Posts Tagged ‘Kraftwerk’

Musiktipp: Computerwelt von Kraftwerk in gelbem Vinyl

23. Oktober 2020

Computerwelt war das achte Album von Kraftwerk und es ist aktueller denn je. Dabei spreche ich gar nicht von dem musikalischen Einfluss, den dieses Album auf die Musikgeschichte hatte. Obwohl es im Mai 1981 auf den Markt kam, sind die Texte noch immer aktuell. Zwar haben wir keine Rasterfahndung nach der RAF mehr, aber die digitale Überwachung durch Konzerne und Staaten ist dramatisch geworden. Ich denke, Edward Snowden hat seine Freunde mit Computerwelt, das ja auch auf Englisch, Französisch und Japanisch erschienen ist, wobei ich letztere Version noch nie gehört habe.

Im Oktober 2020 wurde Computerwelt in der musikalischen Fassung von 2009 neu in farbigem Vinyl aufgelegt und als Fan musste ich mir das Album aus den Kling-Klang-Studios natürlich kaufen. Die Musik ist rund vierzig Jahre alt, aber wer Nummern hört, dem zuckt das Tanzbein. Ich erinnerte mich auch sofort an einen Live-Auftritt von Kraftwerk in der Lichtburg in Essen, als mich die Zahlen hinweggefegt haben.
Taschenrechner war nett, aber mit Heimcomputer traf die Band meinen Nerv. Ich spielte ein paar Jahren später mit meinem ZX81 und Commodore C64 herum und machte meine ersten Schritte in eine digitale Werk. Was war Kraftwerk doch für eine wegweisende Kapelle gewesen.

Musiktipp: Techno Pop von Kraftwerk in weißem Vinyl

16. Oktober 2020

Kann elektronische Musik Ohrwürmer hervorbringen? Ja, sie kann es, wie sich wunderbar am Album Techno Pop von Kraftwerk aus dem Jahre 1986 zeigen lässt. Kaum höre ich die ersten Klänge der Songs der ersten Seite Boing Boom Tschak – Techno Pop und Musique Non-Stop so ist es um mich geschehen.

Ich bekomme die Musik von Techno Pop nicht mehr aus dem Kopf. Das lag sicherlich daran, dass Musique Non-Stop ein computeranimiertes Video hatte, das bei MTV damals rauf und runter gespielt wurde und sich in meinem Kopf einnistete. Vielleicht begann damals auch mein Interesse für Computeranimation, das mich später zu einem Beruf führte.

Daher war es eine Selbstverständlichkeit, dass ich mir dieses Ohrwurm-Album Techno Pop auf Vinyl zulegen musste, nachdem eine Sonderausgabe der Kraftwerk-Alben in farbigen Vinyl im Oktober 2020 erschien. Techno Pop kommt in weißem Vinyl daher.

Eigentlich hieß das Album einstmals Electric Café und erschien in englisch, deutsch und spanisch. 2009 wurde der Titel geändert und das Album überarbeitet – und so liegt es nun auch in der farbigem Vinylfassung vor.

Musiktipp: Kraftwerk: Tour der France in rotem und blauem Vinyl

15. Oktober 2020

Diesen Sommer war ich viel mit dem Fahrrad unterwegs. Und wenn ich meine Runden drehte, hatte ich Kraftwerk im Ohr. Das Album Tour de France.

Die erste Disk ist in Blau, die zweite in Rot.

Einst hieß das Album noch Tour de France Soundtracks, jetzt ist es unter Tour de France erhältlich – und es gibt eine Neuauflage der 180 Gramm-Vinyl-Ausgabe in Blau und Rot und natürlich limitiert, um den Preis nach oben zu treiben. Als Fan der deutschen Musikrevolutionäre musste ich mir die limitierte Ausgabe Tour de France natürlich gleich besorgen. Es handelt sich um die musikalischen Ausgabe des Jahres 2009. Ralf Hütter hat lediglich das Booklet überarbeitet.

Tour der France war das letzte offizielle Studioalbum und stammt aus dem Jahr 2003. Fans wissen, dass bereits 1983 eine Single zu Tour de France veröffentlicht wurde. Kraftwerk-Guru Ralf Hütter und das damalige Mitglied Karl Bartos waren ja große Radfahrer vor dem Herrn.

Bei dem vorliegenden Album gibt es keine unterschiedlichen Sprachausgaben. Viele Kraftwerk-Alben erschienen ja in Deutsch und Englisch. Gesungen, bzw interpretiert wird auf Deutsch, Englisch und natürlich in Französisch. Übrigens, Tour de France war das einzige Nummer eins Album in Deutschland. Für mich die besten Songs sind noch immer: Tour de France, Aéro Dynamik und Elektro Kardiogramm.

Musiktipp: Kraftwerk – die Mensch-Maschine in rotem Vinyl

12. Oktober 2020

Wir schreiben das Jahr 1978 und meine musikalische Welt hat sich schlagartig verändert. Ich hörte zum ersten Mal als Jugendlicher mit zehn Jahren das Lied Die Roboter und war ein Fan von Kraftwerk. Über die Band wusste ich damals nichts. Ich hatte mir die Single gekauft und spielte diesen neuartigen elektronischen Sound auf meiner Universum-Kompaktanlage rauf und runter. Das Album Mensch-Maschine wurde am 19. Mai 1978 veröffentlicht.

Kraftwerk in Rot

Im Laufe der Jahre eröffnete mir Kraftwerk einen komplett neuen Sound und einen anderen Zugang zum Musikverständnis. Durch die Roboter bin ich Kraftwerk-Fan geworden und bis es bis heute geblieben. So war es für mich eine Selbstverständlichkeit die wiederaufgelegte Vinyl-Serie der Kraftwerk-Alben zu erwerben. Den Start machte ich mich Die Mensch-Maschine, quasi als Verbeugung an meinen Start meiner Liebe zu dieser deutschen Kapelle.

Die 2020 aufgelegte Version entspricht musikalisch der Abmischung von 2009, die als CD in meinem Besitz ist. Neu an der Version ist das rote 180 Gramm Vinyl und sie ist Teil einer Serie: Es gibt insgesamt die sechs deutschen LPs und die acht UK-LPs als limitierte Sonderauflage – wie hoch die Aufgabe ist, weiß ich allerdings nicht. Die Gestaltung der Kraftwerk Alben wurde von Ralf Hütter konzipiert und produziert. Zudem hat das Album ein illustrierten Booklet – die Bilder sind freilich alle bekannt.
Über die Mensch-Maschine zu schreiben ist wie Eulen nach Athen zu tragen. Wer bis heute nichts von Kraftwerk mitbekommen hat, dem ist musikalisch auch nicht mehr zu helfen. Inhaltlich beschäftigt sich das Konzeptalbum mit der Zukunft. Fritz Lang lässt per Metropolis grüßen. Spacelab ist der geniale Live-Titel von Stuttgart samt Alexander Gerst. Die sechs Titel des Albums, darunter auch „meine“ zweite Kraftwerk-Single das Model sind Klassiker.

Im Moment beschränke ich mich auf den Kauf der deutschen Alben – die englischen Alben waren nie meine erste Wahl. Zug um Zug werde ich meine farbigen Kraftwerk-Einkäufe vorstellen. Also hier: Die Mensch-Maschine (German Version)(Colored Vinyl)

Raumpatrouille Orion noch immer stilprägend

22. September 2020

Die deutsche Antwort auf Raumschiff Enterprise war Raumpatrouille Orion und ich habe mir die sechsteilige Serie mal wieder auf Laserdisc angeschaut.
Es war ein „Märchen von übermorgen“ und anders als die friedliebenden Trekkies war Orion eher militärisch geprägt. George Lucas muss die Serie irgendwie gesehen haben, denn die Uniformen der imperialen Offiziere sehen doch ganz nach Raumpatrouille aus.
Innovativ war die Serie auf jeden Fall. Sie sah Erfindungen voraus, wie manche andere SF-Serie ebenso. Die Apple Watch kam ebenso vor wie FaceTime, die Visiorübertragung hieß. Allerdings wurde die Navigation durch den Raum noch mit Lochstreifen geführt – ganz so modern war man dann doch nicht. Und die Roboter der Serie glichen dann doch den Kampfmaschinen aus Ghost in the Shell – es kommt eben alles wieder.
Raumpatrouille war stilprägend. Das auf jeden Fall. Die Serie hatte Auswirkungen auf die Popkultur in Deutschland. Ein Beispiel ist, dass der Countdown zum Start bei Kraftwerk wieder aufgenommen wurde – was kann es für einen besseren Ritterschlag geben?
Aber ich musste beim Wiedersehen der Serie ganz schön schlucken, wenn ich das Frauenbild der damaligen Zeit ansehe. Natürlich war es überzogen, aber ein wahrer Kern steckte sicherlich im Drehbuch. Das Rollenbild der Sechziger war in Raumpatrouille festgeschrieben. In Folge 5 erklärt Commander Cliff Allister McLane mit völligem Unverständnis: Auf Chroma bestimmen die Frauen. Es fällt sogar die Ausdrucke „Weiberkolonie“ und „Amazonenzirkus“. In Sachen Emanzipation hatten die Chauvinisten der Raumpatrouille dann doch einigen Nachholbedarf.

Was mich ärgert. Von der Serie gibt es neben der Laserdisc nur eine DVD Raumpatrouille , aber leider keine Blu-ray. Warum eigentlich?
Ach ja, die Musik von Peter Thomas ist noch immer göttlich und wehe, hier widerspricht jemand. Ich habe sogar noch eine limitierte, signierte Ausgabe.

Gemeinsame Zukunftsmusik von Kraftwerk und Alexander Gerst

6. August 2018

Die beste deutsche Band für mich ist Kraftwerk. Das habe ich schon immer gesagt und werde es auch immer wieder sagen. Und die jüngste Aktion der Elektronikband hat mir wieder gezeigt, welchen Stellenwert Kraftwerk in der Musikszene hat. Bei einem Konzert in Stuttgart am 20. Juli 2018 gelang es mit Hilfe der ESA, der europäischen Weltraumorganisation, den deutschen Astronauten der ISS Alexander Gerst ins Konzert dazu zuschalten. Gemeinsam musizierten Kraftwerk und Gerst – für mich eine Sternstunde der Musik. 

Aufgrund von Arbeitsüberlastung habe ich das Video jetzt erst entdeckt und bin komplett begeistert. Ich habe Alexander Gerst vor Jahren auf einem Vortrag auf der re:publica gehört und bin seitdem ein Fan von ihm. Ich folge seinen Twitter-Account und denke, dass er – wie zuvor Chris Hadfield – die Funktionsweise und Wirkung von sozialen Netzwerken versteht. Beim Kraftwerk Konzert in Stuttgart stimmten die Musiker gerade ihr Lied Spacelab an, drehten sich dann um und blickten auf eine Leinwand. „Wir rufen Alexander Gerst auf der internationalen Raumstation ISS!“ Und es erschien Astronaut Gerst in Kolumbus-Labor voller Technik. Er hat ein weißes T-Shirt mit Captain Future an – schon alleine dafür gehört ihm mein Respekt und Verehrung. In den Händen hält er ein Pad mit dem er Musik macht. 

Es beginnt mit John Williams Motiv des Steven Spielbergs Film Unheimliche Begegnung. Die Klangfolge mit der Außerirdische begrüßt werden. Dann spricht Gerst: „Guten Abend Kraftwerk, guten Abend Stuttgart.“

Mir läuft es in diesem Moment kalt den Rücken herunter. Ton und Bild sind glasklar. Was für eine Leistung! Danke esa, tolle Aktion. Gerst ist von sechs Menschen, die auf dem Außenposten der Menschheit in 400 Kilometer Höhe ihren Dienst tun. Der Nachfolger des Spaclabs ist das Kolumbus-Labor und Gerst nannte es eine Mensch-Maschine. In seinem Grußwort appelliert er an die Gemeinschaft und Menschlichkeit und sagt dann: „Lasst uns zusammen Zukunftsmusik machen!“ Und dann spielen Kraftwerk und Alexander Gerst zusammen – ein intensives Erlebnis.

Ich erinnere mich an ein ähnliches Vorhaben, was dann aber tragischerweise nicht geklappt hat. Der französische Elektronikmusiker Jean-Michel Jarre wollte am 28. Januar 1986 ein ähnliches Experiment starten. An Bord des Space Shuttes Challenger befand sich der Ronald McNair. Der Astronaut spielte Saxophon und er sollte aus dem All bei einem Konzert des französischen Musikers Jean-Michel Jarre musizieren. Die Challenger explodierte beim Start und mit dem Tod von Ronald McNair zerplatze auch die Idee eines Stücks aus dem All. Jarre wollte das geplante Konzert zum 150jährigen Jubiläums der Stadt Houston und des 25jährigen Jubiläums des Lyndon B. Johnson Space Centers der NASA absagen, wurde aber von den Astronauten der NASA überzeugt.

Nach über 30 Jahren ist diese Musik aus dem Weltraum dank esa Wirklichkeit geworden. Ich danke Kraftwerk und ich danke Alexander Gerst sowie der esa für diese Aktion. Ich bin gespannt, was noch kommt. 

Begeisterung beim Laufen auf dem Laufband

2. Februar 2018

Ich habe meinen inneren Schweinehund überwunden und habe etwas neues ausprobiert. Ich bin gelaufen. Nun, vielleicht genauer: Ich bin auf einem Laufband gelaufen und es hat mir Spaß gemacht.


Für viele ist das eine Selbstverständlichkeit, für mich war es etwas neues. Andere gehen in Fitness-Studios oder joggen am Morgen. Ich habe dagegen noch nie so ein Laufband ausprobiert. Bis jetzt. Das Jahr 2018 birgt eben so seine Überraschungen. Bei einem Seminar wollten meine Seminarteilnehmer kegeln und das ist nicht gerade meine Art von Unterhaltung. Neben der Kegelbahn war in unserem Bildungszentrum ein Fitnessraum mit Stepper, Folterbank und Laufband. Neugierig betrat ich das Laufband, hab es angeschaltet und ein wenig ausprobiert. Natürlich kamen mir sofort die Fail-Videos mit Laufbändern aus YouTube in den Sinn und musste lächeln. So doof wollte ich mich nicht anstellen.
Vorsichtig ist die Mutter der Porzellankiste und daher mit einer geringen Geschwindigkeit beginnen, so mein Gedanke. Das Band setzt sich in Bewegung, meine Beine auch. Schritt für Schritt setze ich. Erstmal freilich im Oma-Tempo – langsam und übersichtlich. Die ganzen Features auf dem Laufband wie Bergsteigung oder den Knopf für Luftstrom habe ich ausgeschaltet. Nur die Grundfunktionen sind aktiviert, ich will ein wenig laufen und keine technische Featureschlacht.

Als ich ein wenig sicherer bin, schraube ich das Tempo hoch, Stück für Stück. Das Band läuft schneller, der Rhythmus meines Laufens erhöht sich. Der erste Schweiß läuft auch und ich muss mich konzentrieren. Anders als beim Laufen in der Natur kann ich nicht einfach langsamer werden oder meinen Laufrhythmus ändern. Wenn das passiert, dann fliege ich vom Band. Und schon bin ich wieder bei den netten YouTube-Videos vom Beginn.
Ich merke, ich bin nicht fit. Ich komme außer Puste, aber der Ehrgeiz ist da. Aufgeben ist keine Option. Ich mache also im lockeren Lauftempo weiter. 20 Minuten und dann ist gut.
Ich habe Blut geleckt. Ich muss zugeben, die Sache macht mir Spaß und es strengt mich an. Kondition ist bei mir Fehlanzeige und ich denke an meinen Kollegen Ludwig Reicherstorfer, der ein begnadeter Marathonläufer ist und mich in seiner freundlichen Art ziemlich inspiriert.

Zwischenstand - für mich gar nicht schlecht.

Zwischenstand – für mich gar nicht schlecht.

Am nächsten Tag in der Mittagspause packt mich der Ehrgeiz nochmal. Ich habe Zeit und will es wissen. Dieses Mal habe ich Musik im Ohr. Ich wähle meine Klassiker von Kraftwerk. Die haben gerade einen Grammy bekommen und ich habe sie im Ohr: Autobahn, Tour de France, Musik Non-Stop. Mit Musik geht alles besser und ich betrete wieder das Laufband. Der Oma-Rhythmus wird übersprungen, ich fühle mich sicherer und starte gleich auf einem höheren Level. Der Schweiß rinnt, die Beine bewegen sich, ich habe mein Tempo erst einmal gefunden. Virtuelle Runde um Runde laufe ich und dann passiert etwas, womit ich nicht gerechnet hatte. Ich spüre das Ausschütten der Endorphine. Ich erlebe ein Glücksgefühl beim Laufen und bin überwältigt. Davon habe ich nur gelesen und es jetzt gespürt. Ich war so überrascht, dass es mich fast aus dem Rhythmus gebracht hat. Ob es das berühmte Runner’s High ist, weiß ich nicht, aber es fühlt sich gut an. So gut, dass ich gleich noch eine virtuelle Runde auf dem Laufband drehe. Dann setzt der Verstand ein und ich reduziere das Tempo. Genug ist genug, ich will es nicht übertreiben und meinen unsportlichen Körper überfordern. Zudem bin ich komplett nassgeschwitzt und sehne mich nach einer erfrischenden Dusche und ein wenig Ruhe.

Musiktipp: Kraftwerk 3-D Der Katalog

16. November 2017

 

Kraftwerk am Straßenrand - Autobahn war nur einer der Songs.

Kraftwerk am Straßenrand – Autobahn war nur einer der Songs.

Immer wenn ich den Sound von Kraftwerk höre, staune ich, wie wegweisend Kraftwerk für die Musikwelt und natürlich auch für mich persönlich war. Ich wuchs mit diesen Pionieren der elektronischen Musik auf und ihre Musik war und ist in meinem Leben immer präsent. Ich höre viel Musik, aber immer wenn Kraftwerk läuft, dann merke ich die Tiefe der Kompositionen. Musik als Träger von Ideen, wie wahr, wie wahr. Ich habe einmal Kraftwerk live in der Lichtburg in Essen gesehen und war absolut begeistert. Mein Blogpost von damals zeugt von dieser Begeisterung.
Vor längerer Zeit im Mai 2017 haben Kraftwerk eine Albumbox mit acht Datenträger eben von dieser Tour vorgelegt und natürlich musste ich CD und Blu Ray auf Deutsch und Englisch haben. Seit Wochen höre ich immer die Tracks – meist via Kopfhörer – und nun komme ich endlich zu einem Blogpost. Wenn ich Umfrage höre, was sei die beste deutsche Band, dann werden viele Namen genannt. Für mich ist es Kraftwerk ganz klar der Spitzenreiter. Aber ich bin auch enttäuscht, dass Kraftwerk von vielen jungen Leuten gar nicht mehr gekannt wird. Ich hatte neulich ein Seminar über Roboterspielzeug und ließ zur Einstimmung „Die Roboter“ laufen. Keiner, wirklich keiner, meiner rund 30 Seminarteilnehmer im Durchschnittsalter von 22 Jahren kannte den Song. Schämt euch ihr kulturlose Bande!
Als ich die CD-Alben 3-D Der Katalog – Deutsche Version und Englische Version auspackte, dachte ich mir, wie doof ist es eigentlich, eine Live Platte von Kraftwerk anzuhören. Und natürlich wurde auch konsequent die Live-Atmosphäre herausgefiltert. Die neuen Aufnahmen der acht offiziellen Alben entstanden von 2012 bis 2016 weltweit bei Konzerten in 13 Städten. Glasklare Musik ohne Nebeneinflüsse befinden sich auf dem Alben. Der Sound via Kopfhörer zog mich sofort wieder in den Bann. Die Band tritt hinter der Musik zurück. Gerne hätte ich von Kraftwerk mal wieder neues Material, aber Ralf Hütter lässt sich dazu wohl nicht bewegen. Das alte Material wird neu interpretiert. Dabei stehen nicht die Musikanten im Vordergrund. Kraftwerk bedeutet Entpersonalisierung der Musik, kein Stargehabe, sondern Musik pur: Der Mensch-Maschine-Komplex in absoluter Vollendung. Hütter spricht von sich selbst als Musik-Arbeiter.

Der Katalog in Deutsch und in Englisch

Der Katalog in Deutsch und in Englisch

Insgesamt umfasst der Katalog acht Datenträger mit Livemusik – bei all den Live-Aufnahmen bedeutet mir die siebte CD The Mix am meisten. Sie wurde besonders für Kopfhörer abgemischt in einem so genannten Headphone Surround 3D-Verfahren. Was es ist, weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass es absolut göttlich klingt und im Kopf fetzt.
Um an meinen Kraftwerk-Besuch zu erinnern, habe ich mir zudem die Blu ray/DVD 3-D Der Katalog – Deutsche Version zugelegt. Sie beinhaltet die Multimedia-Performances von Ralf Hütter, Henning Schmitz, Fritz Hilpert und Falk Grieffenhagen. Es ist die Show, wie sie im Konzert gezeigt wurde – mir haben die Sachen gefallen, meine Kinder sind vor Langeweile der 3D-Animationen geflüchtet.

Hier das Unboxing:

iPhone und iPad fit machen für iOS 11

24. August 2017

Der genaue Termin steht noch nicht fest, wahrscheinlich wird es der 12. September sein. Aber wir können davon ausgehen, dass in Kürze der nächste große Apple Event ansteht und ein neues iPhone präsentiert wird. Dazu gibt es auch ein Upgrade des mobilen Betriebssystems auf iOS 11 für iPhone und iPad. Im Moment mache ich meine digitalen Devices fit für das anstehende Upgrade.
So manche alte App wird dann nicht mehr funktionieren und darüber sollte man sich klar sein. Um zu sehen, welche App nicht mehr funktioniert, gibt es einen ganz einfachen Workaround, um keine bösen Überraschungen zu erleben. Zunächst sollten die installierten Apps über die App App Store aktualisiert werden, um den aktuellsten Stand zu haben. Dann beginnt der einfache Workaround, der Klarheit bringen wird.
Der Weg ist: Öffnen der Einstellungen

Dann: Öffnen des Icons Allgemein

 

Dann: Öffnen des Reiters Info

 

Dann: Öffnen des Reiters Apps

Dann werden die Apps angezeigt, die unter iOS 11 nicht mehr funktionieren werden, wenn die Entwickler nicht schnell ein Update nachreichen.
Bei mir handelt es sich im Moment um elf Apps, die unter iOS 11 nicht mehr funktionieren werden, darunter befindet sich auch der Zeitfresser Flappy Bird.
Richtig leid tut es mir um zwei Apps, die ich regelmäßig nutze und die ich vermissen werde. Zum einen ist es der minicomposer von Ex-Kraftwerk-Musiker Karl Bartos. Solche Musiksoftware gibt es zwar viele, aber ich mochte den Klang dieser App recht gerne.


Zum anderen werde ich das Juwelenspiel Bejeweled 2 vermissen. Es gibt natürlich von diesem Spiel zahlreiche andere Versionen, aber leider kann ich meinen persönlichen Highscore nicht übertragen. GameCenter funktioniert bei diesem Spiel nicht. Immerhin habe ich den familieninternen Rekord von über 62000 Punkten erreicht, der mir nach dem Update flöten geht.
minicomposer und Bejeweled 2 sind natürlich keine wichtige Tools. Wer aber Produktiv-Apps auf seinem Gerät hat, sollte dies vorher prüfen, um keine Überraschungen im September zu erleben,

Musiktipp: Qxygene 3 von Jean-Michel Jarre

7. Dezember 2016

40 Jahre nach Oxygene kommt nun Oxygene 3.

40 Jahre nach Oxygene kommt nun Oxygene 3.

Mir war nicht ganz wohl, als ich die CD auspackte und in den Player legte, den Kopfhörer aufsetzte und Play drückte. Nach den ersten Takten, nach den ersten Stücken war ich allerdings versöhnt. 40 Jahre nach dem Erscheinen von Qxygene veröffentlichte Elektronikpionier Jean-Michel Jarre vor kurzem seinen dritten Teil. Nach zwei Alben der jüngsten Zeit, die mir eher durchschnittlich gefallen haben, kommt jetzt Oxygene 3 auf den Markt. Es ist eine solide Weiterentwicklung des Konzepts und das Album macht mir einen riesigen Spaß. Ich vermisse zwar das Blummbern und Zischen der alten Tage, aber Jean-Michel Jarre hat seine Ideen weiterentwickelt und ins 21. Jahrhundert gerettet. Qxygene 3 ist moderner geworden ohne seine Ursrpünge zu verleugnen.

Den ersten Eindruck von Qxygene 3 bekam ich im November bei einem Konzert in Nürnberg. als Jean-Michel Jarre den Track 17 aus dem neuen Album live spielte. Das Konzert und auch die Musik von Qxygene 3 hat mir gefallen, wie ich auch in meinem Blog geschrieben habe.
Nun Oxygene 3 setzt die Tradition der Nummerierung fort. Dieses Mal sind die Stücke Oxygene 14 bis 20 enthalten und zudem ein Continuous Mix. Ich habe mir die Oxygene Trilogy gekauft. Zwar hatte ich das Album von 1976 auf LP und CD, das Album Oxygene 2 finde ich nicht mehr und so war der Kauf der Trilogie beschlossene Sache.
Das neue Album startet unaufgeregt, sphärisch. Als ich die ersten Takte hörte, löste sich die Spannung. Endlich, endlich bringt er mir das, was ich an Jarre mag. Allerdings sind die Melodien des ersten Albums in den 40 Jahren verloren gegangen. Jarre ist mit der Zeit gegangen. Es gibt heute viel mehr Rhythmus und weniger Melodie. Vielleicht hat er sich auch mit den Sequenzer ein paar Mal zu einfach gemacht. Das war bei der Electronica-Tour zu bemerken und ist auch hier zu bemerken. Als Fan der ersten Stunde stört mich das ein wenig, aber es ist wohl der Lauf der Dinge.
Die Begeisterung über die elektronischen Klänge wird Jarre heute nicht mehr auslösen. Was vor 40 Jahren eine Revolution war und zum Gesprächsthema war, provoziert heute keinen mehr. Elektronische Musik ist heute Bestandteil der Musikwelt geworden, aber das sind Tüftler wie Jarre, Schulze, Kraftwerk und Froese zu verdanken. Für mich war die Musik eine Zeitreise. Jarre nahm mich mit auf eine Reise durch meine Gedanken. Was früher Space-Musik war, inspiiert heute meine Gedanken. Als ich den Kopfhörer wieder absetzte, war ich wieder in meinem Musikzimmer. Für die Art der Reise bin ich Jean-Michel Jarre dankbar. Nach Luft schnappen, wie früher einmal, musste ich heute nicht mehr und auch das ist gut so. Oxygene 3 kommt auf mein iPhone und wird eine Zeitlang musikalischer Begleiter auf meinen Reisen sein.