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Alice im Wonderland – Disney live im Gasteig

27. Dezember 2014
Wunderbare Aufführung von Alice im Wonderland.

Wunderbare Aufführung von Alice im Wonderland.

Danny Elfman dürfte den wenigsten etwas sagen, obwohl er der Komponist zahlreicher erfolgreicher Spielfilme ist. Am kommerziell erfolgreichsten war seine Musik wohl bei Batman, als er für seinen Haus- und Hofregisseur Tim Burton die Musik schrieb. TV-Zuschauer kennen Elfman von der Titelmusik der Simpsons. Freunde der Yellow-Press kennen Elfman eher als Ehemann der Schauspielerin Bridget Fonda.
Soundtrack-Liebhaber schätzen die Musik von Danny Elfman sicher vor allem für die skurillen Filme von Tim Burton: Großes Orchester und Knabenchor sind das Markenzeichen von Elfman.
Die Disney-Produktion Alice im Wonderland ist nicht unbedingt Mainstream, aber sicherlich nicht einer der durchgeknalltesten Burton-Filme. Und wahrscheinlich war dies der Grund, die Musik von Danny Elfman live im Gasteig/Philharmonie mit dem Film aufzuführen. Leider folgten nicht übermäßig viele Musikbegeisterte der Einladung in den Münchner Kulturtempel, so dass einige Plätze leer blieben. Schade.

Einige Plätze blieben leer - an der Musik und dem Film kann es nicht gelegen haben.

Einige Plätze blieben leer – an der Musik und dem Film kann es nicht gelegen haben.

An der Musik von Danny Elfman konnte es aber nicht gelegen haben. Selten hat der Filmfreund die Möglichkeit, diese fabelhafte Musik in einer Live-Aufführung zu erleben. Der Score von Alice In Wonderland, der mit einem Grammy nominiert wurde, ist sehr kraftvoll, fantasievoll und klassisch angehaucht. Er steht in der Tradition von Edward mit den Scherenhänden. Der Alice-Score wurde in München von Dirigent Helmut Imig und dem Sound of Hollywood Symphony Orchestra sehr schön interpretiert.

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Helmut Imig hat sich unter Filmfreunden schon lange einen Namen gemacht. Seine Arbeitsschwerpunkte sind neben der Konzerttätigkeit vor allem Experimentelle Musik, Moderationskonzerte, Stummfilmkonzerte mit Originalmusiken und eigenen Kompilationen. Helmut Imig arbeitete viel mit den Rundfunkorchestern von München und Saarbrücken sowie dem Filmorchester Babelsberg. International bekannt wurde er für seine Überarbeitung der Filmmusik von Edmund Meisel für den Filmklassiker Panzerkreuzer Potemkin von Sergej Eisenstein zur 55. Berlinale 2005. Also ein großer der Szene gab den Takt vor und lieferte zusammen mit dem Sound of Hollywood Symphony Orchestra eine starke Show rund um Hutmacher, Kaninchen, Grinsekatze und Jabberwocky ab. Erwähnenswert vor allem der Buben-Chor, der Alice, Alice, Alice intonierte. Danke lieber Helmut Imig, dass Sie sich des Werkes von Danny Elfman angenommen haben und die klassische Filmmusik noch hochhalten.

Filmmusikfreunde beobachten das Werk von Helmut Imig.

Filmmusikfreunde beobachten das Werk von Helmut Imig.

Der nächste Auftritt von Helmut Imig und dem Sound of Hollywood Symphony Orchestra wird im Vergleich zu Alice im Wonderland wohl eher ein kommerzieller Erfolg werden. Dann werden Imig und Kollegen die Musik von Hans Zimmer bei Fluch der Karibik auf die Leinwand des Gasteigs bringen. Und damit es auch hier nochmals gesagt wird: Ich mag die Musik von Hans Zimmer absolut nicht (bis auf ein paar Ausnahmen).

Batman, ein moderner Western

26. August 2008

Gestern Nacht habe ich mit ein paar Freunden den neuen Batman, den schwarzen Ritter („The Dark Knight“) angeschaut. Am Ende gab es in Münchner Mathäser Kino Schlussapplaus vom Publikum. Das habe ich lange nicht mehr erlebt. Ich bin etwas unschlüssig, wie mir der Film gefallen hat. Es war auf jeden Fall modernes amerikanisches Action-Kino. Tags zuvor hatte ich mir zur Einstimmung „Batman Begins“ auf DVD reingezogen. Im direkten Vergleich ist der Vorgänger düsterer. Vor allem Gotham City ist dreckiger, hatte mehr CGI-Effekte. Gezeigt wurde eine verfallene moderne Stadt im Untergang. Im Nachfolgefilm rückt Gotham deutlich ab vom SF-Image und näher hin zur amerikanischen Realität. Das hat mir nicht gefallen. Es war eine x-beliebige US-Stadt und nicht mehr mein Gotham-City, die ich mochte. Sehr schön ist dagegen die Charakterisierung der Figuren. Batman ist der gebrochene Held, der mit sich selbst im Zweifel ist. Hier ist die Figur deutlich besser gelungen als vergleichsweise in Spiderman 3. Hier nervte der Held Parker mit seinem Gejammere. Batman ist eben der coolere Hund. Er war eigentlich einer meiner Helden meiner Jugend. Superman war immer zu clean. Spiderman war schon ok, aber richtig am besten fand ich die Grüne Leuchte und eben Batman. Vielleicht hat Batman einfach bessere Chancen, da man unter seiner Maske wenigstens einen Teil seines Gesichts sieht. Bei Spiderman überdeckt die Maske das gesamte Gesicht und so bleibt die Schauspielkunst verborgen. Ach ja Schauspielkunst: Da wäre vor allem Joker zu nennen. Es macht sehr viel Spaß Heath Ledger bei seinem teuflischen Spiel zuzusehen. Es heißt, dass er der verstorbene Star Anwärter auf einen Oscar ist. Es wäre schon sehr amerikanisch, wenn man diesem Helden den Oscar posthum verleihen würde. Heath Ledger hatte es schwer, musste er doch gegen den Mimen Jack Nicholson antreten, der den Joker im düsteren Batman von Tim Burton von 1989 verkörperte. Nicholson spielte seinen Joker als einen übersteigerten McMurphy oder Jack Torrance. Ledger ist ausgezeichnet, doch Nicholson ist noch eine Klasse besser. Daneben gegangen ist allerdings die Vision Batman als moderner James Bond. Nachdem der Original-Bond zu seinen harten Wurzeln zurückkehrt und den Spielzeugwaffen eines Roger Moore abschwört, hat der moderne Batman moderne Waffensysteme, Fluggeräte, Autos und Motorräder. Mir persönlich zuviel Schnickschnack. Irgendwie erinnert mich die Botschaft des neuen Batmans allerdings an einen Film von John Ford von 1962: „Der Mann, der Liberty Valance erschoß“. Das Motto: „If the legend becomes fact, print the legend.“ Gibt dem Volk einen Helden und setzte nicht immer auf die Wahrheit. So verfährt auch Batman, wenn der gute Rechtanwalt Harvey Dent sich zum weißen Ritter mausert. Seine Mutation zum bösen Two-Face bleibt der Öffentlichkeit verborgen. The Show must go on. Wenn die Öffentlichkeit einen Held braucht, dann gebt ihr einen und zerstört nicht die Illusion. Also ist Batman ein moderner Western. Das Duell ist eben nur bombastischer.