Posts Tagged ‘Gesichter’

Videoreporter aufgepasst: Einfaches Verpixeln von Gesichtern

24. Februar 2022

Das Thema Bewegtbild schlägt komplett in allen Medienformen durch. Zuckerberg hat gerade Reels in Facebook weltweit freigeschaltet, YouTube-Videos gehören zum täglichen Konsum, TikTok und Insta-Videos laufen hervorragend. Doch was mache ich, wenn in meinem Videos Personen auftauchen, dessen Privatsphäre ich unabsichtlich verletzt habe. In der Vergangenheit habe ich aufwendig mit After Effects das Gesicht der Person verpixelt oder das Material in die Tonne getreten.
Jetzt flatterte mir eine interessante Möglichkeit ins Mailpostfach. DISGUISE V1 des deutschen Unternehmens proDAD heißt das Tool, das Videoreporter sich einmal näher anschauen sollten.

Wie wir alle wissen (sollten) sind die Urheber von Videos verpflichtet, Gesichter fremder Menschen oder andere vertrauliche Details zu schützen, wenn diese öffentlich zugänglich sind oder im Internet hochgeladen werden. Die Software DISGUISE wendet sich an professionelle und private Video-Autoren, die Details in ihren Videos automatisch und sehr präzise anonymisieren wollen. Die Software bietet automatische Trackingfunktionen von Gesichtern und Objekten in Videos und hilft Datenschutzstandards einzuhalten, um mögliche Unterlassungsklagen vorzubeugen.

Die Bedienung scheint einfach: Nach dem Import der Aufnahmen in DISGUISE wählt der Anwender eine geeignete Maskenform aus und passt diese den Konturen des Gesichtes an. Hierbei kann die Größe des Mosaiks frei bestimmt werden. Die Maskenumrisse lassen sich auf Wunsch zusätzlich weichzeichnen. Durch das smarte Tracking in der Software folgt die Maske automatisch dem Gesicht. Abschließend muss die fertige Aufnahme nur noch gespeichert werden. Der Charakter der ursprünglichen Aufnahme bleibt hierbei vollständig erhalten. Diese Funktion steht für Gesichter wie auch alle anderen Gegenstände in Videos bereit. .
Bis dahin klingt alles prima und interessant. Aber jetzt kommt leider das Todesurteil für die Software, die ich schon fast gekauft habe (es gibt gerade einen Einführungsrabatt von 20 Prozent). Die Software gibt es nur für Windows und damit für mich als Mac-User nicht brauchbar. Mein Videoworkflow läuft auf macOS und iOS. Aber für wen Windows kein Hindernis ist, sollte sich die Demo von DISGUISE laden und testen. Auf der Website sind die genauen Features aufgeführt.

Faszinierende Ausstellung: Ikko Tanaka Gesichter in der Pinakothek der Moderne München

15. Juli 2018

Einfach fasziniert bin ich von der Kunst von Ikko Tanaka In der Pinakothek der Moderne.

Einfach fasziniert bin ich von der Kunst von Ikko Tanaka In der Pinakothek der Moderne.

Irgendwie habe ich ein Fable für Japan. Ich spreche die Sprache zwar nicht, war auch nie vor Ort, aber ich sehe den enormen Einfluss der japanischen Kultur. Und daher musste ich die Plakatausstellung von Ikko Tanaka in der Pinakothek der Moderne unbedingt ansehen. Heute ist der letzte Tag der Ausstellung in München. 

Im Grunde ist es nur eine Wand mit Plakaten, die das Kunstmuseum uns da präsentiert, aber die Vielfalt der Eindrücke ist enorm, so dass ich mir die Zeit genommen habe, jedes Plakat zu studieren. Inspiriert von Bauhaus, amerikanischem Jazz und der ästhetischen Tradition Japans, ist Ikko Tanaka (1930-2002) bis heute einer der einflußreichsten japanischen Grafikdesigner. Die Präsentation in der Pinakothek der Moderne widmet sich dem Motiv des Gesichts im Plakatschaffen dieses Vermittlers zwischen japanischer Kultur und dem Westen. Und der Künstler präsentiert uns seine Interpretation von Gesichter auf komplett unterschiedlichste Weise: Mal als Foto, mal als opulente Grafik, mal als ganz reduzierte Grafik: Als Kind lernte ich den Spruch „Punkt, Punkt, Komma, Strich – fertig ist das Mondgesicht!“ Dieser kindliche Spruch kam mir als erstes in den Sinn als ich die Kunst von Ikko Tanaka sah und sie hat mich wirklich begeistert. 

Wie in einer Schönheitengalerie passieren die Gesichter Revue: in radikaler geometrischer Abstraktion, kalligrafischer Expressivität oder gebannt durch Fotografie, zeichenhaft, verfremdet, als undurchdringliche Maske, surreal, verspielt. Mit sublimer Verführung oder theatralischer Anmache wollen diese Gesichter die Aufmerksamkeit des Betrachters gewinnen, sei es für No- und Kabuki-Theater, sei es für Ausstellungen, Kommunikationsunternehmen oder eine Kollektion des Modedesigners Issey Miyake. Leider, leider gab es im Museumsshop keinen Ausstellungskatalog, denn gerne hätte ich vom Werk von Ikko Tanaka nach Hause genommen, um mich noch näher mit seiner Kunst zu beschäftigen.