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Ferris macht blau – Matinee am 30. August im Scala Fürstenfeldbruck

29. August 2026

Manchmal muss man einfach aussteigen. Aus dem Stundenplan, aus den Erwartungen, aus dem ganz normalen Wahnsinn des Alltags. Genau das macht Ferris Bueller – und zwar mit einer solchen Mischung aus Charme, Dreistigkeit und Lebensfreude, dass „Ferris macht blau“ auch Jahrzehnte nach seiner Premiere nichts von seiner unwiderstehlichen Energie verloren hat. Daher präsentiere ich diesen Teenie-Klassiker der 80er in meiner Matinee am Sonntag, 30. August im Scala Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.

John Hughes’ Kultkomödie aus dem Jahr 1986 ist weit mehr als eine Geschichte über einen Schüler, der keine Lust auf Unterricht hat. Es ist eine Liebeserklärung an die Freiheit, an die Freundschaft und an jene kostbaren Augenblicke, in denen man beschließt, das Leben nicht auf später zu verschieben.

Ferris Bueller, gespielt von Matthew Broderick, ist der König des Schulschwänzens. Während seine Eltern glauben, ihr Sohn liege schwer krank im Bett, hat Ferris längst einen perfekten Plan geschmiedet. Gemeinsam mit seiner Freundin Sloane und seinem besten Freund Cameron macht er sich auf den Weg nach Chicago. Und weil ein gewöhnlicher Ausflug natürlich nicht reicht, gehört auch der kostbare Ferrari von Camerons Vater zum Programm.

Was folgt, ist einer der berühmtesten Tage der Filmgeschichte. Ferris und seine Freunde besuchen ein Baseballspiel, genießen ein vornehmes Restaurant, entdecken Kunst im Museum und stürzen sich mitten hinein ins pulsierende Leben der Großstadt. Ferris übernimmt sogar eine Parade und verwandelt „Twist and Shout“ in eine mitreißende Hymne auf die pure Lebensfreude. Gleichzeitig setzt Schuldirektor Ed Rooney alles daran, den vermeintlich kranken Schüler auf frischer Tat zu ertappen – und schlittert dabei von einer Katastrophe in die nächste.

Doch hinter all dem anarchischen Spaß steckt überraschend viel Gefühl. Vor allem Cameron macht „Ferris macht blau“ zu mehr als einer Teenagerkomödie. Während Ferris scheinbar unbeschwert durchs Leben tanzt, trägt sein bester Freund Ängste und Unsicherheiten mit sich herum. Für ihn wird dieser verrückte Tag zu einer Befreiung. Am Ende geht es deshalb nicht nur darum, die Schule zu schwänzen. Es geht darum, den Mut zu finden, das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen.

John Hughes trifft dabei einen Ton, der nur selten so perfekt gelungen ist: frech und warmherzig, überdreht und melancholisch, romantisch und rebellisch zugleich. Ferris spricht direkt mit dem Publikum, durchbricht die vierte Wand und macht uns zu seinen Mitverschwörern. Wir schauen ihm nicht einfach beim Blaumachen zu – wir machen gewissermaßen mit.

Und natürlich besitzt der Film einen unschätzbaren Vorteil: Er macht einfach gute Laune. Das Chicago der 1980er Jahre wird zur riesigen Spielwiese, der Ferrari zum Symbol einer verbotenen Freiheit und Ferris selbst zum Botschafter einer ebenso einfachen wie zeitlosen Botschaft: Das Leben wartet nicht.

Darin liegt vielleicht das Geheimnis, warum „Ferris macht blau“ bis heute so hervorragend funktioniert. Hinter der Komödie steckt eine Wahrheit, die mit zunehmendem Alter sogar an Bedeutung gewinnt. Termine, Verpflichtungen, Arbeit und Alltag können unsere Tage bestimmen – und plötzlich stellen wir fest, wie schnell die Jahre vergangen sind.

„Ferris macht blau“ ist 1980er-Jahre-Kino in seiner schönsten Form: witzig, romantisch, rebellisch und voller Lebensfreude. Ein Kultfilm über Freundschaft und Freiheit – und eine Einladung, das Leben nicht an sich vorbeiziehen zu lassen.

Oder wie Ferris es auf den Punkt bringt: Das Leben bewegt sich ziemlich schnell. Wer nicht ab und zu innehält und sich umsieht, könnte es verpassen. In meiner Matinee am Sonntag 30. August im Scala Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.

Konzertkritik: B-52s in der Berliner Zitadelle

7. Juli 2026

Mitte der 80er Jahre des vergangene Jahrhunderts machte mich mein Schulfreund Robert auf eine Band aufmerksam, die ich vom Namen her in ein anderes Genre verordnet hätte B-52s. Es war ein Bomber, obwohl die schrille Musik eingeschlagen hatte, wie eine Bombe. Die B-52s klangen wie eine wilde Party aus den 80ern: New Wave und Post-Punk mit knalligen Surf-Gitarren, treibenden Synthesizern und vor allem den unverwechselbaren Doppelstimmen von Kate Pierson und Cindy Wilson – mal schrill, mal sinnlich, immer exzentrisch.


Dazu kommen absurde, spielerische Texte voller Kitsch, Sci-Fi und Camp-Humor. Der Sound ist tanzbar, energiegeladen und hat diesen unnachahmlichen Retro-Futurismus: gleichzeitig altmodisch und total eigen. Songs wie Rock Lobster oder Love Shack sind Paradebeispiele – laut, schräg und unwiderstehlich.


Jetzt habe ich die Band in der Berliner Zitadelle wieder gesehen und es war ein Erlebnis. Es war einer dieser Sommerabende, an denen die Luft so schwer und warm ist, dass man das Gefühl hat, die Zeit stehe still. Die Zitadelle Spandau, dieses monumental schlafende Gemäuer aus dem 16. Jahrhundert, hatte sich für eine Nacht in etwas Leichteres verwandelt – in einen Ort der reinen, schreienden Lebensfreude. Und dann kamen die B-52s.
Drei alte Leute Fred Schneider, Kate Pierson und Cindy Wilson betraten die Bühne, und irgendetwas in der Brust – tief drin, da wo man Dinge aufbewahrt, die man nie ganz erklären kann – zog sich zusammen. Nicht vor Trauer. Vor Wiedererkennung. Und die Stimme der 78jährigen von Kate Pierson war noch immer ein Hammer.


Schon bei den ersten unverkennbaren Riffs von „Planet Claire“ lag eine beinahe greifbare Elektrizität in der Abendluft. Die Band schaffte es ab der ersten Sekunde, diese ganz besondere, bittersüße Melancholie des Abschieds mit einer puren, unbändigen Lebensfreude zu verschmelzen. Es war unmöglich, sich dem hypnotischen Groove und dem einzigartigen, perfekt gealterten Gesangsharmonien zu entziehen. Als dann die ikonischen Klänge von „Love Shack“ und schließlich das ekstatische „Rock Lobster“ durch die alten Gemäuer der Zitadelle hallten, gab es kein Halten mehr: Wildfremde Menschen lagen sich tanzend in den Armen, schrien sich die Kehle aus dem Leib und feierten das Leben, die Musik und diese unvergängliche Band. Es war kein bloßes Konzert – es war eine emotionale Zeitreise, ein farbenfrohes Fest der Nostalgie, das uns mit glücklichen Tränen in den Augen und einem tiefen Gefühl der Dankbarkeit in die Berliner Nacht entließ

Für Einsteiger empfehlenswert ist für mich das Album B52

Wenn Musik Herzen verbindet: Singabende und Ukulele-Glück im Hotel Prinz-Luitpold-Bad

8. Juni 2026

In meinem Lieblingshotel Hotel Prinz-Luitpold-Bad in Bad Hindelang wird Musik nicht nur gehört, sondern gemeinsam erlebt. Wenn sich auf Einladung der Hoteliers Armin und Sabine Groß die Gäste des Hauses zu einem Musikabend versammeln, entsteht eine besondere Atmosphäre der Nähe und Herzlichkeit. Bei einem Kurzurlaub genoss ich diese Herzlichkeit und sog die Atmosphäre in mich auf.

In der warmen, persönlichen Umgebung des traditionsreichen Hotels im Allgäu kommen Menschen zusammen, die sich vielleicht erst seit wenigen Tagen kennen – und doch verbindet sie in diesem Moment etwas sehr Einfaches und zugleich sehr Kraftvolles: das gemeinsame Singen. Vertraute Melodien, bekannte Liedzeilen und die Freude am Mitmachen schaffen ein Gefühl von Gemeinschaft, das weit über den Augenblick hinauswirkt. Jeden Montag kommt man um 20:30 Uhr zusammen, um zusammen zu musizieren und zu singen.

Dabei geht es nicht um Perfektion oder große Bühnenauftritte, sondern um das gemeinsame Erleben. Stimmen mischen sich, Erinnerungen werden wach, und manches Lied lässt die Gäste schmunzeln, träumen oder leise mitsummen. Ich habe gesummt, sonst wäre es nicht zu ertragen. Für eine Weile treten Alltag, Termine und Unterschiede in den Hintergrund. Im Mittelpunkt stehen Musik, Begegnung und die Freude daran, miteinander etwas Schönes entstehen zu lassen. Gerade in einem Haus wie dem Hotel Prinz-Luitpold-Bad, das für Gastfreundschaft, Erholung und eine besondere Verbindung zur Allgäuer Lebensart steht, passt dieses musikalische Miteinander hervorragend zum Charakter des Hauses.

Aus diesen Musikabenden heraus entsteht nun eine weitere schöne Idee: Geplant sind für dieses Jahr Ukulele-Workshops im Hotel, bei denen Gäste dieses wunderbare Instrument näher kennenlernen können. Die Ukulele ist wie geschaffen für solche gemeinsamen musikalischen Momente. Sie ist klein, leicht, handlich und wirkt schon auf den ersten Blick sympathisch. Ihr heller, warmer Klang verbreitet sofort gute Laune und erinnert an Sonne, Leichtigkeit und unbeschwerte Stunden. Gleichzeitig ist sie ein Instrument, das auch Einsteigern schnell Erfolgserlebnisse schenkt. Schon mit wenigen Akkorden lassen sich viele bekannte Lieder begleiten, sodass die Hemmschwelle niedrig ist und der Spaß sehr schnell im Vordergrund steht. Meine sehr musikalische Gattin hat sich gleich nach dem Kurzurlaub ein Instrument angeschafft und übt seitdem – mit hörbaren Fortschritten.

Gerade deshalb eignet sich die Ukulele ideal für Gäste, die vielleicht schon lange einmal ein Instrument ausprobieren wollten, sich aber nie so recht getraut haben. Man muss kein Profi sein, keine jahrelange musikalische Ausbildung mitbringen und auch keine Noten lesen können, um erste Lieder zu spielen. Die Ukulele lädt dazu ein, einfach anzufangen. Sie nimmt die Angst vor dem Musizieren, weil sie freundlich, unkompliziert und zugänglich ist. Ihr Klang ist nie aufdringlich, sondern leicht und charmant. Sie begleitet Gesang auf natürliche Weise und macht aus einem einfachen Lied schnell einen kleinen musikalischen Höhepunkt.

Die geplanten Ukulele-Workshops im Hotel Prinz-Luitpold-Bad von 2.-4. Dezember können so zu einer wunderbaren Ergänzung der Musikabende werden. Charlotte Felgen wird einen Anfängerkurs geben. Anmeldungen hier. Wir haben uns zum Workshop angemeldet.

Die Workshops verbinden Lernen, Entspannung und Gemeinschaft auf eine besonders angenehme Weise. Gäste können etwas Neues ausprobieren, gemeinsam lachen, üben, singen und vielleicht am Ende sogar ein kleines Lied miteinander spielen. Das Instrument passt hervorragend zu der Atmosphäre des Hauses: herzlich, offen, lebensfroh und zugleich bodenständig. So wird Musik im Hotel Prinz-Luitpold-Bad nicht nur zu einem Programmpunkt, sondern zu einem Erlebnis, das Menschen zusammenbringt und ihnen ein Stück Allgäuer Wohlgefühl mit nach Hause gibt.

Und ich habe mir schon einen Termin für 2027 vorgemerkt: Vom 30. April bis 2. Mai 2027 verwandelt sich das Hotel Prinz-Luitpold-Bad in Bad Hindelang in einen Treffpunkt für Musikfreunde, Ukulele-Begeisterte und alle, die Lust auf ein besonderes Gemeinschaftserlebnis inmitten der Allgäuer Alpen haben. Unter dem Titel ALUHA 2027 lädt das Haus zu einem außergewöhnlichen Ukulele-Festival ein, bei dem Musik, Begegnung und Lebensfreude im Mittelpunkt stehen. Die kleine Ukulele passt dabei wunderbar zur herzlichen Atmosphäre des Hotels: Sie ist handlich, sympathisch, leicht zu erlernen und verbreitet mit ihrem hellen, warmen Klang sofort gute Laune. Gerade deshalb eignet sie sich ideal für gemeinsame Musikabende und Workshops, bei denen nicht Perfektion, sondern Freude, Neugier und das gemeinsame Spielen zählen. Gäste können die Ukulele kennenlernen, erste Akkorde ausprobieren, vertraute Lieder begleiten und erleben, wie schnell aus wenigen Griffen ein gemeinsamer musikalischer Moment entsteht.
In Verbindung mit der besonderen Gastfreundschaft des Hotel Prinz-Luitpold-Bad entsteht so ein Wochenende, das Erholung, Kreativität und Gemeinschaft auf schöne Weise miteinander verbindet. ALUHA 2027 verspricht ein charmantes Festival voller Musik, Leichtigkeit und Allgäuer Herzlichkeit.

Ein Nachmittag gegen die Einsamkeit: Warum das Seniorenkino im Scala so wichtig ist

25. Mai 2026

Das Seniorenkino im Scala in Fürstenfeldbruck ist weit mehr als nur ein zusätzliches Filmangebot für ältere Menschen. Mit seinen vier Vorstellungen im Jahr hat sich die Veranstaltungsreihe längst zu einem wichtigen kulturellen und sozialen Treffpunkt entwickelt, der vielen Seniorinnen und Senioren Lebensqualität, Gemeinschaft und Teilhabe ermöglicht. Gerade in einer Zeit, in der Einsamkeit im Alter zunehmend zu einem gesellschaftlichen Problem wird, erfüllt das Seniorenkino eine Aufgabe, die weit über den eigentlichen Kinofilm hinausgeht.

Rund 200 Seniorinnen und Senioren kamen ins Scala Kino, um gemeinsam den Film Sole mio anzusehen. Die Veranstaltung des Seniorenbeirats der Stadt Fürstenfeldbruck nutzte Oberbürgermeister Christian Götz zugleich, um sich vor Ort über die Arbeit des Gremiums, dessen Angebote für ältere Bürgerinnen und Bürger und die Arbeit des Scala-Kinos zu informieren.

Am Rande der Veranstaltung tauschte sich der Oberbürgermeister mit Scala-Geschäftsführer Markus Schmölz über die Bedeutung des Kinos als kulturellen Treffpunkt im Fürstenfeldbrucker Westen aus. Dabei dankte Götz dem Kinobetreiber ausdrücklich für dessen langjähriges Engagement und sicherte auch künftig Unterstützung für das Scala Kino zu. Erste Ideen wurden schon ausgetauscht. 

„Das Scala ist seit vielen Jahren weit mehr als nur ein Kino. Es ist ein wichtiger kultureller und sozialer Treffpunkt für die Menschen im Westen der Stadt“, betonte Oberbürgermeister Christian Götz.

Auch Markus Schmölz zeigte sich erfreut über den Besuch des Oberbürgermeisters und den Austausch mit dem Seniorenbeirat: „Wir freuen uns sehr über die Wertschätzung und Unterstützung durch die Stadt. Das Scala steht immer für weitere Gespräche und Kooperationen offen – gerade wenn es darum geht, Menschen zusammenzubringen und kulturelle Angebote für alle Generationen zu schaffen.“

Denn für viele Besucherinnen und Besucher ist der Nachmittag im Scala nicht einfach ein Kinobesuch. Er ist Anlass, das Haus zu verlassen, Bekannte zu treffen, gemeinsam zu lachen, Erinnerungen auszutauschen und am öffentlichen Leben teilzunehmen. Das Kino wird so zu einem Ort der Begegnung. Besonders ältere Menschen, die alleine leben oder in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, erleben solche Veranstaltungen oft als wertvolle Abwechslung im Alltag. Die vertraute Atmosphäre des Scala, die persönliche Ansprache und die bewusst ausgewählten Filme schaffen dabei ein Gefühl von Geborgenheit und Zugehörigkeit.

Hinzu kommt die kulturelle Bedeutung. Kino ist Erinnerung, Emotion und gemeinsames Erleben. Viele Seniorinnen und Senioren verbinden mit dem Kino noch die große Zeit der Lichtspielhäuser, als ein Filmabend etwas Besonderes war. Das Seniorenkino knüpft genau an dieses Lebensgefühl an. Es bewahrt ein Stück Kinokultur, die heute vielerorts verloren gegangen ist. Während Streamingdienste Filme immer stärker zum individuellen Konsum auf dem heimischen Sofa machen, bietet das Scala weiterhin das gemeinschaftliche Erlebnis im dunklen Saal – mit gemeinsamem Lachen, Mitfiebern und Nachdenken.

Die vier Vorstellungen im Jahr mögen auf den ersten Blick nicht viel erscheinen, doch gerade ihre Regelmäßigkeit macht sie wichtig. Sie setzen feste kulturelle Höhepunkte im Jahreslauf und geben vielen Besucherinnen und Besuchern Orientierung und Vorfreude. Oft entstehen daraus Gespräche, Verabredungen und soziale Kontakte, die weit über den Kinonachmittag hinausreichen.

Nicht zuletzt zeigt das Seniorenkino auch, welche Rolle ein Programmkino heute für eine Stadt wie Fürstenfeldbruck spielen kann. Das Scala ist eben nicht nur ein Ort für Blockbuster und Unterhaltung, sondern auch ein kultureller Raum mit gesellschaftlicher Verantwortung. Es schafft Angebote für Generationen, die im schnelllebigen Kulturbetrieb oft übersehen werden. Gerade deshalb ist das Seniorenkino ein wichtiges Zeichen für gelebte Teilhabe und Wertschätzung älterer Menschen.

In einer alternden Gesellschaft werden solche Angebote künftig noch bedeutender werden. Das Seniorenkino im Scala beweist schon heute, dass Kultur nicht nur Unterhaltung ist, sondern auch Nähe, Gemeinschaft und ein Stück Lebensfreude.

Rückblick auf meine Matinee: Harold & Maude (1971)

2. Mai 2026

Manche Filme berühren leise – und bleiben für immer. Harold and Maude ist so ein Film. Eine zarte, ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen einem jungen Mann, der vom Tod besessen ist, und einer fast 80-jährigen Frau, die das Leben in jeder Sekunde feiert. Ich präsentierte den Film bei einer Sondermatinee zum Tode des Hauptdarstellers Bud Cort im Scala Fürstenfeldbruck. Die nächste Matinee ist wieder eine Komödie mit Unternehmen Petticoat am Sonntag, 10. Mai um 10:45 Uhr. Karten gibt es hier.

Was zunächst provoziert oder irritiert, entfaltet sich zu einer zutiefst menschlichen Erzählung über Freiheit, Mut und die Kraft, anders zu sein. Hier die Aufzeichnung meines Vortrags:

Harold lebt in einer Welt aus schwarzem Humor und inszenierten Suiziden, gefangen in Gleichgültigkeit und innerer Leere. Dann trifft er Maude – unkonventionell, lebenshungrig, voller Wärme. Sie stiehlt Autos, pflanzt Bäume, tanzt, lacht und stellt Regeln infrage. Vor allem aber zeigt sie Harold, dass jeder Tag ein Geschenk ist und dass es Mut braucht, wirklich man selbst zu sein.

Begleitet von den poetischen Songs von Cat Stevens (heute Yusuf/Cat Stevens) entfaltet sich eine Geschichte, die zugleich melancholisch und tröstlich ist. Der Film spricht von Vergänglichkeit, ohne traurig zu sein, und von Liebe, ohne kitschig zu werden. Er erinnert uns daran, dass das Leben nicht gemessen wird an Konventionen oder Erwartungen – sondern an Intensität, Echtheit und Herz.

Harold and Maude ist kein lauter Film. Er flüstert. Und genau deshalb trifft er so tief. Die nächste Matinee ist wieder eine Komödie mit Unternehmen Petticoat am Sonntag, 10. Mai um 10:45 Uhr. Karten gibt es hier.

Und hier mein Nachruf auf Bud Cort:

Harold & Maude (1971) – Sonder-Matinee am 21. Februar im Scala Fürstenfeldbruck

19. Februar 2026

Der Film Harold & Maude ist kein gewöhnliches Kinoerlebnis – er ist ein poetischer Befreiungsschlag für Herz und Geist. Zum Tode von Bud Cort veranstaltete ich im Scala-Fürstenfeldbruck eine Sondermatinee am Samstag, 21. Februar um 10:45 Uhr. Karten gibt es hier.

Regisseur Hal Ashby erschafft hier eine Welt, in der Morbidität und Lebenslust ein unwahrscheinliches, aber vollkommen harmonisches Paar bilden. Was zunächst wie eine schräge schwarze Komödie beginnt – die Geschichte eines todesfaszinierten jungen Mannes und einer lebenshungrigen 79-jährigen Frau – entfaltet sich schnell zu einer tief berührenden Feier des Daseins selbst.

Die Magie des Films liegt in seiner scheinbaren Leichtigkeit. Mit trockenem Humor, surrealen Einfällen und einer zärtlichen Menschenliebe erzählt er von Freiheit, Individualität und dem Mut, gegen gesellschaftliche Erwartungen zu leben. Ruth Gordon spielt Maude mit einer warmen, unbändigen Lebensenergie, die jede Szene zum Leuchten bringt, während Bud Cort als Harold eine wunderbar skurrile Mischung aus Melancholie und Staunen verkörpert. Ihre gemeinsame Chemie wirkt nicht konstruiert, sondern wie ein kleines Wunder – als hätte das Kino selbst beschlossen, zwei Seelen füreinander zu erfinden.

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Besonders bezaubernd ist die Atmosphäre: getragen von der Musik von Cat Stevens, durchzogen von leisen philosophischen Gedanken und gespickt mit Bildern, die zugleich absurd und zutiefst menschlich sind. Harold & Maude ist ein Film, der nicht nur unterhält, sondern verwandelt. Wer ihn sieht, verlässt ihn selten unverändert – meist mit einem Lächeln, einem Kloß im Hals und dem leisen Wunsch, das Leben ein bisschen mutiger, freier und liebevoller zu leben. Hier ein Nachruf von mir zum Tode von Burt Cox. Karten gibt es hier. Powered by filmreport.

München verdient die Olympischen Spiele – Ein Plädoyer aus meinem Herzen

26. Oktober 2025

Nein, ich kann am Sonntag als Nicht-Münchner nicht abstimmen, habe aber eine klare Meinung zu den möglichen Olympischen Spielen in der bayerischen Landeshauptstadt. Meine Geburtstadt war voller Werbung, die um Zustimmung werben. Am Schönsten fand ich eine Neufassung des Olympia-Waldis auf dem Marienplatz. Otl Aicher wäre beim Neudesign seines Waldis zwar wohl nicht erfreut gewesen, aber der Waldi ist für mich das Symbol für Olympia in München 1972.

Es gibt Momente im Leben einer Stadt, in denen sich die Gelegenheit bietet, über sich hinauszuwachsen, der Welt etwas Besonderes zu zeigen und gleichzeitig sich selbst neu zu erfinden. Für München ist die Bewerbung um die Olympischen Spiele genau so ein Moment, und ich stehe mit ganzem Herzen hinter diesem Vorhaben. Natürlich darf man das Hirn nicht außer Acht lassen, aber ich spreche hier erst mal mit dem Herzen.

München hat bereits 1972 bewiesen, dass es Olympia kann – und zwar mit einer Leichtigkeit und Lebensfreude, die bis heute nachhallt. Die damals geschaffene Infrastruktur, vom ikonischen Olympiapark bis zu den Sportstätten, wird noch immer intensiv genutzt und geliebt. Das ist kein museales Relikt, sondern lebendiges Erbe, das zeigt, wie nachhaltig diese Stadt denkt. Wenn München heute erneut die olympische Fackel tragen möchte, dann nicht aus Nostalgie, sondern mit dem Selbstbewusstsein einer weltoffenen, modernen Metropole, die weiß, wie man große Ereignisse mit Herz und Verstand umsetzt. Aber bitte mit besseren Sicherheitskonzept.

Was mich besonders begeistert, ist die Vision hinter dieser Bewerbung. Es geht nicht darum, gigantische neue Arenen aus dem Boden zu stampfen, die später leer stehen. München will zeigen, dass Olympische Spiele im 21. Jahrhundert anders funktionieren können – nachhaltig, bürgernah und mit Respekt vor den vorhandenen Ressourcen. Die Stadt würde auf bestehende Sportstätten setzen, sie klug modernisieren und damit ein Zeichen setzen für eine neue, verantwortungsvolle Art, solche Großereignisse zu gestalten.

Und dann ist da dieser olympische Geist, der Menschen aus aller Welt zusammenbringt. Ich stelle mir vor, wie München zu einem Treffpunkt der Nationen wird, wie die Isar zur Flaniermeile für Athleten und Gäste aus allen Kontinenten, wie in den Biergärten nicht nur Bayerisch, sondern Dutzende Sprachen zu hören sind. Diese Stadt, die bereits so international und weltoffen ist, würde für ein paar Wochen zum Herzen der Welt schlagen. Was für eine wunderbare Vorstellung! Ich bin bei einer möglichen Austragung bereits ein alter Mann, werde mich aber in die Stadt begeben und die ganze Sache genießen, so wie meine Eltern die Spiele von 1972 genossen haben.

Für die Menschen hier würde es eine Zeit der Inspiration bedeuten. Kinder würden mit leuchtenden Augen zu Wettkämpfen gehen und davon träumen, selbst einmal auf dieser Bühne zu stehen. Familien würden gemeinsam die unterschiedlichsten Sportarten entdecken. Die ganze Stadt würde in einem positiven Taumel vereint sein, über alle sozialen und kulturellen Grenzen hinweg. Solche Momente prägen Generationen und genau das brauchen wir.

Auch wirtschaftlich und infrastrukturell würde München profitieren, ohne dass wir uns dabei in unverantwortliche Abenteuer stürzen müssten. Verbesserte Verkehrsanbindungen, modernisierte Sportstätten, neue Impulse für Tourismus und Wirtschaft – all das würde nachhaltig in der Stadt bleiben und den Menschen hier langfristig zugutekommen.

Deshalb sage ich Ja zu Olympia in München. Weil diese Stadt es kann, weil sie es mit Verantwortung tun würde, und weil wir alle verdient haben, noch einmal Teil von etwas so Großem, Verbindendem und zutiefst Menschlichem zu sein. Olympia in München wäre nicht nur ein Sportfest – es wäre eine Feier dessen, was uns als Menschen ausmacht: der Wunsch nach Exzellenz, nach friedlichem Miteinander und nach gemeinsamer Freude. Darauf freue ich mich von ganzem Herzen.

Wenn Vergangenheit Zukunft küsst: Isetta trifft Microlino in Fürstenfeldbruck

18. August 2025

Die Aufgabe war klar: Es galt für unseren Microlino die alten Onkels und alten Tanten zu besuchen und unsere Referenz zu erweisen. So wurden wir erzogen. Der Anlass ist klar: In Fürstenfeldbruck findet vom 22.-24. August das 48. Isetta Club Treffen auf dem Volksfestplatz statt.

Über 180 Oldtimer aus ganz Deutschland haben sich angemeldet und auch der Mirolino Stammtisch Schwaben wird mit einer Abordnung ihrer Mircolinos vorbeischauen. Schließlich ist die Isetta die Urmutter des Microlinos. Mit diesem BMW-Vorfahren hat alles begonnen.

Wir haben den Aufbau und das erste Eintreffen der Isettas beobachtet und unseren Microlino Pioneer einfach mal in die Reihe mit den alten Isettas gestellt. Und wir haben so viel Liebe und Freundlichkeit erfahren von den Isetta-Piloten, aber auch von Passanten, die unsere Fahrzeuge rumrundeten.

Die BMW Isetta ist weit mehr als nur ein Auto – sie ist ein Stück bewegte Geschichte, das bis heute Herzen höherschlagen lässt. Mit ihrer kugelrunden Form, der charmanten Fronttür und den kompakten Abmessungen wirkt sie fast wie ein rollendes Spielzeug, dabei war sie in den 1950er-Jahren für viele Menschen der erschwingliche Einstieg in die Mobilität. Nach den harten Nachkriegsjahren brachte die Isetta Freiheit auf vier Rädern und ein Lächeln ins Gesicht ihrer Besitzer. Ihr fröhliches Design, das Platz für zwei Personen bot, machte sie zum Symbol des Wirtschaftswunders: praktisch, bezahlbar und voller Optimismus. Bis heute fasziniert sie Sammler und Oldtimerfreunde, weil sie nicht nur Technik, sondern auch Lebensgefühl verkörpert – die Isetta ist eben kein gewöhnliches Auto, sondern ein liebevoller Begleiter, der den Geist einer ganzen Epoche in sich trägt. Und dann kommen wir mit unserem Elektrofahrzeug Microlino.

Die Isetta und der Microlino passen wunderbar zusammen, weil sie wie zwei Seelenverwandte aus unterschiedlichen Zeiten wirken. Die Isetta, Ikone des Wirtschaftswunders, steht für Aufbruch, Leichtigkeit und die Freude an der neu gewonnenen Freiheit. Sie brachte damals die Menschen zum Träumen – ein Auto, das klein war, aber dennoch die große Welt eröffnete. Der Microlino knüpft Jahrzehnte später genau dort an, nur mit den Mitteln unserer Zeit: elektrisch, nachhaltig und modern, doch mit dem gleichen Charme und derselben verspielten Eleganz.

Beide Fahrzeuge teilen die Idee, dass Mobilität nicht groß und protzig sein muss, sondern Herz, Stil und Lebensfreude ausstrahlen darf. Wer den Microlino sieht, fühlt sofort die liebevolle Erinnerung an die Isetta – und gleichzeitig die Hoffnung, dass dieses Gefühl von Freiheit auch in einer umweltbewussten Zukunft weiterlebt. Es ist, als hätten sich Vergangenheit und Gegenwart verabredet, um gemeinsam die Straßen mit einem Lächeln zu erobern.

Mal sehen, wie sich die Kontakte zwischen Isetta- und Microlino-Piloten entwickelt. Eins ist aber schon jetzt klar: Diese Fahrzeuge haben Charakter, Charme und Charisma.

Ein Tag voller Lächeln, Ladestrom und Leidenschaft – zweiter Mircolino Stammtisch Schwaben

20. Juli 2025

Wir sind wieder mit unserer blauen Knutschkugel auf Reisen gegangen. Ziel war Türkheim in Bayern – zum zweiten schwäbischen Microlino-Stammtisch. 65 Kilometer bei bestem Reisewetter nahmen wir mit unserem Elektrogefährt auf uns, um mit gleichgesinnten Microlino-Pilotinnen und -Piloten einen angenehmen Nachmittag in der Schlossgaststätte zu verbringen. Microlino-Fahren heißt nicht: schnell ankommen. Microlino-Fahren heißt: gesehen werden, winken, positive Emotionen empfangen.

Der Microlino weckt eine Vielzahl an Gefühlen, die ihn weit mehr als nur ein Fortbewegungsmittel erscheinen lassen. Sein retro-inspiriertes Design erinnert an die legendäre BMW Isetta und ruft dadurch Sympathie und Nostalgie hervor – viele Menschen empfinden ihn als charmant, beinahe verspielt oder gar „süß“. Hier unser Tag als Film.

Gleichzeitig vermittelt der Microlino ein starkes Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit: In der Stadt lässt sich mit ihm nahezu jeder Parkplatz erobern, er gleitet leise durch den Verkehr und schenkt seinem Fahrer das gute Gefühl, flexibel und souverän unterwegs zu sein. Dabei steht er auch für ein umweltbewusstes Lebensgefühl – als elektrisch betriebenes Leichtfahrzeug verkörpert er moderne Mobilität und Verantwortungsbewusstsein ohne Verzicht. Wer mit dem Microlino unterwegs ist, spürt eine gewisse Leichtigkeit und Lebensfreude. Die Fahrt wirkt oft wie ein kleines Abenteuer, begleitet von neugierigen Blicken und freundlichen Reaktionen anderer Verkehrsteilnehmer. Nicht zuletzt ist der Microlino Ausdruck von Individualität: Er fällt auf, hebt sich vom automobilen Mainstream ab und macht ein klares Statement – nämlich, dass Nachhaltigkeit, Stil und Persönlichkeit auch im Kleinformat Platz finden.

Schon im vergangenen Jahr gab es einen großartigen Stammtisch in Schwabmünchen. Jetzt sollte es tiefer nach Bayerisch-Schwaben gehen. Die Voraussetzungen: Die Batterie ist voll geladen, die Fahrtzeit beträgt etwas über eine Stunde, Autobahnen sind unbedingt zu vermeiden. Als App verwenden wir ABRP in der Free-Version. Fenster und Schiebedach auf, Hut auf – und los geht’s. Und wir haben einen Geschwindigkeitsrekord von 92 km/h aufgestellt.

Auf der Fahrt machten wir einen Zwischenstopp an der Autobahnkirche Windach Maria am Wege. Die Gespräche mit anderen Autofahrern und ihren PS-Boliden waren interessant. Unser Microlino wird von den Verbrennerfahrern nicht als Konkurrenz betrachtet – vielleicht werden wir ein wenig belächelt, aber die Sympathien sind auf unserer Seite.

In Türkheim angekommen, biegen wir durch den Torbogen ein – und da stehen sie schon: die anderen Stammtisch-Brüder und -Schwestern mit ihren Fahrzeugen, schön aufgereiht. Zwei rote, zwei mintfarbene und – mit uns – zwei blaue E-Autos waren erschienen. Eine wahre Augenweide!

Die Microlinos waren Blickfang, Fotomotiv und sofortiger Gesprächsanlass mit Passanten. Eine Dame erzählte uns von ihrem grünen VW-Käfer aus dem Jahr 1977, andere von der Isetta ihrer Jugend. Positive Vibrationen – mit wem wir auch sprachen. Zwei unserer Fahrer hatten zum Spaß einen riesigen Aufziehschlüssel auf das Dach gestellt – natürlich nur zur Show, aber ein großartiger Aufhänger, um das Eis mit Passanten zu brechen.

Nach 65 Kilometern Reiseweg mussten wir erst einmal Strom tanken – sonst wären wir nicht mehr heimgekommen. Kurzerhand schlossen wir uns an eine Ladesäule an, bevor der eigentliche Stammtisch und Meinungsaustausch begann.

Skurriles Gesprächsthema: Wie kann man in einem Microlino übernachten? Ein Paar hatte es ausprobiert und berichtete von unbequemen Erfahrungen auf der Fahrt zum Stammtisch nach Bamberg. Meine Gattin hatte die Idee, eine angepasste Luftmatratze für den Fahrerraum zu entwerfen – vielleicht sorgt sie so künftig für mehr Bequemlichkeit. Microlino-Fahrer sind eben erfinderisch.

Um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken, gab es eigens angefertigte Poloshirts mit dem Aufdruck „Microlino Team Schwaben“ – und Kekse in Microlino-Form. Wir sind eben Spinner – im positiven Sinne!

Einhellig war man der Meinung, dass die neue App für das Fahrzeug per Software-Update allen Microlinos zur Verfügung gestellt werden sollte. Natürlich wurde auch über das neue Cabrio-Modell diskutiert, über die Leistung der neuen Batterie und den möglichen Einsatz von CarPlay im Cockpit. Die Idee kam auf, mit den Microlinos an einem Isetta-Treffen teilzunehmen. Das nächste findet im August in Fürstenfeldbruck statt – wir strecken schon mal die Fühler aus.

Meine Frau erklärte, dass sie 2026 gerne einen Stammtisch bei uns im Landkreis veranstalten würde – im Rahmen von „Kunst im Stadl“ in Anzhofen. Dort sind wir seit Jahren mit der Aktion PiT Togohilfe vertreten, und unsere Microlinos würden wunderbar in dieses kreative Umfeld passen. Sie will es für 2026 einmal probieren – dann würde sich der Schwaben-Stammtisch nach Oberbayern ausdehnen. Auch kein Problem.

Nach einer Stärkung und den ersten Diskussionen fuhren wir mit unseren Autos in Kolonne durch Türkheim. Unsere sechs Fahrzeuge machten Eindruck, fielen auf und wurden bestaunt. Bei der örtlichen Eisdiele gab es eine Abkühlung, während unsere Fahrzeuge – in Reih und Glied geparkt – erneut für Aufmerksamkeit und Gespräche sorgten.

Zurück im Schlossgarten wurde nochmals Strom für die Heimreise getankt. Und zur Überraschung präsentierte meine Frau noch einen Microlino-Song, der mit KI generiert wurde. Nur ein Spaß – noch nicht perfekt –, aber ein wunderbarer Abschluss für einen rundum gelungenen Tag. Bis zum nächsten Stammtisch!

Ein Abend voller Swing, Sehnsucht und Saitenzauber – wie Monsieur Pompadour mein Herz für Django Reinhardt neu entfachte

18. Mai 2025

Früher hab ich seine Musik viel gehört und dann lange Zeit nicht mehr. Aber als ich auf einem Privatkonzert der Berliner Band Monsieur Pompadour war, kramte ich wieder meine alten Django Reinhardt Schallplatten hervor.

Monsieur Pompadour ist eine Berliner Band, die seit ihrer Gründung im Jahr 2014 mit einer einzigartigen Mischung aus heiterem Swing, ambitionierter Wildheit und einer Prise Melancholie auftritt. Die vier Musiker – ein belgischer Sänger und Gitarrist, ein ungarischer Geiger, ein adeliger Gitarrenvirtuose und ein schweigsamer finnischer Bassist – vereinen in ihrem Spiel Einflüsse aus verschiedenen Ländern und Kulturen, was sich auch in ihrer Musik widerspiegelt. In dem Münchner Privatkonzert schafften die Musikanten eine wunderbare Stimmung.

Swing Manouche
Stilistisch orientiert sich Monsieur Pompadour am Swing Manouche, auch bekannt als Sinti-Jazz, der in den 1930er-Jahren durch das legendäre „Quintette du Hot Club de France“ mit Django Reinhardt und Stéphane Grappelli in Paris entstand. Charakteristisch für dieses Genre ist die perkussive Gitarrenbegleitung, genannt „La Pomp“, die dem Sound einen unverwechselbaren Swing-Drive verleiht. Während im klassischen Swing Manouche der Gesang eher eine untergeordnete Rolle spielt, setzt Monsieur Pompadour auf mehrstimmigen Chorgesang – ein Novum in diesem Genre und ein zentrales Merkmal ihres Bandsounds. Und diesen Gesang konnten die Gäste aus vollen Zügen genießen.

Das Repertoire der Band besteht aus Chansons und Songs über das Leben und die Liebe, die in bis zu sieben Sprachen interpretiert werden. Die Lieder sind geprägt von französischer Leichtigkeit, mitreißender Lebensfreude und gelegentlicher Melancholie. Die Musik lädt gleichermaßen zum Träumen wie zum Tanzen ein und schafft es, das Publikum sowohl mit bekannten Melodien als auch mit neuen, eigenen Stücken zu begeistern. Für mich steht diese Band für Virtuosität, für Witz und für ihre Lebendigkeit.

Album Moustaches
Wie ich höre ist Monsieur Pompadour heute ein fester Bestandteil der Berliner Swing-Manouche-Szene und hat sich mit über 500 Konzerten einen Namen gemacht. Ich muss zugeben, dass ich vor ihrem Münchner Konzert nichts von der Band, geschweige die Band kannte. Aber ich hab mir gleich das aktuelle Album „Moustaches“ gekauft und unterschreiben lassen. Es zeigt sowohl die Wurzeln der Band als auch ihre Offenheit für neue Ideen und musikalische Experimente. Mit ihrer Musik schlagen sie eine Brücke zwischen Tradition und Moderne.

Im Kern der Musik stand aber der legendäre Django Reinhardt. Ich schäme mich, dass ich diesen begnadeten Gitarristen lange nicht mehr gehört habe. Er spielt eine zentrale Rolle in der Musik von Monsieur Pompadour. Die Band bringt Reinhardts Musik auf ihre eigene, moderne Weise auf die Bühne und verleiht ihr mit eigenen Arrangements, Instrumentierungen und Gesang einen individuellen Stempel, ohne den Bezug zu ihrem Vorbild zu verlieren.