des vergangene Jahrhunderts machte mich mein Schulfreund Robert auf eine Band aufmerksam, die ich vom Namen her in ein anderes Genre verordnet hätte B-52s. Es war ein Bomber, obwohl die schrille Musik eingeschlagen hatte, wie eine Bombe. Die B-52s klangen wie eine wilde Party aus den 80ern: New Wave und Post-Punk mit knalligen Surf-Gitarren, treibenden Synthesizern und vor allem den unverwechselbaren Doppelstimmen von Kate Pierson und Cindy Wilson – mal schrill, mal sinnlich, immer exzentrisch.
Dazu kommen absurde, spielerische Texte voller Kitsch, Sci-Fi und Camp-Humor. Der Sound ist tanzbar, energiegeladen und hat diesen unnachahmlichen Retro-Futurismus: gleichzeitig altmodisch und total eigen. Songs wie Rock Lobster oder Love Shack sind Paradebeispiele – laut, schräg und unwiderstehlich.
Jetzt habe ich die Band in der Berliner Zitadelle wieder gesehen und es war ein Erlebnis. Es war einer dieser Sommerabende, an denen die Luft so schwer und warm ist, dass man das Gefühl hat, die Zeit stehe still. Die Zitadelle Spandau, dieses monumental schlafende Gemäuer aus dem 16. Jahrhundert, hatte sich für eine Nacht in etwas Leichteres verwandelt – in einen Ort der reinen, schreienden Lebensfreude. Und dann kamen die B-52s. Drei alte Leute Fred Schneider, Kate Pierson und Cindy Wilson betraten die Bühne, und irgendetwas in der Brust – tief drin, da wo man Dinge aufbewahrt, die man nie ganz erklären kann – zog sich zusammen. Nicht vor Trauer. Vor Wiedererkennung. Und die Stimme der 78jährigen von Kate Pierson war noch immer ein Hammer.
Schon bei den ersten unverkennbaren Riffs von „Planet Claire“ lag eine beinahe greifbare Elektrizität in der Abendluft. Die Band schaffte es ab der ersten Sekunde, diese ganz besondere, bittersüße Melancholie des Abschieds mit einer puren, unbändigen Lebensfreude zu verschmelzen. Es war unmöglich, sich dem hypnotischen Groove und dem einzigartigen, perfekt gealterten Gesangsharmonien zu entziehen. Als dann die ikonischen Klänge von „Love Shack“ und schließlich das ekstatische „Rock Lobster“ durch die alten Gemäuer der Zitadelle hallten, gab es kein Halten mehr: Wildfremde Menschen lagen sich tanzend in den Armen, schrien sich die Kehle aus dem Leib und feierten das Leben, die Musik und diese unvergängliche Band. Es war kein bloßes Konzert – es war eine emotionale Zeitreise, ein farbenfrohes Fest der Nostalgie, das uns mit glücklichen Tränen in den Augen und einem tiefen Gefühl der Dankbarkeit in die Berliner Nacht entließ
Für Einsteiger empfehlenswert ist für mich das Album B52
Fröhlich bin ich mit einem neuen ICE pünktlich in Würzburg angekommen und spazierte zu meinem Hotel für eine Tagung. Meine Fröhlichkeit wich der Ernsthaftigkeit als ich das Bahnhofsgebäude verließ und auf den wichtigen DenkOrt Deportationen 1941–1944 traf. Es ist ein stiller, eindringlicher Ort der Erinnerung. Er steht nicht abseits, nicht verborgen, sondern am Bahnhofplatz vor dem Würzburger Hauptbahnhof – genau dort, wo täglich Menschen ankommen, weiterreisen, warten, Abschied nehmen. Diese Lage ist bewusst gewählt, denn Würzburg hatte für die nationalsozialistischen Deportationen in Unterfranken eine zentrale und schmerzvolle Bedeutung.
Zwischen 1941 und 1944 wurden Jüdinnen und Juden aus Würzburg und vielen Orten Unterfrankens von hier aus in die Vernichtung geführt. Zwei Würzburger Bahnhöfe waren dabei entscheidend: der ehemalige kleine Güterbahnhof an der Aumühle, der sogenannte Aumühl-Ladehof, und der Hauptbahnhof. Von dort mussten Menschen ihre Heimat verlassen; in Osteuropa wurden sie ermordet, weil sie jüdisch waren. Der DenkOrt erinnert an diese Bürger und daran, dass hinter historischen Zahlen einzelne Leben, Familien, Nachbarschaften, Stimmen und Geschichten standen. Ich hielt an, betrachtete das Denkmahl und sprach ein stilles Gebet.
Besonders stark wirkt dieser Erinnerungsort durch seine Gepäckstücke. Sie sind das zentrale Element des Denkmals. Es sind Koffer, Rucksäcke und Deckenrollen, gefertigt aus dauerhaften Materialien wie Stein, Beton, Holz, Metall, Keramik oder Kunststoff. Sie stehen auf niedrigen Sockeln, als wären sie für einen Augenblick abgestellt worden. Doch dieser Augenblick geht nie vorüber. Gerade darin liegt die erschütternde Kraft des Denkmals: Die Gepäckstücke erzählen von Aufbruch, aber nicht von einer freien Reise. Sie erzählen von Menschen, denen man vorgaukelte oder befahl, nur das Nötigste mitzunehmen, denen aber am Ende selbst dieses Wenige genommen wurde. Der Koffer wird hier zum Symbol eines geraubten Lebens. Er steht für Kleidung, Dokumente, Erinnerungsstücke, vielleicht ein Foto, ein Gebetbuch, ein Stück Wäsche, ein Kinderspielzeug – für alles, was Menschen noch greifen konnten, als ihr bisheriges Leben bereits zerstört war. Die offizielle Projektbeschreibung formuliert diesen Gedanken sehr klar: Die Deportierten konnten nicht mehr als den Inhalt eines Koffers aus ihrem bisherigen Leben mitnehmen; am Ende verloren sie auch diesen Besitz, und ihnen blieb nicht einmal das nackte Leben.
Und wenn ich in unserem Land das Aufkeimen des Rechtsextremismus sehe, bekomme ich einen Würggreiz. Demokraten müssen gegen dieses Pack aufstehen. Die Koffer sind deshalb keine dekorativen Objekte. Sie sind Stellvertreter. Jeder von ihnen verweist auf eine jüdische Gemeinde oder einen Wohnort in Unterfranken, aus dem Menschen deportiert wurden. Das Denkmal macht sichtbar, dass die Verfolgung nicht nur Würzburg betraf, sondern ein ganzes Netz unterfränkischer Orte: Städte, Märkte, Dörfer, Nachbarschaften. Das Besondere am Konzept ist, dass jedes Gepäckstück zweimal entsteht. Ein Exemplar bleibt in der jeweiligen Gemeinde, das zweite wird Teil der zentralen Gedenkstätte in Würzburg. So verbindet der DenkOrt den Bahnhofplatz mit den Herkunftsorten der deportierten Menschen. Die Erinnerung bleibt nicht nur an einem zentralen Ort gesammelt, sondern kehrt zugleich in die Gemeinden zurück, aus denen die Menschen einst herausgerissen wurden.
Diese doppelte Anlage macht den DenkOrt zu einem partizipativen Denkmal. Unterfränkische Kommunen, in denen es 1932/33 jüdische Gemeinden gab, sind eingeladen, sich mit einem Gepäckstück zu beteiligen. Dadurch wächst der DenkOrt weiter. Er wurde am 17. Juni 2020 eröffnet, 2021 kamen 32 neue Gepäckstücke hinzu, 2023 weitere neun und 2025 erneut elf. Das Denkmal bleibt damit nicht abgeschlossen, sondern in Bewegung. Es zeigt, dass Erinnerung keine einmalige Geste ist, sondern eine fortdauernde Aufgabe.
Gerade die Schlichtheit der Koffer berührt. Sie tragen am DenkOrt nicht die Namen aller Ermordeten, denn dafür reicht der Raum nicht aus. Stattdessen erhält jedes Gepäckstück ein einheitliches Schild mit dem Namen der historischen jüdischen Gemeinde, für die es steht. Die Namen und biografischen Angaben der Opfer sind online über das Projekt zugänglich. Diese Entscheidung gibt dem Denkmal eine besondere Würde: Vor Ort wirkt zunächst das Bild des verlassenen Gepäcks, die Leere, das Schweigen, die körperliche Vorstellung von Verlust.
Die unterschiedlichen Formen der Gepäckstücke sind ebenfalls bedeutungsvoll. Ein Koffer wirkt geordnet, vielleicht bürgerlich, fast vertraut. Ein Rucksack erinnert stärker an Eile, an Flucht, an den Körper, der Last tragen muss. Eine Deckenrolle steht für elementare Bedürftigkeit, für Kälte, Schutzlosigkeit, die Hoffnung auf Schlaf und Wärme. Zusammen bilden diese Formen ein stilles Bild von erzwungener Bewegung. Sie zeigen nicht die Täter, nicht die Züge, nicht die Gewalt selbst – und doch ist all das gegenwärtig. Die Abwesenheit der Menschen macht ihre Geschichte besonders spürbar. Man sieht kein Gesicht, aber man versteht: Zu jedem Gepäckstück gehörte ein Mensch. Zu jedem Menschen gehörte ein Zuhause. Zu jedem Zuhause gehörte eine zerstörte Zukunft.
Auch die Materialien der Koffer sprechen eine eigene Sprache. Sie sind robust, wetterfest, dauerhaft. Das ist aus praktischen Gründen notwendig, weil der DenkOrt an einem stark frequentierten öffentlichen Platz steht. Zugleich hat diese Dauerhaftigkeit eine symbolische Dimension: Was die Nationalsozialisten auslöschen wollten, soll im Gedächtnis bleiben. Stein, Beton oder Metall widersprechen dem Vergessen. Sie halten aus, auch wenn die Stadt um sie herum weiterläuft. Reisende gehen vorbei, Straßenbahnen fahren, Menschen telefonieren, der Alltag nimmt seinen Lauf – und mitten darin liegen diese Koffer wie eine stille Unterbrechung. Sie mahnen dazu, nicht achtlos vorbeizugehen.
Für Würzburg selbst haben die Gepäckstücke eine zusätzliche Bedeutung. Die Stadt war nicht nur Herkunftsort deportierter jüdischer ürger, sondern auch Sammel- und Abfahrtsort für Menschen aus ganz Unterfranken. Deshalb ist der Bahnhofplatz ein Ort, an dem regionale Verantwortung sichtbar wird. Der DenkOrt sagt nicht nur: „Hier ist etwas geschehen.“ Er sagt auch: „Von hier aus wurden Menschen aus vielen Gemeinden ihrer Heimat beraubt.“ Genau darum sind die Koffer aus den Orten Unterfrankens so wichtig. Sie bringen die verstreute Geschichte zusammen, ohne sie zu vereinfachen. Jeder Koffer steht für einen Ort, aber auch für die Pflicht dieses Ortes, sich zu erinnern.
So ist der DenkOrt Deportationen 1941–1944 kein Denkmal, das fertige Antworten gibt. Er stellt Fragen: Was bleibt von einem Menschen, wenn ihm Heimat, Besitz, Rechte und schließlich das Leben genommen werden? Wie kann eine Stadt erinnern, ohne das Geschehen zu glätten? Wie lässt sich Trauer in eine Form bringen, die nicht pathetisch ist, sondern wahrhaftig? Die Koffer antworten darauf mit stiller Eindringlichkeit. Sie liegen da, als warteten sie auf Menschen, die nicht zurückkommen. Gerade diese Zurückhaltung macht sie so stark. Sie zwingen niemanden zu großen Worten, aber sie lassen auch kein Ausweichen zu.
Der DenkOrt ist deshalb ein Ort des Respekts, der Trauer und der Verantwortung. Er erinnert an die jüdischen Bürgerinnen und Bürger Unterfrankens, die entrechtet, verschleppt und ermordet wurden. Und er tut dies durch ein Symbol, das jeder Mensch versteht: Gepäck. Ein Koffer steht normalerweise für Reise, Hoffnung, Rückkehr, vielleicht für Ferien oder Neubeginn. Am DenkOrt Deportationen bedeutet er das Gegenteil: er steht für erzwungenen Abschied, für den Verlust von Heimat, für eine Reise ohne Wiederkehr. Gerade deshalb berühren diese Koffer so tief. Sie machen sichtbar, was nicht wiedergutzumachen ist, und sie bewahren die Erinnerung an Menschen, deren Namen, Geschichten und Würde nicht verloren gehen dürfen.
Der „Bestatter Burger“ im fränkischen Stein ist nicht nur ein modernes Bestattungsinstitut, sondern auch eine Kommunikationsmarke. Ich habe Vater und Sohn seit Corona immer wieder mal interviewt und Luis Burger vor kurzem auf der Internationalen Handwerksmesse IHM getroffen.
Das Haus gehört zum traditionsreichen Fürther Unternehmen Bestattungen Burger, wird von Johannes Bauer geführt und hat 2016 eine Filiale in Stein eröffnet. In einem Blogeintrag erinnert Bauer daran, dass der Umbau eines früheren Tattoostudios für Gesprächsstoff in Stein sorgte und der Bürgermeister Kurt Krömer die Eröffnung „hell, freundlich und modern“ lobte. Ziel des Hauses ist es, offen über Trauer, Abschied und neue Bestattungsformen zu sprechen. Hier mein KI-Podcast dazu:
Chef‑Blog: Themenvielfalt zwischen Tradition und Innovation Johannes Bauer führt auf der Unternehmensseite einen Chef‑Blog, der Neuigkeiten aus dem Betrieb und der Bestatterbranche bündelt. Der Blog informiert Leser über moderne Abschiedskultur, rechtliche Änderungen und Kuriositäten; Bauer lädt dazu ein, Ideen per E‑Mail einzureichen . Beispiele für Themen sind unter anderem die umweltfreundliche Bestattung: In einem Beitrag beschreibt Bauer den sogenannten „Pilzsarg“ (Living Cocoon) – ein Sarg aus einer Pilz‑Hanf‑Mischung, der biologisch gezüchtet wird. Er wächst binnen weniger Tage und zerfällt im Boden; Angehörige können bei Bestattungen Burger einen solchen Sarg bestellen, für jeden verkauften Pilzsarg pflanzt das Unternehmen einen Baum. Der Beitrag betont damit den Wunsch, ökologische Innovationen in der Bestattungsbranche bekannt zu machen.
Für mich sehr interessant ist das Thema digitales Marketing: Ein Blogartikel über das OMR‑Festival 2022 schildert, wie 70 000 Besucher in Hamburg über digitale Vermarktung diskutierten. Zwischen Größen wie Google, Adobe und Sixt vertraten Johannes und Luis Bauer Bestattungen Burger – Luis war eingeladen, vor 6 000 Menschen auf der Red Stage über den TikTok‑Erfolg des Unternehmens zu sprechen. Bauer berichtet offen, dass man von den Branchengiganten viel über Branding, YouTube‑Shorts und Instagram‑Reels lernte. Ein weiteres Blog‑Thema ist die Eröffnung der Filiale in Stein. Bauer schildert, wie Neugier und Gerüchte in Stein entstanden waren und wie der Umbau des ehemaligen Tattoostudios schließlich ein modernes Bestattungsinstitut hervorbrachte; der Bürgermeister würdigte das Engagement und Besucher informierten sich über neue Abschiedsmöglichkeiten. Und natürlich gibt es auch Alltagsgeschichten und Service: Weitere Beiträge behandelten Themen wie Listen der regionalen Friedhöfe, Auswirkungen der Corona‑Krise auf Bestattungen, Interviews mit Auszubildenden, die Auslieferung von Erinnerungsdiamanten aus Asche und die Vorstellung neuer Trauerhallen. Diese Beiträge zeigen die Bandbreite zwischen Serviceinformationen und unterhaltsamen Einblicken.
TikTok: Tabus brechen und jungen Menschen helfen Das bekannteste Social‑Media‑Projekt ist der TikTok‑Kanal „Bestattungen Burger“, der seit Februar 2021 besteht. Laut Unternehmensangaben ist die Mission, die Gesellschaft über Tod, Trauer und den Berufsalltag aufzuklären. Kurze Videoclips zeigen u. a. die Versorgung Verstorbener, erklären Begriffe (z. B. Diamantbestattung) und beantworten Fragen. Die Resonanz ist enorm: Medien berichten, dass der damals 15‑jährige Luis Bauer – Sohn des Inhabers und seit Februar 2020 Teil des Teams – zusammen mit seinem Vater durch die Videos inzwischen Hunderttausende Follower erreicht hat. Im Frühjahr 2024 schrieb der Münchner Merkur, Luis habe bereits mehr als 285 000 Follower und wolle mit den Clips ein Tabu brechen. Die TikTok‑Community stellt zahlreiche Fragen; das Unternehmen schreibt, dass die Resonanz „überwältigend“ sei und Luis teilweise kaum nachkomme. Dabei werden auch persönliche Schicksale angesprochen; in einem Beispiel berichtet der Blog von einem Mädchen, das nach einem Trauerfall suizidal war und durch den Austausch in den Kommentaren und die Videos wieder Hoffnung fand. Die Bestatter gehen regelmäßig live, meist mittwochs ab 19 Uhr, um Fragen direkt zu beantworten.
Der TikTok‑Erfolg führte zu medialer Aufmerksamkeit: Tageszeitungen porträtierten Luis und Johannes Bauer als „Bestatter‑Influencer“. Ich glaube, ich habe es auch einmal in einem Beitrag so gemacht. Zudem vertrat Luis Bestattungen Burger 2022 auf dem OMR‑Festival in Hamburg und sprach dort auf einem Panel über die Funktionsweise des TikTok‑Algorithmus.
Instagram und Facebook: Bilder aus dem Alltag Während TikTok der Hauptkanal ist, nutzen Johannes und Luis Bauer auch Instagram und Facebook. Der Firmenblog verweist auf diese Kanäle als Teil der Mission, die Gesellschaft über den Tod aufzuklären. Im Instagram‑Account „@bestattungenburger“ werden Fotos und Reels aus dem Berufsalltag, von Schulungen oder von Aktionen wie dem Pilzsarg geteilt; laut Profilbeschreibung zählt der Account über 30 000 Follower. Facebook dient vor allem als Informationsplattform für Veranstaltungen und Presseberichte. Beide Kanäle verstärken die Reichweite der Videos und Podcast‑Reels, indem kurze Clips aus dem TikTok‑Kanal zweitverwertet werden.
YouTube und der Podcast „Um Leben und Tod“ Auf YouTube betreibt Bestattungen Burger einen Kanal mit Vlogs, Reportagen und dem Podcast „Um Leben und Tod“. Der Kanal (etwa 163 000 Abonnenten enthält Serien wie „Burger Vlog“, in denen Johannes und Luis die Arbeit hinter den Kulissen zeigen, und längere Dokus wie „Todglücklich“, den das Unternehmen auf seiner Website bewirbt . Der Podcast „Um Leben und Tod“ startete Anfang 2025. Die Produktionsfirma EMS beschreibt, wie sie gemeinsam mit Luis und Johannes Bauer das Konzept entwickelt hat: Ziel ist ein wöchentliches Format, das den Umgang mit Tod verständlich und unterhaltsam macht. EMS produziert die Folgen im Studio in Nürnberg, übernimmt Schnitt und erstellt Social‑Media‑Reels für Instagram und TikTok. Seit dem Start verzeichnet der Podcast laut EMS über 600 000 Plays und mehr als 26 000 Spotify‑Follower. In den Episoden erzählen Johannes und Luis skurrile Geschichten aus dem Bestatteralltag, diskutieren ungewöhnliche Todesfälle und sprechen über ethische Fragen.
Team und Social‑Media‑Rollen Die Social‑Media‑Präsenz wird im Unternehmen klar zugeordnet. Auf der Teamseite des Unternehmens wird Luis Bauer als Thanatopraktiker vorgestellt, dessen Aufgaben neben der Versorgung Verstorbener vor allem „Social Media“ und „Grafik“ umfassen. Sein Vater Johannes Bauer bezeichnet sich als „Kapitän des Schiffs“ und führt den Blog persönlich. Durch diese Aufgabenteilung verbinden sie professionelle Bestattungsarbeit mit aktiver Öffentlichkeitsarbeit.
Bedeutung für die Filiale in Stein Die Filiale in Stein ist zwar eine von mehreren Standorten, aber sie profitiert besonders von der starken Online‑Präsenz. Durch den Blogeintrag zur Eröffnung wird der Standort als moderner, freundlicher Raum vorgestellt, der gleichzeitig traditionelle Werte achtet. Die Social‑Media‑Kanäle sorgen dafür, dass auch Menschen außerhalb von Stein die Angebote kennenlernen; über Instagram, TikTok und YouTube werden Videos aus Stein geteilt, und in Live‑Streams beantworten Johannes und Luis auch Fragen zur Stein‑Filiale. Veranstaltungen vor Ort – etwa Führungen oder Vorträge – werden auf Facebook angekündigt.
Für mich steht fest: „Bestatter Burger aus Stein“ ist ein Beispiel für erfolgreiche Kommunikation im traditionsreichen Bestattungshandwerk. Über seinen Chef‑Blog informiert Johannes Bauer über innovative Bestattungsformen, neue Standorte und gesellschaftliche Debatten. TikTok dient als Plattform, um Tabus zu brechen; der Account erreicht Hunderttausende Nutzer und zeigt, dass offene Gespräche über Tod junge Menschen ansprechen. Instagram und Facebook ergänzen die Strategie mit visuellen Eindrücken, während YouTube längere Reportagen und den Podcast „Um Leben und Tod“ bietet. Die Filiale in Stein profitiert von dieser multimedialen Präsenz: Sie wird als moderner Ort der Ruhe präsentiert und erreicht durch die digitalen Kanäle ein Publikum weit über die Stadtgrenze hinaus. Ich habe auch mal für den Landesinnungsverband der Bestatter gearbeitet und als Pressereferent der Handwerkskammer für München und Oberbayern den Lehrfriedhof im unterfränkischen Münnerstadt medial verkauft. Aber spätestens durch den Tod der Eltern mache ich mir Gedanken über den unvermeidlichen Tod, der uns alle einholt. Ich regle meine Bestattungswünsche und da kam die Beschäftigung mit Bestattung Burger gerade recht.
Ein Verlust, ein wirklicher Verlust für die Kunst die angedrohte Schließung des Kunsthauses Lübeck zum Jahresende 2025. Immer wenn ich die stolze Stadt besucht habe, schaute ich beim Kunsthaus Lübeck in der Königsstraße 20 vorbei und nicht selten ging ich mit dem einen oder anderen Kunstwerk nach Hause. Damit ist zum Jahresende 2025, genau am 20. Dezember 2025 am vierten Advent Schluss.
Bei meinem jüngsten Besuch bekam ich nach dem Kauf eines Horst Janssen eine Karte in die Hand gedrückt. Dort stand „Fünf Jahrzehnte haben wir, Klaus Oestmann und Frank-Thomas Gaulin, die Galerie und den Verlag gemeinsam geführt. Wir danken allen, die uns z.T über viele Jahrzehnte begleitet haben für die geleistete Treue. Nunmehr in unserem 82. bzw. 88. Lebensjahr haben wir beschlossen, zum Jahresende in den „beruflichen Ruhestand“ zu gehen und das Kunsthaus Lübeck zu schließen.“
Was für ein Verlust. Das Kunsthaus Lübeck befindet sich in der Königstraße 20 in der Hansestadt Lübeck und ist eine renommierte Adresse für Originalgraphiken der klassischen Moderne sowie zeitgenössischer Kunst. Es ist für mich ein herausragender kultureller Anlaufpunkt in der traditionsreichen Hansestadt Lübeck, der sowohl die Freunde der klassischen Moderne als auch der zeitgenössischen Kunst begeistert. Das Haus präsentiert eine faszinierende Bandbreite von Originalgraphiken bedeutender Künstler: Zu den Hauptwerken zählen Stücke von Ernst Barlach, Marc Chagall, Max Beckmann, Otto Dix, Käthe Kollwitz, Max Liebermann, Juan Miro, Edvard Munch, Emil Nolde und Max Pechstein. Ebenso würdigt das Kunsthaus das bildkünstlerische Werk von herausragenden Persönlichkeiten wie Günter Grass und Armin Mueller-Stahl, deren graphische Arbeiten und Editionen exklusiv hier vertreten werden. Ich habe mir selbst ein paar Armin Mueller-Stahl geleistet.
Die Rolle des Kunsthauses Lübeck geht deutlich über die reine Ausstellungstätigkeit hinaus. Es versteht sich für mich als lebendiges Zentrum für das Sammeln, Vermitteln und Erleben von Kunst auf höchstem Niveau. Das Kunsthaus Lübeck ist bis heute nicht nur ein Hort der Schönheit und künstlerischen Reflexion, sondern auch ein wichtiger Impulsgeber für neue Entwicklungen auf dem Kunstmarkt und der Vermittlung künstlerischer Bildung. Es bereichert das kulturelle Leben der Stadt Lübeck spürbar und inspiriert Menschen, sich mit den vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten der Kunst von der klassischen Moderne bis zur Avantgarde auseinanderzusetzen. Damit ist bald Schluss. Ich sollte wohl noch einmal nach Lübeck. Mich reizt eine Hahnenzeichnung von Günter Grass.
Wer in Lübeck ist, sollte unbedingt hinschauen. Die Öffnungszeiten sind von Dienstag bis Freitag. Einen Nachfolger gibt es wohl nicht.
Gerade noch gestern Abend saß ich mit einem Kollegen in der Lobby meiner Seminarunterkunft und habe das göttliche Halleluja gehört. Heute morgen wachte ich auf und erfuhr, dass er verstorben ist. Leonard Cohen hat mit 82 Jahren diese Welt verlassen.
Das Jahr 2016 ist ein schlimmes Jahr für die Musikwelt. Viele Musiker wurden uns genommen. Lemmy, David Bowie, Prince, Keith Emerson und nun auch der legendäre Leonard Cohen. Vor ein paar Tagen habe ich sein jüngstes Album You want it darker in meinem Blog besprochen. Seine Musik war voller Todesahnungen. Er sang, er sei bereit für seinen Schöpfer. Während ich diese Zeilen schreibe, höre ich seine Musik und könnte weinen. Er hatte seine Vorahnung.
Neben Bob Dylan gehört Leonard Cohen für mich zu den wichtigsten und engsten musikalischen Begleitern meines Lebens. Ich fühle mich heute, als hätte ich ein Familienmitglied verloren – einen weisen Mann voller Erfahrungen.
Wie ich in meiner Kritik zum Album geschrieben habe, hatte Cohen seiner ewigen Muse Marianne bei ihrem bevorstehenden Tode geschrieben, dass er bald folgen würde. Das war kein Marketinggag, sondern es wurde heute Wirklichkeit. Die Zeilen lauteten: „Well Marianne, it’s come to this time when we are really so old and our bodies are falling apart and I think I will follow you very soon. Know that I am so close behind you that if you stretch out your hand, I think you can reach mine.“ Jetzt sind die beiden in der Ewigkeit wieder vereint.
Ich hörte Cohen, wenn ich Trost brauchte, wenn ich Rat brauchte, wenn ich Zweifel hatte. Er stellte die richtigen Fragen. Neben all den Klassikern, die wir von ihm kennen und für die wir ihn verehren, ist für mich einer aus dem Album Ten new songs von 2001 ein ganz bedeutender Song: Alexandra is leaving. Das Lied handelt vom Abschied, vom Loslassen.
Ich habe gehört, dass in Montreal, dem Geburtsort von Leonard Cohen, die Fahnen auf Halbmast gesetzt sind. Das finde ich eine schöne Geste für den verstorbenen Dichter. Ich werde heute nur seine Musik hören und wenn ich heute Abend wieder zu Hause bin, seine Gedichte lesen. Im Moment sitze ich in einem Zimmer meiner Seminarunterkunft und höre, während ich diese Zeilen schreibe, meine Cohen-Playlist. Und ich höre immer wieder sein göttliches Hallelujah. Es ist dunkler geworden, viel dunkler. Vielen Dank Leonard Cohen, vielen Dank für alles.