Die Ausstellung „Introducing Johnny Depp“ in der Kunsthalle Kloster Banz war schon durch ihren Ort ein ungewöhnliches Ereignis: In den historischen Räumen des ehemaligen Benediktinerklosters, das heute als Bildungs- und Begegnungszentrum der Hanns-Seidel-Stiftung genutzt wird, traf oberfränkische Klosterkultur auf internationale Pop- und Kunstwelt. Wo sonst politische Bildung, Tagungen und Begegnungen stattfinden, öffnete sich ein Raum für eine andere Seite eines weltbekannten Schauspielers. Johnny Depp ist den meisten Menschen als Filmstar, Musiker und exzentrische Künstlerpersönlichkeit vertraut; in Kloster Banz aber stand nicht der Hollywood-Mythos im Vordergrund, sondern der bildende Künstler Depp. Die Kunsthalle zeigte unter dem Titel „Introducing Johnny Depp“ originale Arbeiten und signierte Editionen. Depp war leider nicht vor Ort, obwohl er im August mit den Hollywood Vampires in Nürnberg weilt.
Gerade diese Spannung macht den Reiz der Ausstellung aus. Johnny Depp kommt nicht als Schauspielerfigur nach Oberfranken, sondern über seine Bilder. Viele Jahre lang soll er seine künstlerischen Arbeiten nur im privaten Umfeld gezeigt haben, bevor er sich 2022 mit der Kollektion „Friends & Heroes“ erstmals öffentlich als bildender Künstler präsentierte. Darin setzte er sich mit Menschen auseinander, die ihn geprägt haben, mit kulturellen Ikonen ebenso wie mit persönlichen Bezugspunkten. In Kloster Banz wird diese künstlerische Seite nun einem bayerischen Publikum zugänglich gemacht. Nach Angaben zur Ausstellung bietet sich dort erstmals in Bayern die Möglichkeit, originale signierte Arbeiten von Johnny Depp zu sehen und auch zu erwerben. 
Zu sehen sind laut Berichten rund 30 Werke des 62-Jährigen, darunter Selbstporträts und Arbeiten aus verschiedenen Werkzusammenhängen. Besonders die unter dem Motto „Reflections“ stehenden Selbstporträts geben der Ausstellung eine sehr persönliche Note. Sie zeigen Depp nicht als glatt inszenierten Star, sondern als jemanden, der sich mit dem eigenen Bild, dem eigenen Zustand und der eigenen Veränderung auseinandersetzt. Seine Porträts wirken dabei weniger wie klassische Prominentenkunst, die nur vom bekannten Namen lebt, sondern wie Versuche, über Farbe, Gesicht, Blick und Geste einen inneren Zustand sichtbar zu machen. Depp nutzt die Porträtmalerei, wie es in der Ausstellungseinordnung heißt, als Mittel, um die menschliche Natur zu beobachten; seine Selbstporträts seien oft in mehreren Anläufen entstanden, um einen sich wandelnden Zustand festzuhalten. Als Dylan-Fan interessierte mich natürlich das Porträt des Musikers, aber rund 10.000 Euro hatte ich dann doch nicht dabei. 
Interessant ist auch, wie gut diese Arbeiten in die Atmosphäre von Kloster Banz passen. Der Ort liegt nicht neutral und anonym im Raum, sondern bringt Geschichte, Würde und eine gewisse Stille mit. Die barocke Klosteranlage über dem Maintal ist kein weißer Großstadt-Kubus, sondern ein historisch aufgeladener Ort. Dadurch entsteht ein besonderer Kontrast: Auf der einen Seite steht der weltberühmte Schauspieler, der durch Filmfiguren wie Captain Jack Sparrow, Edward mit den Scherenhänden oder den verrückten Hutmacher längst Teil der Popkultur geworden ist. Auf der anderen Seite stehen die Klostermauern, die Bildungsarbeit der Hanns-Seidel-Stiftung und eine Umgebung, die eher Konzentration als Starkult nahelegt. Genau daraus gewinnt die Ausstellung ihre besondere Wirkung. Sie entschleunigt den Blick auf Johnny Depp und zwingt den Besucher, hinter die bekannte Maske des Stars zu schauen.
Die Ausstellung ist dabei auch ein Ereignis für die Region. Dass ein Hollywood-Star mit seinen Kunstwerken in Oberfranken präsent ist, sorgt verständlicherweise für Aufmerksamkeit. Berichte sprechen von großem Interesse und Andrang rund um die Präsentation. Für die noch junge Kunsthalle Kloster Banz ist „Introducing Johnny Depp“ damit ein deutlicher Schritt in Richtung überregionaler Wahrnehmung. Hinter der Ausstellung stehen die Queens Kunstgalerien; das Kloster selbst befindet sich seit 1978 im Eigentum der Hanns-Seidel-Stiftung und wird als Tagungsstätte genutzt. 
Neben den Arbeiten von Johnny Depp verdienen auch die dort gezeigten Bilder von SAXA besondere Aufmerksamkeit. SAXA, mit bürgerlichem Namen Dr. Sascha Lehmann, ist für seine besondere Form der Wortmalerei bekannt. Ich habe mir ein signierten Druck mit der Nummer 42 von Captain Jack Sparrow gekauft. SAXA malt seine Bilder nicht im klassischen Sinn, sondern „schreibt“ sie: Buchstabe für Buchstabe, Wort für Wort entstehen Porträts und Bildflächen, in denen Text und Bild untrennbar miteinander verbunden sind. Die Queens Kunstgalerien beschreiben diese Kunst als Wechselverhältnis von Bild und Text, das eine besondere Spannung erzeugt. 
Gerade im Umfeld einer Johnny-Depp-Ausstellung sind SAXAs Werke mehr als nur eine Ergänzung. Sie öffnen einen zweiten Zugang zum Thema Persönlichkeit, Porträt und öffentlicher Mythos. Während Depp in seinen eigenen Bildern mit Farbe, Gestus und Selbstbeobachtung arbeitet, nähert sich SAXA seinen Motiven über Sprache. Seine Kunst fordert den zweiten Blick: Aus der Entfernung erkennt man ein Bild, aus der Nähe erschließt sich die Schrift. Dadurch entsteht ein reizvoller Dialog zwischen Sehen und Lesen, zwischen Oberfläche und Bedeutung. Bei einem Künstler wie Johnny Depp, dessen öffentliches Bild stark von Rollen, Zitaten, Schlagzeilen und Erzählungen geprägt ist, passt diese Form der Wortmalerei besonders gut. SAXA zeigt, dass ein Porträt nicht nur aus Linien, Farben und Schatten bestehen muss, sondern auch aus Sprache, Erinnerung und Interpretation.
So gewinnt die Ausstellung in Kloster Banz eine zusätzliche Ebene. Sie ist nicht nur eine Schau über einen berühmten Schauspieler, der malt. Sie ist auch eine Begegnung mit der Frage, wie Bilder von Menschen entstehen: durch Selbstbetrachtung, durch Fremdwahrnehmung, durch Medien, durch Texte, durch Fans, durch Rollen und durch die Geschichten, die sich um eine Person legen. Johnny Depp ist dafür ein besonders spannendes Beispiel, weil sein öffentliches Bild über Jahrzehnte gewachsen ist und immer wieder zwischen Faszination, Exzentrik, Verletzlichkeit und Kontroverse schwankte. Die Kunstwerke in Kloster Banz erlauben einen ruhigeren Blick darauf. Sie laden nicht zum schnellen Urteil ein, sondern zur Betrachtung.
Gerade deshalb war „Introducing Johnny Depp“ eine Ausstellung, die über den bloßen Promi-Faktor hinausgeht. Natürlich zieht der Name Johnny Depp Besucher an. Natürlich ist die Neugier groß, wenn ein Weltstar seine Bilder in Oberfranken zeigt. Aber wer sich auf die Werke einlässt, entdeckt mehr als eine Randnotiz aus der Karriere eines Schauspielers. Man sieht einen Künstler, der sich mit Porträt, Identität und Erinnerung beschäftigt; man erlebt einen historischen Ort, der diese Arbeiten aus dem Lärm der Popkultur herausholt; und man begegnet mit SAXA einem Künstler, der auf ganz eigene Weise zeigt, wie eng Bild und Sprache miteinander verbunden sein können. So wurde Kloster Banz für die Dauer der Ausstellung zu einem Ort, an dem Hollywood, Kunstmarkt, regionale Kultur und persönliche Ausdrucksformen auf bemerkenswerte Weise zusammenkommen.
Ein Hauch Hollywood weht durch die schottischen Highlands: Harrison Ford, Whisky-Liebhaber, Schauspiellegende und längst selbst Teil der Glenmorangie-Geschichte, hat gemeinsam mit der traditionsreichen Destillerie seinen eigenen Highland Single Malt Scotch Whisky geschaffen. Die Glenmorangie Harrison Ford Limited Edition ist ganz nach seinem Geschmack entstanden – persönlich, elegant, charaktervoll und mit jener trockenen Direktheit beurteilt, für die Ford bekannt ist: „It’s nice. It’s very nice.“ Oder anders gesagt: Er ist gut. Sehr gut. Und als Glenmorangie muss ich natürlich probieren.
Die Verbindung zwischen Harrison Ford und Glenmorangie begann mit der humorvollen Miniserie „Once Upon a Time in Scotland“, in der sich der Schauspieler selbst spielte und dabei mit feinem Understatement seine Begeisterung für Glenmorangie zeigte. Ich hatte darüber berichtet. Nun bekommt diese Geschichte ein neues Kapitel. Gemeinsam mit Dr. Bill Lumsden MBE, Glenmorangies Director of Whisky Creation, entstand eine Limited Edition, die nicht einfach nur den Namen eines Hollywoodstars trägt, sondern tatsächlich seinen persönlichen Geschmack widerspiegelt. Am Rande der Dreharbeiten stellte Dr. Bill dem Schauspieler verschiedene Fässer vor, um herauszufinden, welche Aromen ihn berühren. In den folgenden Monaten reisten weitere Proben über den Atlantik, bis die finale Rezeptur gefunden war.
Das Ergebnis ist ein Whisky, der den eleganten Stil Glenmorangies mit einer überraschenden, pikanten Würze verbindet. Klassischer Glenmorangie, gereift in Bourbonfässern, wurde mit einer Partie Whisky aus raren, getoasteten portugiesischen Rotweinfässern vermählt. So entsteht ein Single Malt, der sanft und zugleich vielschichtig wirkt. Frische Zitrusnoten eröffnen den Genuss, begleitet von braunem Rohrzucker, Aprikose und weichem Toffee. Im langen Nachhall zeigen sich Orangenöl, Leder und feine Eichentannine – Aromen, die Wärme, Tiefe und Charakter verleihen. Also ein wunderbares Storytelling, wie ich es bei Whisky mag.
Enthüllt wurde die Edition in Harrisons Heimat Wyoming in einer weiteren Episode von „Once Upon a Time in Scotland“. Unter der Regie von Joel Edgerton blickt Ford auf seine Zeit in den schottischen Highlands zurück und probiert seinen eigenen Whisky erstmals vor laufender Kamera – standesgemäß im Kilt. Die Szene lebt von genau jener Mischung aus Humor, Würde und Lakonie, die Harrison Ford auszeichnet. Kein großes Pathos, keine übertriebene Geste, sondern ein Blick, ein Schluck und ein Satz, der alles sagt: „It’s nice. It’s very nice.“
Harrison Ford selbst beschreibt seinen Aufenthalt bei Glenmorangie als großartige Erfahrung. Er habe großen Respekt vor dem Destillerie-Team, das aus wahren Fachleuten bestehe. Die Zusammenarbeit mit Dr. Bill sei für ihn ein Privileg gewesen – auch, weil er miterleben konnte, wie Kunst und Wissenschaft zusammenfinden, um einzigartige Single Malt Scotch Whiskys zu erschaffen. Viele Fässer habe man gemeinsam probiert, vieles habe ihm gefallen. Doch die Glenmorangie Harrison Ford Limited Edition sei genau das, was er sich von einem Whisky wünsche. Auf diese gemeinsame Kreation sei er sehr stolz.
Auch Dr. Bill Lumsden zeigt sich begeistert von der Zusammenarbeit. Weil Harrison Ford ein großer Whisky-Liebhaber sei, habe er ihn kurzerhand zum Ehrenmitglied des Whisky Creation Teams ernannt. Das Ergebnis beschreibe er als elegant, harmonisch und zugleich würzig – ein Whisky, der zeitlos sei und dennoch überrasche. Ganz wie Harrison Ford selbst.
Die Glenmorangie Harrison Ford Limited Edition mit 46,5 Volumenprozent Alkohol ist bundesweit im Fachhandel, in ausgewählten Bars und in der Gastronomie erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 90 Euro.
Verkostungsnotiz Farbe: Das Orange eines Sonnenuntergangs An der Nase: Noten von spritzig-würzigen Zitrusfrüchten, die an Orangenmarmelade erinnern, erscheinen gemeinsam mit markant-floralen Noten von Geißblatt und Jasmin. Eine interessante Note erinnert zusätzlich an Bienenwachs oder Duftkerzen. Mit einigen Tropfen Wasser erscheinen weitere duftende Noten von Pfirsichblüten und Vanille. Am Gaumen: Ein kräftiger Biss lebhafter Zitrusnoten erreicht den Gaumen. Noten von Bitterorange, Zitrone und Grapefruit tanzen auf der Zunge, zusammen mit milden Noten gebackenem Brots, Aprikosen, braunem Rohrzuckers und Karamellbonbons. Eine betäubende, mentholhaltige Note ist im Hintergrund. Nachhall: Lang, mit Aromen von Orangenöl, Leder und Eichenholz-Tanninen
Der Film „Der Partyschreck“ („The Party“) aus dem Jahr 1968 ist eine der berühmtesten Komödien mit Peter Sellers und gilt bis heute als Meisterstück des Slapstick-Humors und der Improvisationskunst. Ich besprach den Film in meiner Matinee im Scala Kino Fürstenfeldbruck. Die nächste Matinee am Sonntag, 21. Dezember ist der Weihnachtsklassiker Schöne Bescherung. Karten für das Event gibt es hier.
Unter der Regie von Blake Edwards, der bereits mit der „Pink Panther“-Reihe Comedygeschichte geschrieben hatte, entfaltet sich eine anarchische, episodenhafte Handlung, die weniger auf eine ausgefeilte Story als vielmehr auf situativen Witz, Timing und die Präsenz seines Hauptdarstellers setzt. Hier die Aufzeichnung meines Vortrags.
Im Mittelpunkt steht der indische Schauspieler Hrundi V. Bakshi, ein unbeholfener, aber gutmütiger Statist, der am Set einer großen Hollywoodproduktion ein Desaster nach dem anderen auslöst. Eigentlich sollte er daraufhin auf die berüchtigte schwarze Liste des Studios gesetzt werden. Durch ein bürokratisches Versehen landet sein Name jedoch nicht auf der Verbotsliste, sondern auf der Einladungsliste zu einer mondänen Party des Produzenten. Damit beginnt der eigentliche Kern des Films: eine Nacht voller Missgeschicke, chaotischer Verwicklungen und sozialer Fauxpas, die Bakshi unbeabsichtigt auslöst.
Die Party, die in einem luxuriösen Anwesen in den Hollywood Hills stattfindet, bildet die Bühne für eine lose Abfolge humoristischer Episoden. Bakshi versucht verzweifelt, sich in die glamouröse Gesellschaft einzufügen, doch seine Unbeholfenheit führt immer wieder zu Katastrophen: Er zerstört ein automatisiertes Bedienpult, löst mit seinem Schuh eine Wasserfontäne aus, missversteht kulturelle Codes der Dandys und Starlets oder gerät in Situationen, die die Absurdität der oberflächlichen Filmbranche entlarven. Viele Gags basieren auf leisen Gesten, Pausen und kleinen Reaktionen – ein Markenzeichen von Sellers, der den schüchternen, höflichen Bakshi mit viel empathischem Humor spielt.
Blake Edwards nutzt die Party als Mikrokosmos für Hollywoods Eitelkeiten und die gesellschaftlichen Kontraste der späten 1960er-Jahre. Die Satire bleibt dabei leichtfüßig, niemals bösartig, und steigert sich langsam zu einem immer größeren Chaos, das schließlich in einer wilden Schaumparty gipfelt. Besonders bemerkenswert ist die visuelle Komik: lange Einstellungen, sorgfältig komponierte Räume und die zunehmende Absurdität der Ereignisse machen den Film zu einer Art modernem Stummfilm, in dem Dialoge zwar vorkommen, aber die visuelle Erzählung dominiert.
„Der Partyschreck“ ist nicht nur wegen seines Slapsticks legendär, sondern auch wegen seiner Improvisationen. Große Teile des Films basieren auf spontanen Ideen von Sellers, dessen Spiel die Mischung aus Unschuld und komischer Katastrophe perfekt verkörpert. Der Film wirkt dadurch trotz seines Alters überraschend zeitlos und hat sich zu einem Kultklassiker entwickelt, der Komödien bis heute beeinflusst.
Insgesamt ist „Der Partyschreck“ eine elegante, chaotische und charmante Komödie, die weniger durch Handlung als durch Atmosphäre, Timing und die brillanten Einfälle ihrer Macher überzeugt. Der Film lädt dazu ein, sich einfach fallen zu lassen und dem unaufhaltsamen Strudel von Missgeschicken zuzusehen, den Hrundi V. Bakshi mit wunderbarer Naivität entfacht. Blake Edwards’ Regie zeigt große Präzision: Der Film ist wie ein choreografiertes Stück visueller Komik inszeniert. Die Kamera beobachtet ruhig, das Tempo steigert sich stetig, bis die Party völlig aus dem Ruder läuft – ein Paradebeispiel filmischer Timing-Kunst.
Aus heutiger Sicht ist die Darstellung eines Inders durch einen weißen Schauspieler im „Brownface“ jedoch klar problematisch. Zwar wird die Figur nicht boshaft verspottet, doch die kulturelle Aneignung und stereotype Anlage sind nicht mehr zeitgemäß. Der Film gilt deshalb als „komisches Meisterwerk“, das man heute nur mit kritischer Distanz genießen sollte.
Der Partyschreck von Blake Edwards mit Peter Sellers ist heute ein Kultklassiker – zugleich urkomisch und problematisch. Ich bespreche und zeige diesen wunderbaren Film am Sonntag in der komischen Matinee am Sonntag, 9. November im Scala Kino Fürstenfeldbruck. Karten gibt es hier.
Der Film besticht durch seinen zeitlosen Slapstick-Humor: eine fast handlungslose Abfolge perfekt getimter Missgeschicke, die in einem grandiosen Chaos kulminieren. Viele Gags – getragen von Mimik, Timing und Musik – funktionieren auch heute noch erstaunlich gut.
Peter Sellers liefert eine brillante, stark improvisierte Performance. Seine Figur Hrundi V. Bakshi ist ein liebenswerter, unbeholfener Außenseiter, den man trotz aller Tollpatschigkeit sympathisch findet. Schauspielerisch gehört die Rolle zu seinen besten Leistungen.
Blake Edwards’ Regie zeigt große Präzision: Der Film ist wie ein choreografiertes Stück visueller Komik inszeniert. Die Kamera beobachtet ruhig, das Tempo steigert sich stetig, bis die Party völlig aus dem Ruder läuft – ein Paradebeispiel filmischer Timing-Kunst.
Aus heutiger Sicht ist die Darstellung eines Inders durch einen weißen Schauspieler im „Brownface“ jedoch klar problematisch. Zwar wird die Figur nicht boshaft verspottet, doch die kulturelle Aneignung und stereotype Anlage sind nicht mehr zeitgemäß. Der Film gilt deshalb als „komisches Meisterwerk“, das man heute nur mit kritischer Distanz genießen sollte.
Filmhistorisch ist Der Partyschreck ein wichtiger Meilenstein der Filmkomödie. Er beeinflusste spätere Komiker wie Sacha Baron Cohen und zeigt, wie Improvisation und präzises Timing zusammenwirken können.
Ein grandios inszeniertes Slapstick-Feuerwerk mit einem genialen Peter Sellers – zugleich ein Zeitdokument, das heute wegen kultureller Stereotype kritisch gesehen werden muss, aber als Kunstwerk der Komik unvergessen bleibt. Ich freue mich auf diese herrliche Matinee. Karten gibt es hier.
Wenn es um Western geht, dann geht es bei mir immer um John Ford. In meiner Western-Matinee am Sonntag, 16.März im Scala Fürstenfeldbruck zeige ich den wegweisenden Film Der Mann, der Liberty Valanace erschoss. Karten gibt es hier.
John Fords Der Mann, der Liberty Valance erschoss (The Man Who Shot Liberty Valance) ist mehr als nur ein Western – er ist eine tiefgründige Reflexion über Mythos und Realität, das Ende des Wilden Westens und den Übergang in eine zivilisierte Gesellschaft. Mit John Wayne als rauem Cowboy Tom Doniphon, James Stewart als idealistischem Anwalt Ransom Stoddard und Lee Marvin als furchteinflößendem Outlaw Liberty Valance versammelt der Film einige der größten Stars seiner Zeit und inszeniert ein packendes Drama über Macht, Moral und den Einfluss der Medien.
Der Film beginnt mit einer Rahmenhandlung: Der angesehene Senator Ransom Stoddard (James Stewart) kehrt nach Jahren in den kleinen Ort Shinbone zurück, um an der Beerdigung eines alten Freundes teilzunehmen. In Rückblenden wird die Geschichte erzählt, wie der junge, idealistische Anwalt Stoddard in die Stadt kam und sich dort mit dem skrupellosen Banditen Liberty Valance (Lee Marvin) anlegte. Während Stoddard versucht, Recht und Gesetz mit friedlichen Mitteln durchzusetzen, hält Tom Doniphon (John Wayne) an der alten Ordnung fest, in der das Gesetz der Waffe zählt.
Der berühmteste Satz des Films lautet: “Wenn die Legende zur Tatsache wird, druckt die Legende.” Dies zeigt das zentrale Thema des Films: Die Legende von Stoddard als dem Mann, der Liberty Valance erschoss, hat ihm Ruhm, politische Macht und Einfluss gebracht. Der Film thematisiert damit, wie Geschichte oft durch Mythen geformt wird – besonders in der amerikanischen Kultur.
Für mich ist dieser Film einer meiner Lieblingswestern und zählt zu meinen Lieblingsfilmen überhaupt. Ich freue mich auf Ihren Besuch am 16. März um 10:45 Uhr Scala. Karten gibt es hier.
Ich mag viele Filme des Schwaben Roland Emmerich, nicht alle, aber viele. Sie sind perfekte Popcorn-Unterhaltung mit Pathos und einer Fülle von Vfx. Und so verhält es sich auch mit seinen neuem Film mit einem sehr amerikanischen Thema: Midway – für die Freiheit
Was für die US-Amerikaner der Wendepunkt des Krieges im Pazifikraum darstellte, ist bei uns in Deutschland nicht so bekannt. Daher nimmt uns der Geschichtenerzähler Emmerich gleich an die Hand und zeigt uns, wie der Krieg zwischen Japan und den USA mit dem Überfall auf Pearl Harbor begann. Nach dem Vergeltungsangriff Doolittle Raid am 18. April 1942, den Angriff der Amerikaner auf Tokyo, nahm der Krieg seinen Lauf.
Midway war die direkte Folge und zeigt eine gewaltige Seeschlacht, die vor allem mit Flugzeugen ausgetragen wurden. Vier japanische Träger wurden versenkt und die Vormachtstellung der kaiserlichen Flotte auf dem Meer war gebrochen. Natürlich erzählt der Wahlamerikaner Emmerich die Schlacht aus amerikanischer Perspektive mit allerhand Pathos, aber er stellt die kaiserliche japanische Marine auf See als gleichwertig dar. Die Truppe ist diszipliniert und ihrem Tennō ergeben, während die US-Streitkräfte ein Testosteron-Männerbund mit Machogehabe sind. Ein interessanter Konflikt, der auch optisch hervorragend von Kameramann Robby Baumgartner eingefangen wird.
Partei ergreift Emmerich nur, als es an Vergeltungsschläge gegen die chinesische Bevölkerung durch japanische Flugzeuge geht, nachdem die Chinesen abgestürzten US-Bomberpiloten Unterschlupf gewähren. Hier wird die chinesische Bevölkerung sinnlos massakriert. Nachdem chinesische Firmen den Film mitfinanziert haben, weiß ich nicht, ob sich Emmerich hier seinen asiatischen Finanziers beugen musste. Für mich bricht die Szenen aus dem Film heraus.
Eine große Rolle spielen bei Roland Emmerich die Spezialeffekte und bei Midway lässt sich er sich nicht lumpen. Kollege Computer zeigt, was geht und nimmt uns mit in den Kampf am Himmel: Packend und eindrucksvoll, was CGI aus dem Rechner in das Cockpit zaubert. Emmerich brachte einst das Eis nach New York, sprengte das Weiße Haus, ließ Godzilla durch Manhattan trampeln, ließ die Flut steigen und jetzt sind wir mitten im Zweiten Weltkrieg, wenn die Jagdflugzeuge und Bomber am Himmel kreisen, auf die Träger niedergehen und das Abwehrfeuer in die Luft ballert. Die Flak schießt Sperrfeuer und ich rutsche tiefer in den Kinosessel bei meiner Pressevorführung. Ich möchte den Film mal mit einem Kampfpiloten der deutschen Marine ansehen, den ich kenne: Bin gespannt, was er dazu sagt.
Bei den Charakterzeichnungen war Emmerich Standard. Es gibt nicht die herausragende schauspielerische Leistung aus meiner Sicht – das Team funktionierte gut. Der Score von Harald Kloser und Thomas Wanker tut sich schwer. Ich habe immer den fabelhaften Score von John Williams von der Verfilmung von 1976 im Ohr. Kloser/Wanker sind in Ordnung, haben aber gegen den Meister Williams keine Chance.
John Ford ist mit dabei
Richtig lachen musste ich bei Midway als es an die Szenen mit John Ford ging. Ich bin Emmerich dankbar dafür, dass er die Geschichte des US-Meisterregisseurs erzählt. Der echte Ford war mit seiner Filmcrew im Auftrag des US-Militärs auf den Midway-Insel als der japanische Angriff losbrach. John Ford wurde verwundert, ließ aber Material vom Angriff drehen und stellte 1942 einen Dokumentarfilm her. Als Sprecher in diesem Film war Henry Fonda zu hören. Fonda wiederum spielt die Rolle des US-Admirals Chester W. Nimitz in der Verfilmung von 1976.
Die Sequenz mit Ford bringt die Story in Midway nicht weiter voran, aber ich finde es großartig, dass Emmerich hier einen Einschub für uns Filmfreunde macht, denn der normale Kinobesucher wird mit John Ford nichts mehr anfangen können. Danke Roland Emmerich. Hier der Film von John Ford.
Buchtipp Roland Emmerich
Und damit komme ich auch zu einem Buchtipp. Es gibt ein sehr flottgeschriebenes Buch über Roland Emmerich von meinem großen Kollegen Jo Müller. Müller ist Redakteur beim SWF und ich traf ihn vor Jahren bei einer Disney-Pressereise nach Paris. Er traf Emmerich immer wieder und freundete sich mit dem Regisseur an.
Es entstand Roland Emmerich: Die offizielle Biografie, die anders ist, als die klassischen Biografien. Es handelt sich um Interviews, Hintergrundgespräche, Eindrücke von den Dreharbeiten und bringt dem Leser die Person Roland Emmerich aus unterschiedlichen Perspektiven näher, da die Gespräche sich über mehrere Jahre verteilten. Und ich muss sagen, ich habe Emmerich einmal getroffen, als er 1984 seinen HFF-Abschlussfilm Das Arche Noah Prinzip in der BR-Sendung Live aus dem Alabama vorstellte. Ich saß als Schüler im Publikum und war begeistert von Emmerich, der aus dem verkopften Hochschule für Fernsehen und Film endlich Unterhaltung machte. Seitdem hat Emmerich bei mir einen Stein im Brett. Ich hab es selbst nie zur HFF als Student geschafft, durfte aber verschiedene Gastvorlesungen halten.
Zurück zu Jo Müller und seinem Buch. Emmerich dreht Unterhaltungsfilme und ist stolz darauf. Kein Kluge, kein Wenders, kein Herzog – Emmerich ging seinen eigenen Weg und der war nicht der Neue deutsche Film. Er diesem Weg kennenlernen will, sollte die Biografie lesen.
„Es ist ein Hammer, was hier jedes Jahr im Retrogaming-Bereich aufgebaut wird.“ Mit diesen Worten lobt Komponist Chris Hülsbeck die Retrogaming-Area auf der weltgrößten Spielemesse gamescom in Köln.
Der Komponist und sein Fan: Chris Hülsbeck (r.) und Matthias J. Lange
Für einen Tag ist Hülsbeck aus den USA auf der gamescom zu Gast, um alte Freunde zu treffen, neue Kontakte zu schließen und vor allem mit seinen Fans ins Gespräch zu kommen. Und da komme ich ins Rennen. Ich bin ein großer Fan des Komponisten und hatte ihn in der Vergangenheit immer wieder verpasst. Aber dieses Mal sollte ich ihn treffen. Chris Hülsbeck ist der deutsche Komponist für Videospielsoundtracks. Er komponierte zahlreiche Klassiker, sein Meisterwerk ist die Musik zur Videospielreihe Turrican. Die Musik wurde in zahlreichen Versionen veröffentlicht, unlängst als opulente Orchesterversion mit klassischen Sinfonieorchester. Also traf ich ihn auf der gamescom, ließ mir ein paar Autogramme geben und machte ein Videointerview mit ihm.
Deutschland hat eine starke Heimcomputerszene
In den USA gibt es auch eine große Spielegemeinde, aber so Hülsbeck in meinem Interview, aber die Amerikaner seien mehr Konsolenspieler. Das Besondere in Deutschland sei die Begeisterung für die Heimcomputer der 80er und 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Chris Hülsbeck arbeitet im Moment an einem Bonus-Amiga-Album für Turrican. Hier wird mit alten Amiga-Tools und Rechner neuer Sound für ein imaginäres Turrican 4-Spiel erzeugt.
Fans halten Chris Hülsbeck die Treue
„Ich bin super dankbar, dass mir die Fans die Treue halten und diese Projekte möglich machen“, gibt Hülsbeck zu. Und er verrät einen Traum: Chris Hülsbeck würde gerne einen klassischen Filmscore für einen Spielfilm komponieren. Er klopft schon in Hollywood an und hat inzwischen auch eine US-Agentin. Bisher noch ohne Ergebnisse, aber Chris Hülsbeck arbeitet weiter an seinem Traum. Große Vorbilder gibt es schon: Michael Giacchino oder Jesper „Jakobson“ Kyd arbeiten für beide Welten – Kino und Videogames.
Hülsbeck als Wegbereiter
Musik im Film und im Spiel sei extrem wichtig, so Hülsbeck weiter. Wenn man bei einem audiovisuelles Medium die Musik abschaltet, dann fehlt auf jeden Fall etwas. Hülsbeck hat inzwischen sein 36. Album veröffentlicht und ist seine eigene Plattenfirma. Er war damit ein Wegbereiter in der Musikproduktion. Während andere Musiker große Musikstudios buchen mussten, produzierte Hülsbeck in den eigenen vier Wänden. Er sah damit den Tod der großen Studios voraus. Heute wohnt und fährt er mit seinem Wohnmobil durch die USA und arbeitet von unterwegs – ein musikalischer Nomade.
Chris Hülsbeck dankt den Fans.
Die Kampagnen in Kickstarter sind für Hülsbeck sehr wichtig. Einerseits ist es eine Art Wasserstandsmelder, um zu prüfen, ob seine Kunst noch nachgefragt wird. Andererseits könnte er große Projekte wie die Orchestermusik nicht aufziehen, ohne die Unterstützung der Fans zu haben. „Die Liveaufführung zu erleben, war der totale Wahnsinn“, so Hülsbeck weiter. „Ich wünschte, meine Großmutter hätte das erleben können.“ Sie war immer diejenige, die Chris ermutigte, seine Musik zu machen. „Meine Großmutter wäre total aus dem Häuschen gewesen, wenn sie das erlebt hätte.“
Beim Thema Wertschätzung der Soundtrackmusik hat Chris Hülsbeck einen Vorschlag: So könnte eine Kategorie „der beste Soundtrack“ beim Deutschen Computerspielpreis aufgenommen werden.
Hinweis: Dieser Text entstand ursprünglich im Rahmen eines Bloggerseminars für das Arbeitnehmer-Zentrum Königswinter (AZK) in Königswinter.
Ich habe für ein Ehrenamt beworben und bin von der Mitgliederversammlung gewählt worden. Ich bin jetzt Schriftführer beim Munich ACM Siggraph Chapter. In dieser Funktion habe ich auch die Pressearbeit für den Verein übernommen.
Das Munich ACM Siggraph Chapter hat sich zum Ziel gesetzt Wissenschaft, Forschung, Kunst, Kultur und Bildung zu fördern. Insbesondere durch die Durchführung von wissenschaftlichen Veranstaltungen im Bereich Computergrafik, interaktiver Technologien und deren Anwendungsgebieten bieten wir einen breiten Zugang zu neuen Erkenntnissen auf diesen Gebieten und Ermöglichen deren Verbreitung.
Warum habe ich mich um dieses Amt beworben? Zum einen mag ich die Branche. Ich habe jahrelang in der 3D-Branche gearbeitet und war Chefredakteur zweier 3D-Zeitschriften, der Creative Live und der DIGITAL PRODUCTION und konnte dort den wichtigsten europäischen Preis der Szene, den animago AWARD verantworten. Dort konnte ich meine Hobbys wie Film, Animation und Games zum Beruf machen. Dort habe ich auch tolle Menschen kennengelernt, die Visionen haben und etwas bewegen wollen. Nach meinem Schritt in die Selbstständigkeit habe ich als redaktion42 den Kontakt zur Branche nicht verloren.
Zum anderen durfte ich die wichtigste 3D-Messe die Siggraph mehrmals besuchen. Ich war in San Diego, New Orleans und Los Angeles mit von der Partie. Im Grunde war es ein Besuch im Muppet Labor von Professor Bunsenbrenner, in dem die Zukunft schon heute gemacht wird. Ich habe Zukunftstechniken gesehen, die erst in ein paar Jahren freigeschaltet werden. Und daher war es für mich eine Selbstverständlichkeit als ich gefragt wurde, ein Amt wahrzunehmen.
Für das Munich ACM Siggraph Chapter organisierte ich eine Veranstaltung mit dem Yoda-Guy Nick Maley in Erlangen.
Ich will mich in diesem Amt aktiv mit Veranstaltungen einbringen. Ich habe vor kurzem eine Veranstaltung mit dem Schöpfer von Yoda in Erlangen durchgeführt. Special Make-up-Designer Nick Maley erzählte uns einige Hintergründe aus der VFX-Gerüchteküche in Hollywood.
Bei einem Stammtisch führte ich mit der Vorsitzenden des Munich ACM Siggraph Chapter Cornelia Denk ein kleines Videointerview. Viel Spaß und wer zu Veranstaltungen kommen will, bitte einfach bei mir melden.
Durch die Vermittlung von Heike Stiegler, einer hervorragende Bloggerin aus Nürnberg, treffe ich am Mittwoch. 22. April Mr. Yoda in Erlangen. Zu einem exklusiven Treffen mit Nick Maley lädt das ACM Siggraph Chapter Munich seine Mitglieder und Interessierte ein. Wer hat Lust mitzukommen? Von 10 bis 11:30 Uhr diskutieren wir in Erlangen mit dem Hollywood-Star. Als Mitglied des Münchner Verbandes der ehrwürdigen ACM Siggraph-Organisation darf ich die Veranstaltung organisieren und leiten. Ich hoffe nur, dass die GDL die Bahn nicht bestreikt und ich nach Erlangen komme.
Yoda in der Produktion von Nick Maley
Special Make-up- und Creature Effects-Designer Nick Maley wirkte in 53 Filmen mit. Allgemein ist er bekannt als “der Yoda Guy” für seinen Beitrag zur Kreation von Yoda und andern Kreaturen von Star Wars. Zudem hat er auch bei Filmen wie Superman, der Highlander-Saga, the Shining, Krull und Lifeforce mitgewirkt.
Na, erkennt ihr Anthony Hopkins?
Im allgemeinen Star Wars-Fieber weiß ich schon, in welche Richtung die Fragen gehen werden. Mich persönlich interessiert als fanatischer Stanley Kubrick-Fan seine Zusammenarbeit in Shining (1980) mit diesem Meisterregisseur.
In den vergangenen acht Jahren führte Nick Maley ein Non-Profit Filmmuseum in der Karibik. Jetzt will er dieses Filmmuseum FXpo als geplanten Holografie-Exibition nach Nürnberg holen und seine Film- und Museumserfahrungen mit modernster technischer Expertise verbinden.
Mal sehen, ob Nick den Yoda dabei hat.
Die Teilnehmerzahl ist auf zehn beschränkt. Eine verbindliche Anmeldung ist über diesen Link Voraussetzung. Der Veranstaltungsort wird in der Teilnahmebestätigung bekannt gegeben. Gäste sind gerne willkommen. Das Gespräch wird in Englisch stattfinden. Es wird kein Teilnehmerbeitrag erhoben.
Das ACM Siggraph Chapter Munich hat sich zum Ziel gesetzt Wissenschaft, Forschung, Kunst, Kultur und Bildung zu fördern. Insbesondere durch die Durchführung von wissenschaftlichen Veranstaltungen im Bereich Computergrafik, interaktiver Technologien und deren Anwendungsgebieten bieten wir einen breiten Zugang zu neuen Erkenntnissen auf diesen Gebieten und Ermöglichen deren Verbreitung.
Muss es wirklich sein? Muss es wirklich sein, dass wir von Poltergeist eine Neuauflage diesen Sommer bekommen? Via Twitter habe ich von der Neuverfilmung des Tope Hooper Klassikers erfahren und voller Neugierde den ersten Trailer angesehen. Seht selbst:
Ja, das Teil ist gut gemacht, spannend sogar. Aber warum brauche ich so eine Verfilmung? Dollar, Dollar, Dollar – und Hollywood hat absolut keine Ideen mehr.
Vom filmischen und dramaturgischen Standpunkt aus gesehen, ist Poltergeist von 1982 eine Wucht. Sicherlich hatte Produzent Steven Spielberg massive seine Finger drin, durfte aus gewerkschaftlichen Gründen nicht Regie führen, weil er mit E.T. der Außeridische beschäftigt war. Deshalb musste Holzhammer Mr. Kettensäge Tope Hooper einspringen und heraus kam für mich einer der besten Horrorfilme der 80er Jahre. Die spürbare Terrorgewalt von Tope Hopper und das Erzähltalent und Einfühlungsvermögen von Steven Spielberg. Hinzu kam die wunderbare Musik von Jerry Goldsmith – der Filme hatte das Zeug zum Klassiker und ist auch einer geworden. Nette Anspielungen seiner Zeit wie die Reagan-Bio im Bett oder Star Wars-Bettwäsche waren die Zuckerl. Der Film war so gut, dass zwei Fortsetzungen gedreht wurden, die gar nicht so schlechht waren.
Und nun kommt statt dem Fernseher das Böse eben aus dem Wäscheschrank. Statt Röhre steht eine 4K-Glotze rum. Moderner ist der Film von 2015 freilich geworden, aber ob er besser geworden ist, muss sich zeigen. Fest steht, dass Produzent Sam Raimi nun mitmischt. Der Tanz der Teufel-Mann hat nach seinen Spider-Man-Ausflügen ins Blockbuster-Kino sich wohl seiner Horrorwurzeln besonnen und brachte uns schon einmal seine neue Version von Tanz der Teufel zurück – ohne Charme, aber mit viel Blut. Jetzt ist Poltergeist an der Reihe. Die Effekte sind prima, das zeigt der Trailer jetzt schon. Ach ja, Regie führt nun Gil Kenan, der schon das Monster House drehte und damit über zweifelhafte Horror Erfahrung verfügt.
Da es sich um eine Neuverfilmung handelt, bleibt die Story grundsätzlich beim Alten: Familie im Haus wird von Geistern heimgesucht, die von einem Friedhof unter dem Gebäude stammen. Und die bösen Geister haben es auf die kleine Tochter der Familie abgesehen, nachdem alle sich am Stühle- und Möbelrücken begeistert haben. Der Poltergeist lässt die Sau raus und von außerhalb naht Rettung.
Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, aber ich bleibe skeptisch. Das erste Remake von Poltergeist steuerte Roland Emmerich mit Joey bei und der war eher naja. Was soll denn in den neuem Film besser werden? Höchstens die Effekte. 2015 wird uns CGI bringen, aber brauch ich das? Ich habe mich 1982 im Kino gegruselt. CGI alleine bringt kein besseres Kino, das sollte Hollywood doch inzwischen wissen.
Den Soundtrack von 1982 lieferte Jerry Goldsmith ab – genial. Und wer soll nun den Soundtrack machen? Für mich könnte höchstens John Williams die Leistung toppen. Doch der alte Mann wird mit Star Wars zu tun haben und sich nicht im Kindergarten herumtreiben. Goldsmith ist ja leider auch verstorben. Ich empfehle übrigens den Soundtrack Poltergeistvon Goldsmith ausdrücklich.
Und ihr geldgierigen Geier in Hollywood: Macht mir meine Jugend nicht kaputt. Nach so komischen Neuverfilmungen von Tanz der Teufel (bäh), The Texas Chain Saw Massacre (bäh, bäh) und Carrie (oh nein) kommt jetzt Poltergeist an die Remake-Reihe. Ich glaube nicht, dass sich die heutige Jugend von einem Poltergeist erschrecken lässt. Mal sehen, was sich Hollywood als nächstes vornimmt: Wie wäre es mit Rosemaries Baby? Da könnt ihr dann richtig Mist machen.
Habt endlich neue Idee und wärmt nicht die alten Ideen neu auf. Kein Wunder, dass ich dem Kino mehr und mehr fernbleibe. Am 30. Juli 2015 soll übrigens das Remake in die Kinos kommen.