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Wie das Playmobil-Reporterset 3468 meinen Berufswunsch beeinflusste

17. April 2017

So viele Produkte in meinem Umfeld sind weißblau oder blauweiß und ich habe eine Reizüberflutung, wenn ich an die Produkte in diesen Farben denke. Daher hatte ich Schwierigkeiten bei der Blogparade der IronBlogger München zu diesen Farben. Es war einfach zu viel. Beim Nachdenken überlegte ich mir, welche Geschichten ich zu diesem Thema bloggen könnte.

Ich muss mir das Set mal wieder kaufen.

Ich muss mir das Set mal wieder kaufen.

Als Kind war ich von einer Fernsehserie fasziniert, die sich um die Reporter der fiktiven Tageszeitung Los Angeles Tribune drehte: Lou Grant – diese Serie prägte mich und meinen späteren Berufswunsch Journalist. Ich liebte die Personen und die Geschichten. Und ich spielte als Kind meine Reportergeschichten mit Playmobil nach. Meine Eltern kauften mir im Jahre 1984 das Playmobil Set 3468. Ich spielte gerne Lego und ich spielte gerne Playmobil. Und das Set 3468 war ein Kamerateam mit Übertragungswagen. Ich habe es geliebt und habe meine Art Lou Grant mit den Playmofiguren aus dem fränkischen Zirndorf nachgespielt. Die Farben waren freilich weißblau oder blauweiß. Das Team tvi Television international bestand aus einem Kameramann für eine Studiokamera, eine Ton-Dame, einen Redakteur mit Bart und einen mobilen Reporter. Vielleicht eine Art Bayerischer Rundfunk, denn die Farben waren ähnlich und die Bartträger unter den Redakteuren habe ich damals beim PresseClub München auch getroffen. Es gab einen Übertragungswagen in weiß mit einem blauen Streifen an der Seite, es gab Scheinwerfer und eine schwenkbare Studiokamera und einen Tonarm.


Am liebsten war mit allerdings der Reporter. Er hatte eine Filmkamera (wahrscheinlich 16 mm) in der Hand und einen Rucksack auf dem Rücken. Wahrscheinlich war damals der Akku-Pack untergebracht. Diesen Typen schickte ich auf meine journalistischen Reisen. Im Grunde war er so eine Art Gerd Ruge, Peter Scholl-Latour, Peter von Zahn oder Dieter Kronzucker, wie meine Helden damals in der realen Welt hießen. Den Namen meines Reporters habe ich vergessen. Ich glaube, er hieß immer wieder anders und musste ja auch in unterschiedliche Rollen schlüpfen. Mein Reporter besuchte Cowboys und Indianer, war Kriegsberichterstatter, reiste zu Piraten und er filmte auch eine königliche Playmobil-Hochzeit – Charles und Diana hinterließen auch bei mir als Jugendlicher ihre Spuren.
Irgendwann spielte ich nicht mehr mit Playmobil. Ich war zu alt. Meine Reporter verkaufte ich auf dem Flohmarkt und habe heute nur noch das Drehgestell der Studiokamera. Geblieben ist eine nette Erinnerung und ein weiterer Mosaikstein meines Berufswunsches, den ich später auch umgesetzt habe. Das Spiel mit meinem Playmobil-Reportern hat mich geprägt. Was kann es Schöneres geben?

blauweiß weißblau – egal, Hauptsache Twitter

16. April 2017

Nachdem ich meinen jüngsten Beitrag für die IronBlogger-Parade zum Thema blauweiß/weißblau über unsere Wellensittiche Lilly und Sinatra geschrieben habe, liegt es nahe, dass ich beim Gezwitscher bleibe: Welches Vögelchen passt am besten in eine solche Parade? Klar, der Twitter-Vogel.


Ich bin ein überzeugter Twitterer und zwitschere unter @redaktion42 den lieben langen Tag. Mit meiner Frau @spinosa1967 sind wir wie andere auch als als twitterndes Ehepaar bekannt. Aber Twitter ist für mich mehr als ein bisschen Zeitvertreib. Es ist für mich eine Art Stammtisch, der 24 Stunden 365 Tage lang geöffnet hat. Ich finde hier Weisheiten, dumme Sprüche, aktuelle News, schlüpfrige Anmache, Kampagnen, Provokationen, Hilferufe und vieles mehr unter einem Dach. Ich nutze Twitter zur Unterhaltung, als Inspiration, als Newsquelle, als Recherchetool und und und.
In meinem Seminaren über Medienkompetenz an Schulen kommt Twitter leider nur am Rande vor. Twitter ist vielen Leuten einfach zu blöd. Die formale Begrenzung auf 140 Zeichen sorgt dafür, dass Jugendliche in meinem Umfeld nicht so stark vertreten sind. In 140 Zeichen muss man mit der deutschen Sprache umgehen können und bei Donaudampfschifffahrtsgesellschaft wird es in Twitter recht eng. Auch der Humor mutet für viele Seminarteilnehmer etwas seltsam an. #hach, #flausch, #ausgruenden geht ja gerade so – bei #mimi blicke in in meinem Seminaren in fragende Gesichter. Wer will denn schon mit Beaker vom Muppet Labor von Professor Bunsenbrenner identifiziert werden, dessen einziger Wortschatz eben das mimi ist?

Ich sag nur mimi

Ich sag nur mimi

Aber egal: Twitter ist für mich eine wunderbare Bereicherung. Leute glauben manches Mal, dass man Twitter komplett auslesen muss. Viel Spaß dabei. Ich habe durch Twitter den Satz eines US-Studenten begriffen: „Wenn die Nachricht wichtig für dich ist, wird sie einen Weg zu dir finden.“ Für mich ist Twitter ein wichtiger Bestandteil meiner Social Media-Kultur. Auch für meine politische Kundschaft gehört Twitter dazu: @RegSprecher habt es in Deutschland vorgemacht, der US-Präsident hat die absolute Macht von Twitter verstanden und publiziert an den Medien vorbei direkt zu seinen Anhängern und zu den Medien. Twitter ist ein geniales Massenmedium mit Rückkanal – einfach der Hammer. Ich muss nicht via in Facebook befreundet sein, sondern kann folgen wem ich will, ohne dass ich mit ihm befreundet sein muss. Und wenn einer glaubt, dass er nur senden will im Sinne von traditionellen Massenmedien, dann wird er auch bald wieder entfreundet – so einfach ist das. Liebe Politiker – nur senden ist so 20. Jahrhundert.

Ich bin seit 24. Oktober 2008 dabei.

Ich bin seit 24. Oktober 2008 dabei.

In Twitter habe ich neue Bekanntschaften, ja sogar Freundschaften geschlossen. Einige sind auch wieder zerbrochen. Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Ich habe durch Twitter Personen kennengelernt, die ich im realen Leben nie getroffen hätte. Ich wurde mit Meinungen konfrontiert, die niemals meine eigenen wären. Ich lernte durch Twitter mehr Toleranz, den anderen Blick auf eine Sache. Nicht so eine Filter Bubble wie in Facebook, in der ich nur in meiner eigenen Meinung bestätigt werde. Für mich bedeutet Twitter eine neue von Freiheit und Verantwortung zugleich. Der weiße Vogel auf blauem Hintergrund ist für mich ein Symbol der neuen Zeit geworden. Die Welt wäre ohne Twitter ärmer und es wäre schade, wenn dieses Tool verschwinden würde.
Twitter bedeutet Senisbilität. Ich habe Leute kennengelernt, die ohne dieses Tool noch einsamer wären als sie es ohnehin sind. Ich habe Selbstmordankündigungen erlebt und wie eine ganze Gemeinschaft zur Rettung eilte. Ich habe kollektive Trauer und Freude erlebt. Ich habe Trolle und Social Bots erlebt, die herumholzen. Und ich habe Aktionen wie Twittagessen oder Weihnachtstwicheln erlebt und ich bin im Mai 2014 zu den IronBlogger über Twitter gestoßen. Jeder hat seine Geschichte in Twitter und ich bin gespannt auf eure. Was bedeutet Twitter für dich?

Lilly und Sinatra – blau und weiß bei uns zu Hause

5. April 2017
Sinatra und Lilly - unsere Wellensittiche.

Sinatra und Lilly – unsere Wellensittiche.

Blau weiß, weiß blau – ja das sind wunderbare Farben. Als Bayer habe ich zahlreiche Assoziationen, wenn ich an diese Farben denke: Himmel, Freistaat, Raute, Fußball. Aber ich denke als erstes an Lilly und Sinatra. Ich mag Lilly und Sinatra sehr gerne. Es sind unsere beiden Wellensittiche in den Farben Blau weiß. Dies ist ein Beitrag im Rahmen der Blogparade der IronBlogger München.
Als ich Kind war, bekam ich von meiner Oma den ersten Wellensittich geschenkt. Der Kamerad hieß Mecki. Mecki war ein cooles Tier, den ich als Kind sehr liebte. Mecki hatte ein Gebrechen. Der Wellensittich hatte einen kaputten Flügel und konnte nicht fliegen. Er war sehr zutraulich und saß bei mir als Kind immer auf der Schulter. Wenn ich von der Schule heimkam, öffnete ich die Käfigtür und Mecki hüpfte heraus, kletterte auf seinem Käfig herum. Wenn ich meinen Finger hinhielt, kam Mecki auf den Finger und saß dann während meiner Hausaufgaben auf meiner Schulter und auf meinem Schreibtisch.
Bei meinen Freunden war ich der Held. Als ich auf den Spielplatz in den Sandkasten ging, war Mecki auf meiner Schulter dabei. Ich lernte den verantwortungsvollen Umgang und lernte auch, warum ich keine Katzen mag.
Irgendwann starb Mecki und ihm folgten viele Wellensittiche nach. Die Namen waren unter anderem Gandalf, Tobi, Flocke, Else, Elvis, Dr. Ippen, Fips … Die aktuellen gefiederten Gesellen heißen Lilly und Sinatra und sie gehören meinen Kindern K1/2.

K1 hat einfach mal Gurkensittiche aus den beiden Haustieren gemacht.

K1 hat einfach mal Gurkensittiche aus den beiden Haustieren gemacht.

Meine Frau hatte als Kind auch einen Wellensittich mit Namen Butzi und später kam Butzi 2. Die Butzis waren allerdings nicht blau/weiß sondern grün/gelb. Für mich ist ein Standard-Sittich blau/weiß – weil Mecki eben in diesen Farben war. Ich weiß natürlich, dass der Standard-Sittich in Australien grün ist, aber für mich eben nicht.


Wir sind eine sittichbegeisterte Familie. K2 versucht immer wieder den Sittich zu zähmen, aber Lilly und Sinatra sind sehr eigen. Mal lassen sie sich mit Hirsekolben bestechen und kommen näher. Mal ignorieren die beiden Herrschaften uns komplett. Leider hat Lilly ein Problem. Ihre Krallen müssen von uns geschnitten werden. Und ich muss Lilly fangen und der Vogel weiß genau, wohin er beißen muss. Wenn ich das zarte Vögelchen in der Hand habe, darf ich nicht fest zupacken, weil Lilly sonst über die Wupper geht. Aber Lilly weiß sich zu wehren. Ihr Schnabel mit Widerhaken bohrt sich in mein zartes Fleisch in der Hand zwischen Daumen und Zeigefinger. Und Lilly kann ganz schön beißen – wir haben also ein angespanntes Verhältnis. Mit einem Wattestäbchen im Schnabel haben wir eine Art Waffenstillstand beim Krallenschneiden.


Es gibt viele Geschichten über die Wellensittiche zu erzählen. Im Moment habe ich das Gefühl, dass Lilly sich auflöst. Der arme Vogel ist in der Mauser und wechselt sein Federkleid. Überall fliegen die blauen und weißen Federn bei uns herum. Lilly leidet und wir leiden mit. Mauserhilfe wird vom eigensinnigen Vogel ignoriert. Das Vögelchen hat den Kopf unter dem Flügel und rupft sich die juckenden Federn aus. Am Anfang bin ich erschrocken und schleppte Lilly zum Tierarzt, weil ich Angst hatte, dass Lilly sich alle Federn rausreißt. Heute helfe ich dem Tier durch Ruhe und richtiges Futter. Nach drei Wochen war die Mauser überstanden und Lilly war wieder übermütig. Das Futter wurde durch die Gegend geworfen, das Felderkleid war wieder voll nachgewachsen. Und weiß-blaue Federn waren überall zu finden.

 

Star Trek Beyond – meine Filmkritik

29. Juli 2016

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Grundsätzlich: Was ist das für eine Welt, in der die Beastie Boys mit Sabotage das gesamte Universum retten? Wäre es da nicht besser, die Welt würde untergehen? Diese grundsätzliche Frage sei Star Trek Beyond mal vorangestellt.
Als seltene Spezies, der sowohl Star Trek als auch Star Wars mag, musste ich Star Trek Beyond natürlich unbedingt sehen, wie alle anderen Star Trek-Filme bisher auch. Fazit: Unterhaltsamer Film, aber viel zu schnell geschnitten, routinierte Schauspieler und überragender Soundtrack. Kann man schauen, muss man als Fan aber auf alle Fälle. Star Trek Beyond ist der 13. Film der Reihe und kommt rechtzeitig zum 50. Jubiläum der Serie. Also wieder ein Kultur-Beitrag zur 4. Blogparade #Kulttrip meiner IronBlogger-Kollegin Tanja Praske.
Ich habe das Gefühl, dass Star Trek Beyond irgendwie als Versöhnungsnummer daher kommt. Regisseur Justin Lin will den alten Trekkies-Fans die Hand reichen. Star Trek Beyond erinnert in manchen Momenten an die alte Serie: Die Kulissen, die Monster und sogar ein altes Motorrad ist dabei. Sehr schön. Aber dann kommt es wieder knüppelhart: Die Story wird seichter, die Action nimmt zu, die doofen Sprüche da.

Heimlicher Held ist nicht Kirk und Co, sondern die Tricktechnik. CGI kann zeigen, was State of the Art ist. Neben der Zerstörungsorgie rund um die Enterprise (schon wieder ist ein Schiff kaputt), hat mich vor allem die Weltraumstation Yorktown fasziniert. So könnte eine aufgeblasene ISS in der Zukunft aussehen — Deep Space nine war nur der Anfang. Straße, Plätze, Züge der Zukunft – eine faszinierende Sichtweise. Vielleicht gibt es ja ein Hinter den Kulissen-Buch, das Yorktown näher zeigt. Diese visuellen Effekte sind wunderbar, doch leider verlieren sich da die Darsteller. Manches Mal erkannte ich keine Handlung mehr, nur noch grandiose Effekte.
Auch die Geschichte passt in unsere Zeit. Die ersten Minuten des Films, die die Routine auf der Enterprise zeigen, zeugen von Humor. Szenen einer Ehe, Szenen von Beziehungen, Szenen von Langeweile – aber alles humorvoll. So war die alte Enterprise. Kirk ist gelangweilt, Spock am Ende seiner Liebschaft mit Uhura – Pille freut sich auf den Alkohol. Dann wird der Humor wieder der typische Blockbuster-Humor. Am Ende des Cliffhangers einen dummen Spruch zur Auflockerung – braucht es das wirklich?

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Regisseur Justin Lin dreht auf
Regisseur Justin Lin dreht voll auf. Und ich schlagartig wusste ich wieder, warum ich die The Fast and the Furious-Serie nicht mag. Zu wenig Inhalte, zu viel Action – die Zeichnung der Charaktere blieb in diesen Filmen auf der Strecke. Bei Star Trek Beyond reißt sich Justin Lin größtenteils am Riemen. Das liegt aber vor allem daran, dass dem Zuschauer seit Jahren die Charaktere bekannt sind. Justin Lin lässt keine Zeit der Entwicklung zu, sondern wirft den Zuschauer voll ins Geschehen und setzt Inhalte und das Trekkie-Beziehungsgeflecht einfach voraus. Damit habe ich als alter Hase kein Problem, aber für Neueinsteiger in die Serie ist dieser Film absolut nichts. Da sollte man besser bei Star Trek von J.J. Abrams einsteigen, wenn nicht gar bei der ganz alten Serie. James „Jim“ T. Kirk leidet unter dem Trauma seines alten Herrn, Cmdr. Spock hat ein Verhältnis mit Lt. Nyota Uhura, Lt. Cmdr. Montgomery „Scotty“ Scott kommandiert Keenser herum, Fähnrich Pavel Chekov will alles richtig machen und und und. Leider entwicklen sich die Figuren im Film kaum weiter. Einzig vielleicht Spock nach dem Tod seines Alter Egos. Und Sulu – aber dazu später.
Eine absolute Bereicherung des Films ist Jaylah, die ein wenig an das David Bowie-Design der siebziger Jahre erinnert. Sie bringt frischen Wind in die Serie und wird am Schluss in die drögen Sternenakademie-Klamotten gepresst. Ihre Freiheit ist dahin, Anpassung lebe hoch – vielleicht ist das die Lehre des Films.

Sulu ist homosexuell
Neu, absolut neu, war die homosexuelle Beziehung von Lt. Hikaru Sulu. Er hat sein Coming-Out in diesem Film. Der ursprüngliche Sulu-Darsteller der TV- und alten Kinoserie George Takei ist homosexuell und vielleicht war dies der Grund, warum Drehbuchautor Simon Pegg einen schwulen Sulu in den Star Trek Beyond hineingeschrieben hat. Dem Film selbst bringt das Coming-Out nicht weiter, aber es ist eine interessante Information am Rande, die sicherlich unter Trekkies diskutiert wird. Star Trek-Schöpfer Gene Roddenberry lehnte Homosexualität in seiner Serie ab, weil die Welt noch nicht soweit sei. Nun, Kirk hat als erster Weißer eine Farbige geküsst und damals eine TV-Revolution ausgelöst, da kann heute Sulu ruhig homosexuell sein. Eine Kino-Revolution wird es nicht mehr auslösen.
Schade, dass Fähnrich Pavel Chekov nicht mehr dabei sein wird. Sein Darsteller Anton Yelchin starb mit 27. Jahren bei einem Autounfall. Er bekam eine Widmung im Abspann genauso wie der Spock Darstellers Leonard Nimoy. Der nächste Teil der Star Trek Serie ist übrigens bereits in Auftrag gegeben, die ersten Verträge sind unterschrieben.

Hammermusik von Michael Giacchino
Zum dritten Mal komponierte Michael Giacchino die Musik zu einem Star Trek-Film. Mein Empfinden: Mit Star Trek Beyond liefert Michael Giacchino sein Meisterstück ab und hat sich endgültig von Jerry Goldsmith gelöst. Ich habe den Soundtrack bisher nur im Film gehört – das Album Star Trek Beyond erscheint erst in den nächsten Tagen. Mein subjektiver Eindruck während des Films: Das ist ein großartiger Score.

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Wagner im Kino – Parsifal mit Popcorn und Bier #KultTrip

27. Juli 2016

Das erste Mal, dass ich mit der Musik von Parsifal konfrontiert war, muss Anfang/Mitte der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts gewesen sein. Eine kulturbeflissene Freundin aus Bildungsbürgerkreisen schleifte mich in die Verfilmung von Hans-Jürgen Syberberg in ein Münchner Kino mit. So etwas hatte ich bis dato nicht gesehen. 255 Minuten eröffnete sich mir eine komplett neue Welt. Das war bewusst mein erster Kontakt zu Richard Wagner und Parsifal ist bis heute meine prägendste Oper des Meisters.

Parsifal neben Star Trek.

Parsifal neben Star Trek.

So hab ich mich gefreut, als ich hörte, dass es in Bayreuth eine Neuinszenierung des Bühnenweihfestspiels geben sollte. Ich hätte sogar eine Karte für die Premiere in Bayreuth bekommen können, aber eben nur eine. Meine Frau hätte zuhause bleiben müssen, was ich nicht wollte. Daher entschieden wir uns für einen anderen Weg des Kulturgenusses, der mich an meine ersten Erlebnisse mit Parsifal erinnerte. Wir schauten uns die Übertragung von Parsifal live im Kino an. Das ist dann auch gleichzeitig mein Beitrag zur 4. Blogparade #Kulttrip meiner IronBlogger-Kollegin Tanja Praske.
Übertragungsort von Wagner im Kino war wie die vergangenen Jahre zuvor das Scala Kino in Fürstenfeldbruck. Neben Fans von Independence Day 2 und Star Trek Beyond trafen sich rund 30 lokale Wagner-Fans zumeist älteres Semesters in der Lobby des Kinos. Ich muss den Betreibern des Scala Kinos mein Lob und meine Anerkennung aussprechen, dass sie eine Übertragung aus Bayreuth zeigen und nicht auf einen US-Blockbuster setzen, der garantiert mehr Umsatz bringt. Vielen Dank liebes Scala-Team, dass ihr uns wie die Jahre zuvor dieses Kulturereignis ermöglicht. Chapeau.

Danke liebes Scala in FFB für die Übertragung des Parsifal.

Danke liebes Scala in FFB für die Übertragung des Parsifal.

Wagner im Kino ist dann doch etwas anders als Wagner im Bayreuth. Im August bin ich wieder beim Holländer vor Ort und quetsche mich in die engen Stühle. Im Kino geht es lockerer zu. Es begann damit, dass ich mir Bier und Popcorn in den Saal mitnahm. In Bayreuth wäre ich dafür am Fahnenmast des Opernhauses aufgeknüpft worden. Klamottentechnisch hatte ich Anzug, Fliege und besondere Schuhe im Kino an – FashionShow muss eben auch im Kino sein.

Sekt vor der Übertragung.

Sekt vor der Übertragung.

Es gab ein Glas Sekt zum Einstand für mich, den ich alleine genoss. Meine Gattin verspätete sich aufgrund eines ärgerlichen S-Bahn-Schadens des MVV. In Bayreuth zu spät zu kommen, kommt einer Todsünde gleich. Wer zu spät kommt oder während der Vorstellung den Saal verlässt, der bleibt vor der Tür bis der Akt/Aufzug beendet ist. Strenge Gesetze sind dies in Bayreuth. Im Kino konnte meine Frau nach Vorstellungsbeginn einfach in den Kinosaal huschen und neben mir Platz nehmen.

Axel Brüggemann gibt sich Mühe, aber Katharina Wagner ist nicht bei der Sache.

Axel Brüggemann gibt sich Mühe, aber Katharina Wagner ist nicht bei der Sache.

Zudem gab es im Kino ein Erläuterungsprogramm. Locker wie immer spricht Musikjournalist Axel Brüggemann mit den Verantwortlichen am grünen Hügel, wobei Katharina Wagner mal wieder komplett unsympathisch herüber kommt. Die Dame des Hauses schaut während des Interviews nach oben und ihre Antworten sind nicht gerade das, was ich unter Begeisterung verstehe. Da hätte ich gerne den musikalischen Direktor Christian Thielemann im Gespräch gehabt. Der hätte sich auch gleich zum Abgang des Dirigenten Andris Nelsons äußern können, an dem Thielemann seiner Meinung nicht Schuld gewesen sein soll. Nein, da lieber die Decke des Schweigens über den Eklat legen und Blabla machen.
Schön war daher das Interview mit dem eingesprungenen Dirigenten Hartmut Haenchen. Ich bin begeistert, von seiner Interpretation von Parsifal. Nach seinen Worten gibt er den Parsifal, wie ihn Wagner sich vorgestellt hat. Das bedeutet, Haenchen hat massiv an Tempo und Ausdruck gearbeitet und einen vergleichsweise kurzen Parsifal dargeboten. Andere Dirigenten brauchen für die gleiche Oper fast eine Stunde länger. Ich war bisher auf die Version von Knappertsbusch eingeschworen. Mir hat die neue musikalische Interpretation des Werkes durch Haenchen gefallen – und dies nach einer vergleichsweise kurzen Probephase, nachdem Nelsons das Handtuch geschmissen hat. Ich erinnere mich gerne an die schnelle Bayreuth-Aufnahme Parsifalvon Pierre Boulez. Haenchen durfte 1971 hospitieren und hat nun seine Interpretation geschaffen. Auch das Problem mit dem Bayreuther Graben hat Hartmut Haenchen wunderbar gelöst. Orchester und Sänger spielen zeitversetzt.

Stark: Georg Zeppenfeld als Gurnemanz

Stark: Georg Zeppenfeld als Gurnemanz

Für mich die beste Sängerleistung war Georg Zeppenfeld als Gurnemanz sowie Elena Pankratova als Kundry. Und auch die Inszenierung hat mir zugesagt. Die Neuinszenierung von Uwe Eric Laufenberg passte für mich ideal in die heutige Zeit. Parsifal ist ein sakrales Werk voller Leid. Und wenn am Ende die Sänger die religiösen Symbole aller Religionen in einen Sarg packten, hatte das für mich starke Symbolkraft. Diese religionskritische Interpretation angesiedelt an einem Ort zwischen Nordirak und Syrien fand ich prima. Gralsritter und das Mysterium des Grals und der heiligen Lanze im neuen Gewand. Die Verwandlungsmusik wird optisch durch das Herumstreifen im Weltall dargestellt. Es regnet Kreuze, die Kirche als Schutzplatz für andere Religionen – viel Stoff für Interpretationen. Über allen schwebte die göttliche Musik von Richard Wagner. Der Schluss mit dem Höchsten Heiles Wunder! demonstriere mir wieder, warum ich die Musik von Richard Wagner so mag. Politisch lehne ich Wagner ab, musikalisch verehre ich ihn.

Tolle Interpretation durch Hartmut Haenchen

Tolle Interpretation durch Hartmut Haenchen

Wasser-Faltflasche SoftBottle im Praxiseinsatz

16. Juli 2016

SoftBottle

Ich will mich bei meinen Bloggerkolleginnen und -kollegen der Ironblogger München ausdrücklich bedanken. Auf den vergangenen Stammtischen dieser Vereinigung habe ich die Freizeit-, Wander- und Outdoor-Blogger mit meiner Frage nach einer faltbaren Trinkflasche genervt und Meinungen gesammelt. Herausgekommen ist die Platypus SoftBottle. Wer mich kennt, der weiß, dass ich nicht unbedingt der große Wandervogel bin, aber ich möchte so eine Trinkflasche für die Fahrten mit der Bahn oder bei Flügen. Ich möchte viel trinken und bisher habe auf meinen Bahnfahrten entweder Plastikflaschen mitgenommen oder mir teure Getränke im Bordbistro gekauft.
Ich suchte ein System, dass ich zusammenrollen kann, wenn ich es nicht brauche oder leer ist und kaum Platz wegnimmt. Der Hersteller sagt, meine neue Falttrinkflasche habe 80 Prozent geringeres Gewicht und Volumen als eine Hartflasche. Die SoftBottle bringt wohl 24 Gramm auf die Waage. Auf die genaue Zahl will ich mich nicht festlegen, aber es ist deutlich leichter und flexibler als die Plastikflasche.
Zudem sei die Flasche Lebensmittelecht sowie BPA-frei, obwohl sie auch aus Plastik ist. Die Hormon-Chemikalie Bisphenol A ist in Plastikschüsseln und Konservendosen enthalten. Seit März 2011 ist der Einsatz in Babyfläschchen verboten.
Eingearbeitete Silberionen schützen die Flasche vor Schimmel und Bakterien, so der Hersteller weiter. Bei mir kommt außer Wasser nichts in die Flasche, auf keinen Fall Cola oder ähnliche Softgetränke. Der Schraubverschluss hält bisher, was er verspricht. Ich habe mich übrigens für die 1 Liter Flasche in Rot entschieden. Und für meinen Ardbeg habe ich einen wunderbaren Flachmann im Handgepäck.

Whisky, Nebel, VR und 3D-Druck – Innovationen auf der #rpTEN und ein #Schichtwechsel für mich

4. Mai 2016
Die IronBlogger trafen sich in Berlin.

Die IronBlogger trafen sich in Berlin.

Neben ein paar sehr wichtigen und lehrreichen Sessions auf der re:publica TEN #rpTEN stand das Netzwerken bei mir auf dem Programm. Ich habe wieder viele nette Kolleginnen und Kollegen aus der Branche getroffen. Als Beispiel will ich nur meine IronBlogger nennen. Das ist eine bundesweite Bloggervereinigung. Ich bin in der Münchner Sektion der wilden Truppe Mitglied. In Berlin haben sich die Bayern eingefunden und das jährliche Gruppenbild und Schuhfoto gemacht. Ja, wir haben einen Schlag.

Whisky-Geniesser treffen sich
Als Whisky-Freund ist es mir eine Ehre bei den Guerilla Tastings dabei zu sein. Die Jungs von tasteup organisierten mit Unterstützung von Moët Hennessy Zusammenkünfte auf der #rpTEN. Dabei wird kostbarer Whisky verkostet. Voraussetzung ist es, einen entsprechenden Tweet abzusetzen und ein Tastingglas dabei zu haben. Ich war dieses Jahr vorbereitet und habe zwei Mini-Ardbeg Gläser für Thomas Gerlach und mich eingepackt. Zur Premiere gab es meinen Standard-Whisky, den zehnjährigen Ardbeg, also wunderbares Heimspiel für mich. Aber es gab für mich noch mehr zu entdecken.


Christian Kaufmann präsentierte mir den Ardbeg Ceo. Hier wird das kostbare Getränk vernebelt, der Alkohol verdampft und die Aromen bleiben im Nebel. Dieser wird dann mit einer Art Glashalm eingezogen. Einfach wunderbar, welcher Geschmack sich hier entfaltet. Ich bin restlos von dem Gerät begeistert, das im Original Ardbeg HAAR heißt. Nachdem HAAR in Deutschland kein guter Marketingname ist, bringt es Ardbeg hier unter Ceo an den Genießer. Ceo heißt im übrigen im Gällischen Nebel. So passt die Sache auch für den deutschen Markt.
Die Reaktion der Whisky-Interessierten war in Berlin immer gleich. Zunächst die Nachfrage, was die Nebelmaschine soll, dann zögerliches Probieren und Einatmen des Nebels durch das Glasröhrchen und dann die Offenbarung. Die Pupillen weiten sich und die Reaktion ist: Wahnsinn, was für ein Geschmack.
Am nächsten Tasting verkostete ich im Glas einen Glenmorangie Nectar Dor. Den kannte ich nicht und werde mir aufgrund des Tastings ein paar Flaschen besorgen. Er schmeckt deutlich frischer als der schwere Ardbeg, den ich sonst immer genieße.

Immerhin eine kleine 3D-Druck-Szene
Die Maker-Szene in Deutschland ist noch übersichtlich, entwickelt sich aber stetig. Nach dem Medienhype von 3D-Druck haben sich Interessierte zusammengefunden und arbeiten an ihrer Vision. Ein Massenphänomen ist 3D-Druck noch nicht geworden, aber es hat seinen Markt. Auf der rpTEN war ein großer Stand unter der Regie von Autodesk aufgebaut. Autodesk ist der Software-Riese, wenn es um Visualisierung und 3D geht.

Ich habe früher sehr intensiv mit Autodesk zusammengearbeitet als ich noch Chefredakteur der wichtigsten deutschen 3D-Zeitschriften war. Auf der rpTEN zeigte man ein Kleid aus dem 3D-Drucker. Ich finde es faszinierend, was sich alles machen lässt. Den 3D-Drucker Maker Bot 2 hatte ich auch eine zeitlang zuhause und bin von der Technik fasziniert.

360 Grad und VR gehört die Zukunft
Während die 3D-Szene noch klein ist, explodiert der VR-Markt regelrecht. Das ist in Berlin voll zu spüren. Viele Anbieter experimentieren dabei herum, einige Sessions laufen zum Thema virtual Reailty, oftmals vermischt mit dem Thema Augmented Reality AR. Google war da, einige Hersteller zeigten die Orculus Rift und andere Anwendungen. Leider konnte Microsoft noch keine Hololens zeigen. Schade. Am Stand vom ZDF wurden in Tierköpfen VR-Filme gezeigt. Ich wähle den Hahnkopf und schaute mir lateinamerikanische Tänze an. ARTE zeigte in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut in einer Kugel sehr, sehr eindrucksvolle 360 Grad Videos.

Und auch die Organisatoren der rpTEN erreichteten den rp Dome in dem ein Animationsfilm in 360 Grad gezeigt wurde. Um den Film richtig genießen zu können, musste ich mich mit dem Rücken auf Matten am Boden legen und nach oben blicken. Eindrucksvoll muss ich sagen und ich bin ein Fan von 360 Grad Videos. Ich denke, 360 Grad Videos gehört die Zukunft, anders als der vor Jahren propagierte Trend der Stereoskopie. Ich habe selbst zwei Kameras im Einsatz und experimentiere herum.

 

Gute Idee #Schichtwechsel bei Microsoft und mir
Auf ein waghalsiges Experiment ließ ich mich am Stand von Microsoft ein. Der Software-Riese aus Redmond trat dieses Jahr unter dem Hashtag Schichtwechsel auf. Damit setzt Microsoft nach #OutofOffice den Trend von veränderten Arbeitswelten fort. Das Buch OutofOffice hat mir gut gefallen und gab viele Denkanstöße. #Schichtwechsel geht noch weiter und bringt wieder neue Ideen. Am Stand von MS durfte ich ein Videointerviews abgeben und meine Meinung zu Industrie 4.0 und Roboter von mir geben. Ich bin sehr auf das Ergebnis gespannt.

Bei MS war ich Interviewpartner.

Bei MS war ich Interviewpartner.

In den Sessions zeigt Microsoft, die auch neben IBM, Daimler und dem Steuerzahler in Form der media convetion Berlin Hauptsponsor der #rpTEN sind, verschiedene neue Formen des Arbeitens. Also packte ich mir ein Herz und probierte einen halben Tag ein Surface aus. Für mich als eingefleischter Mac-User, langjähriger Chefredakteur der MACup und Apple Fanboy ist das wirklich ein großer Schritt. Aber ich habe mich im Sinne von #Schichtwechsel überwunden und wurde auch wunderbar von Microsoft betreut. Das neue Surface ist mit Windows 10 ausgestattet und liegt gut in der Hand. Das Design ist formschön und die Variationen sind der jeweiligen Einsatzart angepasst. Endlich ist Microsoft den richtigen Schritt gegangen und baut nach Mäusen, Tastaturen und XBox eigene Hardware. Im Surface-Bereich setzt man nicht auf die Designverfehlungen von Dell, HP oder Lenovo, sondern hat ein sehr interessantes Produkt auf den Markt gemacht. Die Spracherkennung ist fein, der Stift reagiert hervorragend und das TouchDisplay erkennt Anweisungen ohne Verzögerung.


Nach einem halben Tag testen und herumspielen kann ich sagen: Ein eindrucksvolles Gerät und wenn es Apple nicht geben würde, dann würde ich mir ein Surface zulegen. Übrigens, ich diktiere diesen Text auf einem iPad Pro 12 Zoll.

Leidenschaft: Retrogames – Videospiele aus der 8 Bit-Ära

2. April 2016

Was brachte mich ins digitale Zeitalter? Ich wurde angefixt durch Videospiele oder Telespiele, wie ich sie damals nannte. In den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts machte ich als Jugendlicher mit meinen Eltern Urlaub am Gardasee in Italien. Mich interessierte weniger Pizza oder Kultur, mich interessierte ein faszinierender, fast magischer Ort – eine Spielhölle. Spielhölle – so nannten meine Eltern zumindest diese kleine Spelunke in einer Seitenstraße, die mit allerlei Arkadeautomaten vollgestopft war. In Italien durfte ich anders als in Deutschland diesen magischen Ort betreten und an Videospielautomaten zocken. Während meine Eltern sich der Kultur hingaben, gab ich einer neuen Spielkultur hin, die ich bis dato nicht kannte. Videospiele

Ich bin ein Retrogamer - das ist eine meiner Leidenschaften.

Ich bin ein Retrogamer – das ist eine meiner Leidenschaften.

Die Automaten wurden mit Lire (die damalige Währungseinheit in Italien) gefüttert und ich versank in der 8 Bit-Welt. Diese Spielhöllen hatten einen bestimmten Sound und heute bin ich noch immer von diesem Sound fasziniert.
Wieder in Deutschland angekommen, stellte ich fest, dass das Spielen von Videogames an Automaten sehr teuer war. 1 Mark – da bekam ich in Italien fünf Spiele à 200 Lire dafür. Eine Arkademaschine stand bei uns im Kaufhaus X in Fürstenfeldbruck in der Spielwarenabteilung: Asteroids – ein dreieckiges Rauschiff musste sich gegen den Ansturm von digitalen Felsbrocken erwehren – und das alles in Schwarzweiß. Es war das leidenschaftliche Zentrum unserer Jugend. Meine Kumpels kamen zusammen und wir verzockten unser Taschengeld. Außerdem stellten wir fest, dass Münzen aus Griechenland, die Drachme, ein ähnliches Gewicht wie die D-Mark hatte, aber nur einen Bruchteil des Wertes der D-Mark hatte. Also tauschten wir bei allen griechischen Gastarbeiter in unserem Ort D-Mark gegen Drachme und konnten zu günstigem Kurs Asteroids zocken. Erwischt wurden wir nie.

Asteroids
Eines Tages waren meine Eltern beim Einkaufen und ich lümmelte mich auf dem Familiensofa herum. Aufgeregt rief mich meine Mutter über ein Münztelefon an – das war das Zeitalter lange vor Handy und Smartphone. In einem Einkaufszentrum hätte sie ein Telespiel entdeckt, das im Preis gesenkt war. Sie wüsste nicht genau, ob ich es wollte und ich sollte vorbeikommen. Also schnappte ich mein Fahrrad und radelte wie ein Besessener zu einem Café, wo meine Eltern auf mich warteten. Gemeinsam besichtigten wir das Telespiel.
Ich hatte Angst, dass es so eine simple Art von Videospiel war, das ein paar Spiele im Speicher hatte. Aber nein, meine Eltern führten mich zu dem Klassiker schlechthin – sie führten mich zum Atari 2600.
Ich verliebte mich in das schwarze Plastikdesign mit Holzimitat. So wurde das Atari 2600 meine erste Gameskonsole. Über den Antennenstecker schloss ich das Atari 2600 an meinen Schwarzweiß-Fernseher an, den ich im Kinderzimmer stehen hatte. Diesen Fernseher hatte mir meine Großmutter zu Weihnachten gekauft – Farbe war damals zu teuer. Und aus meinen Kinderzimmer wurde eine Spielhölle. Die Spiele waren auf Cartridge gespeichert, eine Art Steckmodul. Diese wurden in das Atari 2600 gesteckt, dann Neustart und dann zocken. Auf den Cartridges waren bunte Bildchen, die einen Spielspaß versprachen.
Und es sage noch einer, dass Videospiele einsam machen. Wir spielten, wenn es möglich war, immer in Gruppen. Freunde kamen zu mir und im Laufe der Zeit bekamen diese Freunde von ihren Eltern auch ein Atari 2600 und wir zogen dann um. Bei einem Kumpel durften wir sein Atari 2600 sogar an den Grundig-Farbfernseher im elterlichen Wohnzimmer anschließen – ein Antennenumschalter machte es möglich. Die 16 Grundfarben des Gerätes hauten mich vom Hocker und der 8 Bit-Sound aus den TV-Boxen zogen mich in die digitale Welt. Hammer.

Atari 2600 als Darth Vader-Edition in meinem Arbeitszimmer.

Atari 2600 als Darth Vader-Edition in meinem Arbeitszimmer.

Jeder von uns hatte seine Lieblingsspiele. Ich hatte zwei: Es handelte sich um Defender und später dann um Empire strikes back. Beide Spiele hatten das gleiche Prinzip. Ballern bis der Finger wehtat.


Heute, fast 35 Jahre später bin ich meiner alten Leidenschaft wieder erlegen. Trotz Next-Gen Konsolen wie Playstation 4 kaufte ich mit meinem Sohn ein altes Atari 2600 mit ein paar Spielen. Ich beobachte meinen Sohn beim Spielen – er hat die gleiche Leidenschaft wie ich in seinem Alter. Und was mich besonders freute, trotz grottiger Grafik und Sound des Atari 2600 verglichen mit der Playstation 4 hat mein Sohn das Retro-Spielprinzip verstanden und akzeptiert. So zocken wir an einem alten Röhrenfernseher, den ich bei meinen Eltern im Keller gefunden habe. Wir spielten zunächst Pac Man und im Laufe der Zeit kaufte ich die alten Cartridges nach. Auch Defender war dabei und meine alte Leidenschaft war wieder voll entbrannt.

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In einem Laden entdeckte ich die Darth Vader-Edition des Atari 2600. Sie hieß so, weil sie ganz in Schwarz war. Gesehen, probiert und gekauft. Also nun steht dieser Klassiker im Arbeitszimmer und es darf gerne gezockt werden. Mein zweites Lieblingsspiel Empire strikes back war selten, aber ich machte ein gutes Geschäft und erwarb die Cartridge von Parker. Der Kampf Luke Skywalker gegen die ATAT auf Hooth – was gab es damals cooleres? Nichts! Das Spiel war der Hammer und heute erklären mir Erwachsene Spieletipps zu diesem Klassiker, ist das nicht stark? Ich hatte ein Foto bei Instagram gepostet und der Zuspruch war enorm. Leidenschaft pur.

Empire als Zifferblatt auf meiner Apple Watch.

Empire als Zifferblatt auf meiner Apple Watch.

Auf ZDFinfo kam im linearen Fernsehen ein Themenabend über Videogames, den ich mir zusammen mit meinen Kindern anschaute. Sie interessieren sich sehr für die Spiele meiner Jugend. Dort kam auch ein Spiel vor, dass eine tiefe Wunde in mein Spielerdasein riss. ET – der Außerirdische auf dem Atari 2600, basierend auf den Filmklassiker von Steven Spielberg. Meine Eltern wollten mir die Cartridge von ET damals zu Weihnachten nicht kaufen. Sie hatten schon etwas anders besorgt – einen schönen Pullover (OMG). Ich konnte ET nur bei Kumpels spielen. Und was soll ich sagen: Das Spiel war hundsmiserabel. ET fiel in Löcher und kam wieder heraus – das war es dann. Wir waren alle damals enttäuscht. Das Spiel war Müll und Atari hatte sich verzockt. Bei uns kamen auch langsam die ersten Home Computer und eine neue digitale Ära begann. Bei mir waren es der ZX81 und dann der Commodore 64. Atari hatte dem nichts entgegenzusetzen.
Atari verschrottete das ET-Spiel auf einer Deponie. Die Aktion wurde zum Mythos. Als Journalist dachte ich immer wieder daran, auf die Deponie zu fahren und den ET-Schatz zu heben. Andere Leute hatten wohl auch diesen Traum und vor ein paar Jahren wurden die Tausenden Cartridges des ET-Spiels wieder von der Mülldeponie ausgegraben und als schlechtestes Videospiel aller Zeiten verkauft. Ich habe mir auch endlich meine Version von ET gekauft und was muss ich sagen. Nach all den Jahren ist das ET-Spiel für das Atari 2600 nicht besser geworden. Es war damals Müll und es ist heute noch Müll. Aber mein Atari 2600 liebe ich noch immer.

Leidenschaft bei den IronBloggern München

Leidenschaften hab ich viele, ganz viele: Musik, Film, Kochen, Foto und vieles mehr. Dieser Blogpost ging über die Leidenschaft Atari 2600. Die IronBlogger München, eine Vereinigung von Bloggern, haben eine Blogparade zum Thema Leidenschaft ausgerufen und dies ist der erste Beitrag dieser Parade. Jeden Tag im April wird ein IronBlogger einen Blog über Leidenschaft erstellen – viel Spaß beim Lesen. Morgen ist Alexander an der Reihe in seinem Blog. Ich bin gespannt.

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Kita in Not – Münchner bitte helft!

2. Juli 2015

München ist eine attraktive Stadt. So attraktiv, dass immer mehr Menschen in diese Stadt an der Isar ziehen, um zu hier leben, um hier arbeiten. Ich mag meine Geburtsstadt München mit all ihren Eigenheiten, mit ihren Marotten – wie das Granteln beim Fön. Der Ausdruck, München sei ein Dorf, trifft für mich voll ins Schwarze. Ich sehe keine Art von Weltstadt – naja vielleicht ein bisschen.
Aber München hat auch seine Schattenseiten: Es gibt zu wenig bezahlbare Wohnungen, der Verkehr ist ein Chaos, der ÖPNV bricht regelmäßig zusammen, München ist sehr teuer und es gibt zu wenig Betreuungsmaßnahmen für Kinder.

Ironblogger zeigen Flagge
Und es gibt richtig gute Typen, denn München hat die Ironblogger. Es ist eine Vereinigung von Bloggern mit unterschiedlichen thematischen Ausrichtungen. Hier bin ich dabei, ich fühle ich mich wohl. Ich gehöre nur wenigen Organisationen und Vereinen an, aber die Ironblogger haben mich überzeugt. Als digitaler Nomade bin ich journalistisch in verschiedenen Bereichen unterwegs. Vor gerade mal zwei Jahren gestartet – und schon zählen wir Münchner Ironblogger zu einer der größten und aktivsten Ironblogger-Gruppen in Deutschland. Zu unserem Jubiläum haben wir Ironblogger uns etwas besonderes einfallen lassen: eine geschlossene Blogparade zum Thema München.

130623_ib_Logo_München-01Zum zweijährigen Jubiläum der Ironblogger München möchte ich auf einen Notstand in München aufmerksam machen, verbunden mit einem persönlichen Aufruf zu einer Crowdfunding-Aktion. Die Kindertagesstätten Lucky Children sind unverschuldet in Not geraten. Gerade weil München so eine reiche Stadt ist, wäre es schön, wenn die Web-Community diese Kindertagesstätten unterstützen würden. Und ich will meinen Beitrag in der Blogparade zu München nutzen, um auf das Schicksal der Lucky Children aufmerksam zu machen.

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Bargeldunterschlagung vom Konto
Was ist passiert? Durch eine Bargeldunterschlagung vom Kita-Bankkonto der Lucky Children wurden am 18. Mai 2015 über 113.000 Euro an kommunalen Geldern veruntreut. Diese Unterschlagung gefährdet den Fortbestand von zwei Kitas in Neuhausen und Thalkirchen mit 46 Plätzen und 19 Arbeitsplätzen, die seit dem Jahr 2013 geschaffen wurden. Ich habe mich mit dem Geschäftsführer der Kitas getroffen und ein ausführliches Interview mit dem Geschäftsführer Antonio Martin gemacht.


Die sofortige Strafanzeige (Az. BY8523-006940-15/7) bei der Polizei zeigte bisher keine Wirkung, so dass Antonio Martin am 27. Mai 2015 den notwendigen Insolvenz-Eigenantrag (Az.1542 IN 1627/15) stellen musste, da die Elternbeiträge alleine für Essen und Windeln der Kinder, Löhne, Sozialversicherungen und andere laufende Kosten nicht ausreichen.
„Durch diese Tat sind wir unverschuldet in diese Notlage geraten“, so Antonio Martin. „Wir sind ein privater Träger, dessen Elternbeiträge einkommensabhängig sind und sich an den Vorgaben der Stadt München orientieren, die so genannte Münchner Förderformel.“

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Aufruf im Netz
Und nun kommt seine Bitte: „Da wir nicht gemeinnützig sind bitten wir Sie um eine kleine Schenkung, damit wir eine faire Chance bekommen im Insolvenzverfahren nicht abgewickelt zu werden und die Zeit bis uns durch die Justiz Gerechtigkeit widerfährt, zu überbrücken.“
Was liegt da näher, als einen Aufruf im Netz zu starten. Eine örtliche Münchner Boulevard-Zeitung hat sich bereits den Fall angenommen. Die Abendzeitung München hat groß auf Seite 3 berichtet und der Artikel ist auch noch online. Weitere Zeitungen werden folgen.
Inzwischen hat Antonio Martin mit Kleinbeträgen bereits 2000 Euro gesammelt. Er hofft auf Unterstützung durch Crowdfunding, er hofft auf Unterstützung aus dem Web. Eine einfache Webseite und eine Fan-Seite in Facebook stehen schon. Nach den ersten Veröffentlichungen setzte eine kleine Welle der Hilfsbereitschaft ein. Ein Leserin der Abendzeitung rief vom Münchner Flughafen an, als sie ihren Flieger besteigen wollte und schenkte spontan 50 Euro. Ich finde das gut und nachdem wir in der Blogparade der Ironblogger unser München zeigen wollen, will ich ein offenes und reiches München zeigen, dass soziale Projekte unterstützt.
Per Pay Pal oder klassischer Überweisung kann den Lucky Children geholfen werden. Ich würde mich freuen, wenn die Münchner und auch andere ein paar Euro schenken würden.

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Morgen geht es in der Blogparade weiter mit meinem Kollegen Lutz und seinem Blog Irgendwie ein Wassermann.