Auf kleinen Kinderstühlen, die Knie fast auf Ohrhöhe, sprach Büchereileiterin Beate Seyschab mit mir in der dritten Folge des Videopodcasts Seitensprung der Gemeindebücherei Maisach über eine Frage, die simpel klingt und es doch nicht ist: Wie bekommt man Kinder heute noch zum Lesen?
Beate Seyschab, die die Gemeindebücherei Maisach leitet, ist in dieser Sache tatsächlich auf einer Mission – auch wenn sie das Wort selbst mit einem Lächeln relativiert. Regelmäßig besucht sie Kindergärten, Kinderkrippen und Horte in der Umgebung, liest vor, zeigt Bücher, macht neugierig. Die Resonanz ist, nach eigener Aussage, erstaunlich herzlich. „Kannst du nicht jeden Tag kommen?“, fragen die Kinder. Was die Büchereifachfrau dabei immer wieder erlebt: Es gibt Kinder, die zu Hause schlicht keine Bücher haben. Kein Bilderbuch, keine Gutenachtgeschichte. Das sei keine Ausrede der Kinder, betont Seyschab – die Verantwortung liege bei den Erwachsenen, die sich irgendwann vom Buch verabschiedet hätten.
Ich merke an, was viele Eltern im Speckgürtel Münchens kennen: Beide Partner arbeiten, die Mieten sind hoch, abends ist man schlicht erschöpft. Bleibt da noch Kraft für eine Vorlesestunde? Seyschab lässt diese Erklärung nicht gelten – zumindest nicht als Entschuldigung. Sie selbst sei alleinerziehend gewesen, habe bis 19 Uhr in der Bücherei gearbeitet und sei trotzdem jeden Abend mit ihren Kindern zum Buch gekommen. „Man kommt dabei selbst runter“, sagt sie. Und es brauche keine epischen Lesestunden: Ein Bilderbuch, eine kurze Geschichte – eine Viertelstunde reiche völlig. Ihr erwachsener Sohn, inzwischen 23, verlangt bei jedem Weihnachtsfest noch immer, dass seine Mutter die Briefe vom Weihnachtsmann von Tolkien vorliest. Manches hält eben.
Ein weiteres Thema, das die beiden beschäftigt, ist die Integration. Die Mittelschule Maisach schickt regelmäßig ihre Deutschklasse in die Bücherei – eine Lehrerin, die seit zwei Jahren hartnäckig daran arbeitet, dass Kinder mit Migrationshintergrund über das gemeinsame Lesen die neue Sprache besser erschließen. Fremdsprachige Literatur bietet die Bücherei kaum an, Englisch ist die Ausnahme. Der Zugang sei schwierig, gibt Seyschab zu, aber gelegentlich finde ein Kind privat den Weg in die Bücherei – und das sei dann jedes Mal ein kleiner Erfolg.
Dass Bücher teuer geworden sind, ist ein weiterer Gesprächsfaden. Das einstige Taschenbuch als erschwingliches Volksbuch existiert praktisch nicht mehr – 20 Euro und aufwärts sind heute üblich. Seyschaб sieht die Bücherei hier als demokratisches Korrektiv: kostenlos ausleihen, ausprobieren, zurückgeben wenn’s nicht gefällt. Rund zwei Neuanmeldungen täglich sprechen dafür, dass das Modell ankommt – auch bei Erwachsenen, die jahrelang nicht mehr gelesen haben und nun durch die Onleihe wieder den Weg zurück finden.
Besonders lebendig wurde unser Gespräch beim Thema Leseberatung. Seit der stationäre Buchhandel im Landkreis weitgehend verschwunden ist – in Maisach gibt es keinen klassischen Buchladen mehr, auch Fürstenfeldbruck bietet wenig –, übernimmt die Bücherei zunehmend die Beratungsfunktion. Seyschab schildert, wie das in der Praxis aussieht: nachfragen, herantasten, mehrere Vorschläge mitgeben. Und manchmal rettet ein rechtzeitig gestelltes Nachfragen vor einer Fehlberatung – wie im Fall der Dame, die einen „richtig blutigen Krimi“ wollte und dabei an Volker Klöpfels vergleichsweise harmlosen Kommissar Kluftinger dachte. Ein Griff zu Karen Rose oder ähnlichen Autoren hätte sie, so Seyschab trocken, „wahrscheinlich nicht schlafen lassen“.
Zum Abschluss gibt Seyschab noch einen Ausblick auf das Programm: Am 12. Mai steht eine englische Vorlesestunde an, am 20. Mai liest die Autorin Thea Lehmann aus ihrem neuesten Sachsen-Krimi – einem Roman, in dem der Hauptkommissar aus Mammendorf stammt und in die sächsische Schweiz versetzt wird, was dem Gespräch noch einen lokalpatriotischen Schmunzler beschert. Wer sich für die Pfingstferien (25. Mai bis 8. Juni, Bücherei geschlossen) mit Lesestoff eindecken möchte, sollte vorher vorbeikommen.
Ein rosa U-Boot, zwei ungleiche Offiziere und eine Handvoll Krankenschwestern mitten im Pazifikkrieg – das klingt nach einem Rezept für Chaos. Und genau das ist es auch. Aber was Blake Edwards aus diesen Zutaten im Jahr 1959 gemacht hat, ist weit mehr als eine bloße Klamotte: Es ist eine der elegantesten Komödien, die Hollywood je produziert hat. Ich bespreche und zeige den Film am Sonntag, 10. Mai im Scala Kino Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.
Cary Grant und Tony Curtis – zwei der charismatischsten Männer, die je vor einer Kamera standen – liefern sich ein Duell der Stile, das bis heute vergnügt. Grant, der unerschütterliche Kommandant mit trockenem Witz und makellosem Auftreten. Curtis, der schlaue Drückeberger und Organisationstalent, der keine Skrupel kennt, aber das Herz am rechten Fleck hat. Dass Curtis damals privat ein glühender Verehrer Grants war und ihn sogar in Manche mögen’s heiß parodiert hatte, macht ihre Leinwandchemie zu etwas ganz Besonderem – man spürt die gegenseitige Zuneigung hinter jedem Wortgefecht.
Was viele nicht wissen: Der Film steckt voller echter Geschichte. Das rosa U-Boot ist kein reiner Gag – tatsächlich kämpfte ein amerikanisches U-Boot im Zweiten Weltkrieg zeitweise mit rotem Grundieranstrich, weil die Farbe knapp war. Der berühmte Brief des Kommandanten über den Mangel an Toilettenpapier geht auf ein reales Dokument zurück. Und für die Dreharbeiten stellte die US-Marine gleich drei echte U-Boote aus dem Zweiten Weltkrieg zur Verfügung – eines davon ließ sie tatsächlich rosa streichen. So viel Realismus steckt in diesem vermeintlich leichten Schwank.
Blake Edwards, der kurz darauf mit Frühstück bei Tiffany und dem Rosaroten Panther Filmgeschichte schreiben sollte, zeigt hier schon sein ganzes Handwerk: die präzise Situationskomik, das sichere Gespür für Rhythmus, die Fähigkeit, aus Enge und Bedrängnis Heiterkeit zu destillieren. Unternehmen Petticoat wurde zum größten Kassenerfolg in der damals 50-jährigen Geschichte von Universal Studios – und zum profitabelsten Film in Cary Grants gesamter Karriere.
Wir zeigen den Film in der restaurierten Fassung dieses hinreißende Stück Kinogeschichte: Im Vortrag beantworten wir die Frage, warum manche Filme einfach nicht altern. Kommen Sie – es lohnt sich. Versprochen. Karten gibt es online und an der Kinokasse.
Mode, Glamour und großes Kino: Das Scala Kino Fürstenfeldbruck machte die Preview von „Der Teufel trägt Prada 2“ zu mehr als nur einer Filmvorführung. Schon vor dem Start des Films wurde das Haus zur kleinen Gala-Bühne. Cocktails, stilvolles Ambiente, fotografische Begleitung und modische Akzente verwandelten den Abend in ein Ereignis für Film- und Fashionfans. Fotografin Karina Ullritz aus Maisach hielt die Atmosphäre in Bildern fest und porträtierte die Besucherinnen und Besucher, während die Stylisten der Boulanger Friseure aus Fürstenfeldbruck für das passende modische Flair sorgten. Geschäftsführer Markus Schmölz sprach von einem besonderen Highlight für das Scala Kino: Der Film bringe Glanz, Witz und Modebewusstsein auf die Leinwand, und genau dieses Lebensgefühl habe man auch im Kino erlebbar machen wollen.
Der Rahmen passte gut zu einem Film, der von seiner Marke fast ebenso sehr lebt wie von seiner Geschichte. „Der Teufel trägt Prada 2“ ist die Fortsetzung des Kinohits von 2006 und bringt zentrale Namen des Originals zurück: Meryl Streep als Miranda Priestly, Anne Hathaway als Andy Sachs, Emily Blunt und Stanley Tucci gehören erneut zum Ensemble. Regie führt wieder David Frankel, das Drehbuch stammt erneut von Aline Brosh McKenna; produziert wurde der Film von Wendy Finerman. Zum erweiterten Cast zählen unter anderem Kenneth Branagh, Simone Ashley, Justin Theroux, Lucy Liu, Patrick Brammall, Helen J. Shen, Pauline Chalamet und B.J. Novak. Der US-Kinostart ist für den 1. Mai 2026 angegeben. 
Inhaltlich setzt die Fortsetzung rund zwanzig Jahre nach dem ersten Film an und versucht, die Welt von „Runway“ in die Gegenwart zu übertragen. Aus der alten Mode- und Magazinwelt ist eine Medienlandschaft geworden, die sich stärker mit digitalem Wandel, sinkender Bedeutung klassischer Printtitel, Konzerninteressen und neuen Machtverhältnissen auseinandersetzen muss. Gerade darin liegt der interessanteste Ansatz des Films: Miranda Priestly ist nicht mehr nur die unantastbare Herrscherin eines Hochglanzimperiums, sondern eine Figur, die sich in einer veränderten Branche behaupten muss. Andy Sachs wiederum kehrt nicht einfach als naive Assistentin zurück, sondern als Frau mit eigener Berufserfahrung, eigener Haltung und einer komplizierten Vergangenheit mit Miranda. Die Fortsetzung lebt deshalb weniger vom klassischen „Neuling gegen Chefin“-Konflikt des Originals, sondern stärker von Wiederbegegnungen, alten Verletzungen und der Frage, wie viel Macht die alten Institutionen der Modewelt noch besitzen.
Als Film funktioniert „Der Teufel trägt Prada 2“ vor allem dann, wenn er sich auf seine stärkste Währung verlässt: Präsenz. Meryl Streep muss als Miranda Priestly oft nur einen Blick senken, eine Pause setzen oder einen Satz mit kühler Präzision aussprechen, um den Raum zu beherrschen. Anne Hathaway bringt Andy Sachs mit mehr Reife zurück; ihre Figur wirkt nicht mehr wie die junge Frau, die von der Modewelt überrollt wird, sondern wie jemand, der diese Welt kennt und sich dennoch fragen muss, ob sie ihr wirklich noch etwas bedeutet. Emily Blunt sorgt erneut für pointierte Energie, während Stanley Tucci dem Film Wärme und Eleganz gibt. Die Chemie des Ensembles gehört klar zu den Stärken der Fortsetzung.
Gleichzeitig trägt der Film sichtbar die Last der Erwartung. Der erste „Teufel trägt Prada“ war nicht nur eine Komödie über Mode, sondern ein präzise getakteter Film über Arbeit, Anpassung, Ehrgeiz und Selbstverlust. Die Fortsetzung möchte daran anknüpfen, aber auch moderner wirken. Das gelingt in Teilen, vor allem wenn der Film den Wandel von Medien und Modewelt aufgreift. Weniger überzeugend ist er dort, wo Nostalgie zu offensichtlich bedient wird. Einige Momente wirken wie bewusst gesetzte Erinnerungsanker für Fans des Originals: bekannte Dynamiken, elegante Auftritte, pointierte Seitenhiebe, glamouröse Schauplätze. Das ist unterhaltsam, manchmal auch sehr charmant, kann aber nicht immer verdecken, dass die erzählerische Schärfe des Originals schwer zu erreichen ist. Auch die Nachrichtenagentur AP kam in ihrer Kritik zu dem Eindruck, dass die Darsteller mühelos in ihre Rollen zurückfinden, der Film aber stärker auf Stil und Nostalgie setzt als auf erzählerische Substanz. 
Optisch ist „Der Teufel trägt Prada 2“ erwartungsgemäß ein Film der Oberflächen: Kleidung, Räume, Auftritte und Gesten sind sorgfältig arrangiert. Das passt zur Modewelt, birgt aber auch die Gefahr, dass die Inszenierung manchmal mehr glänzt als erzählt. Die Kostüme, die Schauplätze und das Tempo geben dem Film einen hochwertigen Eventcharakter. Gerade für eine Gala-Preview wie im Scala Kino ist das ideal: Dieser Film will nicht nur gesehen, sondern als gesellschaftlicher Anlass erlebt werden. Das Publikum kommt nicht allein wegen der Handlung, sondern wegen des Lebensgefühls, das mit „Runway“, Miranda Priestly und der Modewelt verbunden ist. 
So bleibt „Der Teufel trägt Prada 2“ ein Film, der sein Publikum vor allem über Wiedererkennung, Eleganz und Starpower gewinnt. Er ist kein radikaler Neuanfang, sondern eine stilvolle Rückkehr in eine Welt, die viele Zuschauerinnen und Zuschauer längst mit bestimmten Bildern, Sätzen und Figuren verbinden. Wer den ersten Film liebt, wird sich über das Wiedersehen mit Miranda, Andy, Emily und Nigel freuen. Wer allerdings eine Fortsetzung erwartet, die den Vorgänger in Schärfe, Tempo und satirischer Präzision übertrifft, dürfte etwas zurückhaltender urteilen. Für einen glamourösen Kinoabend aber ist der Film wie gemacht – und genau darin lag die Stärke der Scala-Preview: Das Kino schuf einen Rahmen, der den Charakter des Films aufgriff und aus einer Vorführung ein Ereignis machte. Zwischen Cocktails, Styling, Fotografie und Hollywood-Flair wurde „Der Teufel trägt Prada 2“ in Fürstenfeldbruck nicht nur gezeigt, sondern gefeiert.
WarGames ist einer der prägenden Technik- und Thrillerfilme der 1980er Jahre und wirkt bis heute erstaunlich aktuell. Ich besprach und zeigte den Film bei meiner Matinee im Scala Fürstenfeldbruck. Die nächste Matinee ist der Brian de Palma Film Dressed to kill am Sonntag, 3. Mai um 10:45 Uhr. Karten gibt es hier.
Der 1983 erschienene Film WarGames erzählt die Geschichte des Jugendlichen David Lightman, eines begabten Hackers, der sich eher spielerisch in Computersysteme einwählt und dabei versehentlich auf einen militärischen Supercomputer der USA stößt. Was zunächst wie ein harmloses Strategiespiel aussieht, entwickelt sich zu einer gefährlichen Kettenreaktion: Der Rechner interpretiert Davids Eingaben als reale Bedrohung, und plötzlich scheint ein atomarer Konflikt zwischen den Supermächten möglich. Hier die Aufzeichnung meines Vortrags:
Gerade diese Mischung aus Jugendfilm, Technikfaszination und politischem Nervenkitzel macht WarGames so besonders. Der Film entstand in einer Zeit, in der Heimcomputer langsam in den Alltag einzogen, das Thema Hacker für viele Menschen noch neu war und zugleich der Kalte Krieg die Weltpolitik bestimmte. Dadurch traf er einen Nerv der Zeit. Er zeigte, wie eng Unterhaltung, Technologie und reale Machtfragen miteinander verbunden sein können. Was David als Spiel beginnt, gerät außer Kontrolle, weil die Maschinenlogik keinen Unterschied zwischen Simulation und Wirklichkeit kennt.
Zugleich ist WarGames mehr als ein spannender Thriller. Der Film stellt die Frage, wie weit man Entscheidungen über Krieg und Frieden an Technik delegieren darf. Der Computer WOPR, der militärische Strategien berechnen soll, steht für den Glauben, komplexe politische Konflikte ließen sich technisch kontrollieren. Am Ende führt der Film jedoch zu einer ganz anderen Erkenntnis: Nicht jedes Spiel kann gewonnen werden, und manche Konfrontationen lassen sich nur vermeiden, wenn man sie gar nicht erst beginnt. Gerade diese Botschaft verleiht dem Film bis heute seine Kraft.
Auch stilistisch ist WarGames ein typischer, aber besonders gelungener Film seiner Zeit. Er verbindet die Atmosphäre amerikanischer Vorstädte, frühe Computertechnik und die permanente Bedrohung des Atomzeitalters zu einer dichten Erzählung. Dabei lebt er nicht nur von seiner Spannung, sondern auch von der glaubwürdigen Perspektive eines Jugendlichen, der eher aus Neugier als aus böser Absicht handelt. Das macht die Geschichte zugänglich und verleiht ihr zugleich eine gewisse Leichtigkeit, obwohl das Thema hochernst ist.
Rückblickend gilt WarGames als Kultfilm, weil er eine frühe mediale Auseinandersetzung mit Hacking, künstlicher Entscheidungslogik und digitaler Verwundbarkeit bot. Vieles, was damals futuristisch wirkte, erscheint heute erstaunlich nah an aktuellen Debatten über Cyberangriffe, Automatisierung und die Risiken vernetzter Systeme. Genau darin liegt die anhaltende Bedeutung des Films: WarGames ist nicht nur ein spannender Klassiker, sondern auch ein überraschend weitsichtiger Film über die Gefahren einer Welt, in der Technik und Macht untrennbar miteinander verbunden sind.
Die nächste Matinee ist der Brian de Palma Film Dressed to kill am Sonntag, 3. Mai um 10:45 Uhr. Karten gibt es hier.
Es gibt Orte, an denen die Zeit sich anders anfühlt. Orte, an denen Welten aufeinanderprallen und sich dabei, wider aller Erwartung, nicht abstoßen, sondern umarmen. Das Veranstaltungsforum Fürstenfeld ist so ein Ort — und an einem Wochenende im April wird er jedes Jahr zu etwas, das sich kaum in Worte fassen lässt. Auch ich war wieder einmal mit von der Partie. Zum einen wollte ich in die Welt der Cosplayer eintauchen, zum andere durfte ich wieder einen Vortrag in einem Panel halten. Nachdem ich vergangenes Jahr zu Godzilla sprach, widmete ich mich dieses Jahr dem emotionalen Thema GameBoy.
Vom 10. bis 12. April 2026 verwandelt sich das alte Klosterareal in Fürstenfeldbruck in ein Stück Japan — unter dem Motto Yokai, der Welt der Geisterwesen. Spürbar: Eine Leidenschaft. Eine Sehnsucht. Eine Zugehörigkeit.
Seit 2009 hat sich die aniMUC zu einem bedeutenden Treffpunkt für Fans von Anime, Manga, Cosplay, J-Pop und japanischer Kultur in Bayern entwickelt — ehrenamtlich, aus Liebe, von Menschen, die wissen, wie es sich anfühlt, wenn man für etwas brennt. Hier findet man sie. Hier sind sie alle. Leider regnete es am ersten Tag, aber am zweiten Tag war prächtiges Fotowetter.
Das Veranstaltungsforum Fürstenfeld ist aus ehemaligen Klostergebäuden entstanden, und gegenüber dem Congelände steht noch immer die Klosterkirche — still, geduldig, jahrhundertealt. Und davor: ein junges Mädchen in einem aufwendigen Kimono, das lacht, weil ihre Freundin sie gerade anrempelt. Ein Typ mit aufgemalten Dämonenaugen, der einem Fremden erklärt, woher seine Figur stammt. Ein Kind, das zum ersten Mal einen echten Cosplayer sieht und den Mund nicht mehr zumacht. Ich hatte einen einfachen Pac Man-Anzug an, schließlich drehte sich mein Vortrag über Videospiele.
Vor 25 interessierten Besuchern sprach ich zum Thema GameBoy. Der Game Boy ist weit mehr als eine kleine graue Spielkonsole – er ist ein Stück Kindheit, ein kulturelles Phänomen und ein Symbol für eine Zeit, in der digitale Unterhaltung plötzlich in jede Hosentasche passte. Der Game Boy prägte die Popkultur wie nur wenige technische Geräte zuvor. Pokémon, Zelda, Super Mario – ikonische Marken wuchsen auf diesem kleinen Bildschirm und formten die Träume einer Generation. In einer Welt, die heute von Smartphones, Streaming und VR geprägt ist, wirkt der Game Boy fast naiv – und doch berührt er uns tiefer denn je. Der Game Boy zeigt uns, dass große Geschichten nicht viel brauchen: nur ein paar Knöpfe, eine Idee – und manchmal ein paar fallende Klötzchen, die unser Herz erobern. Hier mein kompletter Vortrag. Dabei entstand auch gleich eine Idee für einen Vortrag im kommenden Jahr.
Wer ein bisschen Ruhe von all dem Trubel braucht, schlendert über die schönen Wiesen im Zentrum des Geländes und bewundert die liebevoll gestalteten Cosplays der Besucher. Und ja, manchmal braucht man diese Pause — nicht weil es zu viel wird, sondern weil man innehalten und begreifen möchte, was man gerade erlebt. Dass da Hunderte, Tausende Menschen zusammengekommen sind, weil sie etwas lieben. Einfach so.
Workshops, Konzerte, Showacts auf mehreren Bühnen, ein Videoprogramm, AMV-Wettbewerb, Gamesroom, Trading Card Games und Tabletop, ein großer Marktplatz und eine Kreativallee für Artists — das Programm ist reich, aber das ist es nicht, was einen am Ende bewegt. Was einen bewegt, ist das Gefühl, das man mitnimmt. Dieses warme, leicht erschöpfte, tief zufriedene Gefühl auf dem Heimweg, wenn die Füße schmerzen und das Herz voll ist – und der Geldbeutel leer ist, weil man wieder viel zu viel gekauft hat. Beispielsweise bei der Mangaküche bei der bezaubernden Angelina Paustian, für mich ist ihr Shop ein Groschengrab.
Man kann jeden ansprechen, sich mit jedem anfreunden, und die Stimmung ist so, dass man sich wie in einer großen Familie fühlt — einer seltsamen, bunten, lauten, herzlichen Familie, die sich einmal im Jahr im Schatten eines alten Klosters findet und einfach sie selbst sein darf. Vollständig. Ohne Erklärung. Ich traf wieder auf meinen Kollegen Bernhard, der in seinem Obi Wan Kostüm unterwegs war.
Bei der Animuc gehe ich auch immer gerne auf Entdeckungstour und lauschte dieses Mal der Musik von YUZU, mit bürgerlichem Namen Yuzu Natsumi. Sie begeistert als Shamisen-Sängerin mit einer mitreißenden Mischung aus traditioneller japanischer Musik und modernem Pop. Während sie gleichzeitig singt und Shamisen spielt, entstehen kraftvolle, energiegeladene Shows, die musikalische Grenzen überschreiten und ein internationales Publikum faszinieren. Bereits in 28 Ländern stand sie auf der Bühne, darunter in den USA, Frankreich, der Ukraine, Ägypten und Thailand.
Charakteristisch für ihre Auftritte sind farbenprächtige Kimonos, starke Bühnenpräsenz und eigene Songs wie „Kawaii Sensation“ und „TURN UP!“. Mit der Verbindung aus traditionellen Klängen und zeitgemäßen Pop-Beats eröffnet YUZU einen frischen, modernen Zugang zur japanischen Kultur. Hier ein sympathisches Lied.
Interaktive Elemente und mitreißende Call-and-Response-Momente machen ihre Konzerte zu lebendigen, charmanten und energiegeladenen Erlebnissen voller kulturellem Selbstbewusstsein. YUZUs Live-Auftritte sind weit mehr als klassische Konzerte – sie sind moderne Kulturshows, die zeigen, wie spannend und zeitgemäß traditionelle Instrumente heute klingen können. Ideal für alle, die japanische Kultur und moderne Musik auf besondere Weise erleben möchten. Nach dem Konzert traf ich sie am Stand der Ehrengäste, kaufte ihre CD und hielt ein kleines Schwätzchen.
„WarGames“ (USA 1983) entstand zur Zeit des Kalten Krieges, als die Angst vor einem Atomkrieg und die Faszination für Computertechnik gemeinsam in die Popkultur drängten. Ich bespreche und zeige diesen Klassiker im Rahmen meiner Matinee im Scala Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.
John Badham inszeniert den Film als Mischung aus Teen‑Abenteuer, Verschwörungsthriller und Science‑Fiction und schafft es, die technologischen Hoffnungen und Ängste seiner Zeit einzufangen. Der Film erschien 1983 „auf dem Höhepunkt der Paranoia des Kalten Krieges und zu Beginn der PC‑Ära“ und wirkte gleichzeitig wie ein nuklearer Thriller und „eine Warnung vor der digitalen Zukunft“. Er besetzte den damals fast unbekannten Matthew Broderick als David Lightman, einen High‑School‑Hacker, der sich aus Neugier in ein militärisches Supercomputersystem einwählt.
Badham verwebt mehrere Motive, die bis heute relevant sind. Im Zentrum steht die Frage, ob „Entscheidungen über Leben und Tod, insbesondere Atomwaffen, Maschinen überlassen werden sollten“. Der Film kritisiert ein blindes Vertrauen in Technik, indem er zeigt, wie WOPR ohne menschliches Mitgefühl auf reine Logik vertraut und dadurch eine Katastrophe auslöst. Er thematisiert auch den „Irrglauben der Kontrolle“: Das System, das Sicherheit gewährleisten soll, wird selbst zur Gefahr. In der Figur David und seiner Hackerkultur spiegelt der Film den Geist der frühen 1980er‑Jahre; das „Computer‑Kid“ wird als naiver Entdecker gezeigt, dessen Neugier und Unreife beinahe zur globalen Katastrophe führen. Die Darstellungen der Hacker‑Szene inspirierten tatsächlich die Debatten über die Kriminalisierung von Computerverbrechen, die schließlich im Computer Fraud and Abuse Act von 1986 mündeten. Ich bespreche und zeige diesen Klassiker im Rahmen meiner Matinee im Scala Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.
Gleich zwei Podcasts durfte ich für die Handwerksbäckerei Martin Reicherzer in Fürstenfeldbruck und Aubing produzieren. Und beide Podcasts drehen sich um Brot.
Im Mittelpunkt des ersten Podcasts stand diesmal das Roggenbrot, das zum Brot des Jahres 2026 gewählt wurde. Hier zum Anhören:
Für Martin Reicherzer war diese Auszeichnung zwar eine Überraschung. Aus seiner Sicht geht der Trend im Verkauf derzeit eher in Richtung Weizenbrot und verschiedener Weizenbrotsorten, etwa mit Urgetreide. Umso bemerkenswerter sei es, dass nun gerade das Roggenbrot in den Mittelpunkt des Zentralverbandes der Bäcker rücke. Vielleicht, so seine Einschätzung, wolle man damit auch wieder stärker auf die besonderen Qualitäten dieses wertvollen Roggen-Getreides aufmerksam machen.
Was ein gutes Roggenbrot ausmacht, erklärt der Bäckermeister sehr anschaulich. Entscheidend sei vor allem die richtige Versäuerung des Teiges sowie das scharfe Anbacken im Ofen. Dadurch entstehe eine kräftige Kruste, während das Innere, die Krume, besonders wattig und saftig werde. Genau daran könne auch der Kunde ein hochwertiges Roggenbrot erkennen. Roggenmehl nehme deutlich mehr Wasser auf als andere Mehlsorten. Gleichzeitig seien seine Backeigenschaften anders, da bestimmte Inhaltsstoffe die Ausbildung des Klebergerüsts hemmen. Deshalb neige Roggenbrot stärker dazu, etwas auseinanderzulaufen, wenn es nicht fachgerecht verarbeitet werde.
In der deutschen Brotkultur spielt Roggenbrot nach den Worten Martin Reicherzer eine große Rolle. Historisch hänge das vor allem mit den Anbaubedingungen zusammen. Weizen lasse sich nur bis zu einer bestimmten Höhenlage wirklich ertragreich und in guter Qualität anbauen. In höheren Lagen sei deshalb häufig Roggen die bessere Wahl gewesen. Daraus habe sich über die Zeit eine große Vielfalt an Broten entwickelt, vor allem an Sauerteig- und Mischbroten. Roggenbrot ist damit nicht nur ein traditionelles Brot, sondern ein wichtiger Teil der deutschen Brotkultur.
Fast immer wird Roggenbrot mit Sauerteig hergestellt. Auch dafür gibt es einen guten Grund. Roggen ist ohne Säuerung nur schwer backfähig. Die Versäuerung sorgt dafür, dass sich der Teig stabilisiert und überhaupt zu einem guten Brot verarbeitet werden kann. Gleichzeitig bringt Sauerteig ein ganz eigenes Aroma mit, das für viele erst den typischen Geschmack eines Roggenbrotes ausmacht.
Wer wissen möchte, wie viel Zeit in einem echten Roggenbrot steckt, bekommt von Martin Reicherzer ebenfalls einen Einblick. In seiner Bäckerei wird täglich Sauerteig angesetzt. Dieser müsse mindestens 15 Stunden reifen, damit er richtig durchsäuert sei und die nötige Reife erreiche. Roggenbrot brauche also vor allem eines: Zeit. Industrielle Abkürzungen seien für ihn als Handwerksbäcker keine Alternative. Zwar gebe es Backmischungen und künstliche Säuerungsmittel, die etwa auf Zitronensäure oder anderen industriell hergestellten Bestandteilen basierten. Doch das sei aus seiner Sicht kein Vergleich zu einem natürlich geführten Sauerteig. Gerade beim Roggenbrot zeige sich, wie wichtig handwerkliche Herstellung und Geduld seien. In der Bäckerei komme hinzu, dass das Brot in Bio-Qualität hergestellt werde. Viele künstliche Teigsäurungsmittel seien dort ohnehin nicht erlaubt.
Auch Regionalität spielt in der Bäckerei eine große Rolle. Das Mehl bezieht Martin Reicherzer nach wie vor von der Weiss-Mühle. Diese arbeitet mit Vertragsbauern aus der Umgebung zusammen, sodass die Rohstoffe sehr regional sind. Für Reicherzer ist das ein großer Vorteil, denn der Müller kann gezielt bestimmte Sorten anbauen lassen und verschiedene Mehle so miteinander verschneiden, dass eine konstant hohe Qualität entsteht. Das sorge für Verlässlichkeit und ein hochwertiges Endprodukt.
So zeigt das Gespräch, dass Roggenbrot weit mehr ist als nur ein klassisches Alltagsbrot. Es ist ein Stück deutscher Brotkultur, ein handwerklich anspruchsvolles Produkt und für Martin Reicherzerein Brot, das Zeit, Können und gute Zutaten braucht.
Goldregen fürs Brot
Der zweite Brot-Podcast drehte sich um besonderen Erfolg bei der Brotprüfung der Bäckerinnung Fürstenfeldbruck, bei der die Brote der Bäckerei ausgezeichnet wurden. Hier zum Anhören:
Bäckermeister Martin Reicherzer berichtet von einem echten „Goldregen“. Insgesamt wurden fünf Brote zur Prüfung eingereicht. Zwei davon erhielten Gold, drei weitere wurden sogar überdurchschnittlich bewertet. Dabei erreichten die Brote 88, 87 und 82 Punkte. Martin Reicherzer erklärt, dass früher 80 Punkte bereits für Gold standen. Alles, was darüber liege, sei deshalb noch einmal eine ganz besondere Auszeichnung und zeige, was in diesen Broten steckt.
Gold gab es für das „Brot der Bayern“ und für das Kartoffelbrot. Besonders herausragend war jedoch das Urkornbrot, das mit 88 Punkten die höchste Bewertung erhielt. Dieses Brot ist auch als „36-Stunden-Brot“ bekannt, weil es mit einer extrem langen Teigführung hergestellt wird. Hinzu kommen ein Kochstück und ein Brühstück, was die Herstellung besonders aufwendig macht. Für Reicherzer ist diese Bewertung deshalb ein absolutes Spitzenergebnis. 87 Punkte erhielt außerdem das Gröbenzeller Brot, ein kerniges und kräftig gewürztes Sauerteigbrot mit 70 Prozent Roggen und 30 Prozent Weizen, wobei auch der Weizen in Schrotform verarbeitet wird. Das Kartoffelbrot kam auf 82 Punkte und wurde ebenfalls stark bewertet.
Gefragt nach einer Feier anlässlich der Auszeichnungen bleibt Martin Reicherzer sachlich. Für ihn steht weniger das Feiern im Vordergrund, sondern vielmehr die Überprüfung der eigenen Qualität. Er betont, wie wichtig es sei, die eigenen Brote regelmäßig auch von außen bewerten zu lassen. Denn was man selbst täglich herstelle, schmecke einem natürlich immer gut. Gerade deshalb könne man mit der Zeit betriebsblind werden. Eine unabhängige Prüfung helfe dabei, mögliche Fehler frühzeitig zu erkennen und die Qualität konstant hochzuhalten.
Ein besonderes Gewicht haben die Auszeichnungen auch deshalb, weil die Prüfung von Brotprüfer und Brotsommelier Manfred Stiefel vorgenommen wurde. Reicherzer beschreibt ihn als absoluten Fachmann, der seit vielen Jahren in ganz Deutschland unterwegs ist, um Brote zu prüfen. Stiefel kenne die deutsche Brotlandschaft bis ins Detail und könne oft schon anhand eines Brotes einschätzen, aus welcher Region es stamme und welche Tradition dahinterstehe. Dass ein so erfahrener Prüfer der Bäckerei diese hohen Bewertungen verleiht, ist für Reicherzer eine echte Ehre.
Natürlich stellt sich auch die Frage, wie diese Erfolge an die Kundinnen und Kunden weitergegeben werden. In der Bäckerei sind die Urkunden gut sichtbar im Schaufenster ausgestellt. Besonders im Laden in Fürstenfeldbruck ziehen sie die Aufmerksamkeit auf sich. So wird für die Kundschaft unmittelbar sichtbar, dass hier handwerklich auf höchstem Niveau gearbeitet wird. Auch im Verkauf werde darauf hingewiesen, dass die Brote ausgezeichnet wurden. Für Reicherzer sind diese Urkunden ein schöner Beleg nach außen, dass die Handwerksbäckerei ihr Handwerk beherrscht.
Zugleich sieht er in den Auszeichnungen nicht nur eine Bestätigung für sich selbst, sondern ausdrücklich auch für sein Team. Denn die Qualität der Brote hängt davon ab, dass alle im Betrieb präzise arbeiten und die Abläufe genau eingehalten werden. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei es ebenfalls eine Auszeichnung, in einer Bäckerei zu arbeiten, die solche Ergebnisse erzielt. Gleichzeitig wachse damit aber auch der Anspruch, bei der nächsten Brotprüfung wieder auf diesem hohen Niveau abzuschneiden. Schlechter wolle man natürlich nicht werden. Reicherzer sieht darin jedoch vor allem einen Ansporn. Das Team lerne, worauf es ankomme, eigne sich wichtiges Wissen an und wisse genau, an welchen Stellschrauben gedreht werden müsse, um die Qualität immer wieder auf Spitzenniveau zu bringen.
So bleibt am Ende nicht nur die Freude über die ausgezeichneten Brote, sondern auch das gute Gefühl, dass handwerkliche Sorgfalt, Erfahrung und Teamarbeit in der Bäckerei Martin Reicherzer sichtbar Früchte tragen. Die Rückmeldungen der Kunden sind seit Langem sehr positiv, und nun kommt auch noch die Anerkennung durch einen erfahrenen Brotprüfer und das Deutsche Brotinstitut hinzu. Für Martin Reicherzer ist das ein Grund, rundum zufrieden zu sein — mit seinen Broten, mit seinem Team und mit dem Weg, den seine Bäckerei geht.
Wenn Denis Michael Kleinknecht auf der Food & Life in München die Bühne betritt, dauert es nicht lange, bis der Funke überspringt. Da steht keiner, der einfach nur ein Rezept nachkocht. Da kocht ein Mensch, der für gutes Essen brennt, der mit jeder Bewegung, mit jedem Satz und mit jedem Handgriff zeigt, wie viel Leidenschaft in seiner Küche steckt.
Der Küchenchef vom Gasthof Heinzinger aus Rottbach nimmt sein Publikum nicht nur mit an den Herd, sondern hinein in eine kulinarische Haltung, bei der Genuss, Handwerk und Begeisterung untrennbar zusammengehören. Und genau das wurde bei seiner Show eindrucksvoll spürbar. Hier die Aufzeichnung der Show von der Food & Life in München.
Im Mittelpunkt stand ein Produkt, das für Kleinknecht weit mehr ist als eine Zutat: Hanf. Mit spürbarer Überzeugung sprach er über eine Pflanze, die für ihn ein echter Gamechanger ist – in der Küche, in der Landwirtschaft und in der Ernährung insgesamt. Hanf, so machte er deutlich, ist für ihn kein Randthema und schon gar kein Klischee, sondern ein außergewöhnlich vielseitiges Lebensmittel mit großem Potenzial. Immer wieder war zu hören, wie sehr ihn dieses Produkt begeistert: die nussigen Aromen der Hanfnuss, die floralen, grasigen Noten des Hanfkrauts, die ernährungsphysiologischen Qualitäten und die vielen Möglichkeiten, Hanf kreativ und selbstverständlich in den Alltag zu holen. Kleinknecht wirbt dafür, Hanf endlich aus der Schmuddelecke zu holen und als das zu sehen, was er ist: eine uralte Kulturpflanze mit erstaunlicher Kraft. Kleinknecht bezieht seinen Hanft beim Bio-Ackerbaubetrieb Salabaur bei Moorenweis, geführt von der charmanten Familie Rottenkolber.
Wie lebendig und genussvoll das werden kann, zeigte er mit seinem Gericht: Kartoffel-Hanf-Knödel mit Paprikasauce von gerösteten Paprika. Schon beim Zubereiten war seine Begeisterung ansteckend. Er erklärte, verrührte, würzte, formte und sprach mit sichtbarer Freude über die Besonderheiten seines Teigs, über den richtigen Umgang mit Kartoffeln und über die Kunst, aus wenigen guten Zutaten etwas Besonderes zu schaffen. Dabei wurde schnell klar: Hier kocht einer nicht nur mit Erfahrung, sondern mit echter Hingabe. Besonders eindrucksvoll war, wie selbstverständlich Hanf in dieses Gericht eingebunden wurde – nicht als Effekt, sondern als geschmacklich tragendes Element. Die geröstete Hanfnuss brachte Tiefe und Wärme, die Hanfasche verlieh dem Gericht eine besondere Würze, und die Knödel bekamen dadurch genau jenen eigenständigen Charakter, den Kleinknecht so leidenschaftlich beschrieb.
Diese Begeisterung übertrug sich auch auf das Publikum. Die Hanfknödel wurden mit Neugier, Offenheit und sichtlicher Freude probiert, und in der Atmosphäre lag genau das, was gutes Kochen ausmacht: Gemeinschaft, Entdeckung und echter Genuss. Kleinknecht vermittelte dabei nicht nur Wissen, sondern auch eine Haltung. Er sprach über Nachhaltigkeit, Regionalität und handwerkliche Qualität, über die Slow-Food-Idee und über die enge Verbindung zu Erzeugern aus der Region. Doch bei aller fachlichen Tiefe blieb vor allem eines in Erinnerung: seine spürbare Freude am Kochen. Er wirkte wie jemand, der jede Zutat ernst nimmt, der Lebensmittel mit Respekt behandelt und der es liebt, andere mit seiner Begeisterung anzustecken.
So wurde diese Kochshow zu weit mehr als einer Vorführung. Sie war ein leidenschaftliches Plädoyer für bewusstes Essen, für kreative Küche und für Hanf als wertvolle, geschmackvolle und zukunftsweisende Zutat. Denis Michael Kleinknecht zeigte auf eindrucksvolle Weise, wie viel Genuss, Wissen und Emotion in einem Teller Hanfknödel stecken können – und dass Kochen dann am schönsten ist, wenn einer vorne steht, der nicht nur sein Handwerk beherrscht, sondern es von Herzen liebt.
Star Trek fasziniert seit Jahrzehnten nicht nur durch ferne Galaxien, futuristische Technik oder ikonische Raumschiffe, sondern vor allem durch eine Idee, die heute vielleicht aktueller ist denn je: die Kraft von Gemeinschaft. Im Herzen von Star Trek steht immer das Miteinander. Es geht nicht um den einen Helden, sondern um eine Crew, die nur gemeinsam funktioniert – mit all ihren Unterschieden, Stärken, Schwächen und Zweifeln.
Auf der Brücke der Enterprise begegnen sich Menschen und Außerirdische, Rationalisten und Emotionale, Skeptiker und Idealisten. Sie streiten, sie irren, sie scheitern – und genau das macht sie glaubwürdig. Doch am Ende finden sie immer wieder zusammen. Entscheidungen werden diskutiert, Perspektiven abgewogen, Verantwortung geteilt. Star Trek erzählt von einer Zukunft, in der Vielfalt nicht trennt, sondern verbindet, in der gegenseitiger Respekt wichtiger ist als Macht, und in der Zuhören genauso zählt wie Handeln.
Diese Vorstellung von Gemeinschaft wirkt weit über den Bildschirm hinaus. Sie schafft Identifikation, Trost und Hoffnung. Für viele Fans ist Star Trek ein Ort, an dem man gelernt hat, dass Anderssein kein Makel ist, sondern eine Bereicherung. Dass Konflikte lösbar sind, wenn man bereit ist, den anderen ernst zu nehmen. Und dass eine bessere Zukunft nicht durch Perfektion entsteht, sondern durch Zusammenarbeit.
Dass sich diese Idee nun im echten Leben fortsetzt, zeigt das erste Zusammentreffen des Trek-Dinners in Fürstenfeldbruck. Im Gasthof auf der Lände trafen sich über 30 SF-Interessierte rund um Star Trek, Star Wars, Harry Potter und mehr zum Austausch. Menschen, die sich vielleicht vorher nie begegnet wären, sitzen an den rustikalen Tischen – verbunden durch ihre Begeisterung zu Star Trek und durch die Werte, die die Serie vermittelt. Wie eine kleine Crew entsteht Gemeinschaft nicht durch Uniformität, sondern durch geteilte Begeisterung, Gespräche, Lachen und gegenseitige Neugier. Für ein paar Stunden wird aus Fans eine Gemeinschaft, aus Fremden ein Miteinander. Ich war zusammen mit Markus Schmölz, Geschäftsführer des Scala Kinos Fürstenfeldbruck, vor Ort und diskutierten über die Serien unserer Jugend. Wir folgten einer Einladung von Tom und Chris, den Organisatoren des Trek-Dinners.
Genau darin liegt das Faszinierende an Star Trek: Es bleibt nicht Fiktion. Es inspiriert dazu, im Hier und Jetzt Brücken zu bauen, offen zu sein, Unterschiede auszuhalten und Gemeinsamkeiten zu feiern. Star Trek zeigt, wie die Zukunft aussehen könnte – und erinnert uns gleichzeitig daran, dass Gemeinschaft immer dort beginnt, wo Menschen sich an einen Tisch setzen und einander mit Respekt begegnen.
Ich gehe auf das nächste Treffen im Februar und wer auch mit dabei sein möchte, der folge der Facebook-Gruppe. Mir hat es Spaß gemacht und vielleicht entsteht im Landkreis Fürstenfeldbruck eine Community.
Ach ja: Damit die Frage geklärt ist, unter welchem Captain ich dienen würde, lautet meine Antwort Jean-Luc Picard und Kathryn Janeway.
„Schöne Bescherung“ ist nicht einfach nur eine Weihnachtskomödie, sondern ein liebevoll-chaotischer Spiegel all dessen, was dieses Fest so magisch – und so nervenaufreibend – macht. Ich besprach und zeigte den Film bei meiner Weihnachtsmatinee im Scala Fürstenfeldbruck. Die nächste Komödie ist Die Glücksritter am Sonntag, 18. Januar um 10:45 Uhr. Karten gibt es hier.
Clark Griswolds verzweifelt optimistischer Versuch in „Schöne Bescherung“, das ultimative Weihnachtsfest zu erzwingen, trägt einen Traum in sich, den fast alle kennen: einmal alles richtig machen, Harmonie herstellen, Glück planbar machen – koste es, was es wolle. Hier mein Vortrag
Gerade deshalb trifft sein grandioses Scheitern mitten ins Herz. Wenn Lichterketten explodieren, der Baum zur Gefahr wird und die Familie am Rand des Nervenzusammenbruchs steht, wirkt das zwar urkomisch, aber immer auch schmerzhaft vertraut. Clark ist keine plumpe Witzfigur, sondern ein Getriebener: einer, der zu viel will, weil ihm seine Familie unendlich viel bedeutet, der sich verausgabt, weil er dieses eine perfekte Bild von Weihnachten im Kopf hat. Sein legendärer Ausraster ist weniger Slapstick als ein emotionaler Kurzschluss – der Moment, in dem all der Druck, die Enttäuschungen und die stummen Erwartungen mit einem Mal aus ihm herausbrechen.
Der Film erinnert daran, dass Weihnachten fast nie so läuft, wie wir es planen. Verwandte sind anstrengend, Pläne kippen, Gesten gehen schief – und doch schimmert inmitten des Durcheinanders etwas Kostbares auf. In den kleinen Momenten liegt die eigentliche Magie: im Leuchten in Clarks Augen, wenn das Haus endlich im Licht erstrahlt; im gemeinsamen Lachen nach dem größten Desaster; in diesem leisen Gefühl, trotz allem auf der richtigen Seite des Chaos zu stehen – nämlich beieinander. „Schöne Bescherung“ macht sich nicht über Familie lustig, er nimmt sie ernst, mitsamt all ihrer Macken, Verletzungen und wunderbar absurden Seiten.
Vielleicht ist der Film deshalb so zeitlos. Er erlaubt es, herzhaft über die eigenen Weihnachtskatastrophen zu lachen – und gleichzeitig Trost darin zu finden, dass man damit nicht allein ist. Am Ende bleibt die stille Erkenntnis: Liebe zeigt sich selten in perfekten Momenten, sondern in gemeinsamen Fehltritten, in Streit, Versöhnung und der Entscheidung, trotz allem zusammenzubleiben. Und wenn draußen die Lichter glitzern, drinnen das Chaos tobt und trotzdem alle irgendwie an einem Tisch landen, fühlt sich genau dieses unperfekte Weihnachten plötzlich erstaunlich richtig an. Die nächste Komödie ist Die Glücksritter am Sonntag, 18. Januar um 10:45 Uhr. Karten gibt es hier.