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Manuela Merl: Lebkuchen ans Hirn

17. Dezember 2017
Danke an Manuela Merl für das nette Paket mit Lachsack und Buch „Lebkuchen ans Hirn“.

Danke an Manuela Merl für das nette Paket mit Lachsack und Buch „Lebkuchen ans Hirn“.

Es freut mich sehr, wenn Kolleginnen und Kollegen ihr Ding durchziehen. So erging es mir bei meiner Münchner Facebook-Bekanntschaft Manuela Merl, die vor kurzem ihr Buch Lebkuchen ans Hirn veröffentlicht hat.
Lebkuchen ans Hirn ist eine Sammlung von 21 Kurzgeschichten, die sie über die Jahre geschrieben hat. Nun packte sie sich ein Herz und verarbeitete diese Geschichten zu einem Buch, das sie mir freundlicherweise kostenlos zur Verfügung stellte. Ich habe dieses Buch nicht am Stück gelesen, sondern mal hier eine Geschichte, mal dort eine Geschichte. Bewundernswert wie sehr Manuela Merl die Marketingtrommel für ihr selbstverlegtes Buch rührt. Sie ist so erfolgreich, dass sie die zweite Auflage des Buches nachdrucken ließ, denn das Buch Lebkuchen ans Hirn fand einen rasenden Absatz. Sie nutzte dabei die zahlreichen Möglichkeiten der sozialen Netzwerke und sie war live auf einer Lesung in Pasing ihres Buches anzutreffen. Ich finde es super, wie sehr sich Manuela Merl für ihr Buch Lebkuchen ans Hirn einsetzt. Dieses Engagement motiviert und motiviert auch mich, mal wieder etwas zu veröffentlichten. Mal sehen, über die Weihnachtszeit finde ich eine ruhige Minute zum Konzeptionieren.
Meine noch größere Hochachtung hat die Autorin, denn Manuela Merl ist Legasthenikerin. Und trotz dieser Schreibschwäche hat sie ein Buch mit ihren Geschichten herausgebracht. Sie greift auf ein gutes Lektorat zurück, die ihre Fehler ausbügeln, damit Manuela Merl ihre Sache durchziehen kann. Das finde ich bemerkenswert und großartig.
Die 21 Geschichten des Buches sind kleine Alltagsgeschichten, die Manuela Merl in Erinnerung geblieben sind und diese aufgeschrieben hat. Es sind, wie sie auf ihrer Website schreibt „humoristischen Geschichten aus dem Alltag ohne erhobenen Zeigefinger“. Das ist für mich der richtige Weg des Geschichtenerzählens. Sie hat zur Werbung ihres Buch eines Trailer produziert, der einen guten Überblick über den Inhalt ihres Buches gibt.

Zudem gibt es ein Video über ihre Erstlesung des Buches in Pasing. Ich finde dieses Engagement wirklich bemerkenswert.

Mein Treffen mit Gerhard Polt

12. November 2017

Gerhard Polt ist für mich einer der größten Humoristen der Gegenwart. Ich bin mit seiner Serie „Fast wie im richtigen Leben“ aufgewachsen, habe die Kinofilme – allen voran Kehraus – genossen. In meinem Blog habe ich ihm zum Geburtstag gratuliert und so war es nun an der Zeit, diesen Mann einmal persönlich zu treffen. Ich kannte Polt von Auftritten, aber richtig nah bin ich ihm bisher (leider) noch nicht gekommen. Das sollte sich ändern.

Werbung für den Auftritt von Gerhard Polt bei Ludwig Beck.

Werbung für den Auftritt von Gerhard Polt bei Ludwig Beck.

Ich hatte die Gelegenheit am Faschingsstart am 11.11. in München. Gerhard Polt hatte zwei Lesungen im Münchner Zentrum, einmal im Ludwig Beck, einmal im Hugenbubel in den Fünf Höfen. Er präsentierte sein Buch Der große Polt – ein Konversationslexikon. Zu Hause suchte ich mir zwei Polt-Bücher aus, die ich mir vom Meister signieren lassen wollte. Einmal handelte es sich um das gesammelte Werk Circus Maximus, zum anderen das Buch zum Film Kehraus. Bei letzten hoffte ich, dass Polt den Humor versteht, schließlich ist es für mich der Faschingsfilm schlechthin und schließlich ist heute Faschingsstart.

Diese beiden Bücher von Gerhard Polt wollte ich mir signieren lassen: Circus Maximus und Kehraus.

Diese beiden Bücher von Gerhard Polt wollte ich mir signieren lassen: Circus Maximus und Kehraus.

Ab ging es in den fünften Stock vom Ludwig Beck in die Musikabteilung. Ich kam etwas spät aufgrund des üblichen Chaos mit der Münchner S-Bahn und fand Gerhard Polt auf einem grünen Sessel hinter einem Tisch mit schwarzem Tuch beim Lesen eines Konversationslexikons. Sehen konnte ich Gerhard Polt anfangs leider nicht, weil zu viele Menschen da waren und auch die vordere Reihe nicht auf dem Boden Platz nehmen wollte.

Aber ich hörte Polt und ich genoss es. Die Geschichten aus dem Der große Polt sind für mich nicht mehr so brillant wie die früheren Werke. Ich schloss die Augen und genoss die Betonungen, den feinen Humor in seiner Stimme und fühlte mich trotz der Wärme der eng stehenden Menschen wohl. Ich wusste wieder, warum ich den Polt so mag. Neben dem leider verstorbenen Loriot ist er für mich der Geschichtenerzähler per excellence. Er schaut uns Bayern einfach aufs Maul, eben ein Grantler und Poet in einer Person.

Nach rund 45 Minuten war die Lesung vorbei und Gerhard Polt war bereit für Autogramme. Ich hätte mir den Der große Polt kaufen können, wollte aber lieber meine mitgebrachten Bücher signieren lassen. Ich hatte Glück und war relativ schnell an der Reihe und ließ ein Buch für meine Frau und ein Buch für mich signieren. Meine Frau bekam den Spruch Mit Respekt und ich bekam die Widmung Mit Freude hineingeschrieben.

Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sich ein kurzer poltscher Dialog entwickelte. Ich sprach ihn auf den 11.11. an, schließlich hatte ich Kehraus dabei. Er antwortete mit der Nachfrage nach dem Verspeisen einer Martinsgans und ich betonte, wie wichtig mir der Schweinsbraten sei. Ich genoss es und mich zerriss es innerlich. Am liebsten hätte ich laut losgebrüllt in der Autogrammstunde. Ich fand es witzig, zum Brüllen komisch – ob Gerhard Polt es auch so verstanden hat, das weiß ich leider nicht. Ich hab davon ein Video gemacht.

Innerhalb weniger Minuten war alles vorbei. Die Schlange hinter mir war lang, sehr lang und alle wollten noch ein Autogramm von Gerhard Polt haben. Also machte ich mich vom Acker.
Zu Hause nahm ich die Bücher bei einem Weißbier in die Hand und blätterte die Geschichten durch. Vielen Dank lieber Gerhard Polt. Ich habe die Momente mit Ihnen sehr genossen und freue mich auf ein Wiedersehen.

Buchtipp: Resturlaub von Tommy Jaud

28. April 2017
Nette Unterhaltung und mein Buchtipp für heute: Resturlaub

Nette Unterhaltung und mein Buchtipp für heute: Resturlaub

Keine große Literatur, aber für einen Tag nette Unterhalterung mit Lokalkolorit – so sehe ich das Buch Resturlaub: Das Zweitbuch von Tommy Jaud. Eigentlich lese ich solche Art von Romanen gar nicht, aber ich war neugierig.
Bei einem Abendessen mit dem Allgäuer Herrenausstatter Klaus Felbinger auf Einladung von Sabine und Armin Gross vom Hotel Prinz Luitpold Bad kamen wir auf die Franken zu sprechen. Ich arbeite sehr oft in Franken und mein bester Kumpel kommt auch aus Nürnberg. Die Allgäuer stellten fest, dass die Franken so ihre Marotten haben und ich konnte dem nur zustimmen. Da fiel Klaus Felbinger ein Buchtipp ein: Resturlaub von Tommy Jaud. Eine netter, harmloser Unterhaltungsroman, der zum Teil in Bamberg spielt. Nun, Bamberg ist mir gut bekannt, Franken sowieso und auf dem Nachhauseweg von der Esseneinladung bestellte ich mir auf gut Glück das Buch.
Innerhalb eines Tages hatte ich den Roman durch und musste – ich geb es gar nicht gerne zu – zeitweise richtig laut loslachen. Tommy Jaud, der eigentlich aus Schweinfurt kommt, spiegelte die fränkische Mentalität in diesem Buch sehr, sehr gut wider. Hinzu kommen noch Dialekteinflüsse aus Stuttgart und der Spaß ist komplett. Das ganze ist eine Art moderner Männerroman geworden. Ein Mann auf der Flucht vor sich selbst. Er will vor Freundin, Job und drohendem Einfamilienaus aussteigen, flieht nach Argentinien und kommt reumütig nach Bamberg in sein langweiliges Leben zurück. Trotz starker Humoreinlagen eigentlich ein tottrauriges Buch über ein fränkisches Spießerleben.
Wer also in seiner Midlife-Crisis ist, wer aus Franken kommt oder wer mal ein wenig laut loslachen will, der sollte sich dieses Buch für ein paar Stunden reinziehen. Wie gesagt, Resturlaub: Das Zweitbuch ist keine große Literatur, aber harmlose Unterhaltung mit einem – für mich – deprimierendem Ende. Mir hat es ganz gut gefallen.