Manche Filme altern. Und manche werden mit jedem Jahr, das vergeht, nur größer. Die glorreichen Sieben gehört zweifellos zur zweiten Kategorie. Ich habe diesen Film in meiner Matinee im Scala Kino besprochen. Die nächste Western-Matinee im Scala ist Little Big Man am Sonntag, 17. Mai. Karten gibt es hier.

Am 23. Oktober 1960 feierte der Western von Regisseur John Sturges in den USA Premiere – und trat damit eine Lawine los, die bis heute nicht zur Ruhe gekommen ist. Was auf den ersten Blick wie ein klassisches Abenteuer im Wilden Westen wirkt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als präzise destillierter Mythos über Würde, Opfer und die seltsame Melancholie des Heldentums. Hier die Aufzeichnung meines Vortrags.
Von Tokio nach Mexiko
Die Ursprünge des Films liegen in Japan. John Sturges adaptierte den Stoff von Akira Kurosawas berühmtem Film Die sieben Samurai für ein Western-Szenario – und ließ dabei aus einem Klassiker einen weiteren Klassiker entstehen. Kurosawa selbst war offenbar beeindruckt: Er soll John Sturges nach Erscheinen des Films ein zeremonielles Schwert als Geschenk geschickt haben. Eine schönere Würdigung lässt sich kaum vorstellen.




Die Handlung ist einfach und zugleich zeitlos: Ein armes mexikanisches Dorf wird regelmäßig von einer Banditenbande unter dem Anführer Calvera bedroht und ausgeraubt. Einige der Dorfbewohner machen sich auf, um Männer mit Gewehren zu engagieren – und finden in Chris einen Anführer, der es schafft, mit dem wenigen Geld der Bauern fünf weitere fähige Revolverhelden zu gewinnen.
Eine Besetzung wie ein Traum
Was den Film unsterblich gemacht hat, ist weniger die Handlung als das Ensemble, das Sturges vor die Kamera holte. In den Hauptrollen sind Yul Brynner, Eli Wallach, Steve McQueen, Charles Bronson, Horst Buchholz, Robert Vaughn, Brad Dexter und James Coburn zu sehen. Jeder von ihnen bringt eine eigene Energie mit – und gemeinsam erzeugen sie ein Charisma, das die Leinwand regelrecht zum Glühen bringt. Man spürt hinter jeder ruhigen Geste, jedem kurzen Blick, dass hier nicht Figuren agieren, sondern Archetypen: Mut, Einsamkeit, Coolness und stille Melancholie, auf sieben Männer verteilt.
Musik, die größer ist als der Film
Kein Rückblick auf Die glorreichen Sieben wäre vollständig ohne die Musik. Elmer Bernsteins Filmmusik wurde 1961 für den Oscar nominiert. Das Titelthema gilt bis heute als eine der bekanntesten Western-Filmmusiken überhaupt – und wurde später unter anderem auch in der Werbung verwendet, am bekanntesten in der Version für die Zigarettenmarke Marlboro. Das heroische Thema ist mehr als Begleitung – es ist ein unsichtbarer Erzähler, der jede Szene adelt.


Ein Film, der Geschichte schrieb
Die glorreichen Sieben wurde 2013 in das National Film Registry aufgenommen – jene Sammlung, in der die Library of Congress Filme von herausragender kultureller, historischer oder ästhetischer Bedeutung bewahrt. Eine Auszeichnung, die kein Preisgeld kennt, aber vielleicht die ehrlichste von allen ist.





Der Film taucht seit über fünfzig Jahren als einer der besten Western überhaupt in unzähligen Lieblingslisten auf. Und das zurecht: Denn hinter dem Staub, den Revolverduellen und dem donnernden Bernstein-Thema verbirgt sich eine zutiefst menschliche Geschichte – über Menschen, die für andere kämpfen, nicht weil es sich lohnt, sondern weil es das Richtige ist. Diese Haltung macht Die glorreichen Sieben zeitlos. Und sie macht ihn, heute wie damals, zu einem der edelsten Abenteuer, die das Kino je hervorgebracht hat.
Die nächste Western-Matinee im Scala ist Little Big Man am Sonntag, 17. Mai. Karten gibt es hier.
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