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Der Teufel trägt Prada 2: Mode, Glamour und großes Kino im Scala Fürstenfeldbruck

30. April 2026

Mode, Glamour und großes Kino: Das Scala Kino Fürstenfeldbruck machte die Preview von „Der Teufel trägt Prada 2“ zu mehr als nur einer Filmvorführung. Schon vor dem Start des Films wurde das Haus zur kleinen Gala-Bühne. Cocktails, stilvolles Ambiente, fotografische Begleitung und modische Akzente verwandelten den Abend in ein Ereignis für Film- und Fashionfans. Fotografin Karina Ullritz aus Maisach hielt die Atmosphäre in Bildern fest und porträtierte die Besucherinnen und Besucher, während die Stylisten der Boulanger Friseure aus Fürstenfeldbruck für das passende modische Flair sorgten. Geschäftsführer Markus Schmölz sprach von einem besonderen Highlight für das Scala Kino: Der Film bringe Glanz, Witz und Modebewusstsein auf die Leinwand, und genau dieses Lebensgefühl habe man auch im Kino erlebbar machen wollen.

Der Rahmen passte gut zu einem Film, der von seiner Marke fast ebenso sehr lebt wie von seiner Geschichte. „Der Teufel trägt Prada 2“ ist die Fortsetzung des Kinohits von 2006 und bringt zentrale Namen des Originals zurück: Meryl Streep als Miranda Priestly, Anne Hathaway als Andy Sachs, Emily Blunt und Stanley Tucci gehören erneut zum Ensemble. Regie führt wieder David Frankel, das Drehbuch stammt erneut von Aline Brosh McKenna; produziert wurde der Film von Wendy Finerman. Zum erweiterten Cast zählen unter anderem Kenneth Branagh, Simone Ashley, Justin Theroux, Lucy Liu, Patrick Brammall, Helen J. Shen, Pauline Chalamet und B.J. Novak. Der US-Kinostart ist für den 1. Mai 2026 angegeben. 

Inhaltlich setzt die Fortsetzung rund zwanzig Jahre nach dem ersten Film an und versucht, die Welt von „Runway“ in die Gegenwart zu übertragen. Aus der alten Mode- und Magazinwelt ist eine Medienlandschaft geworden, die sich stärker mit digitalem Wandel, sinkender Bedeutung klassischer Printtitel, Konzerninteressen und neuen Machtverhältnissen auseinandersetzen muss. Gerade darin liegt der interessanteste Ansatz des Films: Miranda Priestly ist nicht mehr nur die unantastbare Herrscherin eines Hochglanzimperiums, sondern eine Figur, die sich in einer veränderten Branche behaupten muss. Andy Sachs wiederum kehrt nicht einfach als naive Assistentin zurück, sondern als Frau mit eigener Berufserfahrung, eigener Haltung und einer komplizierten Vergangenheit mit Miranda. Die Fortsetzung lebt deshalb weniger vom klassischen „Neuling gegen Chefin“-Konflikt des Originals, sondern stärker von Wiederbegegnungen, alten Verletzungen und der Frage, wie viel Macht die alten Institutionen der Modewelt noch besitzen.

Als Film funktioniert „Der Teufel trägt Prada 2“ vor allem dann, wenn er sich auf seine stärkste Währung verlässt: Präsenz. Meryl Streep muss als Miranda Priestly oft nur einen Blick senken, eine Pause setzen oder einen Satz mit kühler Präzision aussprechen, um den Raum zu beherrschen. Anne Hathaway bringt Andy Sachs mit mehr Reife zurück; ihre Figur wirkt nicht mehr wie die junge Frau, die von der Modewelt überrollt wird, sondern wie jemand, der diese Welt kennt und sich dennoch fragen muss, ob sie ihr wirklich noch etwas bedeutet. Emily Blunt sorgt erneut für pointierte Energie, während Stanley Tucci dem Film Wärme und Eleganz gibt. Die Chemie des Ensembles gehört klar zu den Stärken der Fortsetzung.

Gleichzeitig trägt der Film sichtbar die Last der Erwartung. Der erste „Teufel trägt Prada“ war nicht nur eine Komödie über Mode, sondern ein präzise getakteter Film über Arbeit, Anpassung, Ehrgeiz und Selbstverlust. Die Fortsetzung möchte daran anknüpfen, aber auch moderner wirken. Das gelingt in Teilen, vor allem wenn der Film den Wandel von Medien und Modewelt aufgreift. Weniger überzeugend ist er dort, wo Nostalgie zu offensichtlich bedient wird. Einige Momente wirken wie bewusst gesetzte Erinnerungsanker für Fans des Originals: bekannte Dynamiken, elegante Auftritte, pointierte Seitenhiebe, glamouröse Schauplätze. Das ist unterhaltsam, manchmal auch sehr charmant, kann aber nicht immer verdecken, dass die erzählerische Schärfe des Originals schwer zu erreichen ist. Auch die Nachrichtenagentur AP kam in ihrer Kritik zu dem Eindruck, dass die Darsteller mühelos in ihre Rollen zurückfinden, der Film aber stärker auf Stil und Nostalgie setzt als auf erzählerische Substanz. 

Optisch ist „Der Teufel trägt Prada 2“ erwartungsgemäß ein Film der Oberflächen: Kleidung, Räume, Auftritte und Gesten sind sorgfältig arrangiert. Das passt zur Modewelt, birgt aber auch die Gefahr, dass die Inszenierung manchmal mehr glänzt als erzählt. Die Kostüme, die Schauplätze und das Tempo geben dem Film einen hochwertigen Eventcharakter. Gerade für eine Gala-Preview wie im Scala Kino ist das ideal: Dieser Film will nicht nur gesehen, sondern als gesellschaftlicher Anlass erlebt werden. Das Publikum kommt nicht allein wegen der Handlung, sondern wegen des Lebensgefühls, das mit „Runway“, Miranda Priestly und der Modewelt verbunden ist. 

So bleibt „Der Teufel trägt Prada 2“ ein Film, der sein Publikum vor allem über Wiedererkennung, Eleganz und Starpower gewinnt. Er ist kein radikaler Neuanfang, sondern eine stilvolle Rückkehr in eine Welt, die viele Zuschauerinnen und Zuschauer längst mit bestimmten Bildern, Sätzen und Figuren verbinden. Wer den ersten Film liebt, wird sich über das Wiedersehen mit Miranda, Andy, Emily und Nigel freuen. Wer allerdings eine Fortsetzung erwartet, die den Vorgänger in Schärfe, Tempo und satirischer Präzision übertrifft, dürfte etwas zurückhaltender urteilen. Für einen glamourösen Kinoabend aber ist der Film wie gemacht – und genau darin lag die Stärke der Scala-Preview: Das Kino schuf einen Rahmen, der den Charakter des Films aufgriff und aus einer Vorführung ein Ereignis machte. Zwischen Cocktails, Styling, Fotografie und Hollywood-Flair wurde „Der Teufel trägt Prada 2“ in Fürstenfeldbruck nicht nur gezeigt, sondern gefeiert.

Podcast: Ein Ort mit Seele: Die Gemeindebücherei Maisach startet ihren Seitensprung

11. März 2026

Mit der Premiere von „Seitensprung – Der Videopodcast der Gemeindebücherei Maisach“ ist ein neues Format gestartet, das Lust auf Bücher, Begegnungen und Kultur vor Ort machen soll. Zum Auftakt sprachen Büchereileiterin Beate Seyschab und Matthias J. Lange von redaktion42 in lockerer Atmosphäre über das, was die Gemeindebücherei heute ausmacht: Sie ist längst nicht mehr nur ein Ort zum Ausleihen von Büchern, sondern auch Treffpunkt, Veranstaltungsraum und Kommunikationszentrum. Hier der Videopodcast:

Schon zu Beginn wurde deutlich, wie lebendig der Alltag in der Bücherei ist. Aktuell läuft dort eine Osterdekobörse, bei der Bürgerinnen und Bürger österliche Dekoration bringen, tauschen oder mitnehmen können. Seyschab berichtete, dass dieses Prinzip bereits bei der Weihnachtsdekoration sehr gut funktioniert habe und auch jetzt wieder rege angenommen werde. Besonders wichtig sei dabei nicht nur das Tauschen selbst, sondern auch das Miteinander: Gerade im Eingangsbereich entstünden immer wieder Gespräche, die die Bücherei zu einem Ort der Begegnung machten.

Im Gespräch wurde auch ein Blick auf das umfangreiche Angebot der Gemeindebücherei geworfen. Neben klassischen Büchern gehören dazu Zeitschriften, DVDs für Kinder und Erwachsene, Hörbücher und Musik-CDs. Ergänzt wird das Angebot durch digitale Medien im Online-Verbund, darunter E-Books, E-Audios und weitere elektronische Formate. Seyschab machte damit deutlich, dass die Bücherei längst sowohl analog als auch digital aufgestellt ist.

Ein besonderer Publikumsmagnet sind derzeit die sogenannten Tonies. Diese Hörfiguren für Kinder, die auf eine Toniebox gestellt werden und dann Geschichten oder Lieder abspielen, zählen zu den erfolgreichsten Angeboten der Bücherei. Rund 880 Figuren sind inzwischen im Bestand, und die Nachfrage ist enorm. Bis zu zehn Tonies können gleichzeitig für zwei Wochen ausgeliehen werden. Vor allem für Familien sei das eine attraktive Möglichkeit, da die Figuren im Handel vergleichsweise teuer seien. Besonders beliebt ist laut Seyschab die Figur „Furzipups“, die auch im Podcast mit einem Augenzwinkern thematisiert wurde.

Deutlich wurde in der Premierenfolge außerdem, dass die Gemeindebücherei Maisach weit mehr bietet als Medien. Regelmäßig finden Veranstaltungen für Kinder und Erwachsene statt. Dazu gehört unter anderem eine englische Vorlesestunde an jedem zweiten Dienstag im Monat, die sich an Kinder ohne Vorkenntnisse richtet und spielerisch an die Sprache heranführt. Hinzu kommen Bastelaktionen, Autorenlesungen und die klassische Vorlesestunde auf Deutsch am letzten Donnerstag im Monat. Seyschab betonte, wie wichtig diese Angebote gerade für Kinder seien, um früh Freude an Geschichten, Sprache und Büchern zu entwickeln.

Auch auf das aktuelle Veranstaltungsprogramm wurde eingegangen. So stehen in den kommenden Wochen unter anderem die „Maisacher Gespräche zur Popkultur“, ein frühlingshaftes Osterbasteln für Kinder sowie eine Autorenlesung mit Georg Brun an. Damit präsentiert sich die Bücherei einmal mehr als kultureller Veranstaltungsort mit vielseitigem Programm.

Zum Abschluss durfte natürlich auch ein Medientipp nicht fehlen. Als derzeit besonders gefragt nannte Seyschab die Minecraft-Bücher für Erstleser. Die Reihe erfreue sich großer Beliebtheit, vor allem bei Schulkindern, die mit dem Thema bereits aus der digitalen Spielewelt vertraut seien. Einige Bände wurden deshalb sogar mehrfach angeschafft. Sollte ein Exemplar gerade vergriffen sein, können Leserinnen und Leser Medien bequem vormerken lassen und werden benachrichtigt, sobald diese verfügbar sind.

Die Premiere von „Seitensprung“ zeigte damit auf unterhaltsame Weise, wie modern, offen und vielseitig die Gemeindebücherei Maisach aufgestellt ist. Sie ist nicht nur ein Haus voller Bücher, sondern ein lebendiger Ort für Austausch, Bildung und gemeinsame Erlebnisse. Das neue Podcastformat dürfte dazu beitragen, diese Arbeit noch sichtbarer zu machen und neue Besucherinnen und Besucher für die Bücherei zu begeistern.

Meine Premiere: Tannhäuser am Grünen Hügel

1. August 2019

Ich bin dankbar, dass mich meine  Frau zu Wagner begleitet.

Ich bin dankbar, dass mich meine Frau zu Wagner begleitet.

Das für mich wichtigste Kulturereignis in Deutschland ist angelaufen: Die Wagner-Festspiele auf dem Grünen Hügel in Bayreuth. Als glühender Fan des Musikers (NICHT des politischen Wagners) fiebere ich an diese Tage der Hochkultur hin und versuche zumindest eine Vorstellung live vor Ort zu genießen. Dieses Mal hatte ich besonderes Glück: Zusammen mit meiner Frau (kein Wagner-Fan) bekam ich Karte für die Premiere. Gegeben wurde die Neuinszenierung von Tannhäuser.

Tannhäuser ist eher eine eingängige Oper des Meisters und mit etwas unter drei Stunden erfordert sie nicht das Sitzfleisch auf den unbequemen Holzstühlen in Bayreuth. So sehr ich mich über die Karten zur Premiere freute, hatten wir dieses Mal Plätze in der letzten Reihe in der Galerie ganz, ganz hinten. Zunächst hatte ich Angst, dass ich nichts sehen würde und hab mir daher ein Fernrohr mitgebracht. Das brauchte ich nicht: Mein Platz war ideal: Gute Sicht und ein wunderbarer Klang der göttlichen Musik. Aber nachdem die Premiere zu heißen Temperaturen stattfand, es waren rund 38 Grad Celsius vor der Türe – geschweige denn im Zuschauerraum. Bei uns in der letzten Reihe staute sich die Wärme und so kam es zur doppelten Premiere: Alle männlichen Zuschauer in der Galerie entledigten sich ihrer Jackets. Und: Es durften Fächer ausgepackt und genutzt werden. Letzteres ist ein Novum und habe ich am Grünen Hügel noch nie erlebt. Das Gefächere stört sonst den Kulturgenuss, aber dieses Mal hatten wir die Wahl zwischen Leben und Tod – mit und ohne Fächer. Wir entschieden uns für Leben, für den Fächer. 

Premiere in Bayreuth bedeutet auch immer den Aufmarsch von Prominenz. Bei hohen Temperaturen ohne Schatten stellte ich mich vor den Haupteingang und beobachtete das Treiben. Die Kanzlerin habe ich nicht gesehen, wohl aber Ministerpräsident Markus Söder samt Gattin und Digitalministerin Dorothee Bär. Alle drei aber nur von hinten, in der Pause traf ich Doro Bär mit Gatten Oliver und machte das obligatorische Selfie. Nach Tannhäuser sah ich sie nocheinmal in energischen Gespräch mit Edmund Stoiber samt Karin. Ob sie über Wagner oder den FC Bayern (arrrg) diskutiert haben, weiß ich nicht und geht mich auch nichts an – ich hoffe, es war Wagner. 

Beim Warten auf die Prominenz traf ich eine ehemalige Volontärin, die jetzt für die Landespolitik einer großen süddeutschen Zeitung schreibt. So sieht man sich nach Jahren wieder. Sie versuchte den Bayreuther Modetrend auf die Spur zu kommen. Nun, ich trug dieses Mal ein wunderbares Tweed-Jacket von Felbinger Herrenausstatter a us Immenstadt, kam aber trotzdem nicht in die Zeitung. Für die Kameras waren die Standplätze genau markiert und es war wieder ein schönes Geschrei, damit jeder seinen Schuss bekam. 

Kamerapositionen am Boden.

Kamerapositionen am Boden.

I ch sah ein bisschen A,B und C-Prominenz. Am meisten freute ich mich über die Maus samt Schöpfer. Schauspieler Günter Maria Halmer mit Frau Claudia, Schauspielerin Michaela May, die ehemalige Bundestagsabgeordnete Dagmar Wörl, SPD-Landtagsabgeordneter Markus Rinderspacher und einige mehr. 

Als Medienmensch war es für mich eine Freude Axel Brüggemann zu sprechen. Ich habe den Musikjournalisten seit 2012 im Kino bei den Wagner-Übertragungen genießen zu dürfen. Toller Mann, tolle Ausstrahlung und vor allem tolles Fachwissen.

Schön, den Axel Brüggemann mal persönlich zu treffen.

Schön, den Axel Brüggemann mal persönlich zu treffen.

Natürlich gab es wieder ein paar Demonstranten, die bei der Prominenz sich selbst inszenierten. Dieses Mal lagen einige Demonstranten am Boden. Ich glaube, es ging um das wichtige Thema Klima. Ob die Damen und Herren aufgrund der hohen Temperaturen am Boden lagen, weiß ich nicht. So richtig interessiert hat diese Demo aber keinen, so zumindest mein Eindruck.

Kleine Demo am Rande.

Kleine Demo am Rande.

Das Treiben am Grünen Hügel fasziniert mich, denn die Wagner-Fans sind schon ein eigenes Völkchen. Mal tragen sie die Mode aus den Siebzigern auf (ist doch noch gut), mal sind die modisch komplett verrückt. Sehr schön, die asiatischen Gäste mit der Kleidung ihrer Heimat – gefällt mir gut, ein paar Oberbayern habe ich in Lederhosen gesehen (wer’s mag bei Wagner). Die Kollegin vom Bayrischen Rundfunk Abteilung Klassik beschloss gleich mal in der Moderation die Schuhe auszuziehen und barfuß ihren Job zu machen. Dazwischen war Le Gateau Chocolat (der Schokokuchen), eine bärtige Dragqueen aus London, die in Tannhäuser mitspielte. 

Zwischen den Aufzügen war entweder große, teure Fresserei bei Steigenberger oder man konnte Theater im Park erleben. War beides nicht mein Fall, aber ich musste natürlich das Selfie vor der Leiter machen, die zum Balkon reichte. Hier wurde die reale Welt mit der Welt der Oper verbunden – nette Idee der Inszenierung. 

Und da wären wir bei der Inszenierung. Bayreuth-Debütant Tobias Kratzer inszenierte provokativ und tags darauf machte das rechte Pack im Netz gegen die Inszenierung mobil. Kratzer machte aus Tannhäuser ein Spektakel und ritt durch bundesdeutsche Symbole. Da war Oskar aus der Blechtrommel und Ottmar Hörl nur eine Kleinigkeit. Naja, die Inszenierung beschäftigte den Geist. Das Dirigat von Walerij Gergijew war ebenfalls nicht der Hammer, so dass es viel Buh am Ende gab. Aber schaut selbst: 

Wagner im Kino? Der fliegende Holländer 2013

26. Juli 2013

Komische Idee - Wagner im Kino, aber doch gut.

Komische Idee – Wagner im Kino, aber doch gut.

Wagner im Kino – geht das überhaupt? Ich war sehr skeptisch, als ich den Anzug anzog und mich für die Premiere von Richard Wagners “Der fliegende Holländer” fertig machte. Ich hatte keine Karten für das Bayreuther Festspielhaus, sondern für das Scala-Kino in Fürstenfeldbruck. Die Premiere wurde in zahlreiche Kinos live auf die große Leinwand übertragen und mein Kino in Fürstenfeldbruck war auch mit dabei.

Aber da kam schon die erste Frage auf. Was zieht man für eine Festspielpremiere im Kino an? Normalerweise sind Jeans und T-Shirt die Bekleidung fürs Kino. Aber beim 200. Geburtstag des großen Richard Wagner gehen Jeans und T-Shirt gar nicht. Der Kompromiss war die Business-Klamotte mit Fliege und Einstecktuch. Die große Opernausstattung folgt dann, wenn ich in Bayreuth bin.

Viel Mühe haben sich die Mitarbeiter des Scala Kinos FFB gegeben.

Viel Mühe haben sich die Mitarbeiter des Scala Kinos FFB gegeben.

Feierlich war das Ambiente im Scala Kino. Roter Teppich. Die Kino-Mitarbeiter haben sich in Abendkleid und Anzug gekleidet, es gab Sekt zur Begrüßung der rund 85 Wagner-Fans. Und ein kleines Menü für 7,50 Euro als Pausensnack hatte man vorbereitet. Nur dumm, dass es bei der Kurzoper Holländer keine Pause gibt. Aber egal, ich hab den Pausenimbiss einfach nachträglich gegessen.

Pausensnack - aber es gibt beim Holländer keine Pause.

Pausensnack – aber es gibt beim Holländer keine Pause.

Das Publikum war gemischt, meist ältere Herrschaften in siebziger Jahre Klamotte – nicht weil es Kult war, sondern weil man es noch im Schrank hatte. Und da waren sich auch, die Wagnerianer, die ihr Wissen um die Inszenierung zum Besten geben mussten. Leider benahmen sich einige Zuschauer auch so, als würden sie den neuen James Bond anschauen. Sie ratschten – und das bei Wagner. Frechheit! Da machte es eine ältere Dame besser, sie schlief beim ersten Aufzug gleich mal ein und wurde von ihrer Freundin aufgrund des Schnarchens wiederum geweckt. Ich muss auch zugeben, dass ich mir ein Bier mit in den Kinosaal nahm. In Bayreuth wäre ich des Festspielhauses verwiesen worden, aber in der Kreisstadt Fürstenfeldbruck geht so ein Kulturbruch.

Glas Sekt zur Begrüßung.

Glas Sekt zur Begrüßung.

Dann begann die Übertragung mit einer Stunde Einführung. Musikjournalist Axel Brüggemann führte Interviews, verpasste die Ankunft von Horst Seehofer und Angela Merkel und wurde von Stardirigent Christian Thielemann zurechtgewiesen. Das Interview mit einem extrem lässigen Thielemann war super. Das iPhone auf dem Knie wies er den Schwätzer Brüggemann humorvoll zurecht.

Absolut cool:  Christian Thielemann mit iPhone im Interview.

Absolut cool: Christian Thielemann mit iPhone im Interview.

Die Inszenierung von Jan Philipp Gloger war keine Neuinszenierung, sie wurde bereits im vergangenen Jahr gezeigt. Der Holländer wurde von Samuel Yun wunderbar gesungen, der ja eigentlich vergangenes Jahr kurzfristig eingesprungen ist, nachdem der ursprüngliche Holländer-Bariton Evgeny Nikitin mit seinen Hackenkreuz-Tatoos für fetten Ärger sorgte und rausgeworfen wurde. Mir haben die Interpreten gefallen: Ricarda Merbeth als Senta, Tomislav Mužek als Erik, Benjamin Bruns als wunderbarer Steuermann und Franz-Josef Selig als Daland. Kritiker des Abends meinten, es sei zu wenig Kraftvolles dargeboten worden, ich fand es prima. In Bayreuth gab es Buh-Rufe für die Inszenierung von Gloger. Ich fand sie originell und humorvoll, die Kritiker fanden sie kindisch. Egal, mir hat es gefallen.

Nicht gefallen hat mir dagegen das Bild. Mehrere Bildausfälle in der Schaltung waren das eine, offene Kinotüren, weil sich Leute Pop Corn holen mussten, waren das andere. Wer aufs Klo muss, der bleibt draußen. So gilt es in Bayreuth und so sollte es auch im Kino gelten. Leute, geht vor der Vorstellung Wasser lassen und nicht während Wagner läuft. Banausen! Und ich tat mich anfangs schwer mit dem als Untertitel eingeblendeten Libretto. Ich brauchte einige Zeit, damit ich nicht lese, sondern höre. Aber für Wagner-Neulinge war es sicherlich eine Hilfe der Oper zu folgen.

Der Ton der Übertragung war nicht immer perfekt. In den stillen Parts hörte der Zuschauer Rauschen, die höhen Töne waren übersteuert. Die Akustik des Festpielhauses lässt sich eben doch nicht einfach ins Kino übertragen. Der Zauber von Bayreuth liegt in dem unsichtbaren Orchestergraben, in dem Thielemann seinen Job samt Festpielorchester wunderbar ableistet. Dafür waren die Kinokarten mit 30 Euro dann doch etwas billiger als die Karten in Bayreuth. Dort werde ich mir dieses Jahr den Tannhäuser anschauen, nachdem ich vergangenes Jahr Lohengrin genießen durfte.

Äh, äh. Edi Stoiber weiß nun wirklich nichts sinnvolles über Wagner zu sagen.

Äh, äh. Edi Stoiber weiß nun wirklich nichts sinnvolles über Wagner zu sagen.

Teil 1: Die Restauration von Metropolis

8. März 2010
Zur jüngsten Berlinale wurde der Filmklassiker Fritz Langs Metropolis wieder in seiner ursprünglichen Länge aufgeführt. Und dies eine Ewigkeit nach seiner Premiere: Am 10. Januar 1927 wurde Metropolis mit einer Länge von 4.189 Metern und etwa 153 Minuten Laufzeit im Berliner Ufa-Palast am Zoo uraufgeführt.
Die Suche nach den verschollenen Filmszenen und die Restauration ließt sich wie ein moderner Archälogie-Krimi. Zug um Zug werde ich in diesem Blog über die Suche und die Restauration eines meiner Lieblingsfilme berichten.
Die Premierenfassung von 1927 war jedoch nur sehr kurze Zeit in den Kinos zu sehen. Die amerikanische Verleihfirma Paramount hatte bereits im Dezember 1926, noch vor der deutschen Premiere, beschlossen, den monumentalen Film auf normale Kinolänge zu kürzen. Der Theaterautor Channing Pollock nahm einschneidende Veränderungen vor: Er gab den Protagonisten amerikanische Namen, schrieb die Zwischentitel um und montierte einige Szenen neu, um die Verständlichkeit der Handlung nach der Kürzung zu erhalten.
In Deutschland legte der Ufa-Vorstand drei Monate nach der Premiere ebenfalls fest, den Film nach dem amerikanischen Vorbild zu kürzen. Fortan wurden ausschließlich die gekürzten Fassungen vertrieben, und nur dem Umstand, dass der argentinische Verleiher Adolfo Z. Wilson den Film in der langen Premierenfassung gesehen und noch vor den Kürzungen erworben hatte, ist die Wiederentdeckung der circa verloren geglaubten 25 Minuten Film zu verdanken, die in allen anderen Fassungen fehlen.
Zahlreiche Filmhistoriker und Archivare haben sich insbesondere seit den 1970er Jahren mit Recherchen nach den verlorenen Szenen beschäftigt und Überlegungen zur originalgetreuen Rekonstruktion angestellt. Immer neue Erkenntnisse über die Produktionsgeschichte des Films, über Fritz Langs Arbeitsweise und Inszenierungsmethode hielten die Erinnerung an den Film wach und gaben Aufschluss über die Spannungen zwischen den kreativen und den wirtschaftlichen Intentionen der Autoren, Produzenten und Verleiher. Zudem wurden neue Sekundärquellen wie die Zensurkarte erschlossen, die eine genauere Rekonstruktion der Szenen- und Einstellungsfolge ermöglichten.

Weihnachtskalender von Mercedes und DIGITAL PRODUCTION

4. Dezember 2008

weihnachtskalender081

Es weihnachtet und überall werden die Türchen geöffnet. Dieses Jahr habe ich keinen Weihnachtskalender verschenkt, es war mir einfach zu stressig. Die Kinder haben welche von Oma und Opa bekommen. Eine schöne Idee zu Weihnachten ist der Kalender von Mercedes-Benz in München. Das gesamte Gebäude an der Arnulfstraße hat man als Kalender geschmückt. Unter dem Motto „Eine frohe Weihnacht wünscht Mercedes-Benz“ sind große Geschenke mit Zahl ins Fenster gestellt und jeden Tag kommt ein neues Auto hervor. Marketing, das richtig Spaß macht – und vor allem wenn es nachts richtig weihnachtlich beleuchtet ist.

Bei meiner Zeitschrift, der DIGITAL PRODUCTION, haben wir uns für unsere Online-Leser auch etwas Nettes ausgedacht. Mein Team der DIGITAL PRODUCTION veranstaltet seit dem 1. Dezember jeden Tag online ein großes Weihnachtsgewinnspiel. Jeden Tag öffnet sich bis zum 24. Dezember ein Kalendertürchen auf der Website. Dahinter verbergen sich wertvolle Preise wie Spiele, Bücher, Gutscheine sowie Hard- und Software. Insgesamt verlosen wir Preise im Wert von über 25.000 Euro. Unter anderem gibt es zu gewinnen: Final Cut Studio 2, Premiere CS 4, Production Premium CS4, Cinema 4D R 11 oder Softimage XSI 7. Als Hauptpreis am 24. Dezember gibt es einen Avid Media Composer im Wert von 9200 Euro. Also hier mitmachen und gewinnen beim DP-Weihnachtsgewinnspiel. Viel Glück!