Posts Tagged ‘New Orleans’

Da hilft kein Doktor mehr – Dr. John ist tot

7. Juni 2019
Voodoo-Musiker Dr. John ist verstummt.

Voodoo-Musiker Dr. John ist verstummt.

Viele denken an Louis Armstrong, wenn sie an die Musik von New Orleans denken. Mir kommt als erstes Dr. John in den Sinn. Jetzt ist der Voodoo-Musiker im Alter von 77 Jahren verstorben und das tut mir leid.

Die Meldung kam per Twitter.

Die Meldung kam per Twitter.

Das erste Mal nahm ich Dr. John in den Film The Band wahr. Das war das Abschiedskonzert der legendären The Band, die eine Zeitlang auch mit Bob Dylan tourte. Im Winterland gab es ein großes Konzert und viele Musiker spielten mit. Darunter war auch Dr. John mit großer Fliege und großer Brille. Er spielte am Klavier seinen Song Such a night und begeisterte mich sofort. Ich kaufte mir die CDs The Sun, the Moon and Herbs sowie Gris-Gris.

Jahre später bei meinen ersten (und leider bisher einzigen) Besuch in New Orleans erkannte ich, was Dr. John für diese Stadt bedeutete. In den CD-Läden – ja so etwas gab es damals noch – waren große Aufsteller mit dem Bild von Dr. John gleich neben den damaligen Superstars wie Madonna, Springsteen und Co. New Orleans war stolz auf Dr. John, der die Musik seiner Heimatstadt widerspiegelte: Blues, Jazz, Pop, Boogie Woogie, Rock ’n‘ Roll, Psychedelic Rock und Funk. 

Ich mochte seine Voodoo-Musik, wie sie damals hieß. In New Orleans kaufte ich mir noch ein paar CDs, die ich bei entsprechender Stimmung gerne höre. Lieber Malcom John McRebennack vielen Dank für deine Musik. Hier eine wunderbare Zusammenstellung seiner Aufnahmen in dieser Box

In eigner Sache: Ehrenamt beim Munich ACM Siggraph Chapter

2. Mai 2015

Ich habe für ein Ehrenamt beworben und bin von der Mitgliederversammlung gewählt worden. Ich bin jetzt Schriftführer beim Munich ACM Siggraph Chapter. In dieser Funktion habe ich auch die Pressearbeit für den Verein übernommen.
Das Munich ACM Siggraph Chapter hat sich zum Ziel gesetzt Wissenschaft, Forschung, Kunst, Kultur und Bildung zu fördern. Insbesondere durch die Durchführung von wissenschaftlichen Veranstaltungen im Bereich Computergrafik, interaktiver Technologien und deren Anwendungsgebieten bieten wir einen breiten Zugang zu neuen Erkenntnissen auf diesen Gebieten und Ermöglichen deren Verbreitung.
Warum habe ich mich um dieses Amt beworben? Zum einen mag ich die Branche. Ich habe jahrelang in der 3D-Branche gearbeitet und war Chefredakteur zweier 3D-Zeitschriften, der Creative Live und der DIGITAL PRODUCTION und konnte dort den wichtigsten europäischen Preis der Szene, den animago AWARD verantworten. Dort konnte ich meine Hobbys wie Film, Animation und Games zum Beruf machen. Dort habe ich auch tolle Menschen kennengelernt, die Visionen haben und etwas bewegen wollen. Nach meinem Schritt in die Selbstständigkeit habe ich als redaktion42 den Kontakt zur Branche nicht verloren.
Zum anderen durfte ich die wichtigste 3D-Messe die Siggraph mehrmals besuchen. Ich war in San Diego, New Orleans und Los Angeles mit von der Partie. Im Grunde war es ein Besuch im Muppet Labor von Professor Bunsenbrenner, in dem die Zukunft schon heute gemacht wird. Ich habe Zukunftstechniken gesehen, die erst in ein paar Jahren freigeschaltet werden. Und daher war es für mich eine Selbstverständlichkeit als ich gefragt wurde, ein Amt wahrzunehmen.

Für das Munich ACM Siggraph Chapter organisierte ich eine Veranstaltung mit dem Yoda-Guy Nick Maley in Erlangen.

Für das Munich ACM Siggraph Chapter organisierte ich eine Veranstaltung mit dem Yoda-Guy Nick Maley in Erlangen.

Ich will mich in diesem Amt aktiv mit Veranstaltungen einbringen. Ich habe vor kurzem eine Veranstaltung mit dem Schöpfer von Yoda in Erlangen durchgeführt. Special Make-up-Designer Nick Maley erzählte uns einige Hintergründe aus der VFX-Gerüchteküche in Hollywood.
Bei einem Stammtisch führte ich mit der Vorsitzenden des Munich ACM Siggraph Chapter Cornelia Denk ein kleines Videointerview. Viel Spaß und wer zu Veranstaltungen kommen will, bitte einfach bei mir melden.

Sammelleidenschaft: Schneekugeln – Welten unter Glas und Schnee

1. Mai 2012
Sammelleidenschaft Schneekugeln

Sammelleidenschaft Schneekugeln

Was haben Goethes Gartenhaus, der Eiffelturm und die Freiheitsstatue gemeinsam? Sie gibt es alle unter Glas in künstlichem Schnee. Und sie finden sich alle gemeinsam in einem Regal einer Bekannten wieder. Ich kenne viele Sammler mit ihren Sammelleidenschaften, wie beispielsweise Hähne – ich selbst sammle zum Beispiel Roboter, aber seit kurzem kenne ich eine Sammlerin von Schneekugeln.

Kitsch, platzfressend und eigentlich völlig unbrauchbar sind sie – die kleinen Welten hinter (Plastik-)Glas. Wenn man die kleinen Welten schüttelt, wirbelt künstlicher Schnee auf, der sich langsam über die Landschaft oder Figur absetzt. Als Kind haben mir Schneekugeln immer gefallen, entführten sie mich doch in eine andere Welt. Heute sind sie vielleicht höchstens noch eine Erinnerung an einen Reiseort, ein sperriges Souvenir, das nach der Rückkehr im Wohnzimmer herumgeschoben wird, bis es in den Keller oder den Müll wandert.

Aber für meine Bekannte sind Schneekugeln sicher mehr. Sie steht in einer Reihe mit dem deutschen Literaturkritiker und Philosophen Walter Benjamin, der als berühmtester Sammler von Schneekugeln gilt. Meine Bekannte erzählt mit leuchtenden Augen von ihrer Sammlung. Sie greift jede einzelne Kugel heraus, die im Laufe der Jahre der Sammelleidenschaft schon das Wasser verloren haben, und erzählt ihre Geschichte. Aber so muss sie gestehen, gerade die klassischen Touristenattraktionen würden undicht, je länger sie im Sammlerregal stehen. Die handgefertigten Glaskugeln halten aber das Wasser seit Jahren und sind trotz ihren hohen Alters noch schön anzusehen. Handwerk gilt es eben nicht nur Industrieware zu ersetzen.

Die Motive sind in erster Linie Städte und Landschaften, aber ab und zu mischen sich auch historische Persönlichkeiten darunter. Wir haben da natürlich das Münchner Hofbräu-Haus unter Schnee, das Schwarzwaldhaus unter Schnee, das Colosseum unter Schnee, das Brandenburger Tor (mit und ohne Mauer) unter Schnee und vieles mehr an Touristennepp aus Städten wie Amsterdam, New Orleans und Sehenswürdigkeiten wie das Empire State Building, das Atomium, Windmühlen. Sehr schön ist aber auch Johannes Paul II unter Glas. Gleichzeitig kann man bei ihm ein Datum einstellen und ihn als Geldsparbüchse gebrauchen. Interessant finde ich die Märchenkugeln. Hier gibt es Szenen aus den Grimms Märchen, wie Hänsel und Gretel oder das tapfere Schneiderlein. Die hätte ich als Kind bestimmt geliebt.

Johannes Paul II hinter Glas

Johannes Paul II hinter Glas

Die beiden Lieblingsschneekugeln der Sammlerin sollen dabei nicht unerwähnt bleiben. Da wäre zum einen der kalifornische Schneemann. In seiner Schneekugel befinden sich nur noch Zylinder und Karottennase – der Schneemann selbst ist in der Sonne Kaliforniens geschmolzen. Die persönlichste Erinnerung ist eine Schneekugel aus den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Die Redaktion der Finanzzeitschrift Capital hat für die ausscheidende Kollegin extra eine Schneekugel angefertigt – ein Unikat. In den achtziger Jahren gab es noch keine Bausätze von Schneekugeln aus dem Internet oder Fotofachhandel.

Der geschmolzene Schneemann

Der geschmolzene Schneemann

Gründe für die Sammelleidenschaft gibt es bei meiner Bekannten viele. Den wichtigsten Grund nannte sie nebenbei. Ein Sammlerregal mit den Schätzen steht direkt an ihrer Eingangstür. „Bei Besuch haben wir gleich immer ein Thema zu sprechen.“ Recht hat sie.

Ein Unikat von der Capital-Redaktion

Ein Unikat von der Capital-Redaktion

Schunkeln im Schaukelstuhl: Neues Eric Clapton Album

13. September 2011

Das neue Clapton-Album liegt vor und ist eine Wohltat. Der Stargitarrist ist wie ein Pendel, das zwischen seichten Popp und ehrlichen Blues hin und her schwingt. Mit dem neuen Album Play the Blues Live from Jazz at Lincoln Center sind wir wieder auf der Blues-Seite und das ist gut so.

Und damit gleich die Warnung: Wer den Pop-Clapton mag, muss vor so viel Old Fashion den Kopf schütteln. Der alte Erich hat mit Startrompter Wynton Marsalis eine schöne Live-Scheibe eingespielt: Jazz- und Blues-Standards sowie ein sehr eindringliches Layla, abseits der alten Opel-Werbung. Zwar ist Erich Clapton stimmlich nicht auf der Höhe, aber das hervorragende Zusammenspiel der Musikanten entschädigt dafür. Und der Brite Clapton steht zu seinen nicht vorhandenen amerikanischen Wurzeln. Daher steht dieses Album in der Tradition meiner Lieblings-Clapton-Alben Me and Mr.Johnson sowie From the Cradle. Vorbei scheinen auch die Zeiten von Clapton is God. Yardbirds und Cream waren einmal und auch Derek and the Dominos kommen nicht mehr. Der Blues hat Clapton derweil voll im Griff. Bei seiner Biografie aber nicht zu verdenken.

Das neue Album macht hörbar Spaß. Es beginnt mit der alten Jazz-Schnulze Ice Cream und endet mit dem Corrine, Corrina. Beim Hören wippt man unweigerlich mit, denkt an seine Zeit in New Orleans (ohne Kathrina). Schon für dieses Feeling muss man den Herren Clapton und Marsalis danken.

Musikstadt New Orleans

11. August 2009

Straßenmusikerin in New Orleans

Die Städte der USA sind mit Musik verbunden. Bei uns zulande fällt mir bei München nur der Disco-Sound der 80er und Berlin mit seiner Elektronikszene ein. Wer kennt nicht Nashville mit seinem Country-Sound, Chicago mit seinem typischen Blues oder natürlich New Orleans. Der populärste Musikant der Stadt ist für mich der Namensgeber des örtlichen Flughafens: Louis Armstrong. Satchmo ist in seiner Geburtstadt omipräsent. Aus den Kneipen sind noch immer „We have all the Time in the World““ (aus dem Bond-Film) oder „West End Blues“, „Potato Head Blues“, „Wild Man Blues“, „Fireworks“ und „Heebie Jeebies“ zu hören.

Bei uns bekannt ist New Orleans sicherlich durch den Arlo Guthrie Song „City Of New Orleans“. Es war der einzige Hit des Musikers 1972 zu seinem Film „Arlos Restaurant“. Der Song wurde 1970 von Steve Goodman aufgenommen, ist aber bei mir nicht weiter bekannt. Ich kenn die Guthrie-Interpretation seit Jahren aus dem Radio, besitze eine Single und sing immer wieder gerne mit.

Für mich der lebendigste Vertreter der Musikszene aus New Orleans ist Dr. John. Mit bürgerlichen Namen heißt er Malcolm (Mac) John Rebennack Jr. Ich habe mir in New Orleans einige seiner CDs gekauft und seinen New Orleans-Sound stehts im Ohr. Das erste Mal begegnete ich musikalisch Dr. John auf dem Abschiedskonzert von The Band „The Last Walz“. Seine Stimme war fantastisch. Im Laufe der Zeit kaufte ich mehr und mehr Aufnahme. Seine Songs sind damals und heute eine faszinierende Mischung aus Voodoo-Sprüchen, Rhythm and Blues und kreolischer Soul-Musik. Wer mal reinhören will, sollte sich bei Amazon oder iTunes die Alben „Gris Gris“ (1968), abgedreht  „N’Awlinz Dis Dat Or D’Udda“ (2004) und „City That Care Forgot“ (2008) mit bitterer Kritik an den Hurrikan-Folgen.

Manchmal ist aber auch zuviel Musik in der Stadt. Wenn gegen 23 Uhr eine Band neben dem Hotel anfängt zu jammen, dann ist es gewöhnungsbedürftig. Und sie hatten nicht Blockflöten und Triangel dabei, sondern Pauke und Tuba. Und auch in New Orleans gilt: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Dies muss auch die Straßenmusikantin denken, die mit ihrem schauerhaften Gesang im French Quarter vor sich hin trällert. Schnell weg oder Kopfhörer auf.

Kettenzauber hängt über der Stadt

10. August 2009

beads in der Stadt

Magie und Zauber ist überall. Vor allem im French Quarter ist das ganze Jahr Mardi Gras, der lokale Fasching/Karneval. Hier werden vor allem Ketten, die so genannten Beads verteilt. Zu Mardi Gras werden von den Wägen diese Plastikketten geworfen. Unter dem Jahr haben die Perlenketten unterschiedliche Bedeutung. Die einen sehen in ihnen nur Spaß. Bei dem pubertieren und alkoholisierten Volk bekommt die Dame eine Kette zugeworfen, wenn sie ihr T-Shirt hebt – eine Frage des Geschmacks im prüden Amerika. Die anderen sehen in den Ketten einfach nur kleine Aufmerksamkeiten.

Die billigen Plastikketten kommen aus China und werden überall in der Stadt getragen. Auch ich war fleißig am bunten Perlen sammeln: Gold, blau, rot, grün, weiß, mal dick, mal dünn. An manchen ist ein Anhänger dran, ich glaub, es soll einen Vogel darstellen, aber die chinesische Designer sieht es eher abstrakt. Manche Ketten sind dunkel, erinnern an Weihnachtsschmuck. Wahrscheinlich liegt das am Katholizismus, der hier im Süden in einen eigenen Voodoo-Stil verarbeitet wurde.

Von dem Kettenzauber wusste ich vor meiner Reise nach New Orleans nichts. Vergangenes Jahr war ich auf der Siggraph in LA und da wurde für die Messe in New Orleans geworben. Und es gab geheimnisvoll dunkelschimmernde Plastikketten, die ich mitnahm, zu Hause aber an die Tochter abzugeben hatte. Jetzt habe ich einen ganzen Sack voll bunter Plastikketten und meine Tochter wird mich noch mehr lieben. Vielleicht liegt darin der Zauber der Ketten, wenn sie ruft: „Give me beads!“

Scrap House erinnert an Katrina

8. August 2009

Scrap House erinnert an Katrina

Der Schock von Katrina sitzt tief hier in New Orleans. Aber der Name wird auch immer wieder herangezogen, wenn hier etwas so nicht läuft, wie es sein sollte. Katrina war schuld. Katrinaist keine Frau, sondern ein Hurrikan, der am 9. August 2005 die Stadt in Schutt und Asche legte. Dabei wurde New Orleans von Katrina nur gestreift, doch die Folgen waren katastrophal.

Es war einer der vier schwersten Hurrikane, die in den USA jemals gemessen wurden. Wer nicht aus der Stadt floh, der rettete sich in den Superdome. Vor allem sozial Schwache fanden hier Zuflucht. Die Organisation während des Hurrikans war unmöglich. Kompetenzstreitigkeiten, Machtgehabe und Unfähigkeit gingen Hand in Hand. Das Wasser stieg auf bis zu zwei Meter. Die Stadt war nicht mehr zu retten. Rund drei Viertel der Bevölkerung war auf der Flucht. Chaos und Plünderungen waren die Folge. Am 6. September 2005 ordnete Bürgermeister Ray Nagin die Zwangsevakuierung der letzten in der Stadt verharrenden Einwohner an. Jeder, der nicht am Wiederaufbau beteiligt war, musste die Stadt verlassen, da die Gefahr von Seuchen bestand. Schusswechsel waren die Folge, klar man ist ja in den USA.

Nach der Katastrophe baute man die Stadt zum Teil wieder auf, obwohl sie eigentlich aufgegeben werden sollte. Naturkatastrophen werden hier immer heftiger. Während meines Aufenthaltes gab es Gott sei Dank keinen Hurrikan, aber heftige Gewitter. Besorgt schauten die Leute in den Himmel. Bitte keine Katrina mehr.

Vier Jahre nach Katrina ist die Stadt zum Teil wieder aufgebaut. Vor der Messe gibt es ein Denkmal, das aus Treibholz nach dem Hurrikan gefertigt wurde. Es ist eine windschiefe Hütte, das Werk heißt Scrap House und die Künstlerin Sally Heller. Dieses Denkmal liegt im Warehouse-Distrikt. Hier gibt es viele verlassene Gebäude. Eigentlich wäre das Viertel schön, doch es verfällt. Die Stadt entschied sich für eine geringere Bevölkerungsdichte vor allem in den Sozialwohnungsgebieten (Public Housing Projects). Diese Public Housing Projects wurden zum Großteil abgeriegelt und nicht mehr saniert bzw. abgerissen. Vor allem in der Innenstadt wurden diese Gebiete an Immobilienfirmen ausgeschrieben. Schwarze und sozial Schwache waren die Verlierer – auch das ist Amerika.

Bombenstimmung in New Orleans

7. August 2009

Japanische Waffen im WWII

Um der Hitze der Stadt zu entgehen machte ich abends einen Abstecher ins National WWII Museum, das in New Orleans seinen Sitz hat. Hier wird der Zweite Weltkrieg aus amerikanischer Sicht aufgearbeitet, zum einen der Krieg in Europa, zum anderen der Krieg im Pazifik. Es werden Plakate, Waffen und Ausrüstungsgegenstände der kriegsführenden Parteien gezeigt – Videos und Multimediashows zeigen, wie die amerikanischen Truppen vorankamen und wie gekämpft wurde. Dazu gibt es Hörbeispiele von verschiedenen Truppenteilen. Das Videomaterial war hart. Hinrichtungen, Massenerschießungen, Verbrennen von Leute – alles wird in der Ausstellung gezeigt. Es gibt zwar einen Hinweis, dass das Material nicht unbedingt für Kinder geignet sei, abe anschauen kann man es trotzdem. Dieses Land hat zu Gewalt ein anderes Verhältnis.

Auf einer großen Karte wurden die Seeschlachten nachgestellt, irgendwie wie ein Videogames – Treffer versenkt. Insel eingenommen, Flugzeugträger weggefegt. Es ist für europäische Augen alles ein wenig zu viel Show und auch im Museumsshop kann ich ganze Ausrüstungsgegenstände aus dem Zweiten Weltkrieg kaufen. Wer es mag.

Entsetzt war ich aber über den Ausstellungsraum, der die Atombombenabwürfe zeigt. Es werden Bilder und Filme zu seichter, New Age Gewabbermusik präsentiert. Durch Zufall war ich am Jahrestag von Hiroshima im Museum. Vor 64 Jahren wurde die erste Bombe auf die Stadt abgeworfen. Bei dem Abwurf der ersten Atombombe vor 64 Jahren starben 140.000 Menschen sofort oder an den Spätfolgen der Bombe. Mir wurde fast schlecht als in dem Raum stand und die Ausstellungsbesucher Kaugummi kauend sah. Vielleicht sollte ich mir das nächste Mal für eine Abkühlung in New Orleans einfach eine Bar suchen und mich betrinken.

Siggraph 2009: Totenmesse für Toxik

6. August 2009

Totenmesse für Toxik

Obwohl die Temperaturen in den Messehallen der Siggraph im schwülen New Orleans runter gekühlt sind, bekamen einige Besucher einen Hitzeausbruch vor Wut. Grund liegt in der Veröffentlichungspolitik von Autodesk. Der Software-Riese hat zwar aktualisierte Produkte vorgelegt, die vielversprechend klingen. Allerdings ist auch ein Produkt aus der Palette verschwunden: Toxik.

Das Compositingtool ist in Maya 2010 integriert und als Einzelprodukt gestorben. Lapidar hieß es auf Nachfrage: „Nein, Toxik als Einzelprodukt gibt es nicht mehr.“

Und die User? Fragt denn irgendwer in diesem Unternehmen nach den Usern? Jahrelang hat Autodesk das Produkt in den Markt gedrückt und Überzeugungsarbeit geleistet. Nachdem es vom Markt akzeptiert wurde, wird es eben von diesem genommen. Weitsichtige Produktpolitik ist das nicht und das Vertrauen wird nicht gestärkt. Combustion liegt seit Jahren auf Eis und ich erinnere mich an Edit oder Matchmover, die ein ähnliches Schicksal wie Toxik erfuhren. So wurde de Siggraph die Totenmesse für Toxik

Voodoo-Kit für Einsteiger

5. August 2009

Voodoo für Einsteiger

Hier in New Orleans hat alles eine besondere Magie: Voodoo liegt in der schwülen Luft. Diese Stadt kokettiert mit dem Grusel aus der Karibik. An jeder Ecke werden Voodoo-Puppen oder Särge oder Totenschädel verkauft.

Es geht alles zurück auf Marie Laveau,, eine Voodoo-Priesterin des 19. Jahrhunderts. Marie Laveau soll um 1794 im French Quarter von New Orleans geboren und kreolischer Abstammung sein, als Tochter eines weißen Farmers und einer Farbigen und damit hatte sie Magie im Blut.  Natürlich ist Voodoo was Böses und die Kirche war nicht begeistert. Marie Laveau mischte Voodoo mit dem Katholizismus mischte, beispielsweise mit katholischen Devotionalien, Heiligenstatuen und Kruzifixen. Sie macht es sich einfach, erklärte Voodoo-Anhänger seien Christen und veranstaltete für die bessere Gesellschaft Voodoo-Shows ohne Schlangenanbetung und Blutopfer. Ratz fatz war die Dame berühmt, Voodoo überall angesagt und noch heute ist die Magie von Voodoo zu spüren. „Gott hilft dir, die richtige Entscheidung zu treffen.“ Vielleicht sollte ich mir auch einen Sarg mit einer Voodoo-Puppe kaufen. Das Voodoo-Kit für den Einsteiger kostet nicht viel und wer weiß, vielleicht funktioniert es.