Posts Tagged ‘Panini’

Bataclan – der Terror als Comic

20. November 2017

An Terror kann ich mich nicht gewöhnen und will mich auch nicht gewöhnen. Und ich will mich auch dem Terror nicht beugen. Natürlich habe ich Angst um das Leben meiner Familie, um das Leben meiner Freunde und natürlich nicht zuletzt um mein Leben. Immer wieder gibt es Terroranschläge in der Welt, mal nah – mal fern. Ein Anschlag, der mich erschüttert hat, war der islamistische Angriff auf die Pariser Konzerthalle Bataclan, als am 13. November 2015 die Band Eagles of Death Metal spielte. 89 Besucher starten im Kugelhagel der Angreifer, viele wurden schwer verletzt.
Jeder hat seine persönliche Art mit diesem feigen Terrorakt umzugehen. Und als ich von Panini hörte, dass es einen Comic zu dem Ereignis gab, horchte ich auf.
Panini stellte mir den Comic-Band Bataclan: Wie ich überlebte kostenlos zur Verfügung und ich begann zu lesen. Ich las die Geschichte von Fred Dewilde, einem Konzertbesucher, der das Morden überlebte und jetzt ein Buch darüber veröffentlichte. Ein ganz besonderes Buch – einen Comic.
Fred Dewilde, geboren 1966, ist als Grafiker auf medizinische Illustrationen spezialisiert. Er lebt mit seiner Familie in einem Vorort von Paris und liebt Rockmusik. Er besuchte das Konzert und er überlebte körperlich unversehrt, aber traumatisiert.


Jetzt veröffentlichte er seine persönliche Aufarbeitung mit dem Attentat als Grafic Novel. Und ich war neugierig auf seine Gedanken und seine Zeichnungen. Als visueller Mensch liebe ich visuelle Geschichten. Auf dem Buchrücken ist zu lesen: „Mitten im Blut eines Toten habe ich gelegen. Mitten unter den zerfetzten Körpern war ich geschützt. Mitten unter den zerstörten Leben habe ich gedacht, dass ich mitten im Entsetzen und im Wahnsinn noch einmal die Chance bekommen habe, euch zu lieben.“ Das schwarzweiße Cover versprach viel.


Es ist natürlich kein schöner Comic geworden. Die Zeichnungen sind brutal und sie dienen Fred Dewilde wohl als Therapie. Seine Übersetzerin Bettina Frank ist der gleichen Meinung. Sie sagt: „Für ihn war das reine Therapie. Er hat mir erzählt, dass sich das Schlussbild des Comics so in seinen Kopf gebrannt hatte und er den Drang verspürte, den Comic zu zeichnen. Darin sah er einen Weg, mit der Sache abzuschließen.“
Und als ich die Texte las, die Zeichnungen auf mich wirken ließ, war mir unwohl. Ich habe kein Problem mit Fiction, aber das war keine erfundene Geschichte eines kreativen Geistes. Das war die Wahrheit und sie wurden von einer gequälten Seele wiedergegeben. Darf man so etwas privates überhaupt ansehen? Nun, nach einigem Überlegen entschied ich mich dafür. Viele Künstler verarbeiten ihre Dämonen und es kommt faszinierende Kunst heraus – die Malerei und Literatur ist voll davon. Warum darf es so etwas nicht bei Comics auch geben? Es darf und es muss.
Als ich den gezeichneten Alptraum betrachtete und die wenigen Seiten des Comics durchblätterte, überlegte ich mir, wie ich in dieser Situation reagiert hätte. Dabei sind diese Gedanken sinnlos, denn so eine Situation kann man nicht trainieren. Vielleicht aufmerksam durchs Leben zu gehen und das Leben zu genießen – das könnten Schlussfolgerungen sein.


Der gezeichnete Augenzeugenbericht von Fred Dewilde ist in Schwarz/Weiß. Er verzichtet auf explizite Gewaltdarstellungen, um nicht in den Verdacht des Voyeurismus zu geraten. Das ist gut.
Die Terroristen stellt er als entmenschlichte Gestalten mit Totenschädeln dar; die Toten, inmitten derer er lag, als formlose Masse. Zwischen all den Leichen, so beschreibt er es im Comic, habe er mit einer weiteren Überlebenden, der schwer verletzten Élisa, neben der er lag, einen „Kokon der Menschlichkeit“ geschaffen, um sich von dem Wahnsinn um ihn herum abzuspalten. Diesem Stück Menschlichkeit inmitten der Unmenschlichkeit verdanke er sein Überleben, sagt er. Letztlich war es aber reiner Zufall, dass er nicht auch erschossen wurde. Die Frage nach dem Wieso und warum ausgerechnet er überlebt hat, macht ihm bis heute zu schaffen.
Die zeichnerische Auseinandersetzung mit dem Terror hat mir sehr imponiert. Diese Auseinandersetzung umfasst 17 Seiten. Dann folgenden zahlreiche Seiten mit Texten. Er beschreibt dort zum Beispiel, wie sich sein Leben und er selbst nach Bataclan verändert haben, wie er überhaupt wieder ins Leben zurückfand. Er sinniert über Psychotherapie, Schuldgefühle, das Menschsein und den Wert von schwarzem Humor. Außerdem macht er sich Gedanken zu den Eagles of Death Metal, die nach dem Anschlag nicht nur positiv in Erscheinung traten, über den Islam und zur aktuellen Politik – dies im Übrigen sehr differenziert, ohne Hass und vor allem ohne verallgemeinernde Anschuldigungen. Auch die Anschläge von Brüssel, Nizza und auf die Redaktion von Charlie Hebdo bleiben nicht unerwähnt.

Das ist interessant, ohne Zweifel wichtig für Fred Dewilde, aber ich habe die 25 Seiten Texte nicht komplett gelesen. Es war mir zu anstrengend. Fred Dewilde ist kein Autor. Es wäre für mich sehr interessant gewesen, wenn er diese Auseinandersetzung in der Kunstform Comic verarbeitet gewesen wäre.
Versteht mich richtig: Fred Dewilde hat ein gutes Recht, sich in reiner Textform mit seinem Leben und seinem Schicksal auseinandersetzen, aber ich habe mich das Buch Bataclan: Wie ich überlebte als Comic ausgesucht. 17 Seiten Comic gegenüber 25 Seiten Text zum Preis von rund 17 Euro.

 

100 Tage Donald Trump – Humor als verzweifelter Ausweg

1. Mai 2017

Trump macht den Mund ganz weit auf.

Trump macht den Mund ganz weit auf.

Bei einem meiner Vorträge in einer Schule über Medienkompetenz diskutierte ich mit Schülern über FakeNews. Eine Frage traf voll ins Schwarze: „Warum belügt uns der US-Präsident? Warum diskutieren wir hier über FakeNews und eine Institution gibt uns alternative Fakten?“  Es ist schwer, eine solche Frage zu beantworten, denn aus meiner Sicht hat der Schüler recht. In meinen Vorträgen setze ich mich für Werte ein und einer der wichtigsten Menschen auf diesen Planeten wirft mit schamlosen Lügen um sich.

100 Tage Donald Trump lassen mich nachdenklich werden. Natürlich muss nicht jeder meiner Meinung sein. Eine Demokratie lebt von dem Austausch, doch Regeln des Anstandes und der Wahrheit gehören einfach dazu. Der alte Kant ist für mich immer noch gültig.

Simpsons nehmen sich 100 Tage Trump an
Die Simpsons haben trotz ihrer Heimat bei Fox einen hervorragenden Spot über die ersten 100 Tage gedreht – ein Spot, der mir Angst macht. Ich flüchte mich in Humor und ich verzweifle. Ich lausche den politischen Kommentatoren in Presse, Funk und Fernsehen und online. Und ich verzweifle noch mehr. Eigentlich oft die gleiche Meinung: Donald Trump hat keinen brillanten Start hingelegt – und das ist höflich ausgedrückt. Er soll selbst gesagt haben, dass er geglaubt habe, die US-Präsidentschaft sei einfacher. Nun ja.


Ich war vor der Amtseinführung von Trump in den USA und ich bin froh darüber. Denn die USA ist ein tolles Land, ich habe so viele positive Eindrücke. Doch die USA verändern sich, so mein Eindruck. Das Land, das uns die Freiheit nach dem Zweiten Weltkrieg gebracht hat, verändert sich – und nicht zu seinem Vorteil. Und Donald Trump beschleunigt diese Veränderung. Persönlich habe ich deshalb beschlossen, auf absehbare Zeit auf Reisen in die USA zu verzichten.
Make America Great Again – das habe ich bei meinem USA-Aufenthalt oft gehört. Nationalismus ist der falsche Weg.

MAD Sonderheft zu 100 Tage Trump

Eine interessante Antwort auf Donald Trump gibt die Satirezeitschaft MAD. In diesem Jahr feiert das MAD-Magazin in Deutschland sein 50. Jubiläum. Das Magazin, das hierzulande unter Herbert Feuerstein als Chefredakeur groß wurde, zu Beginn der 1990er Jahren dann jedoch an Lesern verlor und kurzzeitig sogar vom Markt verschwand, wurde 1998 vom Dino Verlag wiederbelebt. 2003 übernahm Panini die Rechte für die Veröffentlichung in Deutschland und sorgt seitdem für regelmäßigen Satire-Nachschub. Auf jeden Fall hat MAD eine Sonderausgabe zu Donald Trump mit einer 80.000 Auflage herausgebracht.

Ich habe das neue MAD Sonderheft zu Trump vom Verlag erhalten und gelesen. Humor ist die richtige Antwort.

Ich habe das neue MAD Sonderheft zu Trump vom Verlag erhalten und gelesen. Humor ist die richtige Antwort.

Ich habe ein Besprechungsexemplar vom Verlag angefordert und dankend erhalten. Und wahrscheinlich scheint Humor und Satire die richtige Antwort auf Donald Trump zu sein. Ein ganzes Heft über Donald Trump – eigentlich ja nicht auszuhalten. Wir haben es in der Familie gelesen und ich habe mich köstlich amüsiert. K1 hat dagegen viele Witze nicht verstanden. Eine gewisse politische Bildung muss wohl vorausgesetzt werden, um dieses Sonderheft zu verstehen. Auch MAD hat sich wohl verändert. Unter Herbert Feuerstein hatte ich es damals als pubertierender Jugendlicher verschlungen und über die Witze gelacht. ich stand sogar in Briefkontakt mit Herrn Feuerstein. Ich muss diese Form der Kundenbindung mal aus meinen Archiv heraussuchen und darüber bloggen. Das vorliegende Sonderheft über Trump ist aber nicht so einfach zu verstehen. Natürlich gibt es die klassischen Sparwitze, aber der Humor ist zeitweise schon tiefgehender und erinnert mich an Titanic.

Am Hauptbahnhof in München wird das MAD-Heft angeboten.

Am Hauptbahnhof in München wird das MAD-Heft angeboten.

Satirisch stellt MAD-Urgestein Ivo Astalos zum Beispiel die Frage, welche Dekrete der unterschriftswütige Präsident noch unterzeichnen wird, Autor Desmond Devlin beäugt mit Zeichner Ward Sutton Trumps Verhältnis zur Bibel und zusammen mit Tom Richmond gibt Devlin Einblicke in das trump’sche Familienunternehmen, während Ward Sutton den Wahlslogan „Make America Great Again“ auf einer Doppelseite um ein paar Facetten erweitert. Matthias Kringe gestaltete ein Trump-An-und-Ausziehpüppchen (inklusive Grapsch-Hand und Twitter Man-Gürtel), damit neben der „ernsten“ Satire auch der Spaß für den Leser nicht zu kurz kommt. Das obligatorische Faltbild schließt das 52-seitige Special ab, das mit einer Cover-Abbildung von Trump und Alfred E. Trump beginnt. Also zahlreiche Ideen, um sich Trump satirisch zu nähern. Ein lesenswertes Presseprodukt, das hier aufgelegt wurde.

Journalismus geht gestärkt hervor
Ach ja Presse. Eines ist Donald Trump zu verdanken. Durch seine alternativen Fakten, Verzeihung Lügen, hat der vierte Stand in den USA wieder an Bedeutung gewonnen. Selten zuvor habe ich soviel Washington Post oder New York Times gelesen oder CNN geschaut wie heute. Die Auflagen der Digitalausgaben der Zeitungen gehen nach oben und unabhängiger Journalismus gewinnt durch Trump. Jetzt war das jährliche Pressedinner im Weißen Haus. Donald Trump nahm daran nicht teil, sondern weilte auf einer Wahlveranstaltung und hetzte die Leute gegen die einige Medien auf. Das ist eines US-Präsidenten unwürdig und eine Schande.

Der US-Präsident hetzt gegen unliebsame Medien.

Der US-Präsident hetzt gegen unliebsame Medien.

Filmtipp: Guardians of The Galaxy 2

24. April 2017
Auf Einladung von Disney durfte ich den neuen Guardians of The Galaxy 2 vorab sehen.

Auf Einladung von Disney durfte ich den neuen Guardians of The Galaxy 2 vorab sehen.

Was soll man über einen Film schreiben, bei dem einer Art Sascha Lobo, eine grüne Frau, ein Waschbär und ein Stück Holz die Hauptrollen spielen? Guardians of The Galaxy 2 ist purer Trash, bunter, knalliger Trash, der ohne große Logik funktioniert. Die wahren Helden des Films sind für mich Weta, Trixter, Scanline und Cat Stevens.
Als ich mich im Kinostuhl zurücklehnte, gab ich die Logik und die Ernsthaftigkeit bei der Kinokasse ab und dachte zurück an meine Jugend. Als ich in den Siebzigern und Achtzigern auf dem Sofa in meinem Zimmer lag, die Füße verbotenerweise an den Wänden hochsteckte, schreckliche Musik hörte und Superhelden-Comics las. Auch hier spielte die Logik keine Rolle. Die Action der Helden war klar, die Dialoge fanden in Plattitüden statt und am Ende stirbt ein treuer Gefährte – fast so wie bei Lassie.
Das Konzept von Disney funktioniert noch immer. Der Humor im zweiten Teil ist vorhanden – wird vor allem von Kurt -Carpenter- Russell sowie Sylvester Stallone sowie einem unvermeidlichen David Hasselhoff geprägt – und von einem Stück Holz namens Groot. Dieser Groot mit seinem begrenzten Wortschatz ist für mich die sympathische Figur des Films und hatte bei der Pressevorführung des Films den meisten Applaus. Bei einer frühen Testvorführung in den USA erreichte der zweite Teil des Superheldenabenteuers übrigens den besten Wert in der Geschichte der Marvel Studios.
Dabei hätte die Technik im Film einen größeren Applaus verdient. Es wird richtig geklotzt mit bunten und schrillen Effekten. Die Story des draufgängerischen Peter Quill alias Star Lord und seiner Truppe exzentrischer Helden tritt zeitweise hinter den großartigen Effekten zurück. Einige dieser Effekte stammen aus Deutschland von Scanline und Trixter.

Die deutsche Visual-Effects-Schmiede Trixter verbindet bereits seit vielen Jahren eine enge Zusammenarbeit mit den Marvel Studios. Doch mit Guardians of The Galaxy 2 findet die Kooperation einen Höhepunkt – denn es ist nicht nur der größte Einzelauftrag, den der Visual-Effects- und Animationsspezialist mit seinen Büros in Berlin und München seit der Gründung vor 19 Jahren durch Simone Kraus und Michael Coldewey erhalten hat. Mit Rocket Raccoon und Baby Groot durfte sich Trixter auch den Helden aus dem Marvel Cinematic Universe annehmen! Hierfür hat ein Team aus fast 200 Animatoren sowie Künstlern für digitale Spezialeffekte und Bildbearbeitung in mehr als 300 Einstellungen die beiden Kultcharaktere zum Leben erweckt. Dazu ersetzten sie die zuvor real inszenierten Schauspieler in einigen Sequenzen und erschufen auch verschiedene Hintergründe, die im Film absolut real aussehen.

Michael Coldewey im Jahre 2009 bei einem Interview mit mir. Damals war Hollywood ein Traum.

Michael Coldewey im Jahre 2009 bei einem Interview mit mir. Damals war Hollywood ein Traum.

Animationsregisseurin Simone Kraus betreute den Dreh im amerikanischen Atlanta vor Ort und versammelte dabei die besten Animatoren um sich. Innerhalb eines Jahres wurde das originale Realbild mit den bei Trixter in Deutschland entstandenen Bildelementen nahtlos und unsichtbar zusammengefügt. „Ursprünglich war Trixter für Trickfilme gegründet worden. Dass wir nun an solch großen Hollywood-Blockbustern mitarbeiten dürfen, ist ein Traum. Und, dass James Gunn uns seine Lieblinge wie Baby Groot und Rocket anvertraut, ist für mich immer noch kaum zu glauben“, so Michael Coldewey.

Sehr nett aber für mich als Retro, welche Rolle ein Sony Walkman im digitalen Zeitalter spielt. Die Musik eines Mixtape „Awesome Mix #2“ gibt es den Takt und Rhythmus im Film vor, wobei ich wieder feststellte, wie viele schlechte Musik in den Siebzigern und Achtzigern veröffentlicht wurde. Nur weil es alt ist, ist es nicht gut. Also der Kauf des Soundtracks scheidet für mich aus, aber Musik ist Geschmacksache. Einen Schenkelklopfer hatte ich als Apple-Fanboy dann doch. Dass Disney nun noch den Microsoft Zune für den Walkman ins Spiel bringt, dürfte Apple als Disney-Aktionär nicht viel kratzen. Unter Steve Jobs hätte es Ärger gegeben. Der Held Peter Quill setzt einfach auf die falsche Technik.
Wem der erste Teil von Guardians of The Galaxy gefallen hat, muss sich Teil 2 auch ansehen. Der Regisseur James Gunn wurde nicht ausgewechselt und kann die Atmosphäre des Films vom Teil 1 in Teil 2 retten, wobei mir es jetzt etwas zu pathetisch zuging.

Comic-Vollversorgung und GotG-Trading Card-Kollektion
Guardians of The Galaxy wurde im Jahr 2014 zu einem Überraschungserfolg in den Kinos. Kaum einer hatte damit gerechnet, dass ein nahezu unbekanntes Heldenteam des Marvel-Universums einen der Blockbuster des Jahres landen könnte. Doch der Film, der mit viel Witz und Action aufwartete, zündete wie eine Rakete. In der Folge des Filmerfolges schnellten in den USA und hierzulande auch die Verkäufe der GotG-Comic-Reihe, sowie der begleitenden Serien – vor allem die der beiden Fan-Lieblinge, dem waschbärenähnlichen Rocket Raccoon und Groot, dem Baumwesen – in die Höhe und zählen seitdem zu den Top-Comics im Marvel-Portfolio von Panini. Auch meine Kinder K1 und K2 interessieren sich dafür. Panini hat sich auf den galaktischen Hype jedenfalls bestens vorbereitet und bietet den Fans die Comic-Vollversorgung und eine sensationelle GotG-Trading Card-Kollektion.
Für jüngere Fans, die nach dem Kinobesuch mehr von ihren Helden haben wollen, bietet Panini ab dem 25. April die Guardians of the Galaxy-Trading Card-Kollektion. Sie können mit der 125 Karten (inklusive 25 Spezialkarten) umfassenden Kollektion alle Helden, Schurken, Raumschiffe und die besten Szenen aus dem Film sammeln. Die hochwertigen Karten können überall im Handel in Tüten mit jeweils sechs Karten (Preis pro Tüte 1,50 Euro) erstanden werden. Das Starterset mit zwei Tüten, einer Limited Edition Card und dem Sammelordner gibt es zum Preis von 8,95 Euro. Ich hoffe allerdings nicht, dass K1/2 dies brauchen, gegen die Comics hätte ich allerdings nichts.

gamescom, ich komme

17. August 2016
eSport auf der gamescom. Foto: Kölnmesse

eSport auf der gamescom. Foto: Kölnmesse

Nach langer Zeit einmal steht wieder die gamescom bei mir auf dem Programm. Ich hab es K1 und K2 versprochen und wir schauen einen Tag auf die wichtige Spielemesse. Ich war einige Male in Leipzig und einmal in Köln als Journalist von der Partie. Dieses Mal bin ich als Privatperson auf der Messe, ohne Termine, ohne Verpflichtungen.
Ich will mich einfach mit meiner Familie durch die Messehallen treiben lassen, ein paar Gespräche führen und mich umsehen. Große Ankündigungen wird die gamescom nicht zu bieten haben. Sowohl Mircosoft als auch Sony halten keine Pressekonferenzen im großen Stil ab. Sony wird Anfang September mit Infos über den PS4-Nachfolger rüberkommen.
Fest auf dem Programm steht bei mir ein Besuch bei den Retrogamern. Als Fan der alten Maschinen will ich den Freaks einen Besuch abstatten und vielleicht treffe ich auch den legendären Chris Hülsbeck. Ich will diesem Giganten der Videospielmusik die Hand schütteln und mir ein Autogramm holen. Oder ich sehe Constantin Gillies, um ihm für deine Retroland-Romane zu danken.

Richtig fette Messe mit vielen Leuten
Eigentlich erschreckt mich die gamescom. Das Ding ist groß, riesig groß und zeigt, welchen Rahmen Games in der Gesellschaft einnehmen. Für die gamescom 2016 rechnet die Messe Köln sowohl mit Blick auf die Ausstellerzahlen als auch in puncto Internationalität mit neuen Rekordergebnissen. 850 Unternehmen aus dem Games-Bereich zeigen ihre Neuheiten. Aussteller aus 53 Ländern haben sich gemeldet, auch die Türkei ist dieses Jahr Partner der Messe – ob diese Wahl so glücklich war? Es erwarten mich in der entertainment area 137.000 Quadratmeter (fast 20 Fußballfelder) mit neuesten Hard- und Software-Releases sowie allen wichtigen Blockbuster-Titel und hunderte Premieren.


Alle jubeln über die Zahlen – und ich zucke zurück. Kommt bei einer Massenveranstaltung die Information zu kurz? Habe ich eine Chance bei dem Gedränge? Von offitizieller Seite wird alles getan, um den Hype zu befeuern. „Mehr Aussteller, mehr Spiele, mehr Besucher, mehr Vernetzungsangebote für die Branche – die gamescom scheint auch in diesem Jahr wieder alle ihre Rekorde zu brechen“, so Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW. Karten für die Veranstaltung sind schon lange so gut wie ausverkauft, ein paar Nachmittagskarten für die Publikumstage gibt es noch. Hotels sind ausgebucht und die Zimmer werden zu horrenden Preisen vermietet. Ich selbst schlafe jetzt in Bonn, meinem alten Arbeitsplatz als Journalist. Alternativen wie Airbnb blühen. Dies ist für mich ein Zeichen, dass die Stadt eine solche Messe eigentlich nicht mehr verträgt.


In der Vergangenheit war ich immer auch auf der gleichzeitig stattfindenen Entwicklerkonferenz. Europas größte Entwicklerkonferenz und Networking-Plattform für Spieleentwickler, die GDC Europe, bietet Einblicke in die Spieleentwicklungs- und Geschäftstrends des gesamten Kontinents und macht NRW zum Zentrum der europäischen Entwicklerszene. Die Konferenz bietet einen Business-, Marketing- und Management, Design- und Programming-Track. Da ich dieses Mal meine Kinder mit dabei habe, spare ich mir diese Konferenz, die wirklich vom Austausch etwas gebracht hatte.
Nachdem das Thema VR und AR voll im Kommen sind und ich bei Besuchen von metaio in München Blut geleckt habe in Sachen Augmented-Realit werde ich mir bei Panini die Romane zum Augmented-Reality-Game Sumerland ansehen. Sumerland gilt als anspruchsvolle und technisch innovative Unterhaltung und ist eine Verknüpfung zwischen Buch und Augmented-Realit.

VR wird durch Games erst möglich. Foto: Kölnmesse

VR wird durch Games erst möglich. Foto: Kölnmesse

Sicherheit wird großgeschrieben
Ich habe zahlreiche Post vom Aufbau der Messe gesehen in denen immer wieder das Thema Sicherheit vorkommt. Ich finde das richtig. Aufgrund der Attentate hat auch die Kölnmesse reagiert. Es erging der Appell: „Lasst, wenn nicht zwingend erforderlich, Taschen und Rucksäcke sowie Gegenstände aller Art, die ihr nicht zwingend für den Besuch der gamescom benötigt, bitte zu Hause, um die Wartezeiten so gering wie möglich zu halten.“ An den Eingängen werden noch vor Betreten des Messegeländes Kontrollmaßnahmen, inkl. Taschenkontrollen, durchgeführt. Die Kontrollen sind variabel angelegt und richten sich nach kurzfristigen Rücksprachen mit den Sicherheitsbehörden. Das bedeutet längere Wartezeiten. Die Sicherheitskontrollen starten ab 07:00 Uhr. Ich habe eine Tasche mit Technik dabei und werde wohl durch die Sicherheitskontrolle müssen.
Sehr nett: Gerolsteiner ist offizieller Sponsor der gamescom und wird während der Wartezeiten an den Eingängen kostenfrei für Erfrischung sorgen.
Cosplayer ohne Waffen
Die gamescom lebt auch von der Kreativität der Kostüme und daher sind Cosplayer herzlich willkommen. Allerdings stellt die Köln Messe klar, dass alle Nachbildungen von Waffen oder waffenähnliche Elemente in den Kostümen der Cosplayer auf der gamescom 2016 nicht zugelassen sind. „Wir möchten euch bitten, auch in der Stadt auf das Tragen von Nachbildungen von Waffen oder waffenähnlichen Gegenständen mit Rücksicht auf die Bewohner und Besucher der Stadt Köln zu verzichten“, heißt es. „Sämtliche Nachbildungen von Waffen oder waffenähnliche Bestandteile eures Kostüms − unabhängig von Material und Größe − werden euch vor Eintritt in das Gelände abgenommen.“

Cosplayer bitte dieses Mal ohne Bewaffnung. Foto: Kölnmesse

Cosplayer bitte dieses Mal ohne Bewaffnung. Foto: Kölnmesse

Im Gespräch mit Comicstar Sarah Burrini

5. August 2014

Zur Feier von 25 Jahre Office hat sich Microsoft etwas besonderes einfallen lassen. Bei einer Feier im Münchner Szenerestaurant Kleinschmecker zeichnete keine geringere als Sarah Burrini die Gäste auf einem Surface. Sarah Burrini ist in zwei Welten eine Berühmtheit: Zum einen ist sie eine der ganz großen deutschen Comiczeichnerinnen – vor kurzem war sie auch auf dem Comic-Salon in Erlangen – und zum anderen ist sie der Web-Community mit ihren Web-Comicstrips „Das Leben ist kein Ponyhof“ bekannt. Die meiste Zeit arbeitet sie mit einem Wacom-Stifttablett, für Microsoft tauschte sie das Stifttablett gegen ein Surface ein und kam damit gut zurecht. Als Software verwendet sie Manga Studio.

Selfie mit Comicstar Sarah Burrini

Selfie mit Comicstar Sarah Burrini

Das Leben ist kein Ponyhof ist ein wunderbares Webcomic, das zweimal die Woche auf ihrer Website erscheint. Und das seit nunmehr fünf Jahren. Das Leben ist kein Ponyhof ist ihr ganz persönlicher semiautobiographischer Comic, den sie auf ihrer Seite als Webcomicstrip fortsetze. Mit dabei sind ihre Gefährten der Elefant Ngumbe, der Pilz El Pilzo und das Pony Butterblume.
Im Moment ist gerade Pause, denn Sarah Burrini geht für zwei Monate in Klausur, um Kraft für neue Projekte zu sammeln. Zudem erscheint im September der erster Band von Das Leben ist kein Ponyhof neu aufgelegt bei Panini. Band zwei gibt es weiterhin bei ihrem bisherigen Zwerchfell Verlag.
Bei Microsoft in München gab sie eine Kostprobe ihres Könnens. Auf jeden Tisch lag ein Comicstrip, der auf Vorder- und Rückseite das Microsoft-Ideen illustrierte. Sarah Burrini war wohl der einzige Gast von MS, der die sprechende Büroklammer Clippy von Office noch positiv in Erinnerung hat. Anhand von vier Illustrationen zeichnete sie den Weg von Office unter dem Motto „Happy Birthday Office, eine Büroklammer erinnert sich …“

Schöner Comicstrip für MS

Schöner Comicstrip für MS

Auf der Rückseite gab Sarah Burrini einen herrlichen Ausblick, was vernetztes Arbeiten für sie bedeutet „Wie unser Arbeitsplatz in 25 Jahren aussieht“. An dem Festabend wurde sie interviewt. Ich habe mal das Interview mit der GoPro aufgezeichnet. Viel Spaß beim Anschauen.


Hervorragend kamen ihre spontane Zeichnungen während der MS-Party an. Auch mich skizzierte sie – vielen Dank dafür.

Auch ich wurde von Sarah Burrini gezeichnet.

Auch ich wurde von Sarah Burrini gezeichnet.

Zur Buchmesse: Homer Simpson spricht jetzt Hessisch

8. Oktober 2013

Was in meiner Jugend wohl Asterix auf Latein war, ist heute Homer Simpson auf Hessisch. Mit diesem angehendenden Kultbuch erscheint bei Panini erstmals eine deutsche Mundart-Variante der Comics. Start ist auf der Frankfurter Buchmesse. So Mundart-Geschichten laufen immer hervorragend. Man denke im Fernsehen an die Hesselbachs auf Hessisch oder Familie Becker auf Saarländisch. Nun kommt Homer eben auf Hessisch.

Simpsons-Hessisch-Cover

Übersetzt wurde die US-Familiengeschichte von Bobby von Schwanheim. Der US-Comic erscheint zur seriösen Frankfurter Buchmesse und ich bin mir sicher, er wird für Gesprächsstoff sorgen. Zunächst hatte ich Bedenken, ob man amerikanisches Verhalten einfach aufs Deutsche übertragen kann, aber ich glaube: Hessisch passt zu Homer und seiner Familie. Die Simpsons auf Hessisch wartet im Album-Format (Hardcover mit 48 Seiten) mit zwei Abenteuern auf. Übersetzer Bobby von Schwanheim ist im Bundesland Hessen als Musikant der Gruppe reimtext bekannt und hat den Hessen frei nach Luther aufs Maul geschaut. Der Leadsänger und Gitarrist des Hessen-Trios reimtext komponiert seine hessischen Texte zur so genannten Hessebilly-Musik. Jetzt sorgt er für die Übersetzung der gelben Figuren.

Bitte klicken, um die Comics zu lesen:

Bei den Simpsons-Fans zwischen Kassel und Darmstadt dürfte der Comic auf jeden Fall ankommen. In der Geschichte „Die Schobbepetzer“ wird Homer seine eigene Kneipe eröffnen und dort statt Bier natürlich Ebbelwoi ausschenken und dazu freilich Handkös reichen. Da wird Krusty zum Lumbesäckl und Moe zur Babbnas, als er Homer wegen eines Konkurrenzprojektes die Freundschaft kündigt. Doch am Ende heißt es: „Ohne Homer isses eh fer die Fies de Lade uffzulasse. Moe’s ohne Homer is wie Rippsche mit kaam Kraut.“

Und wer das Urhessische wie ich alter Mann nur aus Heinz Schenks Blauem Bock kennt, kann mithilfe des Comics sein regionales Wissen ordentlich aufpolieren. Denn Ingeplackten (Zugezogenen) dient ein hessisches Glossar am Ende des Buches als Verständnishilfe.

Mit Hessisch fällt der Startschuss beim Panini-Verlag. Es wird wohl eine Reihe weiterer Regionalcomics geben. Wie heißt es doch bei Panini: „… die Reise der Gelben durch deutsche Lande hat gerade erst begonnen …“.

 

Im Comic: Diagnose: Brustkrebs!

3. Juli 2013

alicia

Ich lese Comics zur Unterhaltung und auch mal zur Inspiration. Neulich bekam ich ein Comic-Buch in die Hände, das mich sehr nachdenklich gemacht hat, weil es von meiner üblichen Comic-Leidenschaft abweicht: Alicia – Im wahren Leben. Das Buch dreht sich um das Thema Brustkrebs.

Unlängst sorgte Angelina Jolie mit einer prophylaktischen Brustamputation für Schlagzeilen, nachdem ihr eine Genanalyse ein massiv erhöhtes Brustkrebs-Risiko bescheinigt hatte. Das Thema ging durch klassische und soziale Medien rauf und runter. Anders, ruhiger, aber nicht weniger wichtig und sehr eindringlich arbeitet die soeben bei Panini erschienene Graphic Novel Alicia – Im wahren Leben, das Thema auf. Es ist eine Erzählung mit autobiografischem Hintergrund über den Umgang mit Brustkrebs, Amputation und das Leben danach.

Brustkrebs ist ein Schicksal, das viele Frauen betrifft, sei es unmittelbar am eigenen Körper oder im nahen Freundes- und Familienkreis. Allein 75.000 Neuerkrankungen im vergangenen Jahr in Deutschland machen die Krankheit zu einer ganz und gar realen Bedrohung und zur häufigsten bösartigen Tumor-Erkrankung bei Frauen. Dennoch war das Thema stets ein gesellschaftliches Tabu. Dabei ist es wichtig, dass darüber, über die Behandlungsmethoden und das Leben danach geredet wird, um die Gesellschaft zu sensibilisieren und Betroffenen und ihrem Umfeld zu helfen und Hoffnung zu geben.

Das Buch hat mich sehr gefesselt:  Die unkonventionelle Journalistin Alicia ist ständig latent überarbeitet und versucht dazu noch ein kompliziertes Beziehungsleben zwischen zwei Frauen zu meistern. Die Diagnose Brustkrebs reißt sie aus ihrem vollgepackten Alltag und konfrontiert sie mit der ganzen Bandbreite des Kampfes gegen den Krebs. Die Amputation ihrer linken Brust, die aggressiven Therapien, deren Nebenwirkungen und Begleiterkrankungen sind Gegenstand der Graphic Novel.

Alicia2

Ohne Pathos

Die spanische Autorin und Gewinnerin des Premio Terenci Moix de Literatura LGBT 2012, Isabel Franc, beschreibt die Leidensgeschichte von Alicia direkt und glaubwürdig, aber ohne überzogenen Pathos. Sie hatte sich nach ihrer eigenen Brustkrebserkrankung dem Thema angenommen, als sie von Freundinnen gebeten wurde, das traumatische Erlebnis mit einem Augenzwinkern anzugehen, um es für ein größeres Publikum erlebbar zu machen. Gemeinsam mit der Künstlerin Susanna Martín schuf sie mit Alicia – Im wahren Leben eine Graphic Novel, die die reale Bedrohung durch Brustkrebs schonungslos beschreibt, gleichzeitig aber einfühlsam und selbstironisch ist. Das Buch soll aufklären und unterhalten, ist aber auch dafür gedacht, Betroffenen Mut zu machen – ein Grund, warum sie das Comic-Format wählten, da die Bebilderung das Lesen während der anstrengenden Chemotherapie erleichtern sollte.

Autobiografisch eingefärbt liefert Alicia Einblicke in ein Leben mit Brustkrebs, in denen Betroffene und deren Angehörige sich häufig wiederfinden werden. Gut gemeinte Ratschläge, die Suche nach alternativen Heilmethoden und Gefühle von Machtlosigkeit gegenüber dem medizinischen Apparat bestimmen Alicias Leben. Dass das Ende der Behandlung nicht auch das Ende des Leidenswegs bedeutet, thematisieren Franc und Martín ebenfalls: Sich mit dem veränderten Körper anzufreunden, Zukunftspläne zu schmieden und eine neue Liebe stellen weitere Herausforderungen dar. Am Ende steht für Alicia aber die Erkenntnis: „Das Leben nach dem Krebs ist anders, aber noch längst nicht vorbei!“

Hier gibt es eine nette Leseprobe, allerdings nur im unpraktischen Flashformat.

Buchtipp: Star Wars Lexikon der Actionfiguren von Stephen J. Sansweet

10. März 2013

Action

Ich könnte mich wirklich schwarz ärgern. Ich hatte sie alle und ich Depp hab sie auf irgendwelchen Flohmärkten verkauft. Gemeint sind meine Star Wars Sammelfiguren. Als Kind schaute ich mir begeistert „Krieg der Sterne“ (so hieß das damals noch) im Kino an. Anschließend passierte etwas Seltsames in meinem örtlichen Spielwarenladen. Auf einmal gab es zahlreiche Produkte von Star Wars, darunter auch Sammelfiguren aus Plastik. George Lucas wusste einfach, wie wir junge Leute tickten und wie er uns das Taschengeld aus der Tasche ziehen konnte. Er versorgte uns mit Spielzeug für unser Kinderzimmer.

Ich war vorne mit dabei und lag meinen Eltern in den Ohren, dass ich unbedingt Darth Vader, Luke Sykwalker und Prinzessin Leia aus Plastik brauchte. Diese Figuren waren teuer, doch meine Eltern und meine Großmutter schossen mir zu meinem Taschengeld die benötigten Summen zu. Und so bevölkert die Figuren mein Kinderzimmer. Woche für Woche spielte ich in meinem Star Wars-Universum. Ab und zu kamen neue Figuren hinzu.

Als ich dann ein pubertierender Teenager wurde, war das Plastikspielzeug nicht mehr wichtig. Ich Depp verkaufte es auf Flohmärkten. Das war ein großer Fehler in meinem Leben.

Wenn ich mir heute das Star Wars: Lexikon der Actionfiguren von Stephen J. Sansweet ansehe, stelle ich fest, welche Schätze ich damals besessen hatte. Ich hatte die Erstauflage der Figuren mit ausziehbaren Teleskoplaserschwert, heute unter Sammlern viel viel Geld wert.

Aber es ist müßig, der alten Zeit nachzutrauern. Stattdessen lese ich begeistert in den neuen Buch Lexikon der Actionfiguren und träume von meinem Star Wars-Universum von damals. Das Buch zeigt alle Star Wars Figuren von 1977 bis 2011 auf 351 Seiten auf. In der Regel sind sechs Figuren pro Seite abgebildet. Leider sind es nur die Figuren, ohne die Verpackung. In dem kurzen Einführungstext sehen wir ein paar Verpackungen, aber leider nicht für jede Figur. Gerne hätte ich 10, 20 Euro mehr bezahlt, wenn die Figuren größer abgebildet worden wären und damit das in China gedruckte Buch von Panini teuerer geworden wäre.

Als Lexikon ist das Buch natürlich alphabetisch geordnet von 2-1B bis Zuckuss. Das bedeutet, ich muss mich natürlich genau in Star Wars-Universum auskennen und wissen wie denn meine Figuren heißen. Als Fan für mich natürlich kein Problem. Dachte ich, denn es gibt immer wieder Ausnahmen, wenn die Figuren sich im Laufe der Serie entwickeln. Aber nach wenigen Nachdenken kommt man schon zurecht. Wunderbar sind die Spezialausführungen der Figuren, wie R2D2 mit Santa-Geweih.

Sehr schön fanden die Widmung des Autoren Stephen J. Sansweet. Dort steht: „Für alle die Männer und Frauen von Kenner und Hasbro, wie ein kleines Stück Plastik nahmen, ihnen Leben einhauchten und unser Leben um eine Facette reicher machen“ – gut geschrieben. Das Buch ist Emotion pur, denn es bringt mir meine Jugend wieder ins Gedächtnis. Als wirklicher Sammler brauche ich allerdings mehr Informationen, über verschiedene Verpackungen, Sets, genaues Erscheinungsdatum, Bemalungen oder gar Produktionsstandorte. Aber ich denke, das will und kann das Buch Star Wars: Lexikon der Actionfiguren gar nicht leisten. Es ist mehr eine nostalgische Reise in die Vergangenheit und nicht ein Expertenbuch. Dazu gibt es das Netz.

Auf den entsprechenden Fanforen wird kritisiert, dass zudem keine Preise angegeben sind. Freunde, das braucht es nicht, dazu gibt es das Netz, denn Preise sind flexibel und verändern sich täglich. Und nachdem Disney jetzt erste Verträge mit Carrie Fisher und Mark Hamill für Star Wars VII abgeschlossen hat, haben die Figurenpreise wieder angezogen.

Buchtipp: Game of Thrones von Bryan Cogman und George R.R. Martin

31. Dezember 2012

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Über die Romane von George R.R. Martin braucht man nicht mehr viel verlieren. Richtig populär wurden sie aber erst durch die HBO-Verfilmung. Fans wollen mehr wissen, über die Charaktere, die Produktion und das ganze Drumherum. Das ist dann die Chance für Fan-Bücher. Ein schönes Produkt aus der Hinter den Kulissen-Bücher ist das Buch Inside HBO’s Game of Thrones von Bryan Cogman. Es beinhaltet Informationen zur ersten Staffel.

Als erstes beeindruckt die schöne Aufmachung. Durch den Volumeneinband wirkt es wie ein Buch aus alten Zeiten. Auch das Layout des Buches kann sich sehen lassen: Schöne Szenenbilder, ein paar Produktionsfotos, leider keinerlei CGI-Aufnahmen schön layoutet mit Texten. Die Typografie macht Spaß. Obwohl in der Verfilmung der Serie viel nackte Haut zu sehen ist, gibt es davon nichts zu sehen im Buch. Das war HBO als prüder US-Herausgeber wohl dann doch zu heiß. Die Serie wird perfekt kommerziell ausgeschlachtet: Tassen, Kalender, Spiele, Bücher und Fan-Artikel. Viel neues Material ist in dem Buch allerdings für den wahren Fan nicht zu finden. Wer die YouTube-Vidoes über die Produktion verfolgt hat, bekommt kaum etwas neues, aber kann sich die Informationen zumindest ins Regal stellen.

Mir persönlich kamen zu wenig die Techniker der Produktion zu Wort. Ab und zu darf der Produktionsdesigner was erzählen oder ein Locationscout, ich hätte gerne mehr von den CGI-Artists gehabt. Aber ob eine Szene mit Maya oder Max gemacht wurde, ist sicherlich nicht massentauglich, da ist leichte Kost für das Massenpublikum angesagt. Und das obwohl es für Gemma Jackson den Art Direction Emmy für Game of Thrones gab. Ein paar Ausführungen über Kostüme sind enthalten, aber für meinen Geschmack zu wenig.

Aber das Buch unterhält: Der Leser erfährt über die Stammbäume, wie sich der eine oder andere Schauspieler die Rolle vorgestellt hat. Interessant ist auch, wie die Schauspieler untereinander agieren oder ihre Rollen bis ins reale Leben hineinwirken.

Mir persönlich gefällt die englische Version besser als die deutsche. Layout und Produktion sind gleich, aber ich finde die deutsche Übersetzung Game of Thrones: Hinter den Kulissen im Panini-Verlag etwas hölzern. Daher fiel meine Wahl auf die UK-Ausgabe Inside HBO’s Game of Thrones. Sie ist auch billiger.