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Meine Vinyl-Käufe im Mai

31. Mai 2026

Live Lockdown von Andy Fairweather Low and the Low Riders
Mit Live Lockdown zeigen Andy Fairweather Low & The Low Riders eindrucksvoll, dass echte Live-Atmosphäre auch in Zeiten geschlossener Clubs funktionieren kann. Das 2021 veröffentlichte Doppelalbum entstand während eines gestreamten Konzerts im Londoner Hideaway Club im September 2020 – mitten in der Pandemie und ohne klassisches Publikum. Gerade daraus zieht die Aufnahme ihre besondere Stimmung.

Musikalisch bewegt sich das Album souverän zwischen Blues, Soul, Rhythm & Blues und entspanntem Roots-Rock. Fairweather Low verzichtet auf große Effekte und setzt stattdessen auf Groove, Spielfreude und die enorme Qualität seiner Band. Stücke wie „Sweet Soulful Music“, „Spider Jiving“, „Wide Eyed And Legless“ oder „If Paradise Is Half As Nice“ verbinden nostalgischen Charme mit erstaunlicher Frische.

Besonders überzeugend ist die lockere, warme Atmosphäre. Obwohl das Konzert ursprünglich für ein virtuelles Publikum gespielt wurde, wirkt nichts steril oder distanziert. Die Low Riders spielen mit Eleganz und Zurückhaltung, während Fairweather Low seine Songs mit trockenem Humor und lässiger Gelassenheit präsentiert. Seine Stimme mag heute rauer klingen als früher, doch genau das verleiht den Interpretationen Glaubwürdigkeit und Charakter.

Auch die Songauswahl funktioniert hervorragend. Neben bekannten Titeln aus der Amen-Corner-Ära und seiner Solokarriere gibt es Blues- und Soulklassiker, die perfekt zu seinem Stil passen. Das Album lebt weniger von spektakulären Höhepunkten als von konstant hoher musikalischer Qualität und entspannter Klasse.

Live Lockdown ist deshalb kein modernes Hochglanz-Livealbum, sondern vielmehr eine stilvolle, intime Momentaufnahme eines erfahrenen Musikers, der nichts mehr beweisen muss. Gerade diese Unaufgeregtheit macht die Aufnahme so sympathisch – warmherzig, musikalisch souverän und voller britischer Blues- und Soultradition.

Five Live Yardbirds von The Yardbirds
Mit Five Live Yardbirds veröffentlichten The Yardbirds 1964 eines der rohesten und einflussreichsten Live-Alben der britischen Bluesrock-Ära. Aufgenommen im legendären Marquee Club in London, dokumentiert die Platte die Band in ihrer frühen Hochphase – mit einem jungen Eric Clapton an der Gitarre, lange bevor er zum Weltstar wurde.

Das Album klingt weder geschniegelt noch perfekt produziert – genau darin liegt seine Stärke. Die Yardbirds spielen amerikanischen Blues und Rhythm & Blues mit einer wilden, fast aggressiven Energie. Stücke wie „Smokestack Lightning“, „I’m a Man“ oder „Too Much Monkey Business“ entwickeln sich zu fiebrigen Improvisationen voller Tempo, Spannung und sogenannter „Rave-Ups“, jener ekstatischen Instrumentalpassagen, die später zahlreiche Rockbands beeinflussen sollten.

Eric Claptons Gitarrenspiel ist dabei zwar prägend, aber nie selbstverliebt. Die Band funktioniert als Einheit: Keith Relfs rauer Gesang und die treibende Rhythmusgruppe verleihen den Songs eine clubartige Direktheit, die heute fast dokumentarisch wirkt. Gerade deshalb gilt Five Live Yardbirds vielen Kritikern rückblickend als eines der ersten wirklich bedeutenden Live-Rockalben überhaupt. AllMusic bezeichnete es sogar als „essential live album“ der britischen Rockbewegung der Sechzigerjahre.

Natürlich hört man dem Album sein Alter an. Der Sound ist rau, teilweise übersteuert und weit entfernt von moderner Live-Produktion. Doch genau diese Ungeschliffenheit transportiert die Atmosphäre eines verschwitzten Londoner Clubs besser als viele technisch perfekte Konzertmitschnitte. Five Live Yardbirds ist weniger ein Hochglanzalbum als vielmehr ein explosiver Schnappschuss jener Zeit, in der britischer Bluesrock gerade dabei war, die Rockmusik zu revolutionieren.

Hergest Ridge Demo von Mike Oldfield
Mit den Hergest Ridge 1974 Demo Recordings öffnet Mike Oldfield ein faszinierendes Fenster in die Entstehung seines zweiten großen Werkes nach Tubular Bells. Die Aufnahmen zeigen das Album noch im Rohzustand – weniger poliert, oft reduzierter instrumentiert, dafür unmittelbarer und erstaunlich intim.

Gerade darin liegt der besondere Reiz dieser Demo-Versionen. Wo das spätere Studioalbum teilweise orchestrale Breite und dichte Klangschichten entwickelt, wirken die Demos deutlich transparenter. Viele Passagen entfalten eine fast pastorale Ruhe: akustische Gitarrenfiguren, schwebende Orgeln und hypnotische Wiederholungen erzeugen eine meditative Stimmung, die den Hörer direkt in die hügelige Landschaft von Herefordshire versetzt, nach der das Werk benannt wurde.

Besonders spannend ist zu hören, wie Ideen entstehen und sich entwickeln. Manche Themen erscheinen hier noch skizzenhaft, andere wiederum besitzen bereits jene typische melancholische Schönheit, die Oldfields frühe Siebzigerjahre-Alben so einzigartig macht. Die Demo-Aufnahmen wirken weniger monumental als die spätere LP, dafür persönlicher und näher am Komponisten selbst – fast so, als säße man mit Oldfield allein im Studio während der kreativen Suche.

Auch klanglich besitzen die Aufnahmen ihren eigenen Charme. Das leicht raue Tape-Gefühl und die unfertige Struktur verleihen dem Material Authentizität. Für Gelegenheitshörer mögen die Demos manchmal unfokussiert wirken, doch für Fans von Oldfields Frühwerk sind sie eine Schatzkammer voller Details, Atmosphären und alternativer musikalischer Wege.

So sind die Hergest Ridge 1974 Demo Recordings weniger ein klassisches Album als vielmehr ein musikalisches Tagebuch – ein seltenes Dokument eines jungen Mike Oldfield auf dem Weg zu einem seiner poetischsten Werke.

No Reason to Cry von Eric Clapton
Eric Clapton veröffentlichte No Reason to Cry 1976 – ein Album, das oft im Schatten des späteren Erfolgswerks Slowhand steht, aber gerade deshalb seinen eigenen Reiz entfaltet. Eingespielt wurde die Platte in den Shangri-La-Studios von The Band in Malibu, gemeinsam mit einer beeindruckenden Musiker-Runde um Bob Dylan, Ron Wood und mehreren Mitgliedern von The Band.

Die Stärke des Albums liegt weniger in großen Hits als in seiner entspannten, fast nächtlichen Atmosphäre. Clapton klingt gelöst und unaufgeregt, bewegt sich zwischen Blues, Country-Rock und amerikanischem Roots-Sound. Songs wie „Hello Old Friend“, „Sign Language“ oder „All Our Past Times“ leben von ihrer Wärme und musikalischen Natürlichkeit. Besonders „Sign Language“, das Dylan mitgeschrieben und mitgesungen hat, gehört zu den heimlichen Höhepunkten der Platte.

Kritiker beschrieben das Album häufig als Jam-Session unter Freunden – charmant, aber manchmal auch etwas ziellos. Der Rolling Stone sprach eher von einem „Mélange als Meisterwerk“, während AllMusic vor allem die Zusammenarbeit mit The Band hervorhob.

Gerade diese Lockerheit macht No Reason to Cry heute aber interessant: Das Album wirkt intim, organisch und frei von kommerziellem Druck. Es ist kein Gitarren-Feuerwerk und kein Klassiker vom Format eines Layla oder Slowhand, sondern eher ein musikalisches Treffen Gleichgesinnter – warm, melancholisch und voller amerikanischer Westcoast-Stimmung der 70er Jahre. Für viele Fans gehört genau das zu seinem besonderen Charme.

Ossiach Live
Das Album Ossiach Live ist ein besonderer Meilenstein in der Geschichte von Tangerine Dream – obwohl es streng genommen kein reguläres Tangerine-Dream-Album ist. Die 1971 erschienene Dreifach-LP dokumentiert das experimentelle Musikfestival in Ossiach in Österreich und vereint unterschiedlichste Künstler zwischen Jazz, Avantgarde, Weltmusik und elektronischer Klangkunst.

Für Tangerine Dream ist die Veröffentlichung deshalb so bedeutend, weil darauf mit „Oszillator Planet Concert“ die erste offiziell veröffentlichte Live-Aufnahme der Band enthalten ist. Das Stück wurde am 29. Juni 1971 aufgenommen – in einer frühen Phase der Gruppe mit Edgar Froese, Christopher Franke und Peter Baumann.

Musikalisch zeigt der Titel die rohe, improvisierte Frühphase der Band: flächige Orgeln, elektronische Geräusche, freie Strukturen und psychedelische Klangexperimente prägen die Aufnahme. Der typische sequenzergesteuerte „Berlin School“-Sound der späteren Jahre ist hier erst in Ansätzen zu hören. Gerade deshalb besitzt das Stück heute Kultstatus unter Fans der sogenannten „Pink Years“ von Tangerine Dream.

Das komplette Ossiach Live-Set galt lange als Rarität. Erst Jahrzehnte später tauchten verschiedene CD-Ausgaben auf, die allerdings teilweise als inoffizielle beziehungsweise „Grey Market“-Veröffentlichungen eingestuft wurden.

Rückblickend dokumentiert Ossiach Live eine Zeit, in der Tangerine Dream noch zwischen Krautrock, Avantgarde und freier Elektronik experimentierten – kurz bevor mit Alben wie Zeit oder später Ricochet ihr weltbekannter elektronischer Stil entstand.

Radio-Aktivität / Radio-Activity von Kraftwerk
Mit Radio-Aktivität veröffentlichten Kraftwerk 1975 ein Album, das rückblickend wie ein Scharnier im Werk der Düsseldorfer wirkt. Nach Autobahn war klar, dass Ralf Hütter und Florian Schneider mehr wollten als bloße elektronische Experimente: Sie arbeiteten an einer eigenen Klangsprache, kühl, reduziert, deutsch, modern. Radio-Aktivität ist dabei weniger unmittelbar eingängig als der Vorgänger, aber konzeptionell vielleicht noch radikaler.

Der Titel ist doppeldeutig: Radioaktivität als atomare Strahlung und Radio-Aktivität als Sendung, Empfang, Äther, Kommunikation. Diese Ambivalenz zieht sich durch das ganze Album. Schon das eröffnende „Geiger Counter“ tickt bedrohlich, bevor „Radioactivity“ mit seiner fast sakralen Melodie einsetzt. Der Song klingt wie ein Kinderlied aus dem Atomzeitalter: einfach, schön, unheimlich. Genau darin liegt die Kraft des Stücks. Kraftwerk moralisieren nicht laut, sie inszenieren eine Atmosphäre, in der Technik zugleich Verheißung und Gefahr ist.

Musikalisch ist das Album karger und fragmentarischer als Autobahn. Viele Stücke sind Miniaturen, Übergänge, Klangbilder: „Radioland“, „Airwaves“, „Intermission“, „News“, „The Voice of Energy“. Das wirkt beim ersten Hören spröde, fast unfertig. Doch gerade diese Kürze macht das Album zu einer Art Hörspiel über Medien, Energie und moderne Wahrnehmung. Radiosignale, Stimmen, Rauschen, elektronische Pulse und monotone Melodien formen eine Welt, in der der Mensch zunehmend durch Apparate spricht.

Nicht alles besitzt die zwingende Prägnanz späterer Kraftwerk-Alben wie Trans Europa Express, Die Mensch-Maschine oder Computerwelt. Manche Passagen bleiben eher Skizze als Song. Doch Radio-Aktivität ist ein wichtiges Zwischenwerk: Es verabschiedet sich stärker vom Krautrock-Erbe und nähert sich jener maschinellen Eleganz, die Kraftwerk später perfektionieren sollten.

Besonders faszinierend ist die emotionale Temperatur des Albums. Kraftwerk klingen hier nicht kalt im Sinne von gefühllos, sondern distanziert wie Beobachter einer neuen Epoche. Die Melancholie steckt in der Reduktion. Wenn Stimmen aus dem Radio auftauchen oder Synthesizerflächen wie ferne Signale schweben, entsteht eine fast poetische Einsamkeit. Das Album beschreibt keine Zukunft voller Lärm, sondern eine Zukunft des leisen Summens.

Radio-Aktivität ist kein perfektes Popalbum, aber ein visionäres Konzeptalbum. Es verlangt Geduld, belohnt aber mit einer einzigartigen Mischung aus technischer Faszination, unterschwelliger Bedrohung und minimalistischer Schönheit. Wer Kraftwerk nur über ihre großen Hits kennt, findet hier ein stilleres, dunkleres, experimentelleres Werk – und eines, das gerade wegen seiner Strenge bis heute nachhallt.

Dressed to Kill von Pino Donaggio
Der Soundtrack zu Brian De Palmas „Dressed to Kill“ von 1980 ist ein Paradebeispiel dafür, wie stark Musik die Wahrnehmung eines Thrillers prägen kann. Komponist Pino Donaggio knüpft hörbar an die Tradition Bernard Herrmanns an, vor allem an dessen Arbeiten für Alfred Hitchcock, ohne dabei bloß zu kopieren. Die Musik ist elegant, nervös, verführerisch und bedrohlich zugleich. Sie trägt wesentlich dazu bei, dass der Film zwischen Erotik, Suspense und psychologischem Albtraum schwebt.

Besonders auffällig ist der starke melodramatische Ton. Donaggio arbeitet mit schwelgenden Streicherflächen, düsteren Motiven und plötzlichen Spannungsakzenten. Dadurch bekommt der Film eine fast opernhafte Qualität: Die Figuren wirken weniger realistisch als vielmehr gefangen in einem Spiel aus Begehren, Angst und Gewalt. Gerade in den wortarmen oder rein visuellen Sequenzen entfaltet die Musik ihre größte Wirkung. Sie kommentiert nicht nur das Geschehen, sondern treibt es emotional voran.

Gleichzeitig ist der Soundtrack bewusst überhöht. Wer eine zurückhaltende, moderne Thriller-Musik erwartet, könnte Donaggios Komposition als zu pathetisch empfinden. Doch genau diese Überzeichnung passt zu De Palmas Stil, der ebenfalls mit Spiegelungen, Zitaten, voyeuristischen Blicken und filmischer Künstlichkeit arbeitet. Die Musik macht aus „Dressed to Kill“ keinen nüchternen Kriminalfilm, sondern ein stilisiertes, fiebriges Genrestück.

Insgesamt ist Pino Donaggios Soundtrack ein großer Gewinn für den Film. Er ist sinnlich, dramatisch und unheilvoll, manchmal vielleicht etwas zu dick aufgetragen, aber stets wirkungsvoll. Als Filmmusik funktioniert er hervorragend, weil er die Spannung nicht nur begleitet, sondern die innere Nervosität des Films hörbar macht.

Bedside Companion von Nash the Slash
„Bedside Companion“ von Nash the Slash ist kein bequemes Album im klassischen Sinn, sondern ein eigenwilliges, düster schillerndes Stück elektronisch geprägter Avantgarde-Rockgeschichte. Die Musik wirkt wie ein Soundtrack zu einem Film, den man nur im Kopf sieht: fiebrig, kantig, nervös und zugleich von einer seltsamen Eleganz getragen. Nash the Slash verbindet elektrische Violine, Mandoline, Synthesizer und experimentelle Klangflächen zu einer Atmosphäre, die zwischen Progressive Rock, New Wave, früher Elektronik und unheimlicher Filmmusik pendelt. Gerade diese Mischung macht den Reiz der Platte aus.

Die Stücke entfalten weniger durch klassische Songstrukturen als durch Stimmungen und Spannungsbögen ihre Wirkung. „Fever Dream“ trägt den passenden Titel: Die Musik klingt traumartig, aber nie beruhigend, eher wie ein nächtlicher Gang durch fremde Räume. Auch „Masquerade“ und „Blind Windows“ arbeiten mit einer theatralischen, fast maskenhaften Künstlichkeit, die gut zur späteren Bühnenfigur Nash the Slash passt. Man hört hier einen Künstler, der sich nicht um Konventionen bemüht, sondern um eine eigene Klangsprache.

Für Hörer, die eingängige Melodien oder klare Rocknummern erwarten, kann „Bedside Companion“ sperrig wirken. Die EP fordert Aufmerksamkeit und lebt von Wiederholungen, Klangfarben und einer gewissen Kälte. Doch gerade darin liegt ihre Stärke. Sie ist atmosphärisch dicht, originell und ihrer Zeit voraus. Nash the Slash zeigt sich hier als musikalischer Außenseiter mit starkem Gespür für Drama, Klang und Irritation.
„Bedside Companion“ ist ein kurzes, aber markantes Werk zwischen Avantgarde, Elektronik und düsterem Kopfkino. Nicht leicht zugänglich, aber faszinierend – ein Album für Hörer, die Musik nicht nur konsumieren, sondern erkunden wollen.

„Der Kommissar – Music from the Original TV-Series 1969–1972“ von Peter Thomas
Das Album „Der Kommissar – Music from the Original TV-Series 1969–1972“ von Peter Thomas beziehungsweise dem Peter Thomas Sound Orchester ist eine reizvolle Wiederentdeckung deutscher Fernseh- und Krimimusik. Die Veröffentlichung würdigt erstmals gebündelt Thomas’ Arbeit für die ZDF-Serie „Der Kommissar“, zu der er Musik für 22 Folgen beisteuerte. Stilistisch reicht das Material von klassischer Spannungsmusik über Beat, Soul und Jazz-Anklänge bis zu experimentellen Soundcollagen.

Gerade diese Mischung macht den besonderen Reiz des Albums aus. Peter Thomas komponiert nicht nur funktionale Begleitmusik, sondern kleine, pointierte Klangminiaturen, die sofort Bilder erzeugen: nächtliche Straßen, verrauchte Bars, Großstadtmelancholie, Verbrechen, Verdacht und psychologische Unruhe. Viele Stücke sind sehr kurz, oft kaum länger als eine Minute, doch sie besitzen eine erstaunliche Prägnanz. Titel wie „The World Is Gone“, „Corinna“, „Papierblumenmörder“ oder „Tod am Bahndamm“ zeigen, wie stark Thomas mit knappen Motiven Atmosphäre schaffen konnte.

Das Album lebt weniger von großen Melodien als von Stimmungen, Farben und rhythmischer Raffinesse. Beat-Elemente und elegante Orchesterflächen treffen auf schräge Effekte und eine typisch späte Sechzigerjahre-Moderne. Man hört darin nicht nur Krimispannung, sondern auch Zeitkolorit: ein Deutschland zwischen Wirtschaftswunder-Nachhall, urbaner Nervosität und beginnender gesellschaftlicher Veränderung. Dass „Der Kommissar“ als wichtige deutsche Fernsehserie gilt, wird durch diese Musik nachvollziehbar; sie verleiht dem Format Stil, Kühle und eine eigene akustische Identität.

Als reines Höralbum hat die Zusammenstellung allerdings auch Grenzen. Die Kürze vieler Tracks und ihr Ursprung als Szenenmusik führen dazu, dass manche Stücke eher wie Skizzen oder Schlaglichter wirken als wie vollständig ausgearbeitete Kompositionen. Wer ein geschlossenes Album mit durchgehender Dramaturgie erwartet, könnte den Charakter der Sammlung als sprunghaft empfinden. Doch genau diese Fragmentierung gehört auch zum Charme: Es ist Musik wie aus Aktennotizen, Verhörzimmern und Schwarzweißbildern.

Insgesamt ist „Der Kommissar“ ein starkes Dokument der deutschen Soundtrack-Kultur und ein Beleg für Peter Thomas’ enorme stilistische Beweglichkeit. Das Album zeigt einen Komponisten, der Fernsehen nicht als Nebenprodukt behandelte, sondern als Experimentierfeld für präzise, eigenwillige und oft überraschend moderne Musik. Für Freunde von Krimi-Soundtracks, Library Music und deutscher Fernsehgeschichte ist diese Veröffentlichung sehr empfehlenswert.

RSD-2021-Vinyl Bob Dylan – Jokerman / I And I (The Reggae Remix EP)
Die Veröffentlichung ist zunächst ein reizvoller Sammler-Gegenstand: eine 12”-EP zum Record Store Day 2021, limitiert auf 7.000 Exemplare, erschienen bei Legacy, mit vier Doctor-Dread-Remixen: „Jokerman“, „Jokerman – Instrumental Dub“, „I And I“ und „I And I – Reggae Dub“. Der Ansatz ist nicht völlig aus der Luft gegriffen, denn die Originalversionen stammen vom Album Infidels, auf dem Sly & Robbie als Rhythmussektion beteiligt waren — also Musiker, deren DNA tief im Reggae und Dub liegt.

Musikalisch ist die Platte aber eher Kuriosum als zwingende Neuinterpretation. Der Reggae-Groove legt sich zwar organisch unter „Jokerman“, doch gerade bei diesem Song ist Dylans Originalspannung entscheidend: die leicht unheimliche Offenheit, das Prophetische, das Rätselhafte. Der Remix glättet davon einiges. Wo das Original schillert und flirrt, wirkt die RSD-Version stellenweise etwas zu gemütlich, fast zu eindeutig. Der Dub-Mix ist interessanter, weil er den Song stärker dekonstruiert und Raum, Bass und Echo nach vorne rückt — aber auch hier bleibt die Frage, ob der Eingriff wirklich neue Tiefen freilegt oder eher ein schönes Effektgewand über einen ohnehin großen Song legt.

Bei „I And I“ funktioniert die Idee etwas besser. Der stoische, dunkle Charakter des Stücks verträgt die Dub-Behandlung gut; Bass und Hall betonen die innere Schwere des Songs. Allerdings waren die beiden „I And I“-Remixe bereits 2003 auf Is It Rolling Bob: A Reggae Tribute To Bob Dylan erschienen, während die „Jokerman“-Remixe für diese EP neu beauftragt und zuvor unveröffentlicht waren.  Dadurch fühlt sich die Platte ein wenig halb neu, halb Archiv-Verwertung an.

Als Vinyl-Veröffentlichung hat sie dennoch Charme: 12”-Format, überschaubare Tracklist, klares Konzept, Sammlerwert. Wer Dylan-Raritäten, Dub-Versionen oder RSD-Sonderpressungen mag, bekommt ein hübsches Nischenstück. Wer aber eine essentielle Dylan-Veröffentlichung erwartet, wird vermutlich enttäuscht. Es ist keine Offenbarung, sondern eine interessante Fußnote: respektvoll gemacht, rhythmisch angenehm, aber nicht stark genug, um die Originale ernsthaft herauszufordern.

Nosferatu: The Call Of The Deathbird von Jozef Van Wissem
Jozef Van Wissem ist kein Musiker, der Horror mit grellen Effekten ausbuchstabiert. Auf Nosferatu: The Call Of The Deathbird nähert sich der niederländische Lautenist und Komponist F. W. Murnaus Stummfilmklassiker Nosferatu von 1922 mit einer Mischung aus Laute, Elektronik, Beats, E-Gitarre und verfremdeten Vogelgeräuschen. Das Album erschien am 31. Oktober 2022 bei Incunabulum Records und ist in sechs Akte gegliedert.

Schon diese Anlage macht deutlich: Van Wissem komponiert keine gefällige Begleitmusik, sondern eine eigene Schattenarchitektur. Die Laute, sein zentrales Instrument, wirkt hier nicht historisierend oder dekorativ, sondern spröde, streng und unheimlich nah. Ihre gezupften Figuren legen ein asketisches Fundament, über dem sich nach und nach elektronische Drones, dunkle Verzerrungen und eine beinahe rituelle Schwere ausbreiten.

Der besondere Reiz dieser Musik liegt in ihrem langsamen Übergang von Stille zu Bedrohung. Van Wissem selbst beschreibt die Entwicklung des Soundtracks als Bewegung „from silence to noise“, die am Ende in dichter, langsamer Schwere kulminiert; auch die Bandcamp-Beschreibung verweist auf verzerrte Aufnahmen ausgestorbener Vögel und eine Entwicklung hin zu gotischem Horror.  Das hört man dem Album an: Die ersten Stücke tasten sich noch vorsichtig voran, fast karg und kontemplativ. Doch je weiter die sechs Akte fortschreiten, desto stärker verdunkelt sich der Klangraum.

Besonders wirkungsvoll ist, dass Nosferatu nicht auf Schock setzt. Die Musik kriecht eher, als dass sie springt. Sie erzeugt Spannung durch Wiederholung, Reduktion und minimale Verschiebungen. In den besten Momenten klingt sie wie ein altes Gebet, das in eine moderne Verstärkeranlage geraten ist. Die Laute steht dabei für eine vormoderne, fast sakrale Welt; die Elektronik und E-Gitarre reißen diese Welt auf und lassen etwas Kaltes, Körperloses eindringen.

Das lange „Nosferatu, Act 5“, mit knapp 18 Minuten der zentrale Schlussblock des Albums, bündelt diese Qualitäten am stärksten. Hier wird aus der anfänglichen Strenge ein schwerer, dunkler Sog. Die Musik braucht Geduld, belohnt diese aber mit einer Atmosphäre, die tatsächlich filmisch wirkt, ohne bloß illustrativ zu sein. Man muss Murnaus Film nicht vor Augen haben, um die Bilder zu spüren: Schatten, starre Fenster, langsame Bewegungen, ein Unheil, das nicht plötzlich erscheint, sondern schon die ganze Zeit im Raum war.

Gleichzeitig ist genau diese Konsequenz auch die Grenze des Albums. Wer melodische Entwicklung, klare Themen oder klassische Soundtrack-Dramaturgie erwartet, wird mit The Call Of The Deathbird möglicherweise fremdeln. Die Stücke sind weniger Songs als Zustände. Van Wissem arbeitet mit Askese, Wiederholung und klanglicher Verdichtung. Das macht die Platte faszinierend, aber nicht leicht zugänglich.

Im Vergleich zu vielen modernen Horror-Soundtracks wirkt Nosferatu deshalb bemerkenswert eigenständig. Es klingt weder nach Retro-Synth-Nostalgie noch nach orchestraler Schauerromantik. Stattdessen verbindet Van Wissem frühe Musik, Dark Ambient, Drone und experimentellen Rock zu einer düsteren Meditation über Tod, Verfall und Verführung. Dass er 2013 für Jim Jarmuschs Only Lovers Left Alive den Cannes Soundtrack Award erhielt, passt als biografischer Hinweis gut ins Bild: Van Wissem versteht das Unheimliche nicht als Effekt, sondern als Stimmung, als Raum, als langsame Infektion des Klangs. 

Nosferatu: The Call Of The Deathbird ist ein streng gebautes, dunkles und atmosphärisch starkes Album. Keine leichte Kost, aber ein eindrucksvolles Werk für Hörer, die sich auf minimalistische Spannung, sakrale Kälte und experimentelle Filmmusik einlassen. Jozef Van Wissem liefert keine bloße Neuvertonung eines Stummfilmklassikers, sondern eine eigenständige akustische Beschwörung.

Children of the Night von Nash the Slash
Es gibt Alben, die man am besten nicht erklärt, sondern einfach geschehen lässt. Children of the Night von Nash the Slash ist eines davon – und zugleich ein Werk, das man unmöglich ignorieren kann, wenn man auch nur einen flüchtigen Blick auf die Randgebiete der frühen 1980er Jahre wirft. Das Album erschien 1981, nachdem Nash 1980 Gary Numan als Vorband durch Großbritannien begleitet hatte, und gewann schnell Kultstatus durch seinen unverwechselbaren Klang, der aus elektrischen Mandolinen, elektrischen Violinen, Drummaschinen und anderen Klangerzeugern besteht. Das Plattencover verkündet stolz: „There are no guitars.“ Dieser Satz ist kein bloßes Marketingversprechen, sondern eine ästhetische Grundsatzentscheidung: Nash the Slash – bürgerlich Jeff Plewman aus Toronto – verweigerte der Rockgitarre als Leitinstrument die Gefolgschaft und schuf stattdessen eine Klangwelt, die zwischen Kammermusik, New Wave, Industrial und Science-Fiction-Soundtrack mäandert, ohne sich je wirklich in einem dieser Genres festzusetzen. Es war Nash‘ zweites Studioalbum und sein erstes mit Gesang. Dass er sich gerade in diesem Moment entschied, seine Stimme einzusetzen, macht das Album zu einem doppelten Statement: als Instrumentalist war er bereits eine Eigenheit, als Sänger wird er vollends zur Erscheinung. Als Sänger trägt Nash eine Melodie sicher und ist selbst über industriellem Lärm klar verständlich. Seine Stimme ist kein Schöngesang, sondern ein Werkzeug – trocken, leicht angezerrt, zuweilen in ein genussvolles Knurren abgleitend.

Nash the Slashs „Children of the Night“ ist ein Album, das aus der Dunkelheit kommt, aber nicht einfach düster sein will. Es lebt von einer eigentümlichen Mischung aus New Wave, Art Rock, elektronischer Kälte und theatralischer Exzentrik. Statt klassischer Rock-Gesten dominieren hier Violine, Mandoline, Synthesizer und eine fast filmische Atmosphäre. Das Ergebnis klingt zugleich mechanisch und menschlich, verspielt und unheimlich.

Besonders reizvoll ist die Art, wie Nash the Slash Spannung aufbaut: Viele Stücke wirken wie kleine nächtliche Szenen, in denen sich Melancholie, Ironie und latente Bedrohung überlagern. Die Musik hat einen starken visuellen Charakter; man hört gewissermaßen Nebel, Neonlicht, Schatten und Großstadtangst mit. Dabei bleibt das Album trotz aller Schrägheit erstaunlich zugänglich, weil die Melodien klar geführt sind und die Arrangements nie bloß Selbstzweck werden.

„Children of the Night“ ist kein bequemes Popalbum, sondern ein eigenwilliges Werk für Hörerinnen und Hörer, die Musik mit Charakter suchen. Es besitzt den Charme einer Zeit, in der New Wave noch experimentieren durfte und Popmusik auch bizarr, kantig und kunstvoll sein konnte. Gerade deshalb hat das Album bis heute nichts von seiner Faszination verloren: Es klingt wie ein nächtlicher Spaziergang durch ein Paralleluniversum – elegant, seltsam und wunderbar unheimlich.

Rocket to Russia von the Ramones
Es gibt Alben, die die Popmusik verändert haben. Und dann gibt es Rocket to Russia – ein Album, das die Popmusik auf ihre nackten Knochen reduziert, sie mit Amphetaminen füttert und zurück auf die Straße wirft. Das dritte Studioalbum der Ramones, erschienen am 4. November 1977 auf Sire Records, ist kein Revolutionsprogramm und kein Manifest. Es ist schlicht das beste Rock’n’Roll-Album, das vier Männer aus Queens je aufgenommen haben – und nach Meinung vieler das beste, das sie je aufnehmen würden.

Bereits am ersten Tag der Aufnahmen, dem 21. August 1977, erschien Gitarrist Johnny Ramone im Media Sound Studio in Manhattan – einer ehemaligen Episkopalkirche – mit einer Kopie der neuen Sex-Pistols-Single „God Save the Queen“ unterm Arm. Er war wütend. Er fand, seine Band sei von den Briten bestohlen worden, und er wollte, dass das neue Ramones-Album schärfer produziert klingt als alles, was die Pistols je hinbekommen würden. Dieser Gründungsmythos des Albums sagt alles über seinen Charakter: Rocket to Russia entstand aus Stolz, aus Konkurrenzdruck und aus dem unbedingten Willen, der Welt zu beweisen, dass New York der eigentliche Geburtsort des Punk war – und dass der Punk der Ramones Melodien hatte.

Die Produktionskosten lagen zwischen 25.000 und 30.000 Dollar – nach den Maßstäben großer Plattenfirmen immer noch niedrig, aber erheblich mehr als die Kosten der beiden Vorgängeralben zusammen. Dieses Budget ist im Ergebnis zu hören, ohne dass das Album seinen rauen Charakter verlöre. Der AllMusic-Kritiker Stephen Thomas Erlewine vergab fünf von fünf Sternen und erklärte, die Produktion verleihe der Musik der Ramones nur noch mehr Kraft – das Album sei ihr zugänglichstes und genussreichstes Werk, dank eines Überflusses an Hooks und einer größeren Tempovarianz als auf den Vorgängern. Der Schlagzeuger und Mitproduzent Tommy Ramone hatte begriffen, dass Rohheit kein Selbstzweck ist, sondern ein Mittel – und dass man sie gezielt einsetzen kann.

Nach Ansicht von Bandmitgliedern und Biographen ist Rocket to Russia das Ramones-Album mit den meisten Klassikern und den humorvollsten Songtexten der Gruppe. Die meisten Eigenkompositionen beschäftigen sich in absurd-humorvoller Weise mit psychischen Störungen, der Psychiatrie und dysfunktionalen Beziehungen. „Cretin Hop“, „Teenage Lobotomy“, „We’re a Happy Family“ – das sind keine Songs über Außenseiter, die Mitgefühl einfordern. Das sind Songs, die den Wahnsinn des Alltags feiern, mit breitem Grinsen und ohne jede Sentimentalität. Der Rolling-Stone-Kritiker Dave Marsh schrieb bei Erscheinen, es sei „der beste amerikanische Rock’n’Roll des Jahres und möglicherweise das lustigste Rockalbum, das je gemacht wurde“.

Daneben stehen die beiden großen Sommerhits des Albums: „Rockaway Beach“ und „Sheena Is a Punk Rocker“. „Rockaway Beach“ wurde von Dee Dee Ramone geschrieben, inspiriert von den Beach Boys und ähnlichen Surf-Rock-Bands, und wurde zur erfolgreichsten Single der Ramones in den USA, die Platz 66 der Billboard Hot 100 erreichte. In diesen Songs ist kein Zynismus und keine Ironie – nur pure, aufrichtige Freude an Melodie und Tempo. Die Ramones, die nie wirklich Punk-Politiker sein wollten, zeigen hier, was sie im Herzen immer waren: eine Bubblegum-Band mit Lederjacken.

Die Coverversionen auf dem Album sind mit derselben Chuzpe gewählt wie alles andere. „Do You Wanna Dance?“ von Bobby Freeman und das völlig entfesselte „Surfin‘ Bird“ der Trashmen – beide werden durch die Ramones-Maschine gejagt und kommen am anderen Ende schneller, lauter und seltsamer heraus als im Original. Es ist keine Verehrung, es ist Aneignung: Die Ramones nehmen sich, was ihnen gefällt, und machen es zu ihrem eigenen.

Rocket to Russia ist das letzte Studioalbum, das mit allen vier Originalmitgliedern aufgenommen wurde. Tommy Ramone verließ nach der anschließenden Tour die Band, erschöpft vom Tourneeleben und enttäuscht vom ausbleibenden kommerziellen Durchbruch. Die Bandmitglieder machten die Sex Pistols mitverantwortlich für die enttäuschenden Verkaufszahlen – ihre Eskapaden hätten Punk in der Öffentlichkeit als bedrohliches Phänomen erscheinen lassen und dem Album jede Chance auf Airplay genommen. Es ist eine der großen Ironien der Musikgeschichte: Das Album, das Johnny Ramone mit dem Anspruch aufnahm, besser zu klingen als die Pistols, wurde von eben diesen aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit verdrängt.

In seiner posthum erschienenen Autobiografie vergab Gitarrist Johnny Ramone an Rocket to Russia als einzigem Ramones-Album die Bestnote A+ und nannte es „das beste Ramones-Album, mit den Klassikern darauf“. Es fällt schwer, ihm zu widersprechen. In 29 Minuten und zwölf Tracks – kein Song dauert länger als drei Minuten, die meisten kommen in unter zwei – entfaltet dieses Album eine Dichte an unvergesslichen Momenten, die die meisten Bands in einem ganzen Jahrzehnt nicht erreichen. Rocket to Russia ist kein Kultobjekt für Eingeweihte. Es ist schlicht eines der großen Alben der Popgeschichte.

Nekromantik von Hermann Kopp
Der Soundtrack zu „Nekromantik“ ist kein bloßes Begleitwerk, sondern ein eigenständiges Stück verstörender Filmästhetik. Die Musik bewegt sich zwischen melancholischen Synthieflächen, düsteren Klangcollagen und beinahe zärtlichen Motiven, die in irritierendem Kontrast zum morbiden Inhalt des Films stehen. Gerade diese Mischung aus Kälte, Traurigkeit und bizarrer Romantik macht den Reiz aus: Statt plumper Schockeffekte setzt der Score auf Atmosphäre und Unbehagen.


Das Album klingt sperrig, manchmal fragmentarisch, aber genau darin liegt seine Stärke. Es öffnet keinen bequemen Hörraum, sondern zieht einen in eine abseitige, fiebrige Welt, in der Schönheit und Ekel nah beieinanderliegen. Für Fans experimenteller Filmmusik und des deutschen Underground-Kinos ist der Soundtrack ein faszinierendes Dokument – unangenehm, eigenwillig und erstaunlich poetisch.

Tres Hombres von ZZ Top
Mit „Tres Hombres“ gelang ZZ Top 1973 der entscheidende Durchbruch – und bis heute gilt das Album als eines der stärksten Werke des texanischen Trios. Billy Gibbons, Dusty Hill und Frank Beard fanden hier endgültig ihren unverwechselbaren Sound: staubtrockener Bluesrock, treibender Boogie, schwere Gitarrenriffs und eine Lässigkeit, die nie aufgesetzt wirkt. Dieses Album klingt nach heißem Asphalt, verrauchten Bars, ölverschmierten Garagen und endlosen Highways.

Der bekannteste Song ist natürlich „La Grange“. Das Stück ist ein Meisterwerk der Reduktion: ein hypnotisches Riff, ein lässig gemurmelter Gesang, ein Groove, der immer weiter nach vorne rollt. Mehr braucht es nicht. „La Grange“ wurde zum Klassiker, weil ZZ Top hier alles auf den Punkt bringen, was die Band ausmacht: Coolness, Humor, Schmutz und musikalische Präzision.

Doch „Tres Hombres“ ist weit mehr als nur dieser eine Hit. Schon der Opener „Waitin’ for the Bus“ legt mit seinem schleppenden Groove und der rauen Gitarre die Richtung fest. Direkt danach geht „Jesus Just Left Chicago“ nahtlos weiter und zeigt die bluesige, beinahe spirituelle Seite der Band. Diese beiden Stücke wirken zusammen wie eine Visitenkarte: ZZ Top können hart rocken, aber sie vergessen nie ihre Wurzeln im Blues.

Auch Songs wie „Beer Drinkers & Hell Raisers“ oder „Move Me on Down the Line“ zeigen die Band in Bestform. Hier wird nicht lange philosophiert, hier wird gespielt. Der Sound ist direkt, trocken und kraftvoll. Gibbons’ Gitarre knurrt und singt zugleich, Dusty Hills Bass hält alles erdig zusammen, und Frank Beards Schlagzeug ist präzise, aber nie steril. Gerade diese unaufgeregte Rhythmusarbeit macht den Reiz des Albums aus.

Besonders stark ist die Atmosphäre. „Tres Hombres“ klingt nicht wie ein glatt produziertes Studioalbum, sondern wie eine Band, die genau weiß, woher sie kommt. Der Blues ist immer präsent, aber ZZ Top kopieren ihn nicht einfach. Sie verwandeln ihn in etwas Eigenes: texanisch, dreckig, humorvoll und zugleich unglaublich souverän. Die Songs haben keine überflüssigen Verzierungen. Alles sitzt dort, wo es sitzen muss.

Aus heutiger Sicht wirkt „Tres Hombres“ wie ein Schlüsselalbum des Southern- und Bluesrock. Es zeigt ZZ Top noch vor der großen MTV-Ära der 80er Jahre, bevor Synthesizer, Videos und Sonnenbrillen-Mythos die Band endgültig zu Pop-Ikonen machten. Hier stehen noch die drei Musiker und ihr kompromissloser Groove im Mittelpunkt.

Fazit: „Tres Hombres“ ist ein raues, lässiges und zeitloses Bluesrock-Album. Es verbindet texanischen Humor mit musikalischer Klasse und enthält mit „La Grange“ einen der größten Rockklassiker der 70er Jahre. Wer ZZ Top verstehen will, sollte hier anfangen. Ein Album wie ein staubiger Roadtrip durch Texas – kurz, knackig, dreckig und verdammt cool.

The Yardbirds – No. 4
„The Yardbirds – No. 4“ ist eine Zusammenstellung der britischen Rockband, die 1982 in der Schweiz als LP und Picture Disc veröffentlicht wurde. Die Compilation enthält Songs aus den 1960er Jahren, darunter „For Your Love“ und „I’m A Man“. Zudem gibt es weitere Veröffentlichungen mit ähnlichen Namen, wie „Classic Yardbirds Vol. 4“ und „The Yardbirds Story, Part 4“.
„No. 4“ ist kein reguläres Studioalbum der Yardbirds, sondern eine 1982 erschienene Compilation auf dem Schweizer Label Astan. Das ist für die Einordnung wichtig: Wer hier ein geschlossen konzipiertes Album erwartet, wird eher eine lose, aber sehr reizvolle Zusammenstellung früher Yardbirds-Aufnahmen hören. Die Platte versammelt zehn Stücke, darunter „Got Honey in Your Hips“, „Boom Boom“, „Five Long Years“, „Pretty Girl“, „Got Love If You Want It“, „Putty“, „Still I’m Sad“, „For Your Love“, „I’m a Man“ und „Jeff’s Blues“.

Gerade diese Mischung macht den Reiz aus. „No. 4“ zeigt die Yardbirds nicht als sauber sortierte Hitmaschine, sondern als Band im Übergang: vom britischen Rhythm & Blues der frühen Sechziger hin zu jenem experimentierfreudigen Rock, der später Hardrock, Psychedelic und Gitarrenrock entscheidend beeinflussen sollte. Die Yardbirds waren eine der zentralen britischen Bands der Sechziger und wurden nicht zuletzt dadurch legendär, dass nacheinander Eric Clapton, Jeff Beck und Jimmy Page bei ihnen spielten. 

Die stärksten Momente der Platte liegen dort, wo die Band tief im Blues verwurzelt ist. „Boom Boom“ und „Five Long Years“ zeigen die Yardbirds als junge, hungrige britische Bluesband, die amerikanische Vorbilder nicht nur nachspielt, sondern mit nervöser Energie auflädt. Das klingt rau, direkt und manchmal auch ein wenig ungestüm – aber genau darin liegt die Stärke. Die Band wirkt nicht museal oder ehrfürchtig, sondern körperlich. Rhythmus, Mundharmonika, Gitarre und Gesang drängen nach vorne, als müsse der Blues aus dem engen Clubraum herausbrechen.

„Got Love If You Want It“ und „Got Honey in Your Hips“ besitzen ebenfalls diese frühe Club-Atmosphäre. Man spürt den Ursprung der Yardbirds als Live-Band, die nicht auf perfekte Studiopolitur setzte, sondern auf Spannung, Tempo und Druck. Das ist Musik, die nach schwitzenden Bühnen, kleinen Verstärkern und unmittelbarer Publikumsnähe klingt. In solchen Momenten versteht man, warum die Yardbirds im Londoner Blues- und R&B-Umfeld so schnell Bedeutung gewannen.

Der bekannteste Titel der Zusammenstellung ist natürlich „For Your Love“. Das Stück markiert einen Bruch in der Bandgeschichte: weg vom puristischen Blues, hin zu einem poppigeren, ungewöhnlich arrangierten Sound. Gerade dieser Song machte die Yardbirds einem breiteren Publikum bekannt, war aber auch ein Auslöser für Spannungen innerhalb der Band, weil er deutlich kommerzieller klang als ihre frühen Bluesnummern. Das auf „No. 4“ nebeneinanderzustellen, ist interessant: Die Compilation zeigt nicht nur, was die Yardbirds konnten, sondern auch, wohin sie sich bewegten. „For Your Love“ wirkt zwischen den erdigeren Bluesstücken fast wie ein Fremdkörper – aber ein produktiver Fremdkörper. Der Song öffnet die Tür zu jener stilistischen Abenteuerlust, die später mit Jeff Beck und Jimmy Page noch stärker wurde.

Besonders faszinierend ist „Still I’m Sad“. Das Stück gehört zu den ungewöhnlichsten Yardbirds-Aufnahmen überhaupt: düster, beinahe sakral, mit einem hypnotischen Charakter. Es zeigt, dass die Band schon früh mehr wollte als Bluesrock nach Schema. Hier kündigt sich eine psychedelische, atmosphärische Seite an, die im Rückblick fast moderner wirkt als manche der geradlinigeren Nummern. „Still I’m Sad“ ist weniger Song als Stimmung – und genau deshalb einer der Höhepunkte dieser Zusammenstellung.

„I’m a Man“ wiederum bringt die andere Seite der Yardbirds auf den Punkt: den treibenden, aggressiven R&B, der sich in langen Instrumentalpassagen steigern kann. Die Band verstand es, einfache Bluesstrukturen in eine Art kontrollierte Explosion zu verwandeln. Der berühmte „rave-up“-Stil der Yardbirds – also das allmähliche Hochfahren von Tempo, Lautstärke und Intensität – ist hier besonders gut zu erkennen. Aus heutiger Sicht hört man darin schon Vorformen dessen, was später bei Cream, Led Zeppelin und im Hardrock weiterentwickelt wurde.

Als Album im engeren Sinn ist „No. 4“ allerdings etwas uneinheitlich. Das liegt weniger an der Qualität der einzelnen Stücke als am Charakter der Veröffentlichung. Die Platte erzählt keine klare Dramaturgie, sondern funktioniert eher wie ein Schaufenster. Sie springt zwischen Blues, Pop, instrumentaler Gitarrenarbeit und experimentelleren Ansätzen. Wer einen roten Faden sucht, findet ihn weniger in der Trackfolge als in der Entwicklung der Band selbst: Die Yardbirds ringen hier hörbar mit ihrer Identität. Genau das macht die Platte spannend, aber auch etwas fragmentarisch.

Klanglich sollte man keine audiophile Offenbarung erwarten. Als Compilation aus dem Jahr 1982 wirkt „No. 4“ eher wie eine Sammlerplatte, die Material bündelt, als wie eine sorgfältig kuratierte Werkschau mit historischer Einordnung. Das schmälert aber nicht den musikalischen Wert. Im Gegenteil: Der etwas rohe Charakter passt zur Band. Die Yardbirds waren nie glatt. Ihre Stärke lag in der Reibung – zwischen Blues und Pop, Kontrolle und Ausbruch, Tradition und Experiment.

Für Einsteiger ist „No. 4“ nur bedingt die ideale erste Yardbirds-Platte, weil sie nicht so klar einordnet wie klassische Best-of-Zusammenstellungen oder die bekannten Alben aus den Sechzigern. Für Hörerinnen und Hörer, die bereits wissen, warum diese Band wichtig ist, bietet sie aber einen kompakten Blick auf mehrere zentrale Facetten: den Blues-Ursprung, den Pop-Erfolg, die dunklere Experimentierfreude und die Gitarrenenergie, die später Rockgeschichte schrieb.

Unterm Strich ist „No. 4“ eine reizvolle, wenn auch nicht endgültige Yardbirds-Veröffentlichung. Die Platte lebt von starken Einzelmomenten und von der historischen Spannung einer Band, die noch nicht festgelegt war. Man hört Musiker, die aus dem Blues kommen, aber bereits an dessen Grenzen rütteln. Genau darin liegt die Bedeutung der Yardbirds: Sie waren keine Band, die nur einen Stil perfektionierte, sondern eine, die Türen aufstieß. „No. 4“ ist deshalb weniger ein perfektes Album als ein lebendiges Dokument einer der wichtigsten britischen Rockbands der Sechziger.

Radio-Aktivität / Radio-Activity von Kraftwerk – 50 Jahre Picture Disc

14. Mai 2026

Mit Radio-Aktivität veröffentlichten Kraftwerk 1975 ein Album, das rückblickend wie ein Scharnier im Werk der Düsseldorfer wirkt. Nach Autobahn war klar, dass Ralf Hütter und Florian Schneider mehr wollten als bloße elektronische Experimente: Sie arbeiteten an einer eigenen Klangsprache, kühl, reduziert, deutsch, modern. Radio-Aktivität ist dabei weniger unmittelbar eingängig als der Vorgänger, aber konzeptionell vielleicht noch radikaler. Jetzt kam zum 50. Geburtstag die Picture Disc mit dem Sound von 2009 heraus. Hier das Unboxing:

Der Titel ist doppeldeutig: Radioaktivität als atomare Strahlung und Radio-Aktivität als Sendung, Empfang, Äther, Kommunikation. Diese Ambivalenz zieht sich durch das ganze Album. Schon das eröffnende „Geiger Counter“ tickt bedrohlich, bevor „Radioactivity“ mit seiner fast sakralen Melodie einsetzt. Der Song klingt wie ein Kinderlied aus dem Atomzeitalter: einfach, schön, unheimlich. Genau darin liegt die Kraft des Stücks. Kraftwerk moralisieren nicht laut, sie inszenieren eine Atmosphäre, in der Technik zugleich Verheißung und Gefahr ist.

Musikalisch ist das Album karger und fragmentarischer als Autobahn. Viele Stücke sind Miniaturen, Übergänge, Klangbilder: „Radioland“, „Airwaves“, „Intermission“, „News“, „The Voice of Energy“. Das wirkt beim ersten Hören spröde, fast unfertig. Doch gerade diese Kürze macht das Album zu einer Art Hörspiel über Medien, Energie und moderne Wahrnehmung. Radiosignale, Stimmen, Rauschen, elektronische Pulse und monotone Melodien formen eine Welt, in der der Mensch zunehmend durch Apparate spricht.

Nicht alles besitzt die zwingende Prägnanz späterer Kraftwerk-Alben wie Trans Europa Express, Die Mensch-Maschine oder Computerwelt. Manche Passagen bleiben eher Skizze als Song. Doch Radio-Aktivität ist ein wichtiges Zwischenwerk: Es verabschiedet sich stärker vom Krautrock-Erbe und nähert sich jener maschinellen Eleganz, die Kraftwerk später perfektionieren sollten.

Besonders faszinierend ist die emotionale Temperatur des Albums. Kraftwerk klingen hier nicht kalt im Sinne von gefühllos, sondern distanziert wie Beobachter einer neuen Epoche. Die Melancholie steckt in der Reduktion. Wenn Stimmen aus dem Radio auftauchen oder Synthesizerflächen wie ferne Signale schweben, entsteht eine fast poetische Einsamkeit. Das Album beschreibt keine Zukunft voller Lärm, sondern eine Zukunft des leisen Summens.

Radio-Aktivität ist kein perfektes Popalbum, aber ein visionäres Konzeptalbum. Es verlangt Geduld, belohnt aber mit einer einzigartigen Mischung aus technischer Faszination, unterschwelliger Bedrohung und minimalistischer Schönheit. Wer Kraftwerk nur über ihre großen Hits kennt, findet hier ein stilleres, dunkleres, experimentelleres Werk – und eines, das gerade wegen seiner Strenge bis heute nachhallt.

Buchkritik: 2001: Filming the Future von Piers Bizony

27. Oktober 2025

Ich liebe den Film 2001: Odyssee im Weltraum von Stanley Kubrick. Ich habe den Film auf Super 8 komplett, auf VHS, auf Laserdisc, auf DVD, Bluray und 4K. Dieser Film ist ein wirkliches Meisterwerk der Filmgeschichte.

Und über die Jahre habe ich viele Bücher über den Film gesammelt, Ausstellungen angesehen, Gespräche geführt, Vorträge gehalten. Unlängst habe ich Piers Bizonys englische Buch 2001: Filming the Future erworben. Es ist eine sorgfältige und zugleich leidenschaftliche Hommage an Stanley Kubricks Film. Als großformatiger Band verbindet es detailreiche Essays, seltene Fotos und Interviews zu einer Gesamtschau, die den Produktionsprozess des Films offenlegt und zugleich seinen kulturellen Nachhall reflektiert. Was den Band besonders auszeichnet, ist der Spagat zwischen technischer Präzision und künstlerischer Sensibilität: Bizony erzählt die Entstehungsgeschichte nicht nur als filmhistorisches Dokument, sondern als Chronik menschlicher Kreativität im Angesicht des Unbekannten.

Im Zentrum steht die Zusammenarbeit zwischen Stanley Kubrick und Arthur C. Clarke. Bizony zeichnet nach, wie aus einem eher abstrakten Konzept – die Frage nach dem Platz des Menschen im Kosmos – ein filmisches Monument wurde. Er erläutert in präzisen, journalistisch klaren Passagen, wie akribisch Kubrick arbeitete: von den minutiösen Drehplänen bis hin zu experimentellen Kameraaufbauten. Dabei spart Bizony auch die legendäre Strenge des Regisseurs nicht aus, ohne ihn zur Karikatur des „einsamen Genies“ zu verklären. Stattdessen entsteht das Bild eines Perfektionisten, der seine Mitarbeiter forderte, sie aber gleichzeitig zu Höchstleistungen inspirierte.

Besonders eindrücklich sind Bisons Beschreibungen der technischen Innovationen. Das Buch widmet sich ausführlich den bahnbrechenden Spezialeffekten, die ohne digitale Tricks auskommen mussten. Von der simulierten Schwerelosigkeit bis zu den großartig beleuchteten Raumschiffinterieurs vermittelt Bizony ein Gefühl dafür, wie sehr Kubrick und sein Team die Grenzen des Möglichen verschoben. Uns Leser wird bewusst, dass 2001 entstand, bevor der Mensch tatsächlich den Mond betrat – ein Faktum, das dem gesamten Projekt eine fast prophetische Aura verleiht.

Stark sind auch Bizonys Reflexionen über den kulturellen Kontext der 1960er Jahre. Er zeigt, wie das Werk mit dem Geist des Space Age, aber auch mit einer tiefen Skepsis gegenüber technologischem Fortschritt verbunden ist. Diese Verortung macht 2001: Filming the Future zu mehr als einem Making-of-Buch: Es ist ein Beitrag zur intellektuellen Geschichte des Kinos, der die Ambivalenz von Fortschritt und Spiritualität zugleich sichtbar macht.

Kritisch ließe sich anmerken, dass Bizony weniger auf die philosophischen Dimensionen von Kubricks Werk eingeht. Wer eine tiefere filmtheoretische Analyse erwartet, wird hier eher die Oberfläche der filmischen Praxis finden. Das mindert jedoch nicht den Wert des Buches: Gerade durch seine sinnliche Bildsprache und den dokumentarischen Ansatz vermittelt es jene Mischung aus Staunen und Respekt, die Kubricks Film seit Jahrzehnten bei mir hervorruft. Das Werk erinnert an das Halten eines Filmstreifens in der Hand – greifbar, materiell, und doch durchdrungen von Vision.
Am Ende bleibt 2001: Filming the Future eine Lektüre für alle, die die Magie des Filmemachens im Analogen verstehen wollen. Es ist weniger eine Analyse als eine Einladung zum Staunen – eine visuell und emotional aufgeladene Reise durch ein filmisches Universum, das seine Zukunft selbst erfindet.

Piers Bizonys 2001: Filming the Future ist kein gewöhnliches Filmbuch – es ist eine Reise in das Herz eines filmischen Mythos, ein Tauchgang in das endlose Schwarz des Weltraums, in dem sich Vision und Handwerk begegnen. Von der ersten Seite an spürt man: Hier schreibt jemand, der nicht nur recherchiert, sondern geglaubt hat – an das Kino als Offenbarung, an den schöpferischen Funken zwischen Mensch und Maschine, an das rätselhafte Leuchten des Monolithen, das Kubricks Werk bis heute umgibt.

Bizonys Buch, erstmals 1994 erschienen, ist eine stille Liebeserklärung an die Entstehungsgeschichte eines Films, der alles veränderte. Statt reiner Faktenchronik entfaltet sich eine fast poetische Erzählung über die Geburt einer filmischen Vision. Er lässt die Lesenden teilhaben an jenen Momenten des Staunens, in denen Kubrick und Clarke im Studio über die Zukunft der Menschheit diskutierten und die Kamera wie ein Fernrohr in die Sterne richteten. Zwischen den Zeilen pulsiert das Gefühl, dabei zu sein – inmitten der riesigen Studiobauten, wo Lichtstrahlen auf Aluminium treffen und der Weltraum in makellosem Analogfilm entstand.

Die Fotografien in diesem Band sind keine bloße Illustration, sondern Fenster in den Schöpfungsakt. Schwarz-Weiß-Aufnahmen heben die Einsamkeit des Raums hervor, zeigen Kabel, Kulissen und Gesichter voller Konzentration. Ihre Stille erzählt mehr über Kubricks Perfektion als jede Anekdote: Man sieht nicht einfach Menschen, die einen Film drehen – man sieht Menschen, die träumen, präzise und unermüdlich. Bizony schreibt über diese Hingabe mit einer Zärtlichkeit, die selten ist in der nüchternen Welt der Filmwissenschaft.

Verlassene Orte, lebendige Geschichten – Agnes und ihre Faszination für Lost Places

15. Mai 2025

Im idyllischen Kreuzgang des Augsburger Doms treffe ich auf Agnes Hörter, eine passionierte Fotografin und Autorin, die sich auf eine besondere Nische spezialisiert hat: Lost Places – vergessene, verlassene Orte, die sie mit ihrer Kamera dokumentiert und in ihren Büchern lebendig werden lässt. Mit ihrem dritten Werk Lost Places in Bayern widmet sich Agnes erneut dieser Thematik, die für sie weit mehr als bloße Fotografie ist: Es ist eine Reise in vergangene Zeiten, in verfallene Gebäude, die Geschichten erzählen, ohne ein einziges Wort zu sagen.

Die Magie des Verfalls
Was fasziniert Agnes an Lost Places? Es sind die einzigartigen Atmosphären, die jeder dieser Orte ausstrahlt – kein verlassener Ort gleicht dem anderen. Ob alte Industrieruinen, verlassene Bauernhöfe oder ehemalige Gaststätten: Sie alle erzählen stille Geschichten. Besonders beeindruckt ist Agnes von großen Industrieanlagen wie der Maxhütte oder der Völklinger Hütte. Die imposante Architektur, alte Maschinen, Rohre und rostige Schornsteine – das ist für sie eine ganz eigene Welt voller Ästhetik und Geschichte. Doch auch kleine, private Orte wie ein verlassener Märchenhof mit zurückgelassener Brille, Zeitung und Wasserflasche berühren sie tief – dort spürt man noch das Leben, das einst dort stattfand.

Dokumentation trifft Emotion
Agnes’ Zugang zu den Lost Places ist geprägt von Respekt und Neugier. Sie dokumentiert die Orte, wie sie sind, ohne große Inszenierungen. Nur selten räumt sie störenden Müll weg oder rückt ein Objekt leicht zur Seite. Ihre Aufnahmen entstehen mit einfachen, aber verlässlichen Kamera – eine Sony Alpha 6000 mit Weitwinkelobjektiv und Stativ für größere Anlagen. Eine Drohne ergänzt ihr Equipment, um beeindruckende Luftaufnahmen zu machen.

Zwischen rechtlicher Grauzone und Abenteuerlust
Der Zugang zu Lost Places ist nicht immer legal. Agnes betritt nur Orte, die offen zugänglich sind, und achtet darauf, nichts zu beschädigen. Dennoch bewegt sie sich in einer rechtlichen Grauzone, da viele Gebäude keine klaren Eigentümer mehr haben. „Zu ist zu“, ist ihr Grundsatz – abgeschlossen bedeutet: Kein Zutritt. Einmal geriet sie dennoch in eine brenzlige Situation, als sie in einem leerstehenden Krankenhaus unversehens in eine verdeckte Ermittlung der Kriminalpolizei platzte – man hielt sie irrtümlich für eine Kabeldiebin.

Verlust durch Vandalismus
Ein großes Problem der Szene ist Vandalismus. Immer häufiger werden Lost Places verwüstet oder gar geplündert. Für Agnes, die mit viel Gefühl und Respekt an die Orte herangeht, ist das besonders schmerzlich. Ein Hotel im Schwarzwald, das bei ihrem ersten Besuch noch vollständig eingerichtet war, wurde kurze Zeit später völlig zerstört. Besonders tragisch ist der Fall des „Rosenhofs“, den sie noch vollständig dokumentieren konnte, bevor er von Dieben ausgeräumt wurde – samt schwerem Mobiliar.

Vernetzte Szene, aber mit Kodex
In der Lost-Place-Community gibt es einen unausgesprochenen Ehrenkodex. Adressen werden nur vertrauensvoll weitergegeben, oft mit dem Hinweis, diese nicht weiterzuleiten. Der Schutz der Orte steht im Vordergrund. Dennoch hat sich durch Social Media die Szene stark gewandelt – aus einem einst stillen Hobby ist ein öffentlicher Trend geworden. YouTube-Videos mit reißerischen Titeln sorgen für eine Massenbewegung, die Orte schnell zerstört. Seiten, auf denen Koordinaten verkauft werden, tun ihr Übriges.

Vom Buch zur Ausstellung
Agnes plant nicht nur weitere Bücher, sondern auch eine Ausstellung: Im Frühjahr 2026 wird im Kulturhaus Abraxas in Augsburg ihre Ausstellung „Vergessene Welten“ zu sehen sein. Neben klassischen Fotografien wird sie auch Kunstobjekte zeigen – etwa Fotos, die auf Fundstücke wie Ziegel oder alte Teller aufgebracht sind. Ein kreativer Weg, um die Seele der Orte greifbar zu machen.

Technik als Mittel zum Zweck
Obwohl sie sich selbst nicht als technikaffin bezeichnet, weiß Agnes ihre Ausrüstung effektiv zu nutzen. RAW-Dateien bearbeitet sie nicht – ihre ältere Software lässt es nicht zu. Stattdessen konzentriert sie sich auf eine natürliche, aber stimmungsvolle Bearbeitung. Ihr Ziel: Die Atmosphäre, die sie selbst vor Ort gespürt hat, im Bild transportieren.

Keine Inszenierung, sondern Bewahrung
Agnes versteht sich nicht als Künstlerin, die inszeniert – vielmehr als Dokumentarin, die bewahrt. Ihre Bücher sollen keine Emotionen vorschreiben, sondern Raum lassen für eigene Gedanken. Die Bilder sprechen für sich. Ihre Texte enthalten oft historische Details oder Gedanken, die während der Recherche entstanden sind – manchmal auch mit einem humorvollen Augenzwinkern.

Zukunftsprojekte und Träume
Mit dem vierten Buch ist sie bereits gedanklich beschäftigt. Es trägt den Titel „Bunte Ruinen“ und widmet sich der Verbindung von Lost Places und Street Art. Ein spannender Themenkomplex, der erneut aufzeigt, wie kreativ sich verlassene Orte weiterentwickeln können. Und ein Traum bleibt: Lost Places unter Wasser – etwa Wracks oder überflutete Städte. Aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen bleibt es aktuell nur ein Wunschtraum, aber: „Man muss ja noch was zum Träumen haben“, sagt Agnes.

Leidenschaft für Vergänglichkeit
Agnes lebt ihre Leidenschaft für vergessene Orte mit Herz, Verstand und einem unerschütterlichen Sinn für Authentizität. Sie ist keine Abenteurerin im klassischen Sinn, keine Influencerin mit Effekthascherei – sondern eine sensible Beobachterin und Geschichtenerzählerin. Wer ihre Bücher liest, begibt sich auf eine Reise in die stille Magie des Verfalls und entdeckt dabei nicht nur verlassene Gebäude, sondern auch die Geschichten, die sie bewahren. Also unbedingt in ihr Buch Lost Places in Bayern reinschauen.

Ich spreche mit der Technik, na und?

30. Dezember 2024

Natürlich spreche ich mit meinen technischen Geräten? Ich spreche mit Alexa, mit Siri und neuerdings viel mit ChatGTP. Aber schreie ich Geräte an? Nun, ich muss nachdenken.
Die Bitkom hat zum Jahresende festgestellt, dass 70 Prozent der Deutschen ihre technischen Geräte wie Computer, Smartphone oder Drucker bei Problemen schon angeschrien haben – Männer mit 75 Prozent etwas häufiger als Frauen mit 65 Prozent. Und wie so oft, unterscheiden sich auch die Alterskohorten: Besonders hitzig reagieren die Jüngeren, 86 Prozent der 16- bis 29-Jährigen lassen ihrem Ärger über Smartphone, Laptop & Co. lautstark freien Lauf. Die Über-65-Jährigen reagieren hingegen ruhiger, unter ihnen brüllen nur 38 Prozent ihre Geräte an.

Wenn ich so darüber nachdenke, dann hab ich wirklich nur ein Gerät im Jahr 2024 angeschrien und verflucht. Es war ein absoluter Fehlkauf, über den ich mich maßlos ärgere.
Ich habe mein Huawei MatePad Paper angeschreien, weil es mit meiner Mac-Umgebung nicht zusammenarbeiten will. Natürlich könnte es mein Fehler sein (niemals), aber das Drecksding sollte einfach mit meinem Mac-Universum funktionieren. Tut es aber nicht – und ich hab schon wieder Puls. Wie ist bei Ihnen?

Roboter in der Gastro – Liebesbier in Bayreuth

27. August 2024

Roboter haben in den vergangenen Jahren in der Gastronomiebranche zunehmend an Bedeutung gewonnen und bieten eine Lösung für die verschiedenen Herausforderungen, mit denen dieser Sektor traditionell konfrontiert ist. Vom Servieren von Speisen und Getränken über die Zubereitung von Mahlzeiten bis hin zur Interaktion mit Gästen revolutionieren Roboter die Art und Weise, wie Gastronomiebetriebe geführt werden. Dabei erstrecken sich die Einsatzmöglichkeiten von Servicerobotern, die autonom Speisen und Getränke an die Tische der Gäste bringen und Bestellungen aufnehmen, bis hin zu Küchenrobotern, die einfache bis komplexe Kochvorgänge automatisieren. Diese Maschinen können Aufgaben wie das Schneiden von Gemüse, das Braten von Fleisch oder sogar die Zubereitung von Sushi und Pizza übernehmen. Durch präzise programmierte Abläufe garantieren sie eine konstante Qualität und steigern die Produktivität in der Küche erheblich. Ich bin gespannt, was meine Gastro- und Hotelfreunde dazu meinen.

In Bayreuth habe ich bei Liebesbier einen Serviceroboter der Firma Roboterly aus Olpe angetroffenen. Auf ihn stellt das junge Servicepersonal das schmutzige Geschirr ab und auf Kommando fährt der Roboter dann in die Spülküche. Interessant für mich, dass der kleine technische Helfer von der Masse der Gäste gar nicht wahrgenommen wurde, entweder weil er übersehen wurde oder weil Roboter im Alltag angekommen sind. Das Unternehmen Roboterly hat sich unter anderem auf die Bereiche Hotel, Gastro, Einzelhandel, Pflege und Schule spezialisiert.

Beim Essen im Liebesbier habe ich mir Gedanken über den Einsatz von Robotern in der Gastronomie gemacht. Die Branche ist arg gebeutelt nach Corona und leidet und Personalmangel und Bürokratie. Durch Sericeroboter werden lange Wege vermiedene, denn Wege kostet Zeit und Kraft und der Service kann sich besser um die Gäste kümmern.

Einsatzmöglichkeiten
Wenn ich weiter denke, kommen wir noch höherwertige Einsatzmöglichkeiten in den Sinn. Ein weiteres Einsatzfeld von Robotertechnologie in der Gastronomie sind automatisierte Bestellsysteme. Diese Systeme, die oft in Form von digitalen Kiosken in Fast-Food-Restaurants zu finden sind, ermöglichen es den Gästen, ihre Bestellungen selbstständig aufzugeben. Dabei können diese Systeme dank künstlicher Intelligenz Vorschläge basierend auf früheren Bestellungen machen und so ein personalisiertes Erlebnis bieten. In der Ära der Essenslieferdienste gewinnen zudem Lieferroboter zunehmend an Popularität, klingt vielleicht noch ein wenig nach Science Fiction. Diese autonomen Fahrzeuge können Bestellungen direkt an die Haustür der Kunden liefern und stellen eine kosteneffiziente und umweltfreundliche Alternative zu traditionellen Liefermethoden dar.

Ohne Pause rund um die Uhr
Der Einsatz von Robotern in der Gastronomie bietet zahlreiche Vorteile. So können Roboter rund um die Uhr arbeiten und benötigen keine Pausen, was die Betriebseffizienz erheblich steigert. In der Küche führen sie repetitive Aufgaben schneller und präziser aus als Menschen, was zu einer schnelleren Zubereitung und kürzeren Wartezeiten für die Gäste führt. Zudem arbeiten Roboter nach präzisen Vorgaben, was bedeutet, dass die Qualität der Speisen und Dienstleistungen konstant hoch bleibt – ein Aspekt, der besonders in Kettenrestaurants von großer Bedeutung ist. Darüber hinaus bieten Roboter eine Möglichkeit, Personalkosten zu senken, da sie viele Aufgaben übernehmen können, die sonst von mehreren Mitarbeitern ausgeführt werden müssten. Dies reduziert die Notwendigkeit für große Belegschaften und kann insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels von Vorteil sein.

Im Moment ein Alleinstellungsmerkmal
Der Einsatz von Robotern kann zudem ein Restaurant von der Konkurrenz abheben und ein Alleinstellungsmerkmal bieten. Gäste sind oft neugierig und begeistert von der Interaktion mit Robotern, was die Attraktivität des Restaurants steigern kann. Besonders jüngere Zielgruppen, die technologieaffin sind und innovative Konzepte schätzen, könnten durch den Einsatz von Robotern angesprochen werden. Allerdings bringt der Einsatz von Robotern in der Gastronomie auch Herausforderungen mit sich. So sind die Anschaffung und Wartung von Robotern oft mit hohen Kosten verbunden, was insbesondere für kleinere Betriebe eine Hürde darstellen kann. Technische Probleme und die notwendige Wartung erfordern zudem spezialisierte Kenntnisse und können zusätzliche Kosten verursachen.

Akzeptanz
Nicht zu vernachlässigen ist auch die Akzeptanz der Gäste. Nicht alle Gäste sind von der Idee begeistert, von Robotern bedient zu werden. Manche bevorzugen den menschlichen Kontakt und könnten sich unwohl fühlen, wenn dieser durch Maschinen ersetzt wird. Dies stellt Restaurants vor die Herausforderung, die richtige Balance zwischen Technologieeinsatz und persönlichem Service zu finden. Schließlich wirft der Einsatz von Robotern, insbesondere solchen mit Kameras und Sensoren, Fragen des Datenschutzes und der Sicherheit auf. Gastronomiebetriebe müssen sicherstellen, dass die gesammelten Daten sicher verwaltet werden und die Privatsphäre der Gäste gewahrt bleibt.

Noch in den Kinderschuhen
Trotz dieser Herausforderungen steckt die Integration von Robotern in der Gastronomie noch in den Kinderschuhen, bietet aber enormes Potenzial für die Zukunft. Mit fortschreitender Technologie und sinkenden Kosten könnten Roboter bald ein alltäglicher Anblick in Restaurants und Cafés weltweit sein. Sie könnten nicht nur die Effizienz steigern und Kosten senken, sondern auch neue, innovative Erlebnisse für die Gäste schaffen. Die Gastronomiebranche steht somit vor einem spannenden Wandel, in dem Roboter eine zentrale Rolle spielen könnten.

Bergwerk im Deutschen Museum München – ein Abschied

15. Juni 2022

Es war wie ein Abschiednehmen eines alten Freundes, den man lange nicht mehr gesehen hat, der immer in Erinnerung ist mit der Gewissheit, dass man ihn künftig nicht mehr sehen wird. Klingt ein wenig pathetisch, aber diese Gedanken kamen mir in den Sinn, als ich zum letzten Mal in Deutschen Museum München das Bergwerk betrat. Ende des Monats wird das Bergwerk geschlossen, abgebaut und eingemottet. Zu meinen Lebzeiten werde ich es wohl nicht mehr sehen, denn es fehlt schlicht und einfach das Geld in einem restaurierten Museum das Bergwerk wieder aufzubauen.

Als Kind und als Jugendlicher war ich mit meinen Eltern und mit der Schule regelmäßiger Besucher des Deutschen Museums. Ich war fasziniert von der Technikgeschichte, durchstreifte die verschiedenen Abteilungen. Als meine Kinder in dem richtigen Alter waren, waren wir oft in diesem wunderbaren Museum. Immer und wirklich immer gehörte ein Besuch des Planetariums und des Bergwerks dazu. Hinaus in die Sterne und tief in die Erde – so steht es geschrieben.

Jetzt wird bald das Bergwerk geschlossen. Es sagen zwar die Denkmalschützer, dass das Bergwerk für kommende Generationen erhalten werden soll, doch Geld ist keines vorhanden. Seit 2015 wird das Deutsche Museum modernisiert: Die Gebäudekonstruktion, Brandschutz und Technik des 1925 eröffneten Ensembles war völlig veraltet. 455 Millionen Euro flossen bereits in den ersten Bauabschnitt, der vor der Fertigstellung steht.

Ich habe das Museum nochmals besucht und einen Gang durch das Bergwerk mit einer 360 Grad Kamera gemacht sowie einzelne Fotos als Erinnerung geschossen. Ende des Monats wird das Highlight meiner Jugend abgebaut und in Kisten verpackt. Ich bin skeptisch, ob ich es in einer anderen Form nochmals sehen werde.

Das Deutsche Museum, dessen Förderer meine Familie ist, tut sich gerade schwer. Der Hort der Technik wird gerade aufwendig saniert und die Ausstellungen didaktisch überarbeitet. Das ist auch dringend notwendig. Im Moment hält sich beide Begeisterung in Grenzen. Aber sehr angetan war ich beispielsweise über den Rundgang durch die Zelle, eine neue Abteilung. Dazu habe ich ein 360 Grad Video gedreht. So muss Museum heute sein.

Und natürlich musste ich dahin, wo es laut ist. Immer wieder besuchte ich die Physikabteilung und schaute mir die Hochspannungsvorführungen an. Als Kind hatte ich immer den Eindruck des Labors von Dr. Frankenstein als ich die Transformatoren und die zuckernden Blitze erblickte. Hier ein kleines Video von einem Teil der Vorführungen.

Technische Fähigkeiten und Medienkompetenz vermitteln

9. Juli 2019

Mein Vater ist inzwischen ein älterer Herr. Im Grunde war er Zeit seines langen bisherigen Lebens an Neuerungen interessiert, doch beim Thema Technik und Medien passierte in den vergangenen Jahren etwas interessantes: Er wird unsicher und fragt immer wieder nach – und zwar immer die gleichen Fragen.
Nun, ich wurde in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts sozialisiert. Meine Eltern machten mich mit Technik und Medien vertraut. Ich lernte den Umgang mit dem Radio, Kassettenrekorder, Schallplattenspieler – wir hatten sogar ein Tonbandgerät. Als der Videorekorder bei uns einzog, änderte sich etwas: Meine Eltern konnten das Ding nie komplett bedienen. Wenn eine Sendung in zwei Wochen zu programmieren war, da musste ich als Jugendlicher ran. Und als später dann der Computer sich bei uns etablierte, musste ich meinen Eltern den Computer erklären. Schön war, dass meine Eltern sich gegen die Veränderungen der Welt nicht gesträubt haben, sondern mich immer unterstützten.
Aber jetzt habe ich das Gefühl, dass meine Eltern immer wieder die gleichen Fragen stellen. Es gibt ja den Witz in Twitter, dass Weihnachten die Kinder zu ihren Eltern aufbrechen, um deren IT-Probleme zu lösen. Aber trifft oftmals zu. Bei meinen Vater ist es in erster Linie das Mobiltelefon, das meinen alten Herrn vor Probleme stellt.
Ich kenne das, denn ich schule ja mehrmals die Woche Interessierte in Sachen Medienkompetenz. Und so bekam ich eine Mitteilung von Kaspersky auf den Tisch, die mein Interesse weckte.
Aufforderungen älterer Familienangehöriger wie „Kannst Du mal kurz das Internet reparieren“ oder „Kannst Du mir mal kurz mein Online-Banking sichern“ kennt fast jeder zwischen Mitte 20 und Ende 40 in unterschiedlicher Intensität. Eine Kaspersky-Studie liefert jetzt empirische Zahlen zum aktuellen Zustand cyberfamiliärer IT-Unterstützung. Fazit: Fast ein Drittel (32 Prozent) der über 55-Jährigen deutschen Nutzer haben ohne Support ihrer Kinder mit den technologischen Herausforderungen des Alltags zu kämpfen.
Fast die Hälfte (46 Prozent) gibt sogar an, über nahezu keine Kenntnisse diesbezüglich zu besitzen. Da liegt es nahe nach Hilfe in der eigenen Familie zu suchen. So gaben innerhalb der Befragung auch 68 Prozent der deutschen Millenials zwischen 25 und 34 Jahren und 69 Prozent der 35- bis 44-Jährigen an, häufig um IT-Support gebeten zu werden. Das ist ein Problemm, denn unsere Gesellschaft spaltet sich damit massiv in digitale und analoge Mitglieder.

Bei der älteren Generation (55+) besteht hinsichtlich der Nutzung technischer Innovationen offensichtlich eine merkliche Diskrepanz zwischen Theorie und praktischer Umsetzung. Zum einen empfinden 28 Prozent der Befragten neue Technologien als Bereicherung und 20 Prozent als Befreiung innerhalb der eigenen Lebenswelt, gleichzeitig fürchten ältere Anwender jedoch, aus fehlender Fachkenntnis – 46 Prozent gaben dies zu Protokoll – technologisch abgehängt zu werden. Hier steuere ich mit Vorträgen zur Medienkompetenz gegen.

Deshalb telefoniert 32 Prozent der Altersgruppe 55+ regelmäßig mit den Kindern oder anderen jüngeren Familienmitgliedern, um aus der Ferne Hilfe in Fragen der IT zu erhalten. Bei 14 Prozent steht diese Form der Unterstützung sogar höher im Kurs als die reine Anwesenheit des eigenen Nachwuchses. Das geht soweit, dass 14 Prozent jüngere Familienmitglieder bereits mit Kleinigkeiten wie Kinderaufsicht bestochen haben, um deren Hilfe in Anspruch nehmen zu können.

„Den Ergebnissen der Kaspersky-Studie zufolge empfinden Menschen über 50 den technologischen Fortschritt zwar häufig als überwältigend, fürchten sich aber gleichzeitig davor, durch neue Technologien getäuscht, bloßgestellt oder ins Visier genommen zu werden. Ein Plus an Wissen und Fähigkeiten nimmt ihnen diese existentiellen Ängste und hilft ihnen dabei, den Bill Gates in ihnen zu wecken“, sagt Kathleen Saxton, Gründerin von Psyched Global und Psychotherapeutin. Für mich ist es ein Mangel an Medienkompetenz. Die Schere geht brutal auseinander und das darf nicht sein.

Das „Kannst Du mal…“-Szenario aus Sicht der Millenials und der Generation X

Meist sind es die sogenannten Millenials (zwischen 25 und 34 Jahre alt), die von der Generation 55+ um Hilfe gebeten werden. Doch auch die Gruppe der 35- bis 44-Jährigen wird häufig bei technischen Problemen von älteren Verwandten und Freunden in Beschlag genommen.

• 68 Prozent der Millenials und 69 Prozent der 35- bis 44-Jährigen gaben an, häufig von älteren Familienmitgliedern nach IT-Support gefragt zu werden.
• 19 Prozent der um die Jahrtausendwende geborenen und 23 Prozent der 35- bis 44-Jährigen meiden sogar Familienmitglieder, die ihrer Auffassung nach mit hoher Wahrscheinlichkeit um technische Hilfe bitten könnten.
• 20 Prozent der Millenials und 28 Prozent bei der Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen) würde sogar lieber einen Dienstleister bezahlen, als selbst Hand anlegen zu müssen.
„Die ältere Generation fühlt sich innerhalb unserer vernetzten Gesellschaft technologisch zunehmend an den Rand gedrängt, wobei die übermäßige Abhängigkeit von jüngeren Familienmitgliedern zur Lösung technischer Probleme das eigentliche Problem lediglich übertüncht“,
betont Anne Mickler, Corporate Communications Manager, DACH bei Kaspersky. „Um den oft nervigen „Kannst-Du-mal-kurz-…“-Kreislauf zu durchbrechen, sollte die technischen Fertigkeiten der über 55-Jährigen
ständig gestärkt werden.“ Kaspersky tut seinen Teil und ich versuche mit meinen Schulungen zur Medienkompetenz hier die Lücke zu schließen.

Blogger sorgen für mehr Medienkompetenz

11. April 2019

Blogs sind längst Teil der Massenkommunikation geworden. Waren früher Massenmedien klassische Sender-Empfänger-Modelle, bei denen journalistisch gestaltete Produkte an Leser, Hörer und Seher übermittelt wurden, so hat sich dies durch das Web 2.0 stark geändert. Heute hat jeder mit seinem Smartphone ein Massenmedium in der Hosentasche und kann nach Belieben senden und empfangen. Ein gut vernetzter Blogger kommt an die Reichweite eines klassischen Massenmediums heran, seine Veröffentlichungen haben Wirkung. Und damit übernimmt der Blogger aber auch Verantwortung. Ich habe für den Bloggerclub diesen Beitrags für das Magazin des PresseClubs München geschrieben.

Franz Neumeier (r.) und ich vom Bloggerclub im Gespräch mit dem PresseClub-Vorsitzender Peter Schmalz.

Eine Verantwortung, die von jedem Blogger Medienkompetenz verlangt. Das mag auf den ersten Blick erstaunen, denn bislang definierten wir Medienkompetenz eher vom Nutzer her und fordern daher von den Schulen, diese Kindern schon möglichst früh zu vermitteln. Bei den Produzenten klassischer Medien, den Journalisten, wurde die Kompetenz, mit Medien verantwortungsvoll umzugehen, ohnehin vorausgesetzt. Dies zu lernen, ist Teil ihrer Ausbildung als Volontär oder Absolvent einer Journalistenschule. Auch wenn spektakuläres Fehlverhalten Einzelner gelegentlich Zweifel wecken.

Wie eng verzahnt beide Seiten der Medienkompetenz sein können, zeigen Studien, wonach viele Jugendliche den Unterschied zwischen Werbung und redaktionellen Beiträge nicht kennen. Für sie ist jede Veröffentlichung das Gleiche. Das aber bedeutet einerseits, den jungen Menschen Mechanismen und Artenvielfalt der medialen Welt erläutern und ihnen die Fähigkeit zum Unterschieden beizubringen. Andererseits ist der Blogger verpflichtet, Werbung und Sponsoring zu kennzeichnen und damit seine Leser darüber zu informieren, wenn er einen gesponserten Beitrag sendet, für den er Geld oder Gegenleistung erhalten hat. Er muss sich also diese Kompetenz erwerben in seinem Medium.

Blogger werden ins Kanzleramt eingeladen.

Der Münchner Bloggerclub hat hier mit seinem strengen Bloggerkodex, auf den sich alle Mitglieder verpflichten, Maßstäbe gesetzt, die weit über Bayern hinaus als vorbildlich gelten. „Wir kennzeichnen Werbung transparent und deutlich“, heißt es darin. Ebenfalls als Werbung gelte jeder Beitrag, „für den wir bezahlt werden oder eine geldwerte Leistung erhalten, die nicht dem Ziel der Berichterstattung dient“. Darüber hinaus definiert der Bloggerkodex die notwendigen Regelungen für Kooperationen mit Unternehmen. All dies dient einer transparenten Kommunikation gegenüber den Besuchern eines Blogs und findet auch bundesweite Anerkennung: Als Vertreter der Bloggerinnen und Blogger wurde der Münchner Bloggerclub im vergangenen Jahr zum Runden Tisch „Influencer Marketing“ ins Bundeskanzleramt eingeladen.

Mehr noch als traditioneller Journalismus ist Bloggen eine bunte Spielwiese der Kreativität, gepaart mit den drei T: Text, Technik und Team. Und doch verzahnen sich beide Medienwelten immer wieder. Das beginnt schon bei den Texten, wo für beiden als Basis aller Arbeit gilt: Komplizierte Sachverhalte so aufbereiten, dass der Leser sie versteht. Nicht missionieren ist angesagt, sondern vermitteln – und das möglichst unterhaltend. Dabei steht nicht die Selbstverwirklichung im Vordergrund, sondern der Dienst am Leser. Allerdings trägt der Blogger eine besondere Verantwortung: Die alleinige. Er produziert und sendet, in der Regel prüft kein anderer den Text auf Fehler. Schreibfehler sind ärgerlich, aber lässlich. Juristische Fehler dagegen können bedrohlich werden. Hier gehört zur Medienkompetenz des Blogger, Persönlichkeits- und Urheberrechte zu kennen, das Impressum nicht als vermeintliche Nebensache zu vernachlässigen und den klassischen Satz zu beachten: „Audiatur et altera pars“, also korrekt zu recherchieren und „auch die andere Seite hören“.

Wer bloggt, wird sich automatisch mit Texten beschäftigen, auch wenn er nur einen Foto- oder Videoblog betreibt. Und je mehr ein Blogger textet, desto mehr stößt er auf die journalistischen Darstellungsformen. Schreiben wie einem der Schnabel gewachsen ist, hat nur einen gewissen Erfolg in begrenzten Fankreisen. Wer erfolgreich in der Blogosphäre sein will, der kommt um die Grundlagen des journalistischen Handwerkszeugs nicht herum. Der Blogger muss Stellung beziehen, ob er einen Nachrichtenblog oder einen Meinungsblog betreiben will. Und er muss sich mit dem Aufbau seiner Texte beschäftigen. Dabei stößt er zwangsläufig auf die Nachrichtenpyramide oder die Ordnung durch Absätze, die nach inhaltlichen und weniger nach optischen Gesichtspunkten gesetzte werden. Sich mit Aufbau und Struktur der Texte zu beschäftigen, schärft die Medienkompetenz.

Und wie der Journalist muss auch der seriöse Blogger sorgsam umgehen mit seinen Quellen. Nachdem Blogger zunehmend zu Pressekonferenzen und auch zu vertraulichen Hintergrundgesprächen eingeladen werden, müssen Blogger die Regeln kennen und beachten, die in dieser Kollegen-Gemeinschaft gelten. Eine simple, aber wichtige besteht aus den drei Ziffern 1, 2 und 3. Läuft ein Gespräch „unter 1“, dürfen alle Information mit dem Namen des Gesprächspartners zitiert werden („Bundeskanzlerin Merkel sagte: ‚Angesichts der aktuellen Finanzkrise hat die Bundesregierung …“) , „unter 2“ dürfen Information und das Umfeld der Quelle zwar wiedergegeben, aber nicht direkt zitiert werden ( „Wie aus Kreisen der CDU zu erfahren war…“), „unter 3“ aber dürfen die Informationen nicht öffentlich verwertet werden. Journalist wie Blogger haben sie ausschließlich als Hintergrund erhalten, der Anlass für weitere Recherchen geben oder in Artikel und Kommentare indirekt einfließen könnte. Das Problem: Es ist eine ungeschriebene Regel, die rechtlich nicht bindend ist. Doch wer dagegen verstößt, riskiert beim nächsten Mal vor der Tür zu stehen.

Das zweite T gehört der Technik. Wer bloggt, verfasst nicht nur Texte, er schießt auch Fotos, dreht Videos oder produziert Audiopodcasts. Im besten Falle schafft er daraus einen multimedialen Blog. Das verlangt aber auch technisches Know-how im Umgang mit Hard- und Software. Zwar wird die Technik immer intuitiver, aber dennoch muss die Funktionsweise erst einmal verstanden werden. Obwohl der Umgang mit der IT, das Einhalten eines Workflows und das Datei-Ablagesystem auf dem Server oder in der Cloud heute zu den Grundkenntnisse gehören sollten, ist es bemerkenswert, dass die nachwachsende digitale Gesellschaft sich beim Umgang mit dem Rechner schwer tut. Ihr fällt es leicht, mit dem Smartphone oder dem Tablet umzugehen, sie versteht dagegen immer weniger von Dateistrukturen auf herkömmlichen Systemen. Hier ist die technische Medienkompetenz unbedingt zu stärken.

Das gilt auch für den Umgang mit Suchmaschinen. Wer bloggt, der will gefunden werden. Das Angebot im Netz ist riesig, und der einzelne Blogpost wird nur gefunden, wenn ihn eine Suchmaschine indiziert und in die Datenbank aufnimmt. Das bedeutet, der Blogger muss sich mit Suchmaschinen auskennen und deren Funktionsweise verstehen. Er muss seine Texte im besten Falle für die Suchmaschine optimieren. Diese Suchmaschinenoptimierung oder Search Engine Optimization (SEO) verändert natürlich die Texte. Der Blogger muss sich fragen: Schreibe ich Texte für den Menschen oder schreibe ich auffindbare Texte für Google und Co. Eine Gretchenfrage, die den Blogger beschäftigen muss und die zugleich täglich seine Medienkompetenz aufs Neue schult.

Das dritte T gehört dem Team. Blogger sind Teamplayer. Ein Blog ist klassisches Projektmanagement und wenn der Blog größer wird, wird automatisch das Team größer. Das Zusammenspiel als Team macht dann diesen Erfolg aus. In der Regel sind Blogger Einzelkämpfer, arbeiten aber auch in Netzwerken zusammen. Spezielle Kollaborationswerkzeuge haben sich bewährt: das Mini-Projektmanagement-Werkzeug Trello, das Terminfindungstool Doodle oder einfach die Zusammenarbeit über die Cloud wie Google Doc, Office 365 oder iCloud. Vor allem Corporate Blogger müssen absolut teamfähig sein. Sie schreiben ja nicht ihr persönliches Blog, sondern an einem Unternehmensblog. Corporate Blogs treten in unterschiedlichen Formen auf und können unterschiedliche Funktion haben. Charakteristisch für Corporate Blogs ist, dass sie dazu dienen, Kommunikations- oder Marketingziele des Unternehmens zu verfolgen. Sie werden in der Regel von Mitarbeitern eines Unternehmens oft in Verbindung mit externen Bloggern geführt. Corporate Blogs können sowohl in der internen als auch in der externen Kommunikation eingesetzt werden. Hier gibt es keinen Platz für Egos sondern Teamfähigkeit steht im Vordergrund.

Schließlich eine rasant wachsende Herausforderung, die Blogger und Journalisten gleichermaßen bewältigen müssen: Die Fake News. Vor wenigen Jahrzehnten war die Informationsbeschaffung ein echtes Problem. Aufwendig musste in Archiven und Bibliotheken recherchiert werden. Manche Journalisten wurden nur aufgrund ihres persönlichen Archivs von Verlagen angestellt, ihr Informationsschatz war ihr höchstes Gut.
Heute können Infos aller Art mühelos im Netz abgerufen werden. Nicht mehr die Information beschaffen, sondern sie zu bewerten ist die neue Herausforderung: Wahr oder falsch, Tatsache oder Fake? Wie Journalisten müssen auch Blogger lernen, den Wahrheitsgehalt einer Nachricht zu bewerten. Ließ früher das schlampige Aussehen einer Website zu Vorsicht mahnen, verhelfen heute Content Managementsystemen (CMS) fast jeder Website
zum seriösen Outfit. Kommt die Meldung gar noch im Layout eines sozialen Netzwerkes wie Facebook daher, dann funktioniert das alte Bewertungssystem des Aussehens nicht mehr.
Der Blogger von heute braucht also Medienkompetenz, um Fake News zu identifizieren. Auch dazu gibt es eine Reihe von Werkzeugen: Was ist die Originalquellen? Haben andere die Information auch zitiert? Videos lassen sich beispielsweise mit dem kostenlosen Datafinder von Amnesty International zurückverfolgen. Ein gesundes Misstrauen ist bei der Informationsrecherche im Netz angesagt. So mancher ist auf gefälschte oder gar frei erfundene Politikerzitate hereingefallen.

Bloggen und Journalismus verschmelzen mehr und mehr. Selbst Edelfedern der Printbranche haben sich mittlerweile Blogs zugelegt, so mancher Blogger wurde Redaktionsmitglied bei Verlagen oder Radio- und TV-Sendern. Wie die Arbeit verzahnt, so gleichen sich auch die Anforderungen an. Wie zum Beispiel die der Medienkompetenz.

Technikspielzeug Teil 2 Sony Rolly

7. April 2009

Es gibt Sachen, die braucht man nicht. Oder ich bin zu blöd, um zu verstehen, wozu man sie brauchen soll. Eines dieser Dinge ist der Rolly von Sony. Es ist ein Musikplayer von Sony. Eine Art iPod-Tonne, die sich bewegt. Rolly rollt, bewegt sich, trampelt, wackelt mit den Ohren, macht den dicken Maxe  – aber wozu? Freunde wozu? Bitte lasst mich nicht blöde sterben und heft mir.