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Fans halten Chris Hülsbecks Musik die Treue

28. August 2018

„Es ist ein Hammer, was hier jedes Jahr im Retrogaming-Bereich aufgebaut wird.“ Mit diesen Worten lobt Komponist Chris Hülsbeck die Retrogaming-Area auf der weltgrößten Spielemesse gamescom in Köln. 

Der Komponist und sein Fan: Chris Hülsbeck (r.) und Matthias J. Lange

Der Komponist und sein Fan: Chris Hülsbeck (r.) und Matthias J. Lange

Für einen Tag ist Hülsbeck aus den USA auf der gamescom zu Gast, um alte Freunde zu treffen, neue Kontakte zu schließen und vor allem mit seinen Fans ins Gespräch zu kommen. Und da komme ich ins Rennen. Ich bin ein großer Fan des Komponisten und hatte ihn in der Vergangenheit immer wieder verpasst. Aber dieses Mal sollte ich ihn treffen. Chris Hülsbeck ist der deutsche Komponist für Videospielsoundtracks. Er komponierte zahlreiche Klassiker, sein Meisterwerk ist die Musik zur Videospielreihe Turrican. Die Musik wurde in zahlreichen Versionen veröffentlicht, unlängst als opulente Orchesterversion mit klassischen Sinfonieorchester. Also traf ich ihn auf der gamescom, ließ mir ein paar Autogramme geben und machte ein Videointerview mit ihm. 

Deutschland hat eine starke Heimcomputerszene

In den USA gibt es auch eine große Spielegemeinde, aber so Hülsbeck in meinem Interview, aber die Amerikaner seien mehr Konsolenspieler. Das Besondere in Deutschland sei die Begeisterung für die Heimcomputer der 80er und 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Chris Hülsbeck arbeitet im Moment an einem Bonus-Amiga-Album für Turrican. Hier wird mit alten Amiga-Tools und Rechner neuer Sound für ein imaginäres Turrican 4-Spiel erzeugt. 

Fans halten Chris Hülsbeck die Treue

„Ich bin super dankbar, dass mir die Fans die Treue halten und diese Projekte möglich machen“, gibt Hülsbeck zu. Und er verrät einen Traum: Chris Hülsbeck würde gerne einen klassischen Filmscore für einen Spielfilm komponieren. Er klopft schon in Hollywood an und hat inzwischen auch eine US-Agentin. Bisher noch ohne Ergebnisse, aber Chris Hülsbeck arbeitet weiter an seinem Traum. Große Vorbilder gibt es schon: Michael Giacchino oder Jesper „Jakobson“ Kyd arbeiten für beide Welten – Kino und Videogames. 

Hülsbeck als Wegbereiter 

Musik im Film und im Spiel sei extrem wichtig, so Hülsbeck weiter. Wenn man bei einem audiovisuelles Medium die Musik abschaltet, dann fehlt auf jeden Fall etwas. Hülsbeck hat inzwischen sein 36. Album veröffentlicht und ist seine eigene Plattenfirma. Er war damit ein Wegbereiter in der Musikproduktion. Während andere Musiker große Musikstudios buchen mussten, produzierte Hülsbeck in den eigenen vier Wänden. Er sah damit den Tod der großen Studios voraus. Heute wohnt und fährt er mit seinem Wohnmobil durch die USA und arbeitet von unterwegs – ein musikalischer Nomade. 

Chris Hülsbeck dankt den Fans.

Chris Hülsbeck dankt den Fans.

Die Kampagnen in Kickstarter sind für Hülsbeck sehr wichtig. Einerseits ist es eine Art Wasserstandsmelder, um zu prüfen, ob seine Kunst noch nachgefragt wird. Andererseits könnte er große Projekte wie die Orchestermusik nicht aufziehen, ohne die Unterstützung der Fans zu haben. „Die Liveaufführung zu erleben, war der totale Wahnsinn“, so Hülsbeck weiter. „Ich wünschte, meine Großmutter hätte das erleben können.“ Sie war immer diejenige, die Chris ermutigte, seine Musik zu machen. „Meine Großmutter wäre total aus dem Häuschen gewesen, wenn sie das erlebt hätte.“ 

Beim Thema Wertschätzung der Soundtrackmusik hat Chris Hülsbeck einen Vorschlag: So könnte eine Kategorie „der beste Soundtrack“ beim Deutschen Computerspielpreis aufgenommen werden. 

 

Hinweis: Dieser Text entstand ursprünglich im Rahmen eines Bloggerseminars für das Arbeitnehmer-Zentrum Königswinter (AZK) in Königswinter.

Retro-Gamer: Spiel und Spaß beim SNES

1. November 2017
Das SNES im heimischen Betrieb - nebenan andere Nintendo-Konsolen.

Das SNES im heimischen Betrieb – nebenan andere Nintendo-Konsolen.

Irgendwann in seinem Leben hat man Glück. Bei mir war es neulich der Fall, als ich am Erstveröffentlichungstag das SNES Mini Classic in den Händen hielt. Es geschehen noch Wunder.
Ich hatte die Retro-Konsole von Nintendo am ersten Tag bei Amazon gelistet gesehen und auf den Button Vorbestellen geklickt. Hurra, hurra und es hat geklappt. Ich war dabei und hielt im September mein SNES nun in den Händen. Inzwischen ist über einen Monat vergangen und das System macht noch immer Spaß.
Das Nintendo Classic Mini: Super Nintendo Entertainment System ist eine Replika der Nintendo Konsole von 1991/92. Und Nintendo machte den gleichen Fehler wie bei der Veröffentlichung des NES, sie produzierten einfach viel zu wenige Geräte. Hallo Nintendo, ihr seid nicht Apple, die durch Verknappung zum Kult wurden. Ihr seid ein Spielkonsolenhersteller, der einfach einen Markt verpennt. Aber was soll’s – ich hab ja mein SNES, was rege ich mich auf?

Also ausgepackt und über den HDMI-Port an die große Glotze angeschlossen. Dieses Mal hat Nintendo etwas längere Kabel für die beiden Controller mitgeliefert. Siehe da, das Unternehmen ist lernfähig. Weggelassen hat man das USB-Ladegerät, was mir nichts ausmacht, denn die Konsole hängt an einem USB-Hub bei dem auch das NES angeschlossen ist. Das hatte Nintendo auch schon so beim Vorgänger praktiziert.
Es sind dieses Mal 20 Spieleklassiker vorinstalliert. Und – das war einer der Gründe, weshalb ich das SNES haben musste: Es gibt eine bis dato unveröffentlichte Version von StarFox 2.

Die Spiele sind Contra III: The Alien Wars (wir kennen es noch als Super Probotector: Alien Rebels), Donkey Kong Country, EarthBound, Final Fantasy III, F-Zero, Kirby Super Star, Kirby’s Dream Course, The Legend of Zelda: A Link to the Past, Mega Man X, Secret of Mana, Star Fox, Street Fighter II′ Turbo: Hyper Fighting, Super Castlevania IV, Super Ghouls ’n Ghosts, Super Mario Kart, Super Mario RPG: Legend of the Seven Stars, Super Mario World, Super Mario World 2 Yoshi’s Island, Super Metroid und Super Punch-Out!!.

K1 und ich mussten als erstes natürlich Star Fox 2 spielen. Um das bisher unveröffentlichte Spiel zocken zu können, mussten wir die ersten Level von Star Fox 1 über uns ergehen lassen. Pixelwelle um Pixelwelle wurde niedergekämpft, um dann endlich Star Fox 2 spielen zu können. Nintendo war gut beraten, das Spiel damals nicht zu veröffentlichen. Gegen die Mitbewerber hätte es keine Chance gehabt. Heute macht es dagegen Spaß und sorgte bei unserer Familie für kurzweilige Unterhaltung. Nur bei so manchen Spielen war die Bildschirmauflösung eine regelrechte Zumutung am HD-Fernseher – am Schlimmsten war Donkey Kong Country, eine reine Pixelwüste.

 

Ich will spielen und nicht basteln 
Wer damals die Spiele mochte, wird sie auch heute mögen. Als Retrogamer erfreue ich mich und höre gleich schon wieder Kritik von wegen überteuertes Teil, das man über andere Emulatoren viel billiger mit ein bisschen basteln selbst machen kann. Wisst ich was? Es interessiert mich nicht, ob ihr mit Lötkolben und Schraubenzieher eure Konsole selbst klöppelt. Ich habe daran kein Interesse. Ich will spielen und nicht basteln. Wenn ich basteln will, nehme ich die Mindstorms von Lego und bin glücklich.
Ich habe auch gelesen, dass Atari auch wieder in den Markt einsteigt. Allerdings setzt man wohl nicht auf Retro. Im kommenden Jahr soll eine neue Atari-Konsole erscheinen mit Ausrichtung auf neuen Indie-Games. Mal sehen, was daran der Wahrheit entspricht. Und dann soll noch ein C64 veröffentlicht werden, als wirkliche Retro-Konsole. Nun, das Original steht bei mir noch im Keller. Mal sehen, ob ich bei der Neuauflage zuschlagen werde – langsam werden die HDMI-Ports knapp.
Aber heute widme ich mich wieder dem SNES und hab meinen Spaß daran.