Archive for Februar 2022

Filmkritik: Texas Chainsaw Massacre (2022)

28. Februar 2022

Texas Chainsaw Massacre auf Netflix ist eine direkte Fortsetzung von Tope Hoopers verstörenden Terrorfilm Texas Chainsaw Massacre von 1974. Tope Hooper brachte den Terror schlechthin auf die Leinwand (und ins Museum of Modern Art). Dabei zeigte der Film kaum blutige Szenen, deutete viel an und vieles spielte sich im Kopf des Zuschauers ab. Diese Art von Kopfkino war allerdings hammerhart. In vielen Ländern wurde der Film zensiert, geschnitten und wurde nur unter dem Ladentisch gehandelt. Auch in Deutschland war der Film lange Zeit verboten. Die Darstellung an Gewalt hatte sich bis dato keiner getraut zu zeigen.

Dagegen hält die Netflix-Neuverfilmung von David Blue Garcia voll drauf. Während der Terror 1974 im Kopf stattfand, so wird er 2022 gezeigt. So ist wohl der Lauf der Dinge. Hoopers Horror war bei seiner Radikalität subtiler, was vor allem an dem Zusammenspiel Bild und Ton lag. Die neue Version hat einen deutlich ausgereifteren Score von Colin Stetson, der aber eher traditionell eingesetzt wird und nur dann und wann der irre Sound von 1974 aufblitzt.

Grundsätzlich kann sich die Neuverfilmung sehen lassen. Die 2022-Version verbeugt sich in einigen Szenen vor der Version von 1974. Schönes Beispiel ist der Einsatz das Autos: War es 1974 eine Hippie-Karre, so ist es 2022 natürlich ein selbstfahrendes Elektroauto. Erinnerungen kommen auf beim Abschlachten von Dante und der Einsatz der schwingenden Tür, was an 1974 erinnert, als Leatherface hinter der Tür des Kühlraumes auftaucht und blitzartig zuschlägt.

Leatherface selbst bekommt 2022 kurzzeitig menschliche Züge, als er das Kleid seiner Pflegemutter aus dem Schrank nimmt und weinend um sie trauert. Aber um die Menschlichkeit ist es schnell geschehen, wenn er in Großaufnahme den Kopf eines Protagonisten mit dem Hammer zu Bei schlägt und die Kamera voll draufhält. Ja, das ist brutal, sehr sogar. Blut und Hirn spritzen und ich stell mir die Frage, ob ich denn als Zuschauer alles sehen muss? Handwerklich wird auf CGI wohl weitgehend verzichtet und die Maskenkunst der Maskenbildner sind wieder gefragt, was mich natürlich freut. Aber Hoopers Andeutungen der Gewalt von 1974 trafen bei mir eher ins Mark und ließen mich den Terror und Irrsinn spüren. Es soll nicht heißen, dass früher alles besser war.

Aber die Neuverfilmung hat auch einen besonderen Schrecken, wenn er auf Influenzer anspielt. Besonders als Leatherface im Bus mit der Kettensäge aufräumt und gleichzeitig das Schlachtfest per Smartphone live gestreamt wird. Zunächst musste ich kurz grinsen, dann blieb mir das Grinsen im Hals stecken. Ich musste an die Live-Streamings der Realität aus Paris Bataclan denken, an Cristchurch und andere mehr. Ob TSM hier auf einen schnellen Gag oder Medienkritik setzt, kann ich nicht beurteilen. Es war auf jeden Fall eine der interessantesten Szenen in der Neuverfilmung. Warum allerdings im tiefsten Texas ein Live-Streaming von zahlreichen Smartphone möglich ist, wissen die Drehbuchgötter.

Das Massaker im Bus ist eine schöne Verbeugung vor Braindead von Peter Jackson, aber die Rollen gut und böse sind hier vertauscht. Die Szene endet mit Humor. Leatherface wird mit dem Korkenzieher in Form der Kettensäge attackiert, nachdem Leatherface ein wenig Jack Nicholson aus Shining spielen durfte und die Tür zur Toilette zerlegte. 1974 lief TSM als Blutgericht in Texas, es wäre ein passender Titel für die Neuverfilmung 2022.

Leider ist die Überlebende Sally von 1974 in der neuen Rolle von der mir unbekannten Olwen Fouéré dargestellt, keine Laurie Strode, gespielt von Jamie Lee Curtis. Als Racheengel gegen Michael Myers ist Curtis eine bessere Schauspielerin und das Drehbuch gibt ihr in Halloween mehr Raum ihr Talent mit weißem Haar auszuspielen. So viel Glück wie Laurie hat Sally im Film dann am Ende auch nicht. Schade, wäre ein schöner Charakter für eine Fortsetzung gewesen. Der Showdown im Kino mit dem schönen Namen Wüsten-Beifuß (Sage Brush) bei dem einst der imaginäre Film Werewolves of the Alamo 2 lief, verläuft erwartungsgemäß samt dem obligatorischen Carrie-Ende, das uns Brian de Palma eingebrockt hat. Also Leatherface steht ja bereit für die Fortsetzung.

Videoreporter aufgepasst: Einfaches Verpixeln von Gesichtern

24. Februar 2022

Das Thema Bewegtbild schlägt komplett in allen Medienformen durch. Zuckerberg hat gerade Reels in Facebook weltweit freigeschaltet, YouTube-Videos gehören zum täglichen Konsum, TikTok und Insta-Videos laufen hervorragend. Doch was mache ich, wenn in meinem Videos Personen auftauchen, dessen Privatsphäre ich unabsichtlich verletzt habe. In der Vergangenheit habe ich aufwendig mit After Effects das Gesicht der Person verpixelt oder das Material in die Tonne getreten.
Jetzt flatterte mir eine interessante Möglichkeit ins Mailpostfach. DISGUISE V1 des deutschen Unternehmens proDAD heißt das Tool, das Videoreporter sich einmal näher anschauen sollten.

Wie wir alle wissen (sollten) sind die Urheber von Videos verpflichtet, Gesichter fremder Menschen oder andere vertrauliche Details zu schützen, wenn diese öffentlich zugänglich sind oder im Internet hochgeladen werden. Die Software DISGUISE wendet sich an professionelle und private Video-Autoren, die Details in ihren Videos automatisch und sehr präzise anonymisieren wollen. Die Software bietet automatische Trackingfunktionen von Gesichtern und Objekten in Videos und hilft Datenschutzstandards einzuhalten, um mögliche Unterlassungsklagen vorzubeugen.

Die Bedienung scheint einfach: Nach dem Import der Aufnahmen in DISGUISE wählt der Anwender eine geeignete Maskenform aus und passt diese den Konturen des Gesichtes an. Hierbei kann die Größe des Mosaiks frei bestimmt werden. Die Maskenumrisse lassen sich auf Wunsch zusätzlich weichzeichnen. Durch das smarte Tracking in der Software folgt die Maske automatisch dem Gesicht. Abschließend muss die fertige Aufnahme nur noch gespeichert werden. Der Charakter der ursprünglichen Aufnahme bleibt hierbei vollständig erhalten. Diese Funktion steht für Gesichter wie auch alle anderen Gegenstände in Videos bereit. .
Bis dahin klingt alles prima und interessant. Aber jetzt kommt leider das Todesurteil für die Software, die ich schon fast gekauft habe (es gibt gerade einen Einführungsrabatt von 20 Prozent). Die Software gibt es nur für Windows und damit für mich als Mac-User nicht brauchbar. Mein Videoworkflow läuft auf macOS und iOS. Aber für wen Windows kein Hindernis ist, sollte sich die Demo von DISGUISE laden und testen. Auf der Website sind die genauen Features aufgeführt.

Das Metaversum kommt – ein bisschen

23. Februar 2022

Als SF-Fan seit früher Jugend beschäftige ich mich gerne mit Zukunftsfantasien. Und ich freue mich, wenn Ideen aus Bücher oder Filmen Realität werden, denn wie sagte schon Isaac Asimov: „Es waren die Utopisten, die die Welt voranbringen.“ Eine dieser Ideen, die mir seit der Lektüre von Neal Stephensons Buch Snow Crash gefallen haben, war das Metaverse.
Nachdem Mark Zuckerberg seinen Konzern in Meta umtaufte, nachdem die großen Player wie Google oder Apple massiv an VR- und AR-Brillen arbeiten, Meta die Oculus und Mircosoft die Hololens hat, scheint das Metaverse Zug um Zug Realität zu werden. Sony-Designer Yujin Morisawa stellte gerade das Design seiner VR-Brille PSVR 2 für die PS5 vor, die ich immer noch nicht erwerben konnte.

VR-Headset PSVR 2 und dessen Designer.

In Seminaren spreche ich über das Phänomen und ich bin einer hervorragenden Facebook-Gruppe Die deutsche Meta / Oculus Quest Familie beigetreten, um Infos aus erster Hand zu bekommen.
Was früher eine Sache von Insider war, die Pionieren wie Jaron Lanier folgten, ist es heute ein klarer Trend, sie jetzt auch der Branchenverband Bitcom feststelle.

Die Hololens macht Spaß und ich sehe enorme Möglichkeiten.
Die Hololens macht Spaß und ich sehe enorme Möglichkeiten.

Berufliche Meetings in der virtuellen Realität statt klassisch per Videokonferenz planen. Kleidung in digitalen 3D-Ladengeschäften anprobieren, statt im herkömmlichen Online-Shop auf Verdacht zwei Größen bestellen. Virtuelle Zeitreisen 150 Millionen Jahre in die Vergangenheit unternehmen, um zwischen gigantischen Brachiosauriern umher zu spazieren. So könnte die Zukunft des Internets aussehen, das sogenannte Metaversum. Es existiert bereits in ersten Ansätzen und ist ein gemeinsamer virtueller Raum, der das heutige Internet erweitert und durch den sich die Nutzer etwa mit Avataren bewegen können.

Bei den Menschen in Deutschland kommt das Thema mittlerweile an: Bereits jeder und jede Sechste (17 Prozent) hat vom Metaversum gehört oder gelesen. 9 Prozent wissen dabei allerdings nicht genau, was es ist. 5 Prozent wissen in etwa, was es bedeutet. Und 3 Prozent könnten nach eigenen Angaben bereits gut erklären, was man darunter versteht. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter 1.005 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren, die im Januar 2022 durchgeführt wurde. Demnach sagen auch 74 Prozent, sie hätten bislang noch nie vom Metaversum bzw. Metaverse gelesen oder gehört. „Das Metaversum ist eine der spannendsten Visionen unserer Zeit“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Schon heute stellen erste Firmen ihre Produkte im Metaversum vor und virtuelle Grundstücke wechseln dort für Millionenbeträge den Eigentümer.“ Beim Metaversum soll die bisherige Trennung zwischen realer Welt und virtueller Welt aufgehoben werden. In einem ersten Schritt geschieht dies bereits in Browser-Anwendungen oder mit Virtual-Reality-Brillen, künftig voraussichtlich auch verstärkt per erweiterter Realität (Augmented Reality) und durch digitale Zwillinge. In meinem wöchentlichen Newsletter berichte ich unter anderem über das Metaverse und die Klickzahlen zeigen, das Thema kommt an.

Ein Drittel der Deutschen ist grundsätzlich neugierig auf das Metaversum. Nach einer kurzen Erläuterung zum Thema im Zuge der Befragung gaben 34 Prozent an, das Konzept grundsätzlich spannend zu finden. 37 Prozent würden eine Virtual-Reality-Brille verwenden, um in das Metaversum einzutauchen, ein Viertel (24 Prozent) denkt, dass sich künftig weite Teile des privaten und beruflichen Lebens dort abspielen werden. Und ein Fünftel (19 Prozent) glaubt auch, dass das Metaversum Menschen näher zusammenbringt. Gleichwohl ist für die breite Mehrheit der Bevölkerung (81 Prozent) das Metaversum noch weit entfernte Zukunftsmusik. 42 Prozent halten es für einen Hype, der bald vorbei sein wird. „Auch, wenn noch viele Fragen offen sind: Das Metaversum hat das Potenzial, das Internet, wie wir es heute kennen, fundamental zu verändern“, betont Bitkom-Präsident Berg. „Und es kann große Chancen für die Gesellschaft und auch für die Wirtschaft mit sich bringen. Auf jeden Fall ist es eine Gestaltungsaufgabe.“

Krapfen, Berliner, Pfannkuchen, Kreppel, Kräppel – Hauptsache vom Bäcker

22. Februar 2022

Es gibt nichts, was es nicht gibt bei den Faschingskrapfen. Sie sind ausgefallen, bunt oder normal. Bei meinem Stammbäcker Bäckerei Konditorei Martin Reicherzer in Fürstenfeldbruck, für den ich auch ein wenig PR in Facebook und Instagram mache, gibt es 19 verschiedene Sorten von Krapfen. Ob klassisch mit Marmelade oder extravagant mit Pistazien-, Kaffee- oder Eierlikörfüllung – der Fantasie der Bäcker ist beim Gestalten und Füllen ihrer Krapfen keine Grenzen gesetzt.

Der Standard-Krapfen ist ein Siedegebäck, das schwimmend in Fett ausgebacken wird. Er beseht aus süßem Hefeteig mit einer Füllung aus Konfitüre und meist mit feinem Zucker bestäubt oder mit einer Glasur überzogen wird. Ein wesentliches Kennzeichen des Krapfens ist sein heller Ring um die Mitte, auch Bauchbinde oder Ranft genannt. Dieser Ring entsteht, wenn der noch ungebackene Krapfen zunächst bei geschlossenem Deckel drei Minuten gebacken wird. Ich interessiere mich vor allem, wie die Marmelade in den Krapfen kommt. Dazu habe ich ein Video über die Krapfenproduktion gedreht.

Handwerk vs Industrie
Ich bin ein Faschingsmuffel, was wohl an einen Kulturschock zu meinen Zeitungszeiten in Bonn zu Karneval lag. Aber ich genieße einen schönen handwerklich gebackenen Krapfen. Ich spreche nicht von der seelenlosen Industrieware aus dem Backshop oder dem Supermarkt, sondern von einem traditionell handwerklich hergestellten Krapfen aus einer Handwerksbäckerei. Den Unterschied schmeckt man einfach. Leider sind die wirklichen Bäckereien heute selten geworden und die gesichtslosen Backshops mit Industrieware machen sich breit. Ich hatte neulich in so einem mal nach den Inhaltsstoffen gefragt und die Dame, die den Verkaufsjob ausübt (und mehr was es nicht als ein Job), reichte mir nur eine Liste mit Inhaltsstoffen, wusste aber selbst nicht, was in ihren Backwaren alles vorhanden ist. Da lobe ich mir eine ausgebildete Bäckereifachverkäuferin, die Auskunft über Zutaten geben kann oder notfalls den Bäcker aus der Backstube ruft. Als Kunde habe ich auch eine Verantwortung, den Metzger oder den Bäcker vor Ort mit meinen Einkäufen zu erhalten. Wie oft muss ich lesen, dass Handwerksbetriebe schließen müssen? Das ist ein Verlust von Kultur und Geschmack. Wir haben es in der Hand.

So kam es zum Krapfen
Sehr schön sind die Geschichten, die sich um den Krapfen ranken. Es gibt zwei Versionen über die Entstehung der Krapfen, wobei mir als Geschichtenerzähler und Blogger die erste Geschichte besser gefällt. Um die Erfindung des ersten Krapfens rankt sich eine 400 Jahre alte Legende. Diese Legende
besagt, dass die Altwiener Hofratsköchin Cäcilie Krapf, genannt Frau Cilly, ihren Lehrling aus Wut mit einer Germteigkugel bewarf. Diese landete aber versehentlich im heißen Schmalztopf. Das war die Geburt des (Ur-)Krapfens.

Die wahre Geschichte der Faschings-Leckerei dürfte sehr weit zurückliegen. Denn schon die Römer hatten vor 2000 Jahren Teigkugeln in Fett herausgebacken und in Honig oder Mohn gewälzt, um sie dann zu verzehren. Diese kleinen Mohnkugeln wurden übrigens „Globuli“ genannt.
Der sogenannte Craphun kam dann im Mittelalter in den Klöstern auf den Tisch. Die Fastenzeit wurde damals sehr streng eingehalten, daher musste man Vorräte wie Butter, Eier und Schmalz früh genug aufbrauchen. Mit den fettigen, aber durchaus nährstoffreichen Krapfen waren die Klosterbewohner bestens für die bevorstehende Fastenzeit gewappnet.

Und was ich immer wieder feststellen muss: Der Krapfen heißt nicht überall Krapfen, sondern hat je nach Region seinen eigenen Namen. Was in Bayern und Österreich als Krapfen gilt, ist in Hessen als Kreppel oder Kräppel bekannt, nennt sich in Berlin selber wiederum Berliner Pfannkuchen und im Rheinland nur Berliner. Ich sag einfach zu dem Gebäck „das da“.
Zusammen mit Bäckermeister Martin Reicherzer habe ich einen Podcast zum Thema Krapfen gemacht. Viel Spaß beim Anhören.

Beschwerde bei Twitter über meinen Post

21. Februar 2022

Vieles kann ich nicht verstehen, was in Menschen abgeht und vieles ist mir im Grunde auch egal. Aber in diesem Fall schüttel ich doch den Kopf.

Also folgende Geschichte: Vielleicht haben Sie meinen jüngsten Post über die Tierfreunde Fürstenfeldbruck gelesen. Die Mitarbeiter des Schnelltestzentrums aus der Marthabräu Festhalle in Fürstenfeldbruck haben beschlossen, dass das Trinkgeld zu den Tierfreunden nach Maisach soll. Hier ist der Post verlinkt. Dazu gab es ein Bild von Kaninchen Karl-Heinz, der im neuen Kaninchen-Außengehege eine Unterkunft bekommen soll. Ich habe die Meldung in verschiedenen soziale Netzwerken wie Facebook und Twitter gepostet und ein paar Likes bekommen.

Kaninchen Karl-Heinz. Foto Tierfreunde

Tags darauf trudelte eine Meldung von Twitter bei mir ein, dass sich ein User über diesen Artikel geärgert hat und ihn bei Twitter als Verstoß gegen das NetzDG angezeigt. Twitter hat den Post geprüft und festgestellt, dass er nicht gegen deutsche Gesetze verstößt. Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) ist ein Gesetz, das bußgeldbewehrte Compliance-Regeln für Anbieter sozialer Netzwerke betreffend den Umgang mit Nutzer-Beschwerden über Hasskriminalität und andere strafbare Inhalte im Netz sowie eine vierteljährliche Berichtspflicht der Anbieter einführt, außerdem Opfern von Persönlichkeitsverletzungen im Internet einen Anspruch auf Auskunft über Bestandsdaten des Verletzers aufgrund gerichtlicher Anordnung eröffnet.

Natürlich verrät Twitter nicht, wer meinen Post gemeldet hat. Wenn es jemand war, der etwas gegen Tiere oder die Arbeit von Tierfreunden hat, dann ist das seltsam. Wenn es ein Impfgegner ist, dann sage ich: Lass dich impfen. Wenn es jemand ist, der ein Problem mit mir hat, muss ich damit leben nach der alten Strauß Devise: „Everybody’s darling is everybody’s Depp.“ Aber mir unverständlich bei einem Post über eine Spende an ein Tierheim. Und wenn es jemand ist, der Karl-Heinz heißt und es nicht haben kann, dass das Kaninchen auch Karl-Heinz heißt, dem kann man sowieso nicht helfen.

Ich habe den Kopf geschüttelt und werde weiter meinen Weg gehen und denke an einen sehr guten Spruch, den mir ein Seminarteilnehmer einst gesagt hat: „Ich bestimme, wer mich ärgert.“

Kaninchen Karl-Heinz und Freunde erhalten Spende

19. Februar 2022

Seitdem Sinatra, einer meiner Wellensittiche verstorben ist und sein Partner Dr. Watson zu meiner Mutter gezogen ist, haben wir seit Oktober 2020 zwei Kater aus der Tierauffangsstation/Tierfreunde Maisach Überacker zu uns genommen. Die Herren heißen Parsifal (nach Richard Wagner) und Atari (nach meiner Lieblingskonsole) – und die beiden Fellnasen gehören zur Familie.

Die Tierfreunde versorgen uns nicht nur mit den Vierbeiner, sondern über soziale Netzwerke mit allerlei witzigen und traurigen Geschichten aus der Tierwelt. Neben Leid gibt es aber auch schöne Nachrichten. Und ich habe mich wirklich über eine Spendenmeldung gefreut, weil ich weiß, was in dieser Tierauffangstation geleistet wird: Die Mitarbeiter des Schnelltestzentrums aus der Marthabräu Festhalle in Fürstenfeldbruck haben beschlossen: Trinkgeld soll zu den Tierfreunden nach Überacker.

Analena Haider mit Kaninchen Karl-Heinz

Es war eine große Überraschung von einem renommierten Unternehmen wie der MAHAVI Group angeschrieben zu werden. Im neu eröffneten Schnelltestzentrum in der Marthabräu Festhalle, haben die Mitarbeiter im vergangenen Dezember fleißig Trinkgeld bekommen. Anstatt das Trinkgeld gerecht auf alle Mitarbeiter aufzuteilen, hat sich das Team des Schnelltestzentrums dazu entschieden, das gesammelte Geld zu spenden. Ich finde, das ist eine tolle Geste.

Der Einsatz der Tierfreunde Brucker Land macht sie bekannt und dank reger Öffentlichkeitsarbeit, steigt der Zuspruch. Doch dass sich mittlerweile auch Unternehmen melden, freut die Tierschützer besonders. Die Station, welche bereits seit 2006 provisorisch im Wasserwerk der Gemeinde Maisach untergebracht ist, ist in die Jahre gekommen. Zu wenig Platz für die vielen Sachspenden und erst recht für die vielen Tiere. Durchgehend ausgelastet und am Limit, sagen die Tierfreunde. Solange kein ordentliches Kreistierheim in Aussicht ist, müsste das Beste daraus gemacht werden. Aktuell ist ein Kaninchen-Außengehege in Planung. Mit dem Trinkgeld, welches von Mitarbeitern des Schnelltestzentrums der MAHAVI Group persönlich übergeben wurde, ist das neue Kaninchengehege nun vollständig finanziert.
„Damit gehen wir einen großen Schritt in die richtige Richtung!“, so Andrea Mittermeir, Vorsitzende und Tierheimleitung. „Von renommierten Unternehmen gesehen zu werden, mit unseren kleinen und großen Sorgen zeigt, dass sich jede Mühe lohnt“. Das nächste Projekt ist bereits in Planung: Ein Katzenwald soll entstehen für die Dauergäste und schwer vermittelbaren Katzen.

Dune – der Wüstenplanet – ultimative Edition

17. Februar 2022

Verschoben, verschoben und immer wieder verschoben, aber jetzt ist sie eingetroffen, die ultimative Sammlerbox von Dune – der Wüstenplanet. Ich spreche von der Version von 1984 unter der Regie von David Lynch.

Koch Film hat tief in den Archiven gegraben, neues Material produziert und liefert jetzt die 4K-UHD-Version samt fünf Blurays und einer CD bei den treuen Sammlern wie mir ab. Aufgrund von Produktionsproblemen wurde die Veröffentlichung der Box in Acryl-Glas immer wieder verschoben, aber nun wird sie an die Besteller abgeliefert.

Ich habe gleich mal ein Unboxing gedreht, als ich überraschend meine Box sogar einen Tag zu früh bekommen habe. Gleich vorweg: Mir hat der Lynch-Film genauso gefallen, wie die geniale Neuverfilmung und natürlich hätte ich gerne was vom Irren Alejandro Jodorowsky von 1974 gesehen. Nun zumindest die Scans vom Drehbuch sind aufgetaucht. Als Fan der Bücher von Frank Herbert habe ich die drei verschiedenen deutschen Übersetzungen verglichen und es wäre eine geniale Idee von Koch gewesen, die ursprüngliche komplette Übersetzung von Wulf H. Bergner beizulegen, die Heyne nur unvollständig veröffentlicht hat. Den Kontakt kann ich Koch Film bei einer Neuauflage der Box gerne herstellen.

Aber ich will nicht meckern und undankbar sein. Die ultimative Edition ist unglaublich vielseitig und macht Spaß in das Universum von Frank Herbert einzutauchen. Besonders habe ich mich gefreut über den gut gedruckten Fotoband mit Entwürfen und Setfotos von Ron Miller, dem Production Designer von DUNE, inkl. eines Interviews mit ihm + Booklettext von Paul Poet sowie über die Comicadaption von Bill Sienkiewicz und Ralph Macchio. Ich werde einen Vergleich mit der Dune: The Graphic Novel von Kevin J. Anderson und Frank Herberts Sohn Brian Herbert sowie den Illustratoren Raúl Allén, Bill Sienkiewicz, und Patricia Martín in den nächsten Wochen vergleichen.

Über die Verfilmung von Dune 1984 ist schon genug geschrieben worden. Sparfuchs Dino de Laurentis hätte David Lynch mehr freie Hand geben sollen, dann wäre der Film noch größer geworden. Aber so ist er, was er ist und daher unbedingt die längere TV-Fassung ansehen, die in der Box enthalten ist, dann wird vieles klarer. Ich mag die Schauspieler Kyle MacLachlan, der für Lynch später die Hauptrollen in BLUE VELVET und TWIN PEAKS spielte, sowie Francesca Annis, Jürgen Prochnow, Max von Sydow, Patrick Stewart und Sting.
Der Soundtrack mit 17 Track stammt von Toto und Brian Eno, der der Box auch beiliegt. Dune-Fans hatten ihn schon lange, aber immer wieder hörenswert. Ich erinnere mich, als ich Joseph Stanley Williams von Toto mal interviewte. Er wollte über das neue Album von Toto sprechen, ich über seinen Papa John Williams und den Soundtrack zu Dune. Im Konzert spielte die Band dann Dune.

Ich will jetzt nicht jedes einzelne Interview in Video und Audio besprechen. Ich kann nur sagen: Kauft euch die Edition im Shop von Koch Film, nehmt euch ein paar Tage Zeit und genießt die Zeit auf Arakis, dem Wüstenplaneten. Es lohnt sich, versprochen.

Filmtipp: King Kong und die weiße Frau als Special Edition

15. Februar 2022

Seit ich Kind war, bin ich ein Fan von Kong. Irgendwann sah ich die Verfilmung von Merian C. Cooper im Fernsehen und war angetan vom Affen, der New York zerlegte und sich vom Empire State Building zu Tode stürzte. Es kamen nach Kong viele Monster, aber Kong blieb mein King.

Nun kam von Filmjuwelen vor kurzem die ultimative Kong-Fassung King Kong – Das achte Weltwunder auf Bluray heraus. Ich empfehle ausdrücklich die Special Edition. Selbstverständlich musste ich zugreifen und ich hab es nicht bereut. Ich feierte einen ganzen Tag lang die hervorragende Veröffentlichung, die ich jeden Filmfreund ans Herz legen möchte. Der Inhalt der Doppel-Bluray King Kong – Das achte Weltwunder kann sich sehen lassen: Enthalten sind die Filme King Kong und die weiße Frau (1933), King Kongs Sohn (1933) und Panik um King Kong (1949). King Kongs Sohn hatte ich bisher nur auf Super 8 und die Tricks sind prima. Panik um King Kong finde ich eher schwach. Zudem ist die colorierte Kong-Fassung enthalten, die ich bisher in besserer Version auf US-Laserdisc hatte und als besonderes Schnäppchen die verschollen geglaubte deutsche Fassung von 1933 Die Fabel von King Kong in toller Sychro mit deutscher Einleitung.

Ich genoss Szene für Szene des Hauptfilms von 1933. Was muss für ein Raunen durchs Kino von damals gegangen sein, als Kong die weiße Frau auszieht, die Eingeborenen zertrampelt oder wie Kong auf dem Dach des damals gerade fertiggestellte Empire State gegen die Flugzeuge kämpft. Die Tricks von Willis O’Brien fesseln mich noch heute. Stop Motion at his best. Willis O’Briens Erbe wurde später vom großen Ray Harryhausen fortgesetzt.

Und bevor jemand einen Kommentar schreibt: Die legendäre Spinnen-Szene ist nicht aufgetaucht und damit nicht enthalten. Wir erinnern uns: Bei der Jagd auf Kong stürzen Seeleute von einem Baumstamm in eine Schlucht und wurden von Spinnen gefressen. Merian C. Cooper schnitt diese Szene nach Testvorführungen aus dem Film, weil die Zuschauer schockiert über die Spinnen als weniger über Kong sprachen. Diese Szene ist bis heute verschwunden. Kong-Fan Peter Jackson drehte die Szene neu mit der damaligen Tricktechnik aufwendig nach und diese neue Spinnen-Szene ist auf der Bluray enthalten – schon alleine das ist der Grund für den Kauf.

Es sind noch einige Juwelen als Extras auf King Kong – Das achte Weltwunder mit dabei. Beispielsweise Dokus über die Stop Motion-Technik von Trickpionier Willis O’Brien, Creation (Fragment eines Filmprojekts) und die komplette Filmmusik von Max Steiner, für mich eines der großen Werke der Filmmusik. Zudem gab es Audiokommentare, darunter von Rolf Giesen – zu gerne würde ich den großen Mann der deutschen Filmkritik gerne einmal persönlich treffen.

Online-Dating birgt Risiken – Medienkompetenz zum Valentinstag

14. Februar 2022

Am heutigen Valentinstag möchte ich auf ein Problem mit Dating-Plattformen hinweisen. Dazu plane ich im April auch ein Seminar mit der Verbraucherzentrale Bayern, um die Medienkompetenz zu stärken.
Auch Kaspersky weist in einer Mitteilung auf die Datensammelwut der Plattformen hin. Dabei werden viele persönliche Daten in den Dating-Profilen veröffentlicht, die unter anderem für Doxing – das Sammeln und widerrechtliche Offenlegen personenbezogener Daten Dritter im Internet – missbraucht werden können.

Foto: Kaspersky

Kaspersky liefert dazu interessante und erschreckende Zahlen. Laut Analysen waren bereits viele Online-Dating-Nutzer von Cyberbedrohungen betroffen: Jeder sechste Dating-App-Nutzer (16 Prozent) war bereits von Doxing betroffen. 15 Prozent fielen bereits einem Scam zum Opfer und insgesamt 31 Prozent wurden von Scammern über Dating-Apps kontaktiert. Jeder Fünfte (21 Prozent) hat bereits einen schädlichen Link oder Anhang per Dating-App erhalten. Bei acht Prozent der Nutzer wurden intime Fotos online geleakt.

Vor dem heutigen Valentinstag meldet Kaspersky zudem verstärkte Betrugsaktivitäten und empfiehlt Nutzern von Online-Dating-Apps und -Websites, ihre Daten und ihre digitale Privatsphäre zu schützen. Zudem warnt das Unternehmen vor Nachahmungen beliebter Dating-Apps, um die persönlichen Daten der Opfer zu sammeln.

Foto: Kaspersky

E-Mails von Cyberkriminellen, in denen diese vorgeben, Frauen zu sein, die nach einem Partner suchen. Das Schema umfasst E-Mails mit einem Link zu einer Phishing-Seite, die das Profil einer Dating-Website nachahmt und die Person auffordert, ein Formular mit ihren persönlichen Präferenzen für einen zukünftigen Partner auszufüllen. Zuletzt wird der Nutzer aufgefordert, seine Bankdaten hinzuzufügen. Tut dies das Opfer, erleidet es einen Daten- wie auch finanziellen Verlust.

Die Kaspersky-Tipps für sicheres Online-Dating gebe ich gerne weiter und werde sie auch in meinem Seminar mit der Verbraucherzentrale erläutern.
Das Instagram-Konto (oder andere Social-Media-Konten) nicht mit dem Dating-App-Profil verknüpfen, um nicht zu viele potenziell nutzbare Informationen über sich selbst preiszugeben. Selbst wenn auf Instagram bereits Einstellungen für Datenschutz und Sicherheit vorgenommen wurden, besteht ein Risiko in der Verknüpfung.
Niemals Telefonnummern oder andere Messaging-App-Handles weitergeben. Die Kommunikation sollte nur innerhalb der Dating-Apps erfolgen, bis eine Vertrauensbasis mit dem Gegenüber entstanden ist. Beim Wechsel zu einer anderen Messaging-App sollte diese ebenfalls so eingerichtet sein, dass alle privaten Daten geschützt sind.
Aufmerksam sein, wenn der Chatpartner dazu auffordert, eine App auf dem Telefon zu installieren, eine bestimmte Website zu besuchen oder anfängt, verdächtige oder ungewöhnliche Fragen zu stellen, beispielsweise zum Lieblingslehrer oder dem ersten Haustier – das sind häufige Fragen zur Website-Sicherheit. Cyberkriminelle nutzen diese Informationen für Phishing, um Geld oder Identitäten zu stehlen.
Auf Dating-Apps können auch Bots vertreten sein, bei denen es sich nicht um reale Personen handelt. Diese können versuchen, Nutzer dazu zu verleiten, Geld oder Daten preiszugeben. Wenn Nutzer also ein komisches Bauchgefühl bei einem Chat beschleicht und die Antworten des Gegenübers nicht ganz mit den eigentlich gestellten Fragen übereinstimmen, kann davon ausgegangen werden, dass es sich um einen Bot handelt.
Einstellungen in der App so ändern, dass das eigene Profil nur den Personen angezeigt wird, mit denen man gematcht hat. So erhalten nicht alle Nutzer Zugriff auf die Daten. Wird diese Ansicht auf eine begrenzte Anzahl von Personen eingeschränkt, verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass Profilinformationen in die falschen Hände geraten.

Leimtopf, Honigtopf oder Chips – von kitschigen und kuriosen Kosenamen

12. Februar 2022

Der Valentinstag am 14. Februar steht vor der Tür und viele Paare werden diesen Tag wieder zum Anlass nehmen, um ihrem Schatz zum Beispiel etwas zu schenken. Oder ihrem Schnucki, ihrem Mausebär, ihrem Pupsi …

Zum Valentinstag gibt es bei der Bäckerei Martin Reicherzer in FFB schöne Herzen. Foto: Reicherzerer

Die Sprachlernplattform Babbel hat den kommenden Tag der Liebenden genutzt, um sich mit den gängigen, zumeist eher kitschigen, aber auch den etwas kuriosen Kosenamen in verschiedenen Sprachen zu beschäftigen. So gelingt ein kleiner Blick in die (verliebten) Köpfe der jeweiligen Kultur.

Französisch
Wie wohl überall sind die Klassiker unter den Kosenamen auch im französischsprachigen Raum weit verbreitet:„Chéri(e)“ (Liebling, Schatz), „mon amour“ (meine Liebe) oder „mon cœur“ (mein Herz). Wer seinen Liebsten oder seine Liebste aber auch mal ein wenig triezen möchte, verwendet in solchen Fällen gerne Namen wie „mon paresseux / ma paresseuse“ (Faulchen, Fauli), wenn jemand zu Faulheit oder Trägheit neigt; „ma guidoune“ (Aufmerkamkeitssuchende:r), wenn jemand sehr viel Aufmerksamkeit einfordert oder auch „mon pot de colle“ (mein Leimtopf) für jemanden, der sehr anhänglich ist und nicht die Finger von dem oder der Liebsten lassen kann. Von der Kulinarik abgeleitet sind auch „mon petit chou“ (mein kleiner Kohl) und „mon saucisson“ (mein Würstchen).

Spanisch
Der allgegenwärtige Liebling heißt im Spanischen „cariño“, wird jedoch auch häufig abgekürzt („cari“) oder verniedlicht („cariñito“). Ähnlich abgewandelt wird auch „amor“ (Liebe), nämlich in „amore“ oder „amorcito“. Besonders ausgefallen wird es wieder bei diesem „leckeren“ Kosenamen: „media naranja“. Die Liebeserklärung bedeutet so viel wie „eine halbe Orange“ und drückt aus, dass der oder die Liebste die andere Hälfte von einem selbst ist.

Schwedisch
Unter die Kategorie liebevolle aber auch leicht triezende Kosenamen fallen im Schwedischen „tjockis“ (Dickerchen) und „gullegris“ (goldenes Schwein), die den nicht ganz so subtilen Hinweis geben, dass der oder die Betitelte etwas träge und weniger fit ist. Der Kosename „sötnos“ auf der anderen Seite bedeutet wortwörtlich „Süßer Nase” oder vielmehr „Süße Schnauze.” Tierisch lieb.

Italienisch
Italienischsprachige Herzensbrecher:innen betonen mit dem Namen „cucciolo“ (wörtlich: Jungtier/Welpe) mit Vorliebe die Niedlichkeit des Partners oder der Partnerin. Frauen werden im Italienischen auch als „rimba“ angesprochen – auf liebevolle Art und Weise wird so ausgedrückt, dass diejenige gerade ein wenig zerstreut ist. Unter dem aktuellen, wenig erfreulichen Pandemie-Umstand sticht ein italienischer Kosename besonders hervor: „microbino mio“ (wortwörtlich: mein Mikröbchen). Mit anderen Worten: eine Verniedlichung im Extremfall.

Niederländisch
Was für eine geschmackvolle Liebeserklärung: Auch im Niederländischen geht Liebe durch den Magen, weshalb der oder die Liebste schon mal als „patatje“, also als Chip bzw. Pommes frites betitelt wird – ein Snack, der wahres Comfort-Food ist.
Ein Kosename, der nur in stabilen und humorvollen Beziehungen und am besten auch nicht in Anwesenheit Anderer verwendet werden sollte, ist „poepie“ (Pups) oder auch „scheetje“ (kleiner Furz).

Dänisch
Schatz – den Klassiker unter den Kosenamen gibt es natürlich auch im Dänischen: „elskling“. Er wird abgeleitet vom Verb lieben – at elske. Zwei neckende Kosenamen, die vor allem für Männer verwendet werden, sind das selbsterklärende „bandit“ und „honningprut“, das so viel wie Honigtopf bedeutet und sich auf einen anhänglichen, offenbar aber auch süßen Mann bezieht. Abhängig davon, wie sehr man Lakritze mag, kann man seine Liebsten auch „dropje“ nennen – also kleiner Lakritz-Bonbon.

Und zum Schluss eine ehrenvolle Erwähnung: Die kurze tibetische Liebeserklärung „Nyingdu-la“ übertrumpft alle anderen und wird übersetzt als „hochverehrtes Gift meines Herzens“. Das bedeutet, trunken vor Liebe zu sein.

Ich bleibe bei den Bäcker-Herzen meines Bäckers und hab einen Podcast dazu gemacht: