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Willst du den Computergrafik-Veteran Paul Debevec treffen?

14. September 2014

Meine Herz gehört nach wie vor der 3D-Community und obwohl ich kein klassischer Artist bin, fasziniert mich die Branche noch immer. Zu meiner aktiven Tätigkeit als Chefredakteur der DIGITAL PRODUCTION und Projektleiter des animago AWARD war ich einige Male auf der wichtigsten Konferenz für Animation, der Siggraph. Mich hat jede Siggraph begeistert, ob in LA, New Orleans oder San Diego.

Dort gab es nicht nur allerhand zu berichten, sondern es gab auch tolle Gespräche mit kreativen Leuten.
Daher bin ich der Siggraph noch heute verbunden und ich werde sicherlich mal wieder hinfahren und staunen. Bis es soweit ist, habe ich mich dem Munich ACM SIGGRAPH Chapter angeschlossen und unterstütze ausdrücklich diese Vereinigung. Ich mag eigentlich keine Clubs oder Vereine, aber bei ein paar mache ich eine Ausnahme. Wie hier. Das Munich ACM SIGGRAPH Chapter hat sich zum Ziel gesetzt Wissenschaft, Forschung, Kunst, Kultur und Bildung zu fördern. Ich will ein wenig in Sachen PR dort mitarbeiten. Insbesondere durch die Durchführung von wissenschaftlichen Veranstaltungen im Bereich Computergrafik, interaktiver Technologien und deren Anwendungsgebieten bieten die Leute einen breiten Zugang zu neuen Erkenntnissen auf diesen Gebieten und Ermöglichen deren Verbreitung. Und das alles ohne kommerzielles Interesse. Also bin ich hier Mitglied geworden und helfe ehrenamtlich mit.

Paul Debevec bekommt nen Oscar.

Paul Debevec bekommt nen Oscar.

In Bayern haben sich Gleichgesinnte aus dem Bereich Computergrafik zum Munich ACM SIGGRAPH Chapter zusammengeschlossen. Am Sonntag, 21. September, präsentiert sich das Munich ACM SIGGRAPH Chapter von 14:30 bis 18 Uhr im Audimax der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) am Bernd-Eichinger-Platz 1, München erstmals dem interessierten Fachpublikum.
Stargast der ersten öffentlichen Veranstaltung des Munich ACM SIGGRAPH Chapters in der bayerischen Landeshauptstadt ist Paul Debevec. Debevec ist ein Veteran der Computergrafik, insbesondere im Bereich HDR Rendering sowie Lighting, und arbeitete unter anderem für Special Effects von Hollywood-Blockbustern wie Spiderman, Superman return und King Kong. Er war auch für die optimale Ausleuchtung in Avatar zuständig. In München spricht er über seine umfangreichen Erfahrungen, referiert zu Advances in Creating Photoreal Digital Actors, gibt einen einmaligen Blick hinter die Kulissen und zeigt inspirierende Ausschnitte aus verschiedenen Filmen.
Die Veranstaltung ist kostenlos, setzt aber eine Anmeldung zum Event auf der Website des Munich ACM SIGGRAPH Chapters voraus.
Eröffnet wird die Veranstaltung von Alain Chesnais, dem ehemaligen Präsidenten der Siggraph sowie Association for Computing Machinery und Mashhuda Glencross, die für die europäischen Chapters zuständig ist. Alain Chesnais spricht über neue Entwicklungen beim 3D Content für das Web.
Mit dabei ist auch Geek’s home, ein von Thomas Harbers gegründetes Museum zum Anfassen und Mitmachen. Das Vorbild ist das Exploratorium, ein Museum in San Francisco, das sich besonders auf die Vermittlung von Naturwissenschaften konzentriert. Den Abschluss bilden aktuelle Filme vom CAF – dem Computer Animation Festival.

Batman, ein moderner Western

26. August 2008

Gestern Nacht habe ich mit ein paar Freunden den neuen Batman, den schwarzen Ritter („The Dark Knight“) angeschaut. Am Ende gab es in Münchner Mathäser Kino Schlussapplaus vom Publikum. Das habe ich lange nicht mehr erlebt. Ich bin etwas unschlüssig, wie mir der Film gefallen hat. Es war auf jeden Fall modernes amerikanisches Action-Kino. Tags zuvor hatte ich mir zur Einstimmung „Batman Begins“ auf DVD reingezogen. Im direkten Vergleich ist der Vorgänger düsterer. Vor allem Gotham City ist dreckiger, hatte mehr CGI-Effekte. Gezeigt wurde eine verfallene moderne Stadt im Untergang. Im Nachfolgefilm rückt Gotham deutlich ab vom SF-Image und näher hin zur amerikanischen Realität. Das hat mir nicht gefallen. Es war eine x-beliebige US-Stadt und nicht mehr mein Gotham-City, die ich mochte. Sehr schön ist dagegen die Charakterisierung der Figuren. Batman ist der gebrochene Held, der mit sich selbst im Zweifel ist. Hier ist die Figur deutlich besser gelungen als vergleichsweise in Spiderman 3. Hier nervte der Held Parker mit seinem Gejammere. Batman ist eben der coolere Hund. Er war eigentlich einer meiner Helden meiner Jugend. Superman war immer zu clean. Spiderman war schon ok, aber richtig am besten fand ich die Grüne Leuchte und eben Batman. Vielleicht hat Batman einfach bessere Chancen, da man unter seiner Maske wenigstens einen Teil seines Gesichts sieht. Bei Spiderman überdeckt die Maske das gesamte Gesicht und so bleibt die Schauspielkunst verborgen. Ach ja Schauspielkunst: Da wäre vor allem Joker zu nennen. Es macht sehr viel Spaß Heath Ledger bei seinem teuflischen Spiel zuzusehen. Es heißt, dass er der verstorbene Star Anwärter auf einen Oscar ist. Es wäre schon sehr amerikanisch, wenn man diesem Helden den Oscar posthum verleihen würde. Heath Ledger hatte es schwer, musste er doch gegen den Mimen Jack Nicholson antreten, der den Joker im düsteren Batman von Tim Burton von 1989 verkörperte. Nicholson spielte seinen Joker als einen übersteigerten McMurphy oder Jack Torrance. Ledger ist ausgezeichnet, doch Nicholson ist noch eine Klasse besser. Daneben gegangen ist allerdings die Vision Batman als moderner James Bond. Nachdem der Original-Bond zu seinen harten Wurzeln zurückkehrt und den Spielzeugwaffen eines Roger Moore abschwört, hat der moderne Batman moderne Waffensysteme, Fluggeräte, Autos und Motorräder. Mir persönlich zuviel Schnickschnack. Irgendwie erinnert mich die Botschaft des neuen Batmans allerdings an einen Film von John Ford von 1962: „Der Mann, der Liberty Valance erschoß“. Das Motto: „If the legend becomes fact, print the legend.“ Gibt dem Volk einen Helden und setzte nicht immer auf die Wahrheit. So verfährt auch Batman, wenn der gute Rechtanwalt Harvey Dent sich zum weißen Ritter mausert. Seine Mutation zum bösen Two-Face bleibt der Öffentlichkeit verborgen. The Show must go on. Wenn die Öffentlichkeit einen Held braucht, dann gebt ihr einen und zerstört nicht die Illusion. Also ist Batman ein moderner Western. Das Duell ist eben nur bombastischer.