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Konzertkritik: Kraftwerk in Essen

26. November 2015
Ein Jugendtraum wird wahr - Kraftwerk in Essen.

Ein Jugendtraum wird wahr – Kraftwerk in Essen.

Ehrfürchtig nehme ich auf dem Gangplatz in der zweiten Reihe im Essener Traditionskino Lichtburg Platz. Vor mir ein mächtiger roter Vorhang. Hinter diesem Vorhang soll sich gleich ein Jugendtraum von mir verwirklichen. Ich darf Kraftwerk live sehen – endlich.


Als Jugendlicher hatte ich diese Band für mich entdeckt und war durch all die Jahre ein Verehrter der deutschen Elektronikband. Kraftwerk war anders als die Bands meiner Jugend. Es waren keine Gitarrenhelden, sondern Techniker in den Kling-Klang-Studios, die einen ungewöhnlichen Sound heraufbeschwörten. Ich kaufte die Platten in Vinyl, Langspielplatten und Singles, dann später die Musik als CD. Der Katalog in schwarz und weiß sind für mich wichtige Boxen. Doch Kraftwerk habe ich noch nie live erlebt. Bei den Münchner Konzerten hatte ich keine Karten bekommen, das Event im ZKM habe ich verbummelt und für die Auftritte in der Londoner Tate Gallery habe keinen Flug bekommen, den ich mir leisten wollte. Aber in Essen soll es jetzt sein. Kraftwerk live auf der Bühne.


Die Faszination, die ich für diese Musik empfinde, sprach und spricht bei mir alle Sinne an: Den Kopf, den Bauch, die Seele. Ich gehe gerne auf Konzerte und freue mich auf die Künstler, die ich dort sehe. Es ist Unterhaltung pur, wenn die Künstler mir eine gelungene Show abliefern. Aber bei Kraftwerk bin ich nervös. Ich nahm eine stundenlange Reise von München nach Essen mit dem ICE auf mich, wurde nach den Terroranschlägen in Paris professionell und ausgiebig beim Betreten der Lichtburg gefilzt und sitze jetzt in meinem Kinosessel in der zweiten Reihe, nah, ganz nah an der Bühne. Ich geb es zu, ich war nervös. Ich spüre die gleiche Unruhe in mir wie vor einer Wagner-Aufführung in Bayreuth. Wie wird es werden? Wird mein Jugendtraum gleich zerplatzen? Kraftwerk ist nicht einfach eine Musikkonzert, es ist Kunst, ein Kunstgenuss pur. Für mich ist Kraftwerk ein Gesamtkunsterlebnis.

Um mich herum ziehen die Fans aus dem Ruhrpott ihre 3D-Brillen auf, denn Kraftwerk hatte für uns eine Multimedia-Show in Stereoskopie im Gepäck. Die Gespräche verstummen. Aufgrund meines Augenleidens lasse ich meine 3D-Brille in der Tasche.

3D-Brillen am Eingang.

3D-Brillen am Eingang.

Jeder Konzertbesucher bekam am Eingang eine polariserte Brille im Kraftwerk-Look überreicht. Auch ich nahm eine, ziehe die 3D-Brille aber nicht auf. Ich will nur die Band hinter ihren Pulten betrachten und genießen. Punkt 0 Uhr geht es los. Meine Frau hatte mir eine Karte für die zweite Show des Abends gekauft und ich bin ihr über ihre Platzwahl ganz vorne zutiefst dankbar. So nah dran an der Band und den Boxen.


Der Vorhang öffnet sich. Auf der Bühne stehe die legendären vier Pulte. Der Applaus ist gewaltig, ich klatsche, um meine Spannung abzubauen. Es geht los. Der Surround-Sound drückt mich in den Sessel der Lichtburg. Glasklarer fetter Sound, der Bass haut rein. Das größte deutsche Filmtheater mit 1500 Plätzen ist komplett ausverkauft. Die Mensch-Maschine nimmt ihren Verlauf. Die Kraftwerk-Performer betreten in ihren Neopren-Anzügen die Bühne. Die Audio Operatoren (netter Name für die Musiker) Ralf Hütter, Fritz Hilpert, Hennig Schmitz und Video Operator Falk Grieffenhagen. Von der Originalbesetzung ist nur Ralf Hütter übrig geblieben. Klaus Dingler ist leider verstorben und Karl Bartos macht sein eigenes Ding und ich werde ihn mir auch noch ansehen, irgendwann, irgendwo. Bartos macht Kraftwerk-Musik, wie sie im 21. Jahrhundert klingen sollte. Ralf Hütter ist eher der Bewahrer – also genauso ein Streit wie um Wagner. Geblieben ist die Musik, Elektropop mit und fürs Köpfchen. Für mich ist Kraftwerk die Urband der elektronischen Musik – vor Kraftwerk gab es im elektronischen Bereich nichts, was von irgendwie Bestand hatte. Kraftwerk hat meine musikalische Welt umgestaltet, eingerissen, komplett neu definiert. Und jetzt sehe ich diese Pioniere, diese Revolutionäre ein paar Meter vor mir auf der Bühne. Obwohl sich Kraftwerk die Entpersonalisierung der Musiker auf die Fahnen geschrieben hat, war ich auf die Musiker neugierig. Hinter ihnen läuft eine beeindruckende 3D-Show auf, doch ich konzentriere mich auf die Musiker. Ralf Hütter singt die legendären Zeilen, die jeder in der Lichtburg mitsingen kann. Ja, wir sind alle Textsicher bei Kraftwerk-Songs. Bei dem Song Computerwelt sah Kraftwerk die totale Digitalisierung und Überwachung voraus. Nie zuvor war Kraftwerk aktueller denn je – NSA, Snowden, Vorratsdatenspeicherung. „Interpol und Deutsche Bank, FBI und Scotland Yard – Flensburg und das BKA, haben unsere Daten da“. Für die Zeilen muss man Kraftwerk einfach lieben: „Automat und Telespiel – Leiten heute die Zukunft ein – Computer für den Kleinbetrieb – Computer für das eigene Heim“.


Als die Klänge von Autobahn erklangen, bekomme ich meinen persönlichen Flashback. Ich erinnere mich, wie ich diese Musik das erste Mal gehört habe. Was war das? Es waren keine drei-Minuten Hitsingle wie bei anderen Künstlern, sondern die Komposition entfaltete eine intensive hypnotische Kraft. Die Redundanz prägte sich ein. Als Jugendlicher kam nur noch Brian Eno und David Bowie mit der Berliner Phase an diese Musik heran, alles andere war oberflächliches Gedudel.


Im Grunde läuft ein Kraftwerk-Konzert computergesteuert wie ein Uhrwerk ab. Ein Absturz wie auf dem Düsseldorfer Konzert in der Philipshalle am 31. Oktober 1991 gab es in Essen nicht. Die Showmaschinerie der Mensch-Maschine lief perfekt. Ab und zu wippt Ralf Hütter mit den Füßen, aber die Musiker halten sich meist zurück. Als gegen Ende der Show nach einem Vorhang die Roboter auf die Bühne kommen, bringen die mechanischen Gesellen in einem Song mehr Bewegung auf die Bühne als die menschlichen Musiker während des ganzen Konzerts. Als Kind habe ich die Roboter mit den roten Hemden und schwarzen Krawatten im Fernsehen gesehen und wusste nicht, ob die Band nun echt oder mechanisch war. Heute weiß ich, dass Kraftwerk menschlich ist, denn Ralf Hütter grinst von der Bühne.
Eindrucksvoll waren Tour de France, das Model und immer wieder Radioaktivität mit überarbeiteten Texten. Beim Trans Europa Express denke ich an meine Zugfahrt und freue mich, dass Europa zusammengewachsen ist. Ich gerate immer tiefer in den Song der Musik und als die Klänge von Elektro Kardiogramm erklingen, drückt es mich in meinen Kinosessel hinein. Die legendären Textzeilen „Music non stop, techno pop
Es wird immer weitergehen – Musik als Träger von Ideen“ haben mich wieder gepackt. „Es wird immer weitergehen – Musik als Träger von Ideen“ genau das ist es – bravo.


Nach zwei Stunden verabschieden sich Kraftwerk mit Improvisationen auf ihren Software-Synthesizern und -Sequencern, gehen Mann für Mann an den Rand der Bühne und verbeugen sich artig. Ralf Hütter ist der letzte, der von Bord geht. „Gute Nacht, bis morgen“ lauten seine Worte an uns.

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Nein, für mich heißt es bis gleich. Ich bleibe noch ein wenig im Kinosaal sitzen und schaue mir im Vorraum den Verkaufsstand mit T-Shirts und Mauspads an. Ich muss vier Stunden überbrücken, bis mich mein ICE wieder nach Bayern bringt. Ein wenig spaziere ich durch die Innenstadt von Essen und lande in einer Kneipe. Ich höre dort Kraftwerk über das iPhone. Mein Leben ist schön.

Lust auf ein Treffen mit dem „Yoda Guy“ Special Make-up-Designer Nick Maley?

20. April 2015
Wer hat Lust mit dem Yoda Guy zu sprechen?

Wer hat Lust mit dem Yoda Guy zu sprechen?

Durch die Vermittlung von Heike Stiegler, einer hervorragende Bloggerin aus Nürnberg, treffe ich am Mittwoch. 22. April Mr. Yoda in Erlangen. Zu einem exklusiven Treffen mit Nick Maley lädt das ACM Siggraph Chapter Munich seine Mitglieder und Interessierte ein. Wer hat Lust mitzukommen? Von 10 bis 11:30 Uhr diskutieren wir in Erlangen mit dem Hollywood-Star. Als Mitglied des Münchner Verbandes der ehrwürdigen ACM Siggraph-Organisation darf ich die Veranstaltung organisieren und leiten. Ich hoffe nur, dass die GDL die Bahn nicht bestreikt und ich nach Erlangen komme.

Yoda in der Produktion von  Nick Maley

Yoda in der Produktion von Nick Maley

Special Make-up- und Creature Effects-Designer Nick Maley wirkte in 53 Filmen mit. Allgemein ist er bekannt als “der Yoda Guy” für seinen Beitrag zur Kreation von Yoda und andern Kreaturen von Star Wars. Zudem hat er auch bei Filmen wie Superman, der Highlander-Saga, the Shining, Krull und Lifeforce mitgewirkt.

Na, erkennt ihr Anthony Hopkins?

Na, erkennt ihr Anthony Hopkins?

Im allgemeinen Star Wars-Fieber weiß ich schon, in welche Richtung die Fragen gehen werden. Mich persönlich interessiert als fanatischer Stanley Kubrick-Fan seine Zusammenarbeit in Shining (1980) mit diesem Meisterregisseur.
In den vergangenen acht Jahren führte Nick Maley ein Non-Profit Filmmuseum in der Karibik. Jetzt will er dieses Filmmuseum FXpo als geplanten Holografie-Exibition nach Nürnberg holen und seine Film- und Museumserfahrungen mit modernster technischer Expertise verbinden.

Mal sehen, ob Nick den Yoda dabei hat.

Mal sehen, ob Nick den Yoda dabei hat.

Die Teilnehmerzahl ist auf zehn beschränkt. Eine verbindliche Anmeldung ist über diesen Link Voraussetzung. Der Veranstaltungsort wird in der Teilnahmebestätigung bekannt gegeben. Gäste sind gerne willkommen. Das Gespräch wird in Englisch stattfinden. Es wird kein Teilnehmerbeitrag erhoben.

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Das ACM Siggraph Chapter Munich hat sich zum Ziel gesetzt Wissenschaft, Forschung, Kunst, Kultur und Bildung zu fördern. Insbesondere durch die Durchführung von wissenschaftlichen Veranstaltungen im Bereich Computergrafik, interaktiver Technologien und deren Anwendungsgebieten bieten wir einen breiten Zugang zu neuen Erkenntnissen auf diesen Gebieten und Ermöglichen deren Verbreitung.

Alle Fotos Heike Stiegler und Nick Maly.

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animago Kalender 2015 – die Vielfalt der 3D-Branche

2. Januar 2015

Das Projektteam von animago AWARD & CONFERENCE hat mir eine besondere Freude gemacht, in dem sie mir einen Jahreskalender 2015 geschickt haben. Ganz herzlichen Dank. Der animago ist der wichtigste Preis der europäischen 3D-Branche, den ich auch ein paar Mal verleihen durfte. Derzeit wird er in der Filmstadt Babelsberg, die Wiege des deutschen Films, verliehen. Dieses Jahr hat das Projektteam eine alte Idee aufgegriffen und aus animago-Beiträgen einen wunderbares Jahreskalender 2015 gestaltet.
Mein Sohn war von den Bildern so begeistert, dass er den Kalender in seinem Zimmer aufgehängt hat. Und auch ich muss sagen, dass ich die Bilder und Renderings wunderbar finde. Bei einigen habe ich sogar richtig gelacht. Also nochmals herzlichen Dank dafür.

Willst du den Computergrafik-Veteran Paul Debevec treffen?

14. September 2014

Meine Herz gehört nach wie vor der 3D-Community und obwohl ich kein klassischer Artist bin, fasziniert mich die Branche noch immer. Zu meiner aktiven Tätigkeit als Chefredakteur der DIGITAL PRODUCTION und Projektleiter des animago AWARD war ich einige Male auf der wichtigsten Konferenz für Animation, der Siggraph. Mich hat jede Siggraph begeistert, ob in LA, New Orleans oder San Diego.

Dort gab es nicht nur allerhand zu berichten, sondern es gab auch tolle Gespräche mit kreativen Leuten.
Daher bin ich der Siggraph noch heute verbunden und ich werde sicherlich mal wieder hinfahren und staunen. Bis es soweit ist, habe ich mich dem Munich ACM SIGGRAPH Chapter angeschlossen und unterstütze ausdrücklich diese Vereinigung. Ich mag eigentlich keine Clubs oder Vereine, aber bei ein paar mache ich eine Ausnahme. Wie hier. Das Munich ACM SIGGRAPH Chapter hat sich zum Ziel gesetzt Wissenschaft, Forschung, Kunst, Kultur und Bildung zu fördern. Ich will ein wenig in Sachen PR dort mitarbeiten. Insbesondere durch die Durchführung von wissenschaftlichen Veranstaltungen im Bereich Computergrafik, interaktiver Technologien und deren Anwendungsgebieten bieten die Leute einen breiten Zugang zu neuen Erkenntnissen auf diesen Gebieten und Ermöglichen deren Verbreitung. Und das alles ohne kommerzielles Interesse. Also bin ich hier Mitglied geworden und helfe ehrenamtlich mit.

Paul Debevec bekommt nen Oscar.

Paul Debevec bekommt nen Oscar.

In Bayern haben sich Gleichgesinnte aus dem Bereich Computergrafik zum Munich ACM SIGGRAPH Chapter zusammengeschlossen. Am Sonntag, 21. September, präsentiert sich das Munich ACM SIGGRAPH Chapter von 14:30 bis 18 Uhr im Audimax der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) am Bernd-Eichinger-Platz 1, München erstmals dem interessierten Fachpublikum.
Stargast der ersten öffentlichen Veranstaltung des Munich ACM SIGGRAPH Chapters in der bayerischen Landeshauptstadt ist Paul Debevec. Debevec ist ein Veteran der Computergrafik, insbesondere im Bereich HDR Rendering sowie Lighting, und arbeitete unter anderem für Special Effects von Hollywood-Blockbustern wie Spiderman, Superman return und King Kong. Er war auch für die optimale Ausleuchtung in Avatar zuständig. In München spricht er über seine umfangreichen Erfahrungen, referiert zu Advances in Creating Photoreal Digital Actors, gibt einen einmaligen Blick hinter die Kulissen und zeigt inspirierende Ausschnitte aus verschiedenen Filmen.
Die Veranstaltung ist kostenlos, setzt aber eine Anmeldung zum Event auf der Website des Munich ACM SIGGRAPH Chapters voraus.
Eröffnet wird die Veranstaltung von Alain Chesnais, dem ehemaligen Präsidenten der Siggraph sowie Association for Computing Machinery und Mashhuda Glencross, die für die europäischen Chapters zuständig ist. Alain Chesnais spricht über neue Entwicklungen beim 3D Content für das Web.
Mit dabei ist auch Geek’s home, ein von Thomas Harbers gegründetes Museum zum Anfassen und Mitmachen. Das Vorbild ist das Exploratorium, ein Museum in San Francisco, das sich besonders auf die Vermittlung von Naturwissenschaften konzentriert. Den Abschluss bilden aktuelle Filme vom CAF – dem Computer Animation Festival.

Päpste werden in 3D und 4K heilig gesprochen

26. April 2014

Heiligsprechung

Meine Mutter berichtete mir von der Krönung von Elisabeth im Jahre 1952. Damals wurde die Krönung live von der BBC in alle Welt übertragen. Sie war extra beim Friseur, denn schließlich kam die britische Königin ins Wohnzimmer. Es war eine riesiger technischer Schritt. Heute sind wir natürlich deutlich weiter. Das beste Beispiel ist am Sonntag. Die feierliche Zeremonie anlässlich der Heiligsprechung von Johannes XXIII. und Johannes Paul II. findet am 27. April auf dem Petersplatz statt und wird mit Sony-Kameras des Typs PMW-F55 in einem Studio-Setup in 4K-Ultra HD übertragen. Mit der Heiligsprechung kommt die 4K-Technologie von Sony erneut für die Live-Produktion eines wichtigen Events zum Einsatz und hebt die Archivierungsqualität auf ein neues Niveau.

Es ist ein Wahnsinn, welcher technischer Aufwand hier im Hintergrund läuft. Das Vatikanische Fernsehzentrum CTV (Centro Televisivo Vaticano) produziert die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit Sony und Sky Italia. Mit technischer Unterstützung von DBW Communication und Eutelsat wird die Veranstaltung live in 4K-Qualität aus der Audienzhalle Pauls VI. im Vatikan übertragen. Darüber hinaus können Gläubige die Zeremonie auch live in 3D verfolgen: Die Gemeinde Sotto il Monte Giovanni XXIII, Geburtsort von Papst Johannes XXIII, wird die Heiligsprechung so mit räumlicher Tiefe erleben, als wäre sie auf dem Petersplatz mit dabei. Dabei kommt der digitale 4K-Kinoprojektor SRX-R515P von Sony zum Einsatz. Durch Streulichtreduzierung ermöglicht das Projektionssystem überzeugend wirklichkeitsnahe Bilder mit einem extrem hohen Kontrast von 8.000:1.

Mit seiner Entscheidung, eine so bedeutende Veranstaltung in HD, 3D und 4K zu produzieren, baut CTV seine Position als technologisch fortschrittliches Fernsehzentrum weiter aus und knüpft an vorangegangene Erfolge an. Mit der hohen Übertragungsqualität möchte der Sender seinen Zuschauern das Gefühl vermitteln, ein Teil dieses wichtigen Ereignisses zu sein.

SonyPro_PMW-F55

Von sechs Blickwinkeln aus innerhalb eines Studio-Setups auf dem Petersplatz drehen CTV und seine Kooperationspartner die Heiligsprechung in 4K-Auflösung. Dort ist ein modernes PMW-F55-Kamerasystem mit einem 4K-fähigen Übertragungswagen verbunden.

Als technischer Leiter wählte CTV die Positionierung der Kameras und die eingesetzten Objektive sorgfältig aus: Mit einem fortschrittlichen Super-35-mm-Sensor, einer Auflösung von bis zu 4.096 x 2.160 Pixeln (11,6 Millionen Pixel insgesamt) und besten Film- und Fernsehobjektiven ermöglichen die PMW-F55-Kameras von Sony Aufnahmen in höchster Qualität, die die Zuschauer in deutlich detailreichere und konstant scharfe Bilder eintauchen lassen werden.

Neben der PMW-F55 setzt CTV auch einen Sony-Videomischer MVS-8000X in 4K-Konfiguration, ein professionelles PVM-X330-30-4K-LCD-Monitorsystem und den neuen 4K-Server PWS-4400 ein. Produktionspartner DBW Communication bringt seine fachliche Erfahrung in dieses 4K-Gemeinschaftsprojekt ein und stellt einen Ü-Wagen bereit, der für die Zeremonie ein 4K-Upgrade erhält. Satelliten von Eutelsat werden schließlich das Signal übertragen.

 

Testlauf für weitere Live-Produktionen in 4K

Die Produktion ist ein wegweisender Probelauf für die Branche, die überragenden Möglichkeiten von 4K auszutesten. So wird die Veranstaltung auch die Generalprobe für das größte Sportereignis im Sommer dieses Jahres sein: das Finale der FIFATM-Fußballweltmeisterschaft 2014, das am 13. Juni in Rio de Janeiro, Brasilien, ausgetragen und in 4K aufgezeichnet wird.

„Die Produktion von 4K-Inhalten ist für das Vatikanische Fernsehzentrum hochinteressant und wir möchten die Entwicklung dieser neuen Technologie weiter vorantreiben. 4K hilft uns dabei, unsere Mission zu erfüllen: Die Aktivitäten des Heiligen Vaters und des Heiligen Stuhls in höchster Qualität zu dokumentieren und für so lange wie möglich zu bewahren“, sagt Dario E. Viganò, Generaldirektor des Vatikanischen Fernsehzentrums.

David Bush, Head of Marketing bei Sony Professional Solutions, Sony Europe, kommentiert: „Sony definiert weiterhin die Grenzen der Technologie neu. Dies ist das erste Mal, dass die drei Produktionsebenen HD, 3D und 4K bei so einem geschichtsträchtigen Ereignis zusammenkommen. Daher ist es wichtig, dass das beste Equipment zum Einsatz kommt und jedes Detail erfasst. Wir freuen uns sehr, das Vatikanische Fernsehzentrum, mit dem wir schon seit Jahren innovativ zusammenarbeiten, bei einer so wichtigen Veranstaltung zu unterstützen.“

Ich bin sehr gepannt auf die Übertragung. Wer schaut es sich auch an?

Persönlicher Nachruf: Zum Tode von Iris Asche 3DPowerstore

9. Oktober 2013

Mit Entsetzen erfuhr ich vom Tod von Iris Asche. Am 4. September 2013 verstarb nach schwerer Krankheit die Chefin des 3DPowerstores aus Düsseldorf. Iris Asche war in der 3D-Branche jahrelang bekannt und in der Commuity sehr geschätzt. Die Branche hat eine engagierte Vertreterin verloren.

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Ich lernte Iris als Chefredakteur der Zeitschrift DIGITAL PRODUCTION kennen. Zusammen mit Ron Martin war sie meine Ansprechpartnerin für 3D-Produkte und die Szene darum. Immer wieder trafen wir uns auf Messen und Veranstaltungen, liefen uns auf der FMX, der IBC oder der Siggraph über den Weg, tranken den einen oder anderen Kaffee und ratschten wie alte Freunde. Iris war Teil der Branche und kannte sich aus. Als Kommunikationswirtin studierte sie von der Oktober 1984 bis April 1990 an der Hochschule der Künste Berlin. Ihre Diplomarbeit schrieb sie beim legendären Dr. Bernd Willim zumThema Computeranimation. Ihre kaufmännischen Erfahrungen sammelte sie im Einzelhandel/IKEA als leitende Angestellte im Bereich Local Marketing. Später war sie selbstständig im Bereich Innenarchitektur/Ladenbau. Dann kam der Schritt in die 3D-Branche, die ihr immer am Herzen lag. Sie gründete ihren 3DPowerstore. Dort war sie der gute Geist für alle organisatorischen Fragen rund um die Auftragsabwicklung, organisierte Schulungen und Workshops in Düsseldorf und hielt den Kontakt zu uns Medienmenschen.

Durch Facebook tauschten wir uns über gesunde Ernährung aus. Iris war eine Verfechterin von Rohkost und gab mir immer wieder Tipps für vegetarische Küche. Ihr letzter Post bei Facebook ging über die bevorstehende Briefwahl. Sie schrieb am 29. August: „Meine Kreuzchen sind gesetzt, Briefwahl erledigt.“ Über ihre Krankheit verlor sie in unseren Gesprächen kein Wort, aber in Bemerkungen spürte ich, dass etwas nicht stimmte. Am 4. September verstarb sie ohne Schmerzen in den Armen von Ron Martin. Iris, wir werden dich nicht vergessen.

Anbei ein kleines Video, dass ich über Iris auf der FMX 2011 gedreht habe.

 

Muss das sein? Äffle und Pferdle als 3D-Animation

27. Juli 2013

Es ist wohl der Lauf der Dinge, dass alles digitalisiert werden muss. Obwohl ich ja ein Verfechter der digitalen Welt bin, muss ich nicht alles 3D-animiert haben. Dazu gehören zum einen die Mainzelmännchen, die Biene Maja und jetzt kommt auch noch “Äffle und Pferdle”.

Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Ich weiß, dass man neue Zielgruppen mit zeitgemäßer Bildsprache erreichen kann und dennoch bin ich in diesem Fall ein konservativer Knochen. Nicht alles, was geht, muss auch gemacht werden. Aber vielleicht werde ich einfach nur alt, aber mir gefällt es einfach nicht.

Originalclip ab 0:35 min

Um was geht es? Die Abteilung Forschung & Entwicklung des Instituts für Animation, Visual Effects und digitale Postproduktion an der Filmakademie Baden-Württemberg hat in Kooperation mit der Lang-Film Medienproduktion neue Produktionstechniken für die beliebten schwäbischen Zeichentrickfiguren „Äffle und Pferdle“ entwickelt. Dadurch sind die beiden Figuren ab sofort auch als Computer-Animationen zu bewundern. Die Filmakademie gehört zu den führenden Schulen im digitalen Bereich und ich habe lange in meiner Zeit als Chefredakteur für 3D-Zeitschriften mit den Kreativen zusammengearbeitet. Großartige Talente sind dort zu finden.

Die animierten Sequenzen von „Äffle und Pferdle“, die im Südwestrundfunk seit 1960 zwischen den ausgestrahlten Werbespots gezeigt werden (ähnlich den Mainzelmännchen im ZDF), wurden bis 1998 mit der Hand gezeichnet. Die Entwicklung der neuen Produktionstechniken und die erstmalige 3D-Adaption, die auf der Website der R&D-Abteilung mit mehreren Videobeispielen veranschaulicht werden, sollen nun die Basis für die Produktion von neuen Episoden bilden. Dabei sollen Charme und Stil der Originale unbedingt beibehalten werden.

Clip von 2D zu 3D-Roto

Die „Äffle und Pferdle“-Cartoons, in denen der unverwechselbare Dialekt der Region gesprochen wird, greifen typisch schwäbische Verhaltensformen auf. Das „Pferdle“ ist dabei eine Referenz an das Stuttgarter Stadtwappen. Die beiden Tiere zählen zu den beliebtesten Charakteren in Baden-Württemberg und haben allein auf Facebook über 73.000 Follower und meine Familie gehört auch dazu.

Clip Komplett animiert

Roto vs Full Animation

Technisch sind die Umsetzungen hervorragend und auch der Charme ging nicht verloren. Ich bin dennoch nicht begeistert und muss mich wohl daran gewöhnen. Meinen Kindern gefällt es übrigens. Tja, der Lauf der Dinge.

Alles auf einmal:

Persönlicher Nachruf: Robert „Weltenbauer“ Mayer ist tot

7. Februar 2011
Robert Mayer beim Sommerfest von yello.

Robert Mayer beim Sommerfest von yello.

Vergangene Woche erfuhr ich vom tragischen Tod eines guten Freundes und wichtigen Kollegen. Robert Mayer ist tot. Er war der Chef von Weltenbauer, einem wichtigen Händler und Entwicklungsstudio von 3D-Produkten.

Robert Mayer (48) war in Wiesbaden mit dem Rad unterwegs. Ein Lkw übersah ihn beim Abbiegen. Robert Mayer verstarb nach Polizeiangaben noch am Unfallort. Für mich ist es ein Schock.

Ich habe lange Jahre mit Robert Mayer zusammengearbeitet, als ich Chefredakteur diverser 3D-Zeitschriften war. Er war der Händler, ich der Journalist. Er wollte aber nicht nur Produkte verkaufen, sondern die gesamte Branche weiterbringen. Mayer erkannte die Chance und Möglichkeit von 3D-Software. Einmal im Jahr veranstaltete er im Herbst seinen innovativen Kongress Third Dimension, nachdem Autodesk auf der Siggraph die neuen Produkte vorstellte. Seine Schulungen gingen über reine How to-Workshops von Maya, Max und Co hinaus. Er bot Konzepte wie „3D-Spiele Entwicklung für iPhone und iPad“ mit großem Erfolg an.

Aber sah auch die Zukunft, die mehr war als reines Kistenschieben. Robert Mayer erweiterte sein Unternehmen um ein Produktions- und Visualisierungsstudio. Zahlreiche Projekte zeugen von dem hohen Produktionsniveau des Weltenbauer-Teams. Meine Kinder kennen und lieben Robert, als sein Team das Spiel „Meine Tierklink“ auf die Wii portiert hat. Auch ihnen wird er in Erinnerung bleiben.

Richtig schwer wird es mir ums Herz, wenn ich in meine Skype-GUI blicke. Dort ist die Statusmeldung aktiv, letzter Kontakt am 2. Februar: „Robert Mayer – Weltenbauer: back from – holidays better now.“ Robert Mayer war ein Pionier der 3D-Branche und wir werden dich nicht vergessen.

Update: wie mir die Firma Weltenbauer soeben versicherte, wird es mit dem Unternehmen weitergehen. Alle Kundenbeziehungen bleiben bestehen und Weltenbauer wird es auch in Zukunft geben. Das ist gut so und freut mich. Ich bin mir sicher, dass dies im Sinne von Robert ist.

RTT sucht 3D-Visionäre

29. Januar 2011

Wer im 3D-Bereich arbeitet, der weiß genau, wie wichtig Wettbewerbe sind. Seit Jahren arbeite ich für den animago AWARD. Wer unter den Sieger gehört, der hat optimale Chancen am Markt. Jetzt kam mir ein interessanter Wettbewerb von RTT auf den Tisch.

Fortschritt und technologische Innovation im Bereich 3D Highend Visualisierung stehen bei dem Münchner Visualisierungsexperten RTT an erster Stelle, wenn es um die Ausschreibung der alljährlichen Studentenwettbewerbe geht: „Wie sieht die Welt im Jahr 2020 aus?“ Mit dieser Frage wendet sich RTT mit den RTT Emerging Technology und RTT Funky Visualization Contests an die „Spezialisten von morgen“. In diesem Jahr wird eine Fach-Jury bestehend aus Mitgliedern wie dem Computergrafik-Spezialisten Paul Debevec, dem CEO von NVIDIA Jen-Hsun Huang oder der Senior Designerin Nancy Holman von Tesla Motors, die besten und innovativsten Ideen und Kreativkonzepte auszeichnen. Neben Preisen winkt den Gewinnern außerdem die Chance, ihre Projekte vor einem internationalen Fachpublikum auf der RTT Excite im Mai diesen Jahres vorzustellen.

Der RTT Emerging Technology Contest ist seit 2005 fester Bestandteil des RTT Hochschulprogramms und steht in diesem Jahr ganz im Zeichen von „Human Environments“ und der Herausforderung, wie wir mit unserer Umwelt und den alltäglichen Bedarfsgütern in der Zukunft interagieren werden. Der RTT Funky Visualization Contest fordert die Vorstellungskraft der Wettbewerbsteilnehmer in 2011 zum zweiten Mal in Folge heraus. Unter dem Motto „Advanced Motion“ sollen futuristische Produkte und Gebrauchsgegenstände in 2D bzw. 3D in Szene gesetzt werden.

Beide Wettbewerbe richten sich an Hochschulen, Forschungsteams und Studierende weltweit. Der Einsendeschluss ist jeweils der 15. April 2011. Die Preise werden von RTTs Kooperationspartnern ausgelobt: zwei NVIDIA Quadro 6000 Grafikkarten erwarten die Prämierten des RTT Emerging Technology Contest 2011. Die Gewinner des RTT Funky Visualization Contest 2011 erhalten zwei Intuos 4M Tablet PCs von Wacom. Darüber hinaus sind die Gewinnerteams eingeladen, ihre Visionen auf der internationalen Fachtagung RTT Excite 2011 den führenden Köpfen der Branche zu präsentieren.

Neue Zeitschrift „3D Total“ – Tierisches Vergnügen

18. Januar 2011
Stereo 3D für Kinder - ich probiere es mal aus.

Stereo 3D für Kinder - ich probiere es mal aus.

Der deutsche Micky Maus-Verlag geht in Richtung 3D. Es gab ja schon immer wieder Versuche Stereobilder in Zeitungen abzudrucken. Ich erinnere mich an Animationsmagazine auf der Siggraph 2009 oder auch an eine Extraausgabe der BILD-Zeitung mit dem Verteidigungsminister auf dem Cover.  Nach Aufklärungsbildchen in der Bravo kommt jetzt Stereo 3D für die Kleinen und ich werde mal eine Ausgabe kaufen. Mit dem Magazin „3D Total“ aus dem Egmont Ehapa Verlag kommen die Tiere nach Hause, und das scheinbar zum Anfassen nah. Ab dem 21. Januar 2011 ist das erste speziell für Kinder entwickelte 3D-Magazin im Handel erhältlich.

Mit einer 3D-Brille ausgestattet, startet das Magazin in das Abenteuer Wildnis. Durch den dreidimensionalen Effekt steht der Leser inmitten der aufregenden Tierwelt in den Wäldern, Wüsten und Meeren der Erde.

Die erste Ausgabe ist natürlich nicht nur mit den beeindruckend lebensecht wirkenden Bildern gefüllt, sondern auch mit einer Menge Wissenswertem zu den unterschiedlichsten Tieren und deren Lebensräumen. So erfährt man das Interessanteste zu den Rekordhaltern im Tierreich, den cleveren Tarnspezialisten und den geschicktesten Jägern. Die Poster, die in dreidimensionaler Optik begeistern, lassen die Kinder in das Tierreich eintauchen. Außerdem können mit der richtigen Lösung und einer Prise Glück beim großen Rätsel tolle 3D-Preise gewonnen werden. Darüber hinaus gehören zum Magazin Sammelkarten mit den wichtigsten und spannendsten Infos sowie den schönsten Aufnahmen der dargestellten Tiere.

Übrigens, der Titel 3D Total hat nichts mit der gleichnamigen Fachzeitschrift von früher zu tun: Andere Zielgruppe