Posts Tagged ‘Commodore 64’

Werbung: Motocross virtuell und Real Life

30. Mai 2019

Das erste Mal als ich mit Motocross in Berührung kam, war als Jugendlicher in den Achtziger Jahren. Ich hatte von meinen Eltern die Videokonsole Atari 2600 geschenkt bekommen und meine Verwandtschaft versorgte mich mit Spielen in Form von Cartidges. Ich hatte unter anderem eine Vorliebe für Autorennen. Doch mein Onkel, ein begeisterter Motorradfahrer, schenkte mir Motocross für das Atari 2600. Es war ein Spiel der Quelle aus Fürth, die damals bombensicher stand und in den Markt der aufkommenden Videospiele investierte. 

Das Spiel von 1983 mit seiner 8-Bit Grafik fesselte mich. Stundenlang, tagelang spielte ich Motocross. Aus der Vogelperspektive blickte ich auf mein Bike, musste Fähnchen sammeln, Ölpfützen ausweichen und andere Bikes überholen. Als Retrogamer mag ich das Videospiel noch heute. 

Als dann gegen 1984 ein Commodore C64 den Weg in mein Kinderzimmer fand, spielte ich wie ein Besessener Excitebike. Das Spiel wurde von Nintendo für das NES produziert und für den C64 portiert. Es ist Motocross-Spiel, bei dem man auf einem Motorrad zwei Runden einer Strecke möglichst schnell fahren muss. Dabei gibt es, grafisch bedingt, keine Kurven, sondern einen immer geraden Streckenverlauf. Das alte Fieber hatte mich wieder. 

Zu Studienzeiten setzte ich auf einen Atari 520 ST, weil er mit Signum das beste Schreibprogramm seiner Zeit hatte. Und zur Ablenkung vom Studium lief auf dem Atari 520 ST das Spiel Enduro Racer, das eigentlich für Sega Arcade-Maschinen erstellt wurde. 

Dann wurde es still bei mir mit Motocross-Spielen. Ich hatte nur noch Macs und das waren ernsthafte Rechner und keine Dattelmaschinen wie Dosenrechner. 

Erst als Erwachsener erwachte die Liebe zu Motocross wieder. Zusammen mit K1 spielte ich für die Wii MX vs ATV Untamed von 2008 von den legendären Rainbow-Studios. Die Grafik war im Vergleich zu meinen alten Konsolen ein deutlicher Fortschritt und auch das Gameplay war anspruchsvoller. Es gab zahlreiche Modi wie Motocross, Opencross, Supercross, Supermoto, Endurocross, Free Ride und Minibikes.

Die Wii war nett, aber Motocross auf dieser Konsole zu fahren, war dann doch irgendwie öde. Also stiegen K1 und ich auf SBK 09 auf der Playstation 3 um. Und es geht immer so weiter. In den Videospielen tune ich meine Maschine, steigere die Leistung, lege mir eine bessere Ausrüstung zu. Im wahren Leben würde ich meine Ausrüstung von Motorcross-Artikeln beim größten Ausrüster am Markt erstehen mx24.de Bis auf Videospiele zu Motocross gibt es dort alles, was man für diesen Sport braucht. Hier gibt Motocross Zubehör für Anfänger bei 24mx .

„Viele unserer Mitarbeiter fahren selbst Motocross und Enduro und zusammen haben wir viele Jahre Erfahrung im Sport, was dir als Kunde eine gewisse Sicherheit verschafft“, heißt es auf der Website. Richtig überzeugt hat mich auf der Website der Blick ins Lager. mx24.de hat so ziemlich alles, was man sich im Bereich Motocross vorstellen kann – eben bis auf Videospiele. Aber das kann sich ja noch ändern. 

Leidenschaft: Retrogames – Videospiele aus der 8 Bit-Ära

2. April 2016

Was brachte mich ins digitale Zeitalter? Ich wurde angefixt durch Videospiele oder Telespiele, wie ich sie damals nannte. In den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts machte ich als Jugendlicher mit meinen Eltern Urlaub am Gardasee in Italien. Mich interessierte weniger Pizza oder Kultur, mich interessierte ein faszinierender, fast magischer Ort – eine Spielhölle. Spielhölle – so nannten meine Eltern zumindest diese kleine Spelunke in einer Seitenstraße, die mit allerlei Arkadeautomaten vollgestopft war. In Italien durfte ich anders als in Deutschland diesen magischen Ort betreten und an Videospielautomaten zocken. Während meine Eltern sich der Kultur hingaben, gab ich einer neuen Spielkultur hin, die ich bis dato nicht kannte. Videospiele

Ich bin ein Retrogamer - das ist eine meiner Leidenschaften.

Ich bin ein Retrogamer – das ist eine meiner Leidenschaften.

Die Automaten wurden mit Lire (die damalige Währungseinheit in Italien) gefüttert und ich versank in der 8 Bit-Welt. Diese Spielhöllen hatten einen bestimmten Sound und heute bin ich noch immer von diesem Sound fasziniert.
Wieder in Deutschland angekommen, stellte ich fest, dass das Spielen von Videogames an Automaten sehr teuer war. 1 Mark – da bekam ich in Italien fünf Spiele à 200 Lire dafür. Eine Arkademaschine stand bei uns im Kaufhaus X in Fürstenfeldbruck in der Spielwarenabteilung: Asteroids – ein dreieckiges Rauschiff musste sich gegen den Ansturm von digitalen Felsbrocken erwehren – und das alles in Schwarzweiß. Es war das leidenschaftliche Zentrum unserer Jugend. Meine Kumpels kamen zusammen und wir verzockten unser Taschengeld. Außerdem stellten wir fest, dass Münzen aus Griechenland, die Drachme, ein ähnliches Gewicht wie die D-Mark hatte, aber nur einen Bruchteil des Wertes der D-Mark hatte. Also tauschten wir bei allen griechischen Gastarbeiter in unserem Ort D-Mark gegen Drachme und konnten zu günstigem Kurs Asteroids zocken. Erwischt wurden wir nie.

Asteroids
Eines Tages waren meine Eltern beim Einkaufen und ich lümmelte mich auf dem Familiensofa herum. Aufgeregt rief mich meine Mutter über ein Münztelefon an – das war das Zeitalter lange vor Handy und Smartphone. In einem Einkaufszentrum hätte sie ein Telespiel entdeckt, das im Preis gesenkt war. Sie wüsste nicht genau, ob ich es wollte und ich sollte vorbeikommen. Also schnappte ich mein Fahrrad und radelte wie ein Besessener zu einem Café, wo meine Eltern auf mich warteten. Gemeinsam besichtigten wir das Telespiel.
Ich hatte Angst, dass es so eine simple Art von Videospiel war, das ein paar Spiele im Speicher hatte. Aber nein, meine Eltern führten mich zu dem Klassiker schlechthin – sie führten mich zum Atari 2600.
Ich verliebte mich in das schwarze Plastikdesign mit Holzimitat. So wurde das Atari 2600 meine erste Gameskonsole. Über den Antennenstecker schloss ich das Atari 2600 an meinen Schwarzweiß-Fernseher an, den ich im Kinderzimmer stehen hatte. Diesen Fernseher hatte mir meine Großmutter zu Weihnachten gekauft – Farbe war damals zu teuer. Und aus meinen Kinderzimmer wurde eine Spielhölle. Die Spiele waren auf Cartridge gespeichert, eine Art Steckmodul. Diese wurden in das Atari 2600 gesteckt, dann Neustart und dann zocken. Auf den Cartridges waren bunte Bildchen, die einen Spielspaß versprachen.
Und es sage noch einer, dass Videospiele einsam machen. Wir spielten, wenn es möglich war, immer in Gruppen. Freunde kamen zu mir und im Laufe der Zeit bekamen diese Freunde von ihren Eltern auch ein Atari 2600 und wir zogen dann um. Bei einem Kumpel durften wir sein Atari 2600 sogar an den Grundig-Farbfernseher im elterlichen Wohnzimmer anschließen – ein Antennenumschalter machte es möglich. Die 16 Grundfarben des Gerätes hauten mich vom Hocker und der 8 Bit-Sound aus den TV-Boxen zogen mich in die digitale Welt. Hammer.

Atari 2600 als Darth Vader-Edition in meinem Arbeitszimmer.

Atari 2600 als Darth Vader-Edition in meinem Arbeitszimmer.

Jeder von uns hatte seine Lieblingsspiele. Ich hatte zwei: Es handelte sich um Defender und später dann um Empire strikes back. Beide Spiele hatten das gleiche Prinzip. Ballern bis der Finger wehtat.


Heute, fast 35 Jahre später bin ich meiner alten Leidenschaft wieder erlegen. Trotz Next-Gen Konsolen wie Playstation 4 kaufte ich mit meinem Sohn ein altes Atari 2600 mit ein paar Spielen. Ich beobachte meinen Sohn beim Spielen – er hat die gleiche Leidenschaft wie ich in seinem Alter. Und was mich besonders freute, trotz grottiger Grafik und Sound des Atari 2600 verglichen mit der Playstation 4 hat mein Sohn das Retro-Spielprinzip verstanden und akzeptiert. So zocken wir an einem alten Röhrenfernseher, den ich bei meinen Eltern im Keller gefunden habe. Wir spielten zunächst Pac Man und im Laufe der Zeit kaufte ich die alten Cartridges nach. Auch Defender war dabei und meine alte Leidenschaft war wieder voll entbrannt.

Retrogaming_
In einem Laden entdeckte ich die Darth Vader-Edition des Atari 2600. Sie hieß so, weil sie ganz in Schwarz war. Gesehen, probiert und gekauft. Also nun steht dieser Klassiker im Arbeitszimmer und es darf gerne gezockt werden. Mein zweites Lieblingsspiel Empire strikes back war selten, aber ich machte ein gutes Geschäft und erwarb die Cartridge von Parker. Der Kampf Luke Skywalker gegen die ATAT auf Hooth – was gab es damals cooleres? Nichts! Das Spiel war der Hammer und heute erklären mir Erwachsene Spieletipps zu diesem Klassiker, ist das nicht stark? Ich hatte ein Foto bei Instagram gepostet und der Zuspruch war enorm. Leidenschaft pur.

Empire als Zifferblatt auf meiner Apple Watch.

Empire als Zifferblatt auf meiner Apple Watch.

Auf ZDFinfo kam im linearen Fernsehen ein Themenabend über Videogames, den ich mir zusammen mit meinen Kindern anschaute. Sie interessieren sich sehr für die Spiele meiner Jugend. Dort kam auch ein Spiel vor, dass eine tiefe Wunde in mein Spielerdasein riss. ET – der Außerirdische auf dem Atari 2600, basierend auf den Filmklassiker von Steven Spielberg. Meine Eltern wollten mir die Cartridge von ET damals zu Weihnachten nicht kaufen. Sie hatten schon etwas anders besorgt – einen schönen Pullover (OMG). Ich konnte ET nur bei Kumpels spielen. Und was soll ich sagen: Das Spiel war hundsmiserabel. ET fiel in Löcher und kam wieder heraus – das war es dann. Wir waren alle damals enttäuscht. Das Spiel war Müll und Atari hatte sich verzockt. Bei uns kamen auch langsam die ersten Home Computer und eine neue digitale Ära begann. Bei mir waren es der ZX81 und dann der Commodore 64. Atari hatte dem nichts entgegenzusetzen.
Atari verschrottete das ET-Spiel auf einer Deponie. Die Aktion wurde zum Mythos. Als Journalist dachte ich immer wieder daran, auf die Deponie zu fahren und den ET-Schatz zu heben. Andere Leute hatten wohl auch diesen Traum und vor ein paar Jahren wurden die Tausenden Cartridges des ET-Spiels wieder von der Mülldeponie ausgegraben und als schlechtestes Videospiel aller Zeiten verkauft. Ich habe mir auch endlich meine Version von ET gekauft und was muss ich sagen. Nach all den Jahren ist das ET-Spiel für das Atari 2600 nicht besser geworden. Es war damals Müll und es ist heute noch Müll. Aber mein Atari 2600 liebe ich noch immer.

Leidenschaft bei den IronBloggern München

Leidenschaften hab ich viele, ganz viele: Musik, Film, Kochen, Foto und vieles mehr. Dieser Blogpost ging über die Leidenschaft Atari 2600. Die IronBlogger München, eine Vereinigung von Bloggern, haben eine Blogparade zum Thema Leidenschaft ausgerufen und dies ist der erste Beitrag dieser Parade. Jeden Tag im April wird ein IronBlogger einen Blog über Leidenschaft erstellen – viel Spaß beim Lesen. Morgen ist Alexander an der Reihe in seinem Blog. Ich bin gespannt.

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Buchtipp: Commodore 64 a Visual Commpendium

3. Januar 2016

C64Book

Ich bekenne, ich hänge weiterhin am Retrotropf. Mit meinen Kindern habe ich meinen alten digitalen Brotkasten wieder ausgepackt. Die Datasette und der 4-Farbplotter waren auch dabei. Via Simon’s Basic spielte ich ein paar Programme ein und schwelgte in alten Zeiten. Daher kaufte ich mir ein Bilderbuch, das meine Retrosehnsucht verstärkt. Commodore 64: a Visual Commpendium ist eine Reise in meine Gamer-Vergangenheit.


Im September 2014 erschien das hübsche 232seitige Buch voller Screenshots in Großbritannien. Ich weiß, solche Bücher gibt es viele und die Puristen werden sich sofort melden. Einige dieser Bücher davon habe ich bereits in diesem Blog besprochen wie Push Start. Aber irgendwie hatte ich wieder Lust auf diese alten C64-Abenteuer. Im Geiste höre ich den 8 Bit-Sound, erinnere mich an die Pixelgrafik. Es ist schon komisch, viele dieser Spiele liegen etliche Jahre zurück und dennoch erinnere ich mich daran, wie fasziniert sie damals für mich waren. Natürlich die Grafik an meiner PlayStation 4 ist besser, doch sind die Spiele wirklich besser geworden? Auf die Spielidee kommt es an, nicht unbedingt ob die grafische Umsetzung besser ist. Es ist wie beim Film: Auf die Handlung, auf die Schauspieler, auf die Inszenierung kommt es an – nicht auf CGI oder Renderings.


Das Buch mit Spielen des Commodore 64 war der Start einer ganzen Reihe von Retrobüchern bei Bitmapbooks. Es folgte ein Buch über den Amiga und im Dezember 2015 sogar ein Buch Sinclair ZX Spectrum. Die Idee der Buchreihe ist simpel, aber genial. Die Herausgeber haben Spieleentwickler und Programmierer befragt, die mit dem C64 und dessen Spielen aufgewachsen sind. Diese Statements sind kurz, leicht zu lesen und sind vor allem sehr persönlich. In Kombination mit den Screenshots schaffen sie die richtige Wohlfühlatmosphäre für Retrogamer. Es geht nicht um die Versionsgeschichte, sondern es geht um persönliche Erinnerungen aus dem frühen Silikonzeitalter.
Ich werde also noch ein paar Tage in der Vergangenheit schwelgen und mir das Buch Commodore 64: a Visual Commpendium durchsehen, kleine Geschichten lesen und dann wieder an meine Arbeit gehen.

Münchner Moment: Wenn Pac Man auf Mario trifft

21. Dezember 2015
Im Werk 1 trifft sich die Gaming-Szene in München.

Im Werk 1 trifft sich die Gaming-Szene in München.

München hat Kultur – zweifellos. Oper, Theater, Konzerte, Film, Ausstellungen – das alles gibt es in der bayerischen Landeshauptstadt. Etwas versteckt gibt es aber auch eine andere Form von Kultur – die Spielekultur in Form von Videogames.
Ja, richtig: Ich bezeichne Videospiele als Kulturgut und der Verein Videospielkultur pflegt diese Form von Kulturgütern im Werk 1. Termine gibt es auf der Facebook-Seite.
Das Werk 1 befindet sich auf dem Gelände der Pfanni-Werke und war eine Zeitland als Kunstpark Ost bekannt. Einmal im Monat darf der VSK im Werk 1 einen Spieleabend veranstalten. Sobald ich die Treppen zu den Räumlichkeiten vom Werk 1 im zweiten Stock erklommen habe, erlebe ich einen dieser Münchner Momente.

Hoch gehts in Spieleparadies.

Hoch gehts in Spieleparadies.

Die Tür öffnet sich. Der Sound von verschiedenen Videospielen bricht über mich herein. Der große Raum von Werk 1 ist voll mit jungen Leuten, die miteinander spielen. Was gibt es Schöneres? Sofort werde ich eingeladen zum Mitspielen? Jetzt bin ich sicherlich nicht mehr der Jüngste. Und dennoch: Wir spielen zusammen und das finde ich großartig.


Die Jungs mit den umgedrehten Caps haben kein Problem mit mir im Anzug und ich habe kein Problem mit ihnen. Nicht Äußerlichkeiten zählen, sondern die gemeinsame Liebe zum Spiel. So ist mein München: Leben und leben lassen, egal wer man ist, eben Münchner Momente

Das Archiv - der Himmel auf Erden.

Das Archiv – der Himmel auf Erden.

Ich laufe durch das Werk 1. Über einen großen Beamer läuft Mario Kart 8 auf der Wii U. Mein Sohn greift zu den Controllern, ich schließe mich an und sofort setzen sich zwei weitere Spieler dazu. Runde um Runde jagt mein Kart durch die Strecke und natürlich bin ich letzter. Die Auge-Hand-Koordination ist bei mir nicht so gut, wie bei meinen Mitspielern. Aufmunternd wird mir auf den Rücken geschlagen. Ich habe mich mit meiner Niederlage längst abgefunden und dennoch macht es einen riesigen Spaß.
Meine Welt ist eher die Welt der Telespiele, wie die Videogames in meiner Jugend heißen. Ich zockte in Italien in den Spielhallen an den Arcademaschinen. Ich bin eben ein Retrogamer. Pac Man, Space Invaders waren meine Spiele. Meine Eltern kauften wir damals ein Atari 2600 und ich spielte und spielte und spielte. Später kam der Commodore C 64 dazu und ich stieg ins digitale Zeitalter ein. Meinen Eltern erzählte ich, dass ich den Volkscomputer C64 für die Schule brauchte und ich glaube, ich habe auch einmal Hausaufgaben darauf gemacht. Vor allem habe ich gespielt und mich wohl gefühlt. 8 Bit Sound und Pixelgrafik waren meine Welt.


Und diese Welt finde ich im Werk 1 bei der monatlichen Gameslounge vom VSK wieder. Es sind einige Konsolen der alten Zeit aufgebaut. Mein Sohn und ich probieren die Spiele durch. Er ist begeistert, ich auch. Wir sind so begeistert, dass wir ein altes Atari 2600 gebraucht kaufen und auf dem 55 Zoll TFT zu Hause die alten Heuler zocken. Pixelig ist gar kein Ausdruck auf dem hochauflösenden TV. Mein Vater hat deshalb zum Zocken noch eine alte Röhre besorgt. Wir haben zwar die PS2, PS3, PS4 und Wii U im Einsatz, aber die alten Games haben bei uns ihre Berechtigung. Sie gehören zu unserer Kultur unserer Familie, wie auch der jährliche Besuch der Wagnerfestspiele in Bayreuth mit meiner Frau. Videospiele werden in unserer Gesellschaft noch immer zu wenig als das wahrgenommen, was sie sind: Eine junge künstlerische Ausdrucksform, die eine Fusion aus Musik, Film und Literatur bildet, ergänzt um interaktive Elemente. Damit gebührt Videospielen der Platz als gleichberechtigte Säule im kulturellen Kanon unserer Gesellschaft. Für die politische, akademische und gesellschaftliche Anerkennung von Videospielen als wertvolles Kulturgut setzt sich Videospielkultur e. V. ein.


Ich spreche Alexander Krause vom VSK an. Bei ihm werde ich Mitglied in dem Verein, denn so etwas unterstütze ich gerne. Er zeigt mir das Archiv und ich könnte heulen. Heulen vor Glück. Regalmeter um Regalmeter sind dort alte und neue Videospiele aufgereiht – nach Gameplattformen geordnet. Schätze sehe ich, die als Kind spielte. Hier liegen sie. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf PC-Spiele. Ich hatte nie einen Windows-Rechner – ich ging vom Atari 520 ST direkt auf den Mac und bin seitdem bei dem Apple-System geblieben. Das Mac OS war nie so richtig eine Gamingplattform, aber einige Sachen gab es. Bei einem der nächsten Besuche im Werk 1 spendete ich einige meiner Mac-Spiele dem Verein. Immer wenn ich die Gaming Lounge besuche, erlebe ich einen meiner Münchner Momente.
Die Landeshauptstadt München veranstaltet eine Blogparade „Münchner Momente“ – Geschichten aus meiner Lieblingsstadt. Als gebürtiger Münchner ist es für mich eine Selbstverständlichkeit dort als Blogger mitzumachen.

Weg mit den EDV-Räumen an unseren Schulen!

24. Februar 2012

Schafft endlich die EDV-Räume in unseren Schulen ab. Seien wir doch mal ehrlich, dieses Experiment ist komplett gescheitert. Die Computerräume wurden errichtet in der Tradition der klassischen Lehrräume wie der Physik-Raum, das Chemie-Labor, der Kunstraum oder der Musiksaal. Im Physik-Raum wurden Strom-Experimente durchgeführt, im Chemie-Labor haben wir organische und anorganische Stoffe gemischt, im Kunstraum wurde  Kunstgeschichte gelehrt und im Musiksaal Noten gepaukt.

Und im EDV-Raum? In meiner Schulzeit programmierte ich auf den vorhandenen Commodore C64 Basic, später Pascal. Heute ist der Stoff im EDV-Unterricht anspruchsvoller.

Aber eigentlich sollte der EDV-Raum mehr sein als nur EDV-Wissensvermittlung. Die zukünftigen Programmierer, die wir dringend brauchen, werden so nicht geschaffen. Seien wir doch mal ehrlich: Es geht doch nicht um Java oder Basic, um C# oder Pascal, sondern es geht um Medienkompetenz. In den meisten Schulen steht der teuer eingerichtete Computerraum die meiste Zeit leer. Bei 45 Minuten Unterrichtszeit trabt die Klasse nicht extra in den Raum, um in Google etwas zu suchen oder in Wikipedia einen Text zu kopieren. Da kann ich jeden Lehrer verstehen, der bei dicht gedrängtem Unterrichtsstoff einen Bogen um den EDV-Raum macht. Vielleicht trifft sich die AG Schülerzeitung noch dort, um an der nächsten Ausgabe der Zeitung zu arbeiten, oder der frühere Schreibmaschinenkurs übt das Zehnfinger-System.

Arbeit mit Computer muss heute anders aussehen. Digitales Lernen muss anders aussehen. Computer und das Netz sind heute allgemeingegenwärtig, nur leider nicht in der Schule und im Unterricht.

Der Weg, den Apple geht, ist vollkommen richtig. Vergesst die Bücher, vergesst die Rechner. Stattet die Schüler mit iPads aus, holt euch die neuen Lehrbücher, installiert WLAN in der Schule und fangt an, unsere Kinder für das 21. Jahrhundert fit zu machen. Wir brauchen keine EDV-Räume, sondern wir brauchen in den Köpfen von Schülern und Lehrern Medienkompetenz.

Dem Computerraum droht das gleiche Schicksal wie dem Sprachlabor. Hier wurden wir als Schüler hineingeschickt und sollten Englisch oder Französisch erlernen. Ich habe dabei nix gelernt und der Raum wurde die meiste Zeit für Schulaufgaben genutzt.