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Retro-Gamer: Spiel und Spaß beim SNES

1. November 2017
Das SNES im heimischen Betrieb - nebenan andere Nintendo-Konsolen.

Das SNES im heimischen Betrieb – nebenan andere Nintendo-Konsolen.

Irgendwann in seinem Leben hat man Glück. Bei mir war es neulich der Fall, als ich am Erstveröffentlichungstag das SNES Mini Classic in den Händen hielt. Es geschehen noch Wunder.
Ich hatte die Retro-Konsole von Nintendo am ersten Tag bei Amazon gelistet gesehen und auf den Button Vorbestellen geklickt. Hurra, hurra und es hat geklappt. Ich war dabei und hielt im September mein SNES nun in den Händen. Inzwischen ist über einen Monat vergangen und das System macht noch immer Spaß.
Das Nintendo Classic Mini: Super Nintendo Entertainment System ist eine Replika der Nintendo Konsole von 1991/92. Und Nintendo machte den gleichen Fehler wie bei der Veröffentlichung des NES, sie produzierten einfach viel zu wenige Geräte. Hallo Nintendo, ihr seid nicht Apple, die durch Verknappung zum Kult wurden. Ihr seid ein Spielkonsolenhersteller, der einfach einen Markt verpennt. Aber was soll’s – ich hab ja mein SNES, was rege ich mich auf?

Also ausgepackt und über den HDMI-Port an die große Glotze angeschlossen. Dieses Mal hat Nintendo etwas längere Kabel für die beiden Controller mitgeliefert. Siehe da, das Unternehmen ist lernfähig. Weggelassen hat man das USB-Ladegerät, was mir nichts ausmacht, denn die Konsole hängt an einem USB-Hub bei dem auch das NES angeschlossen ist. Das hatte Nintendo auch schon so beim Vorgänger praktiziert.
Es sind dieses Mal 20 Spieleklassiker vorinstalliert. Und – das war einer der Gründe, weshalb ich das SNES haben musste: Es gibt eine bis dato unveröffentlichte Version von StarFox 2.

Die Spiele sind Contra III: The Alien Wars (wir kennen es noch als Super Probotector: Alien Rebels), Donkey Kong Country, EarthBound, Final Fantasy III, F-Zero, Kirby Super Star, Kirby’s Dream Course, The Legend of Zelda: A Link to the Past, Mega Man X, Secret of Mana, Star Fox, Street Fighter II′ Turbo: Hyper Fighting, Super Castlevania IV, Super Ghouls ’n Ghosts, Super Mario Kart, Super Mario RPG: Legend of the Seven Stars, Super Mario World, Super Mario World 2 Yoshi’s Island, Super Metroid und Super Punch-Out!!.

K1 und ich mussten als erstes natürlich Star Fox 2 spielen. Um das bisher unveröffentlichte Spiel zocken zu können, mussten wir die ersten Level von Star Fox 1 über uns ergehen lassen. Pixelwelle um Pixelwelle wurde niedergekämpft, um dann endlich Star Fox 2 spielen zu können. Nintendo war gut beraten, das Spiel damals nicht zu veröffentlichen. Gegen die Mitbewerber hätte es keine Chance gehabt. Heute macht es dagegen Spaß und sorgte bei unserer Familie für kurzweilige Unterhaltung. Nur bei so manchen Spielen war die Bildschirmauflösung eine regelrechte Zumutung am HD-Fernseher – am Schlimmsten war Donkey Kong Country, eine reine Pixelwüste.

 

Ich will spielen und nicht basteln 
Wer damals die Spiele mochte, wird sie auch heute mögen. Als Retrogamer erfreue ich mich und höre gleich schon wieder Kritik von wegen überteuertes Teil, das man über andere Emulatoren viel billiger mit ein bisschen basteln selbst machen kann. Wisst ich was? Es interessiert mich nicht, ob ihr mit Lötkolben und Schraubenzieher eure Konsole selbst klöppelt. Ich habe daran kein Interesse. Ich will spielen und nicht basteln. Wenn ich basteln will, nehme ich die Mindstorms von Lego und bin glücklich.
Ich habe auch gelesen, dass Atari auch wieder in den Markt einsteigt. Allerdings setzt man wohl nicht auf Retro. Im kommenden Jahr soll eine neue Atari-Konsole erscheinen mit Ausrichtung auf neuen Indie-Games. Mal sehen, was daran der Wahrheit entspricht. Und dann soll noch ein C64 veröffentlicht werden, als wirkliche Retro-Konsole. Nun, das Original steht bei mir noch im Keller. Mal sehen, ob ich bei der Neuauflage zuschlagen werde – langsam werden die HDMI-Ports knapp.
Aber heute widme ich mich wieder dem SNES und hab meinen Spaß daran.

Let’s Play: Chopper Command für Atari 2600

26. Juni 2016
Chopper Command durfte nur von einem Erwachsenen gekauft werden.

Chopper Command durfte nur von einem Erwachsenen gekauft werden.

Chopper Command war wohl das erste Spiel, dass mein Vater für mich kaufen musste. Ich hatte stolz von meinen Eltern ein Atari 2600 bekommen und war auf der Suche nach interessanten Spielen für diese Konsole: Ich stieß auf Chopper Command und diese Kriegssimulation hatte es mir angetan. Im örtlichen Einkaufszentrum Bilka ging ich zur Kasse und bekam die rote Karte. Das Spiel dürfe nur an Erwachsene verkauft werden, weil es ein Kriegsspiel war. Und Krieg ist eben nur was für Erwachsene.
Nun, da musste Vater ran und mit Stirnrunzeln kaufte er das Spiel. Zu Hause wollte mein besorgter Vater dann sehen, welche üble Kriegstreiberei er erstanden hatte. Und siehe da: Chopper Command hielt den kritischen Augen meines alten Herrn stand.


Um was geht es bei Chopper Command? Als Spieler habe ich einen Hubschrauber, der meine Lkws am Boden beschützen musste. Das Ding sah aus wie der Apache, der damals allerdings noch streng geheim in der Entwicklung war. Mein Convoy am Boden wurde von feindlichen Flugzeugen und Hubschraubern mit Bomben beschossen. Die Lkws fahren durch eine Wüstenlandschaft. Um zu verhindern, dass meine Lkws aufgerieben wurden, musste ich die Feinde vom Himmel holen. Die Schwierigkeit war, dass die Feinde überall zuschlagen konnte und ich vier Angriffszonen verteidigen musste. Ein Radarschirm am unteren Bildschirm sorgte dafür, dass ich die ganze Szenerie im Blick hatte und reagieren konnte. Ich habe drei verschiedene Waffensysteme zur Auswahl.
Verbissen bekämpfte ich Welle um Welle der Angreifer, verlor aber Zug um Zug meine Lkws. Erst nach Wochen des intensiven Zockens erkannte ich, dass es egal ist, ob man seinen Convoy verliert und ob er in die Steinzeit zurückgebombt wurde. Auch wenn man als Spieler keinen Lkw mehr hatte, kam man einen Level weiter. Das Spielprinzip der Verteidigung der eigenen Truppen war irgendwie verloren gegangen. Überleben war angesagt. Das Spiel übte einen psychischen Druck auf den Spieler aus, die eigene Mannschaft zu beschützen, obwohl es eigentlich egal war. Das war für mich als junger Spieler eine schwere Lektion: Jeder ist sich selbst am nächsten.
Das Spiel selbst war von Activision. Die Mannschaft hatte einstmals für Atari gearbeitet und sich dann losgelöst und einige Hämmer für das Atari 2600 gemacht. Das Spiel Chopper Command wurde von Bob Whitehead entwickelt. Whitehead zählte zu den Pionieren der Videospiel-Industrie. Er schuf auch den Klassiker Stampede für Activision, das ich auch gerne mochte.

Volià – mein Pac Man Anzug

30. April 2016
Mein neuer Anzug mit Pac Man-Motiven. Perfekt für mich als Retro Gamer. Foto: maskworld.com

Mein neuer Anzug mit Pac Man-Motiven. Perfekt für mich als Retro Gamer. Foto: maskworld.com

Ich habe ein paar T-Shirts mit Retro Gaming-Motiven, aber ich trage auf offiziellen Veranstaltungen eher einen Anzug mit Hemd. Jetzt endlich kann ich meine Retro-Gaming-Leidenschaft auf offiziellen Anlässen zur Schau stellen: Ich habe bei Maskworld aus Berlin einen Anzug mit Pac Man-Motiven.
Der Pac-Man Anzug von OppoSuits ist eine Augenweide und ich bin mir sicher, das Teil wird auf Veranstaltungen wie dem Deutschen Computerspielpreis, der GamesCom, Retro-Börsen oder Spieleabend im Münchner Werk1 auffallen.
Die gesamte Oberfläche des Anzugs ist mit dem Labyrinth aus dem legendären Videospiel Pac Man bedruckt und auch die bunten Geister Blinky, Pinky, Inky & Clyde tummeln sich auf Jacket, Hose und Krawatte. Das Teil hat einen gewissen Retrocharme.


Der Anzug hat jetzt nicht die Qualität meiner Standardanzüge aus Tweed, ist dafür ein netter Gag. Ich hatte befürchtet, dass die Sache sehr billig ausfällt, ist es aber nicht, trotz 100% Polyester. Der Anzug von OppoSuits ist ein Einreiher im klassischen Schnitt mit Brusttasche, Außen- und Innentaschen. Er ist mit Schulterpolstern und mit Ärmelknöpfe ausgestattet.
Die Hose ist klassisch gerade geschnitten mit Bundfalte. Der Bundverschluss ist mit Haken und Knopf und die Hose hat Gürtelschlaufen, Eingriffstaschen an der Seite und hinten und sie fällt etwas länger aus.
Neben Pac Man gibt es noch eine Reihe anderer Motive bei den Anzügen von OppoSuits. Einfach mal bei Maskworld schauen und online bestellen. Die Lieferung kam schnell und super verpackt. Den Anbieter kann ich empfehlen, werde aber trotzdem bei meinen Berlin-Besuch nächste Woche im Laden vorbeschauen und ein wenig stöbern.

Über den Tellerrand blicken: Ringvorlesung Games

5. Juni 2014

Ringvorlesung

Immer noch werde ich belächelt, wenn ich in meinem Seminaren erkläre, dass die Videospielindustrie eine der treibenden Kräfte im Bereich IT ist. Viele Leute sind auf den Pac Man-Stand stehen geblieben und erkennen nicht, welche Revolution von der Spieleindustrie ausgeht. Für sie steht fest: Videospiele sind Spielkram und in Deutschland spielt man nicht, man arbeitet. Daher freue ich mich sehr, dass der Mediencampus Bayern im Rahmen seiner Ringvorlesung sich auch dem Thema Games angenommen hat.

Nachdem ich einstmals an der Hochschule für Fernsehen und Film in München mehrmals eine Gastvorlesung zum Thema Geschichte der Videospiele mit dem Titel “Vom Film zum Spiel – vom Spiel zum Film” halten durfte, interessieren mich die Inhalte der Ringvorlesung brennend. Leider konnte ich an den verschiedenen Abendterminen im Werk1 München nicht teilnehmen, aber nachdem jetzt ein Buch zur Ringvorlesung erschienen ist, kann ich die Sache in Ruhe nachlesen. Das Buch gibt es für 9 Euro als gedrucktes Buch oder kostenlos zum Download.

Einige der Beiträge haben mich fasziniert. Die Sache über Retro-Gaming musste ich natürlich als erstes lesen. Autor Jochen Koubek nennt sieben Gründe, sich mit alten Spielen zu beschäftigen. Ich wüsste 100, nein eher 200 Gründe. Ich liebe Retro-Games und stehe jedes Mal vor der Entscheidung, eine weitere alte Konsole zu kaufen. Aber nach dem Kauf einer Arcade-Maschine von Lucasarts ist zu Hause kein Verständnis für mein Hobby zu bemerken. Daher lese ich gerne über Retro-Games und ich gebe Jochen Koubek mit seinen Ausführungen recht. 8 Bit rules und heute mehr denn je.

Zu Augmented Realtiy und Gamification hab ich schon verschiedene Podiumsdiskussionen geleitet, unter anderem auf den Medientagen München. Da war ich gespannt, was die Autoren da schreiben. Prof. Gudrun Klinker ist ja die Powerfrau, wenn es um AR geht. Ich höre ihre wissenschaftlichen Ausführungen gerne und jetzt kann ich ihre Wissenschaftersprache Absatz für Absatz nachlesen. Mit Recht schreibt sie: “Allerdings ist AR keine trocken Technologie mit Sonderstellung. Vielmehr muss sie sich, um erfolgreich zu sein, in den dem immer größer werdenden Reigen neuartiger, mobiler, ubiquitärer  und multi-modularer klarer Mensch-Computer-Interaktionskonzepte nahtlos einzureihen” Mit der Google Glass und weiteren Brillen sowie neuen Apps wird die AR-Sache sicherlich erfolgreich sein. Davon bin ich überzeugt und die Zukunft wird nicht nur Gamer von AR begeistern.

Wenn Elemente von Videospielen in andere Bereiche wie Marketing übertragen werden, dann spricht man von Gamification. In Konferenzen wende ich diese Technik mehr und mehr an und der Erfolg ist gewaltig.

Also ich empfehle diese Ringvorlesung Games damit allen, die sich über neue Konzepte interessieren und über ihren Tellerrand hinauschauen wollen. Für die Durchführung dieser Ringvorlesung bin ich Markus Kaiser vom Mediencampus sehr dankbar.